Gruᅵ,
Markus
Das solltest Du der Verbraucherzentrale melden!
--
Jᅵdel.
Jedenfalls ist ein Foto die Zukunft des in der Vergangenheit liegenden
Momentes einer Betrachtung, nicht wahr?
Privat: http://www.johannes-leckebusch.de
Fotoseiten: http://www.johannes-leckebusch.de/Fotogalerien/
Schnappschussfotowettbewerb: http://www.foto.ungruen.de/Index.html
Und alle vom gleichen Fotografen namens Reuters ...
--
Helmut Faugel
... der offenbar im November 2007 schon einen fruehen
Prototypen der EOS 50D oder 5DII in der Hand hatte,
denn das 17. Bild prangt auch auf der Titelseite von
dem Prospekt zu den beiden Kameras.
Christoph
> http://news.de.msn.com/bilder.aspx?cp-documentid=150515973
Ist schon erdr�ckend, wieviel Tod, Gewalt, Elend und Leid es in die engere
Auswahl schafft...
Bye Tom
--
"Wer nie sein Brot mit Tr�nen a�,
wer nie die kummervollen N�chte auf einer Parkbank sa�,
der kennt sie nicht, der Armen Rechte" (Johann K�nig)
Einfach ein realistisches Abbild der Welt au�erhalb unserer bl�henden
Landschaften?
--
J�del.
Tja, nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten. Wer
interessiert sich schon fuer Reportagen darueber, dass es
in der Schweiz auch dieses Jahr wieder keinen Buergerkrieg
gab oder dass in Frankreich heute kein schweres Zugunglueck
passiert ist?
Christoph
F�r Menschen die den Anspruch haben mit Belanglosigkeiten eingelullt zu
werden gibt es jede Menge Volksmusiksendungen. Die w�rde ich Dir dann
w�rmstens als neue Realit�t ans Herz legen wollen.
Ansonsten solltest Du dir mal �berlegen, was denn die Aufgabe von
Journalisten ist?
Wenn in Darfur hunderte Kinder verhungern, soll man dann in der
Tagesschau verk�nden, da� in Wuppertal niemand verhungert ist und mithin
auch niemand irgendwo spenden m��te.
Wenn Ihr keine schlechten Nachrichten haben wollt, dann engagiert Euch
damit die Welt besser wird statt denen Vorw�rfe zu machen die den Finger
auf die Wunde legen.
Mir ist es in meiner Arbeit generell wichtiger Dinge zu zeigen die ich
ge�ndert sehen m�chte und Dinge die vielen Menschen sonst entgingen.
Sascha
> http://www.sueddeutsche.de/kultur/903/493252/text/
Ja, klar, das übliche Rührstück zu der heldenhaften
Aufopferung des Reporters, der für die sozial schwachen
einsteht. Am besten wäre es wohl, wenn man Journalisten
noch eine Zusatzausbildung als Sozialarbeiter mitgibt,
wenn man diesen Text liest.
Ist nicht die Realität eine ganz andere: Daß in den Medien,
und insbesondere in den Printmedien solche Geschichten
eher weniger vorkommen, weil es einfach nicht so gut
kommt, wenn die Werbung für Prada-Taschen, Breguet-Uhren
und BMWs direkt neben einen Bericht von Frau R., die auf
den Strich gehen mußte (und ganz unglamourös) gedruckt
wird?
Ist es nicht bezeichnend, daß man dafür einen eigenen
Wettbewerb ausloben muß, weil im Alltagsgeschäft eher
die Stories vom Typ "Asozialer Arbeitsloser säuft sich
vor laufender Fernsehshow ins Koma: Selber schuld!"
publiziert werden, als solche, die soziale Probleme
auf ihre strukturellen Wurzeln zurückführen?
Ich persönlich bin mittlerweile von sehr vielen der
Mainstream-Medien einfach nur mehr angewidert, und ich
lese sehr viele Blogs und Medien im Internet. Auch jetzt
gerade höre ich z.B. eine kleine Internetradio-Station,
während ich dieses Posting tippe.
Solange insbesondere die Printmedien vor allem auf die
Interessen der Inserenten eingehen (die Zeitung wird ja
nicht an die Leser, sondern an die Werbewirtschaft "verkauft"),
so lange weine ich den Schrumpfenden Printmedien keine
Träne nach.
/ralph
--
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/
> Auch jetzt gerade h�re ich z.B. eine kleine Internetradio-
> Station, w�hrend ich dieses Posting tippe.
Ein Geheimtip f�r nen wirklich guten Netztradiosender? Immer her damit!
Es muss ja neben all den sendungsbewussten Journalisten noch irgendwo
den klassischen Reporter geben, jemanden der sorgf�ltig recherchiert,
werturteilsfrei zu berichten versteht und die Interpretation dem
m�ndigen Rezipienten �berl�sst. Stattdessen sind unsere Medien zu
Tendenzbetrieben mutiert, in denen eifernde Redakteure, ideologisch
aufgeladen, st�ndig ihre Finger in irgendwelche Wunden legen m�chten.
Sendungsbewusstsein ist ja sch�n und wichtig, geh�rt aber in die Politik
und nicht in die Redaktion.
/urbi
--
Those are my principles. If you don't like them I have others.
Groucho Marx
> Ich persönlich bin mittlerweile von sehr vielen der
> Mainstream-Medien einfach nur mehr angewidert, und ich
> lese sehr viele Blogs und Medien im Internet. Auch jetzt
> gerade höre ich z.B. eine kleine Internetradio-Station,
> während ich dieses Posting tippe.
>
> Solange insbesondere die Printmedien vor allem auf die
> Interessen der Inserenten eingehen (die Zeitung wird ja
> nicht an die Leser, sondern an die Werbewirtschaft "verkauft"),
> so lange weine ich den Schrumpfenden Printmedien keine
> Träne nach.
Das übliche unreflektierte "Blogs toll - professionelle Medien scheiße"
Gesabbel, das derzeit in ist und locker flockig verkennt, daß nicht
alles was Blog ist deswegen neutral und unbeeinflußt ist.
Es ist halt leider so, daß Content Geld kostet; also sind Blogs und
freie Medienseiten im Internet entweder ebenfalls von Geldgebern
abhängig und wenn es keine Einnahmen vom Leser gibt sind sie noch mehr
abhängig oder sie müssen sich ihren Content irgendwo so billig wie
möglich besorgen. Also wird das Zeug irgendwo zusammengesucht,
abgeschrieben etc.
Sascha
Hallo Ralph,
ich kann Dir nur recht geben und noch einen draufsetzen: Ich habe mich
nicht nur von den Printmedien sondern auch vom Fernsehen vollständig
verabschiedet. Und Radio höre ich nur noch, wenn dort etwas wirklich
Hörenswertes läuft. Das bedeutet zwar, dass ich mich über das Programm
informieren muss, spart jedoch einen riesigen Haufen Zeit und macht mich
für Manipulationsversuche aus Politik und Wirtschaft fast unerreichbar.
Einer der letzten ernsthaften Versuche, etwas Sinnvolles mit dem
Flimmerkasten und den öffentlich-rechtlichen Sendern anzufangen, war
eine Podiumsdiskussion vor der Bundestagswahl '05. Damals hätte ich am
liebsten die Glotze aus dem Fenster geworfen, alle teilnehmenden
Politiker verklagt und einen Haufen Kohle zurückverlangt. Aber erstens
ging das nicht, weil das nicht meine Glotze war und zweitens ging das
nicht, weil ich nicht der einzige Zuschauer war. Mein damaliger
Zimmernachbar fand es wohl irgendwie interessant, wie sich die
Polit-Hampelmänner und -frauen um Antworten gedrückt und nur versucht
haben, ihre Kollegen aus den anderen Lagern schlecht zu machen.
Seither bin ich zwar im Hinblick auf viele Vorgänge in der Welt nur
schlecht informiert, aber mir scheint, dass sich das nur zu meinem
Vorteil auswirkt: Ich habe wieder wesentlich mehr Zeit und Nerven für
die Dinge, die mich persönlich oder diejenigen, die mir wichtig sind,
betreffen. Vieles, was "man" so für wichtig hält, erweist sich nur als
gezielt gestreute Desinformation, die irgendwelchen Pavianärschen die
Deckung gibt, die sie brauchen, um die Schweinereien anzustellen, die
sie (und sonst niemanden) voranbringen.
Häufig komme ich mir wie Neo vor, der die Matrix verlassen hat und
mittendrin ist und doch irgendwie distanziert unzählige Leute sieht, die
sich als brave Konsumenten mit Hilfe der Gadgets der schönen, neuen Welt
betäuben und nur noch auf das nächste Mal scharf sind. Wobei mit dem
nächsten Mal Tätigkeiten wie der nächste Musikkauf, das Zeigen des neuen
Handys und das Gucken der nächsten Folge der bevorzugten Seifenoper
gemeint sind.
Ich wünsche allen viel Spaß dabei!
Und hoffe, dass mir irgendwann jemand erklären kann, warum es wichtig
ist, zu wissen, dass der Schröder jetzt Merkel heißt.
Grüße
Gregor
Nö, ein reiner Musiksender:
Muß sicher zum Musikgeschmack passen, aber solche Stationen finde ich
im Gegensatz zu "den größten Hits der 80er, 90er und von heute" auch
für längere Zeit erträglich und durchhörbar.
> Es muss ja neben all den sendungsbewussten Journalisten noch irgendwo
> den klassischen Reporter geben, jemanden der sorgfältig recherchiert,
> werturteilsfrei zu berichten versteht und die Interpretation dem
> mündigen Rezipienten überlässt. Stattdessen sind unsere Medien zu
> Tendenzbetrieben mutiert, in denen eifernde Redakteure, ideologisch
> aufgeladen, ständig ihre Finger in irgendwelche Wunden legen möchten.
> Sendungsbewusstsein ist ja schön und wichtig, gehört aber in die Politik
> und nicht in die Redaktion.
Ich fürchte, Recherche kostet mehr als Meinung zu schreiben. Dabei
ist gerade Meinung nichts, weswegen ich mir ein Printprodukt kaufe.
Das war vor 20 Jahren mal was interessantes, aber mittlerweile gibt
es persönliche Meinungen, Standpunkte und Kommentare im Internet
im Überfluss zu lesen, und teilweise von viel kompetenteren Leuten
als den Printjournalisten, die üblicherweise deartige Kolumnen schreiben.
Bei den Recherchen merkt man aber immer öfter, daß sie noch nicht
einmal auf dem 5 Minuten googlen-Niveau passieren, sondern daß einfach
irgendeine Agenturmeldung abgeschrieben (oder bestenfalls umformuliert)
wird, die oft genug nur die halbe Wahrheit enthält. Sehr oft drängt
sich dieser Eindruck auf, wenn man zufällig irgendwo Augenzeuge von
irgendwas war.
>
> Es muss ja neben all den sendungsbewussten Journalisten noch irgendwo
> den klassischen Reporter geben, jemanden der sorgf�ltig recherchiert,
> werturteilsfrei zu berichten versteht und die Interpretation dem
> m�ndigen Rezipienten �berl�sst. Stattdessen sind unsere Medien zu
> Tendenzbetrieben mutiert, in denen eifernde Redakteure, ideologisch
> aufgeladen, st�ndig ihre Finger in irgendwelche Wunden legen m�chten.
> Sendungsbewusstsein ist ja sch�n und wichtig, geh�rt aber in die Politik
> und nicht in die Redaktion.
Objektivit�t wie Du sie Dir vorstellst gibt es nicht. Allein, weil Deine
Idee von Objektivit�t arg naiv ist.
Allein schon die Entscheidung �ber welches Thema ein Journalist
berichtet macht jeden journalistischen Bericht, egal ob Text, Bild oder
Fotos, zu einem subjektiven Bericht. Wer meint er k�nne so allumfassend
berichten, da� er auch die Dinge ber�cksichtigt die er selbst garnicht
wahrnimmt, der leidet unter eine Allmachtsphantasie. Wer glaubt es g�be
solche Quellen, sollte sich auf die Bibel und �hnliche Schriften
beschr�nken, aber bitte nicht anfangen andere zu t�ten.
Die schlechtesten Journalisten sind die, die glauben das etwas
objektives entsteht, wenn sie ihre subjektiven Eindr�cke schildern. Das
beste was ein Journalist erreichen kann ist Aufrichtigkeit.
Sascha
> Es ist halt leider so, daß Content Geld kostet; also sind Blogs und
> freie Medienseiten im Internet entweder ebenfalls von Geldgebern
> abhängig und wenn es keine Einnahmen vom Leser gibt sind sie noch mehr
> abhängig oder sie müssen sich ihren Content irgendwo so billig wie
> möglich besorgen. Also wird das Zeug irgendwo zusammengesucht,
> abgeschrieben etc.
Im Gegensatz zu den professionellen Medien, die von keinen
Geldgebern abhängig sind, und nichts zusammensuchen oder
abschreiben, oder wie?
Wenn die Hintertupfinger Tageszeitung eine halbe Spalte über Sri Lanka
bringt, dann läßt sie sicher einen Praktikanten dorthinfliegen ;)
Fakt ist, daß ich *meine* Standpunkte sehr viel öfter in Blogs und
Internet-Medien wiederfinde, als gedruckten Zeitungen. Ich komme daher
zu dem Schluß, daß Zeitungen nicht für mich geschrieben werden, sondern
für irgendwelche anderen Leute. Die sollen halt dann die Zeitungen
kaufen (und sie tun es bestimmt auch). Mag sein, daß ich das falsch
verstehe, aber mir scheint, anderen Leuten geht es auch so.
/ralph -- ich lese Zeitungen fast nur mehr im Kaffeehaus, bei Freunden
oder wo ich sonst eine bekomme. Ich glaube, ich hab mir im letzten
Jahr vielleicht ein oder zweimal eine gekauft. Und sie gehen mir
nicht ab. Im Kaffeehaus krieg ich für den Preis zweier Zeitungen
zwei (oder mehr) Zeitungen zu lesen, und einen Kaffee gratis dazu ;)
--
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/
> Fakt ist, daß ich *meine* Standpunkte sehr viel öfter in Blogs und
> Internet-Medien wiederfinde, als gedruckten Zeitungen. Ich komme daher
> zu dem Schluß, daß Zeitungen nicht für mich geschrieben werden,
> sondern
> für irgendwelche anderen Leute.
Grundgütiger Himmel! Und wozu musst Du immer wieder Deine eigenen
Standpunkte lesen?
Sorry - aber diese Einstellung ist nun wahrlich höchstens knapp auf
Bildzeitungsniveau! Bloß dass da gerade manipuliert wird ...
--
Jödel.
Ich denke, das ist eine Eigenschaft, die tief in uns drinnen steckt.
Was hab ich davon, wenn ich seitenweise Autotests von "preiswerten"
40.000-Euro-Karossen, Anlagetips, die Immobilienfonds in Yen hochjubeln
(oder wahlweise auch verdammen), und ähnlichen Unfug lesen soll.
Das hat nichts mit mir und meinem Leben zu tun. Mag sein, daß ich
eine besonders ärmliche Existenz friste, aber 50% von dem was ich
in den Wochenendbeilagen der Tageszeitungen lese ist entweder
total abgehoben, oder völlig vertrottelt auf Kronen Zeitung/Bild-
Niveau.
> Sorry - aber diese Einstellung ist nun wahrlich höchstens knapp auf
> Bildzeitungsniveau! Bloß dass da gerade manipuliert wird ...
Ich halte sie bloß für realistisch.
Was willst Du denn nun? Möglichst objektive Berichterstattung oder geht
es Dir eher darum, daß da keiner was dran verdienen darf?
Werden ein Spiegel-Online-Artikel und ein Stern.de Artikel die teilweise
aus Agenturmeldungen bestehen objektiver dadurch, daß sie irgendein
Blogger zu einem neuen Text kombiniert?
Es ist reichlich naiv zu glauben, daß der Umstand, daß jemand für seine
journalistischen Arbeit kein Geld verlangt oder nicht dafür bezahlt
wird, deswegen objektiver ist als solche die dafür bezahlt werden.
Man sehe sich nur mal diese Traumflieger-Seite an die hier neulich Thema
war, da mögen keine Anzeigen von Kameraherstellern drauf sein, dafür
verkaufen die das Zeug das sie für gut befinden im eigenen Shop (oder
finden sie das Zeug gut, daß sie im eigenen Shop...?), machen Werbung
für die eigenen Bücher und betonen bei alledem fortwährend wie obejktiv
und unabhängig sie seien.
Schick denen doch mal einen günstigeren und bessern Slaveblitz als deren
Eigenmarke zum Test und schau was passiert.
http://www.traumflieger.de/desktop/slaveflash/slaveflash.php
>
> Wenn die Hintertupfinger Tageszeitung eine halbe Spalte über Sri Lanka
> bringt, dann läßt sie sicher einen Praktikanten dorthinfliegen ;)
Wenn Du schon was an Lokalzeitungen kritisieren willst und das irgendwie
Hand und Fuß haben soll, dann bitte nicht an solchen Beispielen aus dem
Mantel. Dass eine Lokalzeitung keine eigene Berichterstattung aus der
ganzen Welt betreiben kann sollte jedem einleuchten. Und ich bezweifele
auch, daß jeder Blogger der 120 Zeichen über Sri Lanka schreibt mal da
war. Hier haben die Leute ja auch Meinungen zu Kameras die sie nie in
der Hand hatten.
Wenn man Lokalzeitungen kritisieren will, dann sollte man den Lokalteil
kritisieren, wo es genug zu kritisieren gäbe.
> Fakt ist, daß ich *meine* Standpunkte sehr viel öfter in Blogs und
> Internet-Medien wiederfinde, als gedruckten Zeitungen.
Objektiv berichtet also, wer Deinen Standpunkt vertritt? Wer Dir nach
dem Mund redet hat recht?
Willkommen in der Welt der Lokalzeitungsredakteure, die sich schon heute
nicht mehr trauen irgendwas nicht seichtes zu schreiben, weil die schon
mit Massenabokündigungen bedroht werden, wenn der Fußballverein einen
größeren Artikel von seiner Weihnachtsfeier bekommt als die Feuerwehr
oder wenn der CDU Bürgermeister von A-Dorf öfter im Blatt ist als der
CSU Bürgermeister von B-Dorf.
Und natürlich bemängeln alle die da Einfluß auf die Berichterstattung
nehmen wollen, die nicht objektive Berichterstattung.
> Ich komme daher
> zu dem Schluß, daß Zeitungen nicht für mich geschrieben werden, sondern
> für irgendwelche anderen Leute.
Also denkst Du, daß Zeitungen so geschrieben gehören, daß der Inhalt den
Lesern gefällt? Objektivität ist aber was anderes.
Der Text neben dem Foto einer nackten osteuropäischen Prostituierten auf
dem Cover einer Zeitung - der verheißt die Dame sei eine stinkreiche
Zahnmedizinstudentin aber würde sich nichts mehr wünschen als mal von
einem verschwitzen, stinkenden fünfzigjährigen Bauarbeiter mit fauligen
Zähnen durchgeknattert zu werden, den sie dann den Rest seines Lebens
aushalten will - das ist ein Text der geschrieben wurde um einer
Zielgruppe ein Stück "die Welt wie sei sein sollte"-Prosa zu liefern.
Sascha
> Was hab ich davon, wenn ich seitenweise Autotests von "preiswerten"
> 40.000-Euro-Karossen, Anlagetips, die Immobilienfonds in Yen
> hochjubeln (oder wahlweise auch verdammen), und ähnlichen Unfug lesen
> soll.
>
> Das hat nichts mit mir und meinem Leben zu tun. Mag sein, daß ich
> eine besonders ärmliche Existenz friste, aber 50% von dem was ich
> in den Wochenendbeilagen der Tageszeitungen lese ist entweder
> total abgehoben, oder völlig vertrottelt auf Kronen Zeitung/Bild-
> Niveau.
Ähm - gibt es in Österreich wirklich keine richtigen Zeitungen mehr???
>> Grundgütiger Himmel! Und wozu musst Du immer wieder Deine eigenen
>> Standpunkte lesen?
>
> Ich denke, das ist eine Eigenschaft, die tief in uns drinnen steckt.
Quatsch, die meisten Leute lesen Zeitungen und Zeitschriften um den
eigenen Horizont zu erweitern statt um sich ihrer eigenen Standpunkte zu
versichern.
>
> Was hab ich davon, wenn ich seitenweise Autotests von "preiswerten"
> 40.000-Euro-Karossen, Anlagetips, die Immobilienfonds in Yen hochjubeln
> (oder wahlweise auch verdammen), und ähnlichen Unfug lesen soll.
Wer sich Autozeitungen und Wirtschaftsblätter kauft, sich aber nicht für
Autos oder Wirtschaftsthemen interessiert, der sollte sich mal mit sich
selbst unterhalten, aber nicht mangelden Objektivität der Medien bemängeln.
>
> Das hat nichts mit mir und meinem Leben zu tun. Mag sein, daß ich
> eine besonders ärmliche Existenz friste, aber 50% von dem was ich
> in den Wochenendbeilagen der Tageszeitungen lese ist entweder
> total abgehoben, oder völlig vertrottelt auf Kronen Zeitung/Bild-
> Niveau.
Und was hat es nun mit der angeblich mangelden Objektivität und dem
Vorwurf, professionelle Medien wäre von ihren Anzeigenkunden gekauft, zu
tun, daß Dich viele Themen in Deiner Tageszeitung nicht interessieren?
Mal abgesehen davon, daß wenn das nur 50% sind die Dir nicht zusagen, ja
noch 50% bleiben, was für eine Tageszeitung, die sich vom Themenspektrum
her ja an die größtmögliche Zielgruppe richtet (Nachrichten, Lokales,
Sportteil, Wissenschaft, Feuilleton, Politik, Wirtschaft etc.) ja
immernoch eine ziemlich gute Quote ist.
Was Du hier abziehst ist das übliche Einschlagen auf professionelle
Medien, das mag bei manchen en vogue sein aber Deine ganzen Argumente
fallen schon nach 3 Postings auseinander.
Sicher kann man an den professionellen Medien einiges kritisieren und da
liegt auch manches im Argen. Aber eine so plumpe, undifferenzierte
Betrachtung bringt da garnichts.
Sascha
Sascha
Sogar das könnte passieren, wenn er nämlich auf innere Widersprüche
hinweist.
>
> Es ist reichlich naiv zu glauben, daß der Umstand, daß jemand für seine
> journalistischen Arbeit kein Geld verlangt oder nicht dafür bezahlt
> wird, deswegen objektiver ist als solche die dafür bezahlt werden.
>
> Man sehe sich nur mal diese Traumflieger-Seite an die hier neulich Thema
> war, da mögen keine Anzeigen von Kameraherstellern drauf sein, dafür
> verkaufen die das Zeug das sie für gut befinden im eigenen Shop (oder
> finden sie das Zeug gut, daß sie im eigenen Shop...?), machen Werbung
> für die eigenen Bücher und betonen bei alledem fortwährend wie obejktiv
> und unabhängig sie seien.
Man kann natürlich immer das übelste Medium einer Gattung herausgreifen,
das wäre im Fall der Printmedien die Bild. Die recherchieren so seriös,
daß sie eine eigene Fanseite haben: http://www.bildblog.de/
Aber um nicht auf Bild-Niveau rumzukrebsen: Welche Fotozeitschrift
soll ich mir kaufen, wenn ich Artikel auf dem Niveau von Mike Johnson
haben möchte:
http://theonlinephotographer.typepad.com/the_online_photographer/blog_index.html
Und ja, der finanziert sich auch über Verkäufe und Werbungen, allerdings
scheint er mir etwas integrer zu sein als die typische Fotozeitschrift,
die eine ganze Seite von Kamerafirma X kriegt, und rein zufällig das
neueste Produkt von Firma X testet (und mit durchaus respektablen Resultaten ;).
Vor allem merkt man bei ihm, daß es ihm Spaß macht zu fotografieren, und
daß er nicht nur einen reinen Zahlen- und Gerätefetischismus betreibt
(das machen eigentlich fast alle Fotozeitschriften, die ich jemals in der
Hand gehabt habe).
> Schick denen doch mal einen günstigeren und bessern Slaveblitz als deren
> Eigenmarke zum Test und schau was passiert.
>
> http://www.traumflieger.de/desktop/slaveflash/slaveflash.php
Überprüfe doch mal anhand einer typischen Bild-Ausgabe, wieviel %
der Artikel reiner Bullshit sind oder schwere Recherchefehler
enthalten.
> Objektiv berichtet also, wer Deinen Standpunkt vertritt? Wer Dir nach
> dem Mund redet hat recht?
Nein, aber wenn eine Berichterstattung nicht für mich in irgendeiner
Weise relevant ist, es aber woanders eine gibt, die das ist, dann
weiß ich welche mich interessiert.
> Willkommen in der Welt der Lokalzeitungsredakteure, die sich schon heute
> nicht mehr trauen irgendwas nicht seichtes zu schreiben, weil die schon
> mit Massenabokündigungen bedroht werden, wenn der Fußballverein einen
> größeren Artikel von seiner Weihnachtsfeier bekommt als die Feuerwehr
> oder wenn der CDU Bürgermeister von A-Dorf öfter im Blatt ist als der
> CSU Bürgermeister von B-Dorf.
>
> Und natürlich bemängeln alle die da Einfluß auf die Berichterstattung
> nehmen wollen, die nicht objektive Berichterstattung.
Gerade bei der Lokalberichterstattung kann man selbst sehr oft den
Wahrheitsgehalt überprüfen. Um bei den Fotos zu bleiben: Man kann
gerade bei der Lokalberichterstattung auch oft Fotos mit der Realität
und den Bildern von Freunden, Bekannten und irgendwelchen Knipsern
vergleichen. Sehr oft werfe ich Flickr an, wenn ich eine Vorstellung
haben will, wie Ereignis XY *wirklich* ausgesehen hat.
Sehr oft finde ich die persönlicheren Berichte von Beteiligten
interessanter und informativer, als das pseudo-objektive Gewäsch
von Berufsjournalisten (dem man oft schon nach zwei Sätzen anmerkt,
daß sie sich nicht intensiv mit der Sache auseinandergesetzt haben).
>
> Ich wünsche allen viel Spaß dabei!
>
> Und hoffe, dass mir irgendwann jemand erklären kann, warum es wichtig
> ist, zu wissen, dass der Schröder jetzt Merkel heißt.
>
Die eigene Unwissenheit und Ignoranz als eine besondere elitäre
Cleverness zu begreifen macht den Alltag sicher einfacher.
Sascha
>> Das hat nichts mit mir und meinem Leben zu tun. Mag sein, daß ich
>> eine besonders ärmliche Existenz friste, aber 50% von dem was ich
>> in den Wochenendbeilagen der Tageszeitungen lese ist entweder
>> total abgehoben, oder völlig vertrottelt auf Kronen Zeitung/Bild-
>> Niveau.
>
> Ähm - gibt es in Österreich wirklich keine richtigen Zeitungen mehr???
Was man noch einigermaßen lesen kann ist der Standard. Die Presse
ist stramm auf ÖVP-Linie, alles andere ist Boulevard. "Meine" Lokalzeitung,
die Oberösterreichischen Nachrichten, ist mit den Jahren auch immer
mehr auf einen konservativen ÖVP-Kurs eingeschwenkt (wir haben wie in
Bayern schon immer eine konservative Landesregierung), und für eine
de-facto-Parteizeitung auch noch Geld zu zahlen sehe ich nicht ein.
So positiv sich der Standard sich gegen die Presse abhebt, die in 90%
der Fälle wirklich nur die ÖVP-Meinung druckt, und auch die Fakten
notfalls so interpretiert, so sehr ist auch er ein wirtschaftsliberales
Blatt, das -- wohl auch mit Rücksicht auf die Anzeigenkunden -- den
üblichen Yuppie-Hedonismus predigt, bei dem die Stereoanlage für
10.000 Euro gerade noch Gnade findet, wenn man sie mit Kabel XY
koppelt, der Kleinwagen mit 120 PS immer noch leicht "untermotorisiert"
für richtige Fahrfreude ist, und in der "Karriere"-Rubrik wird
natürlich regelmäßig klargestellt, wie "flexibel" der Arbeitnehmer
von heute sein muß. Mit anderen Worten: Mag sein, daß ich bloß
zu unflexibel, kleinbürgerlich, oder schlimmer noch, zu arm für
derartige Standpunkte bin, mich nervt die Abgehobenheit dieser
Berichterstattung reichlich. Da reißt ihn auch die relativ gute
Kulturberichterstattung nicht mehr raus.
/ralph
--
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/
Das ist ja auch das was 99,9% der Blogs machen, oder?
>
> Aber um nicht auf Bild-Niveau rumzukrebsen: Welche Fotozeitschrift
> soll ich mir kaufen, wenn ich Artikel auf dem Niveau von Mike Johnson
> haben möchte:
>
Wo liegt denn das Niveau von jemandem der, weil ein Motorradfahrer der
seinen Wagen überholt dabei auf seinen Wagen schaut und scheinbar sieht
daß er fotografiert wird, zu dem Schluß kommt, daß Kamera X nicht
unauffällig ist?
http://theonlinephotographer.typepad.com/the_online_photographer/2009/11/so-much-for-stealth.html
Das war der erste Artikel, Informationswert: Mike Johnson besitzt Kamera
X und ein Auto. Mehr muß ich da nicht lesen.
>
> Und ja, der finanziert sich auch über Verkäufe und Werbungen, allerdings
> scheint er mir etwas integrer zu sein als die typische Fotozeitschrift,
> die eine ganze Seite von Kamerafirma X kriegt, und rein zufällig das
> neueste Produkt von Firma X testet (und mit durchaus respektablen Resultaten ;).
Fotozeitschriften testen die jeweils neuesten Modelle und
Kamerahersteller bewerben die jeweils neuesten Modelle, das kann ja nur
eine Verschwörung sein.
Aber eine Fotozeitschrift die nächsten Monat mit einem Test der Nikon
D300 und der Canon EOS 50D auf den Markt kommt würdest Du sicher genauso
kaufen, wie eine die auf Anzeigen verzichtet und deswegen 12-20 Euro
kostet oder nur in schwarz-weiß und auf Recyclingpapier erscheint, oder?
>
>> Objektiv berichtet also, wer Deinen Standpunkt vertritt? Wer Dir nach
>> dem Mund redet hat recht?
>
> Nein, aber wenn eine Berichterstattung nicht für mich in irgendeiner
> Weise relevant ist, es aber woanders eine gibt, die das ist, dann
> weiß ich welche mich interessiert.
Objektivität in der Berichterstattung und Relevanz für die
Interessenlage von Leser X haben mal genau nix miteinander zu tun.
> Um bei den Fotos zu bleiben: Man kann
> gerade bei der Lokalberichterstattung auch oft Fotos mit der Realität
> und den Bildern von Freunden, Bekannten und irgendwelchen Knipsern
> vergleichen. Sehr oft werfe ich Flickr an, wenn ich eine Vorstellung
> haben will, wie Ereignis XY *wirklich* ausgesehen hat.
Klar, weil verdient keiner dran und kostet nix, muß also die ganze
Wirklichkeit abbilden.
>
> Sehr oft finde ich die persönlicheren Berichte von Beteiligten
> interessanter und informativer,
Und "interessanter" ist objektiver, neutraler und aufrichtiger?
> als das pseudo-objektive Gewäsch
> von Berufsjournalisten (dem man oft schon nach zwei Sätzen anmerkt,
> daß sie sich nicht intensiv mit der Sache auseinandergesetzt haben).
>
Beteiligte und Betroffene sind ja nun auch die objektivsten Quellen die
man überhaupt finden kann und haben sicher keinerlei Interessen
irgendwas geschönt oder beeinflußt darzustellen.
Du solltest erstmal versuchen zu verstehen was der Unterschied zwischen
objektiv, subjektiv, aufrichtig und interessant ist.
Sascha
> Quatsch, die meisten Leute lesen Zeitungen und Zeitschriften um den
> eigenen Horizont zu erweitern statt um sich ihrer eigenen Standpunkte zu
> versichern.
Ich bin wie Ralph der Meinung, dass es die Regel und nicht die Ausnahme
ist, dass sich Leute z.B. bei der Zeitung informieren, deren inhaltliche
Ausrichtung sich nach M�glichkeit mit der eigenen deckt. Schau dir doch
mal an, wer z.B. die TAZ im Abo hat. Und wer die FAZ.
Oder mal andersherum - h�ltst du es f�r sinnvoll (von �blich will ich
mal gar nicht reden), dass man sich die Junge Freiheit abonniert und
regelm��ig die Bild kauft, um den Horizont zu erweitern? Dann komme ich
ohne ein ganzes B�ndel an Zeitungen ja gar nicht aus ... .
> Wer sich Autozeitungen und Wirtschaftsbl�tter kauft, sich aber nicht f�r
> Autos oder Wirtschaftsthemen interessiert, der sollte sich mal mit sich
> selbst unterhalten, aber nicht mangelden Objektivit�t der Medien bem�ngeln.
Ich wei� nicht, ob du auch eine lokale Tageszeitungen liest. Aber das
genannte findet sich z.B. regelm��ig im Mantelblatt der RP (zusammen mit
den immergleichen "Sch�ner-Wohnen- und Hausbau-Tipps").
> Und was hat es nun mit der angeblich mangelden Objektivit�t und dem
> Vorwurf, professionelle Medien w�re von ihren Anzeigenkunden gekauft, zu
> tun, da� Dich viele Themen in Deiner Tageszeitung nicht interessieren?
Der Vorwurf war doch nicht so sehr, dass die Zeitungen von ihren
Anzeigenkunden gekauft seien (dass also die Objektivit�t in den Artikeln
verloren geht) - sondern dass die Zeitungsmacher ihre Publikationen
nicht darauf ausrichten, dem *Leser* die bestm�gliche Zeitung zu bieten,
sondern dem Anzeigenschalter.
> Was Du hier abziehst ist das �bliche Einschlagen auf professionelle
> Medien, das mag bei manchen en vogue sein aber Deine ganzen Argumente
> fallen schon nach 3 Postings auseinander.
Was du dagegen abziehst, ist das �bliche Einschlagen auf alternative
Informationsquellen wie Blogs und Newsgroups - das mag auch bei manchen
"en vogue" sein. Substantielle Argumente sehe ich da aber leider nicht.
Davon abgesehen ging es hier ja vor allem um die Printmedien (das hast
du ja selbst auch in deiner Antwort zitiert). Und da f�hle ich mich z.B.
auch ohne Zeitungs-Abo ausreichend informiert.
> Sicher kann man an den professionellen Medien einiges kritisieren und da
> liegt auch manches im Argen. Aber eine so plumpe, undifferenzierte
> Betrachtung bringt da garnichts.
Ich fand sie deutlich differenzierter als deine Replik. Aber so ist das
halt mit Meinungen :-P.
Gru�,
Dominik.
(... unsinniges X-Post nach d.a.r.d entsorgt)
cheers
hELMUT
Die gibt es doch sowieso nur im Osten.
Gru�,
Thorsten
Nun ist aber die Gruppe derer die Bilder von Ergeignis X machen und
diese dann verschlagwortet und somit suchbar bei flickr ablegen aber
schon wieder eine sehr spezielle Gruppe, was deutlich an der
Objektivit�t kratzt.
Sascha
Sorry, hatte ich ganz vergessen ...