Guten Abend Andreas,
dann wollen wir mal:
On Sunday, April 28, 2013 9:13:07 PM UTC+2, Andreas Priebe wrote:
> > Also im Klartext: eine Anzahl verschiedener Dekoder habe ich mit ein
> > und dem selben Modell unter allen nutzbaren Betriebssystemen
> > getestet. Eine Bewertung und Analyse der Anleitung inklusive.
> Genau da fängt das Problem schon an.
> Du hast eine Untersuchung mit einem Ergebnis, dass für genau eine Lok gilt.
> Bestenfalls.
Damit beziehst Du Dich auf die Fahrtests, nicht auf die Analyse der Anleitung.
Letztere ist eindeutig.
Übertragbarkeit von Ergebnissen hängt von der Kenntnis der Motoreigenschaften im Allgemeinen (Motortyp usw.) und im Speziellen (Motor mit Getriebe) ab.
> Abgesehen davon, dass Deine Tests die Lok selber verändert haben könnten
> (War sie immer gleich warm? Wie stellt man sicher, dass sie immer gleich
> geschmiert ist? Abnutzung haste ja selber geschildert...)
das geht in die Fehleranalyse ein. Hier verzettelst Du Dich in unnötigen Detailfragen.
> Wie hast Du die Dekoder eingestellt?
> Woher weißt Du, dass das die jeweils beste Variante ist?
> (Höchstgeschwindigkeit z.B. über CV57 bei Zimos begrenzt gibt was
> anderes, als wenn man das klassisch macht.)
Dekodereinstellungen kann man mit der Schwingungsmethode auf die Motoren individuell anpassen, oder (wie bei meinem Modell) die Parameter sind bereits auf den Motor ab Werk abgestimmt.
Das ganze Prozedere kann man vermeiden, wenn man den Dekoder laut Anleitung an ein Betriebsschema anpaßt und dann schaut, wie gut die Umsetzung ist. Beispiel:
es soll eine lineare Kennlinie via CV2,5,6 benutzt werden.
> Noch schlimmer: Welche Software war denn jeweils drauf?
> Wie soll sichergestellt sein, dass nicht ausgerechnet die getestete
> Firmware mit Deinem Testmotor gerade mal nicht klarkommt?
> Oder das die nicht einen grundsätzlichen Bug hat?
Belanglos
> Problem der kombinatorischen Explosion.
> Es gibt dermaßen viele Parameter, an denen man drehen kann (und damit
> meine ich nicht nur die CVs), dass es unmöglich ist, eine allgemein
> gültige Aussage zu bekommen.
damit sind wir wieder bei den Detailkenntnissen zu den Motoren. Siehe oben.
Begründung: >95% alle Nutzer verwenden Standard-Einstellungen. Es kommt nicht auf isolierte Einzeleinstellungen an, sondern auf die oft verwendeten Einstellungen.
Deine Anforderungen in allen Ehren, doch ob die auf andere Personen übertragbar sind ist leider zu bezweifeln.
> Wenn wir jetzt mal annehmen, dass Du es tatsächlich hinbekommen hast,
> die Dekoder optimal auf Deine Testlok einzustellen, hilft das nicht
> wirklich weiter.
echt? lol!
> Unter Vernachlässigung der Streuung vielleicht noch für alle baugleichen
> Loks. [Dass es die Streuung gibt halte ich für unstrittig.]
Ja Streuung gibt es. Nur die Größenordnung ist erheblich kleiner als oftmals gemutmaßt.
> Und dann?
> Darf man doch nicht einfach auf alle anderen Loks übertragen?!
in gewissen Grenzen schon.
> Wenn ein Dekoder mit meinethalben einem Brawa-Fünfpoler gut klarkommt
> heißt das noch lange nicht, dass er auch den ollen Fleischmann-Rundmotor
> gut bedienen kann. Oder einen Faulhaber.
> Dass es auch da noch Unterschiede gibt, je nachdem wie das nachfolgende
> Getriebe aussieht, lassen wir mal eben unter den Tisch fallen. :-)
Um die Übertragbarkeit auf andere Motoren zu beurteilen, benötigt man einen Satz Motorkenndaten. Bei den selbstentwickelten Motoren der Modellbahnhersteller ist das wirklich ein Problem.
> Einen Dekoder würde ich daher genau dann als einen guten Dekoder
> bezeichnen, wenn er sich gut an die verschiedenen Gegebenheiten anpassen
> lässt. Eben nicht, wenn er mit einer ausgewählten Lok gut fährt.
Davon auszugehen, daß bei einem gut funktionierenden Motor der Dekoder automatisch mit einem anderen Motor nicht funktioniert ist sehr gewagt.
> Und damit wird es dann wirklich sehr schwierig.
> Wie oben schon geschrieben: Woher weiß man, dass man die optimale
> Einstellung gefunden hat?
> Ich würde mich nun wirklich nicht als Anfänger bezeichnen, was das
> Konfigurieren von Zimos angeht. Aber zu behaupten, dass ich zuverlässig
> in wenigen Minuten die optimale Einstellung für eine Lok herstellen kann
> wäre absolut vermessen.
Damit bist Du bei Anforderungen an einen Dekoder, die ausschließlich Dich und eine Hand voll Andere (und schon hier mit Änderungen) betrifft, aber defintiv nicht die große Masse. Deine Vorgehensweise ist zur Erstellung eines Testschemas nicht geeignet, da Du Dich in zu viele unnötige Detailfragen verzettelst.
> Es ist halt jedesmal individuell verschieden.
> Ich fange bei jeder Lok mit einem ermittelten Standard-Satz an CVs an
> und fummel dann dran rum, bis es mir gefällt.
> Was mir gefällt kann aber ja vollkommen exotisch sein.
> Und damit sind wir dann endgültig aus dem messbaren Bereich raus. :-)
richtig. Du hast eine Vorgehensweise und ein Anforderungsprofil, welches nicht auf andere Personen übertragbar ist. Der entscheidende Satz aber ist:
> Ich fange bei jeder Lok mit einem ermittelten Standard-Satz an CVs an.
Es geht nicht um die Detailfragen, ob jetzt CVx = 56, CVx+1=57 oder umgekehrt ist, sondern in wiefern mit dem Standardset an CV's die Modelle nutzbar sind.
Die von Dir oben erwähnte Streuung gleicht >99,9% aller Detaileinstellungen aus.
Folglich ist bei einem intensiven Test lediglich festzustellen, ob es eklatante Fehlfunktionen gibt. Beispiele: Geschwindigkeitsänderung des Dekoders beim Einschalten der Stirnbeleuchtung, oder außergewöhnliche Maßnahmen (Kurzschlußerzeugung auf dem Gleis bei PWM analog) um das Modell zum Laufen zu bewegen. Jegliche Beobachtung, die den Betrieb derartig beeinflußt ist ein Fehler.
Folglich kann man sich viele Einstellungen sparen; denn diese Fehler sind unabhängig davon.
Um mal damit auf meine Testreihen zurückzukommen: selbst die Unterschiede im Tempo und in der Zugmasse (Zugkraft) gehen im Rahmen der Fehlergrenzen unter. Folglich ist das also nur Beiwerk.
Ich geben Dir zum Schluß noch ein betriebliches Beispiel:
wenn ich einen Dekoder auf ein bestimmtes Tempo via CV grundlegend und via Fahrstufe explizit einstelle, so erwarte ich von einem Multiprotokoll-Dekoder,
daß die eingestellte Geschwindigkeit unabhängig von der Schienenspannung und unabhängig vom Protokoll erreicht und eingehalten wird.
Dann such mal schön nach Dekodern, die dies wirklich können *eg*.