Am 14.02.2012 20:53, schrieb Hans Altmeyer:
> Am 14.02.12 11:24, schrieb Christian Stüben:
>>
>> Die Wikipopeia ist heute nur noch für diejenigen geeignet, die bereit
>> sind, verbale Kleinkriege zu führen. Um am Ende trotzdem zu verlieren.
>
> Für die gab's in der jüngsten Zeit dafür ein sehr breites
> Betätigungsfeld. Dass sich da Leute mit Grausen abwenden, die die ganze
> Veranstaltung zunächst mal als Gemeinschaftsprojekt von Altruisten und
> Idealisten ansehen, ist nur zu verständlich. Mir geht das Gezänk
> jedenfalls gewaltig gegen den Strich, und auch wenn ich da inzwischen
> nur hin und wieder dabei helfe, sprachlich-formal die Ecken auszufegen,
> und mich aus der internen Politik und den diversen Klüngelgruppen ganz
> heraushalte, finde ich es zum Speien.
Das ist sehr schade. Andererseits ist es auch schade, dass Wikipedia
wohl renomierte Lexika wie z. B. "Brockhaus" wohl aus den Angeln gehoben
hat.
Der Duden-Verlag hatte eine Zeit lang das "Oxford Großwörterbuch"
Englisch/Deutsch in seinem Programm der Office-Bibliothek. Es
funktionierte leider mit den neueren Softwareversionen nicht mehr so
ganz, und aus mir unbekannten Gründen wurde es nicht aktualisiert
(Indexverwaltung), sondern aus dem Programm genommen, ich nutze es aber
weiter, auf dem Notebook übrigens mit einer älteren Installation.
Das ist sehr gut, aber manchmal finde ich etwas nicht, dann gehe ich
Google. Da findet sich oft bei dict.cc oder Lunguee etwas. Andererseits
steht bei denen auch viel Müll. Das ist vielleicht eine gewisse
Parallele. Wenn sich viele zusammentun, kann das einen Mehrwert bringen,
aber geschäftliche Unterfangen vernichten ... andererseits gehört zu
Lexika oder Wörterbüchern halt auch, dass es eine kompetente und
sachlich-kundige Redaktion gibt, und keinen Zankverein. So hat das seine
zwei Seiten, scheint mir. Ich schaue auch meistens zuerst im "Brockhaus
in Text und Bild" nach, und wenn ich da nicht fündig werde, in
Google/Wikipedia und lese mir das halt durch. Manchmal sind die
Informationen sogar besser, zum Beispiel steht im BWB zu "Warten auf Godot":
"Der Originaltitel des zuerst französisch geschriebenen, später vom
Autor selbst ins Englische übertragenen Stücks aus dem Jahr 1953 ist En
attendant Godot (deutsch: »Warten auf Godot«).
© Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, Mannheim, 2005"
Das erklärte mir zunächst, warum in der englischen Ausgabe eines
Fotobuches, das ein Bild mit diesem Titel enthält, sowohl der
franzöische als auch englische Titel parallel standen (in der
schwedischen Fassung des Buches gestrichen). Irritierend war aber, dass
dort andere Jahreszahlen für die Entstehung des Stückes angegeben waren.
Hier brachte Wikipedia Aufklärung:
"Warten auf Godot (franz. Originaltitel: En attendant Godot; engl.
Titel: Waiting For Godot) ist ein Theaterstück von Samuel Beckett, das
im Herbst 1948 begonnen, Anfang 1949 fertiggestellt und 1952 publiziert
wurde. Nachdem Beckett lange vergeblich nach einer
Aufführungsmöglichkeit gesucht hatte, wurde es schließlich am 5. Januar
1953 vom Théâtre de Babylone in Paris uraufgeführt.[1] Regisseur der
Premiere war Roger Blin, der selbst als Pozzo mitspielte. Die Aufführung
war überraschend erfolgreich und verhalf Beckett zu seinem Durchbruch
als Autor." (Wikipedia)
Also scheinen die Angaben 1948/1949 in meinem englischen Text doch
richtig zu sein.