Jetzt hat es offenbar ein Profi geschaft, so wenig
nachzudenken, das Denkmal als Hintergrund für ein
Mode-Fotoshooting mit Models zu verwenden.
http://jezebel.com/5409578/inflight-mag-apologetic-over-holocaust-memorial-fashion-shoot
Der Auftraggeber hat sich entschuldigt, das Magazin wurde
eingestampft. Aber: Ist vorher nachdenken so schwer? Hat
der Fotograf wirklich gedacht, das wäre eine gute Idee,
mit den regelmäßigen neutralgrauen Betonstrukturen und so?
> Jetzt hat es offenbar ein Profi geschaft, so wenig nachzudenken, das
> Denkmal als Hintergrund f�r ein Mode-Fotoshooting mit Models zu
> verwenden.
> http://jezebel.com/5409578/inflight-mag-apologetic-over-holocaust-memorial-fashion-shoot
Damit ist er aber nicht der erste:
<http://www.christaklubert.com/dateien/grafiken/en/3193.jpg>. Besonders
interessant wird das, wenn man wei�, dass das Bild von Gregor Hohenberg
ist, und welcher Bildsprache er sich sonst so bedient.
Tobi
Urgs:
http://www.gregor-hohenberg.com/fashion_men/21.html
http://www.gregor-hohenberg.com/fashion_men/05.html
/ralph -- wobei mir das bei dem nach kalkulierter Provokation
ausschaut.
--
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/
Ralph Aichinger schrieb:
> Tobias Meyer <alle_mails_hierher...@nurfuerspam.de> wrote:
>> Damit ist er aber nicht der erste:
>> <http://www.christaklubert.com/dateien/grafiken/en/3193.jpg>. Besonders
>> interessant wird das, wenn man weiᅵ, dass das Bild von Gregor Hohenberg
>> ist, und welcher Bildsprache er sich sonst so bedient.
>
> Urgs:
>
> http://www.gregor-hohenberg.com/fashion_men/21.html
> http://www.gregor-hohenberg.com/fashion_men/05.html
Ich urgse mal mit. Irgendwie ist es genau dass was ich bei diesem
Denkmal so latent im Hinterkopf habe. Schei* abstrakte Wunst! Und
fᅵr dieses Schwachmatentum wird Geld ausgegeben. Da lobe ich mir
die robuste und effiziente Kunst der Stolpersteine. Aber die wird
auch in erster Linie von Spenden finanziert und lebt von Kleingeld.
MfG
Uwe Borchert
da stimm ich Dir rückhaltlos zu - außerdem ist das ein Scheissfoto.
Ich verstehe nicht, daß jemand so schlecht fotografiert und daß das
dann auch noch gedruckt wird.
Mal abgesehen von der Geschmacklosigkeit, gerade dieses Mahnmal als HG
für Fashionshots zu benutzen - das zeigt deutlich die weitgehende
Gedankenlosigkeit
mancher Magazin-Macher ebenso wie die intellektuelle und kreative
Beschränktheit vieler Fotografen.
KE
klausesser schrieb:
...[...]...
> Mal abgesehen von der Geschmacklosigkeit, gerade dieses Mahnmal als HG
> fᅵr Fashionshots zu benutzen - das zeigt deutlich die weitgehende
> Gedankenlosigkeit
> mancher Magazin-Macher ebenso wie die intellektuelle und kreative
> Beschrᅵnktheit vieler Fotografen.
Die Beschrᅵnktheit fᅵngt aber schon beim Wᅵnstler des Mahnmals an.
Der war zu einfᅵltig dem Mahnmal eine offensichtliche und absolut
eindeutige Aussagekraft zu verleihen.
MfG
Uwe Borchert
> Die Beschränktheit fängt aber schon beim Wünstler des Mahnmals an.
> Der war zu einfältig dem Mahnmal eine offensichtliche und absolut
> eindeutige Aussagekraft zu verleihen.
Nun ja - die frühen Abstrakten sind ähnlich betrachtet worden . . .
Ich möchte da nicht über Kunst urteilen. Kunst ist, wie in diesem
Fall, auch
Konzept und weniger eine Frage des Gefallens auf möglichst breiter
Ebene.
KE
klausesser schrieb:
> On 21 Nov., 17:54, Uwe Borchert <uwe.borch...@gmx.de> wrote:
>
>> Die Beschrᅵnktheit fᅵngt aber schon beim Wᅵnstler des Mahnmals an.
>> Der war zu einfᅵltig dem Mahnmal eine offensichtliche und absolut
>> eindeutige Aussagekraft zu verleihen.
>
> Nun ja - die frᅵhen Abstrakten sind ᅵhnlich betrachtet worden . . .
> Ich mᅵchte da nicht ᅵber Kunst urteilen. Kunst ist, wie in diesem
> Fall, auch
> Konzept und weniger eine Frage des Gefallens auf mᅵglichst breiter
> Ebene.
Es geht nicht ums Gefallen. Es geht hier um die (weitestgehend)
eindeutige Aussage. Die muss bei sowas einfach rᅵber. Und das
haut bei den Steinklᅵtzchen einfach nicht so richtig hin. Wenn
das Wort Kunst von Kᅵnden kommt, so haben wir hier keine Kunst.
Das Werk (ohne Kunst!) sollte eine unidirektionale Kommunikation
darstellen. Diese scheint es allen Anzeichen nach ja irgendwie
nicht zu schaffen.
MfG
Uwe Borchert
> Jetzt hat es offenbar ein Profi geschaft, so wenig
> nachzudenken, das Denkmal als Hintergrund für ein
> Mode-Fotoshooting mit Models zu verwenden.
>
> http://jezebel.com/5409578/inflight-mag-apologetic-over-holocaust-memorial-fashion-shoot
"The magazine didn't have permission to shoot at the Memorial, but
apparently it wasn't hard to sneak by security."
Fotograf und Model mitsamt Ausrüstung am Wächter vorbeigeschlichen? Ich
glaubs nicht. Es ändert zwar nichts an dem vorliegenden Sachverhalt,
aber ich tippe auf Fotomontage.
--
Gregor mit dem Motorrad auf Reisen
http://hothaus.de/greg-tour/
noise seems to convey great ideas of power to the ignorant
- James Watt
> Wenn
> das Wort Kunst von Künden kommt, so haben wir hier keine Kunst.
1) streiten die Fachleute darüber bereits recht lange.
2) frag ich ich mich, mit welcher Berechtigung Du glaubst verkünden zu
können, wann "wir hier Kunst haben" und wann nicht? ;-)
KE
> Fotograf und Model mitsamt Ausrüstung am Wächter vorbeigeschlichen? Ich
> glaubs nicht. Es ändert zwar nichts an dem vorliegenden Sachverhalt,
> aber ich tippe auf Fotomontage.
>
stümmt, zumindest die aufwendige Lichttechnik samt Crew wäre aufgefallen.
>> Mal abgesehen von der Geschmacklosigkeit, gerade dieses Mahnmal als HG
>> f�r Fashionshots zu benutzen - das zeigt deutlich die weitgehende
>> Gedankenlosigkeit mancher Magazin-Macher ebenso wie die intellektuelle
>> und kreative Beschr�nktheit vieler Fotografen.
> Die Beschr�nktheit f�ngt aber schon beim W�nstler des Mahnmals an. Der
> war zu einf�ltig dem Mahnmal eine offensichtliche und absolut eindeutige
> Aussagekraft zu verleihen.
So �hnlich dachte ich auch mal. "Was soll das?". Dann war ich dort und bin
zwischen den Stelen rumgelaufen -- und ja, es ist bedr�ckend. Das ganze
f�hlt sich auf einmal total anders an, als man es sich vorgestellt hat.
Insofern: Fahr mal hin. Dann �berdenk deine Aussage.
Tobi
> "The magazine didn't have permission to shoot at the Memorial, but
> apparently it wasn't hard to sneak by security."
> Fotograf und Model mitsamt Ausr�stung am W�chter vorbeigeschlichen? Ich
> glaubs nicht. Es �ndert zwar nichts an dem vorliegenden Sachverhalt,
> aber ich tippe auf Fotomontage.
Du kennst das Mahnmal nicht, oder? Da gibts keinen Zaun drum oder so, son-
dern es ist an allen Seiten offen und man verschwindet praktisch sofort
zwischen den Stelen. Der (eine!) W�chter hat genug damit zu tun, kletternde
Jugendliche zur�ck auf den Boden zu rufen, und kann kaum im tieferen
Bereich gleichzeitig wachen.
Tobi
gruß fluuu
Ein Mahnmal heißt nicht umsonst "Mahnmal".
Wenn besonders Naive sowas weder verstehen noch akzeptieren
sollten sie wirklich eher auf Friedhöfen fotografieren.
Fragt sich: was? Eichhörnchen? Taubenfütternde alte Damen?
Kreuze? Grablichter?
Ars longa - vita brevis. :-)
KE
Mag sein, ist trotzdem ne Montage.
Die Dame ist perfekt ausgeleuchtet, man beachte den Schlagschatten ihres
linken Beines auf dem rechten. Trotzdem wirft sie keinerlei Schatten
auf die Stelen oder auf den Pflastersteinboden? Das gibts nicht.
>
> Mag sein, ist trotzdem ne Montage.
>
> Die Dame ist perfekt ausgeleuchtet, man beachte den Schlagschatten ihres
> linken Beines auf dem rechten. Trotzdem wirft sie keinerlei Schatten
> auf die Stelen oder auf den Pflastersteinboden? Das gibts nicht.
>
Die Dame ist dilettantisch ausgeleuchtet, sie steht dilettantisch da -
weder Fotograf noch Modell sind Profis.
Das Foto ist gruselig.
Wer sich als Modell mit derart durchgedrückten Beinen hinstellt, daß
die Knie aussehen wie bei einem Fußballspieler und dazu noch ein so
blödes Gesicht macht ist weit vom Professionalismus entfernt. Genau
wie der Fotograf, der solche Fehler nicht wahrnimmt und die Redaktion,
die das veröffentlicht.
Zumal die Klamotte auch noch übelst sitzt. Wer das als Fotograf nicht
sieht und wer sowas als Redakteur dem Fotografen nicht um die Ohren
haut ist im falschen Metier.
KE
> Mag sein, ist trotzdem ne Montage.
Ich bin mir da nicht so sicher.
> Die Dame ist perfekt ausgeleuchtet, man beachte den Schlagschatten ihres
> linken Beines auf dem rechten. Trotzdem wirft sie keinerlei Schatten
> auf die Stelen oder auf den Pflastersteinboden? Das gibts nicht.
Auf der Seite da findet man unten das andere abgedruckte Foto mit
einem maennlichen Model:
http://www.newstatesman.com/2009/11/holocuast-memorial-easyjet-magazine
Ich halte es da fuer sehr viel wahrscheinlicher, dass der Fotograf
auf eine Stele gestiegen ist, als dass er das im Photoshop (einschliesslich
aufgestuetztem Fuss) montiert haette. Die beiden Models sind ja auch nicht
so angezogen, dass sie unbedingt unter Touristen auffallen.
> Mal abgesehen von der Geschmacklosigkeit, gerade dieses Mahnmal als
> HG f�r Fashionshots zu benutzen - das zeigt deutlich die weitgehende
> Gedankenlosigkeit
Vielleicht zeigt es auch nur die Geschmacklosigkeit der zum Mahnmal
stilisierten Kl�tze. ;-)
Harald
> Ich urgse mal mit. Irgendwie ist es genau dass was ich bei diesem
> Denkmal so latent im Hinterkopf habe. Schei* abstrakte Wunst! Und
> f�r dieses Schwachmatentum wird Geld ausgegeben.
Sorry, aber das ist doch einfach undifferenziertes Geschwurbel. Wenn man
das weiter denkt, dann darf ein Holocaust-Mahnmal beispielsweise keine
�sthetische Komponente beinhalten - oder mit anderen Worten: es muss so
gestaltet sein, dass es weder Aufenthalts- noch Betrachtungsqualit�t
besitzt. Ich behaupte mal ganz provokant, dass ein derartiges Mahnmal
dann seinen Zweck verfehlt. Einfach schon deshalb, weil sich niemand
davon mahnen l�sst und niemand sich das Ganze anschaut.
> Da lobe ich mir die robuste und effiziente Kunst der Stolpersteine. Aber
> die wird auch in erster Linie von Spenden finanziert und lebt von
> Kleingeld.
Es gab ja keine Entscheidung "entweder die Stolpersteine oder das
Eisenman-Mahnmal", es ist also keine "entweder oder"-Geschichte, sondern
etwas v�llig anderes. Die Bundesrepublik bzw. der Bundestag als
Volksvertretung hat beschlossen, an die Greueltaten der Nazis mit einer
zentralen Gedenkst�tte zu erinnern. Dazu wurde ein Wettbewerb
ausgeschrieben, in dem sich der Eisenman-Entwurf durchgesetzt hat.
Ich habe mir das auch schon "in echt" angeschaut und finde, dass das als
Mahnmal durchaus funktioniert - vor allem auch deshalb, weil es eben
Menschen anzieht. Auch wenn es in der Tat von Amateurfotografen gerne
verwurstet wird. Und die Diskussion, wie man sich denn korrekt am
Mahnmal zu verhalten hat, wurde ja auch schon mehrfach gef�hrt (und
vorgef�hrt) ... .
Gru�,
Dominik.
> "The magazine didn't have permission to shoot at the Memorial, but
> apparently it wasn't hard to sneak by security."
>
> Fotograf und Model mitsamt Ausrᅵstung am Wᅵchter vorbeigeschlichen? Ich
> glaubs nicht. Es ᅵndert zwar nichts an dem vorliegenden Sachverhalt,
> aber ich tippe auf Fotomontage.
Quark, das ist alles offen dort und es rennen stᅵndig etliche Touris mit
Kameras rum, die sich gegenseitig fotografieren.
bis dann!
Jᅵrg@Home
Dominik Schlᅵtter schrieb:
> Uwe Borchert <uwe.bo...@gmx.de> schrieb:
>
>> Ich urgse mal mit. Irgendwie ist es genau dass was ich bei diesem
>> Denkmal so latent im Hinterkopf habe. Schei* abstrakte Wunst! Und
>> fᅵr dieses Schwachmatentum wird Geld ausgegeben.
>
> Sorry, aber das ist doch einfach undifferenziertes Geschwurbel. Wenn man
> das weiter denkt, dann darf ein Holocaust-Mahnmal beispielsweise keine
> ᅵsthetische Komponente beinhalten - oder mit anderen Worten: es muss so
> gestaltet sein, dass es weder Aufenthalts- noch Betrachtungsqualitᅵt
> besitzt.
Nein, damit kᅵnnte es seine Aufgabe nicht mehr ᅵbernehmen, den:
> Ich behaupte mal ganz provokant, dass ein derartiges Mahnmal
> dann seinen Zweck verfehlt. Einfach schon deshalb, weil sich niemand
> davon mahnen lᅵsst und niemand sich das Ganze anschaut.
Die Kunst liegt eben darin die Information zu ᅵbertragen, also
muss das Denkmal auch angesehen werden wollen. Vielleicht haben
wir hier einen grundlegenden Designfehler im Denkmal?
>> Da lobe ich mir die robuste und effiziente Kunst der Stolpersteine. Aber
>> die wird auch in erster Linie von Spenden finanziert und lebt von
>> Kleingeld.
>
> Es gab ja keine Entscheidung "entweder die Stolpersteine oder das
> Eisenman-Mahnmal", es ist also keine "entweder oder"-Geschichte, sondern
> etwas vᅵllig anderes.
Richtig! Es ist preiswert und funktioniert. Also genau das
Gegenteil des groᅵen Denkmals.
> Die Bundesrepublik bzw. der Bundestag als
> Volksvertretung hat beschlossen, an die Greueltaten der Nazis mit einer
> zentralen Gedenkstᅵtte zu erinnern. Dazu wurde ein Wettbewerb
> ausgeschrieben, in dem sich der Eisenman-Entwurf durchgesetzt hat.
Wobei hier die Frage ist: War der Ansatz der zentralen Gedenkstᅵtte
falsch oder die Auswahl der Vorschlᅵge. Ich tendiere bereits dazu
eine zentrale Gedenkstᅵtte als eher ungeeignet zu betrachten.
> Ich habe mir das auch schon "in echt" angeschaut und finde, dass das als
> Mahnmal durchaus funktioniert - vor allem auch deshalb, weil es eben
> Menschen anzieht. Auch wenn es in der Tat von Amateurfotografen gerne
> verwurstet wird. Und die Diskussion, wie man sich denn korrekt am
> Mahnmal zu verhalten hat, wurde ja auch schon mehrfach gefᅵhrt (und
> vorgefᅵhrt) ... .
Das richtige Verhalten ist eine andere Geschichte. Aber das
Verhalten wird auch durch das Werk beeinflusst. Unter dem Ansatz
das Kunst von Kᅵnden kommt (ist aber umstritten) ist dieses
Denkmal nach aktuellem Anschein eine Fehlinvestition. Ja, ich
weiᅵ ... der Eiffelturm in Paris war ja auch umstritten.
MfG
Uwe Borchert
klausesser schrieb:
> On 21 Nov., 19:23, Uwe Borchert <uwe.borch...@gmx.de> wrote:
>
>> Wenn
>> das Wort Kunst von Kᅵnden kommt, so haben wir hier keine Kunst.
>
> 1) streiten die Fachleute darᅵber bereits recht lange.
Ja. Aber der Ansatz erscheint mir der sinnvollste zu sein. Ferner
gibt es dazu sogar ein reales Gerichtsurteil, mᅵge es auch eine
Einzelfallentscheidung sein. In der gᅵngigen Praxis hat dieser
Ansatz aber eine Auswirkung: Propaganda/Werbung ist nach dieser
Definition auch Kunst.
> 2) frag ich ich mich, mit welcher Berechtigung Du glaubst verkᅵnden zu
> kᅵnnen, wann "wir hier Kunst haben" und wann nicht? ;-)
He! Dann wᅵre ich ja Kᅵnstler?! (Alda, willsde mich produzieren?)
Bei der Anwendung des ogg Ansatz ist das relativ einfach. Da muss
man dann kein Kᅵnstler, einfach nur Beobachter sein. Wie gut kommt
die Information rᅵber? Wie hoch ist die Mis[s|t]verstᅵndnisrate?
MfG
Uwe Borchert
Tobias Meyer schrieb:
> Uwe Borchert schrieb:
...[...]...
>> Die Beschrᅵnktheit fᅵngt aber schon beim Wᅵnstler des Mahnmals an. Der
>> war zu einfᅵltig dem Mahnmal eine offensichtliche und absolut eindeutige
>> Aussagekraft zu verleihen.
>
> So ᅵhnlich dachte ich auch mal. "Was soll das?". Dann war ich dort und bin
> zwischen den Stelen rumgelaufen -- und ja, es ist bedrᅵckend. Das ganze
> fᅵhlt sich auf einmal total anders an, als man es sich vorgestellt hat.
>
> Insofern: Fahr mal hin. Dann ᅵberdenk deine Aussage.
Ist mir zu weit weg um nur wegen des Denkmals hinzufahren. Meine
letzten Male Berlin waren auch nicht touristisch motiviert, denn
dazu gibt es geeignetere Orte. Ich bin kein Freund der zentralen,
gigantomanischen Kunstwerke, da diese nun mal diesen Mangel der
Erreichbarkeit aufweisen und habe hier immer den Vergleich zu den
Stolpersteinen im Kopf. Die sind dezentral und daher prᅵsenter.
Es handelt sich also auch um ein konzentionellen Unterschied. Es
wurde wahrscheinlich der falsche Ansatz gewᅵhlt.
MfG
Uwe Borchert
Stefan Hahn schrieb:
> Greg N. schrieb:
>
>> Fotograf und Model mitsamt Ausrᅵstung am Wᅵchter vorbeigeschlichen?
>> Ich glaubs nicht. Es ᅵndert zwar nichts an dem vorliegenden
>> Sachverhalt, aber ich tippe auf Fotomontage.
>>
> stᅵmmt, zumindest die aufwendige Lichttechnik samt Crew wᅵre aufgefallen.
Brauchst Du aber nicht, so die Sonne ihren Job gut macht.
Und das tut sie sogar in Deutschland recht hᅵufig.
MfG
Uwe Borchert
>> stᅵmmt, zumindest die aufwendige Lichttechnik samt Crew wᅵre aufgefallen.
>
> Brauchst Du aber nicht, so die Sonne ihren Job gut macht.
> Und das tut sie sogar in Deutschland recht hᅵufig.
Obwohl der Platz, an dem die Dame steht, ziemlich schattig ist, ist sie
sehr stark beleuchtet. Der Kontrast ist doch offensichtlich. Also
irgendeine zusᅵtzliche Lichtquelle muss da gewesen sein. Wieso aber
witft sie dann keinen Schatten?
klausesser schrieb:
> On 21 Nov., 23:49, "Greg N." <yodel_do...@yahoo.com> wrote:
>
>> Mag sein, ist trotzdem ne Montage.
>>
>> Die Dame ist perfekt ausgeleuchtet, man beachte den Schlagschatten ihres
>> linken Beines auf dem rechten. Trotzdem wirft sie keinerlei Schatten
>> auf die Stelen oder auf den Pflastersteinboden? Das gibts nicht.
Jenseits der Wertung: ,,perfekt ausgeleuchtet'' (welche hier viele
nicht teilen werden) erscheint mir die Ausleuchtung inkonsequent.
Kann mir einer sagen von wo die Sonne herunterscheint?
> Die Dame ist dilettantisch ausgeleuchtet, sie steht dilettantisch da -
> weder Fotograf noch Modell sind Profis.
> Das Foto ist gruselig.
Da muss ich zustimmen. Aber das ist subjektives Empfinden.
> Wer sich als Modell mit derart durchgedrᅵckten Beinen hinstellt, daᅵ
> die Knie aussehen wie bei einem Fuᅵballspieler und dazu noch ein so
> blᅵdes Gesicht macht ist weit vom Professionalismus entfernt. Genau
^^^^^^^^^^^^^^
> wie der Fotograf, der solche Fehler nicht wahrnimmt und die Redaktion,
> die das verᅵffentlicht.
Diese Art von Gesichtsausdruck habe ich aber irgendwo schon mal
gesehen? Es war mindestens ein Cover (2009) des deutschen Playboys
in meinem elektronischen Archiv von Covervorlagen. Aber ich habe
vom Playboy nur das notwendigste zum Nachklicken da. (Peinlich:
Bravo und Spiegel sind auch im Archiv und dazu wesentlich stᅵrker
vertreten.) Kann es sein, das dies der misslungene Versuch war
diesen Stil (existiert der ᅵberhaupt oder hatte ich da nur ein
Einzelausreiᅵer?) nachzumachen?
> Zumal die Klamotte auch noch ᅵbelst sitzt. Wer das als Fotograf nicht
> sieht und wer sowas als Redakteur dem Fotografen nicht um die Ohren
> haut ist im falschen Metier.
*SNCR* Du verstehst einfach nicht was heute gefragt wird! *LOL*
Aber zurᅵck zur ernsthaften Diskussion: Ist es mᅵglich dass dieser
Gesichtausdruck in Mode kommt oder schon gekommen ist? Dann wᅵre
das einfach nur eine drittklassige Imitation eines zweitklassigen
Stils. ;-)=)
MfG
Uwe Borchert
>> Insofern: Fahr mal hin. Dann �berdenk deine Aussage.
> Ist mir zu weit weg um nur wegen des Denkmals hinzufahren.
Musst du ja nicht. Nimm dir einfach das n�chste Mal, wenn du in Berlin
bist, die Zeit, dort vorbei zu fahren. Ist ja recht zentral gelegen und
gut zu erreichen.
Und dann erst schreib wieder dar�ber.
Tobi
>> Insofern: Fahr mal hin. Dann �berdenk deine Aussage.
> Ist mir zu weit weg um nur wegen des Denkmals hinzufahren.
Musst du ja nicht. Nimm dir einfach das n�chste Mal, wenn du in Berlin
bist, die Zeit, dort vorbei zu fahren. Ist ja recht zentral gelegen und
gut zu erreichen.
Es wirkt wirklich ganz anders, als man sich das aus der Ferne vorstellt.
Tobi
Greg N. schrieb:
> Uwe Borchert wrote:
>
>>> stᅵmmt, zumindest die aufwendige Lichttechnik samt Crew wᅵre
>>> aufgefallen.
>>
>> Brauchst Du aber nicht, so die Sonne ihren Job gut macht.
>> Und das tut sie sogar in Deutschland recht hᅵufig.
>
> Obwohl der Platz, an dem die Dame steht, ziemlich schattig ist, ist sie
> sehr stark beleuchtet. Der Kontrast ist doch offensichtlich. Also
> irgendeine zusᅵtzliche Lichtquelle muss da gewesen sein. Wieso aber
> witft sie dann keinen Schatten?
Tut sie doch ... aber man sieht ihn nicht. *SNCR* Du hast aber
vollkommen recht: Die Lichtverhᅵltnisse sind inkonsistent. Das
Modell wird augenscheinlich anders angeleuchtet als die Umgebung.
Wenn der Fotograf das Modell auf 12 Uhr vor sich hat, so wᅵrden
die Klᅵtzchen aus 5 Uhr von der Sonne angestrahlt, das Modell
aber aus 7 Uhr? So sah das fᅵr mich zumindest aus.
Ich tendiere auch immer mehr zur Auffassung dass es sich um eine
Montage/Manipulation handelt.
MfG
Uwe Borchert
Uwe Borchert schrieb unmd muss sich selber korrigieren:
> Tut sie doch ... aber man sieht ihn nicht. *SNCR* Du hast aber
> vollkommen recht: Die Lichtverhᅵltnisse sind inkonsistent. Das
> Modell wird augenscheinlich anders angeleuchtet als die Umgebung.
>
> Wenn der Fotograf das Modell auf 12 Uhr vor sich hat, so wᅵrden
> die Klᅵtzchen aus 5 Uhr von der Sonne angestrahlt, das Modell
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
> aber aus 7 Uhr? So sah das fᅵr mich zumindest aus.
Genau da habe ich mich u.U. getᅵuscht. Ein Scheinwerfer (oder
Blitz?) einige zehn cm links vom Fotograf kᅵnnte da das Rᅵtzel
lᅵsen. Dann wᅵre der Schatten auch fast genau hinter dem Model
und deshalb nicht zu sehen.
MfG
Uwe Borchert
Offenbar, sonst haette er das nicht gemacht. Und das Denkmal,
zumindest der Teil, der in dem Bild zu sehen ist, spricht auch nicht
fuer sich selbst, sodass ich mir ohne das Wissen, dass das dort
geschossen wurde, auch nichts dabei denke. Ist halt abstrakte Kunst.
Da sollte es nicht verwundern, dass viele Leute nichts Konkretes damit
verbinden.
- anton
--
M. Anton Ertl Some things have to be seen to be believed
an...@mips.complang.tuwien.ac.at Most things have to be believed to be seen
http://www.complang.tuwien.ac.at/anton/home.html
>> blᅵdes Gesicht macht ist weit vom Professionalismus entfernt. Genau
> ^^^^^^^^^^^^^^
> ...
> Diese Art von Gesichtsausdruck habe ich aber irgendwo schon mal
> gesehen? Es war mindestens ein Cover (2009) des deutschen Playboys
Der ist allerdings kein Maᅵstab - ein blᅵder Gesichtsausdruck ist mehr
noch als reichlich Silikon Grundvoraussetzung fᅵr jedes Playboy-Model.
Gruᅵ Sevo
Sevo Stille schrieb:
Soll ich das als Bestᅵtigung meiner Auffassung der Play-Bock-Bilder
auffassen? Ist der Trend real zu beobachten?
MfG
Uwe Borchert
> Soll ich das als Bestᅵtigung meiner Auffassung der Play-Bock-Bilder
> auffassen? Ist der Trend real zu beobachten?
Trend? War das denn jemals anders?
Gruᅵ Sevo
Da war max. ein kleiner Spot im Spiel der verhindert hat, daß die
Seiten der Stelen mitbeleuchtet wurden.
Wenn man die richtige Dosierung Blitz/Umgebungslicht trifft fallen
auch keine nennenswerten Schatten.
Die fallen nur auf, wenn die Umgebung deutlich dunkler ist als das
Hauptmotiv.
Der knallharte Schatten zeigt, wie nah das Licht neben der Kamera war:
sehr nah.
Daher auch die grauenvolle und eher Lichtcharakteristik - wie vom
rasenden Bildreporter einer gleichnamigen Zeitung.
Fotografisch gesehen ist aber das Bild mit dem Mann, der sich gegen
eine der Stelen lehnt sehr gut - finde ich: formal, licht- und
farbmäßig.
Allerdings halte ich, wie gesagt, die Nutzung eines solchen Mahnmals
für ausgesprochen unangebracht. Das hat mit Tabuisierung des Thema
nichts zu tun - man negiert so schlicht eine Bedeutung, die man klaren
Geistes einfach nicht negieren kann.
Das ist keine Dekoration! Es auf eine Solche zu reduzieren stellt ein
intellektuelles und stilistisches Armutszeugnis dar.
KE
Sevo Stille schrieb:
Das war jetzt aber ein Allgemeinplᅵtzchen. *HAPPS* Ich kenne den
Playboy nicht richtig, ich habe mir nur das Cover der US-Ausgabe
wegen Marge Simpson genauer angesehen und dann ein paar weitere
Ausgaben sowie die passende Schrift fᅵrs Logo auf die Festplatte
geschaufelt um auch diese nachbasteln zu kᅵnnen. Aber einen guten
ᅵberblick ᅵber das gesamte Schaffen habe ich nicht.
Fᅵr mich sieht das Bild im Denkmal so aus wie der stᅵmperhafte
Versuch minderwertiges Foto-Design von Playboy nachzubauen. Da
wollte ich nur mal wissen ob andere Betrachter ebenfalls diesen
Eindruck haben oder ob ich mich da tᅵusche. ;-)=)
MfG
Uwe Borchert
Warst du mal da? Das ist eine der besten Dokumentationen, die ich kenne. Man
muss nur ein Stockwerk tiefer gehen. Und das Mahnmal selbst muss die Information
nicht ᅵbertragen. Es muss dem Gedenken einen angemessenen Raum geben.
>
>>> Da lobe ich mir die robuste und effiziente Kunst der Stolpersteine. Aber
>>> die wird auch in erster Linie von Spenden finanziert und lebt von
>>> Kleingeld.
>> Es gab ja keine Entscheidung "entweder die Stolpersteine oder das
>> Eisenman-Mahnmal", es ist also keine "entweder oder"-Geschichte, sondern
>> etwas vᅵllig anderes.
>
> Richtig! Es ist preiswert und funktioniert. Also genau das
> Gegenteil des groᅵen Denkmals.
>
>> Die Bundesrepublik bzw. der Bundestag als
>> Volksvertretung hat beschlossen, an die Greueltaten der Nazis mit einer
>> zentralen Gedenkstᅵtte zu erinnern. Dazu wurde ein Wettbewerb
>> ausgeschrieben, in dem sich der Eisenman-Entwurf durchgesetzt hat.
>
> Wobei hier die Frage ist: War der Ansatz der zentralen Gedenkstᅵtte
> falsch oder die Auswahl der Vorschlᅵge. Ich tendiere bereits dazu
> eine zentrale Gedenkstᅵtte als eher ungeeignet zu betrachten.
Die Gefahr einer zentralen Gedenkstᅵtte gibt es ja gar nicht. Die Deutschen
haben schon von 1933 bis 1945 unzᅵhlige Gedenkstᅵtten geschaffen, in ganz
Europa. (Jeder kann ᅵberlegen, wie weit er fahren oder auch nur gehen muss, um
zum nᅵchsten Ort nationalsozialistischer Verbrechen zu kommen, der heute noch
sichtbaren Mahnmalcharakter hat. Bei mir ist das ein knapper Kilometer, der
nᅵchste Stolperstein ist keine 100m weg.) Aber dass man diesem Teil unserer
Geschichte einen prominenten Ort in der Hauptstadt bietet, halte ich fᅵr
unabdingbar.
Ich war anfangs auch skeptisch, als ich die Entwᅵrfe sah, aber als ich dort war,
fand ich, dass das gut funktioniert, der Ort sehr gut passt und das
Dokumentationszentrum eine hervorragende Arbeit macht. Weil es einerseits
sachlich und objektiv ist und andererseits den persᅵnlichen Zeugnissen mehr Raum
gibt. Eine Zahl von 5-6 Millionen Opfern wird immer unvorstellbar bleiben, aber
wenn man einigen ein Gesicht gibt, ihre Geschichte erzᅵhlt und ihre Briefe
zeigt, kommt man aus dieser Abstraktionsfalle heraus.
>
>> Ich habe mir das auch schon "in echt" angeschaut und finde, dass das als
>> Mahnmal durchaus funktioniert - vor allem auch deshalb, weil es eben
>> Menschen anzieht. Auch wenn es in der Tat von Amateurfotografen gerne
>> verwurstet wird. Und die Diskussion, wie man sich denn korrekt am
>> Mahnmal zu verhalten hat, wurde ja auch schon mehrfach gefᅵhrt (und
>> vorgefᅵhrt) ... .
Ja, finde ich auch.
>
> Das richtige Verhalten ist eine andere Geschichte. Aber das
> Verhalten wird auch durch das Werk beeinflusst. Unter dem Ansatz
> das Kunst von Kᅵnden kommt (ist aber umstritten) ist dieses
> Denkmal nach aktuellem Anschein eine Fehlinvestition. Ja, ich
> weiᅵ ... der Eiffelturm in Paris war ja auch umstritten.
>
Wir kommen weder im Kunstbegriff noch in der Meinung ᅵber das Mahnmal ᅵberein.;)
Wenn du ein unpassendes Mahnmal sehen mᅵchtest, dann guck dir doch mal
Buchenwald an. Faschistische Architektur zum Gedenken an Naziverbrechen. Das ist
echt verstᅵrend.
fg,
Christian
> > Die Dame ist dilettantisch ausgeleuchtet, sie steht dilettantisch da -
> > weder Fotograf noch Modell sind Profis.
> > Das Foto ist gruselig.
>
> Da muss ich zustimmen. Aber das ist subjektives Empfinden.
>
>
Nicht ganz - es gibt ungeschriebene Regeln in der Modefotografie.
Eine davon ist, auf keinen Fall mit derart durchgedrückten Beinen zu
stehen, wenn dadurch die Knie aussehen wie die eines Fußballers -
schau doch mal genau hin!
> Kann es sein, das dies der misslungene Versuch war
> diesen Stil (existiert der überhaupt oder hatte ich da nur ein
> Einzelausreißer?) nachzumachen?
>
Es gibt immer wieder Ansätze, tradierte Normen und Stile zu brechen.
Und das ist auch gut so.
Damit hat nicht erst Newton angefangen.
Sowas sollte aber gekonnt gemacht werden - wobei Newton ein gutes
Beispiel ist. Da gibt´s auch Models mit durchgedrückten Beinen - da
aber passt es!
Auch laChapelle bricht mit Normen - aber er macht das auf seine Art
ebenso kongenial wie Newton das tat.
Die Genzen sind schmal - sehr schmal.
> > Zumal die Klamotte auch noch übelst sitzt. Wer das als Fotograf nicht
> > sieht und wer sowas als Redakteur dem Fotografen nicht um die Ohren
> > haut ist im falschen Metier.
>
> *SNCR* Du verstehst einfach nicht was heute gefragt wird! *LOL*
Doch - ich fürchte schon . . . :-) - und es freut mich nicht, daß die
Leute immer weniger in der Lage sind, genau hinzusehen. Aber es gibt
ja auch Andere, die sowohl aktuell oder "modern" als auch sehr gut
sind. Und die sehr genau wissen was sie tun, weil sie sehr gut sehen
können.
> Aber zurück zur ernsthaften Diskussion: Ist es möglich dass dieser
> Gesichtausdruck in Mode kommt oder schon gekommen ist? Dann wäre
> das einfach nur eine drittklassige Imitation eines zweitklassigen
> Stils. ;-)=)
Es kommt da immer auf Feinheiten an - ich laste das nichtmal dem
Modell an und auch nicht dem Fotografen sondern der-/demjenigen, der
das Foto unter ganz sicher sehr vielen anderen Fotos ausgesucht hat.
Da waren ganz sicher Bessere dabei - es gibt aber Redakteure die
meinen, sie seien kreativer als der Fotograf und entscheiden dann
schonmal gelinde gesagt unverständlich wenn sie ein "besonders
abgefahrenes" Bild auswählen bzw. Eines, das sie dafür halten weil es
ihnen darum geht, damit aufzufallen. Egal, um welchen Preis.
Um es klarzustellen: das ist meine individuelle Meinung.
KE
> gibt. Eine Zahl von 5-6 Millionen Opfern wird immer unvorstellbar bleiben, aber
> wenn man einigen ein Gesicht gibt, ihre Geschichte erzählt und ihre Briefe
> zeigt, kommt man aus dieser Abstraktionsfalle heraus.
Das ist ja auch z. B. die Aufgabe "berichtender" Fotografie. Es ist
unmöglich, alles zu fotografieren und zu zeigen was wichtig ist.
Also muß man wirklich sorgfältig selektieren, welches Motiv aus der
"Abstraktionsfalle" des Unübersichtlchen weil zu Häufigen führt, das
uns Einzelschicksale nicht mehr wahrnehmen lässt.
Die Welt BESTEHT aus Einzelschicksalen.
Das, was Blödzeitung und Sensationsmedien aus auflagen-/
einschaltquotensteigernder Sensationsgeilheit machen - und womit sie
eine zunehmende Sensationsgeilheit des Publikums fördern - machen
besonnene und klar denkende Foto-Journalisten sensibel und reduziert.
Und berühren so viel tiefer.
Denn die sensationsgeilen Aufmacher der einschlägigen Presse ebenso
wie einiger Privatsender sind nicht im Entferntesten dazu gedacht
wirklich zu berühren - das ist reines Geschäft.
Das Mahnmal ist m. E. in seiner Konzeption eine wie ich finde sehr
gekonnte, sehr ruhige und treffende visuelle Geste gepaart mit tief
berührender Information.
Es auf eine Hintergrunddekoration zu reduzieren ist einfach nur
peinlich.
KE
> Genau da habe ich mich u.U. getᅵuscht. Ein Scheinwerfer (oder
> Blitz?) einige zehn cm links vom Fotograf kᅵnnte da das Rᅵtzel
> lᅵsen. Dann wᅵre der Schatten auch fast genau hinter dem Model
> und deshalb nicht zu sehen.
Nur eine Lichtquelle in praktisch unendlicher Entfernung (die Sonne)
produziert einen Schatten, der gleich schmal wie das Objekt ist und
somit vom Objekt verdeckt werden kann.
Eine Lichtquelle in kurzer Entfernung produziert immer einen Schatten,
der _breiter_ ist als das angeleuchtete Objekt. Der Schatten msste also
sichtbar sein.
Prinzipiell schon - in der Theorie. Es kommt aber auch auf den
Abstand des Objekts von seinem Hintergrund an und auf die Gewichtung
Objektlicht/Hintergrundhelligkeit. Zudem wird das Sonnenlicht ja durch
die Atmosphäre und durch Reflexionen vom Boden oder aus der Umgebung
"aufgeweicht", also gestreut bzw. aufgehellt - die Schatten sind dann
zwar scharf, aber nicht unbedingt tief.
Uwe liegt da schon im Ansatz nicht ganz falsch: wenn Du ein "spitzes"
Licht sehr dicht neben das Objektiv hälst und in der Gewichtung von
Spitzlicht zum Hintergrundlicht das HG-Licht nicht deutlich dunkler
ist wirst Du keinen Schatten sehen, bzw. ihn nicht wahrnehmen.
KE
Es reicht, wenn die Lichtquelle mindestens genauso weit weg ist wie
die Kamera, damit das Objekt den Schatten verdeckt (der verdeckte
Bereich ist naemlich auch breiter als das Objekt). Allerdings gibt's
bei ueblichen Blitzen immer noch Schatten, weil die einen Abstand zur
Linse haben.
Beim konkreten Foto
<http://cache.gawker.com/assets/images/jezebel/2009/11/holocaustshoot112009.jpg>
wuerde ich eine Aufhellung des Bodens durch den Blitz zumindest in der
Naehe der Fuesse erwarten, und dann sollte dort auch ein Schatten
sichtbar sein (bei den Steinen neben dem Model mag ein Lichtformer
schon den Blitz abgeschattet haben, und weiter hinten hat er nicht
mehr viel bewirkt).
Weiters wuerde ich mir einen Schatten durch die Sonne etwas links vom
Model erwarten (die Sonne kam ein bisschen von rechts).
Meine Vermutung ist, dass das eine Fotomontage eines Bilds von dem
Denkmal ohne Leute bei Sonnenschein einerseits und einem Studiobild
des Models andererseits ist.
Anton Ertl schrieb:
> "Greg N." <yodel...@yahoo.com> writes:
>> Nur eine Lichtquelle in praktisch unendlicher Entfernung (die Sonne)
>> produziert einen Schatten, der gleich schmal wie das Objekt ist und
>> somit vom Objekt verdeckt werden kann.
>>
>> Eine Lichtquelle in kurzer Entfernung produziert immer einen Schatten,
>> der _breiter_ ist als das angeleuchtete Objekt. Der Schatten msste also
>> sichtbar sein.
>
> Es reicht, wenn die Lichtquelle mindestens genauso weit weg ist wie
> die Kamera, damit das Objekt den Schatten verdeckt (der verdeckte
> Bereich ist naemlich auch breiter als das Objekt).
Ich wᅵrde auf eine Position vom Blitz hinter der Kamera tippen.
> Beim konkreten Foto
> <http://cache.gawker.com/assets/images/jezebel/2009/11/holocaustshoot112009.jpg>
> wuerde ich eine Aufhellung des Bodens durch den Blitz zumindest in der
> Naehe der Fuesse erwarten, ...
Das ist aber zu sehen. Der Schatten den die hinteren Klᅵtzchen
im Sonnenlicht werfen ist beim Modell nicht zu sehen. Vielleicht
war der Blitz sehr gut eingestellt und hat nur extrem dezent
aufgehellt?
> ... und dann sollte dort auch ein Schatten
> sichtbar sein (bei den Steinen neben dem Model mag ein Lichtformer
> schon den Blitz abgeschattet haben, und weiter hinten hat er nicht
> mehr viel bewirkt).
Auch diesen Schatten kann man durchaus erkennen. Schau Dir die
Helligkeit der Fugen genauer an. Diese ist direkt hinter dem
Modell etwas geringer als sonst.
> Weiters wuerde ich mir einen Schatten durch die Sonne etwas links vom
> Model erwarten (die Sonne kam ein bisschen von rechts).
Das kann ich aus dem Bild nicht rauslesen. Es kommt etwas Licht
von leicht links auf das Modell und vmtl. die vorderen Klᅵtzchen
auf der linken Seite. Das kᅵnnte der Blitz sein.
> Meine Vermutung ist, dass das eine Fotomontage eines Bilds von dem
> Denkmal ohne Leute bei Sonnenschein einerseits und einem Studiobild
> des Models andererseits ist.
Dann wᅵre es eine sehr gute Arbeit. Schau mal auf die Klᅵtzchen
in hᅵhe der hochgestreckten ᅵrmchen. Da siehst Du ganz leicht
den Farbton der Haut als indirekte Spiegelung.
Und jetzt mal von der organisatorischen Seite betrachtet: Der
Fotograf hat doch sehr viel Zeit dort seine Ausrᅵstung aufzubauen
und die Beleuchtung einzurichten. Kommt der Wachmann vorbei sieht
dieser erst mal einen Fotografen der das Mahnmal abfotografiert.
Dann schaut der Assistent sich kurz um und wenn weder der Wachmann
noch Touristen da sind pfeift er die Modelle herbei. Im Zeitalter
von Mobiltelefonen und SMS ist das wirklich kein Hexenwerk.
MfG
Uwe Borchert
Greg N. schrieb:
> Uwe Borchert wrote:
>
>> Genau da habe ich mich u.U. getᅵuscht. Ein Scheinwerfer (oder
>> Blitz?) einige zehn cm links vom Fotograf kᅵnnte da das Rᅵtzel
>> lᅵsen. Dann wᅵre der Schatten auch fast genau hinter dem Model
>> und deshalb nicht zu sehen.
>
> Nur eine Lichtquelle in praktisch unendlicher Entfernung (die Sonne)
> produziert einen Schatten, der gleich schmal wie das Objekt ist und
> somit vom Objekt verdeckt werden kann.
Mach die Lichtquelle breiter als das Objekt und der unscharfe
Randschatten wird so weich, dass er nicht erkennbar wird. Und
der erkennbare Kernschatten wird dann sehr schmal. Bereits bei
der Verwendung von zwei Blitzen in einem Meter Anstand sollte
man nahe an dieses Ideal rankommen.
> Eine Lichtquelle in kurzer Entfernung produziert immer einen Schatten,
> der _breiter_ ist als das angeleuchtete Objekt. Der Schatten msste also
> sichtbar sein.
Nur dann wenn der Schatten auch auf eine Flᅵche fᅵllt. Und da
hast Du im Bild nur den Boden wo er drauf fallen kᅵnnte. Und
nun schau mal genauer auf das vordere Beinchen der Kleinen und
den dahinter liegenden Boden, besonders auf die Helligkeit der
Fugen im Vergleich zu der Helligkeit der restlichen Fugen.
MfG
Uwe Borchert
klausesser schrieb:
> On 22 Nov., 11:46, Uwe Borchert <uwe.borch...@gmx.de> wrote:
>
>>> Die Dame ist dilettantisch ausgeleuchtet, sie steht dilettantisch da -
>>> weder Fotograf noch Modell sind Profis.
>>> Das Foto ist gruselig.
>> Da muss ich zustimmen. Aber das ist subjektives Empfinden.
>
> Nicht ganz - es gibt ungeschriebene Regeln in der Modefotografie.
> Eine davon ist, auf keinen Fall mit derart durchgedrᅵckten Beinen zu
> stehen, wenn dadurch die Knie aussehen wie die eines Fuᅵballers -
> schau doch mal genau hin!
Es ist subjektives Empfinden und Geschmackssache ob Mann/Frau
auf krᅵftige Beine oder dᅵrre Beinchen steht. Ich kann Deinen
Einwand nachvollziehen empfinde aber anders: Dᅵrre ᅵrmchen,
doofes Gesicht, aber wenigsten solide Beine. Eins von Drei
ist aber auch noch zu schlecht.
>> Kann es sein, das dies der misslungene Versuch war
>> diesen Stil (existiert der ᅵberhaupt oder hatte ich da nur ein
>> Einzelausreiᅵer?) nachzumachen?
>
> Es gibt immer wieder Ansᅵtze, tradierte Normen und Stile zu brechen.
> Und das ist auch gut so.
Es ist eine Notwendigkeit um den geᅵnderten Randbedingungen
den Tribut zu zollen.
...[...]...
>> Aber zurᅵck zur ernsthaften Diskussion: Ist es mᅵglich dass dieser
>> Gesichtausdruck in Mode kommt oder schon gekommen ist? Dann wᅵre
>> das einfach nur eine drittklassige Imitation eines zweitklassigen
>> Stils. ;-)=)
>
> Es kommt da immer auf Feinheiten an - ich laste das nichtmal dem
> Modell an und auch nicht dem Fotografen sondern der-/demjenigen, der
> das Foto unter ganz sicher sehr vielen anderen Fotos ausgesucht hat.
Und hat dieser versucht ein Foto nach Playbock-Kriterien zu
selektieren? Eigentlich wollte ich bzgl. des Gesichtsausdrucks
da Hinweise haben.
> Da waren ganz sicher Bessere dabei - es gibt aber Redakteure die
> meinen, sie seien kreativer als der Fotograf und entscheiden dann
> schonmal gelinde gesagt unverstᅵndlich wenn sie ein "besonders
> abgefahrenes" Bild auswᅵhlen bzw. Eines, das sie dafᅵr halten weil es
> ihnen darum geht, damit aufzufallen. Egal, um welchen Preis.
Je neidriger das Ausbildungsniveau im visuellen Bereich, desto
schrᅵger wird die Auswahl bei solchen Dingen grundsᅵtzlich. Ich
kenne diese Problematik aus dem Bereich Grafik, dazu noch mit
dem Schwerpunkt Technik. Und da bin ich gelegentlich mehr als
nur fassungslos welche Grafiken da genommen werden.
Mein Standardspruch in diesen Situationen: ,,Bitte heben Sie
sich ihre Kreativitᅵt fᅵrs Finanzamt und andere Behᅵrden auf.
Aber hier ist Diese Fehl am Platz.'' wird mir leider immer
wieder negativ angekreidet. :-(
MfG
Uwe Borchert
> Dann wᅵre es eine sehr gute Arbeit.
Das sehe ich anders. Die Dame, ein Objekt mit ausschlieᅵlich harten
Kanten, macht das Freistellen einfach. Sie ist zwar hell, aber diffus
ausgeleuchtet. Der Hintergrund ist dunkel, aber in ebenso diffusem
Licht. Unterschiedliche Lichtquellen sind somit nicht zu erkennen. Das
Ganze ist sehr einfach zu montieren.
> Schau mal auf die Klᅵtzchen
> in hᅵhe der hochgestreckten ᅵrmchen. Da siehst Du ganz leicht
> den Farbton der Haut als indirekte Spiegelung.
Hab ich gesehen. Die "Spiegelungen" sind vornehmlich auf den Stelen
_hinter_ der Dame. Entweder sind das keine Spiegelungen, oder der
Monteur hat das so gemacht, und dann ist es jᅵmmerlich falsch. Die Dame
kann sich nach der Logik der Trigonometrie den Stelen hinter ihr nicht
spiegeln, sondern nur vor ihr - an den Stelen etwa auf halbem Wege
zwischen Kamera und ihr.
> Obwohl der Platz, an dem die Dame steht, ziemlich schattig ist, ist sie
> sehr stark beleuchtet. Der Kontrast ist doch offensichtlich. Also
> irgendeine zusᅵtzliche Lichtquelle muss da gewesen sein. Wieso aber
> witft sie dann keinen Schatten?
Im Bereich der Waden sind Schatten zu sehen, ganz frontal wurde demnach
nicht aufgeblitzt. Der Schatten ist relativ hart, bekommt man mit einem
entfesselten Aufsteckblitz problemlos hin. Die Lichter im Hintergrund
fressen bereits deutlich aus, also war der Beleuchtungskontrast sicher
nicht so hoch. Je mehr Struktur z.B. der Himmel im Hintergrund haben
soll, desto stᅵrker muss die Blitzleistung sein, irgendwann reicht dann
ein Aufsteckgerᅵt nicht mehr aus...
Ein Schatten mᅵsste am Boden eigentlich zu sehen sein, den kann man aber
problemlos wegstempeln. Reinmontieren geht bei dem Motiv allerdings auch
ziemlich einfach, die Haare sind hier freistelltechnisch kein Problem,
aufwendiger sind dann offene Frisuren incl. Wind und so...
LG
Frank
Es scheinen hier haupts�chlich diejenigen das Mahnmal als ungelungen zu
empfinden, die noch nie dort waren.
>
> Es auf eine Hintergrunddekoration zu reduzieren ist einfach nur
> peinlich.
>
Als ich da war, liefen auch ein paar dieser bekloppten Knipser dort rum, die
sich mit ihren formal�sthetischen Spielereien besch�ftigten. Und der Ort hat
trotzdem funktioniert f�r mich. Ich sage nicht, das man dort generell nicht
fotografieren sollte, aber dein "Deko"-Begriff trifft es schon recht gut.
Der Drang zur �sthetisierung ist oft kontraproduktiv, wie ich hier z.B. auch finde:
http://www.thijsheslenfeld.com/frame.php?itemId=416
Wobei ich damit den Autor weder als Mensch noch als Fotograf kritisieren will.
Christian
> Sie ist zwar hell, aber diffus
> ausgeleuchtet. Der Hintergrund ist dunkel, aber in ebenso diffusem
> Licht. Unterschiedliche Lichtquellen sind somit nicht zu erkennen. Das
> Ganze ist sehr einfach zu montieren.
Die Dame ist knallhart angeblitzt - also keinesfalls diffus
beleuchtet. Das Licht war sehr dicht leicht oberhalb seitlich neben
der Kamera (sieht man an dem
Schatten des Saumes auf dem Bein und unter dem Kinn).
Der HG ist durch das Umgebungslicht - und daher natürlich diffus -
ausgeleuchtet.
Das ist m. E. keine Montage. Das Aufhellicht von vorn ist lediglich in
der Intensität nur ganz leicht heller als das Umgebungslicht und dabei
fokussiert - daher entstehen keine deutlich sichtbaren Schatten hinter
und auch kein bzw. sehr wenig Licht auf den Stelen neben dem Modell.
KE
klausesser schrieb:
> On 23 Nov., 01:24, "Greg N." <yodel_do...@yahoo.com> wrote:
>
>> Sie ist zwar hell, aber diffus
>> ausgeleuchtet. Der Hintergrund ist dunkel, aber in ebenso diffusem
>> Licht. Unterschiedliche Lichtquellen sind somit nicht zu erkennen. Das
>> Ganze ist sehr einfach zu montieren.
>
> Die Dame ist knallhart angeblitzt - also keinesfalls diffus
> beleuchtet. Das Licht war sehr dicht leicht oberhalb seitlich neben
^links
> der Kamera (sieht man an dem
> Schatten des Saumes auf dem Bein und unter dem Kinn).
> Der HG ist durch das Umgebungslicht - und daher natᅵrlich diffus -
> ausgeleuchtet.
Ausnahme sind die Klᅵtzchen links vorne, daher die Schatten
auf diesen Klᅵtzchen?
> Das ist m. E. keine Montage. Das Aufhellicht von vorn ist lediglich in
> der Intensitᅵt nur ganz leicht heller als das Umgebungslicht und dabei
> fokussiert - daher entstehen keine deutlich sichtbaren Schatten hinter
> und auch kein bzw. sehr wenig Licht auf den Stelen neben dem Modell.
Genau das ,,fokusiert'' scheint wichtig zu sein. Das gibt als
Resultat dann auch die etwas inkonsistent erscheinenden Licht-
verhᅵltnisse. Diese ergeben dann den Eindruck einer Montage.
Ich bleibe dabei: Im Zeitalter der SMS war es Null Problem die
Modelle zum passenden Zeitpunkt zur aufgebauten Fotoausrᅵstung
zu pfeiffen, kurz zu knipsen und dann wieder abmarschieren zu
lassen. Der Aufwand ist vmtl. auch nicht geringer als bei einer
richtig durchgefᅵhrten Montage am Rechner.
MfG
Uwe Borchert
Sehe ich nicht. Der Boden ist im Vordergrund nicht heller als hinten.
>Der Schatten den die hinteren Kl�tzchen
>im Sonnenlicht werfen ist beim Modell nicht zu sehen.
Von welchem Schatten redest Du?
>Vielleicht
>war der Blitz sehr gut eingestellt und hat nur extrem dezent
>aufgehellt?
Beim Model war der Blitz die dominierende Lichtquelle, wie man an den
sehr dunklen Schatten an den Beinen (vom Kleid bzw. dem anderen Bein)
und unter dem Kinn erkennen kann. Da war nichts mit Aufhellen, das
war alles der Blitz.
Bei der Umgebung sehe ich dagegen ueberhaupt nichts vom Blitz.
>> ... und dann sollte dort auch ein Schatten
>> sichtbar sein (bei den Steinen neben dem Model mag ein Lichtformer
>> schon den Blitz abgeschattet haben, und weiter hinten hat er nicht
>> mehr viel bewirkt).
>
>Auch diesen Schatten kann man durchaus erkennen. Schau Dir die
>Helligkeit der Fugen genauer an. Diese ist direkt hinter dem
>Modell etwas geringer als sonst.
Das sehe ich auch nicht. Am ehesten noch, dass die Pflastersteine
hinter dem linken Fuss des Models etwas dunkler sind.
>> Weiters wuerde ich mir einen Schatten durch die Sonne etwas links vom
>> Model erwarten (die Sonne kam ein bisschen von rechts).
>
>Das kann ich aus dem Bild nicht rauslesen.
Auf den Steinen links sieht man Licht und Schatten, und ich
interpretiere das als Resultat von Sonnenschein. Warum? 1) Die
Helligkeit des Lichtstreifens auf den hinteren Steinen ist aehnlich
hoch wie bei den vorderen, was ich bei Blitz nicht erwarten wuerde.
2) Die hinteren Lichtstreifen sind aehnlich breit wie die vorderen;
bei Blitz wuerde ich erwarten, dass die vorderen Lichtstreifen
deutlich breiter sind.
>> Meine Vermutung ist, dass das eine Fotomontage eines Bilds von dem
>> Denkmal ohne Leute bei Sonnenschein einerseits und einem Studiobild
>> des Models andererseits ist.
>
>Dann w�re es eine sehr gute Arbeit. Schau mal auf die Kl�tzchen
>in h�he der hochgestreckten �rmchen. Da siehst Du ganz leicht
>den Farbton der Haut als indirekte Spiegelung.
Nur sehen wir auf dieser Seite keine Steine, die naeher sind als das
Model. Was da gespiegelt wurde, war also ganz sicher nicht das Model,
ob sie jetzt dort war oder nicht.
Anton Ertl schrieb:
> Uwe Borchert <uwe.bo...@gmx.de> writes:
<http://cache.gawker.com/assets/images/jezebel/2009/11/holocaustshoot112009.jpg>
...[...]...
>>> wuerde ich eine Aufhellung des Bodens durch den Blitz zumindest in der
>>> Naehe der Fuesse erwarten, ...
>> Das ist aber zu sehen.
>
> Sehe ich nicht. Der Boden ist im Vordergrund nicht heller als hinten.
Die Schatten der Klᅵtzchen sieht man hinten ganz gut, aber vorne sind
diese weg. Das meinte ich.
>> Der Schatten den die hinteren Klᅵtzchen
>> im Sonnenlicht werfen ist beim Modell nicht zu sehen.
>
> Von welchem Schatten redest Du?
Die Schatten der Klᅵtzchen auf den Weg mit den Betonsteinen. Da hast
Du immer vom linken und rechten Klᅵtzchen einen Schatten auf dem Weg.
Schau mal genauer hin.
>> Vielleicht
>> war der Blitz sehr gut eingestellt und hat nur extrem dezent
>> aufgehellt?
>
> Beim Model war der Blitz die dominierende Lichtquelle, wie man an den
> sehr dunklen Schatten an den Beinen (vom Kleid bzw. dem anderen Bein)
> und unter dem Kinn erkennen kann. Da war nichts mit Aufhellen, das
> war alles der Blitz.
>
> Bei der Umgebung sehe ich dagegen ueberhaupt nichts vom Blitz.
Und vorne links die Klᅵtzchen? Die sind anders Belichtet als der
Rest der Klᅵtzchen.
>>> ... und dann sollte dort auch ein Schatten
>>> sichtbar sein (bei den Steinen neben dem Model mag ein Lichtformer
>>> schon den Blitz abgeschattet haben, und weiter hinten hat er nicht
>>> mehr viel bewirkt).
>> Auch diesen Schatten kann man durchaus erkennen. Schau Dir die
>> Helligkeit der Fugen genauer an. Diese ist direkt hinter dem
>> Modell etwas geringer als sonst.
>
> Das sehe ich auch nicht. Am ehesten noch, dass die Pflastersteine
> hinter dem linken Fuss des Models etwas dunkler sind.
Genau! Na endlich! Und jetzt gehe mal dieser Linie und der rechten
Nachbarlinie von vorne bis hinten nach. Das Modell wirft durchaus
einen Schatten.
>>> Weiters wuerde ich mir einen Schatten durch die Sonne etwas links vom
>>> Model erwarten (die Sonne kam ein bisschen von rechts).
>> Das kann ich aus dem Bild nicht rauslesen.
>
> Auf den Steinen links sieht man Licht und Schatten, und ich
> interpretiere das als Resultat von Sonnenschein. Warum? 1) Die
> Helligkeit des Lichtstreifens auf den hinteren Steinen ist aehnlich
> hoch wie bei den vorderen, was ich bei Blitz nicht erwarten wuerde.
> 2) Die hinteren Lichtstreifen sind aehnlich breit wie die vorderen;
> bei Blitz wuerde ich erwarten, dass die vorderen Lichtstreifen
> deutlich breiter sind.
Der Kontrast auf er linken Seite wird nach hinten wesentlich
geringer.
>>> Meine Vermutung ist, dass das eine Fotomontage eines Bilds von dem
>>> Denkmal ohne Leute bei Sonnenschein einerseits und einem Studiobild
>>> des Models andererseits ist.
>> Dann wᅵre es eine sehr gute Arbeit. Schau mal auf die Klᅵtzchen
>> in hᅵhe der hochgestreckten ᅵrmchen. Da siehst Du ganz leicht
>> den Farbton der Haut als indirekte Spiegelung.
>
> Nur sehen wir auf dieser Seite keine Steine, die naeher sind als das
> Model. Was da gespiegelt wurde, war also ganz sicher nicht das Model,
> ob sie jetzt dort war oder nicht.
Ich meinte diffuses Streulicht: Reflektionen hᅵherer Ordnung.
Das sollte aber ein bekanntes Phᅵnomen darstellen. Ich bin
jetzt etwas zu faul, aber das kann man mit weiᅵen Platten und
einem farbigen Kᅵrper durchaus mal nachvollziehen. Deine
Vorstellung hᅵngt noch am idealen Spiegel fest. Ich denke an
eine matte, eher fraktale (zB kristalline) Oberflᅵche zwischen
Spiegel und Schwarzkᅵrper. Helle (spez. weiᅵe) Rauhfasertapeten
sollte auch in diese Rubrik fallen
MfG
Uwe Borchert
...du arme Socke hast so viel Ahnung von inneren Bildern
wie eine Kuh vom Uhrweg.
Dafür, dass du überhaupt eine Lebensberechtigung hast
solltest du vor Dankbarkeit den ganzen Tag auf Knien
demütig den Menschen huldigen, denen du ständig und
fortlaufend deine Missachtung und Verachtung zeigst.
Du bist kein Mensch, du bist ein zu einem willenlosen
verkommenen Gerät mutiert, kurz eine arme Sau...
gruß fluuu
"Innere Bilder " sind ja nicht das Problem, fluuu!
Das Problem ist sie so zu visualisieren, daß Andere sie sehen können.
Vereinfacht gesagt: Du mußt die inneren Bilder fotografieren um sie
Anderen zeigen zu können. Kannst sie aber ja auch nur für tDich und in
Dir selbst behalten - das ist dann aber nicht Fotografie. Und es ist
auch nicht "Kunst" - die Kunst besteht darin, diese Bilder und andere
Visionen anderen zu vermitteln.
Fotografie bedeutet, innere Bilder, Visionen "nach Außen" zu tragen -
auch bei journalistischer Fotografie ist das so, denn auch
Bildjournalisten sehen je erstmal und haben Ideen, bevor sie
fotografieren und wählen den entsprechenden Ausschnitt.
Um aber "innere Bilder" fotografieren zu können muß man sie erstmal in
"äußere Bilder" umsetzen - man muß also erstmal etwas "herstellen" das
man dann fotografieren kann.
Dieses "Herstellen" nennt man "Gestaltung" (etwas eine "Gestalt"
verleihen). Dieses "Herstellen" kann bedeuten a) ein Motiv zu finden,
das den "inneren Bildern" bzw. Visionen entspricht oder dem nahekommt
- oder es kann ein "Herstellen" im Wortsinn bedeuten: den Aufbau der
"Szene", die man erstmal "nur" in seinem Kopf hat.
Das geschieht z. B. bei Filmen so - aber natürlich kann man das auch
in der Fotografie so machen. Wenn man es denn kann.
Es gibt ja Foto-Künstler, die ganze Environments aufbauen um sie dann
zu fotografieren - oder die hunderte von Menschen so anordnen wie sie
das für ihr Motiv, ihre Vision brauchen.
Das "Herstellen" - also das Umsetzen einer Idee in ein Bild erfordert
ab einem gewissen Anspruch an Qualität und/oder Perfektion - in
ästhetischer wie in technischer Hinsicht - einen mehr oder weniger
großen Aufwand.
Was bedeutet das: es bedeutet, daß GERADE zum Visualisieren von
"inneren Bildern" - zum "Übertragen von Innen nach Außen" -
handwerkliche Qualität entscheidend ist in Hinsicht auf die Ästhetik
und Aussagekraft des Ergebnisses. Handwerkliche Qualität setzt das
Beherrschen von Technik voraus - ebenso, wie "der Komponist" ja auch
erstmal Noten schreiben können und ein oder mehrere Instrumente
beherrschen muß.
KE
>> Nur eine Lichtquelle in praktisch unendlicher Entfernung (die Sonne)
>> produziert einen Schatten, der gleich schmal wie das Objekt ist und
>> somit vom Objekt verdeckt werden kann.
> Mach die Lichtquelle breiter als das Objekt und der unscharfe
> Randschatten wird so weich, dass er nicht erkennbar wird.
Demnach wird man bei der Sonne (einige millionenmal breiter als
so ein Modell --- aber auch viel viel breiter als die Erde ---
nie einen Randschatten sehen koennen.
Dies entspricht nicht so ganz meiner Erfahrung, ich schaetze,
da fehlt noch der Abstand, oder einfacher, der Winkel, den
die Lichtquelle am Ort des Objektes groessenmaessig abdeckt.
-Wolfgang
Wolfgang Weisselberg schrieb:
> Uwe Borchert <uwe.bo...@gmx.de> wrote:
>> Greg N. schrieb:
>
>>> Nur eine Lichtquelle in praktisch unendlicher Entfernung (die Sonne)
>>> produziert einen Schatten, der gleich schmal wie das Objekt ist und
>>> somit vom Objekt verdeckt werden kann.
>
>> Mach die Lichtquelle breiter als das Objekt und der unscharfe
>> Randschatten wird so weich, dass er nicht erkennbar wird.
>
> Demnach wird man bei der Sonne (einige millionenmal breiter als
> so ein Modell --- aber auch viel viel breiter als die Erde ---
> nie einen Randschatten sehen koennen.
ᅵh ... parallerer Einfall der Strahlen? Nix mehr Punktstrahler!
> Dies entspricht nicht so ganz meiner Erfahrung, ich schaetze,
> da fehlt noch der Abstand, oder einfacher, der Winkel, den
> die Lichtquelle am Ort des Objektes groessenmaessig abdeckt.
Ja. Ich hᅵtte gleich damit argumentieren mᅵssen. Die Sonne als
strahlende Flᅵche mit parallel einfallenden Strahlen aus dem
Unendlichen und der Blitz als nichtidealer Punktstrahler gleich
nebenan sind doch verschiedene Dinge.
Zumindestens sieht das Bild fᅵr mich wie eine normale Aufnahme
aus. Ein Blitz links von der Kamera, Modus dezentes Aufhellen,
Sonnenlicht von oben und dazu noch etwas diffus reingestreut.
Es muss nicht immer Montage sein.
MfG
Uwe Borchert