Dummerweise hatte ich auf dem Weg nach Wissenbourg über die
Weinstrasse 3 Baustellen mit Umleitungen und mich noch zweimal so
verfahren. Mein altes GPS hatte ich aus Speicherplatzmangel nur mit
einem Teil der Route bespielt.
An der Weinstrasse übrigens zum ersten Mal einen Palmo T150 live
gesehen (parkte). Und wieder mal einen der seltenen City-Els.
Photo streikte, weil ein Akku kaputt war.
Weiter über Hagenau und Straßburg in südwestlicher Richtung nach
Molsheim umgehend. Dort im Supermarkt Batterien und Sprit gekauft und
bei ratschenden Senioren echtes Elsäsisch gehört. Durch die Ersatz-
Batterien kann ich den defekten Akku identifizieren.
Mein nächstes Ziel sollte der Heilige Ort St.Odile mit seiner
wundertätigen Quelle sein. Die Strasse war naß, die Strecke war schön,
St.Odile selbst aber enttäuschend. Für Massenauflauf eingerichtet,
schmucklos. Viel Polizei selbst am frühen Werktag.
Kein Vergleich zum landschaftliche wunderschönen Rocher de Dabo! Und
an Wunder glaube ich nicht, den Gang zur Quelle ersparte ich mir.
Weiter über Neuntelstein (953m) zum Champ du Feu (1100m). Leider
wieder mal im Nebel. Doch gerade im Nebel vermittelt die lange
schnurgerade Strasse durch den Wald auch die Illusion der
skandinavischen Unendlichkeit.
Über Col de la Charbonniere (960m) zum Col de Fouchy (603m), hier
fängt es kurz an zu regnen.
In Saint Marie aux Mines fängt die grandiose Route des Cretes an.
Über zahllose Cols
- Col des Baganelles (903m)
- Col du Pre de Raves (1005m)
- Col du Bonhomme (949m)
- Col du Louchbach (978m)
- Col du Calvarie (1134m)
tauche ich ins botanische Paradies ein. Wieder Wanderung auf den Gazon
du Faing (1303m). Ich liebe diese alpine Landschaft, mit den
Felswänden, Karen und Karseen, dem Kuhglockengebimmel aus dem Tal -
Jugenderinnerungen.
Das Wetter bleibt bescheiden.
Über Col de la Schlucht (1139m) rauf auf den Höhepunkt der Tour,
Sommet du Hohneck (1362m).
Weiter auf der Route des Cretes, Col du Herrenberg (1186m) und Col de
Hahnenbrunnen (1180m), durch das häßliche Touristen-Skidorf Le
Markstein hindurch.
Am Grand Ballon (Strasse 1340m) erspare ich mir wegen des Wetters den
Gipfelaufstieg. Mit Alpensicht ist eh nichts und die Ästhetik der
Militäranlagen auf dem Gipfel nicht so ganz nach meinem Geschmack.
Satte 1000 Höhenmeter geht es nun runter ins Tal, einige
Zwischenansteige noch dazu.
- Col Amic (825m)
- Col du Silberloch (906m)
- Col de Herrenfluh (855m)
(Tja, die Franzmänner haben es mit den Cols, in Deutschland wären die
zum größten Teil unbenannt geblieben.)
Und hier ist das Wetter auch etwas besser, die Strasse meist trocken.
Gut so, denn einige Kehren sind überraschend aus Kopfsteinpflaster.
In Mulhouse verfahre ich mich mal wieder. Und dann an einer Baustelle
noch einmal.
In Deutschland scheint das Wetter besser zu sein. Ich treffe ein
Rollergruppe mit 2 Heinkel Tourist (und 2 normalen Rollern).
Der Hochblauen (1165m) ist mein nächstes Ziel. Schöne Strecke, steiler
als in den Vogesen. Die Aussicht von dort oben (Aussichtsturm) in die
Schweiz könnte phantastastisch sein, nur nicht heute. Aber den Rhein
und die Schweizer Vorberge sehe ich doch.
Weiter über Staufen auf die Schauinsland-Bergrennstrecke. Mit 18%
ausgeschildert und im unteren Teil tatsächlich anhaltend schön steil.
Es zieht sich wieder zu, Nebel, Strasse erneut naß. Trotzdem
marschiere ich noch auf den Aussichtsturm (1284m), denn beim bisher
einzigen Mal war ich im Schneesturm dort.
Wieder runter in Richtung Kandel. Jetzt regnet es richtig.
Am Kandel selbst wieder akzeptabel. Deswegen dort den
Gleitschirmfliegern zugeschaut und auf die Aussichtspyramide (1242m)
gewandert. Bei der Abfahrt wieder Regen.
Im Tal prompt wieder akzeptabel und deswegen in nordöstlicher Richtung
weiter in die Berge hinein.
Zwischen Elzach und Gutach noch einmal 18% ausgeschildert. Und eine
Warnung für Motorradfahrer. Den Grund sehe ich gleich, die
Fahrbahnmarkierer haben die weiße Farbe sehr großzügig auf die
Fahrbahn aufgetragen, bei weitem nicht nur in der Mitte und am Rand.
Waren die besoffen oder Motorradhasser!?
Von Gutach in nördlicher Richtung über Wolfach, dann aber nicht gleich
zur Schwarzwaldhochstrasse bei Kniebis, sondern noch über einen
anderen Sattel nach Bad Peterstal.
Jetzt zur Schwarzwaldhochstrasse. Dreckig und durch Nässe rutschig
wird die Strasse. Kilometer später warnt ein Schild vor
Verschmutzungen. Warum erst jetzt? Ach, dahinter ist die Strasse ganz
mit Lehm bedeckt. Da waren die Waldarbeiter aber fleißig...
An der Schwarzwaldhochstrasse wieder Nebelschwaden um die Gipfel
jagen.
Den Lothar-Pfad lasse ich links liegen, den kenne ich schon und über
nasses Holz zu gehen habe ich jetzt keine Lust. Dagegen kann man
diesen Teil der Schwarzwaldhochstrasse mangels Speedlimits schön flott
fahren, bis kurz vor dem Mummelsee.
Das Mummelseehotel (1020m) bekommt gerade seinen 1.Stock gebaut, war
ja vorher total abgebrannt.
In Baden-Baden ist es schon relativ spät geworden und angesichts des
Wetters entscheide ich mich für die kurze Option via Tunnel/Autobahn.
Der Tunnel ist als Kfz-Strasse ausgeschildert, darunter steht aber ein
Zusatzschild "auch Kleinkrafträder". Meinen die damit Kleinkrafträder
frei!? Ich würde es so interpretieren und es wäre für Fuffie-Fahrer
eine gute Abkürzung.
Noch bei Tageslicht komme ich vor 21 Uhr an.
Mit Umwegen und Verfahrern 750km mehr auf dem Tacho und laut Motorrad-
Tourenplaner rund 9300 Höhenmeter (zu Fuß noch nicht mitgezählt) hoch
und wieder runter.
Was bin ich froh, daß ich einen Roller konventioneller Bauart und
keinen Elektro-Schrott habe!
MfG
Thomas
Ja, so sch�n kann Rollerfahren sein.....
vG und noch viel Spass beim Spritverbrennen
Nobby
Ja sehr sch�ner Bericht, bitte mehr von
diesen sch�nen Reiseberichten.
--
Mit freundlichen Gr��en
Frank Nagel
Vespa in D�sseldorf
http://www.franknagel.privat.t-online.de