Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Kastanie

9 views
Skip to first unread message

Steffen Felger

unread,
Apr 3, 2008, 5:04:07 PM4/3/08
to
Hallo,
bei uns wächst ein klitzekleiner Kastanienbaum aus einem Blumentopf
und bekommt seine ersten Blätter. Ist derzeit ca. 10 cm hoch. Was ist
zu tun, damit es später mal ein richtiger Baum wird, wann und wie muss
man schneiden?
Viele Grüße Steffen

Jürgen Exner

unread,
Apr 3, 2008, 9:00:03 PM4/3/08
to
Steffen Felger <fel...@wald-x-press.de> wrote:
>bei uns wächst ein klitzekleiner Kastanienbaum aus einem Blumentopf
>und bekommt seine ersten Blätter. Ist derzeit ca. 10 cm hoch. Was ist
>zu tun, damit es später mal ein richtiger Baum wird,

Auspflanzen und mit Kaninchendraht vor Wildverbiss schuetzen.

>wann und wie muss man schneiden?

???
Glaubst du ernsthaft, der Foerster rennt durch den Wald und schneidet
seine Kastanien?

jue

Steffen H1

unread,
Apr 2, 2008, 1:50:07 AM4/2/08
to

ein bau wird er von ganz alleine, schneiden ist nicht nötig.
mußt ihn halt draußen einpflanzen ;-)


Grüße aus der Eifel
Steffen

Günter Hackel

unread,
Apr 4, 2008, 2:21:49 AM4/4/08
to
Steffen Felger schrieb:

Hallo
Du musst nur 2 Dinge tun:
1) die Jungpflanze ins Freie an Ort und Stelle pflanzen.
2) warten

gh

Gerhard Zahn

unread,
Apr 4, 2008, 2:35:11 AM4/4/08
to
Am Thu, 3 Apr 2008 14:04:07 -0700 (PDT) schrieb Steffen Felger:

Hallo,

>bei uns wächst ein klitzekleiner Kastanienbaum aus einem Blumentopf
>und bekommt seine ersten Blätter. Ist derzeit ca. 10 cm hoch. Was ist
>zu tun, damit es später mal ein richtiger Baum wird,

mach dir Gedanken, wo du für eine Kastanie Platz hast, die mal einen
Kronendurchmesser von 12 - 15 m haben wird.

Und mach dir Gedanken darüber, ob dir ein alljährlich von der
Kastanienminiermotte zerfressener und entstellter Baum wirklich
gefallen wird.

Ich dachte, die Zeiten der Rosskastanien-Pflanzerei wären vorbei.
Es gibt doch gesund wachsende Bäume genug, mit denen man derartige
Experimente machen kann.

>wann und wie muss man schneiden?

Für jemanden, der "wald-x-press" im Schilde führt, eine etwas seltsame
Frage.

Beste Grüße G e r h a r d

Steffen Felger

unread,
Apr 4, 2008, 3:02:39 AM4/4/08
to
Erstmal vielen Dank für die Antworten. Ernsthaft an die Pflanzung
einer Kastanie hatte bei uns niemand gedacht, das war wohl ein
Experiment unseres Kleinen, aber jetzt, wo das Bäumle gedeiht, ist es
meiner Frau ans Herz gewachsen. Stimmt schon, ich hätt' auch einen
Förster fragen können. Mach ich gleich.
Gruß Steffen
Message has been deleted
Message has been deleted

Dieter Göbel

unread,
Apr 4, 2008, 4:25:55 AM4/4/08
to

"Günter Hackel" <G.Ha...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:65lvo6F...@mid.individual.net...

Hallo,

und zwar möglichst weit von deinem Haus. Unsere Kastanie musste raus, weil
ihr Wurzelwerk (weitstreichende Wurzeln mit vielen Feinwurzeln, die
teilweise sogar oberflächlich sind) in unsere Kanalisation drang. Sie stand
2 m neben unserem Haus.
Abgesehen davon, das sie bis 30 m hoch wird und rasch wächst (ca. 45 cm pro
Jahr). ;-)


Gruß Dieter


G Wolmershäuser

unread,
Apr 4, 2008, 5:43:33 AM4/4/08
to
Gerhard Zahn schrieb:

> Am Thu, 3 Apr 2008 14:04:07 -0700 (PDT) schrieb Steffen Felger:
>
> Hallo,
>
>> bei uns wächst ein klitzekleiner Kastanienbaum aus einem Blumentopf
>> und bekommt seine ersten Blätter. Ist derzeit ca. 10 cm hoch. Was ist
>> zu tun, damit es später mal ein richtiger Baum wird,
>
> mach dir Gedanken, wo du für eine Kastanie Platz hast, die mal einen
> Kronendurchmesser von 12 - 15 m haben wird.
>
> Und mach dir Gedanken darüber, ob dir ein alljährlich von der
> Kastanienminiermotte zerfressener und entstellter Baum wirklich
> gefallen wird.

Warum gehen eigentlich alle von einer Rosskastanie aus? Kastanie ist für
mich Kastanie (Castanea z.B. sativa) und nicht Aesculus hippocastanum.
Letztere ist in meiner Gegend im Gegensatz zur ersteren ohnehin kaum zu
finden. Was die Größe anbetrifft gibt es allerdings wenig Unterschiede.
Beste Grüße
G.W.
--
"No matter how small your garden is, you should aim to have a minimum of
a quarter of an acre of natural woodland in it."
Lionel de Rothschild

Message has been deleted

Jürgen Exner

unread,
Apr 4, 2008, 8:58:27 AM4/4/08
to
"Dieter Göbel" <D-Go...@t-online.de> wrote:
>und zwar möglichst weit von deinem Haus. Unsere Kastanie musste raus, weil
>ihr Wurzelwerk (weitstreichende Wurzeln mit vielen Feinwurzeln, die
>teilweise sogar oberflächlich sind) in unsere Kanalisation drang. Sie stand
>2 m neben unserem Haus.

Na ja, dass man ausgerechnet Kastanien nicht direkt neben die Hauswand
setzt, sollte bei bis zu 30m Hoehe und etwa ebensoviel Breite eigentlich
offensichtlich sein. 2m Abstand reicht da mal gerade so bis der
Nachwuchs die Baumschule abgeschlossen haben. :-)

jue

Dieter Göbel

unread,
Apr 4, 2008, 9:54:06 AM4/4/08
to

"Konrad Wilhelm" <konrad_...@web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:l57cv350u9nns1c8m...@4ax.com...

> On Fri, 4 Apr 2008 10:25:55 +0200, "Dieter Göbel"
> <D-Go...@t-online.de> wrote:
>
>
>>Unsere Kastanie musste raus, weil
>>ihr Wurzelwerk (weitstreichende Wurzeln mit vielen Feinwurzeln, die
>>teilweise sogar oberflächlich sind) in unsere Kanalisation drang.
>
> Da hätte eher die marode Kanalisation weggemusst als der Baum.

Hallo Konrad,

richtig. ;-)
>
> Warum sollten denn Wurzeln in eine intakte Kanalisation eindringen?
> Die werden doch nicht davon "angelockt" dass es da drin so
> verführerisch gluckert. Wurzeln dringen nur dann in eine Kanalisation
> ein, wenn vorher aus der Kanalisation was rausfließt.

So war es. Aber wenn man ein altes Haus kauft, geht man nicht sämtliche
unterirdische Leitungen durch. Meine Maulwürfe wussten das bestimmt, haben
mir das nicht gesagt. ;-)

>
> Ich hab 15 Jahre lang eine Esche direkt auf dem Kanalrohr wachsen
> gehabt ohne jedes Problem. Hab ich ja auch selbst gelegt :-).

Eben.
>
> Weg musste die Esche, weil sie ans Dach anschlug.

Das kam bei unserer Rosskastanie noch dazu. Außerdem hatte der Vorbesitzer
die Angewohnheit, sie jedes Jahr zu schneiden, was uns gar nicht gefiel.
Deswegen waren wir nicht allzu traurig, als sie rausgemacht wurde (Nachbars
Trecker).

Gruß Dieter


Ina Koys

unread,
Apr 4, 2008, 11:16:15 AM4/4/08
to
Kathinka Wenz schrieb:
> Kathinka Wenz <kath...@rrr.de> wrote:
>
>> Ich habe mal versucht, Kastanien im Topf als größere Bonsais zu
>> ziehen, habe das Experiment aber irgendwann aufgegeben.
>
> Oops. Ist wohl noch zu früh. Das war gar nicht Kastanie, sondern Walnuss.

Dabei hätte ich einen Kastanienbonsai viel erstrebenswerter gefunden als
einen Walnussbonsai. Wolltest du Walnüsse in Senfkorngröße ernten?

Ina

--
Es wächst!
http://www.koys.de/Gemuese-Abenteuer/

Gerhard Zahn

unread,
Apr 4, 2008, 12:46:30 PM4/4/08
to
Am Fri, 04 Apr 2008 11:43:33 +0200 schrieb G Wolmershäuser:

Hallo G.W.,

>> Und mach dir Gedanken darüber, ob dir ein alljährlich von der
>> Kastanienminiermotte zerfressener und entstellter Baum wirklich
>> gefallen wird.
>
>Warum gehen eigentlich alle von einer Rosskastanie aus? Kastanie ist für
>mich Kastanie (Castanea z.B. sativa) und nicht Aesculus hippocastanum.
>Letztere ist in meiner Gegend im Gegensatz zur ersteren ohnehin kaum zu
>finden.

tja, es lässt sich wohl wunderbar drüber philosophieren, in welcher
Gegend man unter Kastanie die eine oder die andere versteht.

Stell dir vor: ich habe hier - Nordostbayern - noch nirgendwo eine
Castanea gesehen. Die ersten Exemplare sah ich in Südtirol.

Außerdem sind Kastanien in Form von Aesculus hippocastanum in Bayern
typische Biergarten- und Alleebäume.

Nach der weiß blühenden Kastanie kommt dann noch die rot blühende,
dann komme lange nix und dann erst die Esskastanie, die vorwiegend
Marone genannt wird.

Jürgen Exner

unread,
Apr 4, 2008, 1:43:39 PM4/4/08
to
G Wolmershäuser <wolm...@chemie.uni-kl.de> wrote:
>Warum gehen eigentlich alle von einer Rosskastanie aus? Kastanie ist für
>mich Kastanie (Castanea z.B. sativa) und nicht Aesculus hippocastanum.

Tja, ich kann nicht fuer "alle" sprechen, aber dort, wo ich aufgewachsen
bin und auch dort, wo ich studiert und gearbeitet habe, gibt es
ueberhaupt keine Edelkastanien. Ausser im botanischen Garten habe ich
auch noch nie eine gesehen.
In "Pimmer, der Schrecken von Dinkensbüttel" gibt es eine Szene, in der
er geroestete Kastanien isst. Davon inspiriert habe ich dann natuerlich
auch versucht, Kastanien zu roesten und zu essen. Bin nie auf den
Gedanken gekommen, dass mit Kastanie vielleicht etwas anderes gemeint
sein koennte als die Kastanie, die ich kannte.

>Letztere ist in meiner Gegend im Gegensatz zur ersteren ohnehin kaum zu
>finden.

Eben! Ich rate mal, du wohnst suedlich des Weisswurstaequators? Denn
noerdlich davon sind Edelkastanien praktisch unbekannt.

jue

tilman engelhardt

unread,
Apr 4, 2008, 1:58:34 PM4/4/08
to
On 4 Apr., 11:43, G Wolmershäuser <wolme...@chemie.uni-kl.de> wrote:

> Warum gehen eigentlich alle von einer Rosskastanie aus? Kastanie ist für
> mich Kastanie (Castanea z.B. sativa) und nicht Aesculus hippocastanum.


Die Rosskastanie hat gerade ihre Blätter bekommen, bei der Esskastanie
tut sich in dieser Beziehung noch nix.
Grüße
tilman

Hannelore Goos

unread,
Apr 4, 2008, 2:34:18 PM4/4/08
to
Am Fri, 04 Apr 2008 17:43:39 GMT schrieb Jürgen Exner:

> Eben! Ich rate mal, du wohnst suedlich des Weisswurstaequators? Denn
> noerdlich davon sind Edelkastanien praktisch unbekannt.

Im Taunus gibt es an mehreren Stellen wild im Wald jede Menge Esskastanien.
Wo ist eigentlich der "Weißwurstäquator"?


--
Hannelore Goos
http://www.sonnenastro.de
http://www.neomarica.de

Jürgen Exner

unread,
Apr 4, 2008, 4:02:43 PM4/4/08
to
Hannelore Goos <Benutze...@meineWebsite.unten> wrote:
>Am Fri, 04 Apr 2008 17:43:39 GMT schrieb Jürgen Exner:
>
>> Eben! Ich rate mal, du wohnst suedlich des Weisswurstaequators? Denn
>> noerdlich davon sind Edelkastanien praktisch unbekannt.
>
>Im Taunus gibt es an mehreren Stellen wild im Wald jede Menge Esskastanien.

Ja, das ist eine der rund halbes Dutzend Stellen, an denen die
Esskastanie im noerdlicheren Deutschland natuerlich waechst, und die in
http://de.wikipedia.org/wiki/Edelkastanie#Vorkommen_2 sogar extra als
Ausnahmen/Besonderheiten/Sehenswuerdigkeiten aufgefuehrt sind.

>Wo ist eigentlich der "Weißwurstäquator"?

Ueblicherweise der Main. Womit der Taunus dann schon "grenznaher
Verkehr" ist.

jue

Monika Cisch

unread,
Apr 4, 2008, 4:04:01 PM4/4/08
to
Hannelore Goos wrote:
> Am Fri, 04 Apr 2008 17:43:39 GMT schrieb Jürgen Exner:
>
>> Eben! Ich rate mal, du wohnst suedlich des Weisswurstaequators? Denn
>> noerdlich davon sind Edelkastanien praktisch unbekannt.
>
> Im Taunus gibt es an mehreren Stellen wild im Wald jede Menge Esskastanien.
> Wo ist eigentlich der "Weißwurstäquator"?

Also nach Juergens Definition muesst der dann irgendwo in den Alpen
liegen :/ Weil naemlich, suedlich der Donau (der eigentliche
Weisswurstaequator) ist es zu kalt fuer Maroni, bis man ueber die Alpen
ist. Fuer mich waren Kastanien schon immer Rosskastanien.

cu
Monika

--
Go your own footsteps, don't follow the others (?)

Benno Bös

unread,
Apr 4, 2008, 5:48:47 PM4/4/08
to
Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> schrieb:

>Am Fri, 04 Apr 2008 11:43:33 +0200 schrieb G Wolmershäuser:

>>Warum gehen eigentlich alle von einer Rosskastanie aus? Kastanie ist für
>>mich Kastanie (Castanea z.B. sativa) und nicht Aesculus hippocastanum.
>>Letztere ist in meiner Gegend im Gegensatz zur ersteren ohnehin kaum zu
>>finden.
>

>tja, es lässt sich wohl wunderbar drüber philosophieren.

Dann tun wir das mal. Die Eßkastanie wird übrigens auch Echte Kastanie
genannt! Der Vorsatz von Tierbezeichnungen steht aber zumeist für
"Falsche ...", etwa bei Hundspetersilie (Eßpetersilie zur
Unterscheidung habe ich aber noch nie gehört). Die Eßkastanie kam
schon mit den Römern nach Mitteleuropa, die Roßkastanie erschien erst
in der Neuzeit bei uns.

Daß die Roßkastanie umgangssprachlich mittlerweile als Kastanie
bezeichnet wird, ist nicht regional sondern intelektuell bedingt und
hängt wesentlich vom Unwissen über die Existenz einer Eßkastanie ab.

Wer kennt hier nicht die Anfragen "meine Amaryllis blüht nicht". Wie
auch, wenn man keine hat! Wieviele Kakteensammler sind stolz auf ihre
Euphorbien, Hoodien, Haworthien oder Apocynaceen? Gut, Apocynaceen
werden viele, schon aufgrund der deutschen Namen, nicht zu den Kakteen
zählen: Madagaskarpalme, Wüstenrose, Rosenlorbeer.


>Stell dir vor: ich habe hier - Nordostbayern - noch nirgendwo eine
>Castanea gesehen. Die ersten Exemplare sah ich in Südtirol.

Dann fahre mal in die Pfalz. Dort wachsen die wie Unkraut.

>Außerdem sind Kastanien in Form von Aesculus hippocastanum in Bayern
>typische Biergarten- und Alleebäume.

Plantanen auch - oder? Die nennen wir dann Ahorn. Das andere ist der
Maplebaum, den man eh nur kurz vor Toronto zu sehen bekommt und da nur
auf Stoffetzen.


--
************ das GIFTPFLANZEN.COMpendium ************
***** jetzt mit aktueller Pflanzensystematik und Leformix *****
-----------> http://www.giftpflanzen.com <-----------

Jürgen Exner

unread,
Apr 4, 2008, 6:04:52 PM4/4/08
to
Monika Cisch <moni...@vorsicht-bissig.de> wrote:
>> Wo ist eigentlich der "Weißwurstäquator"?
>Weil naemlich, suedlich der Donau (der eigentliche
>Weisswurstaequator)

Wikipedia weiss es ganz genau:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fwurst%C3%A4quator

Und wir haben beide Recht. Je nachdem wo man herkommt ist es Main oder
Donau.

jue

Message has been deleted

Monika Cisch

unread,
Apr 5, 2008, 5:11:36 AM4/5/08
to
Benno Bös wrote:
> Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> schrieb:
>
>> Am Fri, 04 Apr 2008 11:43:33 +0200 schrieb G Wolmershäuser:
>
>>> Warum gehen eigentlich alle von einer Rosskastanie aus? Kastanie ist für
>>> mich Kastanie (Castanea z.B. sativa) und nicht Aesculus hippocastanum.
>>> Letztere ist in meiner Gegend im Gegensatz zur ersteren ohnehin kaum zu
>>> finden.
>> tja, es lässt sich wohl wunderbar drüber philosophieren.
>
> Dann tun wir das mal. Die Eßkastanie wird übrigens auch Echte Kastanie
> genannt! Der Vorsatz von Tierbezeichnungen steht aber zumeist für
> "Falsche ...", etwa bei Hundspetersilie (Eßpetersilie zur
> Unterscheidung habe ich aber noch nie gehört). Die Eßkastanie kam
> schon mit den Römern nach Mitteleuropa, die Roßkastanie erschien erst
> in der Neuzeit bei uns.
>
> Daß die Roßkastanie umgangssprachlich mittlerweile als Kastanie
> bezeichnet wird, ist nicht regional sondern intelektuell bedingt und
> hängt wesentlich vom Unwissen über die Existenz einer Eßkastanie ab.

No, nu mach mal halblang! Ich wusste auch als Kind dank
Suedtirolbesuchen schon um die Existenz echter Kastanien, nur hiessen
die fuer uns schon immer Maroni. Kastanien waren/sind hier in der Gegend
nu mal die Rosskastanien, weit verbreitet und durch alle
Gesellschaftsschichten, Maronibaeume gibt es wenn dann nur sehr
vereinzelt. Das am Intellekt festzumachen - koennte das eine
Intellektsache sein? ;p

>> Stell dir vor: ich habe hier - Nordostbayern - noch nirgendwo eine
>> Castanea gesehen. Die ersten Exemplare sah ich in Südtirol.
>
> Dann fahre mal in die Pfalz. Dort wachsen die wie Unkraut.

Welche Pfalz? In der Oberpfalz koennt ich mich auch an keine erinnern.

>> Außerdem sind Kastanien in Form von Aesculus hippocastanum in Bayern
>> typische Biergarten- und Alleebäume.
>
> Plantanen auch - oder?

Im Biergarten? Eher nicht. Auf Plaetzen kommen sie jetzt vermehrt,
koennte mit dera Motten zusammenhaengen.

Monika Cisch

unread,
Apr 5, 2008, 5:12:06 AM4/5/08
to

:)

Gerhard Zahn

unread,
Apr 5, 2008, 6:57:19 AM4/5/08
to
Am Fri, 04 Apr 2008 23:48:47 +0200 schrieb Benno Bös:

Hallo,

>>tja, es lässt sich wohl wunderbar drüber philosophieren.

hm, aber wenn schon, dann am besten ohne vorauseilende Endurteile. :-)

>Dann tun wir das mal. Die Eßkastanie wird übrigens auch Echte Kastanie
>genannt!

Hier war aber weder von Ess- noch von Echt die Rede, sondern einfach
von Kastanie.
Wird die Esskastanie wohl schon vorsichtshalber nie nur "Kastanie"
genannt?
Und "Echt" ist irgendwie auch daneben, so lange es nicht auch ein
"Falsch" gibt.

>Der Vorsatz von Tierbezeichnungen steht aber zumeist für
>"Falsche ...", etwa bei Hundspetersilie (Eßpetersilie zur
>Unterscheidung habe ich aber noch nie gehört).

An der Rosskastanie ist nichts falsch. Sie hat ihren Namen zurecht.
Lt. Wiki: "Der Name der Rosskastanie stammt von einem türkischen
Vorbild. Er lässt sich auf eine Zeit vor dem 16. Jahrhundert
zurückführen. Zu der Zeit wurde die Rosskastanie als Heilmittel für
Pferdekrankheiten eingesetzt"

Zudem ist genau genommen "Rosskastanie" eine Gattungsbezeichnung =
Aesculus. Und von Aesculus gibt es in Nordamerika, Asien und Europa
etwa 15 Arten und inzwischen mehr als 3 Dutzend Unterarten, Sorten und
Formen.

>Die Eßkastanie kam
>schon mit den Römern nach Mitteleuropa, die Roßkastanie erschien erst
>in der Neuzeit bei uns.

Würdest du den Balkan zu Mitteleuropa zählen? Wenn ja, dann war die
Rosskastanie schon da. Und was die Esskastanie angeht, haben sich wohl
auch schon andere als die Römer mit ihrer Verbreitung befasst.

Außerdem ist das der Bevölkerung so etwas von wurscht. Sie benennt
Bäume wie sie will und das variiert dann auch noch lokal. Insofern
sollte man deutschen Bezeichnungen nicht all zu viel Bedeutung
beimessen.

>Daß die Roßkastanie umgangssprachlich mittlerweile als Kastanie
>bezeichnet wird, ist nicht regional sondern intelektuell bedingt und
>hängt wesentlich vom Unwissen über die Existenz einer Eßkastanie ab.

Warum sollte jemand eine Kastanie mit Rosskastanie betiteln, wenn sein
Umfeld auch mit Kastanie weiß, was er meint? Ist die essbare Kastanie
mit Esskastanie nicht ausreichend von ihr unterschieden?

>>Stell dir vor: ich habe hier - Nordostbayern - noch nirgendwo eine
>>Castanea gesehen. Die ersten Exemplare sah ich in Südtirol.
>
>Dann fahre mal in die Pfalz. Dort wachsen die wie Unkraut.

Tja, nun ist aber die Pfalz nur ein Bruchteilchen von den deutschen
Landen, in denen wiederum nur die Kastanie verbreitet ist, womit ohne
weitere Zusatzbezeichnung die weißblühende Kastanie Aesculus
hippocastanum = Gemeine Rosskastanie, Balkan-Rosskastanie gemeint ist.
Ein Wunder ist das nicht, denn die Maroni produzierende Esskastanie
gedeiht halt nu mal nur in Weingegenden mit Erfolg. In ca. 80 % der
deutsche Gaue dürften ihre Früchte nicht reifen, die der Kastanie
schon.

>
>>Außerdem sind Kastanien in Form von Aesculus hippocastanum in Bayern
>>typische Biergarten- und Alleebäume.
>
>Plantanen auch - oder? Die nennen wir dann Ahorn.

Na ja, bei der Ahornblätterigen Platane ist Ahorn zumindest
naheliegend.
Dafür spricht hier mancher von einem Akazibaum und meint damit eine
Robinie... :-)

Auch das wird wohl "intelektuell" (lt. Duden: b) einseitig, betont
verstandesmäßig; auf den Intellekt ausgerichtet;) bedingt sein. :-)

Dieter Göbel

unread,
Apr 5, 2008, 8:32:53 AM4/5/08
to

"Gerhard Zahn" <gerhar...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:hdlev3h8hdr5d2gpu...@4ax.com...

> Am Fri, 04 Apr 2008 23:48:47 +0200 schrieb Benno Bös:
>
> Hallo,
>
>>>tja, es lässt sich wohl wunderbar drüber philosophieren.
>
> Dafür spricht hier mancher von einem Akazibaum und meint damit eine
> Robinie... :-)

Hallo Gerhard,

und bei uns im Emsland wird sie einfach Akazie genannt, haben wir sogar an
der Grenze zum Nachbarn, der sie dahin gesetzt hatte oder sie ist dahin
geweht.
Robinie kennen sie nicht.

Gruß Dieter


Ina Koys

unread,
Apr 5, 2008, 1:15:11 PM4/5/08
to
Benno Bös schrieb:

> Daß die Roßkastanie umgangssprachlich mittlerweile als Kastanie
> bezeichnet wird, ist nicht regional sondern intelektuell bedingt und
> hängt wesentlich vom Unwissen über die Existenz einer Eßkastanie ab.

Du verwechselst Intellekt mit Bildung. Die kommen zwar gern mal zusammen
vor, haben aber eigentlich noch weniger mit einander zu tun als
Rosskastanien und Esskastanien.

Ina Koys

unread,
Apr 5, 2008, 1:18:50 PM4/5/08
to
Dieter Göbel schrieb:

>>>> tja, es lässt sich wohl wunderbar drüber philosophieren.
>> Dafür spricht hier mancher von einem Akazibaum und meint damit eine
>> Robinie... :-)
>
> Hallo Gerhard,
>
> und bei uns im Emsland wird sie einfach Akazie genannt, haben wir sogar an
> der Grenze zum Nachbarn, der sie dahin gesetzt hatte oder sie ist dahin
> geweht.
> Robinie kennen sie nicht.

Ich kenn sogar einen Förster (oder Forstfachwirt oder so...), der
behauptet, dass Akazien weiß und Robinien (rubin-)rot blühen.

Monika Schleidt

unread,
Apr 5, 2008, 1:51:18 PM4/5/08
to
Benno Bös schrieb:

Also wenn wir schon so "intellektuell" sein wollen: es heißt Platane und
nicht Plantane, ok? "Plantain* ist wieder was Anderes. Und es heißt
*intellektuell*, mit zweimal doppel l.
*Maplebaum* gibts überhaupt nicht. *Maple* oder *mapletree* ist auf
englisch der Ahorn, da gibt es in Nordamerika sehr viele Arten davon,
die triffst du überall dort (auch in der Nähe von Toronto und nicht nur
auf der Fahne,) und auch hier in Europa gibt es einige davon.
Ich meine, du solltest mal bisschen leiser treten.

Gruß, Monika


--
Monika Schleidt
Mon...@schleidt.org
(bitte, die Ziffer in der Adresse weglassen)

Monika Schleidt

unread,
Apr 5, 2008, 1:57:36 PM4/5/08
to
Ina Koys schrieb:

*Das* allerdings ist falsch, denn das, was wir hier Akazie nennen ist
wirklich eine Robinie. Hat sich allerdings in der Volkssprache als
Akazie etabliert.

Monika Schleidt

unread,
Apr 5, 2008, 2:19:55 PM4/5/08
to
Monika Cisch schrieb:

Für mich auch, Kastanien sind einfach mal Roßkastanien,- wenn man von
Maroni reden will, nennt man sie Esskastanien oder Edelkastanien.

Aber.... ist es bei euch nördlich der Donau wärmer als südlich der
Donau? Das würde mich doch mal wundern. Bei uns ist die Donau so die
Trennungslinie. Allerdings kenne ich einige Maronibäume im nördlichen
Waldviertel (weit nördlich der Donau) und einen Wald davon südlich der
Donau bei Lilienfeld. Aber eigentlich wachsen sie erst so von Kärnten
Richtung Italien.

Dieter Göbel

unread,
Apr 5, 2008, 2:44:07 PM4/5/08
to

"Monika Schleidt" <mon...@schleidt.org> schrieb im Newsbeitrag
news:1c214$47f7c2dc$557c792a$24...@news.inode.at...
Hallo Monika,

ich habe schon einige Esskastanien am Nordrand des Rurhgebiets gesehen,
ziemlich groß. Ich weiß auch nicht, warum sie hier nicht so oft gepflanzt
werden. Das Klima kann es wohl (inzwischen) nicht sein.

Gruß Dieter


G Wolmershäuser

unread,
Apr 5, 2008, 3:36:17 PM4/5/08
to
tilman engelhardt schrieb:

>
> Die Rosskastanie hat gerade ihre Blätter bekommen, bei der Esskastanie
> tut sich in dieser Beziehung noch nix.

Er hat die Pflanze im Topf gezogen, da kann auch eine Kastanie (ich
bleibe trotzig dabei!) schon Blätter haben.
Beste Grüße
G.W.

G Wolmershäuser

unread,
Apr 5, 2008, 3:49:38 PM4/5/08
to
Gerhard Zahn schrieb:

> Am Fri, 04 Apr 2008 23:48:47 +0200 schrieb Benno Bös:
>
> Hallo,
>
>>> tja, es lässt sich wohl wunderbar drüber philosophieren.
>
> hm, aber wenn schon, dann am besten ohne vorauseilende Endurteile. :-)
>
>> Dann tun wir das mal. Die Eßkastanie wird übrigens auch Echte Kastanie
>> genannt!
>
> Hier war aber weder von Ess- noch von Echt die Rede, sondern einfach
> von Kastanie.
> Wird die Esskastanie wohl schon vorsichtshalber nie nur "Kastanie"
> genannt?

Also hier in der (früher bayerischen) Pfalz wird die Kastanie (castanea
sativa) "Keschte" genannt. Nicht "Esskeschte" und schon gar nicht
Maroni. Hängt wohl einfach damit zusammen, dass diese viel häufiger
vorkommt als der Neophyt Aesculus hippocastanum.
Beste Grüße
G.W.

G Wolmershäuser

unread,
Apr 5, 2008, 4:00:12 PM4/5/08
to
Jürgen Exner schrieb:

>> Letztere ist in meiner Gegend im Gegensatz zur ersteren ohnehin kaum zu
>> finden.
>
> Eben! Ich rate mal, du wohnst suedlich des Weisswurstaequators? Denn
> noerdlich davon sind Edelkastanien praktisch unbekannt.

In der Pfalz sind sie waldbildend. Aber bei euch gibt oder gab es doch
auch mal eine andere Art nämlich Castanea dentata. Ist aber wohl durch
eine Krankheit fast vollständig verschwunden. Oder kommt (kam) die nur
im Osten der USA vor?
Beste Grüße
G.W.

Gerhard Zahn

unread,
Apr 5, 2008, 4:11:41 PM4/5/08
to
Am Sat, 05 Apr 2008 21:49:38 +0200 schrieb G Wolmershäuser:

Hallo G.W.,

>Also hier in der (früher bayerischen) Pfalz wird die Kastanie (castanea

>sativa) "Keschte" genannt. Nicht "Esskeschte" und schon gar nicht
>Maroni.

na und? Die Bezeichnungen für Esskastanien sind halt lokal
verschieden. Und "Keschtn" heißen die Esskastanien nicht nur in der
Rheinpfalz, sondern auch in Südtirol. Maronen bzw. Maroni kommt
dagegen heute in Bayern und Österreich vor und vielleicht auch noch
anderswo.

>Hängt wohl einfach damit zusammen, dass diese viel häufiger
>vorkommt als der Neophyt Aesculus hippocastanum.

Hm, dass die Esskastanie insgesamt häufiger vorkommt als die Gemeine
Rosskastanie halte ich für möglich, da Esskastanien teils auch
plantagenartig gepflanzt wurden.
Die Gemeine Rosskastanie dagegen war wohl immer nur ein Zier-,
Biergarten- und Alleebaum.
Wobei noch zu klären wäre, wie häufig diese auf dem Balkan, der
angeblichen Urheimat, verbreitet ist.

Es dürfte aber ziemlich zwecklos sein, den Leuten vorschreiben zu
wollen, welche Kastanien sie als Kastanien bezeichnen dürfen, zumal es
in manchen Gegenden zumindest die Esskastanien gar nicht gibt.

Derlei Namensverwirrungen sind doch bei deutschen Bezeichnungen von
Pflanzen nichts neues. Schließlich ist es nicht gerade zielführend,
dass so manches Kräutlein landauf, landab gleich ein Dutzend
verschiedene Namen hat. Tja, soll man da jetzt 11 davon streichen?
Da hilft halt nur nachzufragen oder die Verwendung der botanischen
Bezeichnung.

Beste Grüße G e r h a r d

--
Kaum hat der Ochs etwas auf die Straße fallen lassen, liegt da ein
Kuhdreck. :-)

Monika Cisch

unread,
Apr 5, 2008, 4:16:25 PM4/5/08
to
Monika Schleidt wrote:
> Monika Cisch schrieb:

>> Also nach Juergens Definition muesst der dann irgendwo in den Alpen
>> liegen :/ Weil naemlich, suedlich der Donau (der eigentliche
>> Weisswurstaequator) ist es zu kalt fuer Maroni, bis man ueber die Alpen
>> ist. Fuer mich waren Kastanien schon immer Rosskastanien.
>
> Für mich auch, Kastanien sind einfach mal Roßkastanien,- wenn man von
> Maroni reden will, nennt man sie Esskastanien oder Edelkastanien.
>
> Aber.... ist es bei euch nördlich der Donau wärmer als südlich der
> Donau?

Ja also - da muss man differenzieren ;) Haengt von der Gegend ab. Es
gibt Gegenden, die sind kaelter, dann gibt es welche,die sind waermer.
Hier kurz vor den Alpen sind wir grad ned mit warmen Klima gesegnet,
andererseits gibt's ganz in der Naehe ein Dorf, wo viele Obstbaeume,
auch Kirschen, erfolgreich wachsen.

> Das würde mich doch mal wundern. Bei uns ist die Donau so die
> Trennungslinie. Allerdings kenne ich einige Maronibäume im nördlichen
> Waldviertel (weit nördlich der Donau) und einen Wald davon südlich der
> Donau bei Lilienfeld. Aber eigentlich wachsen sie erst so von Kärnten
> Richtung Italien.

Eben, ich kenn die Dinger halt aus Suedtirol. Ich hab schon gehoert,
dass sie auch in Frankfurt wachsen, aber das ist halt endsweitweg.

Hier bei uns - meine Eltern haben eine gepflanzt, die waechst auch
tapfer, aber ob sie essbare Kastanien hat? Eigentlich haben wir erst
kuerzlich drueber geredet, aber ich erinenere mich grad ned :) Mich
wuerd's wundern, wenn, weil es fehlt eigentlich schon der zweite Baum...

Monika Cisch

unread,
Apr 5, 2008, 4:31:51 PM4/5/08
to
Gerhard Zahn wrote:
> Am Sat, 05 Apr 2008 21:49:38 +0200 schrieb G Wolmershäuser:

>> Also hier in der (früher bayerischen) Pfalz wird die Kastanie (castanea
>> sativa) "Keschte" genannt. Nicht "Esskeschte" und schon gar nicht
>> Maroni.
>
> na und? Die Bezeichnungen für Esskastanien sind halt lokal
> verschieden. Und "Keschtn" heißen die Esskastanien nicht nur in der
> Rheinpfalz, sondern auch in Südtirol. Maronen bzw. Maroni kommt
> dagegen heute in Bayern und Österreich vor und vielleicht auch noch
> anderswo.

Also ich kenn sowohl Maroni als auch Keschtn nur aus Suedtirol, weil es
die Baeume hier ja gar ned gab. In Muenchen heissen sie glaub ich Maroni
(wo 8 Stueck fuer stolze ? € verkauft werden - fuer's gleiche Geld
ueberisste Dich in Suedtirol :) )

>> Hängt wohl einfach damit zusammen, dass diese viel häufiger
>> vorkommt als der Neophyt Aesculus hippocastanum.
>
> Hm, dass die Esskastanie insgesamt häufiger vorkommt als die Gemeine
> Rosskastanie halte ich für möglich, da Esskastanien teils auch
> plantagenartig gepflanzt wurden.

Je nach Gegend halt ;)

> Derlei Namensverwirrungen sind doch bei deutschen Bezeichnungen von
> Pflanzen nichts neues. Schließlich ist es nicht gerade zielführend,
> dass so manches Kräutlein landauf, landab gleich ein Dutzend
> verschiedene Namen hat. Tja, soll man da jetzt 11 davon streichen?
> Da hilft halt nur nachzufragen oder die Verwendung der botanischen
> Bezeichnung.

ACK. Ich sag nur "Maerzenbecher", gell, Monika? ;)

Benno Bös

unread,
Apr 5, 2008, 4:38:06 PM4/5/08
to
Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> schrieb:


>
>Hier war aber weder von Ess- noch von Echt die Rede, sondern einfach
>von Kastanie.
>Wird die Esskastanie wohl schon vorsichtshalber nie nur "Kastanie"
>genannt?
>Und "Echt" ist irgendwie auch daneben, so lange es nicht auch ein
>"Falsch" gibt.

Es gibt auch keinen Falschen Baldrian.


>>Der Vorsatz von Tierbezeichnungen steht aber zumeist für
>>"Falsche ...", etwa bei Hundspetersilie (Eßpetersilie zur
>>Unterscheidung habe ich aber noch nie gehört).
>
>An der Rosskastanie ist nichts falsch. Sie hat ihren Namen zurecht.
>Lt. Wiki: "Der Name der Rosskastanie stammt von einem türkischen
>Vorbild. Er lässt sich auf eine Zeit vor dem 16. Jahrhundert
>zurückführen. Zu der Zeit wurde die Rosskastanie als Heilmittel für
>Pferdekrankheiten eingesetzt"

Eben. Kastanien für die Rösser.

>
>Zudem ist genau genommen "Rosskastanie" eine Gattungsbezeichnung =
>Aesculus. Und von Aesculus gibt es in Nordamerika, Asien und Europa
>etwa 15 Arten und inzwischen mehr als 3 Dutzend Unterarten, Sorten und
>Formen.

Roßkastanie steckt nicht in Aesculus sondern in hippocastanum und
wurde, wie allgemein üblich, auf die deutschen Namen anderer Arten
dieser Gattung übertragen.

>Würdest du den Balkan zu Mitteleuropa zählen? Wenn ja, dann war die
>Rosskastanie schon da. Und was die Esskastanie angeht, haben sich wohl
>auch schon andere als die Römer mit ihrer Verbreitung befasst.

Sagen wir: Nicht im wortgebenden Sprachraum (Castanea, Kastanie,
castanum)


>
>Außerdem ist das der Bevölkerung so etwas von wurscht. Sie benennt
>Bäume wie sie will und das variiert dann auch noch lokal.

Das stimmt - leider.

>Insofern
>sollte man deutschen Bezeichnungen nicht all zu viel Bedeutung
>beimessen.

In vielen Fällen wirst Du auf den Pflanzenschildern aber keine
botanischen Bezeichnungen finden. Und wenn schon die botanischen
Bezeichnungen (Amaryllis) falsch sind?


>Warum sollte jemand eine Kastanie mit Rosskastanie betiteln, wenn sein
>Umfeld auch mit Kastanie weiß, was er meint? Ist die essbare Kastanie
>mit Esskastanie nicht ausreichend von ihr unterschieden?

Weil er damit erreicht, daß man irgendwann den Unterschied nicht mehr
kennt (vgl. Posting über den Verzehr von Kastanien).


>Tja, nun ist aber die Pfalz nur ein Bruchteilchen von den deutschen
>Landen, in denen wiederum nur die Kastanie verbreitet ist, womit ohne
>weitere Zusatzbezeichnung die weißblühende Kastanie Aesculus
>hippocastanum = Gemeine Rosskastanie, Balkan-Rosskastanie gemeint ist.

Die rotblühenden (Aesculus splendens resp. deren Hybride) nicht?

>Ein Wunder ist das nicht, denn die Maroni produzierende Esskastanie
>gedeiht halt nu mal nur in Weingegenden mit Erfolg. In ca. 80 % der
>deutsche Gaue dürften ihre Früchte nicht reifen, die der Kastanie
>schon.

Maronen sind übrigens eine besondere Zuchtform der Eßkastanie.

>Dafür spricht hier mancher von einem Akazibaum und meint damit eine
>Robinie... :-)

Ich kenn die unter dem Namen "Falsche Akazie".

Monika Cisch

unread,
Apr 5, 2008, 4:47:54 PM4/5/08
to
Benno Bös wrote:

> Maron*en* sind übrigens eine besondere Zuchtform der Eßkastanie.

<ggg> Nein, _die_ wiederum sind Schwammerln

SCNR

Jürgen Exner

unread,
Apr 5, 2008, 6:09:56 PM4/5/08
to
G Wolmershäuser <g.w...@web.de> wrote:
>Jürgen Exner schrieb:
>
>>> Letztere ist in meiner Gegend im Gegensatz zur ersteren ohnehin kaum zu
>>> finden.
>>
>> Eben! Ich rate mal, du wohnst suedlich des Weisswurstaequators? Denn
>> noerdlich davon sind Edelkastanien praktisch unbekannt.
>
>In der Pfalz sind sie waldbildend.

Mag sein, die Pfalz ist ja schliesslich auch noch gerade so suedlich
jener imaginaeren Linie, wenn auch weit im Westen.

>Aber bei euch gibt oder gab es doch
>auch mal eine andere Art nämlich Castanea dentata. Ist aber wohl durch
>eine Krankheit fast vollständig verschwunden. Oder kommt (kam) die nur
>im Osten der USA vor?

Weiss ich nicht, kann ich nichts zu sagen.

jue

Jürgen Exner

unread,
Apr 5, 2008, 6:45:29 PM4/5/08
to
Monika Cisch <moni...@vorsicht-bissig.de> wrote:
>Benno Bös wrote:
>
>> Maron*en* sind übrigens eine besondere Zuchtform der Eßkastanie.
>
><ggg> Nein, _die_ wiederum sind Schwammerln

Stimmt, so einen habe ich mir mal fuer die Badewanne aus dem Urlaub aus
Griechenland mitgebracht. Die werden dort von Tauchern geerntet.

>SCNR

Gleichfalls.

jue

S.Jedath

unread,
Apr 5, 2008, 6:44:10 PM4/5/08
to
Konrad Wilhelm schrieb:
> On Fri, 4 Apr 2008 10:25:55 +0200, "Dieter Göbel"
> <D-Go...@t-online.de> wrote:
>
>
>> Unsere Kastanie musste raus, weil
>> ihr Wurzelwerk (weitstreichende Wurzeln mit vielen Feinwurzeln, die
>> teilweise sogar oberflächlich sind) in unsere Kanalisation drang.
>
> Da hätte eher die marode Kanalisation weggemusst als der Baum.
>
> Warum sollten denn Wurzeln in eine intakte Kanalisation eindringen?

Weil es von der Natur vorgegeben ist.

Hi,
in meinem Fall ist es erst eine Birke......
Dann ein paar Meter weiter eine Ulme.

Die Hofentwässerung klappt gar nicht mehr.

> Die werden doch nicht davon "angelockt" dass es da drin so
> verführerisch gluckert. Wurzeln dringen nur dann in eine Kanalisation
> ein, wenn vorher aus der Kanalisation was rausfließt.
>

Aber sie, die Wurzeln, breiten sich aus, oder?

> Ich hab 15 Jahre lang eine Esche direkt auf dem Kanalrohr wachsen
> gehabt ohne jedes Problem. Hab ich ja auch selbst gelegt :-).
>
> Weg musste die Esche, weil sie ans Dach anschlug.
>
> k.

Ein Ast? Der Baum?

Gruss Siggi

Message has been deleted

Gerhard Zahn

unread,
Apr 6, 2008, 4:18:57 AM4/6/08
to
Am Sat, 05 Apr 2008 22:38:06 +0200 schrieb Benno Bös:

Hallo,

>>Hier war aber weder von Ess- noch von Echt die Rede, sondern einfach


>>von Kastanie.
>>Wird die Esskastanie wohl schon vorsichtshalber nie nur "Kastanie"
>>genannt?
>>Und "Echt" ist irgendwie auch daneben, so lange es nicht auch ein
>>"Falsch" gibt.
>
>Es gibt auch keinen Falschen Baldrian.

aber der Echte ist wenigstens ein Echter.
Eine "Echte" Kastanie, die tatsächlich ein Buchengewächs ist, finde
ich dann schon fast etwas dreist.

>>>Der Vorsatz von Tierbezeichnungen steht aber zumeist für
>>>"Falsche ...", etwa bei Hundspetersilie (Eßpetersilie zur
>>>Unterscheidung habe ich aber noch nie gehört).
>>
>>An der Rosskastanie ist nichts falsch. Sie hat ihren Namen zurecht.
>>Lt. Wiki: "Der Name der Rosskastanie stammt von einem türkischen
>>Vorbild. Er lässt sich auf eine Zeit vor dem 16. Jahrhundert
>>zurückführen. Zu der Zeit wurde die Rosskastanie als Heilmittel für
>>Pferdekrankheiten eingesetzt"
>
>Eben. Kastanien für die Rösser.

Nur trifft die Gattungsbezeichnung "Rosskastanie" eben die ganze
Gattung Aesculus und taugt für sich alleine nicht zur Identifizierung
der Art. Da müsste dann "Gewöhnliche", "Gemeine" oder "Balkan-"
dazukommen.

>>Zudem ist genau genommen "Rosskastanie" eine Gattungsbezeichnung =
>>Aesculus. Und von Aesculus gibt es in Nordamerika, Asien und Europa
>>etwa 15 Arten und inzwischen mehr als 3 Dutzend Unterarten, Sorten und
>>Formen.
>
>Roßkastanie steckt nicht in Aesculus sondern in hippocastanum und
>wurde, wie allgemein üblich, auf die deutschen Namen anderer Arten
>dieser Gattung übertragen.

Das Ross steckt auch schon in der Unterfamilie.
lt. Wiki und hiesigem Botanischem Garten:
Die Rosskastanien (Aesculus) sind eine Pflanzengattung in der Familie
der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae).
Unterfamilie: Hippocastanoideae
Gattung: Rosskastanien, Wissenschaftlicher Name Aesculus

Damit ist man immer noch nicht bei der Art, aber schon beim Ross.

Rosskastanie als deutsche Gattungsbezeichnung für Aesculus zu wählen,
haben bestimmt Wissenschaftler verbrochen und nicht die bisweilen
beliebig benamsende Bevölkerung.

>>Würdest du den Balkan zu Mitteleuropa zählen? Wenn ja, dann war die
>>Rosskastanie schon da. Und was die Esskastanie angeht, haben sich wohl
>>auch schon andere als die Römer mit ihrer Verbreitung befasst.
>
>Sagen wir: Nicht im wortgebenden Sprachraum (Castanea, Kastanie,
>castanum)

Weiß zufällig jemand, wie sich in Italien die weißblühende Gemeine
Rosskastanie nennt, die hier kein Mensch so nennt?

>>Insofern
>>sollte man deutschen Bezeichnungen nicht all zu viel Bedeutung
>>beimessen.
>
>In vielen Fällen wirst Du auf den Pflanzenschildern aber keine
>botanischen Bezeichnungen finden. Und wenn schon die botanischen
>Bezeichnungen (Amaryllis) falsch sind?

Dann ist das auch nicht viel schlimmer als die eingeführte Bezeichnung
Geranien für Pelargonien. Nur kann da die Bevölkerung wenig dafür,
weil die Wissenschaftler erst Ende des 18. Jahrhunderts ihre bisher
falsche Einstufung von Geranium zu Pelargonium berichtigt haben.
Und das Volk wird da auch nie mehr umlernen, weil schon das
Gärtnervolk stur bei Geranien bleibt.

>>Tja, nun ist aber die Pfalz nur ein Bruchteilchen von den deutschen
>>Landen, in denen wiederum nur die Kastanie verbreitet ist, womit ohne
>>weitere Zusatzbezeichnung die weißblühende Kastanie Aesculus
>>hippocastanum = Gemeine Rosskastanie, Balkan-Rosskastanie gemeint ist.
>
>Die rotblühenden (Aesculus splendens resp. deren Hybride) nicht?

Also wer Aesculus splendens kennt, der hat vielleicht auch als
deutschen Namen "Prächtige Rosskastanie" parat. Aber wer kennt die
schon?

>
>>Ein Wunder ist das nicht, denn die Maroni produzierende Esskastanie
>>gedeiht halt nu mal nur in Weingegenden mit Erfolg. In ca. 80 % der
>>deutsche Gaue dürften ihre Früchte nicht reifen, die der Kastanie
>>schon.
>
>Maronen sind übrigens eine besondere Zuchtform der Eßkastanie.

Das schon überhaupt nicht, weil der ganze Baum nu mal nicht Marone
oder dergl. heißt, sondern nur die Frucht.
lt. Wiki: für die Frucht die Bezeichnungen Marone (pl. Maronen oder
Maroni), in der Schweiz und Österreich Maroni (sg. und pl.),
landschaftlich Cheste, Cheschtene, Keschte, Keschde, Köschte, Kesten,
Chegele verwendet.

Und es dürfte egal sein, ob eine Esskastanie mickerige oder auf
Fruchtgröße selektierte oder gezüchtete große Früchte produziert, die
Früchte werden immer Maronen, Keschten usw. heißen.

Monika Cisch

unread,
Apr 6, 2008, 6:06:55 AM4/6/08
to
Gerhard Zahn wrote:
> Am Sat, 05 Apr 2008 22:38:06 +0200 schrieb Benno Bös:
.
>> Sagen wir: Nicht im wortgebenden Sprachraum (Castanea, Kastanie,
>> castanum)
>
> Weiß zufällig jemand, wie sich in Italien die weißblühende Gemeine
> Rosskastanie nennt, die hier kein Mensch so nennt?

Lt FlexiDict ippocastano :)
http://it.flexidict.de/exec/SID_7UUWmWG8Pr4cte6gPGnzYbGSxFRE?S=rosskastanie
Langenscheidt sagt ippocastano oder castagno d'India.

Ina Koys

unread,
Apr 6, 2008, 7:44:53 AM4/6/08
to
Monika Schleidt schrieb:

>> Ich kenn sogar einen Förster (oder Forstfachwirt oder so...), der
>> behauptet, dass Akazien weiß und Robinien (rubin-)rot blühen.
>
> *Das* allerdings ist falsch,

Schon klar. Und würde ich die o.g. Aussage nicht so bizarr finden, hätte
ich sie hier nicht eingetippt.

Ina Koys

unread,
Apr 6, 2008, 7:45:48 AM4/6/08
to
Kathinka Wenz schrieb:

>> Ich kenn sogar einen Förster (oder Forstfachwirt oder so...), der
>> behauptet, dass Akazien weiß und Robinien (rubin-)rot blühen.
>

> Daran kann auch das Liedgut schuld sein, es gibt schließlich ein Volkslied
> namens "Weiße Akazien".
>
> Aber was blüht denn da rot? Was meint er?

Ist 'ne Sie. Und sie ist seit ca. 10 Jahren außerhalb des Fragebereichs.

G Wolmershäuser

unread,
Apr 6, 2008, 8:02:39 AM4/6/08
to
Gerhard Zahn schrieb:

>
>> Also hier in der (früher bayerischen) Pfalz wird die Kastanie (castanea
>> sativa) "Keschte" genannt. Nicht "Esskeschte" und schon gar nicht
>> Maroni.
>
> na und? Die Bezeichnungen für Esskastanien sind halt lokal
> verschieden. Und "Keschtn" heißen die Esskastanien nicht nur in der
> Rheinpfalz, sondern auch in Südtirol. Maronen bzw. Maroni kommt
> dagegen heute in Bayern und Österreich vor und vielleicht auch noch
> anderswo.

Das war ja auch nur meine Erwiderung auf deinen Hinweis, dass
(Ess-)Kastanien nirgends nur "Kastanien" heißen. Übrigens kennst du ja
sicher den Ausspruch "Die Kastanien aus dem Feuer holen". Da ist auch
nicht von Esskastanien die Rede. Die Diskussion um "echte" bzw.
"unechte" Kastanie hängt wohl auch mit dem botanischen Namen zusammen:
Kastanie und castanea passen einfach besser zusammen als Kastanie und
aesculus.
Beste Grüße
G.W.

Ina Koys

unread,
Apr 6, 2008, 8:14:23 AM4/6/08
to
G Wolmershäuser schrieb:

> (Ess-)Kastanien nirgends nur "Kastanien" heißen. Übrigens kennst du ja
> sicher den Ausspruch "Die Kastanien aus dem Feuer holen". Da ist auch
> nicht von Esskastanien die Rede.

Und sorgt deshalb in (nahezu) esskastanienfreien Gebieten wie
Brandenburg für einigermaßen Ratlosigkeit. Ich will gar nicht wissen,
wie viele Leute hier vor der Wende und Reisen in und aus Italien und
Österreich überhaupt von der Existenz von Esskastanien wußten.

Gerhard Zahn

unread,
Apr 6, 2008, 9:02:50 AM4/6/08
to
Am Sun, 06 Apr 2008 14:02:39 +0200 schrieb G Wolmershäuser:

Hallo G.W.,

>Übrigens kennst du ja

>sicher den Ausspruch "Die Kastanien aus dem Feuer holen". Da ist auch
>nicht von Esskastanien die Rede. Die Diskussion um "echte" bzw.
>"unechte" Kastanie hängt wohl auch mit dem botanischen Namen zusammen:
>Kastanie und castanea passen einfach besser zusammen als Kastanie und
>aesculus.

tja, das ist ja für alle Interessierten inzwischen ausreichend
geklärt.

Nur: wenn ich morgen einem Gartennachbarn erzähle, ich hätte in der
und der Ecke wieder mal ein paar ausgesamte Rosskastanien weggemacht,
dann schaut der mich ganz ungläubig an...
"Rosskastanie" ist nämlich ein gänzlich ungebräuchlicher Begriff, der
in Gegenden ohne Esskastanien offenbar tunlichst unterschlagen
wird. :-)

Monika Schleidt

unread,
Apr 6, 2008, 9:08:31 AM4/6/08
to
Gerhard Zahn schrieb:

>
> Dann ist das auch nicht viel schlimmer als die eingeführte Bezeichnung
> Geranien für Pelargonien. Nur kann da die Bevölkerung wenig dafür,
> weil die Wissenschaftler erst Ende des 18. Jahrhunderts ihre bisher
> falsche Einstufung von Geranium zu Pelargonium berichtigt haben.
> Und das Volk wird da auch nie mehr umlernen, weil schon das
> Gärtnervolk stur bei Geranien bleibt.

Auch das ist wieder regional verschieden. Hier in Österreich, zumindest
in Ostösterreich, werden sie allgemein Pelargonien genannt, da wüßte
kaum wer, was du meinst, wenn du von Geranien sprichst. Unter
"Kastanienbaum" versteht aber jeder hier die Rosskastanie, obwohl hier
gelegentlich (ziemlich selten) auch sogenannte "Esskastanien" wachsen.

Gerhard Zahn

unread,
Apr 6, 2008, 9:17:50 AM4/6/08
to
Am Sun, 06 Apr 2008 15:08:31 +0200 schrieb Monika Schleidt:

Hallo,

>> Dann ist das auch nicht viel schlimmer als die eingeführte Bezeichnung
>> Geranien für Pelargonien. Nur kann da die Bevölkerung wenig dafür,
>> weil die Wissenschaftler erst Ende des 18. Jahrhunderts ihre bisher
>> falsche Einstufung von Geranium zu Pelargonium berichtigt haben.
>> Und das Volk wird da auch nie mehr umlernen, weil schon das
>> Gärtnervolk stur bei Geranien bleibt.
>
>Auch das ist wieder regional verschieden. Hier in Österreich, zumindest
>in Ostösterreich, werden sie allgemein Pelargonien genannt, da wüßte
>kaum wer, was du meinst, wenn du von Geranien sprichst.

dass sich Pelargonien hier auch nicht ansatzweise gegenüber dem
veralteten Geranien durchsetzen, daran sind zweifelsohne die
Gärtnereien schuld.
Ich glaube ich habe die Pelargonien bisher ausschließlich als
"Geranien"beschildert gesehen.

Benno Bös

unread,
Apr 6, 2008, 3:17:50 PM4/6/08
to
Monika Cisch <moni...@vorsicht-bissig.de> schrieb:


>> Maron*en* sind übrigens eine besondere Zuchtform der Eßkastanie.
>
><ggg> Nein, _die_ wiederum sind Schwammerln

Die heißen Maronenröhrlinge und haben ihren Namen wegen der
kastanienbraunen Hüte.

Benno Bös

unread,
Apr 6, 2008, 4:30:54 PM4/6/08
to
Gerhard Zahn <gerhar...@gmx.de> schrieb:


>>
>>Es gibt auch keinen Falschen Baldrian.
>
>aber der Echte ist wenigstens ein Echter.
>Eine "Echte" Kastanie, die tatsächlich ein Buchengewächs ist, finde
>ich dann schon fast etwas dreist.

... und die Echte Engelwurz ist ein Doldenblütler, der Echte Alant ein
Korbblütler und der Echte Sturmhut ein Hahnenfußgewächs. Zu allem
Überfluß ist auch die Deutsche Eiche nichts als ein profanes
Buchengewächs.

>
>Nur trifft die Gattungsbezeichnung "Rosskastanie" eben die ganze
>Gattung Aesculus und taugt für sich alleine nicht zur Identifizierung
>der Art. Da müsste dann "Gewöhnliche", "Gemeine" oder "Balkan-"
>dazukommen.

Gerne! Nur wenn Dir die Vorsilbe Roß... schon zuviel des Umstandes
ist?

>Das Ross steckt auch schon in der Unterfamilie.
>lt. Wiki und hiesigem Botanischem Garten:
>Die Rosskastanien (Aesculus) sind eine Pflanzengattung in der Familie
>der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae).
>Unterfamilie: Hippocastanoideae
>Gattung: Rosskastanien, Wissenschaftlicher Name Aesculus

Die Unterfamilie Hippocastanoideae gibt es seit max. 15 Jahren
(Glückwunsch dem Botanischen Garten zur Aktualität). Vorher hießen die
Hippocastanaceae und waren als eigene Familie geführt (siehe auch
http://www.ruhr-uni-bochum.de/boga/html/Aesculus_hippocastanum_Foto3.html).
Im übrigen werden heute die Familien nach Gattungen/Arten benannt und
nicht umgekehrt. Bei den botanischen Bezeichnungen ist dieser Prozess
schon abgeschlossen: Asteraceae statt Compositaceae (deutsch immernoch
Korbblütler; Rachenblütler hießen aber schon vor der Gesundschrumpfung
dieser Familie Braunwurzgewächse).

>Damit ist man immer noch nicht bei der Art, aber schon beim Ross.
>
>Rosskastanie als deutsche Gattungsbezeichnung für Aesculus zu wählen,
>haben bestimmt Wissenschaftler verbrochen und nicht die bisweilen
>beliebig benamsende Bevölkerung.

Wissenschaftler sprechen gerne von "Trivialnamen" wenn es um
landläufige Bezeichnungen geht. Die werden einen Teufel tun, sich um
sowas zu kümmern.

>>In vielen Fällen wirst Du auf den Pflanzenschildern aber keine
>>botanischen Bezeichnungen finden. Und wenn schon die botanischen
>>Bezeichnungen (Amaryllis) falsch sind?
>
>Dann ist das auch nicht viel schlimmer als die eingeführte Bezeichnung
>Geranien für Pelargonien.

Dann versuche mal eine Amaryllis zu kaufen. Viel Glück!

>Nur kann da die Bevölkerung wenig dafür,
>weil die Wissenschaftler erst Ende des 18. Jahrhunderts ihre bisher
>falsche Einstufung von Geranium zu Pelargonium berichtigt haben.
>Und das Volk wird da auch nie mehr umlernen, weil schon das
>Gärtnervolk stur bei Geranien bleibt.

So sei der Bevölkerung verziehen.

>>Die rotblühenden (Aesculus splendens resp. deren Hybride) nicht?
>
>Also wer Aesculus splendens kennt, der hat vielleicht auch als
>deutschen Namen "Prächtige Rosskastanie" parat. Aber wer kennt die
>schon?

Den Namen nicht, aber die Bäume resp. Hybridformen davon hat schon
jeder gesehen. Und wie heißen die denn?


>>Maronen sind übrigens eine besondere Zuchtform der Eßkastanie.
>
>Das schon überhaupt nicht, weil der ganze Baum nu mal nicht Marone
>oder dergl. heißt, sondern nur die Frucht.

Und? Knorpelkirschen heißen auch nur die Früchte. Ist das etwa keine
Zuchtform?

>lt. Wiki: für die Frucht die Bezeichnungen Marone (pl. Maronen oder
>Maroni), in der Schweiz und Österreich Maroni (sg. und pl.),
>landschaftlich Cheste, Cheschtene, Keschte, Keschde, Köschte, Kesten,
>Chegele verwendet.
>
>Und es dürfte egal sein, ob eine Esskastanie mickerige oder auf
>Fruchtgröße selektierte oder gezüchtete große Früchte produziert, die
>Früchte werden immer Maronen, Keschten usw. heißen.

Du zitierst immer Wikipedia, hast aber den Artikel offensichtlich
nicht komplett gelesen.

Im Marzell
(http://www.giftpflanzen.com/literatur_pflanzen5.htm#Marzell) ist
übrigens aufgeführt, daß Theophrast die Kastanien-Frucht als
kastanäische Nuß bezeichnete und daß der Name Kastanie in der heutigen
Form durch Luther eingeführt wurde. Bei Aesculus ... stehen "Kastanie,
wegen der ähnlichen Frucht" und folgende Vorbezeichnungen (Auswahl)
zur Unterscheidung: Wilde, Bitter-, Sau-, Zier-, Fopp-, Roß-... .

Zur Bezeichnung "Roß-" sei folgendes zitiert:

"Der Name Roßkastanie wird von älteren Botanikern dahin erklärt, daß
die Samen ein Heilmittel für kranke Pferde sind. [...] Es könnte aber
auch ein Bildung wie Pferde-, Roßkümmel (s. Anthriscus silv.)
vorliegen, wo das Roß das Derbe, Ungenießbare (im Gegensatz zum
Speisekümmel) bedeutet, vgl. o. Saukastanie und Marzell Tiere 102.
127."

Das sollte erstmal genügen.

Message has been deleted

Steffen Felger

unread,
May 13, 2008, 4:34:42 PM5/13/08
to
Hallo Leute,

vor langer Zeit habe ich den Kastanien-Thread verbrochen, war dann
eine Weile wech, und habe grade mit Freude und Interesse die letzten
45 Postings gelesen.
Also, bei unserem kleinen Bäumle handelt es sich zweifellos um eine
Rosskastanie. Meine Förstersleut - wie von Gerhard Zahn angeregt -
habe ich auch gefragt, ob man eine Rosskastanie relativ klein halten
kann, und der (Forstdirektor a.D.) eine meinte, man kann, aber man
muss aufpassen, dass man nicht so schneidet, dass sie zu faulen
anfangen könnte, weil sie das nämlich sehr gerne tut, andererseits
vertrage sie einen herzhaften Schnitt eigentlich schon; der andere
(Revierförster a.D.) ist der Ansicht, eine Kastanie muss wachsen, es
gibt fast nichts schöneres als eine prächtige Solitär-Kastanie; der
dritte (Revierförster im Dienst) hat wohl noch viel zu tun und hat
sich nicht gemeldet.
Nun - ich habe heute bei Großerlach ein sehr prächtige Solitär-Birke
gesehen, die wuchs im bekanntermaßen hangabwärts rutschenden
Knollenmergel und deshalb hatte sie einen in diesem Fall sehr elegant
mehrfach gebogenen Stamm. Mit einer Solitär-Birke kann eine profane
Solitär-Rosskastanie einfach nicht mithalten, meiner Meinung nach.
Aber das nur am Rande.
Was machen wir nun mit unserem kleinen Kastanienbäumle? Wir haben den
Topf gewechselt, jetzt hat sie wieder richtig Platz und die weiße
Katz' hat sie auch schon mit einem kleinen Sch... gedüngt. Sauvieh!!!

Gruß Steffen


On 6 Apr., 22:30, Benno Bös <muelleim...@t-online.de> wrote:
> Gerhard Zahn <gerhard.z...@gmx.de> schrieb:


>
>
>
> >>Es gibt auch keinen Falschen Baldrian.
>
> >aber der Echte ist wenigstens ein Echter.
> >Eine "Echte" Kastanie, die tatsächlich ein Buchengewächs ist, finde
> >ich dann schon fast etwas dreist.
>
> ... und die Echte Engelwurz ist ein Doldenblütler, der Echte Alant ein
> Korbblütler und der Echte Sturmhut ein Hahnenfußgewächs. Zu allem
> Überfluß ist auch die Deutsche Eiche nichts als ein profanes
> Buchengewächs.
>
>
>
> >Nur trifft die Gattungsbezeichnung "Rosskastanie" eben die ganze
> >Gattung Aesculus und taugt für sich alleine nicht zur Identifizierung
> >der Art. Da müsste dann "Gewöhnliche", "Gemeine" oder "Balkan-"
> >dazukommen.
>
> Gerne! Nur wenn Dir die Vorsilbe Roß... schon zuviel des Umstandes
> ist?
>
> >Das Ross steckt auch schon in der Unterfamilie.
> >lt. Wiki und hiesigem Botanischem Garten:
> >Die Rosskastanien (Aesculus) sind eine Pflanzengattung in der Familie
> >der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae).
> >Unterfamilie: Hippocastanoideae
> >Gattung: Rosskastanien, Wissenschaftlicher Name Aesculus
>
> Die Unterfamilie Hippocastanoideae gibt es seit max. 15 Jahren
> (Glückwunsch dem Botanischen Garten zur Aktualität). Vorher hießen die

> Hippocastanaceae und waren als eigene Familie geführt (siehe auchhttp://www.ruhr-uni-bochum.de/boga/html/Aesculus_hippocastanum_Foto3....).

Gerhard Zahn

unread,
May 14, 2008, 5:47:08 AM5/14/08
to
Am Tue, 13 May 2008 13:34:42 -0700 (PDT) schrieb Steffen Felger:

Hallo,

>der andere
>(Revierförster a.D.) ist der Ansicht, eine Kastanie muss wachsen, es
>gibt fast nichts schöneres als eine prächtige Solitär-Kastanie;

die wirkt erst so richtig, wenn ganz solitär ein 25er Fass Bier
drunter steht und rund rum besetzte Bier-Gartentische. :-)

>Nun - ich habe heute bei Großerlach ein sehr prächtige Solitär-Birke
>gesehen, die wuchs im bekanntermaßen hangabwärts rutschenden
>Knollenmergel und deshalb hatte sie einen in diesem Fall sehr elegant
>mehrfach gebogenen Stamm. Mit einer Solitär-Birke kann eine profane
>Solitär-Rosskastanie einfach nicht mithalten, meiner Meinung nach.

Das halte ich eher für ein Gerücht. Eine schön gewachsene
Ross-Kastanie ist doch im Vergleich zu jeder Birke eine Wucht,
zumindest so lange die Kastanienminiermotte nicht zuschlägt.

>Aber das nur am Rande.
>Was machen wir nun mit unserem kleinen Kastanienbäumle? Wir haben den
>Topf gewechselt, jetzt hat sie wieder richtig Platz und die weiße
>Katz' hat sie auch schon mit einem kleinen Sch... gedüngt. Sauvieh!!!

Du hast ja Zeit, bis zum Herbst einen Pflanzplatz zu finden, wo sie
zehn Meter breit werden darf. :-)

Sevo Stille

unread,
May 14, 2008, 9:25:27 AM5/14/08
to
Steffen Felger wrote:

> Was machen wir nun mit unserem kleinen Kastanienbäumle?

Erst mal sicherstellen, daß es eine rotblühende ist - den Ärger mit den
Miniermotten an den weißblühenden solltest du dir besser gleich jetzt
ersparen. Und dann noch mal tief in dich gehen, ob du (respektive wohl
eher deine Nachkommen) wirklich gut 200m² an überwachsener oder
beschatteter Fläche an einen derartigen Riesenbaum verlieren wollen.

Gruß Sevo

G Wolmershäuser

unread,
May 14, 2008, 12:24:36 PM5/14/08
to
Sevo Stille schrieb:

> Steffen Felger wrote:
>
>> Was machen wir nun mit unserem kleinen Kastanienbäumle?
>
> Erst mal sicherstellen, daß es eine rotblühende ist

Bilden die Samen von Asculus x carnea auch immer wieder den gleichen
Phänotyp aus?
Beste Grüße
G.W.
--
"No matter how small your garden is, you should aim to have a minimum of
a quarter of an acre of natural woodland in it."
Lionel de Rothschild

Ina Koys

unread,
May 14, 2008, 12:34:38 PM5/14/08
to
Sevo Stille schrieb:

> Steffen Felger wrote:
>
>> Was machen wir nun mit unserem kleinen Kastanienbäumle?
>
> Erst mal sicherstellen, daß es eine rotblühende ist - den Ärger mit den
> Miniermotten an den weißblühenden solltest du dir besser gleich jetzt
> ersparen.

Naja, aktuell sehen die seit Jahren von Miniermotten befallenen
Kastanien in Berlin aber noch richtig toll aus. Soooo schlimm ist es
also (für die Kastanie) nicht. Und hat nicht irgendwer berichtet, dass
die Vögel langsam anfangen, die Futterquelle zu nutzen? Bis das
Kastänchen einen Kastanie ist, ist das Problem Miniermotte vielleicht
historisch.

Ina
--
Birmesen aus der Grenzregion bringen Hilfe ins Land. Helfen Sie helfen!
http://www.helft-birma.de

Günter Hackel

unread,
May 14, 2008, 12:45:05 PM5/14/08
to
Ina Koys schrieb:

> Naja, aktuell sehen die seit Jahren von Miniermotten befallenen
> Kastanien in Berlin aber noch richtig toll aus. Soooo schlimm ist es
> also (für die Kastanie) nicht. Und hat nicht irgendwer berichtet, dass
> die Vögel langsam anfangen, die Futterquelle zu nutzen? Bis das
> Kastänchen einen Kastanie ist, ist das Problem Miniermotte vielleicht
> historisch.

Hallo
Auch am Rande der schwäbischen Alb hat sich das Schadbild in den
letzten 2 Jahren deutlich verbessert. In den ersten 2 Jahren des Befalls
war das so übel, dass die Bäume ihr Laub fast vollständig abwarfen und
durch einen Notaustrieb ersetzten, letzes Jahr war der Befall an diesen
Jahren geschätzt höchstens noch 20%. Die Miniermotten haben scheinbar
nach dem Massenauftreten wegen fehlender Fraßfeinde, nun doch
Gegenspieler bekommen, vielleicht auch Viren oder anderes.
gh

Katharina Mayer

unread,
May 15, 2008, 2:15:40 AM5/15/08
to
Ina Koys <garten...@iko-web.de> wrote:

>Naja, aktuell sehen die seit Jahren von Miniermotten befallenen
>Kastanien in Berlin aber noch richtig toll aus. Soooo schlimm ist es
>also (für die Kastanie) nicht. Und hat nicht irgendwer berichtet, dass
>die Vögel langsam anfangen, die Futterquelle zu nutzen? Bis das
>Kastänchen einen Kastanie ist, ist das Problem Miniermotte vielleicht
>historisch.

Wikipedia meint dazu:
"Da sich die Rosskastanienminiermotte erst seit relativ kurzer Zeit in
Mitteleuropa ausbreitet, gibt es keine Fressfeinde, die sich auf diese
Tiere spezialisiert haben. Es wurden aber wiederholt Blau- und
Kohlmeisen beobachtet, die zu bestimmten Zeiten in größeren Trupps in
Kastanien Blatt für Blatt absuchen. Bei solchen Bäumen hält sich der
Befall soweit in Grenzen, dass nur ein Teil der unteren Blätter vor
dem Herbst abfällt. Blätter weiter oben weisen zwar die typischen
Fraßspuren auf, sind aber ansonsten grün."
(http://de.wikipedia.org/wiki/Rosskastanienminiermotte#Nat.C3.BCrliche_Feinde)

Katharina

Michael Weis

unread,
May 15, 2008, 10:23:50 AM5/15/08
to
Hallo,

Steffen Felger wrote at 03.04.2008 23:04
> Was ist zu tun, damit es später mal ein richtiger Baum wird, wann und wie muss
> man schneiden?


gar nix tun. Auspflanzen, irgendwo mit viel Platz drumherum. Nicht
schneiden.
Optional: einen möglichst großen Bereich um den Baum mit weißem Kies
auffüllen, Tische/Bänke und ein Schild "Biergarten" hinstellen. Musst
halt noch was warten...

:-)

SCNR: Michael

Steffen Felger

unread,
May 20, 2008, 2:47:04 PM5/20/08
to
Das mit dem Bier-
fässle überleg ich mir.

Gruß Steffen

0 new messages