http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/3947458311/
größer:
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/3947458311/sizes/l/
Ich mag irgendwie, wie dieses weiße Ding
in die linke obere Ecke läuft, auch die
Anordnung des Kopfes und des Zettels
"Paiette Schal statt ..." mag ich.
Alleine die Unterkante, mit dem silbrigen
Rand der Scheibe macht mich nicht glücklich.
Hätte ich mich bemühen sollen, die auch in die
rechte untere Ecke laufen zu lassen (allerdings
erinnere ich mich nicht mehr, ob das überhaupt
möglich gewesen wäre, ohne anderswo zu stören)?
Wäre ein Schnittpunkt geringfügig weiter rechts
am unteren Bildrand besser?
Gibt es da irgendwelche "klassischen" Regeln,
wie man sowas traditionellerweise löst (nein,
nicht zum sklavisch nachmachen, sondern zum
drüber nachdenken und ausprobieren)?
Irgendwelche anderen Tips/Vorschläge/wasauchimmer?
"Mein" Grafiker das quadratisch zugeschnitten,
und es schaut deutlich besser aus, ich meine
jetzt aber im Originalseitenverhältnis der Kamera,
d.h. was hätte ich vor Ort besser machen können.
Mir geht es nicht darum das Bild zu "retten", sondern
was fürs nächste mal zu lernen.
TIA
/ralph
--
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/
Beschneiden und farbkorrigieren:
http://www.johannes-leckebusch.de/temp/3947458311_cafaa41125_b_korr.jpg
--
Jödel.
Jedenfalls ist ein Foto die Zukunft des in der Vergangenheit liegenden
Momentes einer Betrachtung, nicht wahr?
Privat: http://www.johannes-leckebusch.de
Fotoseiten: http://www.johannes-leckebusch.de/Fotogalerien/
Schnappschussfotowettbewerb: http://www.foto.ungruen.de/Index.html
> http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/3947458311/
Spannendes Bild.
> Ich mag irgendwie, wie dieses weiße Ding in die linke obere Ecke läuft,
> auch die Anordnung des Kopfes und des Zettels
> "Paiette Schal statt ..." mag ich.
>
> Alleine die Unterkante, mit dem silbrigen Rand der Scheibe macht mich
> nicht glücklich.
Find ich gut so. Die Kante braucht es so, um dem Bild seine Tiefe zu
geben. Noch etwas weiter nach rechts gezogen würde sie vermutlich zu
wichtig werden. Ginge die Kante bis in die rechte untere Ecke oder noch
weiter, würde die Komposition auseinanderfallen.
Das einzige, was mich beim ersten Hinschauen irritiere, war der
angeschnittene Ring links. Aber nur beim ersten Hinschauen.
LG
[...]
> Irgendwelche anderen Tips/Vorschläge/wasauchimmer?
Musste sofort an Martin Parr (Magnum) denken. Den Farsättigungsregler in
die positive Richtung schieben, dann knallt das besser...;-)
LG
Frank
> Mag eine blöde Frage sein: Ich denk schon die ganze Zeit über das
> folgende Foto nach:
>
> http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/3947458311/
> Ich mag irgendwie, wie dieses weiße Ding in die linke obere Ecke läuft,
> auch die Anordnung des Kopfes und des Zettels
> "Paiette Schal statt ..." mag ich.
Ok, aber das Bild 3:2 zu schneiden, ist dennoch schwierig, besonders
wenn Du auf diese weissen Linien oben links bestehst.
> Alleine die Unterkante, mit dem silbrigen Rand der Scheibe macht mich
> nicht glücklich.
Die stört mich überhaupt nicht. Die ist doch gerade das
Hauptargument für die Aussage: "tiefer ging nicht, und trotzdem
schaut sie zu Boden".
> Hätte ich mich bemühen sollen, die auch in die rechte untere Ecke laufen
> zu lassen (allerdings erinnere ich mich nicht mehr, ob das überhaupt
> möglich gewesen wäre, ohne anderswo zu stören)?
[ ] Du wolltest die Puppe frontal?
> "Mein" Grafiker das quadratisch zugeschnitten, und es schaut deutlich
> besser aus, ich meine jetzt aber im Originalseitenverhältnis der Kamera,
> d.h. was hätte ich vor Ort besser machen können. Mir geht es nicht darum
> das Bild zu "retten", sondern was fürs nächste mal zu lernen.
Quadratisch geht auch?
Gruss
Jan Bruns
Sonst hätte ich natürlich gesagt: Blende auf! Aber das war sie ja schon.
Unschärfe kann man noch faken, aber das war ja nicht deine Frage. Wobei
die Kante unten ein 'Tiefenelement' geworden wäre.
Ach und: Ggf. in Kombination mit etwas weiter weg? Oder höher und weiter
weg, je nach Gefallen. Dann müssten die Elemente ja von sich auch näher
zusammen rücken, etwas zumindest.
Kompositionsfragen kommen doch wirklich selten, schade.
> http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/3947458311/sizes/l/
>
> Alleine die Unterkante, mit dem silbrigen
> Rand der Scheibe macht mich nicht glücklich.
Ob man so etwas mag, ist natürlich Geschmacksache. Bei mir entsteht z.
B. der Eindruck, dass das total lieblos fotografiert wurde. Irgendwie
von oben herab ohne auf Perspektive oder störende Details zu achten.
Warum hast du deinen Standpunkt nicht verändert, wenn doch diese Leiste
im Vordergrund schon so deutlich im Sucher sichtbar ist?
Warum nicht einfach mehrere Bilder gemacht und anschließend verglichen?
Mal davon abgesehen werde ich das Gefühl nicht los, dass bei anderen,
unbekannten Usern dieses Bild wohl zerissen worden wäre, bei dir aber
versucht wird eine gewisse Ernsthaftigkeit in die Kommentare zu bringen.
Das hat sicherlich etwas mit deiner guten Ausdrucksweise zu tun. Der
Hinweis z. B. mit der Leiste in Verbindung mit Tiefe im Bild entbehrt
nicht einer gewissen Komik.
Zur Kompositionsfrage. Um überhaupt dazu einen Tipp geben zu können
müsste man schon wissen, was du mit dem Bild überhaupt zeigen möchtest.
Dann kann man evtl. festlegen, was diese gewollte Aussage evtl. steigern
bzw. unterstützen könnte und was momentan im Bild diese Bildwirkung
stört.
Für mich ist das nicht erkennbar und war im bisherigen Thread leider
auch noch kein Thema.
Gruß
Thomas
>> http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/3947458311/sizes/l/
> Ob man so etwas mag, ist natürlich Geschmacksache. Bei mir entsteht z.
> B. der Eindruck, dass das total lieblos fotografiert wurde. Irgendwie
> von oben herab ohne auf Perspektive oder störende Details zu achten.
Was für störende Details meinst du konkret, außer der Kante unten?
> Warum hast du deinen Standpunkt nicht verändert, wenn doch diese Leiste
> im Vordergrund schon so deutlich im Sucher sichtbar ist?
Ich kann es nicht mehr 100% sagen, weil es ein halbes Jahr her
ist, aber ich denke aus zwei Gründen: Einerseits stört mich
die Leiste und ihre schöne Reflexion gar nicht, sondern nur,
daß ich es irgendwie nicht geschafft habe sie kompositorisch
"unterzubringen". Die Leiste zeigt, daß es sich um ein Schaufenster
handelt, und ich außerhalb stehe. Andererseits war mir glaube
ich am wichtigsten, das Pailletten-Kopftuch schön zu zeigen.
Und aus dem Winkel des Fotos sieht man es IMHO gut.
> Warum nicht einfach mehrere Bilder gemacht und anschließend verglichen?
Ich glaube, ich habe auch mehrere Bilder gemacht (2 oder 3) aber
das ändert ja nichts an der prinzipiellen Frage, wie man mit
sowas (schräge Linie schneidet unteren Bildrand) "klassischerweise"
umgeht. Das Problem kommt ja immer wieder, ob in der Architektur-
fotografie, bei dokumentarischen Bildern, im Hintergrund von
Bildern von Menschen etc.
Hier in dem Fall hab ich für "gründliches" Ausprobieren einfach
keine Zeit gehabt, aber ob du es glaubst oder nicht, für dieses
Foto unten habe ich ca. 10 Minuten verschiedene Perspektiven
und Ausschnitte ausprobiert, bis ich mit einem zufrieden war:
http://www.flickr.com/photos/88249458@N00/2747143308/
Ich mache das also durchaus schon mal, nur geht es halt nicht
immer. Wobei dieses zweite Bild bei aller Ähnlichkeit kompositorisch
natürlich viel einfacher ist.
> Mal davon abgesehen werde ich das Gefühl nicht los, dass bei anderen,
> unbekannten Usern dieses Bild wohl zerissen worden wäre, bei dir aber
> versucht wird eine gewisse Ernsthaftigkeit in die Kommentare zu bringen.
Dazu fällt mir zweierlei ein: Einerseits ist für mich "Zerreißen" im
Sinne einer negativen Kritik nichts, was nicht ernsthaft passieren
kann. Man *kann* bei einer derartigen Bildbesprechung ernsthaft
bleiben, auch wenn einem das Bild überhaupt nicht gefällt.
Man kann das auch so formulieren (daß man ein Bild für wirklich
schlecht hält), daß man den Macher des Bildes nicht persönlich
beleidigt oder angreift.
Andererseits: Ich versuche das auch immer, und nur sehr selten
poste ich in BK-Threads irgendwas "unernsthaft" auf die Bilder
bezogen. In 99% der Fälle sind derartige Postings ernsthaft
gemeint, und ich denke, es ist eine Frage des Respekts,
ernsthaft darauf zu antworten. Möglicherweise sehen das
auch andere so.
> Das hat sicherlich etwas mit deiner guten Ausdrucksweise zu tun.
Vermutlich. Leider! Ich arbeite noch daran, die Eloquenz meines
großen Vorbilds wienerwalter zu erreichen, der Unmittelbarkeit
im Ausdruck, treffende aber knappe Formulierungen mit einem
Schuß Provokation und einer volkstümlichen Wortwahl verbindet[1].
> Zur Kompositionsfrage. Um überhaupt dazu einen Tipp geben zu können
> müsste man schon wissen, was du mit dem Bild überhaupt zeigen möchtest.
> Dann kann man evtl. festlegen, was diese gewollte Aussage evtl. steigern
> bzw. unterstützen könnte und was momentan im Bild diese Bildwirkung
> stört.
Ok, wenn ich jetzt schreibe, was das eigentliche Thema dieses
Bilds für mich ist, dann schreist du sicher auf "Kunscht! Hinfort!"
oder so ähnlich. Aber du hast gefragt, du kriegst eine (Achtung, lang!)
Antwort ;)
Mir geht es bei dem Bild um das Fremde in unserer Gesellschaft,
oder um die Vorstellungen davon, um Vorurteile, aber auch
um die Schönheit, die wir in dem entdecken können, was wir
nicht verstehen[2].
Das Kopftuch ist für uns (in Deutschland sicher wie in Österreich)
heute ein Symbol für "ausländische", "fremde", muslimische (ich
vermute aber der konkrete Paillettenschal hat mit dem Islam allerdings
nichts zu tun) Frauen und Mädchen, und die politischen Konflikte,
die sich um sie ranken. Dazu paßt auch der mehrfache Rechtschreib-
fehler "Paiette" (an sich ja eigentlich auch ein "Fremd"wort),
der auf die mit diesem Klischee im Allgemeinen verbundenen schlechten
Deutschkenntnisse verweist. Ebenso paßt da dazu, daß es sich um
eher "billige" Waren handelt, vermutlich aus Kunstfaser, ebenso
wie die einfache Präsentation, die nahelegt, daß es sich nicht
um eine Auslage handelt, die in einer teuren Einkaufsstraße sich
an die Oberschicht wendet. Ich vermute viele der Kundinnen in
dem Geschäft sind tatsächlich Migrantinnen, oder aus unteren
Einkommensschichten, ebenso wie die(?) jenige, die dieses
Fenster dekoriert hat.
Neben dieser Ebene der Bezüge zu sozialen Zusammenhängen
die man nach meiner Meinung (mit nur etwas Wissen
über die österreichische Gegenwartsgesellschaft) aus dem
Schaufenster rauslesen kann, gibt es da noch eine ästhetische
Ebene:
Für mich völlig überraschend ist das Schaufenster trotz
der "minderwertigkeit" der Waren (nach den Wertmaßstäben
der Mehrheitsgesellschaft, z.B. dem was in Wohn- oder
Modezeitschriften gezeigt wird) von einer großen Schönheit.
Das Schaufenster ist sichtbar überlegt und bewußt
gestaltet, und die Farbflächen finde ich wirklich mutig
aber gelungen kombiniert. Auch der Schal ist sehr
kunstvoll gelegt, nach meiner Meinung.
Das alles hat jetzt mit Fotografie noch nichts zu tun! Wenn man
vor diesem Schaufenster (im Original) gestanden hat, dann konnte man
das erkennen. Hätte ich (als Gedankenexperiment) einen Bagger oder
eine Diamantsäge gehabt und das Schaufenster rausschneiden und
mit heim nehmen können, so hätte man das immer noch erkannt.
Mein Foto sollte es mir bloß ersparen, immer davorstehen zu müssen,
oder zur Diamantsäge zu greifen, und mir stattdessen was
leichter transportierbares heimnehmen zu können, in dem möglichst
viel von dem oben beschriebenen drinsteckt.
> Für mich ist das nicht erkennbar und war im bisherigen Thread leider
> auch noch kein Thema.
Weils für mich auch nicht wichtig ist, denn mit der inhaltlichen
Ebene oder dem was ich ausdrücken will habe ich kein Problem,
selbst wenn das alles außer mir niemand in dem Bild wiederentdeckt.
Das ist mir dann schlicht egal. Mit diesem Aspekt des Bilds bin
ich für mich zufrieden, er ist für mich erfüllt. Drum hab ich
nicht danach gefragt.
Mir geht es wirklich nur darum, was man mit diesen schrägen Strichen
macht, die bei einer (oft unvermeidbaren oder aus anderen Gründen
erwünschten) Schrägsicht auf ein Motiv (meist "Architektur")
den unteren Bildrand schneiden (oder mit diesem irgendwie in
Beziehung kommen).
/ralph
[1] Im manchmal etwas deftigen, aber immer treffsicheren Idiom
dieses von mir so geschätzten Newsgroup-Teilnehmers könnte das
ungefähr so lauten: "gusch deppata piefke, hau die über de heisa
nach bisa!" ;)
[2] Ja, das nennt man eventuell Exotik und das ist böse oder so.
--
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/
>> Mal davon abgesehen werde ich das Gefühl nicht los, dass bei anderen,
>> unbekannten Usern dieses Bild wohl zerissen worden wäre, bei dir aber
>> versucht wird eine gewisse Ernsthaftigkeit in die Kommentare zu
>> bringen.
>
> Dazu fällt mir zweierlei ein: Einerseits ist für mich "Zerreißen" im
> Sinne einer negativen Kritik nichts, was nicht ernsthaft passieren
> kann. Man *kann* bei einer derartigen Bildbesprechung ernsthaft
> bleiben, auch wenn einem das Bild überhaupt nicht gefällt.
> Man kann das auch so formulieren (daß man ein Bild für wirklich
> schlecht hält), daß man den Macher des Bildes nicht persönlich
> beleidigt oder angreift.
>
> Andererseits: Ich versuche das auch immer, und nur sehr selten
> poste ich in BK-Threads irgendwas "unernsthaft" auf die Bilder
> bezogen. In 99% der Fälle sind derartige Postings ernsthaft
> gemeint, und ich denke, es ist eine Frage des Respekts,
> ernsthaft darauf zu antworten. Möglicherweise sehen das
> auch andere so.
Was macht man, wenn man aus Jux auf einen Kommentar ein Bild vollkommen
verkitscht aus Jux präsentiert und dann einige Leute ganz ernsthaft
antworten, das fänden sie jetzt richtig gut oder es sei das erste Bild, das
man zeige, das ihnen wirklich gefalle? {;-)))
> Mir geht es bei dem Bild um das Fremde in unserer Gesellschaft,
> oder um die Vorstellungen davon, um Vorurteile, aber auch
> um die Schönheit, die wir in dem entdecken können, was wir
> nicht verstehen[2].
>
> Das Kopftuch ist für uns (in Deutschland sicher wie in Österreich)
> heute ein Symbol für "ausländische", "fremde", muslimische (ich
> vermute aber der konkrete Paillettenschal hat mit dem Islam allerdings
> nichts zu tun) Frauen und Mädchen, und die politischen Konflikte,
> die sich um sie ranken. Dazu paßt auch der mehrfache Rechtschreib-
> fehler "Paiette" (an sich ja eigentlich auch ein "Fremd"wort),
Hach - hatte ich noch gar nicht bemerkt. Aber "Tisch Decke" ist ja an sich
kein Fremdwort ... nur fremd geschrieben {;-))) (bei Einheimischen würde ich
einen NR-Schaden diagnostizieren).
> der auf die mit diesem Klischee im Allgemeinen verbundenen schlechten
> Deutschkenntnisse verweist. Ebenso paßt da dazu, daß es sich um
> eher "billige" Waren handelt, vermutlich aus Kunstfaser, ebenso
> wie die einfache Präsentation, die nahelegt, daß es sich nicht
> um eine Auslage handelt, die in einer teuren Einkaufsstraße sich
> an die Oberschicht wendet. Ich vermute viele der Kundinnen in
> dem Geschäft sind tatsächlich Migrantinnen, oder aus unteren
> Einkommensschichten, ebenso wie die(?) jenige, die dieses
> Fenster dekoriert hat.
(...)
> Für mich völlig überraschend ist das Schaufenster trotz
> der "minderwertigkeit" der Waren (nach den Wertmaßstäben
> der Mehrheitsgesellschaft, z.B. dem was in Wohn- oder
> Modezeitschriften gezeigt wird) von einer großen Schönheit.
> Das Schaufenster ist sichtbar überlegt und bewußt
> gestaltet, und die Farbflächen finde ich wirklich mutig
> aber gelungen kombiniert. Auch der Schal ist sehr
> kunstvoll gelegt, nach meiner Meinung.
Einerseits wirkt es bemüht "schön dekoriert", aber die etwas lieblosen
Zettel wirken nicht nur wegen der Rechtschreibfehler dagegen, wie auch die
Falten an dem "Goldtuch" unten.
> Weils für mich auch nicht wichtig ist, denn mit der inhaltlichen
> Ebene oder dem was ich ausdrücken will habe ich kein Problem,
> selbst wenn das alles außer mir niemand in dem Bild wiederentdeckt.
> Das ist mir dann schlicht egal. Mit diesem Aspekt des Bilds bin
> ich für mich zufrieden, er ist für mich erfüllt. Drum hab ich
> nicht danach gefragt.
>
> Mir geht es wirklich nur darum, was man mit diesen schrägen Strichen
> macht, die bei einer (oft unvermeidbaren oder aus anderen Gründen
> erwünschten) Schrägsicht auf ein Motiv (meist "Architektur")
> den unteren Bildrand schneiden (oder mit diesem irgendwie in
> Beziehung kommen).
Also - ich finde ja diese "inhaltliche Ebene" sehr wesentlich, wesentlicher
als das häufige Gezerre um angebliche oder tatsächle Perfektion oder
Nicht-Perfektion.
Aber so wie Du es jetzt diskutiert hast, passt doch eine etwas
"widerspenstige", nicht "klassisch perfekte" Bildkompisition gerade zum
Bildinhalt ... meine ich.
> Was für störende Details meinst du konkret, außer der Kante unten?
Da ich deine beabsichtigte Bildwirkung nicht kenne, weiß ich ja nicht,
ob die angeschnittenen Dinge links, der Bildaufbau und das Licht so
beabsichtigt sind. Es entsteht aber der Eindruck bei mir, dass das beim
Fotografieren kein Wert drauf gelegt wurde.
> ist, aber ich denke aus zwei Gründen: Einerseits stört mich
> die Leiste und ihre schöne Reflexion gar nicht, sondern nur,
> daß ich es irgendwie nicht geschafft habe sie kompositorisch
> "unterzubringen".
Hmm, auf mich wirkt der Bildaufbau ja sehr chaotisch, deshalb empfinde
ich die Leiste auch nicht als sehr störend. Sie passt sich dem Bild an.
> das ändert ja nichts an der prinzipiellen Frage, wie man mit
> sowas (schräge Linie schneidet unteren Bildrand) "klassischerweise"
> umgeht. Das Problem kommt ja immer wieder, ob in der Architektur-
> fotografie, bei dokumentarischen Bildern, im Hintergrund von
> Bildern von Menschen etc.
Das muss man wohl von Fall zu Fall betrachten und kann da keine
allgemeingültige Regel aufstellen. Entweder versucht man sie aus dem
Bild rauszuhalten, oder baut sie bildwirksam mit ein. Dir ist da leider
beides nicht gelungen. Tut mir leid, wenn das mal wieder so negativ von
mir klingt, aber ich find das Bild ziemlich schrottig und da kann ich
natürlich nicht viel Positives schreiben. Ich schätze aber mal, damit
kannst du ganz gut leben :-)
> Hier in dem Fall hab ich für "gründliches" Ausprobieren einfach
> keine Zeit gehabt,
Einfach in die Hocke gehen und dirkekt von vorne fotografieren hat nicht
funktioniert?
> Andererseits: Ich versuche das auch immer, und nur sehr selten
> poste ich in BK-Threads irgendwas "unernsthaft" auf die Bilder
> bezogen. In 99% der Fälle sind derartige Postings ernsthaft
> gemeint, und ich denke, es ist eine Frage des Respekts,
> ernsthaft darauf zu antworten. Möglicherweise sehen das
> auch andere so.
Da hab ich so meine Zweifel.
> Vermutlich. Leider! Ich arbeite noch daran, die Eloquenz meines
> großen Vorbilds wienerwalter zu erreichen, der Unmittelbarkeit
> im Ausdruck, treffende aber knappe Formulierungen mit einem
> Schuß Provokation und einer volkstümlichen Wortwahl verbindet[1].
Ist das jetzt das 1% aus dem vorherigen Absatz? ;-)
> Ok, wenn ich jetzt schreibe, was das eigentliche Thema dieses
> Bilds für mich ist, dann schreist du sicher auf "Kunscht! Hinfort!"
> oder so ähnlich.
Oh nein, ich bin ein wahrer Kunstfan, auch wenn meine Bilder das nur
sehr selten wiederspiegeln. Ich mag es nur nicht, wenn man sich hinter
dieser Ausrede versteckt.
> Aber du hast gefragt, du kriegst eine (Achtung,
> lang!) Antwort ;)
>
> Mir geht es bei dem Bild um das Fremde in unserer Gesellschaft,
> oder um die Vorstellungen davon, um Vorurteile, aber auch
> um die Schönheit, die wir in dem entdecken können, was wir
> nicht verstehen[2].
Ok, ich hab alles gelesen. Ich verstehe, was du alles in dem Bild
siehst, ich sehe es leider nicht.
Für mich ist das aber ein ganz wichtiger Aspekt. Wenn ich meiner Umwelt
ein Bild zeigen möchte, dann geht es mir ja nicht um das Stück Papier,
sondern um den Inhalt. Und diesen von mir entweder gewollten oder
festgehaltenen Inhalt möchte ich dem Betrachter zeigen. Ist es mir egal,
was der Betrachter in dem Bild sieht, dann hat es für mich
Erinnerungswert oder einen anderen persönlichen Wert
> Mein Foto sollte es mir bloß ersparen, immer davorstehen zu müssen,
> oder zur Diamantsäge zu greifen, und mir stattdessen was
> leichter transportierbares heimnehmen zu können, in dem möglichst
> viel von dem oben beschriebenen drinsteckt.
Dann hat das Bild in der Tat nur einen Wert für dich, was ja aber auch
wohl beabsichtigt war.
> Weils für mich auch nicht wichtig ist, denn mit der inhaltlichen
> Ebene oder dem was ich ausdrücken will habe ich kein Problem,
> selbst wenn das alles außer mir niemand in dem Bild wiederentdeckt.
> Das ist mir dann schlicht egal. Mit diesem Aspekt des Bilds bin
> ich für mich zufrieden, er ist für mich erfüllt. Drum hab ich
> nicht danach gefragt.
Ja, das habe ich jetzt mittlerweile auch verstanden.
> Mir geht es wirklich nur darum, was man mit diesen schrägen Strichen
> macht, die bei einer (oft unvermeidbaren oder aus anderen Gründen
> erwünschten) Schrägsicht auf ein Motiv (meist "Architektur")
> den unteren Bildrand schneiden (oder mit diesem irgendwie in
> Beziehung kommen).
Ja, verstehe ich. Hab ich ja schon weiter oben drauf geantwortet.
Gruß
Thomas
> Ralph Aichinger wrote:
>
>> das �ndert ja nichts an der prinzipiellen Frage, wie man mit
>> sowas (schr�ge Linie schneidet unteren Bildrand) "klassischerweise"
>> umgeht. Das Problem kommt ja immer wieder, ob in der Architektur-
>> fotografie, bei dokumentarischen Bildern, im Hintergrund von
>> Bildern von Menschen etc.
>
> Das muss man wohl von Fall zu Fall betrachten und kann da keine
> allgemeing�ltige Regel aufstellen. Entweder versucht man sie aus dem Bild
> rauszuhalten, oder baut sie bildwirksam mit ein.
Ich habe eben noch Fotos von Schaufenstern gesehen und da fiel mir
dieser Thread wieder ein. Ich w�rde auch sagen, gelegentlich einbauen um
auch zu unterstreichen das es ein Schaufenster ist. Au�erdem kann man
den Rahmen doch teilweise prima zur gestalterischen Rahmung nutzen.
Frank
--
http://frankhaun.wordpress.com
Möglich wär's. Man kennt bei Ralph ja bereits einen Rahmen,
in dem das Bild präsentiert wird. In so einer Serie muss nicht
jedes einzelne Bild diesen Kontext vollumfänglich beschreiben,
dazu gibt es ja die Serie.
>> Mir geht es bei dem Bild um das Fremde in unserer Gesellschaft, oder um
>> die Vorstellungen davon, um Vorurteile, aber auch um die Schönheit, die
>> wir in dem entdecken können, was wir nicht verstehen[2].
>>
>> Das Kopftuch ist für uns (in Deutschland sicher wie in Österreich)
>> heute ein Symbol für "ausländische", "fremde", muslimische (ich vermute
>> aber der konkrete Paillettenschal hat mit dem Islam allerdings nichts
>> zu tun) Frauen und Mädchen, und die politischen Konflikte, die sich um
>> sie ranken. Dazu paßt auch der mehrfache Rechtschreib- fehler "Paiette"
>> (an sich ja eigentlich auch ein "Fremd"wort),
>
> Hach - hatte ich noch gar nicht bemerkt. Aber "Tisch Decke" ist ja an
> sich kein Fremdwort ... nur fremd geschrieben {;-))) (bei Einheimischen
> würde ich einen NR-Schaden diagnostizieren).
NR wie Nichtraucher, oder wie? Ich kenne das Wort jedenfalls nicht,
bin nichtmal in der Lage, die korrekte Schreibung ausfindig zu machen.
>> der auf die mit diesem Klischee im Allgemeinen verbundenen schlechten
>> Deutschkenntnisse verweist. Ebenso paßt da dazu, daß es sich um eher
>> "billige" Waren handelt, vermutlich aus Kunstfaser, ebenso wie die
>> einfache Präsentation, die nahelegt, daß es sich nicht um eine Auslage
>> handelt, die in einer teuren Einkaufsstraße sich an die Oberschicht
>> wendet. Ich vermute viele der Kundinnen in dem Geschäft sind
>> tatsächlich Migrantinnen, oder aus unteren Einkommensschichten, ebenso
>> wie die(?) jenige, die dieses Fenster dekoriert hat.
>> Für mich völlig überraschend ist das Schaufenster trotz der
>> "minderwertigkeit" der Waren (nach den Wertmaßstäben der
>> Mehrheitsgesellschaft, z.B. dem was in Wohn- oder Modezeitschriften
>> gezeigt wird) von einer großen Schönheit. Das Schaufenster ist sichtbar
>> überlegt und bewußt gestaltet, und die Farbflächen finde ich wirklich
>> mutig aber gelungen kombiniert. Auch der Schal ist sehr kunstvoll
>> gelegt, nach meiner Meinung.
Ich finde, niedlich wird das Bild erst durch die Vorstellung, daß jemand
tatsächlich lange an diesem Schaufenster vorbeigehen könnte, bis sich
der Wunsch zum Erwerb das Stücks letzlich durchsetzt.
> Einerseits wirkt es bemüht "schön dekoriert", aber die etwas lieblosen
> Zettel wirken nicht nur wegen der Rechtschreibfehler dagegen, wie auch
> die Falten an dem "Goldtuch" unten.
Zweifellos nicht. Nein, es ist schon ein Konzept erkennbar.
> Aber so wie Du es jetzt diskutiert hast, passt doch eine etwas
> "widerspenstige", nicht "klassisch perfekte" Bildkompisition gerade zum
> Bildinhalt ... meine ich. ^^^
Finde ich auch. Von daher vermute ich mal, daß "die klassische
Vorgehensweise" in solchen Fällen im Ignorieren besteht.
Gruss
Jan Bruns
>>> Das Kopftuch ist für uns (in Deutschland sicher wie in Österreich)
>>> heute ein Symbol für "ausländische", "fremde", muslimische (ich
>>> vermute aber der konkrete Paillettenschal hat mit dem Islam
>>> allerdings nichts zu tun) Frauen und Mädchen, und die politischen
>>> Konflikte, die sich um sie ranken. Dazu paßt auch der mehrfache
>>> Rechtschreib- fehler "Paiette" (an sich ja eigentlich auch ein
>>> "Fremd"wort),
>>
>> Hach - hatte ich noch gar nicht bemerkt. Aber "Tisch Decke" ist ja an
>> sich kein Fremdwort ... nur fremd geschrieben {;-))) (bei
>> Einheimischen würde ich einen NR-Schaden diagnostizieren).
>
> NR wie Nichtraucher, oder wie? Ich kenne das Wort jedenfalls nicht,
> bin nichtmal in der Lage, die korrekte Schreibung ausfindig zu machen.
Neue Rechtschreibung. Da wurden unter anderem zu Beginn lauter absurde
Getrenntschreibungen wie "allein stehend" (ohne Unterschied zu
"alleinstehend", dh. nicht verheiratet, oder "hier zu Lande" statt
"hierzulande", was eben nicht heißt, zu Lande statt zu Wasser, sondern in
diesem Lande ...) eingeführt, in deren Folge selbst Redaktionen, in denen
man gebildetete Mitarbeiter vermuten durfte, alles mögliche getrennt
schrieben, also etwa Tisch Tuch oder Tisch Decke statt Tischtuch oder
Tischdecke ... auf andauernden Protest von Autoren und
Sprachwissenschaftlern wurden die meisten derartigen "Regelungen" zurück
genommen (äh, zurückgenommen) oder für "egal" erklärt. Seither hat sich das
Chaos auf Dauer ein gebürgert (pardon, eingebürgert) und ist un aus rottbar
(äh ...).
> Zweifellos nicht. Nein, es ist schon ein Konzept erkennbar.
>
>> Aber so wie Du es jetzt diskutiert hast, passt doch eine etwas
>> "widerspenstige", nicht "klassisch perfekte" Bildkompisition gerade
>> zum Bildinhalt ... meine ich. ^^^
{;-))))
>> NR wie Nichtraucher, oder wie? Ich kenne das Wort jedenfalls nicht, bin
>> nichtmal in der Lage, die korrekte Schreibung ausfindig zu machen.
>
> Neue Rechtschreibung. Da wurden unter anderem zu Beginn lauter absurde
> Getrenntschreibungen wie "allein stehend" (ohne Unterschied zu
> "alleinstehend", dh. nicht verheiratet, oder "hier zu Lande" statt
> "hierzulande", was eben nicht heißt, zu Lande statt zu Wasser, sondern
> in diesem Lande ...) eingeführt, in deren Folge selbst Redaktionen, in
> denen man gebildetete Mitarbeiter vermuten durfte, alles mögliche
> getrennt schrieben, also etwa Tisch Tuch oder Tisch Decke statt
> Tischtuch oder Tischdecke ... auf andauernden Protest von Autoren und
> Sprachwissenschaftlern wurden die meisten derartigen "Regelungen" zurück
> genommen (äh, zurückgenommen) oder für "egal" erklärt. Seither hat sich
> das Chaos auf Dauer ein gebürgert (pardon, eingebürgert) und ist un aus
> rottbar (äh ...).
Ich habe damals auch überlegt, was das für mich bedeuten würde,
wenn die Regierung beschliesst, daß den Kindern zukünftig völlig
falsche Schreibung beizubringen wäre:
1. Mir würden in Zukunft derart häufig Rechtschreibfehler begegnen,
daß meine eigenen höchstfrequent auftedenden Flüchtigkeitsfehler
kaum mehr auffallen würden. Das hat sich absolut bestätigt.
2. Es hat keinen Sinn, Rechtschreibregeln nachzuschlagen, da
Wörterbücher nichts über korrekte Schreibung aussagen. Seither
schreibe ich alles, wie ich's für richtig halte (abgesehen von
den weiterhin hochfrequent auftretenden Flüchtigkeitsfehlern),
oder frage WebCrawler nach einem Mehrheitsbeschluss, wo
ich keine eigene Meinung habe.
Soweit ich weiss wurde damals von Seiten der Regierung aber nicht
beschlossen, Redakteure pauschal in Umerziehungslager zu stecken.
Von daher verstehe ich die Aufregung nicht so ganz.
Gruss
Jan Bruns
> Ich habe damals auch überlegt, was das für mich bedeuten würde,
> wenn die Regierung beschliesst, daß den Kindern zukünftig völlig
> falsche Schreibung beizubringen wäre:
>
> 1. Mir würden in Zukunft derart häufig Rechtschreibfehler begegnen,
> daß meine eigenen höchstfrequent auftedenden Flüchtigkeitsfehler
> kaum mehr auffallen würden. Das hat sich absolut bestätigt.
>
> 2. Es hat keinen Sinn, Rechtschreibregeln nachzuschlagen, da
> Wörterbücher nichts über korrekte Schreibung aussagen. Seither
> schreibe ich alles, wie ich's für richtig halte (abgesehen von
> den weiterhin hochfrequent auftretenden Flüchtigkeitsfehlern),
> oder frage WebCrawler nach einem Mehrheitsbeschluss, wo
> ich keine eigene Meinung habe.
>
> Soweit ich weiss wurde damals von Seiten der Regierung aber nicht
> beschlossen, Redakteure pauschal in Umerziehungslager zu stecken.
> Von daher verstehe ich die Aufregung nicht so ganz.
Nuja. Eigenartig ist, dass manche der "neuen Schreibungen" eher den
Schreibungen z. B. aus der Goethezeit entsprechen. Also ein "Rückschritt"
oder was?
Sprache, auch Schriftsprache, ändert sich zweifelsohne ständig. Teilweise
braucht die Schriftsprache besondere Regeln, um eindeutig zu sein - was in
der gesprochenen Sprache die Betonung (manchmal auch der Kontext) ausdrücken
kann, muss hier durch besondere Schreibweisen oder Satzzeichen verdeutlicht
werden.
Ganz offensichtlich ist diese von oben herab und mit minder fachkundigen
Leuten betriebene Rechtschreibreform komplett gescheitert und hat die Lage
nur verschlechtert ... dh. mehr Chaos hinterlassen, als da vorher im
gewachsenen Dschungel war.
Damals im Krieg hatten die Leute wahrscheinlich noch nicht so viel
Zeit, über Schreibung nachzudenken.
Gruss
Jan Bruns
[....]
>
> Ich benutze inzwischen gezuwungenerma�en die Schlechtschreibung, auch
> privat, weil ich keinen Bock auf unterschiedliche Standards habe. Ich
> gebe mir aber keine �bertriebene M�he mehr, jeden Rechtscheibfehler zu
> korrigieren, weil ich erstens immer noch weit �ber dem Niveau bin, das
> die meisten anderen Bundesb�rger vorlegen (ist ja auch keine Kunst, ist
> schlie�lich mein Werkzeug). In dem Blatt, in dem ich arbeite, haben wir
> die "Neue Rechtschreibung" so lange ignoriert, bis es irgendwann mal
> einen Deal mit einer Nachrichtenagentur gab, die von uns Texte ankaufte
> - und die in NR verlangte. Mein Duden ist inzwischen die
> Word-Rechtschreibkontrolle. Traurig, aber wahr.
Als ich noch aktiv in der �sterreichischen Flugsicherungsfirma
werkte, mu�te ich f�r die diversen Handb�cher auch die "neue"
Rechtschreibung verwenden (die halt gerade "offiziell") war.
Inzwischen bin ich der wohlverdienten Pension und pfeife auf die
Rechtschreibreform (welche eigentlich ist derzeit offiziell?).
Um beim Fotografieren zu bleiben: Das w�re so, wie wenn
irgendwelche Sensorfabrikanten beschlossen h�tten, statt eines
rechteckigen Sensors einen ovalen zu kreieren und dann alle
Augenblicke die Exzentrizit�t der Ellipse �ndern w�rden.
Schwachsinn? klar. Was bl�deres ist mir allerdings nicht
eingefallen, um den (Un)Sinn dieser Rechtschreibreform zu
beschreiben.
Da haben es die Finnen leicht: Diese Sprache ist (als
Schriftsprache) mit wenigen Ausnahmen, die man sich an den
Fingern einer Hand abz�hlen kann, phonetisch: Wie geschrieben, so
gesprochen, wie gesprochen, so geschrieben.
Hans
> Unter dem Strich hat die Schlechtschreibreform die M�glichkeiten
> des Werkzeugs "Sprache" besch�digt
Ach, immer wieder dieselbe Begriffsverwirrung.
Schrift ist nicht Sprache. Die Sprache ist das urspr�ngliche Medium,
die Schrift geh�rt zu den Aufzeichnungs- und Kommunikationsverfahren,
wie zum Beispiel Tontr�ger, Stenografie, Taubstummen-Geb�rdensprache,
Radio, Fernsehen, Computer und so weiter.
Eine �nderung der Schrift tut der Sprache �berhaupt nichts zuleide. Kauf
Dir ein gutes H�rbuch, genie�e es, und dann beantworte Dir selbst die
Frage, ob die Rechtschreibreform die Qualit�t der gerade konsumierten
Literatur irgendwie beeinflusst hat. Hat sie nicht, oder?
Interessant, dass diese Begriffsverwirrung vornehmlich bei Schreibern
auftritt. Professionellen Sprechern k�me so was �berhaupt nicht in den
Sinn.
Ich bin alt genug, um mich noch an das Lamentieren meines Gro�vaters zu
erinnern, als die S�tterlinschrift vom Lehrplan der Grundschulen
gestrichen wurde. "Verlust der Kultur, Zerst�rung der Sprache" und so
weiter. Genau die gleiche Begriffsverwirrung.
> Es gingen durch die Schlechtschreibreform Nuancierungsm�glichkeiten
verloren
Mag sein, aber da diese Nuancierungen nur auf dem Papier funktionieren,
sind sie f�r mich nur Gimmicks. Ob ein Schreiber mit den Skurrilit�ten
der Rechtschreibung spielt, ob er das Buch auf Jutegewebe drucken l�sst,
oder ob er bei der Buchmesse mit ner Pappnase auftritt - alles Gimmicks.
Das Ma� der Literatur ist das Wort. Jegliche Prosa ist nur so gut, wie
sie in gesprochener Form funktioniert. Wer nur mittels der
Rechtschreibung, und nicht durch den Kontext den richtigen Sinn
transportiert, formuliert einfach schlecht.
> es gibt Worte, die sehen "neu" geschrieben so doof aus..
Gew�hnungssache. Wirklich nur Gew�hnungssache.
Rechtschreibreformen sind, alle paar Jahrzehnte behutsam durchgef�hrt,
unverzichtbar. Ansonsten w�rde die Schrift sich immer mehr von der
Sprache entfernen und am Ende so verlottern wie die englische oder
franz�sische - �berfrachtet mit funktionellen Sinnlosigkeiten, die
allenfalls historisch erkl�rbar sind.
> Man stelle sich mal die Aufregung aller Holzschnitzer und
> Chirurgen vor, wenn die Kultusministerkonferenz beschlie�en
> w�rde, alle Messer landesweit stumpfer zu machen, um die
> Verletzungsgefahr f�r weniger versierte Benutzer
> zu senken.
Sch�nes, eing�ngiges Bild, trifft aber nicht den Kern. Die wirkliche
Sch�rfe guter Formulierung liegt nicht in der Rechtschreibung, sondern
im Wort. Siehe oben.
Die Pflege der funktionellen Effizienz der Schrift ist, wie bereits
gesagt, unverzichtbar. Ein wichtiges Ziel dabei ist Vereinfachung und
Entstaubung des Regelwerkes. Daraus entsteht nat�rlich eine Art
Generationskonflikt: W�hrend die Jungen das richtig schreiben nun
leichter erlernen, m�ssen die Alten umlernen, was aufgrund des Alters
nat�rlich schwer f�llt. Wer selten schreibt, dem ist es egal. Wer
schreiben als Beruf aus�bt, ist im Mark getriffen. Nicht von ungef�hr
sind die lautst�rksten Kritiker der Rechtschreibreform alte
Berufsschreiber. G�nter Grass zum Beispiel.
Wenns nach mir ginge, k�nnte man auf 100% Getrenntschreibung umstellen,
und bei der Gelegenheit auch die Gro�schreibung abschaffen.
Funktioniert doch im Englischen ganz problemlos.
--
Gregor mit dem Motorrad auf Reisen
http://hothaus.de/greg-tour/
Danke für diese eindrucksvolle Demonstration.
Du bist sicherlich in der Lage, den Begriff "Sprache" auch in von der
Zunge abstrahierten Bedeutungen zu verstehen, verleugnest aber diese
Fähigkeit. Fü mich ist nicht erkennbar, zu welchem Zweck diese Leugnung
erfolgt.
> Eine Änderung der Schrift tut der Sprache überhaupt nichts zuleide. Kauf
> Dir ein gutes Hörbuch, genieße es, und dann beantworte Dir selbst die
> Frage, ob die Rechtschreibreform die Qualität der gerade konsumierten
> Literatur irgendwie beeinflusst hat. Hat sie nicht, oder?
Wer weiss? Qualität von Literatur hat zweilellos zumindest eine
subjektive Komponente, die sich aus dem Empfinden der Kosunmenten
ergibt. Wer ein Hörbuch als zu anstrengend empfindet, der wird auch
oft nicht sagen können, daß es qualitativ hochwertig sei.
> Interessant, dass diese Begriffsverwirrung vornehmlich bei Schreibern
> auftritt. Professionellen Sprechern käme so was überhaupt nicht in den
> Sinn.
Da biegst Du Dir die Wahrheit zurecht. Zu welchem Zweck verleugnest
Du denn jetzt die Fähigkeit?
> Ich bin alt genug, um mich noch an das Lamentieren meines Großvaters zu
> erinnern, als die Sütterlinschrift vom Lehrplan der Grundschulen
> gestrichen wurde. "Verlust der Kultur, Zerstörung der Sprache" und so
> weiter. Genau die gleiche Begriffsverwirrung.
Und ich nehme an, Du hast keinerlei Sichtweisen mit dem Potential, auf
andere arrogant zu wirken?
>> Es gingen durch die Schlechtschreibreform Nuancierungsmöglichkeiten
>> verloren
> Mag sein, aber da diese Nuancierungen nur auf dem Papier funktionieren,
> sind sie für mich nur Gimmicks. Ob ein Schreiber mit den Skurrilitäten
> der Rechtschreibung spielt, ob er das Buch auf Jutegewebe drucken lässt,
> oder ob er bei der Buchmesse mit ner Pappnase auftritt - alles Gimmicks.
> Das Maß der Literatur ist das Wort. Jegliche Prosa ist nur so gut, wie
> sie in gesprochener Form funktioniert. Wer nur mittels der
> Rechtschreibung, und nicht durch den Kontext den richtigen Sinn
> transportiert, formuliert einfach schlecht.
Oben behauptest Du wider besseren Wissens, daß der Begriff Sprache
ausschliesslich gesprochene Sprache meinen kann. Nun reduzierst Du
das Einsatzgebiet von Schriftsprache auf einen künsterlichen Bereich
(für den Rechtscheibung wahrscheinlich insgesamt wirklich ziemlich
bedeutungslos ist. Wer soll das noch nachvollziehen können?
>> es gibt Worte, die sehen "neu" geschrieben so doof aus..
> Gewöhnungssache. Wirklich nur Gewöhnungssache.
Mag sein. Aber daß eine Regierung etwas beschlossen hat, ist für sich
genommen ganz allgemein wenig Argument zur Umgewöhnung.
> Rechtschreibreformen sind, alle paar Jahrzehnte behutsam durchgeführt,
> unverzichtbar. Ansonsten würde die Schrift sich immer mehr von der
> Sprache entfernen und am Ende so verlottern wie die englische oder
> französische - überfrachtet mit funktionellen Sinnlosigkeiten, die
> allenfalls historisch erklärbar sind.
Worauf basiert die Meinung, das Englisch sei "verlottert"?
Ich jedenfalls bin manchmal echt verblüfft, wie wunderbar sich
selbst hochkomplexe, deutsche Texte ohne Vernachlässigung von
Randdetails in Englisch schreiben lassen. Es ist nur ziemlich
unüblich, so zu formulieren, und wenn man das dann geleistet
hat, kann man sich auch fragen, warum man nicht gleich deutsch
geschrieben hat.
>> Man stelle sich mal die Aufregung aller Holzschnitzer und Chirurgen
>> vor, wenn die Kultusministerkonferenz beschließen würde, alle Messer
>> landesweit stumpfer zu machen, um die Verletzungsgefahr für weniger
>> versierte Benutzer zu senken.
> Schönes, eingängiges Bild, trifft aber nicht den Kern. Die wirkliche
> Schärfe guter Formulierung liegt nicht in der Rechtschreibung, sondern
> im Wort. Siehe oben.
Das eine hat doch mit dem anderen gar nichts zu tun.
Frank ärgert sich über eine diktatorische Regelung, und Du teilst
deine Meinung zu Möglichkleiten "scharfer Formulierung" mit.
> Die Pflege der funktionellen Effizienz der Schrift ist, wie bereits
> gesagt, unverzichtbar.
Das hast Du so bisher nicht gesagt. Bisher hast Du mitgeteilt,
daß Regulierung durch den Staat unverzichtbar sei. Das wird zwar
zugegebenermassen implizieren, daß Du staatliche Regulierung als
Massnahme zur Pflege der Sprache siehst, lässt aber eine Diskussion
der Möglichkeiten zur Pflege von Sprache nicht erkennen.
> Ein wichtiges Ziel dabei ist Vereinfachung und
> Entstaubung des Regelwerkes. Daraus entsteht natürlich eine Art
> Generationskonflikt: Während die Jungen das richtig schreiben nun
> leichter erlernen, müssen die Alten umlernen, was aufgrund des Alters
> natürlich schwer fällt.
Verstehe ich nicht. Ist Sprache (bzw. genauer: Rechtschreibung) wirklich
etwas von Teenies festzulegendes? Ich meine, ich bin jetzt Anfang 30,
war also noch deutlich jünger, als die Rechtschreibreform angeleiert
wurde, und abgesehen von einigen auch aus meiner Sicht sinnvollen
Vereinfachungen vermittelten die neuen Schreibweisen bei mir das
Gefühl, ein alter Greis zu sein.
> Wenns nach mir ginge, könnte man auf 100% Getrenntschreibung umstellen,
> und bei der Gelegenheit auch die Großschreibung abschaffen. Funktioniert
> doch im Englischen ganz problemlos.
Wie friedlich dagegen doch die CamelCase-Welt ist.
Gruss
Jan Bruns
Hast du mal ein Beispiel f�r diese Verringerung? Ich kann mir das
wirklich nicht vorstellen, bin aber auch kein professioneller Schreiber.
Bei mir hat sie nur zu noch mehr Verwirrung beigetragen.
Gerd
> "Etwas schlecht machen" ist etwas anderes als "etwas schlechtmachen"...
Das sind Beispiele von oft geh�rten Kritikpunkten, aber kein Beispiel
daf�r, inwiefern sich dadurch Nuancen des Ausducks verringern.
Ich kann mir wirklich keinen solchen Kontext vorstellen. Au�er man
machts wie all die Kritiker, man stellt diese "Probleme" _ohne_ Kontext
dar. Damit kann man vielleicht den einen oder anderen �berzeugen.
Ich bin jedenfalls nicht �berzeugt. Liefere uns mal ein St�ck Prosa,
einen Absatz Text, nicht nur ein Satzfragment, welches beweist, das
obige, von den Kritikern so oft beschriebene Sachverhalte in der Praxis
wirklich welche sind.
Im �brigen wurden Idiome wie "schlechtmachen" sowieso nur im Infinitiv
zusammen geschrieben. Sobald du das Verb konjugierst, wird es eh
getrennt, und zwar schon immer, ohne dass dabei jemand auf die Idee
k�me, darunter w�rde die Pr�zision der Sprache leiden.
Der Lehrling macht die Kollegen schlecht.
Der Lehrling macht die Arbeit schlecht.
So wirds schon immer geschrieben, also wo ist das Problem?
> "aufw�ndig" mit � zu schreiben, weil es von Aufwand kommt,
> halte ich f�r BS, weil Aufwand von aufwenden kommt
Stimmt, ist aber auch kein Beispiel daf�r, dass darunter Pr�zision und
Nuance der Formulierung leiden.
>> "Etwas schlecht machen" ist etwas anderes als "etwas schlechtmachen"...
> Das sind Beispiele von oft gehörten Kritikpunkten, aber kein Beispiel
> dafür, inwiefern sich dadurch Nuancen des Ausducks verringern.
> Ich bin jedenfalls nicht überzeugt. Liefere uns mal ein Stück Prosa,
> einen Absatz Text, nicht nur ein Satzfragment, welches beweist, das
> obige, von den Kritikern so oft beschriebene Sachverhalte in der Praxis
> wirklich welche sind.
| Neuer Stadtrat in Hintertupfingen
|
| Heute wurde der neue Stadtrat, Herr Doktor vonundzu Kuerzel, in sein
| Amt eingeführt. Die Blaskapelle spielte und die Huepfburg lud die
| Kinder ein, waerend die Erwachsenen den Reden der Politiker lauschten.
| Eindeutiger Tenor der Reden war, dass Herr Doktor vonundzu Kuerzel
| ueber alle Parteigrenzen hinweg als viel versprechender Politiker
| bekannt ist. Am Nachmittag gab es dann noch einen Empfang beim
| Buergermeister.
Was ist die voraussichtliche Zukunft des Kuerzels?
-Wolfgang
> Nein, die Nummer l�uft anders herum. .... Liefere mir
> einen Beweis, dass es von Vorteil ist....
Oh je, jetzt muss ich doch tats�chlich, wenn auch widerwillig, wie der
uns beiden bekannte Fahrlehrer antworten: Ich muss nichts beweisen. Du
hast behauptet, also musst Du beweisen. :)
> Das ist das Problem: ich sehe keine Verbesserung, nur Ver�nderungen ohne
> Sinn, die mir die Arbeit erschweren...
Hab ich ja konzidiert. Ab einem gewissen Alter ist Umlernen ein
�rgernis, weils schwer f�llt. Geht mir genauso, das geb ich gerne zu.
Aber du lenkst st�ndig ab. Die Behauptung, um die es geht, ist die,
dass die neue Rechtschreibung Dir irgendwelche
Nuanciernungsm�glichkeiten des Ausdrucks vermasselt.
> | Heute wurde der neue Stadtrat, Herr Doktor vonundzu Kuerzel, in sein
> | Amt eingeführt. Die Blaskapelle spielte und die Huepfburg lud die
> | Kinder ein, waerend die Erwachsenen den Reden der Politiker lauschten.
> | Eindeutiger Tenor der Reden war, dass Herr Doktor vonundzu Kuerzel
> | ueber alle Parteigrenzen hinweg als viel versprechender Politiker
> | bekannt ist. Am Nachmittag gab es dann noch einen Empfang beim
> | Buergermeister.
>
> Was ist die voraussichtliche Zukunft des Kuerzels?
Stadtrat ist so ziemlich die unterste Stufe einer Politikerlaufbahn.
Blaskapelle? Hüpfburg? Politiker reden? Empfang beim Bürgermeister?
Es ist unvorstellbar, dass wegen eines einzelnen Stadtrates so ein
Brimborium gemacht wird. Falls das irgendwo doch geschieht, dann muss es
sich in der Tat um eine ganz außergewöhnlich großartige,
verheißungsvolle Persönlichkeit handeln. In dem Kontext ist es völlig
klar, dass "viel versprechend" keinesfalls bissig-ironisch gemeint ist.
Vertrau mir, ich schätze und kenne Herrn Kürzel persönlich. :)
Greg N. wrote:
> [...]
> Hab ich ja konzidiert. Ab einem gewissen Alter ist Umlernen ein
^^^^^^^^^^
Was'n bitte das?
Ich seh' schon, hier wird auf so hohem Niveau
(Steuer-Niveau?) diskutiert - da kann ein
Normalrechtschreiber gar nicht mehr durch+blicken :-))
Viele Gr��e
Ronald
>> konzidiert
> Was'n bitte das?
Ein Rechtschreibfehler. Wenn ich richtigerweise "konzediert" geschrieben
h�tte, h�ttst du es sicher verstanden.
von lateinisch: concedere, von con- = zusammen und cedere = gehen
widerwillig einen Anspruch anerkennen
widerwillig ein Lob aussprechen
zugestehen
> "Etwas schlecht machen" ist etwas anderes als "etwas schlechtmachen" und
> "aufwändig" mit ä zu schreiben, weil es von Aufwand kommt, halte ich für
> BS, weil Aufwand von aufwenden kommt. Und so weiter. Da gibt es Dutzende
Aufwendig ist verwandt mit mit dem gegenteilig klingenden Wort niedersteif.
Viele Autoren schreiben weniger aufwändig, dafür aber aufwendig und
niedersteif.
Gruss
Jan Bruns
> Nein, ich habe einige Beispiele gebracht, deren Wert Du als
> Nicht-Profischreiber allerdings in Zweifel gezogen hast.
Mit anderen Worten, "Ich bin hier der Fachmann, Du nicht". Erstens
kannst Du Dir dessen nicht sicher sein. Zweitens, ein Argument zur Sache
ist das nicht. Du lenkst immer noch ab.
Greg N. wrote:
> [...]
> Ein Rechtschreibfehler. Wenn ich richtigerweise "konzediert" geschrieben
> h�tte, h�ttst du es sicher verstanden.
Nein, h�tte ich nicht.
Aber warst nicht Du es, der meinte, sich mit
seiner Rechtschreibung eindeutig und
allgemeinverst�ndlich ausdr�cken zu k�nnen?
Das Wort "konzedieren" h�tte ich immerhin im
Duden nachschlagen und finden k�nnen.
Mich wundert es immer wieder, da� mancher meint,
seine Kompetenz durch Einbringen von Fremdw�rtern
in seine Ausf�hrungen untermauern zu m�ssen.
Viele Gr��e
Ronald
> Mich wundert es immer wieder, da� mancher meint,
> seine Kompetenz durch Einbringen von Fremdw�rtern
> in seine Ausf�hrungen untermauern zu m�ssen.
Da muss ich Dir zustimmen.
Allerdings, vielleicht w�re statt des Wortes "Kompetenz" das Wort
"Sachkenntnis" besser gewesen. ;)
Greg N. wrote:
> [...]
> Allerdings, vielleicht w�re statt des Wortes "Kompetenz" das Wort
> "Sachkenntnis" besser gewesen. ;)
Meinst Du, dadurch w�ren meine Ausf�hrungen
(allgemein-) verst�ndlicher geworden?
Viele Gr��e
Ronald
Danke, das muß ich mir jetzt ersteinmal geometrisch
durchüberlegen. Sehr oft hat man bei zu vielen "kompositorisch
genutzten" Freiheitsgraden das Problem, daß das Bild schlicht
schief wirkt.
/ralph -- was mich manchmal mehr, manchmal weniger stört!
--
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/
Hm, ich glaube das hab ich sogar ausprobiert, da
war wenn ich mich recht erinnere der Preiszettel
nicht mehr ordentlich zu sehen.
> Sonst hätte ich natürlich gesagt: Blende auf! Aber das war sie ja schon.
> Unschärfe kann man noch faken, aber das war ja nicht deine Frage. Wobei
> die Kante unten ein 'Tiefenelement' geworden wäre.
Naja, das war eine Kompaktknipse, da ist mit Tiefenschärfe
nicht viel zu wollen. Das ist meist alles scharf oder alles
matschig ;)
> Einfach in die Hocke gehen und dirkekt von vorne fotografieren hat nicht
> funktioniert?
Ich bin mir nicht mehr 100%ig sicher, weil es schon etwas her ist,
aber ich glaube, das habe ich probiert und verworfen. In die Hocke
gehen ist normalerweise das erste was ich beim Fotografieren probiere,
oder auch den Arm ausstrecken und von möglichst weit oben (und dann
verfluche ich, daß ich kein Schwenkdisplay habe ;).
> > Andererseits: Ich versuche das auch immer, und nur sehr selten
> > poste ich in BK-Threads irgendwas "unernsthaft" auf die Bilder
> > bezogen. In 99% der Fälle sind derartige Postings ernsthaft
> > gemeint, und ich denke, es ist eine Frage des Respekts,
> > ernsthaft darauf zu antworten. Möglicherweise sehen das
> > auch andere so.
>
> Da hab ich so meine Zweifel.
Ich habe wirklich das Gefühl, daß die meisten, die hier
Bilder zur BK posten, das ernsthaft meinen. Egal ob z.B. Horst,
der oft gescholtene Johannes oder auch du. Ich bin deinen
Bildern gegenüber auch oft sehr kritisch eingestellt, aber
deswegen halte ich trotzdem jedes deiner Bilderpostings
für absolut ernst gemeint. Ich denke schon, daß man
spürt, wenn jemand was nur zur Verarschung postet.
> Ok, ich hab alles gelesen. Ich verstehe, was du alles in dem Bild
> siehst, ich sehe es leider nicht.
Wobei ich vermute, daß du dies auch nicht gesehen hättest, wenn
du an jenem sonnigen 7, Mai neben mir in Graz gestanden hättest.
Versteh mich nicht falsch: Ich glaube natürlich, daß es Fotografie
gibt, die Dinge sichtbar macht, oder so stark betont, daß sie derjenige
erkennt, der sie in der Wirklichkeit nicht bemerken würde. Das ist
aber selten mein Anliegen, bis auf die dezente Aufforderung "Schau
da hin", die in jeder Ausschnittswahl, im Eingrenzen in einen Rahmen
immer steckt.
> Für mich ist das aber ein ganz wichtiger Aspekt. Wenn ich meiner Umwelt
> ein Bild zeigen möchte, dann geht es mir ja nicht um das Stück Papier,
> sondern um den Inhalt. Und diesen von mir entweder gewollten oder
> festgehaltenen Inhalt möchte ich dem Betrachter zeigen. Ist es mir egal,
> was der Betrachter in dem Bild sieht, dann hat es für mich
> Erinnerungswert oder einen anderen persönlichen Wert
Vielleicht habe ich das zu pauschal formuliert: Natürlich freut
es mich, wenn jemand in meinen Bildern -- am besten ohne explizites
Ausbuchstabieren meinerseits -- das gleiche entdeckt, wie ich es
getan habe, als ich durch den Sucher gesehen habe. Ich setze mir
bloß eine Grenze, bis zu der ich gehe, um das Bild "verständlich"
zu machen, wenn ich gleichzeitig darin etwas aufgeben müßte, was
mir wichtig ist. Neulich hat jemand ein Foto von mir:
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/3746738327/
in einem Kontext verwendet (die Diskussion bei mir in Linz um eine
Stadtwache, "Sauberkeit, Ordnung, Sicherheit"), der genau dem
entsprochen hat, was ich in dem Bild gesehen habe. Ohne, daß ich
es so ausformuliert habe. Und ich habe mich sehr gefreut darüber.
http://www.subtext.at/ (links oben beim Artikel vom 5. 11.)
Dieses Foto hat genau in dem Moment die Rolle vom "Erinnerungs-
foto" zu etwas anderem überschritten, als es in diesen Sinnzusammen-
hang gestellt wurde. Ähnliches könnte man mit vielen "Erinnerungs-
fotos" machen. Ich mache mir daher keine Sorgen, ob etwas bloßes
Erinnerungsfoto oder mehr ist. Das zeigt sich eh, wenn andere es
ansehen und etwas (oder nichts) damit anfangen können.
> > oder zur Diamantsäge zu greifen, und mir stattdessen was
> > leichter transportierbares heimnehmen zu können, in dem möglichst
> > viel von dem oben beschriebenen drinsteckt.
>
> Dann hat das Bild in der Tat nur einen Wert für dich, was ja aber auch
> wohl beabsichtigt war.
Nein, das sehe ich überhaupt nicht so. Es hat ja unter anderem
z.B. den Wert, daß man hier über die Fragen, um die es mir geht
anhand des Fotos diskutieren kann. Vielleicht siehst du etwas
anderes drin als ich, vielleicht teilweise das gleiche, aber
mit dem Foto in der Hand (oder an der Wand) kann man mit anderen
zusammen die Fragestellungen, um die es mir geht einfacher
diskutieren, als wie wenn ich z.B. nur einen Text (z.B. den
aus meinem Vorposting) geschrieben hätte.
> Ja, verstehe ich. Hab ich ja schon weiter oben drauf geantwortet.
Allerdings (und ich weiß, es ist nicht leicht, eine hilfreiche
Antwort auf derartige Fragen zu geben) ist diese Antwort -- und
das soll keine Kritik an dir sein! -- für mich ziemlich wenig
hilfreich, sie nähert sich für mein Verständnis einer Tautologie.
Achwas, such dir einfach einen neuen Weg zum kommunizieren. Guck dir da
beispielsweise mal den Papst an, der kann seit einer Weile sogar heilig
sprechen ... 8-)
Sch�ne Gr��e
Jochen
Solange er dabei keine allzu feuchte Aussprache hat ...
--
J�del.
Jedenfalls ist ein Foto die Zukunft des in der Vergangenheit liegenden
Momentes einer Betrachtung, nicht wahr?
Privat: http://www.johannes-leckebusch.de
Fotoseiten: http://www.johannes-leckebusch.de/Fotogalerien/
Schnappschussfotowettbewerb: http://www.foto.ungruen.de/Index.html
Vielleicht solltest Du Deine Intentionen lieber in Worte fassen statt
sie zu fotografieren?
Das Foto kommt belanglos und uninspiriert daher - ganz besonders
gemessen an Deinen Ausführungen, bitte verzeih meine Offenheit.
Es ist nicht erkennbar gestalterisch angelegt - daher ist es auch kaum
möglich, unter gestalterischen Aspekten dazu Stellung zu nehmen.
Ich finde Deine Frage "was tut man mit solchen schrägen Linien?" eher
kokett. Meine Antwort darauf würde also lauten: nichts - sie tragen
weder zur Gestaltung bei noch stören sie.
KE
Du brauchst dich nicht für deine Offenheit entschuldigen, ich hab
mit Offenheit kein Problem!
> Es ist nicht erkennbar gestalterisch angelegt - daher ist es auch kaum
> möglich, unter gestalterischen Aspekten dazu Stellung zu nehmen.
Die Frage mag blöd klingen: Woran machst du fest, daß dieses
Bild nicht erkennbar gestalterisch angelegt ist?
> Ich finde Deine Frage "was tut man mit solchen schrägen Linien?" eher
> kokett. Meine Antwort darauf würde also lauten: nichts - sie tragen
> weder zur Gestaltung bei noch stören sie.
Mich stört diese Linie unten irgendwie. Ich denke das ist
der Grund für dieses Posting. Ohne, daß ich klar ausformulieren
könnte warum.
Mittlerweile habe ich ein berühmtes Beispiel gefunden, bei
dem man eine um Häuser bessere Lösung sieht:
http://thegreatexposition.com/wp-content/uploads/2009/10/picture-71-234x300.png
Das gefällt mir viel besser, wie dort nur ein kleines Eck reinsteht.
>
> Mittlerweile habe ich ein berühmtes Beispiel gefunden, bei
> dem man eine um Häuser bessere Lösung sieht:
>
> http://thegreatexposition.com/wp-content/uploads/2009/10/picture-71-2...
>
> Das gefällt mir viel besser, wie dort nur ein kleines Eck reinsteht.
>
ist ja auch ein anderes Bild ;-) - hier bestimmen die Spiegelungen die
Komposition in Kombination mit den Fluchten von Gespiegeltem UND den
fluchten des Fensterinhalts wie z. B. den Kanten der gefalteten Hosen
oder auch der Figurinen-Köpfe.
Die senkrechte Säule links "stoppt" die Fluchten - der Baum müßte
nicht sein, war aber einfach da. Stört nicht, bringt etwas Zufälliges
in die wohldurchdachte Einstellung. Er führt dazu, daß die zur Kamera
"hinschauende" Figurine eine eigene "Bewegtheit" hat.
Das SW "abstrahiert" das Ganze - löst es aus dem Offensichtlichen und
Normalen.
Sehr schönes Foto, klasse gesehen und durchdacht gestaltet!
Gruß, Klaus
In der Tat, du kennst ihn persoenlich, und weisst dennoch nicht,
dass er jede Menge Sachen verspricht (und keinesfalls unbedingt
haelt). Doppelbedeutung nicht erkannt, durchgefallen.
Abgesehen davon hast du die Frage nicht beantwortet --- kein
Wunder, mit der NDR (Neuen Deutschen Rechtschreibung) ist
"lesen und verstehen" nicht besser geworden ...
-Wolfgang
Hatte ich in den Exifs gesehen. Hatte mal im Photoshop ein unscharfe
Ebene erzeugt und mit nem Verlauf Maskiert (+ übliche Vignetierung
reingerechnet), sieht natürlich nicht 100%ig aus, gibt dem Bild aber
eine nette Note.
> In der Tat, du kennst ihn persoenlich, und weisst dennoch nicht,
> dass er jede Menge Sachen verspricht (und keinesfalls unbedingt
> haelt). Doppelbedeutung nicht erkannt, durchgefallen.
>
> ... mit der NDR (Neuen Deutschen Rechtschreibung) ist
> "lesen und verstehen" nicht besser geworden ...
Muss ich es wirklich erklären? Mein Satz "In dem Kontext ist es völlig
klar, dass "viel versprechend" keinesfalls bissig-ironisch gemeint ist."
bezieht sich auf eben diese Doppelbedeutung.
Wer hat hier ein Problem mit "lesen und verstehen"?
>> In der Tat, du kennst ihn persoenlich, und weisst dennoch nicht,
>> dass er jede Menge Sachen verspricht (und keinesfalls unbedingt
>> haelt). Doppelbedeutung nicht erkannt, durchgefallen.
>> ... mit der NDR (Neuen Deutschen Rechtschreibung) ist
>> "lesen und verstehen" nicht besser geworden ...
> Muss ich es wirklich erklären? Mein Satz "In dem Kontext ist es völlig
> klar, dass "viel versprechend" keinesfalls bissig-ironisch gemeint ist."
> bezieht sich auf eben diese Doppelbedeutung.
Nein, der bezieht sich darauf, dass man ironisch auch von einem
"vielversprechenden" Politiker reden kann.
> Wer hat hier ein Problem mit "lesen und verstehen"?
Du, denn du hast nicht erkannt, ob der Autor meinte, der Politiker
verspricht viel oder er ist vielversprechend, unabhaenging davon,
ob der Autor Ironie anwendete oder nicht.
-Wolfgang
>> Muss ich es wirklich erklären? Mein Satz "In dem Kontext ist es völlig
>> klar, dass "viel versprechend" keinesfalls bissig-ironisch gemeint ist."
>> bezieht sich auf eben diese Doppelbedeutung.
>
> Nein, der bezieht sich darauf, dass man ironisch auch von einem
> "vielversprechenden" Politiker reden kann.
Richtig. Mit Ausnahme des ersten Wortes. Das müsste "Ja" statt "Nein"
heißen, denn du stimmst mir ja zu.
>>> Muss ich es wirklich erklären? Mein Satz "In dem Kontext ist es völlig
>>> klar, dass "viel versprechend" keinesfalls bissig-ironisch gemeint ist."
>>> bezieht sich auf eben diese Doppelbedeutung.
>> Nein, der bezieht sich darauf, dass man ironisch auch von einem
>> "vielversprechenden" Politiker reden kann.
> Richtig. Mit Ausnahme des ersten Wortes. Das müsste "Ja" statt "Nein"
> heißen, denn du stimmst mir ja zu.
Ich stimme dir eben nicht zu. "viel versprechend" /
"vielversprechend" ist orthogonal zu ironisch / nicht ironisch.
Oder fuer Doofe:
viel versprechend (ADR) vielversprechend (ADR)
ironisch - aber wenig haltend - demnaechst scheiternd/
- wenige Versprechen ohne Zukunft
- viele VersprecheR
nicht - viele Versprechen - mit guten
ironisch Zukunftsaussichten
Wenn ich dir also zustimmen sollte, haette ich geschrieben 'dass
man ironisch auch von einem "viel versprechenden" Politiker reden
kann --- also von einem wenig haltenden oder wenige Versprechen
machenden (was auch positiv sein kann) oder von einem, der sich
dauernd verhaspelt.
Da ich aber 'von einem "vielversprechenden" Politiker'
schrieb, muss klar sein, dass ich in der ADR (Alten Deutschen
Rechtscheibung) schreibe und keinesfalls "viel versprechend"
meinen kann --- der Politiker hat also keine Zukunft. (vonundzu
Kuerzel war vorher Buergermeister und ist zur Freude aller
abgewaehlt worden und ist jetzt nur noch Stadtrat. Aber das
ist Stadtgespraech und steht daher nicht bei jedem Artikel in
der Zeitung))
Und ja, dass du den kleinen, aber wichtigen Unterschied nicht
wahrnimmst, obwohl er da ist, ist kein guter Grund, allen anderen
den Unterschied auch unmoeglich zu machen, indem er abgeschafft
wird. Oder kannst du fuer diese Aenderung irgendwelche guten
Gruende nennen, die diesen Nachteil ueberwiegen?
-Wolfgang
> Da ich aber 'von einem "vielversprechenden" Politiker'
> schrieb, muss klar sein, dass ich in der ADR (Alten Deutschen
> Rechtscheibung) schreibe und keinesfalls "viel versprechend"
> meinen kann --- der Politiker hat also keine Zukunft.
Nein! In Deinem Originaltext hast du "viel versprechend" getrennt
geschrieben.
> Kuerzel war vorher Buergermeister und ist zur Freude aller
> abgewaehlt worden...
Naja, so kann man auch versuchen, so eine Debatte zu überleben. Du
schiebst hier die Semantik Deines Ursprungstextes verändernde Fakten
hinterher. So mag ich eigentlich nicht diskutieren.
>> Da ich aber 'von einem "vielversprechenden" Politiker'
>> schrieb, muss klar sein, dass ich in der ADR (Alten Deutschen
>> Rechtscheibung) schreibe und keinesfalls "viel versprechend"
>> meinen kann --- der Politiker hat also keine Zukunft.
> Nein! In Deinem Originaltext hast du "viel versprechend" getrennt
> geschrieben.
Du meinst "Ja! ...", denn das war ja auch NDR, nicht ADR!
Und das war auch klar gekennzeichnet.
Und es geht ja eben darum, dass NDR Nachteile hat.
>> Kuerzel war vorher Buergermeister und ist zur Freude aller
>> abgewaehlt worden...
> Naja, so kann man auch versuchen, so eine Debatte zu überleben. Du
> schiebst hier die Semantik Deines Ursprungstextes verändernde Fakten
> hinterher. So mag ich eigentlich nicht diskutieren.
Die Semantik des "Ursprungstextes" bleibt natuerlich nach wie vor
unveraendert. Ich kann nichts dafuer, dass du bei unvollstaendiger
Auflistung von Fakten dich manchmal irrst.
Du haettest natuerlich sinngemaess schreiben koennen: "Da nicht
klar ist, ob 'viel versprechend'(NDR) als 'viele Versprechen
machend' oder als 'vielversprechend'(ADR) zu verstehen ist, kann
die Zukunft des Politikers nicht wirklich vorausgesagt werden".
Damit haettest du aber zugeben muessen, dass mindestens in diesem
Falle die NDR Nachteile hat ...
-Wolfgang