Rupert Haselbeck wrote:
> Volker Gringmuth schrieb:
>
>> Rupert Haselbeck wrote:
>>>>>Zumindest verursachen sie wohl die meisten Unfälle
>>>>
>>>> In welcher Bezugsgröße? Die meisten Unfälle der Allgemeinen Luftfahrt?
>>>> Des gesamten Luftverkehrs? Des gesamten Verkehrs? Des gesamten
>>>> Planeten?
>>>
>>>Ein Blick in die Flugunfallstatistiken der BFU schafft rasch Klarheit
>>
>> Das ist keine Antwort auf meine Frage.
>
> So? Wenn du Pilot bist, dann müsste doch ein gelegentlicher Blick in diese
> Statistiken von gewissem Interesse sein, hätte ich jetzt mal gedacht
Aus welchem Teil welcher Statistik hast Du denn "Zumindest verursachen sie
wohl die meisten Unfälle" entnommen? Falls _Du_ sie gelesen hast, hättest Du
Volkers Frage ja auch einfach beantworten können, statt händewedelnd
Desinteresse zu unterstellen.
>>>irgendjemand so etwas auch nur denken könnte. Und nur ein einziges Mal
>>>waren für diese, bei schönem Wetter, wochenendüblichen Belästigungen
>>>hinreichend Zeugen vorhanden,
>>
>> Wie habt ihr die Flughöhe gemessen? Nur so aus Interesse.
>
> Die haben wir nicht "gemessen" im Sinne des Wortes. Der Sachverständige
> hat anhand der leichten Erkennbarkeit des aufgemalten Kennzeichens, es
> wurde vom Boden aus von sechs oder sieben Leuten exakt gleichlautend
> erkannt, dem Gericht belegen können, daß dieses Flugzeug viel zu tief
> geflogen sein muß. Der betreffende Flieger war mehrmals binnen einer
> Stunde oder so extrem tief über den Ort geflogen, womit er die Leute dort
> derart nervte, daß etliche zum Telefon griffen und sich bei der Polizei
> beklagten. Nur so, anhand des lesbaren Kennzeichens, war ja auch der
> Übeltäter zu ermitteln.
Dann ist doch alles OK, so einen Fall hatten wir bei uns auch schon und in
Auswertung des ganzen Ärgers wurde damals u.a. festgelegt, daß bei unserer
Vereinsmaschine das GPS vor jedem Flug einzuschalten ist und ein Tracklog
aufzuzeichnen ist. Damals war das Kennzeichen nicht erkannt worden, aber die
Maschine war mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit wirklich unsere.
> Es mag aus der Sicht eines Hobbypiloten ja
> durchaus schön sein, über die Landschaft zu fliegen,
Es ist schön, und der überwiegende Teil der Landschaft ist so auch
unbewohnt, daß es niemanden stören muss.
> doch aus der
> Perspektive derjenigen, welche am Wochenende entspannen und etwas Ruhe
> finden wollen, stellt sich dieses lärmende Geschehen etwas anders dar,
> auch dann, wenn die Herrschaften sich an die Regeln halten.
Das ist dann aber auch wieder Ansichtssache. Und wenn sich am Boden
befindliche Herrschaften tatsächlich so gestört fühlen sollten, daß sie es
garnicht mehr aushalten können, wäre es vielleicht schon hilfreich, einfach
mal zur Quelle des vermeintlichen Übels zu fahren und dort mit dem Finger
auf der Karte zu zeigen, wo man bislang diese unerträglichen Qualen erleiden
müsse. Kann ja sein, daß ein einsames Gehöft tatsächlich ob seiner schönen
Lage öfters mal als Wegpunkt gewählt wird, nicht ahnend, daß gerade dort ein
geschundenes Wesen die Qualen des Broterwerbs zu verdränegen trachtet. In
dem Fall findet sich ganz sicher eine einfache Lösung, zumindest auf dem
örtlichen Flugfeld.
...
>> Die Variante, in der der Pax - berufllich möglicherweise ein Vorgesetzter
>> oder Geschäftsfreund des Piloten, den man nicht enttäuschen will -
>> ständig drängelt ?geh noch tiefer runter, ich will mein Haus ganz groß
>> fotografieren?, während der Pilot leise durch die Zähne flucht, ist dir
>> aber auch bewußt?
>
> Nun ja, es mag wohl auch Menschen geben, für die eine Freundin als
> Vorgesetzter zu werten ist.
> Aber selbst wenn es der Vorgesetzte oder der Geschäftsfreund sein sollte,
> so entschuldigt auch das in keiner Weise die nochmals gesteigerte
> Lärmbelästigung,
Nochmals gegenüber welchem Wert?
> welche einige wenige nur ihres Vergnügens willen anderen
> Menschen zumuten zu dürfen glauben.
Sie brauchen nicht zu glauben, sie dürfen es im Rahmen geltender
Vorschriften (oder eben nicht). Und wenn sie sich nicht dran halten, gibt es
entsprechende Sanktionen. Eigentlich ist es im Grundsatz garkeine so
schlechte Erfindung, so ein Rechtssystem!
> Und da das Gefährliche dieses
> Verhaltens offenbar sogar in Hobbypilotenkreisen durchaus erkannt zu
> werden scheint, wäre es nur konsequent, in solchen Fällen der bewussten
> Gefährdung anderer die Erlaubnis zum Fliegen dauerhaft zu entziehen.
Zum Glück liegt das nicht in Deinem Ermessen...
> Wenn jemand schon wegen solch geringer Anlässe andere Menschen bewußt
> gefährdet, dann gehört er nicht ans Steuer eines Autos und noch weniger in
> das Cockpit eines Flugzeugs. (Außerdem wird der hypothetische Vorgesetzte
> dabei sogleich im Geiste einen Vermerk für die Personalakte formuliert
> haben: "Herrn X mangelt es an Verantwortungsbewusstsein")
Du hast IMHO eine stark verzerrte Sicht auf die Problematik. Was Dir
gefährlich vorkommt, muß es nicht wirklich sein. Vieles läßt sich weit im
Vorfeld auf ganz vernünftige Weise klären. Die Anzeige als letztes Mittel
bleibt im Härtefall ja immer noch.
...
>> Genaues zu eurem Fall kann dir nur der Pilot selbst sagen. Dessen
>> Identität ist ja wohl bekannt, also kein Problem, ihn zu fragen, statt
>> hier wild herumzumutmaßen.
>
> Der Pilot hat sich zu keinem Zeitpunkt blicken lassen. Vor Gericht war er
> von einem Anwalt vertreten und brauchte nicht persönlich zu erscheinen. Ob
> er dem Verein (angehört) oder etwa eins der Flugzeuge des Vereins gemietet
> hatte, war nicht zu erfahren.
Na gut, aber mit dem Vereinsvorstand hätte man sich vorher ja trotzdem mal
drüber unterhalten können. Natürlich möglichst nicht mit blutunterlaufenen
Augen und zornbebender Stimme, falls man an einer einvernehmlichen Klärung
interessiert sein sollte.
> Das verwundert auch nicht sonderlich, weil
> es sich dort zu einem guten Teil um Leute handelt, welche deutlich mehr
> als 150 Euro am Tag verdienen dürften und dazu keine derartige Publicity
> gebrauchen können :-)
Woher sind Dir denn die Einkommensverhältnisse der Mitglieder des örtlichen
Fliegervereins bekannt? Oder lebst Du nur ein wenig unterschwellige
Neidgefühle aus? ;^)
Peter