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Produktmarke und Mythos - am Beispiel Maerklin

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A.Lange

unread,
Aug 23, 2004, 2:16:56 AM8/23/04
to
Morgen!
Hier die zumindest von drei Lesern (1xöffentlich, 2xPM) geforderte
Präsentation zum Thema Mythos und Marke.
Das Teil habe ich von allem Schnickschnack befreit, reduziert und ein
bißchen von Fachbegriffen entrümpelt. Die Folien sind alle von 2000,
also nicht mehr taufrisch.

http://www.gillcom.de/drmb/markenmythos-red.ppt


Gruß
Andreas
--
Meine Modellbahn im Internet
http://www.gillcom.de/modellbahn/modellbahn.htm

Michael Landenberger

unread,
Aug 23, 2004, 4:17:12 AM8/23/04
to
"A.Lange" schrieb:

> Hier die zumindest von drei Lesern (1xöffentlich, 2xPM)
> geforderte Präsentation zum Thema Mythos und Marke.

Nett ;-)

Aber für mich als absoluter Markenbanause völlig irrelevant.

1. Beispiel: ich habe mir letztens eine Großpackung Persil
gekauft. Warum? Weil dank Sonderaktion der Preis pro Wäsche bei
14 Cent lag, beim No-Name-Waschmittel nebenan bei 15 Cent. Wäre
es umgekehrt gewesen, wäre das No-Name-Waschmittel in meinem
Einkaufswagen gelandet. Auf diese Weise wird bei uns ständig mit
anderen Waschmitteln gewaschen, aber oh Wunder: die Wäsche wird
immer gleich sauber.

2. Beispiel: ich fahre einen gebrauchten Ford Galaxy. Warum nicht
einen baugleichen VW Sharan, wo doch VW einen viel besseren Ruf
hat als Ford ("Ford fahren und nicht wiederkommen")? Ganz einfach:
der bessere Ruf kostet mehr, und zwar ohne messbaren höheren
Gegenwert. Der Ford fährt nämlich nicht ein Quentchen schlechter
als ein VW.

3. Beispiel, umgekehrt: ich bleibe bei einer Marke, wenn *ich
persönlich* gute Erfahrungen gemacht habe (also nicht, wenn die
Marke einen guten Ruf hat oder blumige Werbeversprechen abgibt.
Das einzige, was ich noch gelten lasse, ist ein gutes Urteil von
der Stiftung Warentest). Beispiel: Bosch. Unser Kühlschrank
funktioniert seit Jahren klaglos und ist auch sonst solide und
praktisch. Warum sollte ich dann nicht auch einen
Bosch-Gefrierschrank kaufen? Und wenn mein Bosch Bohrhammer
schon viele Löcher mühelos in härtesten Beton gebohrt hat und nie
irgendwelche Macken hatte, warum dann die Stichsäge von einem
anderen Hersteller nehmen? Sobald ich aber Ausreißer feststelle,
werde ich kritisch. Die Miele-Waschmaschine meiner Mutter hat
25 Jahre (!) durchgehalten. Am u. a. deswegen angeschafften
Miele-Staubsauger sind sehr schnell irgendwelche Teile abgebrochen
und es zeigten sich andere Macken, deswegen steht Miele trotz des
guten Rufes, den die Marke hat, mindestens in unserem Haushalt zur
Disposition.

Bezogen auf Märklin: kaufe ich nur, weil es billig ist (ja, in
der Baugröße 1 trifft das tatsächlich zu!). Meine H0-Bahn ist
zwar 3L, aber mindestens bei den Waggons sind alle gängigen
Marken vertreten. Insider-Mitglied bin ich nicht, schon deshalb,
weil man dank ebay auch ohne Mitgliedschaft problemlos an
Insider-Modelle kommt. Und gesteuert wird meine Modellbahn mittels
Uhlenbrock Intellibox. Das Märklin-Magazin lese ich nur, wenn
etwas für mich Interessantes drinsteht. Mythos? Nein danke.

Um auf den Thread "Märklin in der Krise" zurückzukommen: ich
glaube, es gibt eine Trendwende. Marken verlieren an Wert, was
zählt, ist Qualität. Die Kunden sind viel schneller als früher
bereit, "ihrer" Marke den Rücken zu kehren, wenn sie merken, dass
es die gleiche (!) Qualität anderswo billiger gibt bzw. dass sie
ihr sauer verdientes Geld für nicht mehr als ein legendäres Label
mit nichts dahinter ausgegeben haben. Die binnen kürzester Zeit
kaputtgespielte Märklin-Startpackung aus der Weihnachtsausstellung
eines Kaufhauses zeigt mir, dass auch Märklin versucht, allein vom
Mythos der Unzerstörbarkeit zu leben. Heutzutage ist eine solche
Einstellung häufig unternehmerischer Selbstmord.

Gruß

Michael

Peter Popp

unread,
Aug 23, 2004, 5:03:00 AM8/23/04
to
"Michael Landenberger" <respo...@onlinehome.de> schrieb am Mon,
23 Aug 2004 10:17:12 +0200, :

>"A.Lange" schrieb:
>
>> Hier die zumindest von drei Lesern (1xöffentlich, 2xPM)
>> geforderte Präsentation zum Thema Mythos und Marke.
>
>Nett ;-)
>
>Aber für mich als absoluter Markenbanause völlig irrelevant.
>
>1. Beispiel: ich habe mir letztens eine Großpackung Persil
>gekauft. Warum? Weil dank Sonderaktion der Preis pro Wäsche bei

>14 Cent lag ....

Würde ich auch machen. Allerdings sind Lebensmittel, Waschmittel usw.
ja "Verbrauchsmaterial" und beim nächsten regelmässigen Kauf beliebig
austauschbar, wie auch das Benzin für das..

>2. Beispiel: ich fahre einen gebrauchten Ford Galaxy. Warum nicht
>einen baugleichen VW Sharan, wo doch VW einen viel besseren Ruf
>hat als Ford ("Ford fahren und nicht wiederkommen")? Ganz einfach:
>der bessere Ruf kostet mehr, und zwar ohne messbaren höheren
>Gegenwert. Der Ford fährt nämlich nicht ein Quentchen schlechter
>als ein VW.

Beim Auto werde ich wohl bei VW bleiben - solange es "meinen"
günstigen und zuverlässigen Händler/Werkstatt gibt. Auf Dauer ist mir
das wichtiger als die Marke des Fahrzeugs, da diese Kosten ja zur
Anschaffung hinzukommen. Die Ford-Werkstätten hier in der Nähe taugen
übrigens nicht viel... (was allerdings längst nicht heißt, dass alle
Ford-Werkstätten nichts taugen und alle VW-Werkstätten gut wären).


>3. Beispiel, umgekehrt: ich bleibe bei einer Marke, wenn *ich
>persönlich* gute Erfahrungen gemacht habe (also nicht, wenn die
>Marke einen guten Ruf hat oder blumige Werbeversprechen abgibt.
>Das einzige, was ich noch gelten lasse, ist ein gutes Urteil von
>der Stiftung Warentest).

Stiftung Warentest interessiert mich wenig - gerade heute, wo viele
Geräte gar nicht mehr am Markt sind, bis die Testergebnisse
erscheinen.


> Beispiel: Bosch. Unser Kühlschrank
>funktioniert seit Jahren klaglos und ist auch sonst solide und
>praktisch. Warum sollte ich dann nicht auch einen
>Bosch-Gefrierschrank kaufen? Und wenn mein Bosch Bohrhammer
>schon viele Löcher mühelos in härtesten Beton gebohrt hat und nie
>irgendwelche Macken hatte, warum dann die Stichsäge von einem
>anderen Hersteller nehmen? Sobald ich aber Ausreißer feststelle,
>werde ich kritisch. Die Miele-Waschmaschine meiner Mutter hat
>25 Jahre (!) durchgehalten. Am u. a. deswegen angeschafften
>Miele-Staubsauger sind sehr schnell irgendwelche Teile abgebrochen
>und es zeigten sich andere Macken, deswegen steht Miele trotz des
>guten Rufes, den die Marke hat, mindestens in unserem Haushalt zur
>Disposition.

Und hier stossen wir auf ein weiteres Problem: Marken sind heute
Schall und Rauch, da viele Geräte, Autos (siehe oben) usw. gar nicht
mehr von diesem Hersteller stammen (oder vielleicht noch nie
stammten)!

Was mich derzeit in eine Umdenk-Phase gestürzt hat: ich habe
jahrzehntelang Heimelektronik immer als Markenware beim kleinen
Händler gekauft. Leider musste ich feststellen, dass diese
"Markenware" mittlerweile genauso oder genausowenig reparaturanfällig
und reparaturunfreundlich wie Billigprodukte geworden ist und sich der
Mehrpreis dafür in keiner Weise amortisiert. (wahrscheinlich ist das
auch ein Grund dafür, dass Grundig mehr oder weniger gestorben ist).

Das heißt nun noch lange nicht, dass ich meinen Videorecorder in
Zukunft bei Aldi kaufen werde, aber der Preis wird sicher
ausschlaggebender werden als der Markenname.


>Um auf den Thread "Märklin in der Krise" zurückzukommen: ich
>glaube, es gibt eine Trendwende. Marken verlieren an Wert, was
>zählt, ist Qualität. Die Kunden sind viel schneller als früher
>bereit, "ihrer" Marke den Rücken zu kehren, wenn sie merken, dass
>es die gleiche (!) Qualität anderswo billiger gibt bzw. dass sie
>ihr sauer verdientes Geld für nicht mehr als ein legendäres Label

>mit nichts dahinter ausgegeben haben..

Jein - das Problem ist nicht, dass die gleiche Qualität billiger zu
haben ist, sondern dass der Kunde durch das Fehlen der mit höherem
Preis vorgegaukelte Qualität verärgert ist und dann gleich das billige
Produkt nimmt. Dadurch wird auch derjenige, der bereit wäre, höhere
Preise für entsprechende Qualität zu bezahlen, zum Schnäppchenjäger.

Allerdings würde ich dies nicht als allgemeinen Trend bezeichnen, da
nach wie vor in bestimmten Bereichen bzw. bei bestimmten Personen der
Drang zur Marke da ist, insbesondere dort, wo das Produkt Statussymbol
hat bzw. schlicht "in" ist.

Es wäre vielleicht auch anders, wenn mehr Firmen erkennen würden, dass
echte Qualität tatsächlich ein Erfolgsfaktor sein kann,

denkt
--
Peter Popp
www.peter-popp.de/bahn

A.Lange

unread,
Aug 23, 2004, 8:04:33 AM8/23/04
to
Michael Landenberger schrieb:

>
> "A.Lange" schrieb:
>
> > Hier die zumindest von drei Lesern (1xöffentlich, 2xPM)
> > geforderte Präsentation zum Thema Mythos und Marke.
>
> Nett ;-)
>
> Aber für mich als absoluter Markenbanause völlig irrelevant.

Für die meisten unseres Alters.
Direkt zielt der Markenkult auch auf andere Bereiche ab: Bekleidung,
Duftwässerchen, Luxusgüter.
Die Marke "Nike" hat da ein sehr wohlerzogenes Publikum. In Amerika gibt
es spezielle Nikeshops in denen z.B. Turnschuhe für 150 Dollar im
Angebot sind. Selbige Turnschuhe werden in Indien von Kindersklaven
hergestellt und kosten in der Anfertigung nur 1,50 $, mit Entwicklung,
Transport, sonstige Kosten kommt auf gut 5§. Ein gutes Geschäft, reicht
den Verantwortlichen aber noch nicht.
Also werden regelmäßig Sondereditionen rausgehauen, pro Nikeshop/ große
Stadt/ Bundesstaat meinetwegen 150 Paar Schuhe zum Preis von 300 §. Da
rennen dann Mitglieder sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen in die
Läden, kaufen die dinger und stellen sie weg. Interviewt wurd ein
Amerikaner afrikanischer Herkunft und er beschied dem Interviewer, die
Schuhe für seinen Sohn aufbewahren zu wollen. _Das_ ist wahrer
Markenkult.

Das Nike-Zeichen ist übrigens weltweit das am häufigsten gesetzte Tatoo.


> 3 gute Beispiele gelöscht.


> Bezogen auf Märklin: kaufe ich nur, weil es billig ist (ja, in
> der Baugröße 1 trifft das tatsächlich zu!). Meine H0-Bahn ist
> zwar 3L, aber mindestens bei den Waggons sind alle gängigen
> Marken vertreten. Insider-Mitglied bin ich nicht, schon deshalb,
> weil man dank ebay auch ohne Mitgliedschaft problemlos an
> Insider-Modelle kommt.

Was das Marketing von Märklin unterläuft und die Exklusivität des
Insiderclubs zerstört.

Solche Leute, Markennomaden, sind sehr unbeliebt bei den
Markenherstellern, da deren Kaufverhalten nicht vorhersagbar ist.
Mir klingt immer noch ein Wortwechsel in den Ohren, den ich auf der
Britzer Modellbahnbörse erlebte. auf meinem Tisch stand eine DB V 160
von Hamo. Räudiges ding, alter Scheibenkollektor, riesige Spurkränze die
auf Roco Line und Pilz Elite nicht laufen. Mit vier Hangriffen in eine
Wechselstromlok zu verwandeln. Was muß ich aber hören:
"Äääääääh Hamo, da kriege ich die Krätze!"


> Um auf den Thread "Märklin in der Krise" zurückzukommen: ich
> glaube, es gibt eine Trendwende. Marken verlieren an Wert, was
> zählt, ist Qualität.

Die u.U. heute nicht mehr geliefert werden kann und will. Als
Gedankenspiel:
Märklin weiß, daß die teureren Modelle/ Insidermodelle/ Sonderauflagen
zu 99,9% in Vitrinen und dunklen Höhlenverstecken verschwinden. Warum
also sollte so ein Modell mehr als 2 Echtkilometer fahren können? Dumm
nur, wenn ein Betreibseisenbahner eben keine Scheu davor hat, mit 1500
Euro Güterzüge durch die Gegend zu ziehen.


> Die Kunden sind viel schneller als früher
> bereit, "ihrer" Marke den Rücken zu kehren, wenn sie merken, dass
> es die gleiche (!) Qualität anderswo billiger gibt bzw. dass sie
> ihr sauer verdientes Geld für nicht mehr als ein legendäres Label
> mit nichts dahinter ausgegeben haben.

Weniger die Alten, eher die kulturtragende Generation. Die
Verdunkelungsgeneration lebt noch das Siegel "Deutsche Wertarbeit", die
Jugendlichen die Werbung, aber dazwischen ist Nomadentum angesagt.


> Die binnen kürzester Zeit
> kaputtgespielte Märklin-Startpackung aus der Weihnachtsausstellung
> eines Kaufhauses zeigt mir, dass auch Märklin versucht, allein vom
> Mythos der Unzerstörbarkeit zu leben.

Das bringt mich zu den Kleinserienmodellen von Westmodel. Optisch machen
die Fertigmodelle was her, betriebstauglich sind sie nicht und der
Faulhaberantrieb ist auch bloß Show. Hier hat sich die Modellok als
Sammlerstück fast in Reinform herausgebildet.

A.Lange

unread,
Aug 23, 2004, 8:23:47 AM8/23/04
to
Peter Popp schrieb:

>
> "Michael Landenberger" <respo...@onlinehome.de> schrieb am Mon,
> 23 Aug 2004 10:17:12 +0200, :
>
> >"A.Lange" schrieb:
> >
> >> Hier die zumindest von drei Lesern (1xöffentlich, 2xPM)
> >> geforderte Präsentation zum Thema Mythos und Marke.
> >
> >Nett ;-)
> >
> Und hier stossen wir auf ein weiteres Problem: Marken sind heute
> Schall und Rauch, da viele Geräte, Autos (siehe oben) usw. gar nicht
> mehr von diesem Hersteller stammen (oder vielleicht noch nie
> stammten)!

Was zu einer rasanten Demontage der Marke führt. Man kann es natürlich
auch anders machen, wie die eine Zigarettenbude (Name vergessen): Wegen
Absatzrückgang beschloß die Konzernführung, den Preis um 20% zu senken.
Statt nun einen Umsatzanstieg zu verzeichnen, rannten die Stammkunden
weg, weil die Preissenkung als Signal für Wertverlust verstanden wurde.
Das bestimmte Marken, wie Tommy Hilfinger, nur ein Label sind, (der TH
stellt nicht ein Taschentuch selber her) kommt noch hinzu. Richtig
funktioniert die Markenbildung nur bei Teens, die unbedingt HH-Jacken
brauchen, bestimmte Turnschuhe oder T-Shirts.


> Was mich derzeit in eine Umdenk-Phase gestürzt hat: ich habe
> jahrzehntelang Heimelektronik immer als Markenware beim kleinen
> Händler gekauft. Leider musste ich feststellen, dass diese
> "Markenware" mittlerweile genauso oder genausowenig reparaturanfällig
> und reparaturunfreundlich wie Billigprodukte geworden ist und sich der
> Mehrpreis dafür in keiner Weise amortisiert. (wahrscheinlich ist das
> auch ein Grund dafür, dass Grundig mehr oder weniger gestorben ist).
>
> Das heißt nun noch lange nicht, dass ich meinen Videorecorder in
> Zukunft bei Aldi kaufen werde, aber der Preis wird sicher
> ausschlaggebender werden als der Markenname.

Zumal heute ein Videorecorder, Fernseher, DVD-Player keine Anschaffung
für das halbe Leben mehr ist. Und bei Preisen von 60 euro für ein
DivX-Player diskutiert man auch keine Marke mehr.


> >Um auf den Thread "Märklin in der Krise" zurückzukommen: ich
> >glaube, es gibt eine Trendwende. Marken verlieren an Wert, was
> >zählt, ist Qualität. Die Kunden sind viel schneller als früher
> >bereit, "ihrer" Marke den Rücken zu kehren, wenn sie merken, dass
> >es die gleiche (!) Qualität anderswo billiger gibt bzw. dass sie
> >ihr sauer verdientes Geld für nicht mehr als ein legendäres Label
> >mit nichts dahinter ausgegeben haben..
>
> Jein - das Problem ist nicht, dass die gleiche Qualität billiger zu
> haben ist, sondern dass der Kunde durch das Fehlen der mit höherem
> Preis vorgegaukelte Qualität verärgert ist und dann gleich das billige
> Produkt nimmt. Dadurch wird auch derjenige, der bereit wäre, höhere
> Preise für entsprechende Qualität zu bezahlen, zum Schnäppchenjäger.

John Ruskin führte um 1870 aus:
"Es ist unklug zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu
wenig zu bezahlen. Wenn sie zu viel bezahlen, verlieren sie etwas Geld,
das ist alles. Wenn sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren sie
manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe
nicht erfüllen kann. Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, fü wenig
Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen sie das niedrigste Angebot an, müssen
sie für das Risiko, das sie eingehen, etwas hinzurechnen. und wenn sie
das tun, dann haben sie auch genug Geld, um für etwas Besseres zu
bezahlen."

Diese Gesetzmäßigkeit schein mir im moment nicht mehr beachtet zu
werden. Von beiden Seiten nicht.


> Allerdings würde ich dies nicht als allgemeinen Trend bezeichnen, da
> nach wie vor in bestimmten Bereichen bzw. bei bestimmten Personen der
> Drang zur Marke da ist, insbesondere dort, wo das Produkt Statussymbol
> hat bzw. schlicht "in" ist.

Autos, Schmuck, Frauen.


> Es wäre vielleicht auch anders, wenn mehr Firmen erkennen würden, dass
> echte Qualität tatsächlich ein Erfolgsfaktor sein kann,

Da aber nach meiner Beobachtung heute niemand mehr eine Firma auf
langfristigen Erfolg ausrichtet. Mir kommen sie wie die Räuber vor,
schnell und hart zuschlagen, abhauen.
Unternehmenskultur ist doch heute: ein Bundesland mit 500 Arbeitsplätzen
zu ködern, sich Grundstück, Erschließung, Verkehrsanbindung bezahlen
lassen, zusätzlich Subventionen ohne Ende abgreifen und dann nur 100
Arbeitsplätz zu schaffen.
Dann wird auf Teufel komm raus produziert, ein Maximalprofit angestrebt,
ohne Investitionen in neue Technik oder so. Nach 6 oder 8 Jahren ist das
Produkt nicht mehr konkurenzfähig, dann werden Leute entlassen, eine
neue Firma gegründet, die alte verkauft der neuen alles was noch Wert
hat, dann macht die leere Hülle zu, Konkursmasse gibt es keine,
Lohnzahlungen bleiben offen und die Arbeitslosen bezahlt auch noch die
Gesellschaft.
Unter solchen Bedingungen ist qualität doch unnötig und schmälert nur
die Gewinnausschüttung.

Frank Forsten

unread,
Aug 23, 2004, 8:39:35 AM8/23/04
to
A.Lange schrieb:

> Hier die zumindest von drei Lesern (1xöffentlich, 2xPM) geforderte
> Präsentation zum Thema Mythos und Marke.

Oh, da war aber jemand kein Märklin-Fans :-)

Grüße, Frank

Knut Ochdorf

unread,
Aug 23, 2004, 8:44:45 AM8/23/04
to
A.Lange schrieb:

> Unter solchen Bedingungen ist qualität doch unnötig und schmälert nur
> die Gewinnausschüttung.

Ich würde hinzufügen: Kontraproduktiv. Was kaputt geht, wird neu gekauft
und kurbelt den Umsatz erneut an. Qualität bedeutet dagegen Guter Ruf,
aber kein Umsatz.

Knut

Markus Hoffmann

unread,
Aug 23, 2004, 8:59:19 AM8/23/04
to
"A.Lange" <Die_werbu...@gmx.de> wrote in message news:<41298BD8...@gmx.de>...

> Morgen!
> Hier die zumindest von drei Lesern (1xöffentlich, 2xPM) geforderte
> Präsentation zum Thema Mythos und Marke.
> Das Teil habe ich von allem Schnickschnack befreit, reduziert und ein
> bißchen von Fachbegriffen entrümpelt. Die Folien sind alle von 2000,
> also nicht mehr taufrisch.
>
> http://www.gillcom.de/drmb/markenmythos-red.ppt
>
>
> Gruß
> Andreas

Wie wahr, wie wahr !
Mal schauen wann der Erste daher kommt und alles leugnet :-(

schöne Woche

Michael Landenberger

unread,
Aug 23, 2004, 9:37:51 AM8/23/04
to
Hallo,

"A.Lange" schrieb:

> Direkt zielt der Markenkult auch auf andere Bereiche ab:
> Bekleidung, Duftwässerchen, Luxusgüter.

Auch da halte ich mich für völlig unmanipulierbar. Obwohl ich
mich da (im Rahmen meiner pekuniären Möglichkeiten) durchaus
zur Klientel zähle.

> Die Marke "Nike" hat da ein sehr wohlerzogenes Publikum.

["Nike"-Hörigkeit]

Wohlerzogen und unmündig. Ich würde mich als Anbieter aber nicht
auf solche Faktoren verlassen. Auch wohlerzogene Kinder aka
Kunden kommen in die Pubertät und dann werden sie rebellisch ;-)
Tatsächlich vorhandene Qualität stellt dagegen einen bleibenden
Wert dar, auf dessen verkaufsfördernde Wirkung sich ein Anbieter
auch in schlechten Zeiten verlassen kann, wenn er ansonsten keine
Fehler bei der Produktpolitik macht.

> Solche Leute, Markennomaden, sind sehr unbeliebt bei den
> Markenherstellern, da deren Kaufverhalten nicht vorhersagbar
> ist.

Buhuuh, Märklin mag mich nicht... ;-)

> "Äääääääh Hamo, da kriege ich die Krätze!"

Kann es sein, dass das Gleichstrombahner waren und von allem,
was aus Göppingen kommt, "die Krätze" kriegen?

[Qualität]

> Die u.U. heute nicht mehr geliefert werden kann und will.

Doch, sie kann. Wenn dann der Preis zum Problem wird, lässt man
eben ein paar weniger notwendige Sachen weg. Was wegen ständiger
Defekte sogar Nobelmarken den Ruf versaut, sind nämlich häufig
im Prinzip überflüssige Gimmicks. Das gilt z. B. besonders für
Autos. Wie man in dieser Beziehung alles richtig macht, zeigt
z. B. das Beispiel Toyota.

> Dumm nur, wenn ein Betreibseisenbahner eben keine Scheu davor
> hat, mit 1500 Euro Güterzüge durch die Gegend zu ziehen.

Wieso Scheu? Das mache ich täglich ;-)

> Weniger die Alten, eher die kulturtragende Generation. Die
> Verdunkelungsgeneration lebt noch das Siegel "Deutsche
> Wertarbeit", die Jugendlichen die Werbung, aber dazwischen
> ist Nomadentum angesagt.

Wer "deutsche Wertarbeit" lebt, aber mit Mercedes nicht
zufrieden ist, kauft sich eben einen BMW oder Audi. Da bekommt
er auch "Made in Germany", jedenfalls zur Zeit noch.
Und auch die eher unkritischen und werbehörigen Jugendlichen
werden z. B. eine Handymarke nicht mehr kaufen, wenn ihnen das
Ding ständig kaputtgeht. Schließlich gibt es genug Alternativen,
die genauso cool sind.
Naja, und die Nomaden sind eben clever ;-)

> Das bringt mich zu den Kleinserienmodellen von Westmodel.

Du willst doch nicht ernsthaft den Inhalt von
Märklin-Startpackungen mit Westmodel vergleichen ;-) Ich
persönlich habe bei der kaputtgespielten Startpackung eher an
Märklin-Startpackungen von 1970 oder früher gedacht. Die hätten
2 Wochen Vorweihnachtstrubel in einem Kaufhaus nämlich problemlos
überlebt.

> Optisch machen die Fertigmodelle was her, betriebstauglich sind
> sie nicht und der Faulhaberantrieb ist auch bloß Show. Hier hat
> sich die Modellok als Sammlerstück fast in Reinform
> herausgebildet.

Der Betriebsbahner, der das weiß, wird sich dann eben keine Lok
von Westmodel kaufen.

Gruß

Michael

Michael Landenberger

unread,
Aug 23, 2004, 9:47:47 AM8/23/04
to
"Knut Ochdorf" schrieb:

> Was kaputt geht, wird neu gekauft und kurbelt den Umsatz
> erneut an.

Ja. Den der Konkurrenz. Genau diesen Zusammenhang scheinen
viele Anbieter aber noch nicht erkannt zu haben.

> Qualität bedeutet dagegen Guter Ruf, aber kein Umsatz.

Irgendwann doch. Und der zufriedene Kunde bleibt bei seiner
Marke und trägt sein Geld dann eben nicht zur Konkurrenz
(siehe mein Beispiel mit Bosch-Kühlschränken und
-Elektrowerkzeugen). Außerdem spricht sich ein guter Ruf
'rum, und Empfehlungen bringen neue Kunden und damit Umsatz.

Gruß

Michael

Lars P. Wolschner

unread,
Aug 23, 2004, 9:59:51 AM8/23/04
to
"Michael Landenberger" <respo...@onlinehome.de>:

> "A.Lange" schrieb:

>> Hier die zumindest von drei Lesern (1xöffentlich, 2xPM)
>> geforderte Präsentation zum Thema Mythos und Marke.

> 1. Beispiel: ich habe mir letztens eine Großpackung Persil


> gekauft. Warum? Weil dank Sonderaktion der Preis pro Wäsche bei
> 14 Cent lag, beim No-Name-Waschmittel nebenan bei 15 Cent. Wäre
> es umgekehrt gewesen, wäre das No-Name-Waschmittel in meinem
> Einkaufswagen gelandet. Auf diese Weise wird bei uns ständig mit
> anderen Waschmitteln gewaschen, aber oh Wunder: die Wäsche wird
> immer gleich sauber.

Waschmittel werden aber auch schon lange mehr oder weniger einheit-
lich fabriziert und in verschiedenartig bedruckte Verpackungen ge-
füllt.

> 2. Beispiel: ich fahre einen gebrauchten Ford Galaxy. Warum nicht
> einen baugleichen VW Sharan, wo doch VW einen viel besseren Ruf
> hat als Ford ("Ford fahren und nicht wiederkommen")? Ganz
> einfach: der bessere Ruf kostet mehr, und zwar ohne messbaren
> höheren Gegenwert. Der Ford fährt nämlich nicht ein Quentchen
> schlechter als ein VW.

Ich würde nicht auf Baugleichheit wetten. Ich halte es für durchaus
möglich, daß bei VW das eine oder andere hochwertigere Teil verbaut
wird. Im IT-Bereich beispielsweise habe für baugleiche Geräte ver-
schiedene Treiber in verschiedener Qualität erlebt. Im Verlaufe der
Produktlebenszeit wird eine Hardware aber auch aus verschiedenen
Chipsätzen assembliert unter dennoch unter gleicher Modellbezeich-
nung verkauft.

> 3. Beispiel, umgekehrt: ich bleibe bei einer Marke, wenn *ich
> persönlich* gute Erfahrungen gemacht habe (also nicht, wenn die
> Marke einen guten Ruf hat oder blumige Werbeversprechen abgibt.

Bei der Modellbahn gibt es noch den Aspekt der Ersatzteile. Bei
Fleischmann fährt man da recht gut, man kann sich mit verhältnis-
mäßig wenig verschiedenen Ersatzteilen über Wasser halten. Andere
Fabrikate bedeuten sofort neue Ersatzteilausstattungen.

Märklin hat ja in der Vergangenheit auch darauf Wert gelegt, sich
technisch von allen anderen Fabrikaten zu unterscheiden. Nicht alle
Unterschiede lassen sich als gewollte Inkompatibilität zum Zwecke
der Kundenfesse^H^H^Hbindung abtun.

CU
--
Lars P. Wolschner lars.wo...@nexgo.de
Bernardstraße 11b lars.wo...@nikocity.de
D-63067 Offenbach am Main
Fon & Fax: +49 69 80068670 Mobil: +49 163 8122462 (eplus)

tobias b köhler

unread,
Aug 23, 2004, 10:42:04 AM8/23/04
to
Michael Landenberger schrieb:

> Und auch die eher unkritischen und werbehörigen Jugendlichen
> werden z. B. eine Handymarke nicht mehr kaufen, wenn ihnen das
> Ding ständig kaputtgeht. Schließlich gibt es genug Alternativen,
> die genauso cool sind.

Wer aber ein handy zum coolsein kauft, wird sich jedes jahr das jeweils
aktuelle zulegen und das alte auf die seite legen.

Verschleißerscheinungen wie schlappmachende akkus oder abgegriffene
tastenbeschichtungen machen sich nur bei den uncoolen leuten bemerkbar,
die ihr handy wirklich mehrere jahre lang benutzen, denn es tut ja noch
und ein noname-akku im elektronikladen ist auch nicht teuer ....

gruß vom mittelleiter-markennomaden ....

Michael Landenberger

unread,
Aug 23, 2004, 10:58:34 AM8/23/04
to
"Lars P. Wolschner" schrieb:

[Sharan/Galaxy/Alhambra]

> Ich würde nicht auf Baugleichheit wetten. Ich halte es für
> durchaus möglich, daß bei VW das eine oder andere
> hochwertigere Teil verbaut wird.

Es gibt (außer bei unwichtigen Teilen wie Kühlergrill und
Markenlogo sowie der Form von Scheinwerfern und Rücklichtern)
nur einen einzigen wichtigen Unterschied zwischen Ford und
VW/Seat: Bei Fahrzeugen mit 4-Zylinder-Benzinmotoren baut Ford
seine eigenen Motoren ein (die sogar besser sein sollen als
ihre Pendants von VW). Alle anderen Motoren (Diesel- und
6-Zylinder-Benzinmotoren) stammen in allen Fahrzeugen, also
auch bei Ford, von VW. Diese Autos kann man also mit Recht
als baugleich bezeichnen.

> Im IT-Bereich beispielsweise habe für baugleiche Geräte ver-
> schiedene Treiber in verschiedener Qualität erlebt.

Wobei sich bei Baugleichheit der Hardware doch sicher überall
der hochwertigere Treiber einsetzen lässt, oder?

> Bei der Modellbahn gibt es noch den Aspekt der Ersatzteile.
> Bei Fleischmann fährt man da recht gut, man kann sich mit

> verhältnismäßig wenig verschiedenen Ersatzteilen über Wasser


> halten. Andere Fabrikate bedeuten sofort neue
> Ersatzteilausstattungen.

Wobei die Unterschiede im Ersatzteilbedarf zwischen Märklin und
seinen Konkurrenten nicht sehr groß sein dürften. Abgesehen
davon halte ich in der Regel nur häufig benötigte Verschleißteile
vorrätig, und das ist auch bei mehreren verschiedenen Marken
ein vertretbarer Aufwand.

> Märklin hat ja in der Vergangenheit auch darauf Wert gelegt,
> sich technisch von allen anderen Fabrikaten zu unterscheiden.
> Nicht alle Unterschiede lassen sich als gewollte
> Inkompatibilität zum Zwecke der Kundenfesse^H^H^Hbindung abtun.

Das PuKo-System und alle damit verbundenen Unterschiede dürften
dazu gehören, denn das Argument "einfache Anlagenelektrik" ist
in der Tat nicht nur hohles Marketing. Und beim Digitalsystem
dürften auch lizenzrechtliche Zwänge eine Rolle gespielt haben,
weswegen man da etwas Proprietäres anbietet. Dass damit die
Kunden an die Marke gebunden werden, ist sicher ein nicht ganz
unerwünschter Nebeneffekt ;-)

Gruß

Michael

tobias b köhler

unread,
Aug 23, 2004, 11:53:17 AM8/23/04
to
Michael Landenberger schrieb:

> Das PuKo-System und alle damit verbundenen Unterschiede dürften
> dazu gehören, denn das Argument "einfache Anlagenelektrik" ist
> in der Tat nicht nur hohles Marketing.

Es ist historisch begründet und hat nicht nur nachteile.
Trix-Express war optisch zu schlecht, und das argument des analogen
mehrzugbetriebes hat sich mit dem aufkommen von digitalsystemen
erledigt. Puko ist für viele (einschließlich mir) akzeptabel. Auch wenn
jetzt manche laut "Pickelbahner!" schreien, ich nehme sie nicht ernst.
Jedem seine eigenen optischen standards.

> Und beim Digitalsystem
> dürften auch lizenzrechtliche Zwänge eine Rolle gespielt haben,
> weswegen man da etwas Proprietäres anbietet.

So weit ich mich erinnern kann, stammt märklin-digital aus der
"steinzeit" der digitalsysteme und ist eines von vielen damals
entwickelten systemen (und eines von zwei, die bis heute überlebt haben).

Für modellbahner wie mich, die sich die markenunabhängigkeit erhalten
wollen, bleibt freilich nur die multiprotokollzentrale.

gruß, tobi

Thomas Goetzenich

unread,
Aug 23, 2004, 12:06:48 PM8/23/04
to

"tobias b köhler" <t...@uncia.de> schrieb im Newsbeitrag
news:NpoWc.95109$vG5....@news.chello.at...

> So weit ich mich erinnern kann, stammt märklin-digital aus der "steinzeit"
> der digitalsysteme und ist eines von vielen damals entwickelten systemen
> (und eines von zwei, die bis heute überlebt haben).

Hier muss man unterscheiden. Das ursprüngliche Märklin Digital war DCC bzw.
dessen Vorgänger. (Zu heutigem DCC mit Einschränkungen kompatibel) Das
heutige Märklin Digital basiert auf einer Eigenentwicklung
(Märklin-Motorola) und wurde später auf den Markt gebracht. Die genauen
Umstände sind mir nicht bekannt.

Gruß, Thomas


A.Lange

unread,
Aug 23, 2004, 12:29:44 PM8/23/04
to
Knut Ochdorf schrieb:

Aber nur, wenn "der Zeitgeist" das Produkt mit kürzester Habwertzeit
belegt. Mode z.B.: Vielleicht wirkt der Rock nach vier Wäschen total
ausgelaugt, was aber, wenn die Trägerin sich a) nicht traut, daß Ding
bei Tageslicht unter ihrem weißen Fettring zu tragen und b) nächstes
Jahr die Art von Röcken ja sowas von out ist. Da kommt es kaum dazu, daß
der Mangel offensichtlich wird.

Bei Händys kommt wieder eine neue Killeraplikation (oder so) und schon
nutzt der Knilch das Teil nur 6 Monate. Was juckt da der Accu?

Armin Muehl

unread,
Aug 23, 2004, 1:28:43 PM8/23/04
to
On Mon, 23 Aug 2004 18:06:48 +0200, "Thomas Goetzenich"
<nos...@goetzenich.de> wrote:

>> So weit ich mich erinnern kann, stammt märklin-digital aus der "steinzeit"
>> der digitalsysteme und ist eines von vielen damals entwickelten systemen
>> (und eines von zwei, die bis heute überlebt haben).

Aus der Anfangszeit gibt es neben MM noch Sx. Zimo war damals auch
schon aktiv, aber hat dann spaeter zu DCC gewechselt. FMZ bekam dann
irgendwann die sechs Griffe...


>Hier muss man unterscheiden. Das ursprüngliche Märklin Digital war DCC bzw.
>dessen Vorgänger. (Zu heutigem DCC mit Einschränkungen kompatibel) Das
>heutige Märklin Digital basiert auf einer Eigenentwicklung
>(Märklin-Motorola) und wurde später auf den Markt gebracht. Die genauen
>Umstände sind mir nicht bekannt.

Wenn man die Umstaende nicht kennt, sollte man nicht so einem Murks
schreiben.
Zuerst kam das Motorola-Format, basierend auf den
Fernbedienungs-Chipsatz MC 145 026/27/28/29. Das war um 1985/86.

Da das Datenformat aber keine Verpolung zugelassen hatte, musste man
fuer Spur1 etwas anderes machen. Dafuer wurde dann M-digital=
entwickelt, was ein Vorlaeufer von DCC ist. Arnold und Lenz haben das
dann selber vermarktet, wobei das eh alles aus dem Hause Lenz stammte.

Irgendwann kam man dann doch darauf, wie man auch das Motorolaformat
verpolungfest bauen kann und dann wurde M-digital = wieder
eingestellt.

Armin

--
Armin Muehl
http://www.museumsstellwerk.de (Museumsstellwerk Rheine e.V.)
http://www.muehlenroda.de (Muehl privat)
http://de.geocities.com/anschlussbahn (Modellbahnbilder)

A.Lange

unread,
Aug 23, 2004, 3:34:50 PM8/23/04
to
Michael Landenberger schrieb:
> "A.Lange" schrieb:
>
> > Die Marke "Nike" hat da ein sehr wohlerzogenes Publikum.
>
> ["Nike"-Hörigkeit]
>
> Wohlerzogen und unmündig. Ich würde mich als Anbieter aber nicht
> auf solche Faktoren verlassen. Auch wohlerzogene Kinder aka
> Kunden kommen in die Pubertät und dann werden sie rebellisch ;-)

Ja, gegen die Eltern, die aus finaziellen Gründen gegen den Markenkult
sind! :-)


> > "Äääääääh Hamo, da kriege ich die Krätze!"
>
> Kann es sein, dass das Gleichstrombahner waren und von allem,
> was aus Göppingen kommt, "die Krätze" kriegen?

Die auch, wegen der hier öfter diskutierten Probleme. Aber das war einer
der strammen Märklinisten, die alles andere für Tinnef halten.


> [Qualität]
> > Die u.U. heute nicht mehr geliefert werden kann und will.
>
> Doch, sie kann. Wenn dann der Preis zum Problem wird, lässt man
> eben ein paar weniger notwendige Sachen weg. Was wegen ständiger
> Defekte sogar Nobelmarken den Ruf versaut, sind nämlich häufig
> im Prinzip überflüssige Gimmicks. Das gilt z. B. besonders für
> Autos. Wie man in dieser Beziehung alles richtig macht, zeigt
> z. B. das Beispiel Toyota.

Zustimmung. Alternativ kann man sich natürlich noch auf andere Art bei
den Kunden unbeliebt machen. wie Siemens etwa bei Computern, wenn trotz
scheinbarer Kompatibilität keine anderen Erweiterungskarten laufen.


> > Dumm nur, wenn ein Betriebseisenbahner eben keine Scheu davor


> > hat, mit 1500 Euro Güterzüge durch die Gegend zu ziehen.
>
> Wieso Scheu? Das mache ich täglich ;-)

In H0, guter Mann, in H0!


> Und auch die eher unkritischen und werbehörigen Jugendlichen
> werden z. B. eine Handymarke nicht mehr kaufen, wenn ihnen das
> Ding ständig kaputtgeht.

Ich weiß nicht. Im Moment ist die echte Nutzungsdauer eines Händys wohl
3 Monate und 12 Tage. Nicht viel Zeit, für ein ständiges Kaputtgehen.
Oft ist der Defekt ein willkommener Grund, ein neues Gerät zu holen.


> > Das bringt mich zu den Kleinserienmodellen von Westmodel.
>
> Du willst doch nicht ernsthaft den Inhalt von
> Märklin-Startpackungen mit Westmodel vergleichen ;-)

Vom Preis her, warum nicht?


> Ich
> persönlich habe bei der kaputtgespielten Startpackung eher an
> Märklin-Startpackungen von 1970 oder früher gedacht. Die hätten
> 2 Wochen Vorweihnachtstrubel in einem Kaufhaus nämlich problemlos
> überlebt.

Das kann gut sein.


> > Optisch machen die Fertigmodelle was her, betriebstauglich sind
> > sie nicht und der Faulhaberantrieb ist auch bloß Show. Hier hat
> > sich die Modellok als Sammlerstück fast in Reinform
> > herausgebildet.
>
> Der Betriebsbahner, der das weiß, wird sich dann eben keine Lok
> von Westmodel kaufen.

Es sei denn, er ist unbelehrbar.

A.Lange

unread,
Aug 23, 2004, 3:36:15 PM8/23/04
to
tobias b köhler schrieb:

Genau so sehe ich 's auch.

Bernhard Hesselt

unread,
Aug 23, 2004, 3:30:51 PM8/23/04
to
"Lars P. Wolschner" <lars.wo...@nexgo.de> schrieb im Newsbeitrag
news:2oubinF...@uni-berlin.de...
> "Michael Landenberger" <respo...@onlinehome.de>:

>
>> 2. Beispiel: ich fahre einen gebrauchten Ford Galaxy. Warum nicht
>> einen baugleichen VW Sharan, wo doch VW einen viel besseren Ruf
>> hat als Ford ("Ford fahren und nicht wiederkommen")? Ganz
>> einfach: der bessere Ruf kostet mehr, und zwar ohne messbaren
>> höheren Gegenwert. Der Ford fährt nämlich nicht ein Quentchen
>> schlechter als ein VW.
>
> Ich würde nicht auf Baugleichheit wetten. Ich halte es für durchaus
> möglich, daß bei VW das eine oder andere hochwertigere Teil verbaut
> wird. Im IT-Bereich beispielsweise habe für baugleiche Geräte ver-

AFAIK werden beide Fahrzeuge zusammen mit dem Seat Alhambra an einem
Seat-Standort auf demselben Band produziert. Wie Michael sagte sind bei den
Dieseln sogar die gleichen Motoren drin. Ich glaube nicht, daß die sich in
einer solchen Fertigung außer bei den optisch sichtbaren Teilen, an denen
man die drei Modelle unterscheiden soll, noch eine parallele Logistik und
Lagerhaltung von unterschiedlichen Teilen leisten, die der Käufer nicht
sieht. Das wäre teurer, als gleich in alle was vernünftiges einzubauen.

Gruß
Bernhard


Erik Meltzer

unread,
Aug 23, 2004, 3:16:44 PM8/23/04
to
Moin!

Markenkult, schönes Thema :-)

Michael Landenberger schrieb:


> "A.Lange" schrieb:
> > Direkt zielt der Markenkult auch auf andere Bereiche ab:
> > Bekleidung, Duftwässerchen, Luxusgüter.
>
> Auch da halte ich mich für völlig unmanipulierbar. Obwohl ich
> mich da (im Rahmen meiner pekuniären Möglichkeiten) durchaus
> zur Klientel zähle.

Dafür halten sich die meisten. Ich auch -- meine meistgekaufte
Marke ist "TIP", und es gibt durchaus Einkäufe bei Real, bei
denen ich keine andere Marke im Einkaufswagen habe -- außer bei
Getränken. Und da geht's schon los mit der leider doch gegebenen Doch-nicht-Unmanipulierbarkeit.



> > Solche Leute, Markennomaden, sind sehr unbeliebt bei den
> > Markenherstellern, da deren Kaufverhalten nicht vorhersagbar
> > ist.
>
> Buhuuh, Märklin mag mich nicht... ;-)

Mich auch nicht. Dabei ist mein Kaufverhalten -- zumindest bei
Güterwagen -- sehr vorhersagbar. Wenn's Epoche 3 ist, kauf ich
es -- je häufiger das Vorbild, je exakter das Modell, je geringer
der Preis, desto öfter. (Wobei selten genug, schlecht genug oder
teuer genug auch bedeuten kann: gar nicht. Beispiele: Heris
Owp 01, Roco G 10 (mal wieder), GFN Pwg pr 14.)



> [Qualität]
> > Die u.U. heute nicht mehr geliefert werden kann und will.
>
> Doch, sie kann. Wenn dann der Preis zum Problem wird, lässt man
> eben ein paar weniger notwendige Sachen weg. Was wegen ständiger
> Defekte sogar Nobelmarken den Ruf versaut, sind nämlich häufig
> im Prinzip überflüssige Gimmicks. Das gilt z. B. besonders für
> Autos. Wie man in dieser Beziehung alles richtig macht, zeigt
> z. B. das Beispiel Toyota.

Daß die "alles" richtig machen, halte ich aber auch für ein
Gerücht ...

Da sind im Automobilbereich aber auch die gesetzlichen Vorschriften
vor. Ich halte den grassierenden Sicherheits- und Abgaswerte-Wahn
seit mindestens 10 Jahren für überzogen. Und, welch Zufall, alle
Autos seit etwa 10 Jahren für so unnötig komplex, daß, sollte mein
17 Jahre altes mich dereinst verlassen, wohl auch dann nix viel
neueres beschafft werden wird.



> Wer "deutsche Wertarbeit" lebt, aber mit Mercedes nicht
> zufrieden ist, kauft sich eben einen BMW oder Audi. Da bekommt
> er auch "Made in Germany", jedenfalls zur Zeit noch.

Oder USA. Oder Ungarn.

[Westmodel]


> > Optisch machen die Fertigmodelle was her, betriebstauglich sind
> > sie nicht und der Faulhaberantrieb ist auch bloß Show. Hier hat
> > sich die Modellok als Sammlerstück fast in Reinform
> > herausgebildet.

Dagegen ist ja prinzipiell auch nicht allzuviel zu sagen.
Wenn's die (meisten) Käufer nicht stört ... Bloß Mäh sitzt
da IMHO zwischen allen Stühlen. Der Betriebsmärklinist
erwartet, daß die Dinger genauso zuverlässig im Dauerbetrieb
über M-Gleise rasseln wie die von 1965. Der Vitrinenmärklinist
erwartet Metall. Der Vitrinenmodellbahnsammler erwartet Optik
wie im Kleinserienbereich, mit Ausnahme der Räder vielleicht.
Der Betriebsmodellbahner erwartet NEM-Konformität, ordentliche
Fahreigenschaften (Stromabnahme, Geräusch, Auslauf) und
zumindest vorbildnahe Optik. Und der Normalsterbliche erwartet,
egal welcher der vier Gattungen er angehört, noch dazu leidlich
erträgliche Preise.

Allen kann man's nicht rechtmachen -- einer von den fünfen
meckert immer. ;-)

Liebe Grüße,
Erik.
--
"Was ist Extremmodellbahnertum? Wo beginnt es? Schon bei der exakten
Anzahl der Achsen?"
-- ROS A. Lange zu RA Dr. Michael M. König in d.r.m.b.

A.Lange

unread,
Aug 23, 2004, 3:55:02 PM8/23/04
to
tobias b köhler schrieb:

>
> Michael Landenberger schrieb:
>
> > Das PuKo-System und alle damit verbundenen Unterschiede dürften
> > dazu gehören, denn das Argument "einfache Anlagenelektrik" ist
> > in der Tat nicht nur hohles Marketing.
>
> Es ist historisch begründet

Klar:
Blechgleis der Uhrwerksbahn mit Mittelleiter ausgerüstet =>
Miniaturisierung => Punktkontakte.
Außerdem waren Permanentmotore teurer, Wechselstromtafos ohne
Gleichrichter billiger. Unbestritten gab es bis etwa 1947 gute Gründe,
Mittelleiter zu benutzen.
Mit dem Sprung vom Spielzeug zum Modell aber wurde der mittlere Leiter
optisch lästig und mit der zunehmenden Genauigkeit der Fertigung auch
technisch ersetzbar. Die Pukos waren optisch sicher ein gewaltiger
Sprung, aber seit etwa 1965 ist auch diese Lösung nicht mehr zeiggemäß.


> und hat nicht nur nachteile.

Nein, der Vorteil der sicheren Stromabnahme auch unter
Sandsturmbedingungen ist unbestritten. Wendeschleifen sehe ich nicht als
den großen Vorteil, aber das mag auch nur an mir liegen, da die
wenigsten meiner Anlagenplanungen Wendeschleifen aufwiesen und wenn ja,
stellt das kein Problem dar.

Den übelsten Nachteil sehe ich in der Art der Fahrtrichtungsumkehr. Wie
schon mehrfach erwähnt, hatte ich als Früheinsteiger in die Digitalwelt
damals (1990/91 das einzige DCC-System gewählt, das braucbar war,
Märklin Digital =. Die bekannten Control80f weisen die selbe Art der
Richtingsumkehr auf, Drehen übern den Nullpunkt und Geschwindigkeit ging
nur ein eine Richtung. Ich hatte das Zeug 10 Jahre und bin bis zuletzt
damit nicht zurecht gekommen. Fuhr ein Zug auf der Anlage nach links und
ich mußte plötzlich anhalten, drehte ich promt den Knopf nach rechts und
der Zug raste erst richtig los. Grauenvoll.
Deshalb waren auch die Lokmäuse für mich eine unglaubliche
Erleichterung.


> Trix-Express war optisch zu schlecht, und das argument des analogen
> mehrzugbetriebes hat sich mit dem aufkommen von digitalsystemen
> erledigt.

Ja, genau. Trix war sicher auch in der Kompatibilitätsfalle, plötzlich
niedrigere Profile mit Pukos? Undenkbar! Plötzlich nur noch
Zweischienenfahrzeuge anbieten? Reicht nicht. Zusätzlich hat sich Trix
mit seinen Walzenrädern bei den Tfz unmöglich gemacht, auch wenn sie
unter "international" offeriert wurden.


> Puko ist für viele (einschließlich mir) akzeptabel. Auch wenn
> jetzt manche laut "Pickelbahner!" schreien, ich nehme sie nicht ernst.
> Jedem seine eigenen optischen standards.

Zugestanden.
Ich erinnere mich auchm wie ich hier vor 3 oder 4 Jahren vehement die
2,5er Schienenhöhe verteidigt habe. Inzwischen habe ich all die
Fahrzeuge nicht mehr, die diese Eigenschaft verlangten und ich gehe in
Richtung RP 25 und Profil 21 oder 19.


> So weit ich mich erinnern kann, stammt märklin-digital aus der
> "steinzeit" der digitalsysteme und ist eines von vielen damals
> entwickelten systemen (und eines von zwei, die bis heute überlebt haben).

Und hat sein Geld gebracht. Das c80f steig von DM 200.- auf FRZ. 230.-
am Ende.

A.Lange

unread,
Aug 23, 2004, 3:59:24 PM8/23/04
to
Armin Muehl schrieb:

>
> Irgendwann kam man dann doch darauf, wie man auch das Motorolaformat
> verpolungfest bauen kann und dann wurde M-digital = wieder
> eingestellt.

Das muß um 1993 gewesen sein. Da wollte ich ahnungslos einen c82 (M*
DCC-Decoder) kaufen und der Verkäufer "Gibs nich mehr".
Kurzfristig war ich völlig verzweifelt und dacht schon, jetzt hätte
ichauf die Betamax-Version der Digitalsteuerung gesetzt, bis eun ander
KUnde im Laden meinte, ich solle den 50-Mark-Decoder von Roco nehmen,
das wäöre das gleiche. Nach kurzem Zweifeln, der Verkäufer war nicht
sehr hilfreich, kaufte ich einen und 50 Mark statt 130.- ist schon ein
Unterschied.

Im übrigen läuft mindestens eine Lok bei mir noch mit einem c82 rum, der
dürfte der erste Dcoder noch von 1990 sein.

Michael Landenberger

unread,
Aug 23, 2004, 5:04:52 PM8/23/04
to
"A.Lange" schrieb:

> Außerdem waren Permanentmotore teurer, Wechselstromtafos
> ohne Gleichrichter billiger. Unbestritten gab es bis etwa
> 1947 gute Gründe, Mittelleiter zu benutzen.

Der Kostenvorteil wurde aber durch den nur bei AC notwendigen
Fahrtrichtungsschalter wieder aufgewogen. Mittlerweile ist
dieser Nachteil aber verschwunden, denn die Kosten der in
fast jeder neuen Lok vorhandenen Digitaldecoder sind
unabhängig vom Stromsystem.

> Mit dem Sprung vom Spielzeug zum Modell aber wurde der
> mittlere Leiter optisch lästig und mit der zunehmenden
> Genauigkeit der Fertigung auch technisch ersetzbar. Die
> Pukos waren optisch sicher ein gewaltiger Sprung, aber seit
> etwa 1965 ist auch diese Lösung nicht mehr zeiggemäß.

Ähm, warum 1965? Was genau hätte die Pukos zu dieser Zeit
ersetzen sollen?

Ich persönlich bin froh, dass ich es das erste Mal erst im 21.
Jahrhundert mit einem 2-Leiter-System zu tun hatte. Vor der
Erfindung der Digitalsteuerung wäre mir ein solches nämlich
tatsächlich lästig geworden. Die Eisenbahn meiner Kindheit
hatte mehrere Stromkreise. Allein die Tatsache, dass zur
Isolierung derselben damals lediglich ein Papierschnipsel
erforderlich war, fand ich schon beeindruckend ;-) Ebenso den
Umstand, dass man eine Kehrschleife genauso zusammengesteckt
hat wie jede andere Gleisfigur auch (ja, ich hatte mehrere
Kehrschleifen auf meiner Anlage) und dass sich der
Oberleitungsbetrieb wirklich problemlos gestaltete.

Im Digitalbetrieb machen aber auch 2 Leiter Spaß. Stromkreise,
die mühselig per Isolierverbinder getrennt werden müssten, gibt
es nicht mehr so viele. Die Fahrtrichtung der Loks ist
unabhängig von der Polarität. Die Oberleitung muss nicht
unbedingt Strom führen, daher können auch E-Loks in jede
Richtung fahren. Lediglich Kehrschleifen erfordern noch einige
Tricks, aber dank billiger Leistungselektronik ist auch das kein
echtes Problem mehr.

> Den übelsten Nachteil sehe ich in der Art der
> Fahrtrichtungsumkehr.

Das ist reine Gewöhnungssache. Ich persönlich sehe beim
Märklin-System eine größere Ähnlichkeit zum Vorbild: die
Fahrtrichtung wird auch bei den "großen" Loks nicht am
Fahrtregler, sondern an einem separaten Hebel eingestellt. Eine
Drehung nach rechts am Fahrtregler macht die Lok also nur
schneller, nach links wird sie langsamer. Nach kurzer Zeit hat
man dieses Prinzip so verinnerlicht, dass man auch in Notfällen
schnell reagieren kann.

Meine Intellibox lässt sich zwischen "Märklin-artiger"
(Fahrtregler 0 bis Max, Umschaltung durch Druck auf den Knopf)
und "DC-artiger" (Fahrtregler rückwärts - 0 - vorwärts) Steuerung
umschalten. Nach kurzem Ausprobieren der DC-Steuerung bin ich
wieder zum Märklin-Prinzip zurückgekehrt. Schon deshalb, weil ich
sicher sein kann, dass eine Drehung nach links die Lok sicher zum
Stillstand bringt und sie nicht etwa plötzlich in die
Gegenrichtung fahren lässt. Speziell bei der Intellibox, wo es
keine spürbare Mittelstellung des Reglers gibt, erleichtert das
das Steuern ohne hinzusehen erheblich.

Im übrigen ist es nirgendwo im Fahr- und Flugzeugmodellbau so,
dass die Himmelsrichtung, in die das Vehikel aufgestellt wird,
einen Einfluss auf die Fahrt-/Flugrichtung hat. Ein Modellauto
fährt immer vorwärts, wenn man den Hebel nach vorne drückt, und
rückwärts, wenn man ihn nach hinten zieht. Dreht man das Auto um
180 Grad, ist es immer noch so. Stell dir mal vor, du müsstest
immer erst den Kompass zücken, um zu wissen, was dein Modell
macht, wenn du den Hebel nach vorne drückst ;-)

Gruß

Michael Landenberger

Armin Muehl

unread,
Aug 23, 2004, 6:47:43 PM8/23/04
to
On Mon, 23 Aug 2004 23:04:52 +0200, "Michael Landenberger"
<spameim...@onlinehome.de> wrote:

>Das ist reine Gewöhnungssache. Ich persönlich sehe beim
>Märklin-System eine größere Ähnlichkeit zum Vorbild: die
>Fahrtrichtung wird auch bei den "großen" Loks nicht am
>Fahrtregler, sondern an einem separaten Hebel eingestellt.

Ja, aber im Regelfall ist dort definiert, was passiert, wenn man den
Fahrtrichtungswender betaetigt. Dort steht vorwaerts oder rueckwaerts
dran.
Bei M****** wird einfach die Fahrtrichtung umgekehrt. Stand die Lok
laengere Zeit, so weiss man oftmals nicht mehr welches die letzte
Fahrtrichtung war und die Inbetriebnahme wird zum Gluecksspiel.


>Meine Intellibox lässt sich zwischen "Märklin-artiger"
>(Fahrtregler 0 bis Max, Umschaltung durch Druck auf den Knopf)
>und "DC-artiger" (Fahrtregler rückwärts - 0 - vorwärts) Steuerung
>umschalten. Nach kurzem Ausprobieren der DC-Steuerung bin ich
>wieder zum Märklin-Prinzip zurückgekehrt. Schon deshalb, weil ich
>sicher sein kann, dass eine Drehung nach links die Lok sicher zum
>Stillstand bringt und sie nicht etwa plötzlich in die
>Gegenrichtung fahren lässt. Speziell bei der Intellibox, wo es
>keine spürbare Mittelstellung des Reglers gibt, erleichtert das
>das Steuern ohne hinzusehen erheblich.

Dort wird aber auch im Display angezeigt, wohin die Reise geht.

Dirk Flackus

unread,
Aug 23, 2004, 7:39:27 PM8/23/04
to

A.Lange <Die_werbu...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
41298BD8...@gmx.de...

> Morgen!
> Hier die zumindest von drei Lesern (1xöffentlich, 2xPM) geforderte
> Präsentation zum Thema Mythos und Marke.
> Das Teil habe ich von allem Schnickschnack befreit, reduziert und ein
> bißchen von Fachbegriffen entrümpelt. Die Folien sind alle von 2000,
> also nicht mehr taufrisch.
>
> http://www.gillcom.de/drmb/markenmythos-red.ppt
>
>
> Gruß
> Andreas
> --

A.Lange <Die_werbu...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
41298BD1...@gmx.de...
> Dirk Flackus schrieb:
> > Sehen will !
> > Bitte einstellen und melden (bitte gan neuen thread
> > aufmachen. Hier geht es eventuell unter, auch mit Subkjektanpassung)
>
> Dein Wunsch ist mir Befehl.

Ich danke untertänigst leider ohne Mysterium.

Frage zum Ablauf:
War das nun ein Befehl in Sinne von Roger Schwentker:

| Das einzige, was meiner Ansicht dann noch fehlt, sind zwei tägliche
| Befehlsausgaben mit Stramm- stehen vor dem Ober-Stabs-
| Fahrdienstleiter.


Ich hoffe nicht. (Da ich selber weder
militärisch nocht Ersatzbefehle in der Praxis
erlebt habe. Ich könnte nur mit Assembler-
befehlen dienen. Kennt das noch jemand ?? ;-) )


Bedankt sich unmilitärisch
Dirk Flackus
Rastatt

A.Lange

unread,
Aug 24, 2004, 1:26:06 AM8/24/04
to
Erik Meltzer schrieb:

>
> Markenkult, schönes Thema :-)
>
> Michael Landenberger schrieb:
> > "A.Lange" schrieb:
>
> > [Qualität]
> > > Die u.U. heute nicht mehr geliefert werden kann und will.
> >
> > Doch, sie kann. Wenn dann der Preis zum Problem wird, lässt man
> > eben ein paar weniger notwendige Sachen weg. Was wegen ständiger
> > Defekte sogar Nobelmarken den Ruf versaut, sind nämlich häufig
> > im Prinzip überflüssige Gimmicks. Das gilt z. B. besonders für
> > Autos. Wie man in dieser Beziehung alles richtig macht, zeigt
> > z. B. das Beispiel Toyota.
>
> Daß die "alles" richtig machen, halte ich aber auch für ein
> Gerücht ...

Wenn der Eindruck entsteht, daß sie alles richtig machen, haben sie es
vielleicht nicht technisch, so doch vom Marketing her.


> Da sind im Automobilbereich aber auch die gesetzlichen Vorschriften
> vor. Ich halte den grassierenden Sicherheits- und Abgaswerte-Wahn
> seit mindestens 10 Jahren für überzogen. Und, welch Zufall, alle
> Autos seit etwa 10 Jahren für so unnötig komplex, daß, sollte mein
> 17 Jahre altes mich dereinst verlassen, wohl auch dann nix viel
> neueres beschafft werden wird.

Da kommt noch die Reparaturfähigkeit hinzu. Was kann man an den Büchsen
seit 1990 noch selber machen? Will man wirklich jedesmal bei einer
Autohauspleite das passende Diagnosegerät erwerben?


> [Westmodel]
> > > Optisch machen die Fertigmodelle was her, betriebstauglich sind
> > > sie nicht und der Faulhaberantrieb ist auch bloß Show. Hier hat
> > > sich die Modellok als Sammlerstück fast in Reinform
> > > herausgebildet.
>
> Dagegen ist ja prinzipiell auch nicht allzuviel zu sagen.
> Wenn's die (meisten) Käufer nicht stört ...

Was es nicht tut.
Der typische Käufer dieser Fahrzeuge ist ein Sammler und der wird den
Teufel tun, damit Fahrbetrieb abzuwickeln. Könnte ja wertmindernd sein.
Solchen Unfug wie ich macht damit wohl kaum einer.
Letztlich werde ich irgendwann ein Grälerfahrwerk anstreben, auch wenn
meine letzte Anfrage nicht so erfolgreich war und der gute Mann von
Aufträgen bis zum jüngsten Tag sprach.

Vielelicht bracht man ja auch eine Empfehlung von einem von Euch der ihn
kennt oder muß Mitgleid im Fremo sein? Oder darf man ihn nicht Siezen?
:-)


> Bloß Mäh sitzt
> da IMHO zwischen allen Stühlen. Der Betriebsmärklinist
> erwartet, daß die Dinger genauso zuverlässig im Dauerbetrieb
> über M-Gleise rasseln wie die von 1965. Der Vitrinenmärklinist
> erwartet Metall. Der Vitrinenmodellbahnsammler erwartet Optik
> wie im Kleinserienbereich, mit Ausnahme der Räder vielleicht.
> Der Betriebsmodellbahner erwartet NEM-Konformität, ordentliche
> Fahreigenschaften (Stromabnahme, Geräusch, Auslauf) und
> zumindest vorbildnahe Optik. Und der Normalsterbliche erwartet,
> egal welcher der vier Gattungen er angehört, noch dazu leidlich
> erträgliche Preise.
>
> Allen kann man's nicht rechtmachen -- einer von den fünfen
> meckert immer. ;-)

Das hast Du aber schön gesagt.
Die Zuverlässigkeit von 1965 sollten doch wenigstens die Loks erreichen,
die aus dieser Entwicklungsperiode stammen und immer noch im Programm
sind.
"Der Vitrinenmärklinist erwartet Metall" und der Vermieter die
Entfernung der Schwerlastbefestigungen an den Wänden. Obwohl doch gerade
in der Vitrine egal ist, ob das Stück aus Papier oder Metall ist.

Vielleicht ist ja der Versuch, das Angrbot in "Hobby" und äh, halt
Nichthobby zu trennen, ein Versuch, zumindest die Betriebsbahner
eindeutige Angebote zuzuordnen.

A.Lange

unread,
Aug 24, 2004, 1:57:50 AM8/24/04
to
Michael Landenberger schrieb:

>
> "A.Lange" schrieb:
>
> > Außerdem waren Permanentmotore teurer, Wechselstromtafos
> > ohne Gleichrichter billiger. Unbestritten gab es bis etwa
> > 1947 gute Gründe, Mittelleiter zu benutzen.
>
> Der Kostenvorteil wurde aber durch den nur bei AC notwendigen
> Fahrtrichtungsschalter wieder aufgewogen.

Ich weiß nicht. Die ersten Fortschaltwalzen waren sicher ziemlich
aufwendig zu produzieren, hatten aberden Vorteil beliebige
sonderfunktionen mit unterzubringen. (Nur daß die keine wollte) Ich habe
eine E 44.5 von EIO (Pico) in WEchselstromausführung, die gab es für
Zwei- und Dreileitergleise sowie Gleichstrom.
http://www.gillcom.de/modellbahn/12-elloks/e44_5001_restauriert.jpg
Dort ist noch eine Schaltwalze drin und die Wirkt im Vergleich zum
späteren Märklinumschalter geradezu feinmechanisch-wertvoll.

Zu einer Zeit, da Löhne keine große Rolle spielten, halte ich
handgewickelte Umschalter nicht für so wahnsinnig teurer.


> Mittlerweile ist
> dieser Nachteil aber verschwunden, denn die Kosten der in
> fast jeder neuen Lok vorhandenen Digitaldecoder sind
> unabhängig vom Stromsystem.

Und wenn Märklin geschickt argumentiert, dann sagen sie: "Seht ihr
Kunden, wir hatten schon immer recht: Früher hatten wir den Umschalter
und der Decoder ist auch nichts anderes."


> > Mit dem Sprung vom Spielzeug zum Modell aber wurde der
> > mittlere Leiter optisch lästig und mit der zunehmenden
> > Genauigkeit der Fertigung auch technisch ersetzbar. Die
> > Pukos waren optisch sicher ein gewaltiger Sprung, aber seit
> > etwa 1965 ist auch diese Lösung nicht mehr zeiggemäß.
>
> Ähm, warum 1965? Was genau hätte die Pukos zu dieser Zeit
> ersetzen sollen?

wie gesagt, m.E. hat Märklin den Wechsel zum Zweischienen-Gleichstrom
verpaßt, 1965 war also keine andere Lösung ohne das Verprellen tausender
Kunden möglich.
1965 deshalb, weil um die Zeit (für die DDR kann ich das zumindest
beurteilen) aus dem Spielzeug das Modell geworden war. Morop und NEM
statt NORMAT, Pilzgleis war weitgehend vollständig, Pikos Güterwagen
fast komplett, Schicht hatte die Oberlichtwagen auf dem Markt, Herr
brachte die erste Geschenkpackung mit den Schmalspursachen raus, die
Sünden der frühen Jahre waren vom Markt verschwunden, wie
Phantasiemodelle, Dreischienengleis, 3,5 mm hohe Profile.

Für meine Begriffe war um 1965 eine neue Qualität erreicht und richtige,
vorbildgetreue Modellbahn war möglich.
Es muß im Westen ähnlich gewesen sein, vielleicht sogar noch toller und
superer! ;-) Oder ein anderer Betrachtungstandpunkt ist nötig:
Die zentralistisch-diktatorische DDR hat auch die Modellbahnbranche
unterdrückt und gezwungen, deshalb wurden ab 1960 einfach alle Produkte
verboten, die nicht zum Bild von der Modellbahn passten, daß das ZK der
SED 1960 hatte. Deshalb konnte der Kunde sich nicht selber entscheiden
sondern mußte (für damalige Verhältnisse) vorbildliches kaufen.
Im Westen dagengen herrschte die Freiheit, sich für Modellbahn im
Maßstab 1:87 oder auch 1:85 entscheiden, Für Mittelleitergleise oder
vorbildgetreues Gleismaterial.

> Ich persönlich bin froh, dass ich es das erste Mal erst im 21.
> Jahrhundert mit einem 2-Leiter-System zu tun hatte. Vor der
> Erfindung der Digitalsteuerung wäre mir ein solches nämlich
> tatsächlich lästig geworden. Die Eisenbahn meiner Kindheit
> hatte mehrere Stromkreise. Allein die Tatsache, dass zur
> Isolierung derselben damals lediglich ein Papierschnipsel
> erforderlich war, fand ich schon beeindruckend ;-) Ebenso den
> Umstand, dass man eine Kehrschleife genauso zusammengesteckt
> hat wie jede andere Gleisfigur auch (ja, ich hatte mehrere
> Kehrschleifen auf meiner Anlage) und dass sich der
> Oberleitungsbetrieb wirklich problemlos gestaltete.

Du willst mir doch nicht ernsthaft erzählen, daß der normale Wessi zu
blöde ist, zwei parallele Trennstellen in eine Wendeschleife einzubauen
und zwei engegengesetzte Dioden einzusetzen? ;-)


> > Den übelsten Nachteil sehe ich in der Art der
> > Fahrtrichtungsumkehr.
>
> Das ist reine Gewöhnungssache.

_Ich_ konnte mich in 10 Jahren nicht daran gewöhnen. Vielleicht weil 25
Jahre ordentliche Fahrrichtungsumkehr und -wahl prägend waren.


> Ich persönlich sehe beim
> Märklin-System eine größere Ähnlichkeit zum Vorbild: die
> Fahrtrichtung wird auch bei den "großen" Loks nicht am
> Fahrtregler, sondern an einem separaten Hebel eingestellt. Eine
> Drehung nach rechts am Fahrtregler macht die Lok also nur
> schneller, nach links wird sie langsamer. Nach kurzer Zeit hat
> man dieses Prinzip so verinnerlicht, dass man auch in Notfällen
> schnell reagieren kann.

Dann war ich wohl zu blöd. Oder zu ossihaft. ;-)


> Meine Intellibox lässt sich zwischen "Märklin-artiger"
> (Fahrtregler 0 bis Max, Umschaltung durch Druck auf den Knopf)
> und "DC-artiger" (Fahrtregler rückwärts - 0 - vorwärts) Steuerung
> umschalten. Nach kurzem Ausprobieren der DC-Steuerung bin ich
> wieder zum Märklin-Prinzip zurückgekehrt. Schon deshalb, weil ich
> sicher sein kann, dass eine Drehung nach links die Lok sicher zum
> Stillstand bringt und sie nicht etwa plötzlich in die
> Gegenrichtung fahren lässt. Speziell bei der Intellibox, wo es
> keine spürbare Mittelstellung des Reglers gibt, erleichtert das
> das Steuern ohne hinzusehen erheblich.

Stimmt. Eine ordentliche Mittelstellung soll schon sein. Manche der
Lokmäuse haben diese nicht. Hierzu muß ich noch anmerken, daß ich
anfangs die Idee, den Regler rumzuschleppen, nicht so toll fand. War
auch mehr so der bulbrig-stationäre Typ. Inzwischen, mit 5m Kabel an der
LM, find ich das Mitnehmen derselben um Züge vor Ort zu steuer/
anzusehen sehr angenehm.


> Im übrigen ist es nirgendwo im Fahr- und Flugzeugmodellbau so,
> dass die Himmelsrichtung, in die das Vehikel aufgestellt wird,
> einen Einfluss auf die Fahrt-/Flugrichtung hat. Ein Modellauto
> fährt immer vorwärts, wenn man den Hebel nach vorne drückt, und
> rückwärts, wenn man ihn nach hinten zieht. Dreht man das Auto um
> 180 Grad, ist es immer noch so. Stell dir mal vor, du müsstest
> immer erst den Kompass zücken, um zu wissen, was dein Modell
> macht, wenn du den Hebel nach vorne drückst ;-)

Ach dann gehörtst Du also auch zu den Typen, die bei einem Computerspiel
die Cursortasten personenbezogen belegen und nicht ortsgebunden?

A.Lange

unread,
Aug 24, 2004, 2:07:11 AM8/24/04
to
Armin Muehl schrieb:

>
> "Michael Landenberger" wrote:
>
> >Das ist reine Gewöhnungssache. Ich persönlich sehe beim
> >Märklin-System eine größere Ähnlichkeit zum Vorbild: die
> >Fahrtrichtung wird auch bei den "großen" Loks nicht am
> >Fahrtregler, sondern an einem separaten Hebel eingestellt.

Und möglicherweise wechselt man sogar den Führerstand oder den
Standpunkt (V60/ V 100).


> Ja, aber im Regelfall ist dort definiert, was passiert, wenn man den
> Fahrtrichtungswender betaetigt. Dort steht vorwaerts oder rueckwaerts
> dran.
> Bei M****** wird einfach die Fahrtrichtung umgekehrt. Stand die Lok
> laengere Zeit, so weiss man oftmals nicht mehr welches die letzte
> Fahrtrichtung war und die Inbetriebnahme wird zum Gluecksspiel.

Also nichts für vergessliche Leute.
Schattenbahnhöfe bringen erneuten Spaß, wenn die Decoder in
Vorzugsrichtung zurückfallen und dank der supercoolen Wendeschleifen man
nicht mehr weiß, wie rum die Kiste nun gerade steht und Diesel- oder
Elloks auch vom aussehen keinen Anhaltspunkt liefern. (Sofern man in den
Sbf blicken kann).


> >Meine Intellibox lässt sich zwischen "Märklin-artiger"
> >(Fahrtregler 0 bis Max, Umschaltung durch Druck auf den Knopf)
> >und "DC-artiger" (Fahrtregler rückwärts - 0 - vorwärts) Steuerung
> >umschalten.
>

> Dort wird aber auch im Display angezeigt, wohin die Reise geht.

So richtig links-rechts oder wieder lokbezogen?

Ganz ernsthaft ist das DC-artige Steuern natürlich auch nicht. Dampfer
fahren bei mir nach rechts immer vorwärts. Und da uach ich eine
Wendeschleife habe, fahren meine Dampfer auch verkehrt herum.
Aber
1. habe ich nur viereinhalb Dampfloks
2. entferne ich die Wendeschleife beim (geplanten) Umbau und dann
herrscht wieder Orrrdnung auf meiner Anlage.

Anmerkung: Eine fehlende Wendeschleife/ Drehscheibe hat in Verbindung
mit einer Immer-an-der-Wand-entlang-Anlage den Vorteil, daß man die Loks
immern ur von einer Seite sieht, sich somit die Schokoladenseite
aussuchen kann und die Rückseiten der fahrzeuge weder zurüsten noch
beschriften muß.

Falk Schade

unread,
Aug 24, 2004, 3:53:34 AM8/24/04
to

"Peter Popp" <peter.po...@t-online.de> schrieb

>
> Es wäre vielleicht auch anders, wenn mehr Firmen erkennen würden, dass
> echte Qualität tatsächlich ein Erfolgsfaktor sein kann,

In der heutigen "Geiz is Geil" Zeit, bei vielen sicher aus wirtschaftlichen
Zwängen heraus, kann zu viel Qualität aber ein Problem werden. Der schon
genannte Markenname "Grundig" ist dafür als Beispiel m. E. gar nicht so
verkehrt.

Falk Schade
--
PKW, LKW und Autobusmodelle in 1:87 von Wiking, Brekina u.a. versteigere ich
bei Ebay unter:
http://cgi6.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewSellersOtherItems&userid=fads2000&include=0&since=-1&sort=3&rows=50


Peter Popp

unread,
Aug 24, 2004, 4:35:03 AM8/24/04
to
"Falk Schade" schrieb am Tue, 24 Aug 2004 09:53:34 +0200, :

>
>"Peter Popp" schrieb


>
>> Es wäre vielleicht auch anders, wenn mehr Firmen erkennen würden, dass
>> echte Qualität tatsächlich ein Erfolgsfaktor sein kann,
>
>In der heutigen "Geiz is Geil" Zeit, bei vielen sicher aus wirtschaftlichen
>Zwängen heraus, kann zu viel Qualität aber ein Problem werden. Der schon
>genannte Markenname "Grundig" ist dafür als Beispiel m. E. gar nicht so
>verkehrt.

Wobei man sagen muss, dass es im Bereich der Unterhaltungselektronik
schon lange mit deutschen und auch europäischen Firmen bergab geht,
man denke nur an Schaub-Lorenz, Telefunken usw, die im Zuge der
Nachkriegszeit, Wirtschaftswunder und dann nochmal mit
Einführung des Farbfernsehens ihre Boomzeiten erlebten, dann aber
gegen die zunehmende Konkurrenz aus Japan und anderen asiatischen
Ländern nichts entgegenstellen konnten - viele vielleicht auch nicht
wollten, da man sich auf einem ähnlich hohen Ross wie Märklin wähnte
und meinte, der Markenname verbunden mit einem Made in Germany spräche
für sich, anstatt frühzeitig Technologievorsprünge kundenwirksam
darzustellen (wohl auch ein Fluch der "Alleinherrscher" im Stile eines
Max Grundig, was bei mir Assoziationen z.B. zu Herrn Lenz weckt ;-)).

Andererseits hat man manches verschlafen, so wie man bei Loewe jetzt
einsieht, dass den Flachbildschirmen die Zukunft gehört und man zu
lange auf die Röhre gesetzt hat (oder bei Grundig zu lange auf eigene
Video-Systeme, wobei diese eigentlich schon vor 25 Jahren bessere
Qualität zeigten als VHS heute).

Allerdings denke ich, dass Firmenniedergänge nie nur einen einzigen
Grund als Auslöser hatten und die wahren Gründe auch selten an die
Öffentlichkeit kommen,

meint
--
Peter Popp
www.peter-popp.de/bahn

Björn Schreiber

unread,
Aug 24, 2004, 4:27:56 AM8/24/04
to

Ich habe kürlich "Konstruktionslehre 1+2" geschrieben. Da kommen auch der
alte und der neue Qualitätsbegriff vor:

Nach DIN (alt):
"Qualität ist die Beschaffenheit eines Produktes bezüglich seiner
Fähigkeit, die in es gestellten Anforderungen zu erfüllen."

Neu:
"Qualität bedeutet, der Kunde kommt zurück, nicht das Produkt."

Ich lass' das mal so stehen.

Gruß,
Björn

Peter Popp

unread,
Aug 24, 2004, 5:06:58 AM8/24/04
to
Björn Schreiber <usene...@bjoernschreiber.de> schrieb am Tue, 24
Aug 2004 10:27:56 +0200, :

>Am Mon, 23 Aug 2004 14:44:45 +0200 schrieb Knut Ochdorf:
>
>> A.Lange schrieb:
>>
>>> Unter solchen Bedingungen ist qualität doch unnötig und schmälert nur
>>> die Gewinnausschüttung.
>>
>> Ich würde hinzufügen: Kontraproduktiv. Was kaputt geht, wird neu gekauft
>> und kurbelt den Umsatz erneut an. Qualität bedeutet dagegen Guter Ruf,
>> aber kein Umsatz.
>
>Ich habe kürlich "Konstruktionslehre 1+2" geschrieben. Da kommen auch der
>alte und der neue Qualitätsbegriff vor:
>
>Nach DIN (alt):
>"Qualität ist die Beschaffenheit eines Produktes bezüglich seiner
>Fähigkeit, die in es gestellten Anforderungen zu erfüllen."


Hallo Björn,

es hat sich ja an der Definition nichts geändert - vielmehr sind die
Anforderungen anders. Wenn ich einen Artikel einfach möglcihst billig
haben möchte, erfüllen Obi, Aldi & Co ja meine Anforderungen, also ist
die Qualität vorhanden ;-)

>Neu:
>"Qualität bedeutet, der Kunde kommt zurück, nicht das Produkt."
>Ich lass' das mal so stehen.

Was all diesen Definitionen imho fehlt, ist der Händler als Bindeglied
zwischen Hersteller und Kunde.
Der Fachhandel hat seine Funktion als Qualitätssicherung verloren (die
ja nicht zuletzt daraus bestand, durch Beratung des Kunden und
Empfehlung des zu den Kundenanforderungen passenden Produktes die alte
DIN-Definition mit zu erfüllen) und wird zunehmend durch den
"Kistenschieber" oder Discounter ersetzt, der durch geringstmögliche
Marge den neuen Qualitätsbegriff ermöglicht,

Erik Meltzer

unread,
Aug 24, 2004, 4:09:15 AM8/24/04
to
Moin!

"A.Lange" schrieb:
> Erik Meltzer schrieb:


> > Autos seit etwa 10 Jahren für so unnötig komplex, daß, sollte mein
> > 17 Jahre altes mich dereinst verlassen, wohl auch dann nix viel
> > neueres beschafft werden wird.
>
> Da kommt noch die Reparaturfähigkeit hinzu. Was kann man an den Büchsen
> seit 1990 noch selber machen? Will man wirklich jedesmal bei einer
> Autohauspleite das passende Diagnosegerät erwerben?

Mein Schrauber sagt, die Passats bis '94 (war's doch? Die mit
Quermotor halt) seien in ihrer Legoeskizität ;-) noch nicht soo
weit vom Golf 2 weg. So einer wirds dann wohl werden (huhu
Armin! ;-) -- ältere Modelle gab's ja leider nicht als TDI, und
der Golf 3 (huhu ThW! ;-) ist mir und meinem Schrauber eindeutig
zu modern. Audi 80 wär noch ne Alternative, aber da ist mir das
Verhältnis Innen-/Außengröße zu schlecht, und Audi 100 ist zu
riesig. (Nur VAG-Produkte -- ist das Markenkult? Nein: das ist
Begeisterung für TDI-Motoren gepaart mit der Gewißheit, daß mein
Schrauber etwa einen Citroen BX oder Volvo 340 sicher auch gern,
aber eben auch öfter und weniger kompetent betreuen würde. ;-)



> Letztlich werde ich irgendwann ein Grälerfahrwerk anstreben, auch wenn
> meine letzte Anfrage nicht so erfolgreich war und der gute Mann von
> Aufträgen bis zum jüngsten Tag sprach.
>
> Vielelicht bracht man ja auch eine Empfehlung von einem von Euch der ihn
> kennt oder muß Mitgleid im Fremo sein? Oder darf man ihn nicht Siezen?

Ich denke, der hat einfach Aufträge bis zum jüngsten Tag. ;-)
Es gibt auch Fremohikaner, die seit Jahr und Tag mit ihren
Sorgenkindern auf Holgers Warteliste stehen. Ich kann ihn aber
auch verstehen: statt ein Fahrwerk neu zu konstruieren, kann er
in der Zeit wahrscheinlich 10 bereits konstruierte bauen und
20 Satz Räder drehen. Das lohnt mehr -- nicht nur finanziell,
sondern auch in "zufriedene Kunden je Zeitaufwand". Und ich
glaube wirklich, daß ihm letzteres mindestens genauso wichtig
ist wie die Kohle.

> > Bloß Mäh sitzt da IMHO zwischen allen Stühlen.

[...]


> > Allen kann man's nicht rechtmachen -- einer von den fünfen
> > meckert immer. ;-)
>
> Das hast Du aber schön gesagt.

Wetten, daß das einige anders sehen werden?

> "Der Vitrinenmärklinist erwartet Metall" und der Vermieter die
> Entfernung der Schwerlastbefestigungen an den Wänden. Obwohl doch gerade
> in der Vitrine egal ist, ob das Stück aus Papier oder Metall ist.

Pah. Schwerlast. Weinert, *das* ist Schwerlast. ;-)

> Nichthobby

Nette Bezeichnung. Aber der verbissene Ernst, mit dem manch
Sammler sein Ziel verfolgt, rechtfertigt diese ja auch fast. ;-)

Liebe Grüße,
Erik.
--
Die fünfte Million
Jeder nennt sie "Dreitausend"
Kein Ende in Sicht
-- Haikus für den Marktführer, Teil 9

Knut Ochdorf

unread,
Aug 24, 2004, 5:38:30 AM8/24/04
to
Erik Meltzer schrieb:

>>Letztlich werde ich irgendwann ein Grälerfahrwerk anstreben, auch wenn
>>meine letzte Anfrage nicht so erfolgreich war und der gute Mann von
>>Aufträgen bis zum jüngsten Tag sprach.
>>
>>Vielelicht bracht man ja auch eine Empfehlung von einem von Euch der ihn
>>kennt oder muß Mitgleid im Fremo sein? Oder darf man ihn nicht Siezen?
>
>
> Ich denke, der hat einfach Aufträge bis zum jüngsten Tag. ;-)
> Es gibt auch Fremohikaner, die seit Jahr und Tag mit ihren
> Sorgenkindern auf Holgers Warteliste stehen. Ich kann ihn aber
> auch verstehen: statt ein Fahrwerk neu zu konstruieren, kann er
> in der Zeit wahrscheinlich 10 bereits konstruierte bauen und
> 20 Satz Räder drehen. Das lohnt mehr -- nicht nur finanziell,
> sondern auch in "zufriedene Kunden je Zeitaufwand". Und ich
> glaube wirklich, daß ihm letzteres mindestens genauso wichtig
> ist wie die Kohle.

Genau. Ich hatte ihn doch mal angeschrieben, weil auf seiner Homepages
ja immer noch die Preise in DM stehen. Seine Antwort war, die hätte sich
nicht geändert. Also muß sein finanzielles Interesse daran nicht gerade
groß sein. Wenn man Aufträge bis zum jüngsten Tag hat, kann man ohne
weiteres die Preise anheben und hätte immer noch genug zu tun.

>
>>>Bloß Mäh sitzt da IMHO zwischen allen Stühlen.
>
> [...]
>
>>>Allen kann man's nicht rechtmachen -- einer von den fünfen
>>>meckert immer. ;-)
>>
>>Das hast Du aber schön gesagt.
>
>
> Wetten, daß das einige anders sehen werden?

Ja ich! Ich behaupte, es sind sogar vier von fünf, die meckern werden.

Knut

Björn Schreiber

unread,
Aug 24, 2004, 6:21:14 AM8/24/04
to
Am Tue, 24 Aug 2004 11:06:58 +0200 schrieb Peter Popp:

>>Neu:
>>"Qualität bedeutet, der Kunde kommt zurück, nicht das Produkt."
>>Ich lass' das mal so stehen.
>
> Was all diesen Definitionen imho fehlt, ist der Händler als Bindeglied
> zwischen Hersteller und Kunde.
> Der Fachhandel hat seine Funktion als Qualitätssicherung verloren (die
> ja nicht zuletzt daraus bestand, durch Beratung des Kunden und
> Empfehlung des zu den Kundenanforderungen passenden Produktes die alte
> DIN-Definition mit zu erfüllen) und wird zunehmend durch den
> "Kistenschieber" oder Discounter ersetzt, der durch geringstmögliche
> Marge den neuen Qualitätsbegriff ermöglicht,

Ich sehe das vor allem so:

Früher [TM] hat man vor allem darauf geachtet, dass das Produkt alle
Anforderungen gut erfüllt, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten.

Heute wird die Qualität gerade so hoch geschraubt, dass genügend Kunden
zufrieden sind.

Beispiel: Manche Steckverbindungen für Autos werden auf vielleicht ein
Dutzend Steckvorgänge ausgelegt. Nach höchstends ein paar weiteren bricht
das schwächste Teil. *Normalerweise* sollte das kein Problem sein, wenn der
Wagen gut läuft, wird der Stecker nur einmal eingesteckt.

Aber wenn nun ein Selberschrauber hobbymässig regelmäßig Teile aus- und
einbaut, hat er den Ärger. Aber: dieser Kunde kommt inzwischen selten genug
vor...

Der neue Qualitätsbegriff trifft die eigentlichen Prioritäten der
Hersteller besser, man vergisst gerne, dass es bei jedem Produkt
hauptsächlich darum geht, Gewinn zu erwirtschften. Vielleicht sind "wir
Kunden" einfach nur verwöhnt, dass manche Sachen ewig halten...

Gruß,
Björn

tobias b köhler

unread,
Aug 24, 2004, 6:29:42 AM8/24/04
to
A.Lange schrieb:

> Letztlich werde ich irgendwann ein Grälerfahrwerk anstreben, auch wenn
> meine letzte Anfrage nicht so erfolgreich war und der gute Mann von
> Aufträgen bis zum jüngsten Tag sprach.

Wenn er so viele aufträge hat, wäre es vielleicht am besten für ihn,
seine werkstatt zu vergrößern und ein paar fähige leute einzustellen?
Auf die weise wachsen unternehmen ....

Natürlich darf diese expansion nicht auf kosten der qualität gehen.
Deshalb "fähige" leute, vermutlich sind die nicht so oft zu finden ....

Peter Popp

unread,
Aug 24, 2004, 6:58:15 AM8/24/04
to
Björn Schreiber <usene...@bjoernschreiber.de> schrieb am Tue, 24
Aug 2004 12:21:14 +0200, :

>Am Tue, 24 Aug 2004 11:06:58 +0200 schrieb Peter Popp:

...
>> Der Fachhandel .... wird zunehmend durch den


>> "Kistenschieber" oder Discounter ersetzt, der durch geringstmögliche
>> Marge den neuen Qualitätsbegriff ermöglicht,
>
>Ich sehe das vor allem so:
>
>Früher [TM] hat man vor allem darauf geachtet, dass das Produkt alle
>Anforderungen gut erfüllt, im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten.

...
>Der neue Qualitätsbegriff trifft die eigentlichen Prioritäten der
>Hersteller besser, man vergisst gerne, dass es bei jedem Produkt
>hauptsächlich darum geht, Gewinn zu erwirtschften. Vielleicht sind "wir
>Kunden" einfach nur verwöhnt, dass manche Sachen ewig halten...

Früher konnte man auch auf kontinuierlichen und wachsenden Bedarf
setzen, heute ist bei vielen Dingen eine Sättigung eingetreten.

Durch Steigerung der Qualität halten Autos heute meist deutlich länger
als früher, man muss sich nur überlegen, wie der erste Golf (durch
anderes Fabrikat/Modell ersetzbar) nach 5 Jahren ausgesehen hat (Rost
etc), unser Passat hat jetzt 10 Jahre auf dem Buckel und ist noch
bestens in Ordung.
Dass damit der Bedarf an Neuwagen sinkt, auch wegen mehr oder weniger
konstant bleibender Bevölkerung, ist die logische Folge - in Ländern,
wo die Einwohnerzahlen steigen, können sich viele Leute kein Auto
leisten.

Man muss sich auch mal klar machen, dass nicht ständig alles beliebig
neu produziert werden kann / muss.

Vielleicht hängen die Probleme bei Modelleisenbahnen auch einfach mit
dem Pillenknick zusammen (würde auch erklären, warum Italien ein
uninteressantes Land für Modellbahnhersteller ist, da ja dort ein noch
drastischerer Rückgang bei den Geburtenzahlen festzustellen ist als
bei uns),

Martin Schoenbeck

unread,
Aug 24, 2004, 7:48:53 AM8/24/04
to
Hallo Peter,

Am Tue, 24 Aug 2004 12:58:15 +0200 schrieb Peter Popp:

> Dass damit der Bedarf an Neuwagen sinkt, auch wegen mehr oder weniger
> konstant bleibender Bevölkerung, ist die logische Folge

Das heißt aber ja nicht, daß ich mein Geld nicht anderweitig ausgeben kann.
Mir ist bisher immer noch mehr eingefallen, was ich gerne hätte kaufen
wollen, als was ich hätte bezahlen können. Von daher führt die längere
Haltbarkeit von Produkten sicherlich nicht dazu, daß insgesamt weniger
verkonsumiert wird, sondern dazu, daß der Käufer mehr von seinem Geld hat.
Problematisch wird's nur, wenn die potentiellen Käufer auf dem Geld lieber
sitzenbleiben, weil sie keine Ahnung haben, ob sie sonst im nächsten Monat
noch den Sprit für das immer noch funktionierende Auto bezahlen können. Und
wenn das Geld dann eben nicht Modellbahnen investiert wird, (puh, Dreh
gekriegt), dann fehlt es dem Modellbahnhersteller zum Bezahlen seiner
Leute, die dann vielleicht davon ein Auto kauften, besoffen damit führen,
zum Idiotentest müßten, für den der Gutachter dann auf unterer Ebene
Software von mir benutzte. Und schon kann ich mir wieder kein
Modellbahnzeug kaufen.

Fazit: Die Leute müssen Vertrauen in die Zukunft haben, dann ist die
Langlebigkeit kein Problem und Märklin muß niemand entlassen.

Gruß Martin

Armin Muehl

unread,
Aug 24, 2004, 11:46:05 AM8/24/04
to
On Tue, 24 Aug 2004 10:09:15 +0200, Erik Meltzer
<ermel-seine...@ermel.org> wrote:

>Mein Schrauber sagt, die Passats bis '94 (war's doch? Die mit
>Quermotor halt) seien in ihrer Legoeskizität ;-) noch nicht soo
>weit vom Golf 2 weg. So einer wirds dann wohl werden (huhu
>Armin! ;-) --

Meiner hat den Quermotor, Baujahr 94.


>ältere Modelle gab's ja leider nicht als TDI, und

TDI als Variant ist schwierig zu bekommen. So musste es dann doch der
Benziner werden.


> (Nur VAG-Produkte -- ist das Markenkult? Nein: das ist
>Begeisterung für TDI-Motoren gepaart mit der Gewißheit, daß mein
>Schrauber etwa einen Citroen BX oder Volvo 340 sicher auch gern,
>aber eben auch öfter und weniger kompetent betreuen würde. ;-)

Citroen, da faellt mir doch unser Leichenwagenfahrer ein :-)
Fuer die Nichtfremoikaner, wir haben einen Kollegen, der einen
ausgemusterten Leichenwagen zum Modultransport nutzt. Das ist ein
Citroen. Damit schweben die Module zum Treffen :-)


>> Letztlich werde ich irgendwann ein Grälerfahrwerk anstreben, auch wenn
>> meine letzte Anfrage nicht so erfolgreich war und der gute Mann von
>> Aufträgen bis zum jüngsten Tag sprach.
>>
>> Vielelicht bracht man ja auch eine Empfehlung von einem von Euch der ihn
>> kennt oder muß Mitgleid im Fremo sein? Oder darf man ihn nicht Siezen?

Holger muss man mal persoenlich kennengelernt haben...


>Ich denke, der hat einfach Aufträge bis zum jüngsten Tag. ;-)

Ja, so ist das halt, wenn die Industrie Muellfahrwerke liefert.


>Es gibt auch Fremohikaner, die seit Jahr und Tag mit ihren
>Sorgenkindern auf Holgers Warteliste stehen. Ich kann ihn aber
>auch verstehen: statt ein Fahrwerk neu zu konstruieren, kann er
>in der Zeit wahrscheinlich 10 bereits konstruierte bauen und
>20 Satz Räder drehen. Das lohnt mehr -- nicht nur finanziell,
>sondern auch in "zufriedene Kunden je Zeitaufwand". Und ich
>glaube wirklich, daß ihm letzteres mindestens genauso wichtig
>ist wie die Kohle.

So ist es. Wenn er ein Fahrwerk konstruiert, dann dauert das seine
Zeit, denn gebaut wird es nur, wenn er zufrieden mit der Konstruktion
ist. Halbe Sachen, wie bei SB gibt`s bei ihm nunmal nicht.

Armin Muehl

unread,
Aug 24, 2004, 11:46:10 AM8/24/04
to
On Tue, 24 Aug 2004 10:29:42 GMT, =?ISO-8859-1?Q?tobias_b_k=F6hler?=
<t...@uncia.de> wrote:

>Wenn er so viele aufträge hat, wäre es vielleicht am besten für ihn,
>seine werkstatt zu vergrößern und ein paar fähige leute einzustellen?
>Auf die weise wachsen unternehmen ....
>
>Natürlich darf diese expansion nicht auf kosten der qualität gehen.
>Deshalb "fähige" leute, vermutlich sind die nicht so oft zu finden ....

Diese Leute musst Du erstmal finden und sie muessen auch bereit sein
ihren Arbeitgeber zu wechseln.
Sicher mag man Feinmechaniker finden, aber wenn die keine Modellbahner
sind, fehlt denen das Gefuehl fuer das was sie bauen.

Uebrigens ist diese Auslastung auch bei anderen Umbauern, wie Fonfara
oder Weimann zu finden. Bei denen sollen die Wartezeiten teilweise
noch deutlich laenger sein.

Luigi Rotta

unread,
Aug 24, 2004, 12:32:06 PM8/24/04
to
Am Tue, 24 Aug 2004 10:35:03 +0200 schrieb Peter Popp
<peter.po...@t-online.de>:

>Andererseits hat man manches verschlafen, so wie man bei Loewe jetzt
>einsieht, dass den Flachbildschirmen die Zukunft gehört und man zu
>lange auf die Röhre gesetzt hat (oder bei Grundig zu lange auf eigene
>Video-Systeme, wobei diese eigentlich schon vor 25 Jahren bessere
>Qualität zeigten als VHS heute).

Gerade der Krieg der Videos zeigt, dass es weniger auf die "Qualität"
ankommt als das drumherum: Der alte Herr Grundig sperrte sich zu lange,
"sein" Video 2000 für Pornos zu lizenzieren. Bis er endlich umdachte
hatten schon alle einen VHS zum Porno gucken.

Gruss

Luigi


Peter Köhlmann

unread,
Aug 24, 2004, 12:44:50 PM8/24/04
to
Luigi Rotta wrote:

Es ging wohl eher darum, dass die Dinger ab und zu auch mal zu Hause standen
anstatt in der Werkstatt
Es hat die Käufer herzlich wenig interessiert, dass Video2000 technisch
"besser" war. Aber das die Geräte nichts taugten hat sich sehr wohl
herumgesprochen. Als sie dann endlich mal einigermassen hielten war der Zug
abgefahren
--
The UNIX Guru`s view of Sex:
unzip; strip; touch; finger; mount; fsck; more; yes; umount; sleep

Martin Schilling

unread,
Aug 24, 2004, 2:17:49 AM8/24/04
to
Moin Erik,

Erik Meltzer wrote:
> Dabei ist mein Kaufverhalten -- zumindest bei
> Güterwagen -- sehr vorhersagbar. Wenn's Epoche 3 ist, kauf ich
> es -- je häufiger das Vorbild, je exakter das Modell, je geringer
> der Preis, desto öfter. (Wobei selten genug, schlecht genug oder
> teuer genug auch bedeuten kann: gar nicht. Beispiele: Heris
> Owp 01, Roco G 10 (mal wieder), GFN Pwg pr 14.)

was fehlt letzterem? Oder ist es "nur" der Preis, der auch mich vom Kauf
abhält?

Gruß,
Martin.
--
Martins kleine Eisenbahn http://mke.gmxhome.de

Die e-mail Adresse wird selten (alle paar Wochen) gelesen!

tobias b köhler

unread,
Aug 24, 2004, 2:14:15 PM8/24/04
to
Erik Meltzer schrieb:

> Mich auch nicht. Dabei ist mein Kaufverhalten -- zumindest bei
> Güterwagen -- sehr vorhersagbar. Wenn's Epoche 3 ist, kauf ich
> es -- je häufiger das Vorbild, je exakter das Modell, je geringer
> der Preis, desto öfter. (Wobei selten genug, schlecht genug oder
> teuer genug auch bedeuten kann: gar nicht. Beispiele: Heris
> Owp 01, Roco G 10 (mal wieder), GFN Pwg pr 14.)

Ist der Heris Owp 01 jemals erschienen?

tobi

A.Lange

unread,
Aug 24, 2004, 2:53:33 PM8/24/04
to
Peter Popp schrieb:

>
> Nachkriegszeit, Wirtschaftswunder und dann nochmal mit
> Einführung des Farbfernsehens ihre Boomzeiten erlebten, dann aber
> gegen die zunehmende Konkurrenz aus Japan und anderen asiatischen
> Ländern nichts entgegenstellen konnten - viele vielleicht auch nicht
> wollten, da man sich auf einem ähnlich hohen Ross wie Märklin wähnte
> und meinte, der Markenname verbunden mit einem Made in Germany spräche
> für sich, anstatt frühzeitig Technologievorsprünge kundenwirksam
> darzustellen

Vielleichtwerden wir jetzt Zeuge einer solchen Entwicklung, auch wenn
ich das nicht begrüße. Viele Traditionsmarken sind schon untergegangen
und irgendwann wird es Märklin auch passieren.
Dafür sorgt schon die erste kosmische Konstante (Nein, ich kenne auch
nur die drei ersten)


> Allerdings denke ich, dass Firmenniedergänge nie nur einen einzigen
> Grund als Auslöser hatten und die wahren Gründe auch selten an die
> Öffentlichkeit kommen,

Umso trefflicher läßt es sich spekulieren.

A.Lange

unread,
Aug 24, 2004, 2:54:36 PM8/24/04
to
Björn Schreiber schrieb:

Dabei sit da noch nicht mal festgelegt warum der Kunde zurückkommt. Zum
Nachkaufen oder zum Branschatzen.

Michael Landenberger

unread,
Aug 24, 2004, 2:56:36 PM8/24/04
to
"A.Lange" schrieb:

> Viele Traditionsmarken sind schon untergegangen und irgendwann
> wird es Märklin auch passieren.

Im H0-Bereich wäre das, so zynisch es klingt, kein großer Verlust,
denn es gibt eine Menge Mitbewerber, die die Lücke füllen könnten.
Allerdings wäre es wohl der Untergang der Baugröße 1, jedenfalls
in ihrer erschwinglichen Form.

Ich denke aber, dass die Spur 1 ohnehin nicht profitabel genug ist
und daher zur Disposition stünde, noch bevor Märklin als Ganzes
betroffen ist. Ich muss gestehen, dass mich diese Entwicklung
etwas beunruhigt.

Gruß

Michael Landenberger

Christoph Müller

unread,
Aug 24, 2004, 3:30:43 PM8/24/04
to
On Tue, 24 Aug 2004 08:07:11 +0200, "A.Lange"
<Die_werbu...@gmx.de> wrote:


>Anmerkung: Eine fehlende Wendeschleife/ Drehscheibe hat in Verbindung
>mit einer Immer-an-der-Wand-entlang-Anlage den Vorteil, daß man die Loks
>immern ur von einer Seite sieht, sich somit die Schokoladenseite
>aussuchen kann und die Rückseiten der fahrzeuge weder zurüsten noch
>beschriften muß.

Hm, dann könnte man ja auch fast die Anzahl der Wagen verdoppeln,
indem man die Aufbauten längs durchsägt und jeden zweiten Aufbau auf
eine neues Fahrgestell stellt... Enorme Einsparpotentiale sehe ich da!
Martin macht das mit seinen Häusern ja auch so... (SCNR)

Christoph

mit freundlichen Grüßen,

Christoph Müller

--

Erik Meltzer

unread,
Aug 24, 2004, 3:30:49 PM8/24/04
to
Moin!

Martin Schilling schrieb:


> Erik Meltzer wrote:
> > (Wobei selten genug, schlecht genug oder
> > teuer genug auch bedeuten kann: gar nicht. Beispiele: Heris
> > Owp 01, Roco G 10 (mal wieder), GFN Pwg pr 14.)
>
> was fehlt letzterem? Oder ist es "nur" der Preis, der auch mich vom Kauf
> abhält?

Genau der isses -- das waren Beispiele für zu selten, zu schlecht und
zu teuer in genau dieser Reihenfolge.

Liebe Grüße,
Erik.
--
"Militärfahrzeuge sind ein gängiges und recht interessantes Transportgut.
Irgendwo sollte diese Toleranz gegeben sein. Schließlich fallen ja auch
nicht alle Vegetarier über die Viehwaggonbesitzer in dieser NG her."
-- Klaus Hofmann in d.r.m.b., sinnwahrend gekürzt

Erik Meltzer

unread,
Aug 24, 2004, 3:19:11 PM8/24/04
to
Moin!

tobias b köhler schrieb:


> Ist der Heris Owp 01 jemals erschienen?

Mir doch egal.

Liebe Grüße,
Er "ehrlich" ik.
--
Falls leicht einen indiskutable, schwungmassenlose,
ciemlich historische Motoren aergern, nicht nehmen.
-- "Alles ist ein Akronym, man muß nur wollen", Folge 3

A.Lange

unread,
Aug 24, 2004, 3:47:02 PM8/24/04
to
Michael Landenberger schrieb:

>
> "A.Lange" schrieb:
>
> > Viele Traditionsmarken sind schon untergegangen und irgendwann
> > wird es Märklin auch passieren.
>
> Im H0-Bereich wäre das, so zynisch es klingt, kein großer Verlust,
> denn es gibt eine Menge Mitbewerber, die die Lücke füllen könnten.

Das gab mir zu denken, während ich die Kleinste beim Einschlafen
bewachte. Mir fällt auch nur ein Fahrzeug ein, daß ich bei Märklins
Verscheinden vermissen würde: Den Sm Augsburg aus dem Junkers-Set. Sonst
gibt es im Programm nichts, was ich wirklic brauchen oder missen würde.
Zur E 91.9 habe ich ja schon genug Worte verloren...


> Allerdings wäre es wohl der Untergang der Baugröße 1, jedenfalls
> in ihrer erschwinglichen Form.

Das wäre bedauerlich.

> Ich denke aber, dass die Spur 1 ohnehin nicht profitabel genug ist
> und daher zur Disposition stünde, noch bevor Märklin als Ganzes
> betroffen ist. Ich muss gestehen, dass mich diese Entwicklung
> etwas beunruhigt.

Wenn "wir" aufpassen, werden wir die Zeichen derzeit verstehen. (Dachte
ich auch beim Untergang der DDR. Und, habe ich rechtzeitig eine
Opositionspartei gegründet und mich als deren Vorsitzender dann für
einen Anschluß andie CDU im Tasch gegen einen sicheren Listenplatz
angebiedert? Nein, na also.)
Zuerst werden die Neuheiten reduziert, Personal abgebaut, die wildesten
Farbvarianten erscheinen, Die N-Sparte von Trix wird wieder verkauft,
dann Trix H0 und letztlich gerät alles in den Lomarossikreislauf.

A.Lange

unread,
Aug 24, 2004, 3:48:32 PM8/24/04
to
"Christoph Müller" schrieb:

Habbich probiert, geht nicht. Dann kann man nicht entlang der Anlage
gucken. Aber Bausatzwagen mit nachzukaufenden Stirnwänden und
Fahrgestelle könnten was bringen. ;-)

Werner Huemer

unread,
Aug 24, 2004, 8:57:00 PM8/24/04
to
ein mythos lässt sich aber auch nicht künstlich erzeugen,
so einfach wie beschrieben ist es leider nicht.
sonst könnte ja jeder, oder?

meint, werner


Rainer Finke

unread,
Aug 24, 2004, 10:44:01 PM8/24/04
to
On Tue, 24 Aug 2004 21:47:02 +0200, "A.Lange"
<Die_werbu...@gmx.de> wrote:

>Zuerst werden die Neuheiten reduziert, Personal abgebaut, die wildesten
>Farbvarianten erscheinen, Die N-Sparte von Trix wird wieder verkauft,
>dann Trix H0 und letztlich gerät alles in den Lomarossikreislauf.

Das klingt nun allerdings nach Nostradamus. Ich wundere mich, wieso
Ihr mittlerweile alle unterstellt, Mäh liege im Sterben. Bisher weiß
man doch nur, daß der Herr Adams seine Belegschaft erpreßt, um deren
Einwilligung zu Lohnkürzungen zu bekommen. Muß man daraus folgern, der
Laden sei in Schwierigkeiten?

Daß die Firma auf längere, wahrscheinlich schon mittlere Sicht
Probleme bekommt, erscheint mir aber sicher. Ihr ursprünglicher
Kundenkreis ist Ihr durch den Geburtenrückgang reduziert worden,
Daran wird sich nichts ändern. Mit dem Aufbau einer alternativen
Zielgruppe war man durchaus erfolgreich, indem man einen Kundenkreis
herangebildet hat mit einer ganz eigenartigen Markentreue. Nur, hier
liegt im Erfolg schon der Hund begraben, denn die Mittel, mit denen
man diesen Kundenkreis zu binden wußte, haben die Firma vom Rest der
Modellbahnwelt getrennt. Dies war auch durchaus intendiert. Nun wird
man sich überlegen müssen, ob dies auf Dauer erfolgreich ist.

Freundliche Grüße
Rainer Finke


A.Lange

unread,
Aug 25, 2004, 12:52:51 AM8/25/04
to
Werner Huemer schrieb:

>
> ein mythos lässt sich aber auch nicht künstlich erzeugen,
> so einfach wie beschrieben ist es leider nicht.
> sonst könnte ja jeder, oder?

Mit genügend Geduld, Werbemitteln und geschicktem Vorgehen kann man so
ziemlich jeder Marke ein mythisches Potential verpassen.

A.Lange

unread,
Aug 25, 2004, 1:05:49 AM8/25/04
to
Rainer Finke schrieb:

>
> On Tue, 24 Aug 2004 21:47:02 +0200, "A.Lange"
> <Die_werbu...@gmx.de> wrote:
>
> >Zuerst werden die Neuheiten reduziert, Personal abgebaut, die wildesten
> >Farbvarianten erscheinen, Die N-Sparte von Trix wird wieder verkauft,
> >dann Trix H0 und letztlich gerät alles in den Lomarossikreislauf.
>
> Das klingt nun allerdings nach Nostradamus.

Jenau, der hat auch tausende von Jahren in die Zukunft gesehen.


> Ich wundere mich, wieso
> Ihr mittlerweile alle unterstellt, Mäh liege im Sterben. Bisher weiß
> man doch nur, daß der Herr Adams seine Belegschaft erpreßt, um deren
> Einwilligung zu Lohnkürzungen zu bekommen. Muß man daraus folgern, der
> Laden sei in Schwierigkeiten?

Nein, natürlich muß man das nicht. Fakt ist aber, daß die
Modellbahnbranche, wie wir sie noch aus unserer Kindheit kennen, im
Sterben liegt. Einfach mangels Nachwuchs. Das ist vielleicht ein Prozeß,
der noch 30 Jahre dauert, aber das Ende kommt. Rom starb 200 Jahre lang,
Zeit ist da nicht so relevant, bis zum 31.12. passiert hier nichts.

Und das die Zeit für Unternehmer gerade günstig ist, die eigenen
Arbeiter zu Zugeständnissen zu zwingen, ist eine andere Geschichte.


> Daß die Firma auf längere, wahrscheinlich schon mittlere Sicht
> Probleme bekommt, erscheint mir aber sicher. Ihr ursprünglicher
> Kundenkreis ist Ihr durch den Geburtenrückgang reduziert worden,
> Daran wird sich nichts ändern.

Ganz recht.


> Mit dem Aufbau einer alternativen
> Zielgruppe war man durchaus erfolgreich, indem man einen Kundenkreis
> herangebildet hat mit einer ganz eigenartigen Markentreue. Nur, hier
> liegt im Erfolg schon der Hund begraben, denn die Mittel, mit denen
> man diesen Kundenkreis zu binden wußte, haben die Firma vom Rest der
> Modellbahnwelt getrennt. Dies war auch durchaus intendiert. Nun wird
> man sich überlegen müssen, ob dies auf Dauer erfolgreich ist.

Und hier setzten meine Zweifel an. Indem Märklin zum gewöhnlichen
Sammlermaterial wurde, fiel eine Reihe von Erlebnismöglichleiten weg.
Nun steht das Sammeln aber in Konkurenz zu anderen Sammelgebieten, wie
Briefmarken und Münzen, Bereiche, in denen die Leute auch keinen
Nachwuchs haben. Was sammelten eigentlich die Leute vor 50 oder 100
Jahren? Zinnteller, Bierkrüge, Andenken an Schlachten, alles Zeug, daß
heute nur noch eine winzige Minderheit echt begeistert.

Ich glaube einfach, wenn man der Modellbahn die Komponenten Spiel,
Konstruktion, Tüfteln, soziales Spiel und Kreativität nimmt, ist sie
nicht besonderes mehr.
Sammeln ist sicher befriedigend, hat aber keine Kreativität i.e.S. Dem
Spekulanten ist es doch egal, wmit er sein Geld verdient, der Sammler
ist auch schneller bereit, das Sammelgebiet zu wechseln, als es ein
Spiel- und Modellbahner tut. Man könnte sogar behaupten, wenn erst die
Nachlaßverkäufe billigst den Markt überschwemmen, verlassen viele
Sammler den Bereich. Einmal wegen des Wertverlustes der Sammlung,
andererseits weil es keine Herausforderung mehr ist, eine SK 800 oder
eine E 46 von EIO der ersten Ausführung zu besitzen.

tobias b köhler

unread,
Aug 25, 2004, 3:18:53 AM8/25/04
to
A.Lange schrieb:

> Zuerst werden die Neuheiten reduziert, Personal abgebaut, die wildesten
> Farbvarianten erscheinen, Die N-Sparte von Trix wird wieder verkauft,
> dann Trix H0 und letztlich gerät alles in den Lomarossikreislauf.

Was ist bitte ein Lomarossikreislauf?

Johannes Röttges

unread,
Aug 25, 2004, 3:52:26 AM8/25/04
to

eine globalisierte Achterbahn???

fragt
JohaNN


Erich Steindl

unread,
Aug 25, 2004, 6:31:04 AM8/25/04
to

"Johannes Röttges" <johan...@t-online.de> schrieb im Newsbeitrag
news:cghgfv$r5v$06$1...@news.t-online.com...
>na ihr nichtswisser - heiss doch richtig LIMAROSSIkreislauf? Der Freund
hat sich vertippt!
E.


A.Lange

unread,
Aug 25, 2004, 6:43:27 AM8/25/04
to
tobias b köhler schrieb:

Ein Limarossikreislauf für Leghathenika.

Gruß
Andreas

tobias b köhler

unread,
Aug 25, 2004, 7:24:16 AM8/25/04
to
A.Lange schrieb:

> Ein Limarossikreislauf für Leghathenika.

Also nicht nach Fabrizio Lomarossi, professor der höheren
wirtschaftswissenschaften, benannt ....

Ich wollte im netz etwas nachlesen und habe nichts über Lomarossi gefunden.

A.Lange

unread,
Aug 25, 2004, 9:43:24 AM8/25/04
to
tobias b köhler schrieb:

Oh, tut mir leid, daß ich Dich da verwirrt habe. Klang so
wissenschaftlich, war aber bloß ein Schreibfehler.

Erik Meltzer

unread,
Aug 25, 2004, 6:54:20 AM8/25/04
to
Moin!

"A.Lange" schrieb:


> Mir fällt auch nur ein Fahrzeug ein, daß ich bei Märklins
> Verscheinden vermissen würde: Den Sm Augsburg aus dem Junkers-Set.

Hm? IIRC ist der doch vollkommen versaubeutelt: UIC-Achshalter,
zuwenig LüP. Oder irre ich mich da? Mir war jedenfalls so,
als sei der auf dem UIC-Rlmms/Kbs-Fahrwerk aufgebaut, und das
paßt für einen Schienenwagen nun mal nicht. Sollmaße: LüP
14,4 m, Rahmenlänge 13,1 m, Achsstand 8,0 m. (In H0: 165,5 /
150,6 / 92,0 mm.)

Aber es gibt schon noch mehr, das man vermissen könnte. Wenn
auch alles mit Einschränkungen -- trotzdem: G 10, BT 10, Om 12,
K 15, Kmm 36, OOt 50, KKt 57, der bayerische SSl und natürlich
das ganze Trix-Bayernzeugs ...

Liebe Grüße,
Erik.
--
Resignation ist Verwendung anderen Rollmaterials
ohne solch schlechtes Image.
-- "Alles ist ein Akronym, man muß nur wollen", Folge 2
(von Moritz Gretzschel)

Günter Weller

unread,
Aug 25, 2004, 12:43:42 PM8/25/04
to
tobias b köhler schrieb:
> A.Lange schrieb:
>
>> Letztlich werde ich irgendwann ein Grälerfahrwerk anstreben, auch wenn
>> meine letzte Anfrage nicht so erfolgreich war und der gute Mann von
>> Aufträgen bis zum jüngsten Tag sprach.
>
>
> Wenn er so viele aufträge hat, wäre es vielleicht am besten für ihn,
> seine werkstatt zu vergrößern und ein paar fähige leute einzustellen?
> Auf die weise wachsen unternehmen ....
>
> Natürlich darf diese expansion nicht auf kosten der qualität gehen.
> Deshalb "fähige" leute, vermutlich sind die nicht so oft zu finden ....

Hallihallo,

na, bei so vielen Arbeitslosen müssten die schon zu finden sein.
Nur suchen muss man schon, vom Baum fallen keine Mitarbeiter:-).

Und Geld, viel Geld kosten solche Arbeitsplätze auch erstmal.
Und der eventuelle Ärger mit dem Mittelalterlichen Gewerberecht.

Ein ganz anderes Problem ist die Führungsfähigkeit von solch
"genialen" Feinmechanikern.

Tschöö Günter

Frank Forsten

unread,
Aug 25, 2004, 2:16:51 PM8/25/04
to
A.Lange schrieb:

> Letztlich werde ich irgendwann ein Grälerfahrwerk anstreben, auch wenn
> meine letzte Anfrage nicht so erfolgreich war und der gute Mann von
> Aufträgen bis zum jüngsten Tag sprach.

Komisch. Neulich wg. Umbau auf RP25 per e-mail angefragt, da wurde eine
Lieferzeit von 4-6 Wochen genannt. Dazu kam es dann nicht (Lok
verkauft), statt dessen Radsätze für V100 bestellt und innerhalb weniger
Tage erhalten.

Und nein, ich kannte Herrn Gräler zuvor nicht.

Grüße, Frank

Tobias Meyer

unread,
Aug 25, 2004, 2:28:14 PM8/25/04
to
Frank Forsten wrote:

> statt dessen Radsätze für V100 bestellt und innerhalb weniger
> Tage erhalten.

Die liegen bei ihm aber auch so fertig in der Kiste, wie viele andere
"Standardartikel" auch. Er fertigt immer kleine Serien, und legt dann ein
paar Werkstücke zur Seite.
Wenn man so etwas nicht erwischt, oder einen speziellen Wunsch hat, zB ein
Fahrwerk für eine Ep2-E-Lok, dann dauerts.

Tobi

--
http://www.bf-vln.de
(Um-) Baubeschreibungen,
Berichte von fremotreffen,
Infos über den Bahnhof Vier Linden.

Armin Muehl

unread,
Aug 25, 2004, 4:36:38 PM8/25/04
to
On Wed, 25 Aug 2004 20:28:14 +0200, Tobias Meyer
<alle_mails_hierher...@nurfuerspam.de> wrote:

>> statt dessen Radsätze für V100 bestellt und innerhalb weniger
>> Tage erhalten.

Allerweltszeug :-)
Dazu kommt, dass das einfache Radscheiben sind, die auf der Drehbank
mal eben gemacht werden koennen. Bei den Radreifen fuer meine Brawa
102.1 dauert das schon laenger, weil dafuer erst die alten Radreifen
abgedreht werden mussten, um dann die neuen zu montieren.


>Die liegen bei ihm aber auch so fertig in der Kiste, wie viele andere
>"Standardartikel" auch. Er fertigt immer kleine Serien, und legt dann ein
>paar Werkstücke zur Seite.

Das war bei mir das Glueck, um relativ zuegig das Fahrwerk fuer die
Kö1 zu bekommen. Standardfahrwerke sind beispielsweise V60, Köf2.
Exoten legt er sich logischerweise auch nicht auf Lager.


>Wenn man so etwas nicht erwischt, oder einen speziellen Wunsch hat, zB ein
>Fahrwerk für eine Ep2-E-Lok, dann dauerts.

Fuer die Westmodell-Lok muesste auch erst etwas konstruiert werden...

Armin

--
Armin Muehl
http://www.museumsstellwerk.de (Museumsstellwerk Rheine e.V.)
http://www.muehlenroda.de (Muehl privat)
http://de.geocities.com/anschlussbahn (Modellbahnbilder)

A.Lange

unread,
Aug 26, 2004, 1:07:53 AM8/26/04
to
Tobias Meyer schrieb:

>
> Frank Forsten wrote:
>
> > statt dessen Radsätze für V100 bestellt und innerhalb weniger
> > Tage erhalten.
>
> Die liegen bei ihm aber auch so fertig in der Kiste, wie viele andere
> "Standardartikel" auch. Er fertigt immer kleine Serien, und legt dann ein
> paar Werkstücke zur Seite.
> Wenn man so etwas nicht erwischt, oder einen speziellen Wunsch hat, zB ein
> Fahrwerk für eine Ep2-E-Lok, dann dauerts.

Eben.
Bei mir müßte ein neuer Rahmen gebaut werden, der Antrieb bis zum
Getriebe ist ganz brauchbar. Dann müßte eine Schnecke oder
zwischenzahnräder alle Achsen antreiben damit man von der flattrigen
Konstruktion wegkommt, nur über die blindwellen anzutreiben:
http://www.gillcom.de/modellbahn/71-tips/22_westmodel_ep_248/ep_248_fahrwerk.jpg

Dirk Flackus

unread,
Aug 26, 2004, 1:59:11 PM8/26/04
to

A.Lange <Die_werbu...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
412C1E2D...@gmx.de...

> Rainer Finke schrieb:
> >
> > On Tue, 24 Aug 2004 21:47:02 +0200, "A.Lange"
> > <Die_werbu...@gmx.de> wrote:
> >
> > >Zuerst werden die Neuheiten reduziert, Personal abgebaut, die wildesten
> > >Farbvarianten erscheinen, Die N-Sparte von Trix wird wieder verkauft,
> > >dann Trix H0 und letztlich gerät alles in den Lomarossikreislauf.
> >
> > Das klingt nun allerdings nach Nostradamus.
>
> Jenau, der hat auch tausende von Jahren in die Zukunft gesehen.

Ist BWL mit seinen bunten Charts denn mehr ?


>
>
> > Ich wundere mich, wieso
> > Ihr mittlerweile alle unterstellt, Mäh liege im Sterben. Bisher weiß
> > man doch nur, daß der Herr Adams seine Belegschaft erpreßt, um deren
> > Einwilligung zu Lohnkürzungen zu bekommen. Muß man daraus folgern, der
> > Laden sei in Schwierigkeiten?
>
> Nein, natürlich muß man das nicht. Fakt ist aber, daß die
> Modellbahnbranche, wie wir sie noch aus unserer Kindheit kennen, im
> Sterben liegt. Einfach mangels Nachwuchs.

Das gilt für andere "Erwacxhsen gewordene" Kinderspielzeuge wie RC
Modellbau.

wie ist eigentlich der Trend beim Plastikmodellbau (die netten Schiffe,
Flugzeuge
und Autos / Mototräder) von Revell und anderen.
Läuft das noch bei der Jugend ?
Ich habe einige von den Platikdingern zusammengepappt.
Meine söhne und töchter dürften n der Stückzahl weit hinter meiner
geblieben sein. Ich weiß aber nicht ob ich das verallgemeinern kann
(Taschengeldniveau, bisher kein TV => weniger Werbung,...).

Allgemine wird wohl beklagt das das mechanisch / technische
Verständnis abnimmt. (Habe ich von einem Beitzer einer
Kuckucks Uhr Fabrik, der hat es von den Autwerkstätten.)

Was soll iner selber bauen, wenn das Werkzeug und Material
mehr kostet als ein fertiges Neuteil.
Und die Neuteile sind nicht zum Reparieren gebaut, also beim
kindlich/neugieriegen demontieren nicht gerade geeignet ihre
Funktionsweise zu offenbaren. (Verklebt, sicher verschraubt,
auf Verschleiß genaut, einmal fertigen und ohne spezielle
Lehren / Maschinen nicht zumintieren).
Sicher spielt auch hinein, das immer mehr mechanische Lösungen
durch (unsichtbare) Inteligenz im Chip ersetzt werden.

(SNIP)


>
>
> > Daß die Firma auf längere, wahrscheinlich schon mittlere Sicht
> > Probleme bekommt, erscheint mir aber sicher. Ihr ursprünglicher
> > Kundenkreis ist Ihr durch den Geburtenrückgang reduziert worden,
> > Daran wird sich nichts ändern.
>
> Ganz recht.

Immerhin versuchen sie ein Zurück zum Vollsortiementer und das
in halbwegs kindgerechter Form.
Wobei das (wegen den kindgerechten zugeständnissen) bei denen die
M* hinterhertrauern aber sofort wegen dieser Zugeständnisse wieder
verteufelt wird.
Klar gibt es keine Feuerwehrzüge. Aber das ist ein Thema mit dem
Kinder dem Bahn mehr sinn abgewinnen können als Vorbildhaftig-
keit aus Epochen die sie nur aus Büchern kennenlernen könnten.
Und das Ideal vom Heizer / Lokfüher als Mann der die Geschwindigkeit
mit körperlichem Einsatz beherscht ist auch nicht mehr in. (Habe
gerade ein Lehrreiches Buch aus den 50ern gelesen. Man waren die
tolle Kerle und die DB ein super Verein...)


>
>
> > Mit dem Aufbau einer alternativen
> > Zielgruppe war man durchaus erfolgreich, indem man einen
> > Kundenkreis herangebildet hat mit einer ganz eigenartigen Markentreue.
> > Nur, hier liegt im Erfolg schon der Hund begraben, denn die Mittel, mit
> > denen man diesen Kundenkreis zu binden wußte, haben die Firma vom
> > Rest der Modellbahnwelt getrennt. Dies war auch durchaus intendiert.

Und an sich ja auch erstmal erfolgreich.

> > Nun wird man sich überlegen müssen, ob dies auf Dauer erfolgreich ist.

ACK. Wobei ich mich frage ob Sammlermärke auf Dauer erfolgreich
sein können. Ich wage es M* mit Ü-Ei und Brauerei LKWs zu vergleichen.
Produkte die nur zum Sammeln gebaut werden.
Und damit eigentlich dem Sammeln wiedersprechen.
Einzige Ausnahme: Litheraische Sammelwerke. Da entsteht (überteuert)
wenigestens ein Nachschlagewerk.


>
> Und hier setzten meine Zweifel an. Indem Märklin zum gewöhnlichen
> Sammlermaterial wurde, fiel eine Reihe von Erlebnismöglichleiten weg.
> Nun steht das Sammeln aber in Konkurenz zu anderen Sammelgebieten, wie
> Briefmarken und Münzen, Bereiche, in denen die Leute auch keinen
> Nachwuchs haben. Was sammelten eigentlich die Leute vor 50 oder 100
> Jahren? Zinnteller, Bierkrüge, Andenken an Schlachten, alles Zeug, daß
> heute nur noch eine winzige Minderheit echt begeistert.

Ich denke, dass in der Zeit wesendlich weniger gesammelt wurde. Und
wenn dann ware es eher Gebrauchsgegenstände oder Anlas bezogenene
Erinnerungsstücke (Souveniers) die mit Erlebnissen des Sammlers in
Zusammenang standen.

Der Anteil der Sammler die rein auf Wertanlage gesammelt haben
dürfte verschwindend gering gering gewesen sein.

Und beim M* Marketing erscheint es mir so, das die zu erwartende
Wertsteigerung (fälschlicherweise von der Wertsteigerung des "echt
alten M* Materials impliziert, das aber "nur" Spilezeug war und daher
verbraucht und nicht gehortet wurde) sehr mit zur Motivation
des Sammeln herangezogen wurde.


>
> Ich glaube einfach, wenn man der Modellbahn die Komponenten Spiel,
> Konstruktion, Tüfteln, soziales Spiel und Kreativität nimmt, ist sie
> nicht besonderes mehr.

ACK.
aber will das noch, wer kann das noch ?

> Sammeln ist sicher befriedigend, hat aber keine Kreativität i.e.S.

> Dem Spekulanten ist es doch egal, womit er sein Geld verdient,


> der Sammler ist auch schneller bereit, das Sammelgebiet zu wechseln,
> als es ein Spiel- und Modellbahner tut. Man könnte sogar behaupten,
> wenn erst die Nachlaßverkäufe billigst den Markt überschwemmen,
> verlassen viele Sammler den Bereich. Einmal wegen des Wertverlustes
> der Sammlung, andererseits weil es keine Herausforderung mehr ist,
> eine SK 800 oder eine E 46 von EIO der ersten Ausführung zu besitzen.
>

ACK, siehe auch meine Ausführunen oben.

Gruß Dirk Flackus
Rastatt

Dessen Kinder mit M* Startpackungen
auf M-Gleis spielen dürfen.


Olaf Kuba

unread,
Aug 28, 2004, 8:42:07 AM8/28/04
to
Dirk Flackus schrieb:

> A.Lange <Die_werbu...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
> 412C1E2D...@gmx.de...
>
>>Rainer Finke schrieb:
>>
>>>On Tue, 24 Aug 2004 21:47:02 +0200, "A.Lange"
>>><Die_werbu...@gmx.de> wrote:
>>> [...]
>>>Ich wundere mich, wieso
>>>Ihr mittlerweile alle unterstellt, Mäh liege im Sterben....

>>
>>Nein, natürlich muß man das nicht. Fakt ist aber, daß die
>>Modellbahnbranche, wie wir sie noch aus unserer Kindheit kennen, im
>>Sterben liegt. Einfach mangels Nachwuchs.
>
> Das gilt für andere "Erwacxhsen gewordene" Kinderspielzeuge wie RC
> Modellbau.
>
> wie ist eigentlich der Trend beim Plastikmodellbau (die netten Schiffe,
> Flugzeuge
> und Autos / Mototräder) von Revell und anderen.
> Läuft das noch bei der Jugend ?

Da triffst du genau den wunden Punkt. Bei denen läuft es nämlich genauso
schlecht. Letztes Jahr habe ich mal in einer Modellbauzeitschrift eine
Bericht über eine Studie im Auftrag von Revell gelesen; darin ging es
eben um dieses Thema. Hintergrund war dass auch Revell (wie andere
Modellbauhersteller auch) mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hat. Diese
Studie kam zu dem Ergebnis, dass Modellbau bei der Jugend von heute
"Megaout" ist. Es gibt nur noch wenige Jugendliche die sich noch mit
Modellbau beschäftigen und wenn dann heimlich im stillen Kämmerlein um
nicht von Freunden/Klassenkameraden verlacht zu werden.

Daher ist auch das Gefasel von wegen Nachwuchsförderung weitgehend für
die Katz?. Für die jungen Leute ist es wichtig in ihrer Clique anerkannt
zu werden und da zählen eben bestimmte Klamotten, das neue Handy sowie
Playstation und Co. mehr als Modellbau, da führt so ein "Opa-Hobby"
höchstens zur Ausgrenzung. Das ist nun mal der Zeitgeist, ob uns das
jetzt passt oder nicht. Auch das Argument der hohen Preise ist da nicht
entscheidend, wenn MoBa "Hip" wäre, würde es gekauft werden egal wie
teuer es ist. Die Hobbies und Vorlieben der Jugendlichen sind
schliesslich auch nicht gerade billig.

> Ich habe einige von den Platikdingern zusammengepappt.

Nicht nur du, wenn ich an meine Kindheit und Jugend denke war das eine
ganz normale Freizeitbeschäftigung. Ebenso hatten sehr viele auch eine
"elektrische Eisenbahn".

> Meine söhne und töchter dürften n der Stückzahl weit hinter meiner
> geblieben sein. Ich weiß aber nicht ob ich das verallgemeinern kann
> (Taschengeldniveau, bisher kein TV => weniger Werbung,...).

Kannst du. Sei doch froh, dass sie sich überhaupt noch mit
Modellbau/-bahn beschäftigen.

> [...]


> Und die Neuteile sind nicht zum Reparieren gebaut, also beim
> kindlich/neugieriegen demontieren nicht gerade geeignet ihre
> Funktionsweise zu offenbaren. (Verklebt, sicher verschraubt,
> auf Verschleiß genaut, einmal fertigen und ohne spezielle
> Lehren / Maschinen nicht zumintieren).

Selbst wenn sie nicht verklebt sind, was soll sich bei einem
elektronischen Gerät da offenbaren? I.d.R. hast du eine Gehäuse mit viel
Luft drin, ein paar Drähte und einer Leiterplatte mit winzigen
Bauelementen, deren Funktion sich nur dem Fachmann erschliesst.

> [...]


> Immerhin versuchen sie ein Zurück zum Vollsortiementer und das
> in halbwegs kindgerechter Form.

Das kann aber auch schief gehen, siehe M* Alpha.

> Wobei das (wegen den kindgerechten zugeständnissen) bei denen die
> M* hinterhertrauern aber sofort wegen dieser Zugeständnisse wieder
> verteufelt wird.
> Klar gibt es keine Feuerwehrzüge. Aber das ist ein Thema mit dem
> Kinder dem Bahn mehr sinn abgewinnen können als Vorbildhaftig-
> keit aus Epochen die sie nur aus Büchern kennenlernen könnten.

Das sind auch zwei völlig verschiedene Welten, der Modellbahner will
möglichst fein detaillierte Modelle, Kinder wollen was zum Spielen, was
möglichst viel Funktionen hat. Das lässt sich nun mal nicht unter einen
Hut bringen.

> Und das Ideal vom Heizer / Lokfüher als Mann der die Geschwindigkeit
> mit körperlichem Einsatz beherscht ist auch nicht mehr in. (Habe
> gerade ein Lehrreiches Buch aus den 50ern gelesen. Man waren die
> tolle Kerle und die DB ein super Verein...)

Wo soll den bei der "Generation Golf" noch die Faszination für die
Eisenbahn herkommen? Viele Kinder haben doch noch nie einen Zug aus der
Nähe, geschweige denn von innen gesehen und für die Eltern ist das
Streben möglichst ein dickeres Auto als der Nachbar zu haben. Da wird
doch die Eisenbahn nur als Verkehrsmittel für die drei grossen A?s
(Arme, Alte, Asoziale) angesehen.

>>>Mit dem Aufbau einer alternativen
>>>Zielgruppe war man durchaus erfolgreich, indem man einen
>>>Kundenkreis herangebildet hat mit einer ganz eigenartigen Markentreue.
>>>Nur, hier liegt im Erfolg schon der Hund begraben, denn die Mittel, mit
>>>denen man diesen Kundenkreis zu binden wußte, haben die Firma vom
>>>Rest der Modellbahnwelt getrennt. Dies war auch durchaus intendiert.

Was heißst hier getrennt? Man darf nicht vergessen dass die reinen
Modellbahner nur eine kleine Gruppe sind, von denen können nicht so
viele Firmen leben. Und nachdem die MoBa als Spielzeug an Bedeutung
verloren hat, waren die Sammler eben eine willkommene Einnahmequelle.
Wir sollten dabei auch nicht vergessen dass die Produktvielfalt die wir
heute in diesem Bereich geniessen ohne die Sammler nicht diesem Maße
vorhanden wäre.

> Und an sich ja auch erstmal erfolgreich.
>
>>>Nun wird man sich überlegen müssen, ob dies auf Dauer erfolgreich ist.
>
> ACK. Wobei ich mich frage ob Sammlermärke auf Dauer erfolgreich
> sein können. Ich wage es M* mit Ü-Ei und Brauerei LKWs zu vergleichen.
> Produkte die nur zum Sammeln gebaut werden.

Na die Ü-Eier sind ja primär nicht zum Sammeln gedacht gewesen.

> Und damit eigentlich dem Sammeln wiedersprechen.
> Einzige Ausnahme: Litheraische Sammelwerke. Da entsteht (überteuert)
> wenigestens ein Nachschlagewerk.

Wieso sollte das dem Sammeln widersprechen? Es gibt noch andere
Sammelgebiete wo Produkte speziell zum Sammeln hergestellt werden und
das schon seit Jahrzehnten. Z.B. Hummelfiguren, Sammelteller und
-tassen, aus denn schlürft schliesslich auch niemand seine Kaffee.

>>Und hier setzten meine Zweifel an. Indem Märklin zum gewöhnlichen
>>Sammlermaterial wurde, fiel eine Reihe von Erlebnismöglichleiten weg.

Welches Erlebnis bietet dir z.B. eine Roco-Lok im Ggs. zu einer von M*?

>>Nun steht das Sammeln aber in Konkurenz zu anderen Sammelgebieten, wie
>>Briefmarken und Münzen, Bereiche, in denen die Leute auch keinen
>>Nachwuchs haben. Was sammelten eigentlich die Leute vor 50 oder 100
>>Jahren? Zinnteller, Bierkrüge, Andenken an Schlachten, alles Zeug, daß
>>heute nur noch eine winzige Minderheit echt begeistert.

Na so gross ist die Zahl der MoBa-Sammler auch wieder nicht; ich vermute
mal dass es wesentlich mehr Briefmarken- und Münz- als MoBa-Sammler gibt.

> Ich denke, dass in der Zeit wesendlich weniger gesammelt wurde. Und
> wenn dann ware es eher Gebrauchsgegenstände oder Anlas bezogenene
> Erinnerungsstücke (Souveniers) die mit Erlebnissen des Sammlers in
> Zusammenang standen.

Da hast du sicher Recht, aber bedenke auch, noch nie zuvor hatten die
Leute soviel Geld zur freien Verfügung. Wer gerade mal seinen
Lebensunterhalt bestreiten kann, kann und wird sich auch kein teures
Hobby leisten.

> Der Anteil der Sammler die rein auf Wertanlage gesammelt haben
> dürfte verschwindend gering gering gewesen sein.

s.o. Dazu kommt aber mit Sicherheit auch noch die allgemeine Habgier
heutzutage.

> Und beim M* Marketing erscheint es mir so, das die zu erwartende
> Wertsteigerung (fälschlicherweise von der Wertsteigerung des "echt
> alten M* Materials impliziert, das aber "nur" Spilezeug war und daher
> verbraucht und nicht gehortet wurde) sehr mit zur Motivation
> des Sammeln herangezogen wurde.

Da braucht das Marketing gar nichts dazu beitragen. Da muss der geneigte
Sammler sich nur mal auf Börsen und/oder eBay umschauen was für Preise
da verlangt und auch bezahlt werden.

>>Ich glaube einfach, wenn man der Modellbahn die Komponenten Spiel,
>>Konstruktion, Tüfteln, soziales Spiel und Kreativität nimmt, ist sie
>>nicht besonderes mehr.
>
>
> ACK.
> aber will das noch, wer kann das noch ?
>
>
>>Sammeln ist sicher befriedigend, hat aber keine Kreativität i.e.S.
>>Dem Spekulanten ist es doch egal, womit er sein Geld verdient,
>>der Sammler ist auch schneller bereit, das Sammelgebiet zu wechseln,
>>als es ein Spiel- und Modellbahner tut.

Zwischen Sammeln und Sammeln gibt es aber auch Unterschiede. Nicht jeder
Sammler ist Spekulant. Ich sammle z.B. auch Modellautos, habe aber bis
jetzt noch nie ein Auto wieder verkauft, ebenso bin ich nicht bereit
horrende Preise für Modelle zu zahlen. Wenn ich das Modell nicht zu
einem akzeptablen Preis kriege gibt es das eben nicht in meiner
Sammlung. Ich weiß auch nicht wie viel die Sammlung "Wert" ist (wird
nicht so viel sein, da die meisten Autos gesupert oder umgebaut sind)
und würde sie auch nicht verkaufen.

>>Man könnte sogar behaupten,
>>wenn erst die Nachlaßverkäufe billigst den Markt überschwemmen,
>>verlassen viele Sammler den Bereich. Einmal wegen des Wertverlustes
>>der Sammlung, andererseits weil es keine Herausforderung mehr ist,
>>eine SK 800 oder eine E 46 von EIO der ersten Ausführung zu besitzen.

Dazu braucht es gar keine Nachlässe. Auch vielen "Hard-Core-Sammlern"
geht irgendwann das Geld aus und wenn dann die frustrierten ihre
Sammlungen auf den Markt werfen werden die Preise abstürzen was dann
noch mehr zum Verkauf bewegt um noch zu retten was retten ist usw. usf..

Die Hersteller merken das ja schon an dem rückläufigen Umsätzen. Der
Markt für Neuware ist doch im Prinzip schon kaputt, jeder versucht jetzt
noch soviel Geld wie möglich abzugreifen ehe die ganze Blase platzt.

>
> Gruß Dirk Flackus
> Rastatt
>
> Dessen Kinder mit M* Startpackungen
> auf M-Gleis spielen dürfen.

Na dafür sind sie doch auch da.

MfG

Olaf

Dirk Flackus

unread,
Aug 28, 2004, 3:57:38 PM8/28/04
to

Olaf Kuba <olaf...@t-online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
cgpugr$8tu$04$1...@news.t-online.com...

> Dirk Flackus schrieb:
> > A.Lange <Die_werbu...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
> > 412C1E2D...@gmx.de...
> >
> >>Rainer Finke schrieb:
> >>
> >>>On Tue, 24 Aug 2004 21:47:02 +0200, "A.Lange"
> >>><Die_werbu...@gmx.de> wrote:
> >>> [...]

[Jugend, RC Modellbau, Platikmodelle]

> > Läuft das noch bei der Jugend ?
>
> Da triffst du genau den wunden Punkt. Bei denen läuft es nämlich genauso
> schlecht. Letztes Jahr habe ich mal in einer Modellbauzeitschrift eine
> Bericht über eine Studie im Auftrag von Revell gelesen; darin ging es
> eben um dieses Thema. Hintergrund war dass auch Revell (wie andere
> Modellbauhersteller auch) mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hat. Diese
> Studie kam zu dem Ergebnis, dass Modellbau bei der Jugend von heute
> "Megaout" ist.

Stand denn drin was Mega in ist ?
Und wie lange etwas Mega in ist ?

> Es gibt nur noch wenige Jugendliche die sich noch mit
> Modellbau beschäftigen und wenn dann heimlich im stillen
> Kämmerlein um nicht von Freunden/Klassenkameraden
> verlacht zu werden.

Wie ist das eigendlich mit selber SW schreiben ?
Es gab doch mal eine Generation die am C64 wahre
Wunderwerke vollbracht hat und die HW und
Firmware der Kiste 100 % disambliert hatte.

Ist das Erstellen von HPs in ?


>
> Daher ist auch das Gefasel von wegen Nachwuchsförderung
> weitgehend für die Katz?.

Hm, ich denke das ist mit ein gesellschaftliches Problem.
Vereine (und Kirchen) haben das Problem:
Kost nix, taug nix.
Ich soll was tun ?
Kreativ ? Wie schreibt man dass ?
Zusagen, fest ??

(Ok übertrieben und stark auf den Punkt eingedampft).
Ich habe den Eindruck man bezahlt lieber mit Geld, das
man irgendwie erschufftet hat, für einen angeblich
proffessionellen Event, statt das ganze eine Nummer
kleiner oder ähnlich gut selber auszurichten.

Im Sinne "das bekommen wir doch nicht hin" oder
"da müssten wir / ich ja was tun, Ideen verfolgen /
realiseren und Verantwortung übernehmen."

Oder: "Ich will das vom Stand weg wie das die
Profis machen, oder gar nicht erst anfangen"

[Wobei, die die sich durchbeissen es von Pike auf
zu lernen immer weniger werden. Damit werden deren
Ergebnisse aber um so professioneller in den Augen
dr Konsumenten. Und der Abstand vergrößert sich.]

Mir kommt gerade, dass das bestimmt mit dem von
mir beobachteten Trend zur Vollabsicherung einhergeht.
"Ich will immer einen haben den ich zur Verantwortung
ziehen kann wenn etwas schief geht (Gesunfheit, Job, Lebens-
lauf,...)." Also für alles Versicherungen, einfordern von
irgendwelchen (Werbe-) Versprechungen ohne deren
glaubwürdigkeit und Realitätsbezogenheit zu hinterfragen.

Das damit aber die Kicks auch immer ultimativer werden
müssen, in der scheinbar risikolosen Welt, ist fast logisch.

> Für die jungen Leute ist es wichtig in ihrer Clique anerkannt
> zu werden und da zählen eben bestimmte Klamotten, das neue
> Handy sowie Playstation und Co. mehr als Modellbau,

Klar, weil bei denen sieht man nur noch den Geldwert
und nicht mehr die Mühe die es macht sowas zu erstellen.

Und weil "ich" selber nichts erstellen kann, was in die Nähe
(der Funktion) kommt, werde ich auch nie anerkennen
können wenn jemand anderes etwas selbst erstellt.

> da führt so ein "Opa-Hobby" höchstens zur Ausgrenzung.

Klar, man kann ja nur von denen Anerkennung (und
Erfahrungen) ernten die selber diese Erfahrungen
gemacht haben.

> Das ist nun mal der Zeitgeist, ob uns das
> jetzt passt oder nicht.

Die Frage ist ob die Industrie den Zeitgeist
erzeugt hat (durch Werbestratgiene und Produkt-
angebot) oder ob die Industrie das herstellt und
anbietet was die Gesellschaft will.

Ich denke ein Großteil der Elterngeneration hat
es aufgegeben mit den Jgendlichen um Ideale zu
kämpfen, es sind beide Seiten so mit Konsum
beschäftigt.

Klar will ich keine Schlachten um Ideale wie im
Irak. Aber etwas Weltverbesserung und Ansporn
bieten täte beiden Seiten gut.

> Auch das Argument der hohen Preise ist da nicht
> entscheidend, wenn MoBa "Hip" wäre, würde es
> gekauft werden egal wie teuer es ist.
> Die Hobbies und Vorlieben der Jugendlichen sind
> schliesslich auch nicht gerade billig.
>

ACK

Ich denke Moba hat noch das Problem, das es sowenig
Mobil ist. Als ich jung war, sind wir im Sommer in den
Wald und im Winter wurde drinne gebastelt.

Ich denke heute hängt die Jungend das ganze Jahr im
Großstadtjungel rum. Da muß man seine Statussymbole
immer dabei haben. ;-)

> > Ich habe einige von den Platikdingern zusammengepappt.
>
> Nicht nur du, wenn ich an meine Kindheit und Jugend denke
> war das eine ganz normale Freizeitbeschäftigung. Ebenso
> hatten sehr viele auch eine "elektrische Eisenbahn".

Oder eine Rennbahn. Aber echt Carrera.
Die Kaufhausdinger gab es noch nicht.

Die Moba lag im finanziellen Aufwand und in der
"langestreckten Ergänzbarkeit" zwischen Einfachzeug
wie Lego oder Rollschuhen und den Topend Events
wie Flugzeugbau bzw. RC Geraffel. Da brauchte man
zum Einstieg direkt einen Sack voll Geld.
Moba war ausbaufähig (auch mit Taschengeldeinheiten).

Und sie war variantenreich. Gerade Teppichbahn.
Aber auch beim Umbau einer festen Anlage war das
teuere Zeug gut zu recyclen.
>
> > Meine Söhne und Töchter dürften der Stückzahl weit


> > hinter meiner geblieben sein. Ich weiß aber nicht ob
> > ich das verallgemeinern kann (Taschengeldniveau,
> > bisher kein TV => weniger Werbung,...).
>
> Kannst du. Sei doch froh, dass sie sich überhaupt noch mit
> Modellbau/-bahn beschäftigen.
>

Jo, ich denke mein Großer ist fast der einzigste aus
seinr Klasse der noch handwerklich etwas selber baut
und auch mal versucht etwas zu reparieren oder zu
Modifizieren.

> > [...]
> > Und die Neuteile sind nicht zum Reparieren gebaut, also beim
> > kindlich/neugieriegen demontieren nicht gerade geeignet ihre
> > Funktionsweise zu offenbaren. (Verklebt, sicher verschraubt,
> > auf Verschleiß genaut, einmal fertigen und ohne spezielle
> > Lehren / Maschinen nicht zumintieren).
>
> Selbst wenn sie nicht verklebt sind, was soll sich bei einem
> elektronischen Gerät da offenbaren? I.d.R. hast du eine Gehäuse mit viel
> Luft drin, ein paar Drähte und einer Leiterplatte mit winzigen
> Bauelementen, deren Funktion sich nur dem Fachmann erschliesst.
>

Sagte ich doch oben [...] oder nicht ?
Das war das geniale an einer Dampmaschine oder einem
Vergaser. Man konnte fast durchs Beobachten (beim
Demontiern )kapieren
wie es funktioniert.
Heute muß du um was neues zu machen bereits soviele
abstrakte Dinge kapieren / akzeptieren, das die Lust
beim Anfangen vergeht.
Und die Erfolgserlebnisse bleiben auch aus.

> > [...]
> > Immerhin versuchen sie ein Zurück zum Vollsortiementer
> > und das in halbwegs kindgerechter Form.
>
> Das kann aber auch schief gehen, siehe M* Alpha.

Das war
a) nicht Vollsortimenter (es gab keine passenden Häuser,
Landschaftsteile, Figuren, Aufbauanleitungen,...)

b) auch nicht unbedingt kindgerecht. Es war rein Phantasie.
Meiner Meinung nach ungeeignet für ein langfristig bindendes
Systemspielzeug. Damit will "ich" dann auch mal "meinen" Erfahrungs-
raum nachvollziehen können. (Daher gibt es bei Playmobil und
Lego die "Heir und Jetzt" Serien Baustelle, Polizei,...)
Und die Spielmöglichkeiten waren begrenzt.
Keine Güter zum Verladen, die Wagons nur im geringen Umfang
modifizierbar. Kaum Klappen, Hebel, Kräne,....

Warum blieb der 3 achsige M* Schienekran ewig im Program ?
Warum hat der legendäre M* Standkran sich bis jetzt gehalten ?


>
> > Wobei das (wegen den kindgerechten zugeständnissen)
> > bei denen die M* hinterhertrauern aber sofort wegen dieser
> > Zugeständnisse wieder verteufelt wird.
> > Klar gibt es keine Feuerwehrzüge. Aber das ist ein Thema mit dem
> > Kinder dem Bahn mehr sinn abgewinnen können als Vorbildhaftig-
> > keit aus Epochen die sie nur aus Büchern kennenlernen könnten.
>
> Das sind auch zwei völlig verschiedene Welten, der Modellbahner will
> möglichst fein detaillierte Modelle, Kinder wollen was zum Spielen, was
> möglichst viel Funktionen hat. Das lässt sich nun mal nicht unter einen
> Hut bringen.
>

ACK
Aber es wird erwartet, dass die Hersteller beides anbieten.

Nehmen wir mal an es würde tatsächlich angeboten ?
Und wer von den Modellbauern spielt denn dann mit den Kids ?
Wer schenkt denn dann das Spielzeug (wenn es das gäbe) und nicht
das bessere Modell ?
Und wer nimmt sich die Zeit mit den Kids zu bauen und zu spielen ?
Und wer hält das Gefluche und Gemotze aus, wenn es nicht beim ersten
mal klappt ? Oder nicht so toll aussieht wie das was man kaufen könnte ?
Oder wie das aus den Büchern der Supermodellbahner ?
Wer "erzwingt", dass die Kids auch ihre schlechten Erfahrungen machen
und es nochmal probieren wenn der erste Versuch schief ging ?
(Erzwingen im Sinne, die Kids das zeug nicht einfach hinwerfen zu lassen
sondern bohren und motivieren und ätzen es nochmal zu machen.)

Wer lobt das erreichte und verteidigt es vor der verwöhnte und kritischen
Umwelt ?

> > Und das Ideal vom Heizer / Lokfüher als Mann der die
> > Geschwindigkeit mit körperlichem Einsatz beherscht ist

> > auch nicht mehr in. (Habe gerade ein lehrreiches Buch aus


> > den 50ern gelesen. Man waren die tolle Kerle und die DB
> > ein super Verein...)
>
> Wo soll den bei der "Generation Golf" noch die Faszination für die
> Eisenbahn herkommen? Viele Kinder haben doch noch nie einen Zug
> aus der Nähe, geschweige denn von innen gesehen

Was auch zu "lustigen" Sachen führt, als das Kinder nicht mehr wissen
das am Bahndamm und auf dem Bf garantiert kein Spielplatz ist.
Die DB stellt Schilder auf. Hat es 120 Jahre lang nicht gegeben, weil "man"
(und Frau) wußte, dass Eisenbahn gefährlich ist.
(Go top to: "rund um Versichert und sicheres Leben...")

> ...und für die Eltern ist das


> Streben möglichst ein dickeres Auto als der Nachbar zu haben.
> Da wird doch die Eisenbahn nur als Verkehrsmittel für die
> drei grossen A?s (Arme, Alte, Asoziale) angesehen.

Und Güterverkehr geht nur mit LKW. Güterverkehr auf
der Bahn gibt es nicht. (Sowenig wie es Bochum gibt.)

Erinnert mich an meine Jugend. Ich habe erst mit 14
erfahren, dass nicht alle Leute Nachtspeicheröfen oder
Zentralheizung haben. Meine Nachhilfelehrerin hatte einen
echten Kohlenofen im Wohnzimmer. Wow war das eine
Erkenntniss.


>
> >>>Mit dem Aufbau einer alternativen
> >>>Zielgruppe war man durchaus erfolgreich, indem man einen
> >>>Kundenkreis herangebildet hat mit einer ganz eigenartigen Markentreue.
> >>>Nur, hier liegt im Erfolg schon der Hund begraben, denn die Mittel, mit
> >>>denen man diesen Kundenkreis zu binden wußte, haben die Firma vom
> >>>Rest der Modellbahnwelt getrennt. Dies war auch durchaus intendiert.
>
> Was heißst hier getrennt? Man darf nicht vergessen dass die reinen
> Modellbahner nur eine kleine Gruppe sind, von denen können nicht so
> viele Firmen leben. Und nachdem die MoBa als Spielzeug an Bedeutung
> verloren hat, waren die Sammler eben eine willkommene Einnahmequelle.
> Wir sollten dabei auch nicht vergessen dass die Produktvielfalt die wir
> heute in diesem Bereich geniessen ohne die Sammler nicht diesem Maße
> vorhanden wäre.
>

ACK.
Schaut man in die Mobapresse der 60 und 70er, da gab es noch viele
Wunschmodelle und Grund zum Selberbauen / Umbauen.
Wer braucht das denn heute noch ?

> > Und an sich ja auch erstmal erfolgreich.
> >
> >>>Nun wird man sich überlegen müssen, ob dies auf Dauer erfolgreich ist.
> >
> > ACK. Wobei ich mich frage ob Sammlermärke auf Dauer erfolgreich
> > sein können. Ich wage es M* mit Ü-Ei und Brauerei LKWs zu vergleichen.
> > Produkte die nur zum Sammeln gebaut werden.
>
> Na die Ü-Eier sind ja primär nicht zum Sammeln gedacht gewesen.
>
> > Und damit eigentlich dem Sammeln wiedersprechen.
> > Einzige Ausnahme: Litheraische Sammelwerke. Da entsteht (überteuert)
> > wenigestens ein Nachschlagewerk.
>
> Wieso sollte das dem Sammeln widersprechen? Es gibt noch andere
> Sammelgebiete wo Produkte speziell zum Sammeln hergestellt werden und
> das schon seit Jahrzehnten. Z.B. Hummelfiguren, Sammelteller und
> -tassen, aus denn schlürft schliesslich auch niemand seine Kaffee.

Ich unterstelle diesen (gut gewählten) Beispielen eine nahe Verwandschaft
zum Kunsthandwerk.
Ähnlich wie die Lemaco Modellen ist hier die Serie weit jenseits des heute
möglichen Industrieoutputs begrenzt.

Da besteht wirklich die Chance ein einzigartiges Stück erworben zu haben.
(Weil auch nicht alle gelich [perfekt] sind.)


>
> >>Und hier setzten meine Zweifel an. Indem Märklin zum gewöhnlichen
> >>Sammlermaterial wurde, fiel eine Reihe von Erlebnismöglichleiten weg.
>
> Welches Erlebnis bietet dir z.B. eine Roco-Lok im Ggs. zu einer von M*?
>

Ich denke es ging darum, dass das Modell nur für die Schachtel / Vitrine
gesammelt wurde.
Der Spielwert und das Erlebnis Bewegung, das Taktile beim Aufsetzen
aufs Gleis, feinfühliges Fahren, Kuppeln.
Bei M* sogar der Geruch und das Geräusch.
All diese Erlebnisse gönnt sich der reine Sammler nicht mehr.

Was war es toll, als eine (selbst) restaurierte 23er mit den 2 Lämpchen
statt Lichleiter bei der Probefahrt Schatten an die Zimmerwand warf.

Wie fehlte mir bei den ersten Dekoderloks das Klicken des Umschalters.
(Gibt es Sounddekoder die den Klick [und den Bochsprung] simullieren ?
Patent hier !)

> >>Nun steht das Sammeln aber in Konkurenz zu anderen Sammelgebieten, wie
> >>Briefmarken und Münzen, Bereiche, in denen die Leute auch keinen
> >>Nachwuchs haben.

Ich denke heute fehlt den Leuten
A) Das Bwußtsein der Unsicherheit, das den Wert einer
Sammlung ausmacht. "Ich" habe das Zeug nur auf Zeit dem Schicksal
abgestrozt. "Ich" mußte es "mir" absparen. "Ich" habe es gesucht / verfogt.
Mein eigener Tod kann jederzeit dem Genuß der Sammlung ein
Ende setzen

B) Die Muße in Betrachtung glücklich zu sein. Die Ruhe immer
das Gleiche zu genießen und dabei immer besser kennenzulernen.
Der Wunsch Vertrautheit zu gewinnen. (Paßt zur Wegwerfmentalität.
"Ich" baue keine Beziehung zu meinem Besitz auf. Habe daher auch
nicht das Bedürfnis ihn zu erhalten / reparieren zu lassen.)

C) Anstrengungen über den Erlebnismoment hinaus zu unternehmen.
Es wurde Zeit geopfert und Wissen über den gesammelten Gegenstand
erworben. Es wurde die Sammlung gepflegt.

D) Die gegenseitige Anerkennung ohne Neid. Man konnte es ertragen,
dass einer ein spezielles Stück hatte. Man freute sich, davon zu wissen
es vielleicht zu betrachten zu dürfen und gönnte es dem anderen.
Es war "lediglich" Anlass zum Fachsimpeln. Es hat nicht den unbedingten
Druck erzeugt es auch haben zu müssen. (Der heute dann auch schnell
realisiert werden kann und damit die Spannung / das Erlebnis im Moment
des Kaufens verpuffen läßt.)

E) Die Langfristigkeit des Aufbaus einer Sammlung. Es mußte lange gespart
und gejagt werden um Stücke zu gewinnen. War nichts mit Abo.


> > > Was sammelten eigentlich die Leute vor 50 oder 100
> >>Jahren? Zinnteller, Bierkrüge, Andenken an Schlachten, alles Zeug, daß
> >>heute nur noch eine winzige Minderheit echt begeistert.
>
> Na so gross ist die Zahl der MoBa-Sammler auch wieder nicht; ich vermute
> mal dass es wesentlich mehr Briefmarken- und Münz- als MoBa-Sammler gibt.
>
> > Ich denke, dass in der Zeit wesendlich weniger gesammelt wurde. Und
> > wenn dann ware es eher Gebrauchsgegenstände oder Anlas bezogenene
> > Erinnerungsstücke (Souveniers) die mit Erlebnissen des Sammlers in
> > Zusammenang standen.
>
> Da hast du sicher Recht, aber bedenke auch, noch nie zuvor hatten die
> Leute soviel Geld zur freien Verfügung. Wer gerade mal seinen
> Lebensunterhalt bestreiten kann, kann und wird sich auch kein teures
> Hobby leisten.
>

ACK, siehe oben.
Kommt wahrscheinlich wieder.
Der Trend geht zum Tagelöhner auf hohem Niveau. :-(

> > Der Anteil der Sammler die rein auf Wertanlage gesammelt haben
> > dürfte verschwindend gering gering gewesen sein.
>
> s.o. Dazu kommt aber mit Sicherheit auch noch die allgemeine Habgier
> heutzutage.

Sieh oben, Thema Neid.


>
> > Und beim M* Marketing erscheint es mir so, das die zu erwartende
> > Wertsteigerung (fälschlicherweise von der Wertsteigerung des "echt
> > alten M* Materials impliziert, das aber "nur" Spilezeug war und daher
> > verbraucht und nicht gehortet wurde) sehr mit zur Motivation
> > des Sammeln herangezogen wurde.
>
> Da braucht das Marketing gar nichts dazu beitragen.

Hat es aber aktiv. Schau mal auf M* Anzeigen.

> Da muss der geneigte Sammler sich nur mal auf Börsen
> und/oder eBay umschauen was für Preise da verlangt
> und auch bezahlt werden.

Selbst dran schuld...


>
> >>Ich glaube einfach, wenn man der Modellbahn die
> >>Komponenten Spiel, Konstruktion, Tüfteln, soziales
> >>Spiel und Kreativität nimmt, ist sie nicht besonderes mehr.

> > ACK.
> > aber will das noch, wer kann das noch ?
> >
> >
> >>Sammeln ist sicher befriedigend, hat aber keine Kreativität i.e.S.
> >>Dem Spekulanten ist es doch egal, womit er sein Geld verdient,
> >>der Sammler ist auch schneller bereit, das Sammelgebiet zu wechseln,
> >>als es ein Spiel- und Modellbahner tut.
>
> Zwischen Sammeln und Sammeln gibt es aber auch Unterschiede. Nicht jeder
> Sammler ist Spekulant. Ich sammle z.B. auch Modellautos, habe aber bis
> jetzt noch nie ein Auto wieder verkauft, ebenso bin ich nicht bereit
> horrende Preise für Modelle zu zahlen. Wenn ich das Modell nicht zu
> einem akzeptablen Preis kriege gibt es das eben nicht in meiner
> Sammlung. Ich weiß auch nicht wie viel die Sammlung "Wert" ist (wird
> nicht so viel sein, da die meisten Autos gesupert oder umgebaut sind)
> und würde sie auch nicht verkaufen.


Du untergräbst (wie ich) das Wertesystem der spekulativen Sammler.
Kannst du dir das leisten ? ;-)


>
> >>Man könnte sogar behaupten,
> >>wenn erst die Nachlaßverkäufe billigst den Markt überschwemmen,
> >>verlassen viele Sammler den Bereich. Einmal wegen des Wertverlustes
> >>der Sammlung, andererseits weil es keine Herausforderung mehr ist,
> >>eine SK 800 oder eine E 46 von EIO der ersten Ausführung zu besitzen.
>
> Dazu braucht es gar keine Nachlässe. Auch vielen "Hard-Core-Sammlern"
> geht irgendwann das Geld aus und wenn dann die frustrierten ihre
> Sammlungen auf den Markt werfen werden die Preise abstürzen was dann
> noch mehr zum Verkauf bewegt um noch zu retten was retten ist usw. usf..
>
> Die Hersteller merken das ja schon an dem rückläufigen Umsätzen. Der
> Markt für Neuware ist doch im Prinzip schon kaputt, jeder versucht jetzt
> noch soviel Geld wie möglich abzugreifen ehe die ganze Blase platzt.
>

Gilt bestimmt für die, die auf Sammlermärkte gesetzt haben.

Der Markt als Spielzeug / Betriebsbahner wird kleiner werden.
Das müssen die Firmen (leider) gesund schrumpfen um überhaupt zu
überleben.
Wenn Piko nur noch von der Hobbyline leben könnte, müßten da sicher
auch Leute gehen oder das "einfache" Zeug wird in Länder mit weniger
Lohnniveau verlagert.

Die Jobs hier könnten nur durch "echte" Bewertung des Transports
erzwungen werden. Nur dann fällt gesamtwirtschaftlich unser Export
ab. Und dann gehen da wieder Jobs vor die Hunde.


Denkt sich

Dirk Flackus
Rastatt
(der das alles nicht immer so schwarz sieht wie hier und
sich doch seines Lebens und Hobbys erfreut.)


Philipp Kotter

unread,
Aug 28, 2004, 4:28:41 PM8/28/04
to
Dirk Flackus wrote:
> Olaf Kuba schrieb in im Newsbeitrag:
>>Dirk Flackus schrieb:

>
> [Jugend, RC Modellbau, Platikmodelle]
>
>>>Läuft das noch bei der Jugend ?
>>
>>Hintergrund war dass auch Revell (wie andere
>>Modellbauhersteller auch) mit Umsatzrückgängen zu kämpfen hat. Diese
>>Studie kam zu dem Ergebnis, dass Modellbau bei der Jugend von heute
>>"Megaout" ist.
>
> Stand denn drin was Mega in ist ?

Klingeltöne im Jamba-Monatspaket.

> Und wie lange etwas Mega in ist ?

Bis es den nächsten ultimativen Klingelton gibt.

Bei mir im Dorf hat ein neuer Modellbahn und Modellbau-Händler
aufgemacht, der hat sehr viel Revell. Ich hatte mich recht lang mit ihm
unterhalten, weil mir auffiel, dass er Piko und Auhagen führt, aber so
gut wie kein Märklin. Er meinte, dass recht viele junge Menschen
Revell-Kram kaufen würden, das liefe bei der Jungend wesentlich besser
als Modellbahn. Wobei da auch hin und wieder einer kommt und einen
günstigen Wagen kauft.

Gruss, Philipp "schick 'poly3' an die 74747<2 Kotter

Erik Meltzer

unread,
Aug 28, 2004, 6:28:38 PM8/28/04
to
Moin!

Dirk Flackus schrieb:
[Viel Wahres]



> Wie ist das eigendlich mit selber SW schreiben ?
> Es gab doch mal eine Generation die am C64 wahre
> Wunderwerke vollbracht hat und die HW und
> Firmware der Kiste 100 % disambliert hatte.

Zu Atari-Zeiten wußte ich von jeder Datei auf meiner Platte,
was sie ist und wozu sie dient. Heute kuck ich ins Windows-
Verzeichnis und krieg die Krätze. (Und das liegt nicht an
Windows, auf Linuxkisten ist das genauso.) Die Dinger sind
einfach viel zu komplex, als daß sie ein normalsterblicher
Hobbyist noch komplett durchblicken könnte.



> Ist das Erstellen von HPs in ?

Nicht zu Fuß. Zusammenklicken, natürlich gleich mit einem
phatten Phorum dabei, schon.

[...]


> Schaut man in die Mobapresse der 60 und 70er, da gab es noch viele
> Wunschmodelle und Grund zum Selberbauen / Umbauen.
> Wer braucht das denn heute noch ?

Wer nicht grade H0 Epoche 3..5 macht ...

> Der Spielwert und das Erlebnis Bewegung, das Taktile beim Aufsetzen
> aufs Gleis, feinfühliges Fahren, Kuppeln.
> Bei M* sogar der Geruch und das Geräusch.

Nicht nur bei Mäh. Ein feines Faulhaber-Singen hat auch was,
und der Duft von Karbolineum-gealterten Steuerungen ...

> All diese Erlebnisse gönnt sich der reine Sammler nicht mehr.

ACK.



> Ich denke heute fehlt den Leuten
> A) Das Bwußtsein der Unsicherheit, das den Wert einer
> Sammlung ausmacht. "Ich" habe das Zeug nur auf Zeit dem Schicksal
> abgestrozt. "Ich" mußte es "mir" absparen. "Ich" habe es gesucht / verfogt.
> Mein eigener Tod kann jederzeit dem Genuß der Sammlung ein
> Ende setzen
>
> B) Die Muße in Betrachtung glücklich zu sein. Die Ruhe immer
> das Gleiche zu genießen und dabei immer besser kennenzulernen.
> Der Wunsch Vertrautheit zu gewinnen. (Paßt zur Wegwerfmentalität.
> "Ich" baue keine Beziehung zu meinem Besitz auf. Habe daher auch
> nicht das Bedürfnis ihn zu erhalten / reparieren zu lassen.)
>
> C) Anstrengungen über den Erlebnismoment hinaus zu unternehmen.
> Es wurde Zeit geopfert und Wissen über den gesammelten Gegenstand
> erworben. Es wurde die Sammlung gepflegt.
>
> D) Die gegenseitige Anerkennung ohne Neid. Man konnte es ertragen,
> dass einer ein spezielles Stück hatte. Man freute sich, davon zu wissen
> es vielleicht zu betrachten zu dürfen und gönnte es dem anderen.
> Es war "lediglich" Anlass zum Fachsimpeln. Es hat nicht den unbedingten
> Druck erzeugt es auch haben zu müssen. (Der heute dann auch schnell
> realisiert werden kann und damit die Spannung / das Erlebnis im Moment
> des Kaufens verpuffen läßt.)
>
> E) Die Langfristigkeit des Aufbaus einer Sammlung. Es mußte lange gespart
> und gejagt werden um Stücke zu gewinnen. War nichts mit Abo.

Jau. Haben wir Modellbahnfrokler alles. Deswegen mag ich mein
Hobby ja so.

Liebe Grüße,
Erik.
--
Motoren dröhnen
Doch Schleifer rasseln lauter
Adieu Illusion
-- Haikus für den Marktführer, Teil 1

Martin Schoenbeck

unread,
Aug 29, 2004, 9:13:10 AM8/29/04
to
Hallo Dirk,

Am Thu, 26 Aug 2004 19:59:11 +0200 schrieb Dirk Flackus:

> Das gilt für andere "Erwacxhsen gewordene" Kinderspielzeuge wie RC
> Modellbau.

Kann ich nicht bestätigen. Wir haben in unserer Modellflugtruppe keine
Nachwuchsprobleme. Allerdings betreiben wir auch aktive Nachwuchsgewinnung.

Gruß Martin

Dirk Flackus

unread,
Aug 29, 2004, 2:06:03 PM8/29/04
to

Martin Schoenbeck <ms.usene...@schoenbeck.de> schrieb in im
Newsbeitrag: 1lipzzixqqj4l.1...@40tude.net...

Mit Peters Mais ?
Braucht ihr dann die Microwelle um den Nachwuchs
schneller flugfähig zu bekommen ?

Mal im Ernst:
Wie und wo sprecht ihr den Nachwuchs an ?
Welche Altersgruppe und mit welchem Programm ?
Gebt ihr Finanzhilfe / Einstiegsleihmodelle ?
(So wie Instrumente bei den Musikschulen.)

Ist das ganze Outdoor orientiert ?
Geht ihr zu den Leuten oder müssen sie zu
euch kommen ?

Und welche Verweildauer hat euer Nachwuchs ?
Bei den einen Verein kommen jedes Jahr 5 Neu dazu von
denen dann 3-4 bleiben und im Verein alt werden.

In anderen Vereinen kommen jedes Jahr 20 dazu, dafür
bleibt nur jedes 2 Jahr einer der bleibt.

Beide Vereine können von sich sagen, dass sie Nachwuchs
haben. ;-)


Diese und andere Informationen wissbegierig
aufsaugend

Dirk Flackus
Rastatt


Martin Schoenbeck

unread,
Aug 29, 2004, 2:48:30 PM8/29/04
to
Hallo Dirk,

Am Sun, 29 Aug 2004 20:06:03 +0200 schrieb Dirk Flackus:

> Mal im Ernst:
> Wie und wo sprecht ihr den Nachwuchs an ?
> Welche Altersgruppe und mit welchem Programm ?
> Gebt ihr Finanzhilfe / Einstiegsleihmodelle ?
> (So wie Instrumente bei den Musikschulen.)

Beispielsweise jetzt in den Ferien bieten wir jeden Donnerstag
Schnupperfliegen an. Das wird über die Zeitungen verbreitet. Da können
Interessierte das Modellfliegen mit einem vereinseigenen Flieger
ausprobieren. Mit dem _können_ sie auch danach noch weiter trainieren, die
meisten, die es ernsthaft angehen wollen, besorgen sich dann aber ein
eigenes Modell. Leihmodelle sind nicht sinnvoll, jedenfalls nicht in dem
Sinn, daß man sie ihnen mitgibt, weil am Anfang ohnehin ein Lehrer benötigt
wird. Finanzen sind meist aber auch nicht das Problem.

Außerdem machen wir regelmäßig Flugtage und bieten Schnupperfliegen auch an
anderen Tagen auf Nachfrage an.

> Ist das ganze Outdoor orientiert ?

Ja.

> Geht ihr zu den Leuten oder müssen sie zu
> euch kommen ?

Der Flieger ist verbrennungsmotorgetrieben, den darf man nicht überall
fliegen. Sie kommen also zu uns.


> Und welche Verweildauer hat euer Nachwuchs ?
> Bei den einen Verein kommen jedes Jahr 5 Neu dazu von
> denen dann 3-4 bleiben und im Verein alt werden.

Das könnte ungefähr passen.



> In anderen Vereinen kommen jedes Jahr 20 dazu, dafür
> bleibt nur jedes 2 Jahr einer der bleibt.

Nee, glücklicherweise nicht.

> Beide Vereine können von sich sagen, dass sie Nachwuchs
> haben. ;-)

Naja, unter Nachwuchs haben verstehe ich schon etwas längeres.

Gruß Martin

tobias b köhler

unread,
Aug 30, 2004, 6:38:38 AM8/30/04
to
Martin Schoenbeck schrieb:

> Beispielsweise jetzt in den Ferien bieten wir jeden Donnerstag
> Schnupperfliegen an.

Die Schnupperfliege - moderner verwandter der Steinlaus?

Martin Schoenbeck

unread,
Aug 30, 2004, 7:39:28 AM8/30/04
to
Hallo Tobias,

Ja. Stück ein Euro dreißig.

Gruß Martin

Werner Falkenbach

unread,
Aug 30, 2004, 7:56:08 AM8/30/04
to
Hallo Martin,

Martin Schoenbeck schrieb:

>>Die Schnupperfliege - moderner verwandter der Steinlaus?
>
> Ja. Stück ein Euro dreißig.

Teufel auch.
Limitiert? Platinflügel?

Ich habe letztes Jahr 500 Florfliegenlarven für zusammen 10,--
gekauft. Man bekommt dort auch 10Mio Tiere für 10,-- ;-)

http://www.katzbiotechservices.com/shop.html

Übrigens: das wirkt!

Grüße
Werner
--
* * * * * THEMA SCHMALSPURBAHN * * * * *
http://home.t-online.de/home/werner.falkenbach
mailto:Werner.F...@t-online.de

Markus Schild

unread,
Aug 31, 2004, 5:21:42 PM8/31/04
to

"A.Lange" <Die_werbu...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:41298BD8...@gmx.de...
>
> http://www.gillcom.de/drmb/markenmythos-red.ppt
>

Hallo Andreas,

eigentlich hast Du das sehr gut durchleuchtet. Was mich aber wundert, ist
unkritisch Du die selbstgestrickten Legenden von Märklin wiedergibst:

1859 hat M* sicher noch kein Spielzeug verkauft, auch 1860 und 1870 war das
noch ein ganz normaler Blechnerbetrieb, der Regenrinnen und Töpfe
produzierte. Sehr optimistisch fänfgt die Firma 1875 mit Puppenzubehör an,
aber auch dafür fehlt (mir) jeder Nachweis.

Natürlich hat Märklin die erste Systembahn 1891 in Leipzig präsentiert, aber
es war gar nicht ihr Produkt. Sondern das von Lutz, Ellwangen; die Firma
wurde kurze Zeit später von M* übernommen.

Auch eine 16,5mm Bahn mit Mittelleiter war 1935 schon mehr als zehn Jahre
Stand der Technik (Bing).

Fazit: Zum Mythos gehört auch eine schön gestrickte Firmenlegende - ääh
Firmengeschichte.

mfg

Markus Schild
(Märklinist)

Jens Ullmann

unread,
Aug 31, 2004, 5:41:52 PM8/31/04
to
Moin, moin

Markus Schild wrote:

> Natürlich hat Märklin die erste Systembahn 1891 in Leipzig präsentiert, aber
> es war gar nicht ihr Produkt. Sondern das von Lutz, Ellwangen; die Firma
> wurde kurze Zeit später von M* übernommen.
>
> Auch eine 16,5mm Bahn mit Mittelleiter war 1935 schon mehr als zehn Jahre
> Stand der Technik (Bing)

;auch die Firma wurde kurze Zeit später von M* übernommen.

SCNR Je"GeCHichte wiederholt sich"ns

Hans Pesserl

unread,
Aug 28, 2004, 5:35:57 PM8/28/04
to
Hallo,

Michael Landenberger schrieb:

> Und der zufriedene Kunde bleibt bei seiner
> Marke und trägt sein Geld dann eben nicht zur Konkurrenz
> (siehe mein Beispiel mit Bosch-Kühlschränken und
> -Elektrowerkzeugen). Außerdem spricht sich ein guter Ruf
> 'rum, und Empfehlungen bringen neue Kunden und damit Umsatz.

Wobei bei den leuten grundsaetzlich nur der gute name, verbunden mit dem
prestige entscheidet. Qualitaet hat normalerweise nicht die meisten
kaeufer!

Nur als beispiel, wo es genug tests und auswertungen gibt:
Bei den autos war Toyota immer die absolute nummern 1 was
zuverlaessigkeit angeht, trotzdem ist der Golf verkaufsschlager. Und da
gibt es unzaehlige beispiele.

Macht nichts, darum ist qualitaet billiger. Also nur weiter so, ich
brauche die opferlaemmer ;-).

Liebe gruesse

Hans


Hans Pesserl

unread,
Aug 28, 2004, 5:46:25 PM8/28/04
to
Hallo,

"A.Lange" schrieb:

> Bei Händys kommt wieder eine neue Killeraplikation (oder so) und schon
> nutzt der Knilch das Teil nur 6 Monate. Was juckt da der Accu?

Es ist halt leider schwer, das richtige produkt zu erwischen, das diesem
trend nicht entspricht.

Ich versuche immer zu schauen, dass moeglichst alte und bewaehrte
komponenten enthalten sind. Zb. ein "uraltakku" beim telefon, der
trotzdem moderner technologie entspricht. Ich denke da an den von Nokia,
der ohne zerlegen zu entfernen ist und oben den ovalen
entriegelungsknopf hat. Inzwischen auch schon geschichte, was ich so
gesehen habe. Und die 3g, die das ganzsuperuebercoolklingkling leichter
ist, sind mir sowas von egal. Was soll schon glump wert sein, das nach
einem halben jahr nicht mehr produktions- also marktfaehig ist?

Liebe gruesse

Hans


Hans Pesserl

unread,
Aug 28, 2004, 5:55:32 PM8/28/04
to
Hallo,

Peter Köhlmann schrieb:

> Es ging wohl eher darum, dass die Dinger ab und zu auch mal zu Hause standen
> anstatt in der Werkstatt
> Es hat die Käufer herzlich wenig interessiert, dass Video2000 technisch
> "besser" war. Aber das die Geräte nichts taugten hat sich sehr wohl
> herumgesprochen. Als sie dann endlich mal einigermassen hielten war der Zug
> abgefahren

Wer hat dir den schmaeh erzaehlt? Ich kenne heute noch leute, die ein
geraet zuhause haben und das funkioniert! Nur mit den baendern wird es
ein problem.

Aber das mit den herumsprechen kenne ich. Dort wo "Greti und Pleti"
erzaehlen, wie schlecht etwas ist, muss man sofort zuschlagen, umgekehrt
vorsichtig sein! Nur schafe heben den schwanz, wenn eines zu sch*
anfaengt...

Liebe gruesse

Hans

Peter Köhlmann

unread,
Sep 2, 2004, 1:27:50 PM9/2/04
to
Hans Pesserl wrote:

> Hallo,
>
> Peter Köhlmann schrieb:
>
>> Es ging wohl eher darum, dass die Dinger ab und zu auch mal zu Hause
>> standen anstatt in der Werkstatt
>> Es hat die Käufer herzlich wenig interessiert, dass Video2000 technisch
>> "besser" war. Aber das die Geräte nichts taugten hat sich sehr wohl
>> herumgesprochen. Als sie dann endlich mal einigermassen hielten war der
>> Zug abgefahren
>
> Wer hat dir den schmaeh erzaehlt? Ich kenne heute noch leute, die ein
> geraet zuhause haben und das funkioniert!

Welchen Teil von "Als sie dann endlich mal einigermassen hielten" hast du
nicht verstanden?

< snip den üblichen Kram von Hans >
--
Linux is like a wigwam: no windows, no gates and an apache inside!

A.Lange

unread,
Sep 6, 2004, 7:51:14 AM9/6/04
to
Markus Schild schrieb:

>
> "A.Lange" <Die_werbu...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:41298BD8...@gmx.de...
> >
> > http://www.gillcom.de/drmb/markenmythos-red.ppt
> >
> eigentlich hast Du das sehr gut durchleuchtet. Was mich aber wundert, ist
> unkritisch Du die selbstgestrickten Legenden von Märklin wiedergibst:
>
> [...]

Und da zeigt sich wieder, daß ich nicht wirklich über
Modellbahngeschichte Bescheid weiß. Aber ich hoffe doch, daß das Prinzip
der mythischen Marke durch meine ungenauen Recherchen nicht schaden
genommen hat. :-)

Hans Pesserl

unread,
Sep 6, 2004, 10:59:33 AM9/6/04
to
Hallo,

Michael Landenberger schrieb:

> > "Äääääääh Hamo, da kriege ich die Krätze!"
>
> Kann es sein, dass das Gleichstrombahner waren und von allem,
> was aus Göppingen kommt, "die Krätze" kriegen?

Jede wette!

:-))))))

Liebe gruesse

Hans


Hans Pesserl

unread,
Sep 6, 2004, 11:05:24 AM9/6/04
to
Hallo,

Erik Meltzer schrieb:

> > z. B. das Beispiel Toyota.
>
> Daß die "alles" richtig machen, halte ich aber auch für ein
> Gerücht ...

Zumindest machen sie es laut ADAC und OeAMTC/ARBOe am besten! Und das
bald seit jahrzehnten.

> Da sind im Automobilbereich aber auch die gesetzlichen Vorschriften
> vor. Ich halte den grassierenden Sicherheits- und Abgaswerte-Wahn
> seit mindestens 10 Jahren für überzogen.

Ein umweltferkel?

Liebe gruesse

Hans


Hans Pesserl

unread,
Sep 6, 2004, 11:28:06 AM9/6/04
to
Hallo,

Erik Meltzer schrieb:

> oder Volvo 340 sicher auch gern,
> aber eben auch öfter und weniger kompetent betreuen würde. ;-)

Bei welchem VW ist mit 353.000 km alles ausser dem zylinderkopf und
bremsverstaerker original? Ja, auch kupplung, stossdaempfer,
lenkungsgelenke, achsmanschetten usw.. Den oelschaden vor 200.000 km
rechne ich nicht mit, da hat hoechstens der oelschalter mit schuld, wenn
der deckel beim nachfuellen nicht haelt und sich verabschiedet. Selbst
auspuff ist erst der 2. drauf, bremsscheiben ebenso. Da aber Graz
unglaublich salz streut, frisst ihn der rost.

Ich habe einen freund mit 2er-Golf, dem seine servicekosten sind ein
reiner wahnsinn gewesen! Aber dem ist genauso nach 280.000 km der
alukopf floeten gegangen! Wie abgesprochen mit Volvo/Renault. Ansonsten
konnte man den wagen beinahe als neuaufgebaut bezeichnen, abgesehen vom
blech, weil der die km schon nach 5 jahren hatte.

Noch fragen wegen dem Volvo?

Liebe gruesse

Hans

Erik Meltzer

unread,
Sep 7, 2004, 4:10:29 PM9/7/04
to
Moin!

Hans Pesserl schrieb:
> Erik Meltzer schrieb:


> > Ich halte den grassierenden Sicherheits- und Abgaswerte-Wahn
> > seit mindestens 10 Jahren für überzogen.
>
> Ein umweltferkel?

Kurzsichtig wie die meisten. Tip: Herstellung und Entsorgung von
zunehmend mit Magnesium, Aluminium, Plastik und Elektronik
vollgestopften Neuwagen läßt die Umwelt auch nicht kalt. Gut
die Hälfte der Schadstoffe, die ein Automobil in seinen
durchschnittlich 12 Jahren verursacht, fallen im Werk, in der
Werkstatt und beim Schrott an, nicht auf der Straße. Tendenz
steigend. Dagegen sind die paar Prozentpunkte, die Euro 1 und
Euro 4 beim Abgas unterscheiden, ein laues Lüftchen.

F'up2home wg. OT.

HTH,
Erik.
--
"Aber Märklin ist - glaube ich - weniger krebs- als DC-erregend. Und das
ist wesentlich harmloser..."
-- Joachim Graf in d.r.m.b. über Rauchen und andere Suchtverhalten

Erik Meltzer

unread,
Sep 7, 2004, 4:06:24 PM9/7/04
to
Moin!

Hans Pesserl schrieb:


> Bei welchem VW ist mit 353.000 km alles ausser dem zylinderkopf und
> bremsverstaerker original?

Meiner gibt sich Mühe. Okay, hintere Bremssättel und Auspuff sind neu
(bei ca. 300 Mm), den Kat hatte es schon bei 240 Mm zerlegt, und die
Dämpfer sind zumindest hinten auch nicht mehr die ersten, aber sonst:
nix. Jetzt 326 Mm auf ungeöffnetem Motor. 87er GTI 16V, nicht eben
der Inbegriff des Ewigkeitsautos. Nicht mal rosten tut er.

F'up2home wg. OT.

HTH,
Erik.
--
Es ist Digital
Doch wär's ohne nicht bill'ger?
Es ist Digital
-- Haikus für den Marktführer, Teil 7

Markus Schild

unread,
Sep 7, 2004, 6:38:21 PM9/7/04
to

"A.Lange" <Die_werbu...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:413C4F32...@gmx.de...

> Aber ich hoffe doch, daß das Prinzip
> der mythischen Marke durch meine ungenauen Recherchen nicht schaden
> genommen hat. :-)
>

Hallo Andreas,

nein hat es sicher nicht. Aber es gibt noch etwas Weiteres völlig
irrationales:

Der M*-Geruch: (nein, ich will niemanden vera*****)

Märklinisten stehen drauf, ist legal, aber für viele wie Dope: Lasse ein
älteres M*-Produkt (so bis 1980) mit Motor ein paar Minuten laufen und Du
riechst es: Es riecht nach M*! Kein Hersteller hat dies je kopiert. Eine
Mischung aus verbranntem Öl, Ozon, Gummi und was noch alles. Sicher ein
Geheimrezept ;-). Aber es stimmt. Das ist "wie mit sechs Jahren unter dem
Weihnachtsbaum" aber suchterzeugend wiederholbar.

Auch andere M*-Spielzeuge riechen nach M*. Beispielsweise alte
Metallbaukästen. Man kann Teile durchaus am Geruch als M* authentifizieren.
Selbiges gilt auch für andere Blechspielzeuge. (auch kein Scherz)

Ich selber finde das herrlich (ich bekenne!).

Gerüche und dadurch vermittelte Stimmungen entziehen sich weitgehend
rationaler Beschreibung, daher kann ich hier auch nur andeuten.

mfg

Markus Schild



Michael Landenberger

unread,
Sep 8, 2004, 4:39:40 AM9/8/04
to
Hallo,

"Markus Schild" schrieb:

> Aber es gibt noch etwas Weiteres völlig irrationales:
>
> Der M*-Geruch: (nein, ich will niemanden vera*****)

Es ist nicht nur der Geruch, sondern auch die Geräusche. Der
rasselnde Schleifer und der spezielle Klangkörper, der durch
die M-Gleise in Verbindung mit den schweren Fahrzeugen
entsteht, ist einfach einzigartig. Was andere Modellbahner
als "Lärm" bezeichnen, ist IMHO Eisenbahn-Geräuschkulisse
pur, weit jenseits von allen Soundmodulen. Ich bin
bekennender Rasselbahner ;-)

Und als es darum ging, meinem Sohn eine Großbahn zu kaufen
und ich vor der Entscheidung zwischen Märklin Maxi und LGB
stand, war diese in der ersten Sekunde gefallen, als ich
eine Märklin-Maxi-Lok in Händen hielt. Sogar der von dir
beschriebene typische Geruch war da, selbst ohne die Lok in
Betrieb zu nehmen. Die Geräusche sind zwar andere als bei
M-Gleisen, aber immer noch sehr eisenbahntypisch. Einfach
herrlich!

Gruß

Michael

A.Lange

unread,
Sep 8, 2004, 5:46:25 AM9/8/04
to
Markus Schild schrieb:

>
> "A.Lange" <Die_werbu...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:413C4F32...@gmx.de...
>
> > Aber ich hoffe doch, daß das Prinzip
> > der mythischen Marke durch meine ungenauen Recherchen nicht schaden
> > genommen hat. :-)
>
> nein hat es sicher nicht. Aber es gibt noch etwas Weiteres völlig
> irrationales:
>
> Der M*-Geruch: (nein, ich will niemanden vera*****)
>
> Märklinisten stehen drauf, ist legal, aber für viele wie Dope: Lasse ein
> älteres M*-Produkt (so bis 1980) mit Motor ein paar Minuten laufen und Du
> riechst es: Es riecht nach M*! Kein Hersteller hat dies je kopiert. Eine
> Mischung aus verbranntem Öl, Ozon, Gummi und was noch alles. Sicher ein
> Geheimrezept ;-). Aber es stimmt. Das ist "wie mit sechs Jahren unter dem
> Weihnachtsbaum" aber suchterzeugend wiederholbar.

Naja, ich weiß nicht, ob M* diesen Geruch wirklich vorsätzlich auslöst.
Aber Du hast recht, ich kenne ihn auch, obwohl er bei mir sicher nicht
echt war, da ich die Loks mit Gleichstrom auf Zweischienengleis
betrieb... :-)

Solche Gerüche kenne ich aber auch von den frühen Pikolokomotiven, so
aus den 50er Jahren. Und, in abgeschwächter form, auch von den
Gützoldmotoren ab Baujahr 1959. Das mag nun jeder interpretieren, wie er
will.

A.Lange

unread,
Sep 8, 2004, 7:15:02 AM9/8/04
to
Michael Landenberger schrieb:

>
> Hallo,
>
> "Markus Schild" schrieb:
>
> > Aber es gibt noch etwas Weiteres völlig irrationales:
> >
> > Der M*-Geruch: (nein, ich will niemanden vera*****)
>
> Es ist nicht nur der Geruch, sondern auch die Geräusche. Der
> rasselnde Schleifer und der spezielle Klangkörper, der durch
> die M-Gleise in Verbindung mit den schweren Fahrzeugen
> entsteht, ist einfach einzigartig. Was andere Modellbahner
> als "Lärm" bezeichnen, ist IMHO Eisenbahn-Geräuschkulisse
> pur, weit jenseits von allen Soundmodulen. Ich bin
> bekennender Rasselbahner ;-)

Im Rahmen einer Retro-Anlage oder einer Anlage, die stilecht die 50er
darstellt, finde ich das auch toll. Wenn nicht nur die Fahrzeuge aus der
Zeit stammen, sondern auch das Zubehör und das Anlagenthema.
Das hat was und ich sehe es mir genauso gern an wie Spur0- oder
Spur1-Anlagen mit schwankenden Fahrzeugen, Mitteleiter und viel Gedröhn.

_Das_ ist _elektrische_Eisenbahn_, was wir heute haben, ist Modellbahn.
Lautlose Loks, verschähmt summende Faulhaber, usw. Und jetzt werde ich
ketzerisch: So wenig, wie jemand eine historische Anlage bei gewünschter
öffentlicher Akzeptanz digital steuern wird oder mit Faulhabermotore
ausgestattete Loks einsetzen wird/ kann, so wenig kann _ich_
"Rasselbahn" als zeitgemäße Modellbahn akzeptieren.


> Und als es darum ging, meinem Sohn eine Großbahn zu kaufen
> und ich vor der Entscheidung zwischen Märklin Maxi und LGB
> stand, war diese in der ersten Sekunde gefallen, als ich
> eine Märklin-Maxi-Lok in Händen hielt. Sogar der von dir
> beschriebene typische Geruch war da, selbst ohne die Lok in
> Betrieb zu nehmen. Die Geräusche sind zwar andere als bei
> M-Gleisen, aber immer noch sehr eisenbahntypisch. Einfach
> herrlich!

Auch in meine Augen hääte LGB keine Chance. Ich habe nun einige Anlagen
gesehen, sicher auch wegen der Größenverhältnisse wirkt das auf mich
immer ein wenig spielzeughaft. Das liegt aber möglicherweise auch an der
Vorbildwahl und der Farbgebung der LGB-Erzeugnisse. Mit Lack und
Alterung ist da sicher viel zu machen.

Michael Landenberger

unread,
Sep 8, 2004, 7:17:15 AM9/8/04
to
Hallo,

"A.Lange" schrieb:

[Rasselbahn]

> Im Rahmen einer Retro-Anlage oder einer Anlage, die stilecht die
> 50er darstellt, finde ich das auch toll. Wenn nicht nur die
> Fahrzeuge aus der Zeit stammen, sondern auch das Zubehör und das
> Anlagenthema.
> Das hat was und ich sehe es mir genauso gern an wie Spur0- oder
> Spur1-Anlagen mit schwankenden Fahrzeugen, Mitteleiter und viel
> Gedröhn.

moderne Spur-1-Fahrzeuge schwanken nicht, exakte Gleislage
vorausgesetzt.

> _Das_ ist _elektrische_Eisenbahn_, was wir heute haben, ist
> Modellbahn. Lautlose Loks, verschähmt summende Faulhaber, usw.

> So wenig, wie jemand eine historische Anlage bei gewünschter


> öffentlicher Akzeptanz digital steuern wird oder mit
> Faulhabermotore ausgestattete Loks einsetzen wird/ kann, so
> wenig kann _ich_ "Rasselbahn" als zeitgemäße Modellbahn
> akzeptieren.

Nun gut, ich müsste "Rasselbahn" genauer definieren: eine
Modellbahn, die trotz aller zeitgemäßen Präzision und
Detaillierung beim Fahren immer noch eisenbahntypische Geräusche
erzeugt, und zwar auf mechanischem Wege. Dass das besonders bei
großen Anlagen in Lärm ausarten kann, den man irgendwie dämmen
muss, steht außer Frage. Aber ein vollkommen geräuschlos
dahingleitender Güterzug ist einfach nicht mein Ding, auch nicht
bei einer modernen Modellbahn.

Gruß

Michael

tobias b köhler

unread,
Sep 8, 2004, 7:47:06 AM9/8/04
to
Michael Landenberger schrieb:

> Nun gut, ich müsste "Rasselbahn" genauer definieren: eine
> Modellbahn, die trotz aller zeitgemäßen Präzision und
> Detaillierung beim Fahren immer noch eisenbahntypische Geräusche
> erzeugt, und zwar auf mechanischem Wege. Dass das besonders bei
> großen Anlagen in Lärm ausarten kann, den man irgendwie dämmen
> muss, steht außer Frage. Aber ein vollkommen geräuschlos
> dahingleitender Güterzug ist einfach nicht mein Ding, auch nicht
> bei einer modernen Modellbahn.

Mich stören die mechanischen geräusche einer modellbahn auch nicht.
Und ich habe schon modellbahnausstellungen besucht, auf denen mich am
meisten eine komplett aus material der 50er jahre erbaute
dreischienen-metallgleisanlage fasziniert hat (einschließlich
epochentypischer loks und wagen).

Aber so wie eine große glocke tiefer tönt als eine kleine, spielen sich
auch die modellbahngeräusche zwangsläufig in einem anderen
frequenzspektrum ab. Einschließlich der soundloks, denn ein guter
tieftöner ist in einem modellbahngehäuse nicht unterzubringen.

Eventuell kann von der digitalzentrale aus ein subwoofer unter der
anlage angesteuert werden .... bis die nachbarn aus der
darunterliegenden wohnung sich beschweren kommen :)

A.Lange

unread,
Sep 8, 2004, 11:35:42 AM9/8/04
to
Michael Landenberger schrieb:


> "A.Lange" schrieb:
>
> [Rasselbahn]
>
> > Im Rahmen einer Retro-Anlage oder einer Anlage, die stilecht die
> > 50er darstellt, finde ich das auch toll. Wenn nicht nur die
> > Fahrzeuge aus der Zeit stammen, sondern auch das Zubehör und das
> > Anlagenthema.
> > Das hat was und ich sehe es mir genauso gern an wie Spur0- oder
> > Spur1-Anlagen mit schwankenden Fahrzeugen, Mitteleiter und viel
> > Gedröhn.
>
> moderne Spur-1-Fahrzeuge schwanken nicht, exakte Gleislage
> vorausgesetzt.

Das ist ja auch schon Modellbahn und folgende Ausführung paßt da nicht:


> > _Das_ ist _elektrische_Eisenbahn_, was wir heute haben, ist
> > Modellbahn. Lautlose Loks, verschähmt summende Faulhaber, usw.
>
> > So wenig, wie jemand eine historische Anlage bei gewünschter
> > öffentlicher Akzeptanz digital steuern wird oder mit
> > Faulhabermotore ausgestattete Loks einsetzen wird/ kann, so
> > wenig kann _ich_ "Rasselbahn" als zeitgemäße Modellbahn
> > akzeptieren.
>
> Nun gut, ich müsste "Rasselbahn" genauer definieren: eine
> Modellbahn, die trotz aller zeitgemäßen Präzision und
> Detaillierung beim Fahren immer noch eisenbahntypische Geräusche
> erzeugt, und zwar auf mechanischem Wege. Dass das besonders bei
> großen Anlagen in Lärm ausarten kann, den man irgendwie dämmen
> muss, steht außer Frage. Aber ein vollkommen geräuschlos
> dahingleitender Güterzug ist einfach nicht mein Ding, auch nicht
> bei einer modernen Modellbahn.

Nun, eisenbahntypische Geräusche, was ist das? Diskogeschädigte Ohren
hören vielleicht das leise "Klack-klack" an den Weichen und
Schienestößen nicht mehr, Elloks summen nur noch, den meisten Krach
machen die Lüfter von Trafo und Fahrmotor, es sit doch inzwischen mehr
ein Rauschen.

die mechanisch erzeugten Fahrgeräusche bekommt man heute auch noch, wenn
man auf solchen Schnulli wie Geräuschdämmung verzichtet oder eben
richtig rast.

A.Lange

unread,
Sep 8, 2004, 11:36:57 AM9/8/04
to
tobias b köhler schrieb:

>
> Michael Landenberger schrieb:
>
> > Nun gut, ich müsste "Rasselbahn" genauer definieren: eine
> > Modellbahn, die trotz aller zeitgemäßen Präzision und
> > Detaillierung beim Fahren immer noch eisenbahntypische Geräusche
> > erzeugt, und zwar auf mechanischem Wege. Dass das besonders bei
> > großen Anlagen in Lärm ausarten kann, den man irgendwie dämmen
> > muss, steht außer Frage. Aber ein vollkommen geräuschlos
> > dahingleitender Güterzug ist einfach nicht mein Ding, auch nicht
> > bei einer modernen Modellbahn.
>
> Mich stören die mechanischen geräusche einer modellbahn auch nicht.
> Und ich habe schon modellbahnausstellungen besucht, auf denen mich am
> meisten eine komplett aus material der 50er jahre erbaute
> dreischienen-metallgleisanlage fasziniert hat (einschließlich
> epochentypischer loks und wagen).

Sowas ist ja auch klasse.
Leider sind solche historischen Anlagen sehr selten und wenn, dann meist
Märklin, seltener Trix und Pico Express sieht man seeeehr selten.

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