Am 18.06.13 16:51, schrieb Jᅵrgen Gerkens:
> Am 18.06.2013 15:03, schrieb Klaus Esser:
>> Ich zumindest WEISS, daᅵ viele Dinge auf Fachgebieten anderer Leute
>> DEFINITIV komplexer sind, als ich es mir vorzustellen vermag.
>>
>> Das zu sagen finde ich nichtmal bescheiden von mir . . . es ist schlicht
>> logisch.
>>
>> Interessanterweise scheint es bei einigen Foto-Amateuren vollkommen
>> ausserhalb ihrer Vorstellungwelt zu liegen, dass es auf diesem Gebiet
>> Dinge gibt, die in der Tat wesentlich komplexer sind, als, sie es sich
>> vorstellen kᅵnnen. Wie sollten sie auch - sie haben nur mit einem
>> kleinen Teil dessen zu tun, was Fotografie sein kan.
>
> Vielleicht liegt der Irrtum auch schon an der Stelle, wo du mal wieder
> fᅵr alle Amateure pauschalisierst. Neben mir kenne ich so manchen
> Amateur, der dieses Hobby gelegentlich auch vom Aufwand her auf die
> Spitze treibt und den Eindruck trifft ganz gewiss auch gerade auf die
> hier in diesem Kreise regelmᅵᅵig stattfindenden Treffen zu.
>
Ich betone doch stets, daᅵ ich nicht ALLE Amateure oder Laien meine.
Andererseits dᅵrften die Amateure, die einen wirklich hohen
profesionellen Aufwand treiben kᅵnnen eine Illusion sein.
"Auf die Spitze treiben" . . Jᅵrgen, Du weisst nicht, was Du da sagst .
. :-)))
Wenn in der professionellen Fotografie "Aufwand auf die Spitze
getrieben" wird kann das Kosten in 5 oder 6-stelliger Hᅵhe bedeuten.
Willst Du mir allen ernstes erzᅵhlen der "Aufwand", der bei Treffen und
Workshops getrieben wird wᅵre mit sowas vergleichbar??
Tᅵum weiter. :-))
Was meine Aussage mit dem Vorstellungvermᅵgen hinsichtlich der
(!)mᅵglichen(!) Komplextᅵt professioneller Fotografie ein weiteres Mal
bestᅵtigt
> Fᅵr mich steht angesichts der Bilder und Berichte zweifellos fest, dass
> so mancher ᅵrtlicher Fotograf bei weitem nicht den Aufwand leisten kann,
> den sich gewisse Amateurkreise heutzutage erlauben kᅵnnen. Ganz einfach
> schon deshalb, weil dem Mann oder der Frau das so gut wie kein Kunde
> bezahlt.
>
Das ist zweifelsohne so. Es gibt auch Musiker, die Stadien fᅵllen und
andere Musiker, die in halbvollen Kneipe spielen.
Das sagt nichts ᅵber die Qualitᅵt der Musiker oder ihrer Musik aus.
Es sagt aber was ᅵber die Art der zu bewᅵltigenden Aufgabe aus.
>
>> NIEMAND, der nᅵchtern und folgerichtig denken kann wᅵrde solches leugen.
>>
>> Fazit - ich muss davon ausgehen, daᅵ Du nicht nᅵchtern und folgerichtig
>> denkst . . .
>
> Ich denke dein Eindruck kommt zu sehr durch die Schablonen zustande, in
> die du dein Bild vom Amateur und Profi gepresst hast.
>
Das ist eine ebenso grenzenlos naive wie auch abwegige Auffassung.
Du bist nur nicht fᅵhig - und das betrifft auch andere - die rein
sachlichen, nᅵchternen Fakten zu sehen sondern siehst stattdessen nur
eine ᅵusserung, von der Du Dich beleidgt fᅵhlst weil sie sich nicht mit
Deiner Selbsteinschᅵtzung deckt und daher Deine Ehre als "Fotograf" krᅵnkt.
> Selbst wenn Du sehr aufwendige Produktionen machst, bedeutet das nicht,
> dass die ein Maᅵstab fᅵr die Masse der Profifotografen sind.
DAS HABE AUCH AUCH NIE GESAGT - von der "Masse der Profifotografen" hab
ich nie geredet. Ich habe im Gegenteil stᅵndig darauf hingewisen, daᅵ
"Profifotograf" so gut wie GAR NICHTS bedeutet . . ausser, daᅵ das ein
Beruf ist wie jeder andere.
Es ist ja auch nicht jeder Mediziner gleich Neurochirurg und nicht jeder
Rennfahrer fᅵhrt in der Formel 1.
Was ist scheinbar dermaᅵen ehrenrᅵhrig an solch einer Feststellung, daᅵ
hier gleich die mehr oder weniger himmlischen Heerscharen aufbegehren?
> Auf der
> anderen Seite wird dein sehr pauschales Weltbild vom Amateur ganz sicher
> vielen Amateuren nicht gerecht.
Amateuere sind per Defnition Leute, die etwas nicht beruflich sondern
als Hobby betreiben, darin nicht ausgebildet sind und aucgh nicht davon
leben.
Falls meine Interpretation des Begriffs nicht zutrifft bin ich auf eine
andere Definition gespannt.
Ich z. B. spiele hobbymᅵᅵig Gitarre und habe einige recht wertvolle
Stratocasters und Fender-Amps usw.
Wenn mich en professioneller und sehr gut spielender Gitarrist einen
Amateur nennt kann ich ihm nur zustimmen und akzeptiere ohne die
beleidigte Leberwurst zu spielen klaglos, daᅵ ich mir ganz sicher nicht
vorstellen kann, wie komplex eine Stones-Tour mit ausverkauften Stadien
sein kann.
Es ist ganz offensichtlich, daᅵ VOR ALLEM Foto-Amateure ein dermassen
angefressenes Selbstbewusstsein haben, daᅵ es sie sich stᅵndig in ihrer
"Fotografen"-Ehre gekrᅵnkt fᅵhlen.
Der Aufwand, den sie treiben ist nebensᅵchlich - wichtig allein ist, was
dabei an Ergebnis rauskommt.
Und HIER besteht in der Tat oft genug - zu oft, wie ich finde -
1) ein Missverhᅵltnis zwischen Aufwand und Ergebnis
2) ein Miᅵverhᅵltnis zwischen dem Ergebnis eines "Profifotografen" und
den Ergebnissen, die ein guter (!) Amateur erziehlt.
Das ist nichts Neues und kein Professioneller wᅵrde das jemals leugnen.
Es ist allerdings ein Unterschied, ob ein Amateur sich aussuchen KANN,
WAS er WIE und WANN fotografiert oder ein Profi das auf Bestellung und
innerhalb eines Zeitfensters bringen MUSS.
Ein weiterer Unterschied entsteht, wenn Fotografie in eine Produktion
ᅵbergeht die SEHR aufwᅵndig werden kann.
Dein zitierter "ᅵrtlicher Fotograf" wᅵrde dabei ziemlich sicher nicht
bestehen kᅵnnen, weil ihm Erfahrung mit Produktionen in der Art uhd auf
hohem Niveau fehlt.
Das gleiche nehme ich bei Deinem "ᅵrtlichen" praktischde Arzt an, fall
der mit der Notwendigkeit konfrontiert wᅵrde, ein Herz zu transplantieren.
Wᅵrde sich besagter Allgemeinmediziner durch eine solche ᅵusserung
ᅵhnlich beleidigt fᅵhlen wie mancher Fotoamateur?
Ich glaube: eher nicht. Er wᅵrde das ganz sicher rationaler sehen.
> Unterm Strich gibt es so je nach Thema sicherlich Amateure, die sich
> da aus dem Stand besser verkaufen, als manche deiner Profikollegen, die
> zwar Profis, aber in ihrer Nische zu Hause und gefangen sind.
>
Was immer das auch heissen kᅵnnte . . .
> Ich kenne Amateure, die sich seit Jahrzehnten sehr intensiv mit der
> Fotografie beschᅵftigen. Manche davon haben sich spezialisiert und
> liefern ausgezeichnete Resultate.
>
Leben sie ausschlieᅵlich davon? Fᅵr wen oder was "liefern sie
ausgezeichnete Resultate"?
Stern, Spiegel, VW, Mercedes, Audi, Nivea, Marlboro?
Online oder Print? Welche Auflagen?
Auf Anforderung? Nach Layout? Auf einen Claim hin fotografiert?
International/national?
Mit Models, ohne? Auf welchen Locations? Mit wievielen Leuten?
Mit wieviel und welcher Logistik?
> Und darunter sind einige, die ganz einfach lieber ihren eigenen Job
> machen, weil sie da besser verdienen und sich nicht fᅵr Kunden verbiegen
> mᅵssen
Laien-Quatsch, sorry. Ausrede fᅵr mangelnde Bereitschaft zum Risiko.
Entweder Du bist wirklich gut, gehst volles Risiko und hast Erfolg - das
passiert nur, wenn Du es ausschlieᅵlich machst - oder Du bist ein
Amateur, der manchmal was verkauft.
Kein Problem - sind aber verschiedene Paar Schuhe.
> und einfach realistisch sind, was man gerade heute so mit Bildern
> verdient. Schon ganz einfach deshalb weil die Masse der Kunden und
> Kᅵufer den Aufwand dahinter nicht sieht.
>
Dann sollte man andere Kunden anpeilen.
> Da wird manch Amateur die Komplexitᅵt dahinter sehr viel besser
> einschᅵtzen kᅵnnen, als wohl die mit Abstand meisten Kunden deiner
> Kollegen und vermutlich kᅵmen auch einige davon mit der Komplexitᅵt
> dieser Aufgaben besser zurecht kommen, als mancher deiner Kollegen.
>
Es geht nicht darum, ob ein Kunde die Komplexitᅵt einschᅵtzen kᅵnnen.
es geht darum, ob der Fotogaraf sie einschᅵtzen und die notwendigen
Kosten vermitteln kann.
> Aber das eben auch wieder unter dem Aspekt, das der Amateur nicht
> x Fotos in y Zeit zum Preis z liefern muᅵ, um auf den grᅵnen Zweig
> zu kommen, sein Auskommen anderweitig erwirtschaftet.
Ja. Eben.
> So kann man es
> sich erlauben ganz andere Ansprᅵche an seine Fotos zu haben, als der
> Kunde der zur Tᅵr herein kommt.
>
Na ja - "die Ansprᅵche" sind umso hᅵher, je weiter Du gekommen bist.
Da wird die Luft dann irgendwann sehr schnell sehr dᅵnn.
Die "Ansprᅵche" . . das ist ein eher subjektiver Begriff. Ich hab da im
Detail ganz sicher andere Vorstellungen als Du und die Mehrheit der hier
Versammelten.
Also: was soll eigentlich diese helle Empᅵrung ᅵber eine vᅵllig
nᅵchterne und logische Feststellung?
--
herzlichst, Klaus