Zur Zeit lese ich Shakespeares "König Richard III." zum zweiten Mal. Seit der ersten Lektüre habe ich immer wieder mal Auszüge daraus gelesen, gesehen oder gehört. Fast immer die üblichen: - Eingangsmonolog - Richard und Lady Anne an der Leiche von deren Schwiegervater - Schlußszene. Und fast immer war ich beeindruckt von den Szenen und den Schauspieler, von Laurence Olivier bis zu Heinz Bennent (sagenhaft). Nie ist mir etwas aufgefallen. Und jetzt, beim Wiederlesen war es fast ein Schock (wenn das Wort für ein Leseerlebnis nicht gar so unpassend wäre).
Noch bevor irgend was passiert ist tritt der Held auf und sagt dem Publikum, daß er ein Schurke sei. Und nicht nur das, er analysiert auch noch ganz cool, warum er das sei und ein noch größerer werden wolle. Einem Anfänger, der dergleichen versuchte, würde jeder Dramaturg das Manuskript um die Ohren hauen.
Und in den folgenden Szenen passiert es mindestens zweimal, daß Richard einer anderen etwas vorsäuselt und dann beiseite spricht, wobei er dem Publikum seine wahren (bösen, natürlich) Absichten verrät.
Versteh ich wieder mal ganz einfach nicht, was los ist oder ist das Drama wirklich so schlicht gestrickt?
> Zur Zeit lese ich Shakespeares "König Richard III." zum zweiten Mal. Seit > der ersten Lektüre habe ich immer wieder mal Auszüge daraus gelesen, > gesehen oder gehört. Fast immer die üblichen: > - Eingangsmonolog > - Richard und Lady Anne an der Leiche von deren Schwiegervater > - Schlußszene. > Und fast immer war ich beeindruckt von den Szenen und den Schauspieler, von > Laurence Olivier bis zu Heinz Bennent (sagenhaft). > Nie ist mir etwas aufgefallen. Und jetzt, beim Wiederlesen war es fast ein > Schock (wenn das Wort für ein Leseerlebnis nicht gar so unpassend wäre).
> Noch bevor irgend was passiert ist tritt der Held auf und sagt dem > Publikum, daß er ein Schurke sei. Und nicht nur das, er analysiert auch > noch ganz cool, warum er das sei und ein noch größerer werden wolle. Einem > Anfänger, der dergleichen versuchte, würde jeder Dramaturg das Manuskript > um die Ohren hauen.
> Und in den folgenden Szenen passiert es mindestens zweimal, daß Richard > einer anderen etwas vorsäuselt und dann beiseite spricht, wobei er dem > Publikum seine wahren (bösen, natürlich) Absichten verrät.
> Versteh ich wieder mal ganz einfach nicht, was los ist oder ist das Drama > wirklich so schlicht gestrickt?
Es handelt sich um eine historische Geschichte, nicht um eine dichterische Erfindung. Dass Richard III. ein Bösewicht ist, wusste das Publikum damals schon bevor es eine Theaterkarte kaufte. Dass er ein Bösewicht sein *will*, war jedoch eine neue 'Information'. Hitler *wollte* z.B. keiner sein - für ihn war Bosheit nur ein Mittel zu Grösse des Reichs.
> Noch bevor irgend was passiert ist tritt der Held auf und sagt dem > Publikum, daß er ein Schurke sei. Und nicht nur das, er analysiert auch > noch ganz cool, warum er das sei und ein noch größerer werden wolle.
> Einem > Anfänger, der dergleichen versuchte, würde jeder Dramaturg das Manuskript > um die Ohren hauen.
Wir hatten hier vor einigen Jahren mal einen Thread, der die Notwendigkeit bzw. Überflüssigkeit dieses Berufes zum Thema hatte.
> Und in den folgenden Szenen passiert es mindestens zweimal, daß Richard > einer anderen etwas vorsäuselt und dann beiseite spricht, wobei er dem > Publikum seine wahren (bösen, natürlich) Absichten verrät.
Alfred Hitchcock meinte dazu: "Wir reden miteinander, vielleicht ist eine Bombe unter dem Tisch, und wir haben eine ganz gewöhnliche Unterhaltung, nichts Besonderes passiert, und plötzlich, bumm, eine Explosion. Das Publikum ist überrascht, aber die Szene davor war ganz gewöhnlich, ganz uninteressant. Schauen wir uns jetzt den Suspense an: Die Bombe ist unterm Tisch, und das Publikum weiß es. Nehmen wir an, weil es gesehen hat, wie der Anarchist sie da hingelegt hat... Dieselbe Unterhaltung wird plötzlich interessant, weil der Zuschauer an der Szene teilnimmt. Er möchte den Leuten zurufen: 'Reden Sie nicht über so banale Dinge, unter dem Tisch ist eine Bombe'. Daraus folgt, dass das Publikum informiert werden muss, wann immer es möglich ist."
> Wolfram Heinrich schrieb: >> Zur Zeit lese ich Shakespeares "König Richard III." zum zweiten Mal. Seit >> der ersten Lektüre habe ich immer wieder mal Auszüge daraus gelesen, >> gesehen oder gehört. Fast immer die üblichen: >> - Eingangsmonolog >> - Richard und Lady Anne an der Leiche von deren Schwiegervater >> - Schlußszene. >> Und fast immer war ich beeindruckt von den Szenen und den Schauspieler, von >> Laurence Olivier bis zu Heinz Bennent (sagenhaft). >> Nie ist mir etwas aufgefallen. Und jetzt, beim Wiederlesen war es fast ein >> Schock (wenn das Wort für ein Leseerlebnis nicht gar so unpassend wäre).
>> Noch bevor irgend was passiert ist tritt der Held auf und sagt dem >> Publikum, daß er ein Schurke sei. Und nicht nur das, er analysiert auch >> noch ganz cool, warum er das sei und ein noch größerer werden wolle. Einem >> Anfänger, der dergleichen versuchte, würde jeder Dramaturg das Manuskript >> um die Ohren hauen.
>> Und in den folgenden Szenen passiert es mindestens zweimal, daß Richard >> einer anderen etwas vorsäuselt und dann beiseite spricht, wobei er dem >> Publikum seine wahren (bösen, natürlich) Absichten verrät.
>> Versteh ich wieder mal ganz einfach nicht, was los ist oder ist das Drama >> wirklich so schlicht gestrickt?
> Es handelt sich um eine historische Geschichte, nicht um eine > dichterische Erfindung.
Die Geschichte von Richard III., so wie sie Shakespeare erzählt, ist - weit jenseits der selbstverständlichen dichterischen Freiheit - frei erfunden. Aber gut, die Geschichte vom Rufmord an Richard III. durch die Tudors ist eine andere Sache, die ich hier eigentlich nicht weiter verfolgen will.
> Dass Richard III. ein Bösewicht ist, > wusste das Publikum damals schon bevor es eine Theaterkarte > kaufte. Dass er ein Bösewicht sein *will*, war jedoch eine neue > 'Information'.
Darum ging es mir eigentlich gar nicht. Man kann sich streiten, ob "Bösewichte" je Bösewichte sein wollen oder ob die Bewertung jeweils nur eine Frage des Standpunkts ist. Aber gut...
Worum es mir ging war der merkwürdige Umstand, daß der Titelheld Richard von Gloucester als Figur nicht allmählich entwickelt wird und sich nach und nach als Bösewicht darstellt, sondern mit einem Donnerschlag auftritt. Na ja, Donnerschlag, wohl eher Pritschenklatschen: "Also, liebe Kinder, ich bin das Böse Krokodil und ich will jetzt dem Kasperl und seiner lieben Großmutter auflauern, damit ich sie beide fressen kann."
Die Frage ist für mich: Ist dieser Ausflug von Shakespeare ins Kasperltheater ein dermaßen raffinierter dramaturgischer Schachzug, daß er über mein Begriffsvermögen geht - oder nicht. Und wenn er so raffiniert ist, warum ist er das? Was geht hier vor?
>> Noch bevor irgend was passiert ist tritt der Held auf und sagt dem >> Publikum, daß er ein Schurke sei. Und nicht nur das, er analysiert auch >> noch ganz cool, warum er das sei und ein noch größerer werden wolle.
>> Einem >> Anfänger, der dergleichen versuchte, würde jeder Dramaturg das Manuskript >> um die Ohren hauen.
> Wir hatten hier vor einigen Jahren mal einen Thread, der die Notwendigkeit bzw. Überflüssigkeit > dieses Berufes zum Thema hatte.
Es ging in diesem Thread zwar um den Regisseur, aber gut, soll sein. Bei der Gelegenheit möchte ich dich drauf hinweisen, daß 1217 Offheim erstmalig urkundlich erwähnt wurde.
>> Und in den folgenden Szenen passiert es mindestens zweimal, daß Richard >> einer anderen etwas vorsäuselt und dann beiseite spricht, wobei er dem >> Publikum seine wahren (bösen, natürlich) Absichten verrät.
> Alfred Hitchcock meinte dazu: > "Wir reden miteinander, vielleicht ist eine Bombe unter dem Tisch, und wir haben eine ganz > gewöhnliche Unterhaltung, nichts Besonderes passiert, und plötzlich, bumm, eine Explosion. > Das Publikum ist überrascht, aber die Szene davor war ganz gewöhnlich, ganz uninteressant. > Schauen wir uns jetzt den Suspense an: Die Bombe ist unterm Tisch, und das Publikum weiß es. > Nehmen wir an, weil es gesehen hat, wie der Anarchist sie da hingelegt hat... Dieselbe Unterhaltung > wird plötzlich interessant, weil der Zuschauer an der Szene teilnimmt. Er möchte den Leuten zurufen: > 'Reden Sie nicht über so banale Dinge, unter dem Tisch ist eine Bombe'. Daraus folgt, dass das > Publikum informiert werden muss, wann immer es möglich ist."
Viel Mühe hast du dir nicht gegeben. Ein Link, ein Hinweis auf ein Ereignis, das in sehr losem Zusammenhang zum Thema steht und ein Zitat, das für sich genommen nichts erklärt. Wenn diese drei Dinge allerdings nur eine Umschreibung für Satz sind "Leck mich am Arsch, ich will gar nicht auf dein Posting antworten", dann hast du dir doch einige Mühe gegeben und ich nehme mit dem Ausdruck größten Bedauerns meine obige Behauptung zurück.
>>> Versteh ich wieder mal ganz einfach nicht, was los ist oder ist das Drama >>> wirklich so schlicht gestrickt? >> Es handelt sich um eine historische Geschichte, nicht um eine >> dichterische Erfindung.
> Die Geschichte von Richard III., so wie sie Shakespeare erzählt, ist - weit > jenseits der selbstverständlichen dichterischen Freiheit - frei erfunden.
Dann hätte Brockhaus seinen Artikel über R.III. nur von Shakespeare abgeschrieben?
> Aber gut, die Geschichte vom Rufmord an Richard III. durch die Tudors ist > eine andere Sache, die ich hier eigentlich nicht weiter verfolgen will.
>> Dass Richard III. ein Bösewicht ist, >> wusste das Publikum damals schon bevor es eine Theaterkarte >> kaufte. Dass er ein Bösewicht sein *will*, war jedoch eine neue >> 'Information'.
> Darum ging es mir eigentlich gar nicht. Man kann sich streiten, ob > "Bösewichte" je Bösewichte sein wollen oder ob die Bewertung jeweils nur > eine Frage des Standpunkts ist. Aber gut...
> Worum es mir ging war der merkwürdige Umstand, daß der Titelheld Richard > von Gloucester als Figur nicht allmählich entwickelt wird und sich nach und > nach als Bösewicht darstellt, sondern mit einem Donnerschlag auftritt.
Aber er sagt ja zu Beginn noch nicht, *wie* er böse sein will. Das Wie wird der Inhalt der 5 Akte sein.
> Na ja, Donnerschlag, wohl eher Pritschenklatschen: > "Also, liebe Kinder, ich bin das Böse Krokodil und ich will jetzt dem > Kasperl und seiner lieben Großmutter auflauern, damit ich sie beide fressen > kann."
Allein schon an der Sprache kannst Du hier erkennen, dass es kein "Kasperltheater" ist. Welches Kind verstünde schon "the winter of our discontent"?
> Die Frage ist für mich: Ist dieser Ausflug von Shakespeare ins > Kasperltheater ein dermaßen raffinierter dramaturgischer Schachzug,
Kennst Du denn keine Zwischenwerte? Gibt es nur spannende Geschichten? wäre blosse Darstellung des Gewesenen (in einer Zeit ohne Tagesschau-Archiv) ein Mangel?
> daß er > über mein Begriffsvermögen geht - oder nicht. Und wenn er so raffiniert > ist, warum ist er das? Was geht hier vor?
Man sagt, dass der Erste, der "Liebe" auf "Triebe" reimte, ein Genie war, und die Tausend Nachfolger lauter Idioten. Vielleicht war Sh. der erste, der den Täter gleich zu Beginn vorstellte. Uebrigens nicht sein Ende: das ist bis zum Schluss ziemlich offen. Bei Derrick gab es auch Murren, als ein Krimi mit der Darstellung des Verbrechens begann und Tappert der Einzige war, der nicht wusste, wer der Täter ist.
Uebrigens: als man Richard Burton als R3-Darsteller auf sein "ein Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd" aus dem Publikum zurief: "genügt auch ein Esel?", antwortete er spontan: "ja, bringen Sie her"!
> Es ging in diesem Thread zwar um den Regisseur, aber gut, soll sein. Bei > der Gelegenheit möchte ich dich drauf hinweisen, daß 1217 Offheim erstmalig > urkundlich erwähnt wurde.
:-) Diesen Witz hätte William S. ohne WP auch nicht verstanden!
Ich dachte, Du wolltest eine Antwort auf Deine Frage. Ich wusste nicht, daß Du gern Mühe machen wolltest.
> Ein Link, ein Hinweis auf ein > Ereignis, das in sehr losem Zusammenhang zum Thema steht und ein Zitat, das > für sich genommen nichts erklärt. > Wenn diese drei Dinge allerdings nur eine Umschreibung für Satz sind "Leck > mich am Arsch, ich will gar nicht auf dein Posting antworten", dann hast du > dir doch einige Mühe gegeben und ich nehme mit dem Ausdruck größten > Bedauerns meine obige Behauptung zurück.
Du fragtest, warum Shakespeare dem Publikum verrät, wer der Böse ist. Wenn Du auf den Link klickst, kannst Du dort nachlesen, warum Autoren mitunter so schwatzhaft sind, wenn Sie das Publikum in Spannung versetzen wollen.
Du unterstelltest, *jeder Dramaturg* würde dieses allgemein übliche Prinzip des Spannungsaufbaus nicht kennen und ich habe spaßhaft darauf hingewiesen, daß die Kompetenz von Dramaturgen hier schon einmal diskutiert wurde.
Das Zitat erklärt den Vorgang noch einmal in ganz einfachen Worten. W. H.: "wobei er dem Publikum seine wahren (bösen, natürlich) Absichten verrät." A. H.: "Daraus folgt, dass das Publikum informiert werden muss, wann immer es möglich ist."
Ich hatte mit meiner Antwort nichts weniger im Sinn als "Leck mich am Arsch", aber jetzt, wo Du es schreibst: Ja.
> Die Frage ist für mich: Ist dieser Ausflug von Shakespeare ins > Kasperltheater ein dermaßen raffinierter dramaturgischer Schachzug, daß er > über mein Begriffsvermögen geht -
Das ist offensichtlich so.
Harald -- Gib einem Narren ein Buch und er wird sich einen wackeligen Tisch suchen... (Christian von Aster)
Am Sat, 25 Jul 2009 18:44:13 +0200 schrieb Walter Schmid:
> Wolfram Heinrich schrieb:
>> Es ging in diesem Thread zwar um den Regisseur, aber gut, soll sein. Bei >> der Gelegenheit möchte ich dich drauf hinweisen, daß 1217 Offheim erstmalig >> urkundlich erwähnt wurde.
> :-) Diesen Witz hätte William S. ohne WP auch nicht verstanden!
Und ich hätte ihn ohne Wikipedia nicht machen können.
Am Sat, 25 Jul 2009 18:40:00 +0200 schrieb Walter Schmid:
> Wolfram Heinrich schrieb:
>> Die Geschichte von Richard III., so wie sie Shakespeare erzählt, ist - weit >> jenseits der selbstverständlichen dichterischen Freiheit - frei erfunden.
> Dann hätte Brockhaus seinen Artikel über R.III. nur von > Shakespeare abgeschrieben?
Nein. Beide sind auf eine Geschichtsfälschung hereingefallen, die nach Richards Tod in der Zeit der Tudors entstanden und immer weiter ausgeschmückt wurde. Kleines Detail: Als Heinrich VII. der Nachfolger Richards wurde, warf er seinem toten Vorgänger in einer Proklamation Tyrannei und Grausamkeit vor. Kein Wort von den toten (oder vorerst auch nur vermißten) Prinzen. Wieso beschränkt er sich auf eine sehr allgemein gehaltene Beschuldigung und läßt sich diesen 1a-Propagandaknüller durch die Lappen gehen? Weil... eben.
>> Worum es mir ging war der merkwürdige Umstand, daß der Titelheld Richard >> von Gloucester als Figur nicht allmählich entwickelt wird und sich nach und >> nach als Bösewicht darstellt, sondern mit einem Donnerschlag auftritt.
> Aber er sagt ja zu Beginn noch nicht, *wie* er böse sein will. > Das Wie wird der Inhalt der 5 Akte sein.
*Das* hätte mich nicht weiter gewundert und schon gar nicht gestört. Dieses Brecht'sche "Nicht Spannung auf den Ausgang, sondern Spannung auf den Gang" hat Shakespeare andernorts schon mal vorweggenommen, 300 Jahre vor Brecht. "And never was a story of more woe, than that of Juliet and her Romeo." (Das bringt er ganz am Anfang, in einer Art Vorspiel.) Im "Richard III." ist das aber nochmal was anderes. Der Held tritt nicht augenzwinkernd auf und verrät dem Publikum die Story (die das Publikum damals ohnehin kannte, besser als die meisten Menschen heute), sondern er charakterisiert sich selbst. Am Anfang, noch ehe was passiert ist. Eine (mit Einschränkungen) vergleichbare Selbstanalyse des Helden findest in Brechts "Leben des Galilei", aber da kommt es am Schluß.
Ähnliches wie im Richard III. habe ich bei Luigi Pirandellos "Heinrich IV." gefunden. Da wird in der Regieanweisung (immerhin nur da, der Zuschauer kriegt das nicht mit) der Held des kommenden Stücks sehr ausführlich beschrieben, nicht nur von der Erscheinung, sondern auch mit seiner Lebensgeschichte und seiner Charakterzüge. Auch das hat mich irritiert.
>> Na ja, Donnerschlag, wohl eher Pritschenklatschen: >> "Also, liebe Kinder, ich bin das Böse Krokodil und ich will jetzt dem >> Kasperl und seiner lieben Großmutter auflauern, damit ich sie beide fressen >> kann."
> Allein schon an der Sprache kannst Du hier erkennen, dass es kein > "Kasperltheater" ist.
Natürlich *ist* das kein Kasperltheater. Wenn das Stück in weiten Teilen nicht doch großartig wäre, dann wäre mir die im Eingangsposting geschilderte Merkwürdigkeit schon viel früher aufgefallen.
>> Die Frage ist für mich: Ist dieser Ausflug von Shakespeare ins >> Kasperltheater ein dermaßen raffinierter dramaturgischer Schachzug,
> Kennst Du denn keine Zwischenwerte? Gibt es nur spannende > Geschichten? wäre blosse Darstellung des Gewesenen (in einer Zeit > ohne Tagesschau-Archiv) ein Mangel?
Nochmal: Es geht nicht um die Tatsache, daß das ein Theaterstück ist und deshalb eine Bearbeitung des Stoffes fürs Theater nötig ist; der Umstand etwa, daß Shakespeare die Zeit zwischen der Schlacht von Tewkesbury (1471) und jener von Bosworth (1485) auf wenige Wochen gerafft hat. Es geht mir darum, daß sich in einem Drama die Hauptpersonen dem Zuschauer nach und nach erschließen. Kennst du noch ein Beispiel, wo die Hauptperson am Anfang auf die Bühne tritt und spricht: "Also Leute, ich bin der Erwin, ich bin eine gottverdammte Drecksau, weil ich eine schwere Kindheit hatte. Schwamm drüber, jedenfalls bin ich eine Drecksau und jetzt schaumermal was für Schweinereien ich noch verüben kann."
>> daß er >> über mein Begriffsvermögen geht - oder nicht. Und wenn er so raffiniert >> ist, warum ist er das? Was geht hier vor?
> Man sagt, dass der Erste, der "Liebe" auf "Triebe" reimte, ein > Genie war, und die Tausend Nachfolger lauter Idioten. Vielleicht > war Sh. der erste, der den Täter gleich zu Beginn vorstellte.
Der "Täter" stellt sich vor. Interessante Frage: Gibt es Nachahmer, die diesen Kunstgriff übernommen haben (und ich meine damit eben nicht "Kasperl und das verschwundene Marmeladenglas").
> Uebrigens nicht sein Ende: das ist bis zum Schluss ziemlich > offen.
Das ist es nicht. Selbst wenn jemand keine Ahnung hätte von englischer Geschichte, dann würde ihm so nach und nach klar und immer klarer, wo der Hase hinläuft. Gleich am Anfang verfluchen eine Menge Leute Richard (der fast komödiantische Wettstreit der Frauen darüber, wer von ihnen unter Richard am meisten gelitten habe: Ich habe viel gelitten - Und ich noch mehr - Aber ich, ätsch, hab am meisten gelitten). Im Laufe des Stückes werden die Flucher mehr und vor der Schlacht treten dann die Geister der Erschlagenen auf. Sie gehen zu Richard und nennen ihn Drecksau, schlappen rüber zu Richmond und muntern ihn auf: "Würg ihn, Heinrich, mach ihn alle."
> Uebrigens: als man Richard Burton als R3-Darsteller auf sein "ein > Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd" aus dem Publikum > zurief: "genügt auch ein Esel?", antwortete er spontan: "ja, > bringen Sie her"!
Jetzt hast du die Pointe vermasselt. Natürlich muß es heißen: "Ja, kommen Sie her."
> Ich dachte, Du wolltest eine Antwort auf Deine Frage.
Du hattest recht.
> Ich wusste nicht, daß Du gern Mühe machen wolltest.
Ich wollte und will keine Mühe machen. Wer seine Ruh haben will, braucht auf mein Posting nicht zu antworten, so einfach ist das. Aber ein paar lange Zitate hinwerfen und dann wieder gehen...
Aber mal grundsätzlicher: Als ich damals den Aufsatz über Ödipus und das Theater in de.rec.kunst.theater vorstellte und damit erheblichen Wirbel verursachte, sind wir zwei recht heftig aneinander geraten. Das hatte uns nicht gehindert, in anderer Sache durchaus sachlich miteinander zu diskutieren. Womöglich liegt es daran, daß wir beide ziemliche Giftzwerge sind. Mein Vorschlag wäre, das Anfangsgeraunze zu vergessen und uns um etwas mehr Sachlichkeit zu bemühen - oder die Sache ganz sein zu lassen. Hältstn davon?
>> Ein Link, ein Hinweis auf ein >> Ereignis, das in sehr losem Zusammenhang zum Thema steht und ein Zitat, das >> für sich genommen nichts erklärt. >> Wenn diese drei Dinge allerdings nur eine Umschreibung für Satz sind "Leck >> mich am Arsch, ich will gar nicht auf dein Posting antworten", dann hast du >> dir doch einige Mühe gegeben und ich nehme mit dem Ausdruck größten >> Bedauerns meine obige Behauptung zurück.
> Du fragtest, warum Shakespeare dem Publikum verrät, wer der Böse ist.
Nein, das genau frage ich nicht. Richard III. ist kein Whodunnit-Krimi, bei dem sich Publikum und Hauptpersonen fragen, wie sich wohl die mysteriösen Todesfälle im Umkreis des Königshauses erklären. Selbst wenn du den Eingangsmonolog um die Selbstbezichtigung Richards kürzen würdest, würde schnell klar, wie der Hase läuft.
> Wenn Du auf den Link klickst, kannst Du dort nachlesen, warum Autoren mitunter > so schwatzhaft sind, wenn Sie das Publikum in Spannung versetzen wollen.
In dem Auszug aus dem (sehr langen) Gespräch von Truffaut mit Hitchcock geht es um die Spannung, die aus dem Wissen des Publikums und dem Nicht-Wissen der Akteure entsteht. Im "Richard III." ist so eine Spannung aber gar nicht da. Keine der Hauptpersonen macht sich irgendwelche Illusionen über die Gefährlichkeit und Skrupellosigkeit von Richard, selbst die Komplicen Richards wissen, daß sie mit einer hochgefährlichen Giftschlange arbeiten. Ich sehe da sehr wenig Spannung, es werden keine Erwartungen enttäuscht, niemand wundert sich, niemand ist desillusioniert. Die Hauptpersonen des Stücks wissen genau so klar wie das Publikum, wer Richard ist.
Lady Anne bespeit Richard, er beschwatzt sie, sie lenkt am Schluß des Dialoges, wenn auch halbherzig, ein. (Warum eigentlich? Der Charme und die Schönheit Richards - bei dessen Anblick die Hunde heulen, wenn er nur vorübergeht - können es nicht sein.) Als sie wieder auftritt ist sie bereits mit Richard verheiratet und eine verängstigte, eingeschüchterte Frau. Kein Hinweis im Text, warum sie sich entschlossen hat, ihn zu heiraten.
> Am Sat, 25 Jul 2009 18:40:00 +0200 schrieb Walter Schmid: >> Uebrigens: als man Richard Burton als R3-Darsteller auf sein "ein >> Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd" aus dem Publikum >> zurief: "genügt auch ein Esel?", antwortete er spontan: "ja, >> bringen Sie her"!
> Jetzt hast du die Pointe vermasselt. Natürlich muß es heißen: "Ja, kommen > Sie her."
Du bist besser als Richard Burton - oder hast Du eine Quelle? Ich las es vor über 40 Jahren im deutschen 'Readers Digest'. Googeln ergab weder mit 'donkey' noch mit 'ass' einen Treffer.
> Lady Anne bespeit Richard, er beschwatzt sie, sie lenkt am Schluß des > Dialoges, wenn auch halbherzig, ein. (Warum eigentlich? Der Charme und die > Schönheit Richards - bei dessen Anblick die Hunde heulen, wenn er nur > vorübergeht - können es nicht sein.) Als sie wieder auftritt ist sie > bereits mit Richard verheiratet und eine verängstigte, eingeschüchterte > Frau. Kein Hinweis im Text, warum sie sich entschlossen hat, ihn zu > heiraten.
Damals heiratete man in diesen Kreisen nach reinem Machtkalkül, wenn man nicht gar das kleinere von zwei Uebeln wählte, und sei es das nackte Leben zu retten. Ob das im Stück erklärt wird, weiss ich leider nicht mehr.
Am Sat, 25 Jul 2009 21:30:45 +0200 schrieb Walter Schmid:
> Wolfram Heinrich schrieb: >> Am Sat, 25 Jul 2009 18:40:00 +0200 schrieb Walter Schmid:
>>> Uebrigens: als man Richard Burton als R3-Darsteller auf sein "ein >>> Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd" aus dem Publikum >>> zurief: "genügt auch ein Esel?", antwortete er spontan: "ja, >>> bringen Sie her"!
>> Jetzt hast du die Pointe vermasselt. Natürlich muß es heißen: "Ja, kommen >> Sie her."
> Du bist besser als Richard Burton - oder hast Du eine Quelle?
Ich brauche keine Quelle, mir reicht mein Hirn. "Ja, bringen Sie her" ergibt wohl keinen Sinn. "Ja, bringen Sie ihn her" wäre zwar ein sinnvoller Satz, aber keine Pointe.
Am Sat, 25 Jul 2009 21:35:59 +0200 schrieb Walter Schmid:
> Wolfram Heinrich schrieb:
>> Lady Anne bespeit Richard, er beschwatzt sie, sie lenkt am Schluß des >> Dialoges, wenn auch halbherzig, ein. (Warum eigentlich? Der Charme und die >> Schönheit Richards - bei dessen Anblick die Hunde heulen, wenn er nur >> vorübergeht - können es nicht sein.) Als sie wieder auftritt ist sie >> bereits mit Richard verheiratet und eine verängstigte, eingeschüchterte >> Frau. Kein Hinweis im Text, warum sie sich entschlossen hat, ihn zu >> heiraten.
> Damals heiratete man in diesen Kreisen nach reinem Machtkalkül, > wenn man nicht gar das kleinere von zwei Uebeln wählte, und sei > es das nackte Leben zu retten. Ob das im Stück erklärt wird, > weiss ich leider nicht mehr.
In dem ersten Dialog mit Richard läßt sie sich tatsächlich von Richards Charme einwickeln und signalisiert ihm, daß sie zumindest seinen Antrag über denken werde. Wie alle Hauptpersonen weiß auch sie, daß der gefährlichste Platz im Königreich England die Nähe Richards ist.
> Zur Zeit lese ich Shakespeares "König Richard III." zum zweiten Mal. Seit > der ersten Lektüre habe ich immer wieder mal Auszüge daraus gelesen, > gesehen oder gehört. Fast immer die üblichen: > - Eingangsmonolog > - Richard und Lady Anne an der Leiche von deren Schwiegervater > - Schlußszene. > Und fast immer war ich beeindruckt von den Szenen und den Schauspieler, von > Laurence Olivier bis zu Heinz Bennent (sagenhaft). > Nie ist mir etwas aufgefallen. Und jetzt, beim Wiederlesen war es fast ein > Schock (wenn das Wort für ein Leseerlebnis nicht gar so unpassend wäre).
> Noch bevor irgend was passiert ist tritt der Held auf und sagt dem > Publikum, daß er ein Schurke sei. Und nicht nur das, er analysiert auch > noch ganz cool, warum er das sei und ein noch größerer werden wolle. Einem > Anfänger, der dergleichen versuchte, würde jeder Dramaturg das Manuskript > um die Ohren hauen.
> Und in den folgenden Szenen passiert es mindestens zweimal, daß Richard > einer anderen etwas vorsäuselt und dann beiseite spricht, wobei er dem > Publikum seine wahren (bösen, natürlich) Absichten verrät.
> Versteh ich wieder mal ganz einfach nicht, was los ist oder ist das Drama > wirklich so schlicht gestrickt?
Die Königsdramen sind außerhalb Englands wohl nur noch von historischem Interesse. Dachte auch mal, Mann muss die gelesen haben. Nein, muss nicht mal Mann. Und wenn sie gegeben werden, bitte nur mit echten Shakespeare-Schauspielern. Die kurzen Szenen, die im Garten von Shakessperes Geburtshaus sonntags fürs Museumspublikum gegeben werden, reichen, um sich an der Sprache zu berauschen.
Hinweis: Reclams Schauspielführer aus meiner Konfirmandenzeit behauptet, Schiller habe Richard III. als das Stück Shakespeares bezeichnet, das am ehesten der antiken Tragödie folgt. Wo das steht, bin ich jetzt zu faul zu blättern.
> Wolfram Heinrich schrieb: >> Zur Zeit lese ich Shakespeares "König Richard III." zum zweiten Mal. Seit >> der ersten Lektüre habe ich immer wieder mal Auszüge daraus gelesen, >> gesehen oder gehört. Fast immer die üblichen: >> - Eingangsmonolog >> - Richard und Lady Anne an der Leiche von deren Schwiegervater >> - Schlußszene. >> Und fast immer war ich beeindruckt von den Szenen und den Schauspieler, von >> Laurence Olivier bis zu Heinz Bennent (sagenhaft). >> Nie ist mir etwas aufgefallen. Und jetzt, beim Wiederlesen war es fast ein >> Schock (wenn das Wort für ein Leseerlebnis nicht gar so unpassend wäre).
>> Noch bevor irgend was passiert ist tritt der Held auf und sagt dem >> Publikum, daß er ein Schurke sei. Und nicht nur das, er analysiert auch >> noch ganz cool, warum er das sei und ein noch größerer werden wolle. Einem >> Anfänger, der dergleichen versuchte, würde jeder Dramaturg das Manuskript >> um die Ohren hauen.
>> Und in den folgenden Szenen passiert es mindestens zweimal, daß Richard >> einer anderen etwas vorsäuselt und dann beiseite spricht, wobei er dem >> Publikum seine wahren (bösen, natürlich) Absichten verrät.
>> Versteh ich wieder mal ganz einfach nicht, was los ist oder ist das Drama >> wirklich so schlicht gestrickt?
> Die Königsdramen sind außerhalb Englands wohl nur noch von historischem > Interesse.
Da könntest du vielleicht recht haben, so eine Art Elisabethanischer Schulfunk. Ich habe bei diesen Königsdramen (ich habe bei weitem nicht alle gelesen) die Schwierigkeit, daß man zum einen relativ viel über englische Geschichte wissen muß (mehr als meine Schulweisheit sich träumen läßt), um überhaupt der Handlung sinnvoll folgen zu können (was vorher geschah...). Zum anderen hast du beim Lesen das Problem, daß die Typen ihre Namen während der Handlung ändern. Da tritt einer als "Gloster" auf und geht als "Richard" ab.
Was ich mich jetzt beim Richard III. angesichts der Personenliste auch gefragt habe: Hatten die damals Schauspieler zum Schweinefüttern oder mußte dort einer mehrere Nebenrollen spielen?
> Dachte auch mal, Mann muss die gelesen haben. Nein, muss > nicht mal Mann. Und wenn sie gegeben werden, bitte nur mit echten > Shakespeare-Schauspielern. Die kurzen Szenen, die im Garten von > Shakessperes Geburtshaus sonntags fürs Museumspublikum gegeben werden, > reichen, um sich an der Sprache zu berauschen.
Die meisten der Königsdramen werden wohl auch in England nur noch selten gespielt, allerdings ist Richard III. hier eine Ausnahme. Der steht in einer Reihe mit "Hamlet", "Romeo und Julia" etc. und war anscheinend immer schon eine Paraderolle für Schauspieler.
> Hinweis: Reclams Schauspielführer aus meiner Konfirmandenzeit behauptet, > Schiller habe Richard III. als das Stück Shakespeares bezeichnet, das am > ehesten der antiken Tragödie folgt. Wo das steht, bin ich jetzt zu faul > zu blättern.
Das könnte gut sein. Ich wurde lebhaft dran erinnert bei der Szene am Schluß, wo eine ganze Galerie von Erschlagenen auftritt, erst zu Richard geht, ihn verflucht und anschließend Richmond (1) anfeuert.
> Am Sat, 25 Jul 2009 21:30:45 +0200 schrieb Walter Schmid:
>> Wolfram Heinrich schrieb: >>> Am Sat, 25 Jul 2009 18:40:00 +0200 schrieb Walter Schmid: >>>> Uebrigens: als man Richard Burton als R3-Darsteller auf sein "ein >>>> Pferd, ein Pferd, mein Königreich für ein Pferd" aus dem Publikum >>>> zurief: "genügt auch ein Esel?", antwortete er spontan: "ja, >>>> bringen Sie her"!
>>> Jetzt hast du die Pointe vermasselt. Natürlich muß es heißen: "Ja, kommen >>> Sie her." >> Du bist besser als Richard Burton - oder hast Du eine Quelle?
> Ich brauche keine Quelle, mir reicht mein Hirn. "Ja, bringen Sie her" > ergibt wohl keinen Sinn. "Ja, bringen Sie ihn her" wäre zwar ein sinnvoller > Satz, aber keine Pointe.
Liegst du wohl richtig, zumal sie auf den Berliner Witz des Heinrich George zurückgehen soll.
Wolfram Heinrich wrote: > Am Sat, 25 Jul 2009 21:35:59 +0200 schrieb Walter Schmid:
>> Wolfram Heinrich schrieb:
>>> Lady Anne bespeit Richard, er beschwatzt sie, sie lenkt am Schluß des >>> Dialoges, wenn auch halbherzig, ein. (Warum eigentlich? Der Charme und die >>> Schönheit Richards - bei dessen Anblick die Hunde heulen, wenn er nur >>> vorübergeht - können es nicht sein.) Als sie wieder auftritt ist sie >>> bereits mit Richard verheiratet und eine verängstigte, eingeschüchterte >>> Frau. Kein Hinweis im Text, warum sie sich entschlossen hat, ihn zu >>> heiraten.
>> Damals heiratete man in diesen Kreisen nach reinem Machtkalkül, >> wenn man nicht gar das kleinere von zwei Uebeln wählte, und sei >> es das nackte Leben zu retten. Ob das im Stück erklärt wird, >> weiss ich leider nicht mehr.
> In dem ersten Dialog mit Richard läßt sie sich tatsächlich von Richards > Charme einwickeln und signalisiert ihm, daß sie zumindest seinen Antrag > über denken werde.
Das ist ja durchaus positiv, dass sie zumindest während seines Antrags ("seinen Antrag über") ausnahmsweise 'mal denkt. Bei Teilen der Bevölkerung ist das ja aus der Mode gekommen.