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Heizkreisverteiler

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Steffen Friedland

unread,
Jan 16, 2001, 1:57:17 PM1/16/01
to
Hallo,

Ich habe eine Fußbodenheizung mit Einzelraumreglung und Heizkreisverteiler.
An diesem Heizkreisverteiler (HKV) befinden sich Regelthermostate im
Rücklauf und im Vorlauf befinden sich auch Ventile die mann voreinstellen
muß.
Die Einstellung wirkt sich auf die jeweilige Raumtemp. aus!
Nun meine Frage : Auf den Ventilen ist ein Scala von 1-10
Wie muß ich die Ventile verstellen wenn es
wärmer im Raum
werden soll? - unabhängig davon wie die
Einzellraum regler
eingestellt sind z.b. 30 C


Martin Kienass

unread,
Jan 16, 2001, 3:02:07 PM1/16/01
to

Die Ventile im Vorlauf sind dafür gedacht, den sog. hydraulischen
Abgleich durchzuführen, sie gleichen die unterschiedlich großen
Druckverluste der einzelnen Heizkreise (wegen unterschiedlicher
Leitungslänge, Umlenkungen etc.) so aus, daß alle Kreise gleichmäßig
durchströmt werden. Dementsprechend mehr oder weniger weit sind sie
zu öffnen und dann nicht mehr zu verstellen. Die Raumtemperatur
sollst Du ja über die Raumtemperaturregler einstellen. Wenn es in
einem Raum trotz Einstellung des Raumtemperaturreglers auf max (30°C,
wie Du schreibst) nicht warm genug wird, ist entweder

a) das Ventil für den betreffenden Kreis zu weit geschlossen
b) die Ventile der anderen Kreise zu weit geöffnet
c) die Umwälzpumpe zu klein dimensioniert/auf zu kleine Stufe
gestellt
d) die Leitung verschlammt (bei alten Anlagen mit
nicht-diffusionsdichten Kunststoffrohren häufig)

HTH

PS: Dein Zeilenumbruch ist etwas ungewöhnlich und daher schlecht zu
lesen, bitte im nächsten posting verbessern. Danke.
--
______________
/schüüüüüüüß Martin Kienaß
Hamburg (Germany)

Winfried Halbhuber

unread,
Jan 16, 2001, 6:20:27 PM1/16/01
to
Hallo Martin !

> Die Ventile im Vorlauf sind dafür gedacht, den sog. hydraulischen
> Abgleich durchzuführen, sie gleichen die unterschiedlich großen
> Druckverluste der einzelnen Heizkreise (wegen unterschiedlicher
> Leitungslänge, Umlenkungen etc.) so aus, daß alle Kreise gleichmäßig
> durchströmt werden

Wie macht man denn nun so einen hydraulischen Abgleich genau? Ist das
kompliziert?
Unsere Heizungsanlage wurde immer wieder erweitert, so kamen z.B. im
Keller/Hobbyraum zusätzliche dazu, nur werden einige von denen nicht
richtig warm, weil sie vielleicht schon zu weit weg sind und zu viele
Knicke in der Leitung sind. Interessanterweise wird aber z.B. der eine
der beiden HK die im Keller sind ordentlich warm, der andere kaum,
obwohl sie fast gleich nebeneinander liegen.
Jetzt habe ich mir gedacht, man könnte sowas vielleicht mit einem
hydraulischen Abgleich in den Griff bekommen?

Grüße aus Wien,
Winfried :-D

Lutz Illigen

unread,
Jan 17, 2001, 12:01:33 AM1/17/01
to
Am Wed, 17 Jan 2001 00:20:27 +0100, "Winfried Halbhuber"
<winf...@halbhuber.com> tippte:

>Hallo Martin !
>
>> Die Ventile im Vorlauf sind dafür gedacht, den sog. hydraulischen
>> Abgleich durchzuführen, sie gleichen die unterschiedlich großen
>> Druckverluste der einzelnen Heizkreise (wegen unterschiedlicher
>> Leitungslänge, Umlenkungen etc.) so aus, daß alle Kreise gleichmäßig
>> durchströmt werden
>
>Wie macht man denn nun so einen hydraulischen Abgleich genau? Ist das
>kompliziert?

Muss ein Fachmann machen, das kannst Du nicht selber.

>Unsere Heizungsanlage wurde immer wieder erweitert, so kamen z.B. im
>Keller/Hobbyraum zusätzliche dazu, nur werden einige von denen nicht
>richtig warm, weil sie vielleicht schon zu weit weg sind und zu viele
>Knicke in der Leitung sind. Interessanterweise wird aber z.B. der eine
>der beiden HK die im Keller sind ordentlich warm, der andere kaum,
>obwohl sie fast gleich nebeneinander liegen.

Hast Du das selbst gemacht ? Lag eine Rohrnetzberechnung vor ?

Lutz

Martin Kienass

unread,
Jan 17, 2001, 5:23:26 AM1/17/01
to
Am Wed, 17 Jan 2001 00:20:27 +0100 schrieb Winfried Halbhuber:


>Hallo Martin !
>
>> Die Ventile im Vorlauf sind dafür gedacht, den sog. hydraulischen
>> Abgleich durchzuführen, sie gleichen die unterschiedlich großen
>> Druckverluste der einzelnen Heizkreise (wegen unterschiedlicher
>> Leitungslänge, Umlenkungen etc.) so aus, daß alle Kreise gleichmäßig
>> durchströmt werden
>
>Wie macht man denn nun so einen hydraulischen Abgleich genau? Ist das
>kompliziert?

Erst einmal muß die Anlage mit entsprechenden Ventilen ausgerüstet
sein:
Entweder voreinstellbare Thermostatventile (diese haben unter dem
Thermostatkopf eine (oft nur mit speziellem Werkzeug zu bedienende)
Einstellmöglichkeit mit entsprechenden Markierungen)
oder einstellbare (und absperrbare) Rücklaufverschraubungen (für
diese gibt es dann Tabellen, wieviele Umdrehungen der
Einstellschraube welchem Volumenstrom bei gegebenenm Differenzdruck
entspricht)

Es kommt darauf an, welche Ansprüche man an die Genauigkeit des
Abgleichs stellt (oder stellen muß), wie groß und verzweigt das
Leitungsnetz ist und welche Vorleistungen und Berechnungen schon
erbracht sind, auf die man weitere Überlegungen aufbauen kann:

Bei Neuanlagen ist die Sache relativ einfach und schnell erledigt.
Man benötigt nämlich eine hydraulische Berechnung der Anlage,
Auslegungsdaten der Heizkörper und Einstelltabellen für die
Voreinstellung der Thermostatventile und/oder der
Rücklaufverschraubungen. Bei neuen Anlage sollte dies alles kein
Problem sein, da fallen die benötigten Unterlagen bei der
Projektierung sowieso an, dann braucht man nur noch anhand von selbst
erstellten Tabellen (aus den oben ermittelten Daten) die
Voreinstellung an jedem Heizkörperventil vorzunehmen.

Bei Altanlagen ist das schwieriger, weil entsprechende
Berechnungsunterlagen entweder nicht (mehr) vorhanden sind oder schon
lange nicht mehr stimmen (Heizkörperwechsel, neu hinzugekommene oder
entfernte HK, neue Heizungspumpe, andere Rohrleitungsführung etc.).

Entweder berechnet man alles neu, mit den aktuellen Gegebenheiten
oder man "probiert aus", d.h. man fährt die Anlage mit
Auslegungstemperatur, öffnet alle Thermostatventile und mißt die sich
ergebenden Temperaturunterschiede an jedem Heizkörper. Dann öffnet
oder schließt man Voreinstellung/Rücklaufverschraubung so lange, bis
an jedem HK gleiche Temperaturunterschiede herrschen. Wenn man weiß
(oder abschätzen kann) auf welche Vor-Rücklauftemperaturen die Anlage
einmal ausgelegt worden ist (z.B. 75/55 oder 65/50), kann man auch
versuchen, diese Verhältnisse an jedem HK einzustellen.

Je nach Größe der Anlage, Leidensfähigkeit der Bewohner (es kann dann
sehr, sehr warm in den Räumen werden) und anderen Gegebenheiten (man
muß ja z.B. jede Wohnung über mehrere Tage mehrmals betreten) ist diese
Methode relativ genau, kann aber bei Mehrfamilienhäusern schwierig
bis unmöglich durchzuführen sein.

Wenn es schnell gehen muß und ohne Berechnung abgehen soll und die
Anlage einigermaßen überschaubar ist (Ein- und Zweifamilienhaus),
habe ich noch eine Methode in petto, die zwar mit hydraulischem
Abgleich nicht mehr viel gemeinsam hat, dafür aber auch für Laien
praktikabel ist und meistens ausreichend gut funktioniert:

-alle Thermostatventile öffnen
-alle Rücklaufverschraubungen bis auf die des hydraulisch letzten
Heizkörpers (die bleibt voll geöffnet) schließen
-solange heizen, bis der letzte Heizkörper merklich warm wird (die
anderen bleiben alle kalt, da ja die Rücklaufverschraubungen
geschlossen sind)
-jetzt am vorletzten Heizkörper die Rücklaufverschraubung soweit
langsam aufdrehen, bis eine Erwärmung des Vorlaufs fühlbar wird
-das Ganze für jeden Heizkörper wiederholen (immer den hydraulisch am
weitesten entfernt liegenden nehmen)
-am Ende die gleichmäßige Erwärmung aller Heizkörper durch
"Handauflegen"(besser mit Oberflächenthermometer) prüfen und ggf.
an der Rücklaufverschraubung nachregeln. Temperaturunterschied
zwischen Vor- und Rücklauf sollte zwischen minimal 5 und maximal 20K
liegen
-fertig (Thermostatventile wieder auf "Normalstellung" bringen).

Klingt einfach, ist es auch. Aber eben kein hydraulischer Abgleich im
eigentlichen Sinn, höchstens eine grobe Voreinstellung. Dennoch
häufig besser als nichts und für kleine Anlagen allemal ausreichend.
Einzige Schwierigkeit, die auftreten kann ist die Bestimmung des
jeweils letzten Heizkörpers. Wenn man sich bei der Bestimmung (grob)
verschätzt hat, merkt man das beim abschließenden Kontrollgang daran,
daß "weiter entfernt" liegende HK nicht mehr richtig warm werden,
dann muß man eben die entsprechenden Rücklaufverschraubungen ein
wenig weiter öffnen.

Hinweis: Bei vielen Rücklaufverschraubungen kann eine viertel- bis
halbe Umdrehung beim Öffnen schon ausreichen, also wirklich langsam
öffnen.

>Unsere Heizungsanlage wurde immer wieder erweitert, so kamen z.B. im
>Keller/Hobbyraum zusätzliche dazu, nur werden einige von denen nicht
>richtig warm, weil sie vielleicht schon zu weit weg sind und zu viele
>Knicke in der Leitung sind. Interessanterweise wird aber z.B. der eine
>der beiden HK die im Keller sind ordentlich warm, der andere kaum,
>obwohl sie fast gleich nebeneinander liegen.
>Jetzt habe ich mir gedacht, man könnte sowas vielleicht mit einem
>hydraulischen Abgleich in den Griff bekommen?

Versuch' es mit der oben beschriebenen Methode.

Reiner Baumann

unread,
Jan 17, 2001, 7:34:46 AM1/17/01
to
Hallo Leute,

da demnächst in mein neues Haus die Heizung eingebaut werden soll
interessiert mich dieses Thema.
Alleine durch das lesen dieser Newsgroup habe ich schon einiges über
Heizungsanlagen dazugelernt.

Einige Verständnisprobleme habe ich allerdings noch.

In dem Haus sollen einige Räume mit konventionellen Heizkörpern beheizt
werden.
Das Wohnzimmer, Eßzimmer, Küche und Diele sollen Fußbodenheizung bekommen.

Wie die Thermostate an den Heizkörpern funktionieren ist mit klar. Sie
regeln die durchfließende Wassermenge in Abhängigkeit von der Reglerstellung
(Sollwert) und der Raumtemperatur (Istwert) indem sie den Schieber wenig
oder mehr öffnen.

Aber wie funktioniert das bei einer Fußbodenheizung ?
Wie wird hier die Raumtemperatur (Istwert) gemessen ?
Wo sitzt hier des Stellglied?

Wer kann mir das erklären ?
Im Voraus schon mal vielen Dank

RB

Dr. Wilhelm Becker

unread,
Jan 18, 2001, 2:37:50 AM1/18/01
to

Martin Kienass wrote:
>
>
> Bei Altanlagen ist das schwieriger, weil entsprechende
> Berechnungsunterlagen entweder nicht (mehr) vorhanden sind oder schon
> lange nicht mehr stimmen (Heizkörperwechsel, neu hinzugekommene oder
> entfernte HK, neue Heizungspumpe, andere Rohrleitungsführung etc.).
>
> Entweder berechnet man alles neu, mit den aktuellen Gegebenheiten
> oder man "probiert aus", d.h. man fährt die Anlage mit

Ich habe eine solche Altanlage und würde da gern mal rechnen. Hast Du
einen Literaturhinweis, wo steht, wie es geht? Ich habe theoretische
Physik studiert und fürchte mich rechenmäßig vor nichts.

Vielen Dank
--


Wilhelm Becker Phone: +49 231 755 2098
Hochschulrechenzentrum Fax: +49 231 755 2731
Universitaet Dortmund E-mail: Wilhelm...@HRZ.Uni-Dortmund.DE
44221 Dortmund

Martin Kienass

unread,
Jan 20, 2001, 11:17:30 AM1/20/01
to
Am Thu, 18 Jan 2001 08:37:50 +0100 schrieb Dr. Wilhelm Becker:

[...]


>Ich habe eine solche Altanlage und würde da gern mal rechnen. Hast Du
>einen Literaturhinweis, wo steht, wie es geht? Ich habe theoretische
>Physik studiert und fürchte mich rechenmäßig vor nichts.

Naja, im Prinzip kannst Du eigentlich jedes Schulbuch für
Zentralheizungs- und Lüftungsbauer nehmen, dort wird dann auch der
Rechengang anhand einer Beispielrechnung schrittweise erklärt.
Stichworte, auf die man im Inhaltsverzeichnis stoßen sollte, wären
z.B. Wärmebedarf(sberechnung), Rohrnetzberechnung, Auslegung von
Heizkörpern und ähnliches.

Falls Du auf schrittweises erklären der Rechenschritte verzichten
kannst, reichen Dir evtl. auch folgende Bücher, die mehr (Recknagel)
oder weniger (Buderus) nur Formel- und Tabellensammlungen sind, aus
denen der Fachmann für alle möglichen und unmöglichen Sonderfälle
Anhaltswerte und Berechnungsformeln entnehmen kann:

Buderus, Handbuch für Heizungstechnik,
Beuth-Verlag, ISBN 3-410-13214-7

Recknagel/Sprenger, Taschenbuch für Heizung und Klimatechnik 01/02
Oldenbourg-Verlag, ISBN 3-486-26450-8

Vorsicht, der Recknagel/Sprenger ist alles andere als ein
"Taschenbuch"(!), evtl. Sackkarre oder ähnliches Transportgerät
mitnehmen :-)

Martin Kienass

unread,
Jan 20, 2001, 11:45:50 AM1/20/01
to
Am Wed, 17 Jan 2001 13:34:46 +0100 schrieb Reiner Baumann:

[...]


>Wie die Thermostate an den Heizkörpern funktionieren ist mit klar. Sie
>regeln die durchfließende Wassermenge in Abhängigkeit von der Reglerstellung
>(Sollwert) und der Raumtemperatur (Istwert) indem sie den Schieber wenig
>oder mehr öffnen.

Es handelt sich an den Heizkörpern um Thermostatventile.
Ich dachte, Du hättest hier mitgelesen? ;-)

>Aber wie funktioniert das bei einer Fußbodenheizung ?
>Wie wird hier die Raumtemperatur (Istwert) gemessen ?

Es gibt drei Möglichkeiten:

1. Die Raumtemperatur wird gar nicht gemessen, sondern nur dadurch
gesteuert, wie hoch die Vorlauftemperatur der FBH in Abhängigkeit von
der Außentemperatur gefahren wird. Wenn die Heizkurve passend
eingestellt ist, lassen sich so schon einigermaßen konstante
Raumtemperaturen mit FBH erzielen.

2. Die Raumtemperatur wird in einem Führungsraum gemessen und hat
(zusätzlich zu Außentemperatur/Heizkurve) Einfluß auf die Regelung
der Vorlauftemperatur der FBH.

3. Vorlauftemperaturregelung wie in 1., zusätzlich in jedem Raum
ein Thermostat, der abhängig von der Raumtemperatur den betreffenden
Heizkreis zu- oder abschaltet. Dafür gibt es am Heizkreisverteiler
für die Fußbodenheizung entsprechend für jeden Heizkreis einen
thermoelektrischen Stellantrieb.

>Wo sitzt hier des Stellglied?

1.+2. Mischer für die Fußbodenheizung im Heizungskeller
(Vorlauftemperatur)
3. zusätzlich die Stellantriebe am Heizkreisverteiler für die FBH
(durchfließende Wassermenge, allerdings im Gegensatz zu
Thermostatventilen nur geschlossen oder offen, Zwischenstellungen
gibts nicht)

Genaugenommen ist eigentlich nur noch Variante 3 zulässig, weil die
Heizanlagenverordnung Einzelraumregelung vorschreibt.

Reiner Baumann

unread,
Jan 22, 2001, 6:26:43 AM1/22/01
to
Hallo Martin,

danke für deine Antwort
jetzt ist mir schon einiges klarer
mein Heizungsbauer konnte mir das nicht so gut erklären.

Deinem Posting entnehme ich, daß die technisch richtige Lösung Variante 3
ist.
Mein Heizungsbauer meint aber eine Lösung nach Variante 2 ist vollkommen
ausreichend.

Als Führungsraum kommt bei mir das Wohn-Eßzimmer in frage.
Dort sitzt auch der Raumtemperaturregler der Heizungsanlage. (Bosch Junkers
Regler TA270)
Mit diesem Regler ist auch eine Raumaufschaltung möglich.

Aber was ist dann mit den anderen Räumen mit Fußbodenheizung (Küche, Diele,
Gäste-WC, Bad)
Nach meinem technischen Verständnis sind diese dann fest mit der
Raumtemperatur des Führungsraumes gekoppelt. D.h. Wohnzimmer wärmer -> alle
anderen Räume auch wärmer und umgekehrt. Ich habe also keine Möglichkeit auf
die Temperatur in den einzelnen Räumen Einfluß zu nehmen.
Z.B. Gäste-WC soll nur 18 Grad haben wenn es im Wohnzimmer behagliche 22
Grad hat.

Wie ist deine Meinung zu solch einer Lösung ?
Schon mal vielen Dank für die Antwort

Martin Kienass

unread,
Jan 22, 2001, 2:02:03 PM1/22/01
to
Am Mon, 22 Jan 2001 12:26:43 +0100 schrieb Reiner Baumann:

[...]


>Deinem Posting entnehme ich, daß die technisch richtige Lösung Variante 3
>ist.

"Technisch richtig" sind alle drei Varianten, funktionieren würden
auch alle, wenn auch die erste etwas mehr Fingerspitzengefühl und
Geduld bei der Einstellung der Heizkurve erforderlich machen wird.

>Mein Heizungsbauer meint aber eine Lösung nach Variante 2 ist vollkommen
>ausreichend.

Da gibt es jetzt zwei Antworten von mir drauf; eine aus rechtlicher
und eine aus technischer Sicht:

Aus technischer Sicht stimme ich Deinem Heizungsbauer voll und
uneingeschränkt zu, die Lösung mit einem Führungsraum, durch den die
anderen Räume gesteuert werden, reicht auch nach meiner Ansicht für
Wohnräume mit FBH (in derselben Wohnung) aus.

Aus rechtlicher Sicht ist das leider ganz eindeutig falsch:
Da steht im §7 der Heizungsanlagenverordnung sinngemäß:

"Heizungstechnische Anlagen sind mit selbsttätig wirkenden
Einrichtungen zur raumweisen Temperaturregelung auszustatten.
[...]
Für Raumgruppen gleicher Art und Nutzung in Nichtwohnbauten ist
Gruppenregelung zulässig."

Also: Sobald es sich um Wohnraum handelt, ist Einzelraumregelung
vorgeschrieben. Da Verordnungen Gesetzescharakter haben, würde eine
Nichteinhaltung dieser Vorschrift einem Gestzesverstoß gleichkommen.
Darauf solltest Du Deinen Heizungsbauer dezent hinweisen.

Meine persönliche Meinung: Die Verordnung wird in diesem Punkt den
besonderen Eigenschaften einer Fußbodenheizung nicht gerecht.
Einzelraumregelung in Verbindung mit einer FBH bringt nur in seltenen
Fällen Energieeinsparung oder Komfortzuwachs, dafür aber immer
Mehrkosten.
Deine Bedenken bzgl. der unterschiedlichen Temperaturen kann ich
weitgehend zerstreuen, es ist schon möglich, in jedem Raum eine andere
Raumtemperatur einzustellen (am Heizkreisverteiler befinden sich nach
wie vor Ventile, die man per Hand weiter öffnen oder schließen kann,
nur passiert das eben bei Variante 2 nicht raumtemperaturabhängig-
automatisch sondern per Handbedienung).
Und: Eine FBH gibt Wärme gleichmäßig ab, diese Eigenschaft ist mit
einer gewissen Trägheit verbunden. Es kann passieren, daß das
Schließen eines Ventiles erst nach mehreren Stunden Einfluß auf die
Raumtemperatur hat, weil ja der gesamte aufgeheizte Estrich und
Fußbodenbelag noch nachheizt. Für das Aufheizen gilt selbiges analog.
Also Aktionen wie: "Boah, is mir kalt, ich dreh' mal eben die Heizung
hoch", funktionieren bei FBH noch weniger als mit normalen Heizkörpern
und verbieten sich von selbst. Ob mit oder ohne Einzelraumregelung
ist dabei schnurz.
Man wird als Betreiber einer FBH also eher darauf bedacht sein, eine
Raumtemperatur zu finden, die für die in dem jeweiligen Raum
stattfindenden Tätigkeiten angenehm bzw. ausreichend ist und diese
Temperatur (von der Nachtabsenkung mal abgesehen) möglichst wenig
ändern, also an den vorhandenen Reglern so wenig wie möglich
herumdrehen. Und dafür reicht ein geregelter Raum, der die anderen
mitzieht imho voll aus (wie gesagt, der Gesetzgeber sieht das nicht
so, aber wo kein Kläger....)

Nur, wissen sollten Auftraggeber (Du) und Auftragnehmer
(Heizungsbauer) schon, daß im Sinne des Gesetzes Pfusch eingebaut
wird.

Reiner Baumann

unread,
Jan 22, 2001, 3:45:33 PM1/22/01
to

Hallo Martin,

vielen Dank für deine schnelle Antwort.
Ich denke mein Heizungsbauer und Du habt im Prinzip die gleiche Ansicht zu
obigem Sachverhalt. Als technisch belasteter Häuslebauer (E-Techniker) will
man sich natürlich nicht nur auf nur eine Meinung verlassen. Nach meiner
Erfahrung wollen die Anbieter, egal welches Gewerk am Bau, immer nur das
verkaufen was für Sie das beste ist.
Um sich unabhängig zu informieren ist da eine Newsgroup wie diese geradezu
prädestiniert.

Bei meinem Heizungsbauer ist das wohl nicht ganz so. (Ein alter Schulfreund)
Nur scheint er mir die Sache zu sehr von der Praktikerseite anzugehen. So
will er zum Beispiel die Dimmensionierung der Fußbodenheizung nach 0815
vornehmen.
Zitat: Am Fenster legen wir die Schlangen im 10 cm Abstand, sonst 20 cm, das
machen wir immer so.

Was meinst denn du dazu ???

bis die Tage


Thorsten Kern

unread,
Jan 23, 2001, 10:49:17 AM1/23/01
to
Reiner Baumann schrieb:

>
> Bei meinem Heizungsbauer ist das wohl nicht ganz so. (Ein alter Schulfreund)
> Nur scheint er mir die Sache zu sehr von der Praktikerseite anzugehen. So
> will er zum Beispiel die Dimmensionierung der Fußbodenheizung nach 0815
> vornehmen.
> Zitat: Am Fenster legen wir die Schlangen im 10 cm Abstand, sonst 20 cm, das
> machen wir immer so.
>
> Was meinst denn du dazu ???
>
> bis die Tage

Bei den heutig isolierten Häusern keine gute Idee, da der Wärmebedarf
immer weiter sinkt.

Ist in einem Raum zuviel Rohr verlegt, kann es passieren, das dieser
z.B. nicht mehr regelbar ist und über- / unterschwingt.
(auch über die Voreinstellungen nicht!)

vor 10-15 Jahren war das schon ein Problem mit dem 08/15 Methode aber
da noch einfach ausmerzbar mit Voreinstellung.

Heute halte ich als Heizungsbauer dies für keine gute Idee mehr.
Die Hersteller von FBH berechnen das auch kostenlos, daher ist die
Frage, warum man das nicht in Anpruch nehmen will?

Vielleicht weil man nicht genau nach Plan arbeiten kann?

(Erfahrene Verleger von Fußbodenheizungen verlegen nach Plan z.B bei 80
m Rohrlänge +-2 m genau)

Gruß
TK


--
Schoenen Gruss aus Daufenbach
Imker Thorsten Kern
http://www.thorsten-kern.de
Lieber ein Pinguin der laeuft, als ein Fenster , das haengt

Martin Kienass

unread,
Jan 24, 2001, 9:45:32 AM1/24/01
to
Am Mon, 22 Jan 2001 21:45:33 +0100 schrieb Reiner Baumann :

[...]


>Bei meinem Heizungsbauer ist das wohl nicht ganz so. (Ein alter Schulfreund)
>Nur scheint er mir die Sache zu sehr von der Praktikerseite anzugehen. So
>will er zum Beispiel die Dimmensionierung der Fußbodenheizung nach 0815
>vornehmen.

Solange es hinterher funktioniert.... :-|

>Zitat: Am Fenster legen wir die Schlangen im 10 cm Abstand, sonst 20 cm, das
>machen wir immer so.
>
>Was meinst denn du dazu ???

Nun ja, es gibt Fälle, in denen solche Maßnahme sinnvoll ist. Man
versucht so, gegen an großen Fensterflächen "herunterfallende"
Kaltluft mit erhöhter Leistung gegenzuheizen und so Zugerscheinungen
zu vermeiden. Im Einzelfall würde ich mir trotzdem jedesmal wieder
Gedanken über Fensterfläche und k-Wert der Fenster machen und dann
beurteilen, ob eine solche Maßnahme erforderlich wird.
"Das machen wir immer so" ist irgendwie keine zufriedenstellende
Begründung, es kommt eben auf's Fenster an.

Aber wenn so eine Randzone vor dem Fenster wirklich erforderlich ist,
würde ich einen eigenen Heizkreis dafür vorsehen. Dann kann man diese
potentiell wärmere Zone im Bedarfsfall noch ein wenig drosseln.

--

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