Robert Waldner <
waldner+++s...@waldner.priv.at> wrote:
> ich bastle grad an einer ueberdachten Gartenlaube. Und da sollte man das
> Holz wohl nicht komplett unbehandelt dem Wetter aussetzen.
>
> Meine (ok, etwas esoterisch angehauchte) Mutter schwoert da auf schlichtes
> Leinoel - zumindest fuer alles, was keinen direkten Feuchte- (Erd-)
> Kontakt hat. Allerdings ist sie auch erst eine Handvoll Jahre in der
> Situation, sich mit sowas herumschlagen zu muessen, dh. Langzeiterfahrung
> fehlt.
Es scheint langsam wieder die Meinung aufzukommen, daß die
dauerhafteren Hölzer wie Lärche auch ohne jede Beandlung wetterfest
sind, solange drauf geachtet wird, daß kein Wasser stehenbleibt
("konstruktiver Holzschutz").
Das Holz wird halt grau.
Bist du in Wien/Niederösterreich? Dann solltest du dir das da
ansehen:
http://www.kittenberger.at/schaugaerten/
Auch Gartenlauben und solche Sachen kann man da in vielen Beispielen
sehen.
> Praktiziert das jemand schon ein Jahrzehnt oder mehr und wuerde so
> freundlich sein, mir ggfls. von den Erfahrungen zu berichten?
Leider nicht. Wir haben eine Badehütte, die wurde 1938 das erste
mal aufgestellt, und mit Carbolineum[1] angestrichen. Hat bis 1985
gehalten, die nächste wurde damals mit Xyladecor oder sowas
angestrichen. Wobei ich mir nicht vorstellen kann, daß das bei
den massiven Lärchenpiloten einen großen Unterschied ausmacht,
der Holzschutz bleibt nur oberflächlich und die Piloten sind
immer im Wasser.
Ich glaube, wenn ich das noch erlebe, wird die nächste Hütte
gar nicht mehr oder nur an strategisch wichtigen Stellen
angestrichen.
Ich denke, gerade bei einer Gartenlaube macht es auch keinen
soo dramatischen Unterschied ob sie nur 30 statt 60 Jahre hält.
Kennst du den "Höhenrausch" in Linz? Da ist auch ganz offensichtlich
nichts gestrichen worden, und neulich haben sie Teile von Höhenrausch I
(2009) demontiert. Die waren grau, aber an den durchgeschnittenen
Stellen hat man keinerlei Schädlingsbefall, Fäule etc. gesehen. Und
so exponiert ist ja normalerweise nix:
http://www.flickr.com/photos/30443610@N06/5841225823/
http://www.flickr.com/photos/austrianpsycho/5998741698/
Und außerdem waren die ersten Teile eventuell wirklich als nur
temporäre Aufbauten gedacht, die dann trotzdem 4 Jahre mühelos
durchgehalten haben.
Ich weiß nicht, ob man bei den Höhenrausch-Konstrukteuren
direkt nachfragen kann, aber IMHO eines der interessantesten
Experimente in dem Bereich. Immerhin wird das ja sicher vor
jeder Neuauflage gründlichst kontrolliert, niemand will daß da
wer mitsamt der Holzlatten runterkracht. Ist übrigens heuer wieder
eine Neuauflage angesetzt, da kann man sich sicher auch Inspriationen
holen:
http://www.ooekulturquartier.at/content/pages/2013/hoehenrausch-3/hoehenrausch-3.html
Der neue Turm schaut schon sehr beeindruckend aus, schaut auch aus nach
ungestrichenen Fichtenlatten.
http://www.flickr.com/photos/derbrownz/8737095647/
/ralph
[1] Eisenbahnerfamilie. Ich möchte nicht dran denken, was das
für übles Zeug in dem Kanister war, der da rumgestanden ist.
Immerhin war das damals (70er) schon jedem bewußt, daß das Zeug
hochgiftig ist.