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Mit Gitzo GM 2940 und Leki-Flexspitze vom Einbein zum Wander-Einbein

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Andreas Viehrig

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Nov 20, 2009, 1:40:25 PM11/20/09
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Hallo allerseits,

wie versprochen jetzt also endlich mal die Anleitung, wie man ein Gitzo GM
2940 (Basalt) mit Hilfe einer Leki-Flexspitze zum Wander-Einbein
qualifiziert:

Zutaten:
1 Gitzo GM 2940 (Basalt)
1 Leki-Flexspitze
12 bis 13 cm Gewindestange M6 (Edelstahl)
1 Mutter M6 (Edelstahl)
1 Unterlegscheibe Durchmesser au�en 18 mm / innen 6 mm (Edelstahl)
2-Komponentenkleber (halbflexibel, spaltf�llend, vibrationsfest)
1 Gewindeh�lse (Anleitung folgt)

[F] Warum das Gitzo?
[A] Weil's da ist und weil's pfundig gut ist.

[F] Warum eine Leki-Spitze?
[A] Weil sie da ist und weil sie (fast) die einzige ist, die brauchbar ist.
Man kann das Ding mit ein paar � Neigung fast senkrecht gegen den Fels
stemmen - und es h�lt. Auch im Schmodder ist diese Spitze allen anderen
Stockspitzen �berlegen, f�r Schotter gilt dasselbe.
Und f�r die Benutzung auf'm Parkett im Wohnzimmer gibt's eine passende
Abdeckkappe dazu.

So sieht's dann sp�ter aus:
<http://www.dagrantla.de/photo/gitzo-wander-einbein/1_endprodukt_vor_der_montage.jpg>
<http://www.dagrantla.de/photo/gitzo-wander-einbein/2_halb_montiert.jpg>
<http://www.dagrantla.de/photo/gitzo-wander-einbein/3_fertig_montiert_ohne_kappe.jpg>
<http://www.dagrantla.de/photo/gitzo-wander-einbein/4_fertig_montiert_mit_kappe.jpg>

Vorbereitung:
Das d�nne, untere Element des Gitzo wird herausgel�st. Dazu einfach die
untere Schraubklemmh�lse komplett abschrauben und das ganze untere Element
herausziehen. Bitte merken, wie die Teile zusammengeh�ren.

Den Gummipuffer vom unteren Ende des Gitzo abschrauben. Den braucht man
nicht mehr.

Los geht's:
Vom unteren Ende des kleinen Gitzo-Elements, wo die Plastik-Gewindeh�lse
verklebt ist, 2,5 cm abs�gen (Eisens�ge funktionuckelt). Geht nicht anders,
der Teil mit der verklebten Plastikh�lse geh�rt amputiert.
Achtung: Nicht aufbohren! Damit zerlegt man sich alles. Das Basalt-Element
hat innen eine l�ngslaufende Naht, ca. 2,5 mm breit und ca. 1 mm dick. Da
ist nix mit Bohren.

Man lasse sich aus Alu eine Gewindeh�lse drehen und fr�sen. Ma�e:
<http://www.dagrantla.de/photo/gitzo-wander-einbein/skizze_gewindehuelse.jpg>
Bitte trotzdem nochmal nachmessen.
Die L�ngsnut ist wichtig, denn sonst pa�t die H�lse nicht wg. der
innenliegenden Naht des Gitzo.

Wenn die Werkstatt m�kelt, der Gewindebohrer sei daf�r zu kurz, sollte man
gut zureden, da� sie einen entsprechend langen Bohrer anschaffen. Das
wollen sie vermutlich nicht (die langen Dinger sind exorbitant teuer), aber
dann m�gen sie's bitte mit dem kurzen probieren, auch von der anderen Seite
und ggf. mit einem zweiten Teil usw.

Bei meinem hat's halbwegs gepa�t. Man mu�te die Gewindestange ein paarmal
�ber die Mitte, wo beide Gewindeschnitte zusammentreffen, /dr�berwuchten/,
aber danach war's dann auch damenh�ndetauglich.

Die L�nge sollte IMO jedenfalls nicht beschr�nkt werden. Bei der Benutzung
als Wanderstock werden auch bei hinreichender Achtsamkeit doch immer mal
wieder gr��ere Torsionskr�fte auf den unteren Teil des Einbeins einwirken.
Ist die Gewindeh�lse zu kurz, d�rfte da mal bald was brechen, und das war's
dann.

Als n�chstes schneide man die Gewindestange zurecht, klemme am einem Ende 2
M6-Muttern gegeneinander und schraube das andere Ende mit sanfter Gewalt in
die konisch zulaufende Leki-Flexspitze, um da drinnen am unteren Ende das
Material anzuschneiden.

Man beachte auch kurz, wie perfekt am oberen Rand der Leki-Spitze eine
M6-Mutter eingelegt werden kann. Diese Eigenschaft macht sich sp�ter noch
bezahlt.

Als n�chstes folgen die Verklebungen, die man erst machen sollte, wenn die
Gewindeh�lse fertig ist. Dieses 2-Komponentenzeug ist h��lich und kann
trotz verschlossener Packung gerne innerhalb von nur einem Tag unbenutzbar
werden.

Als erstes f�lle man nun die senkrecht fixierte Leki-Flexspitze bis ca.
1 cm unter dem Rand mit dem anger�hrten Kleber. Dann schraube man die
Gewindestange durch den Kleber hindurch in das vorher schon aufgearbeitete
untere Ende der Leki-Spitze, sanfte Gewalt schadet nicht.
Erst jetzt schraube man von oben eine M6-Mutter auf die Gewindestange, bis
sie sich pa�genau in den ausgefr��ten oberen Rand der Leki-Flexspitze
einpa�t. Zum Trocknen lasse man das Teil senkrecht 2 Tage stehen. Sieht
dann so aus:
<http://www.dagrantla.de/photo/gitzo-wander-einbein/gewindestange_eingeklebt.jpg>

Danach kommt ca. ein Teel�ffel voll Kleber in das untere Ende des
Gitzo-Elements und wird rundherum innen verteilt. Die Gewindeh�lse passend
zur Naht einschieben, soda� sie plan mit dem Ende abschlie�t. 2 Tage
liegend austrocknen sollten reichen. Sieht dann so aus:
<http://www.dagrantla.de/photo/gitzo-wander-einbein/gewindehuelse_eingeklebt.jpg>

Beim Zusammenschrauben die Unterlegscheibe nicht vergessen! Die sorgt
daf�r, da� die eingeklebte Gewindeh�lse beim Aufstellen des Einbeins auf
den Boden nicht mit Druck belastet wird. Alles was die Gewindeh�lse in
L�ngsrichtung ertragen mu�, sind die (geringen) Zugkr�fte beim Anheben des
Einbeins vom Boden. Udiags, denn sonst ginge das gar nicht.

Anm.: Anfangs wollte ich eine passende konische H�lse f�r die
Leki-Flexspitze drehen lassen. Abgesehen davon, da� das ein ziemlich teurer
Spa� w�re, ist es auch unn�tig. Bei mir funktionuckelt dieses
Wander-Einbein mit Doppelklemmung und Verklebung wie beschrieben pr�chtig.
Und etwas h�her ist es dabei auch gleich noch geworden.

Disclaimer: Es ist klar, da� das Gitzo von Hause aus nicht f�r typische
Belastungen eines Wanderstock gemacht ist. Der Schraub- und Klemmechanismus
der einzelnen Elemente des Gitzo l��t bef�rchten, da� ein derber
Dauergebrauch als Wanderstock gelegentlichen Ersatz der
Schraub-/Klemmst�cke erforderlich macht. - Na ja, man kann halt nicht alles
haben.

Trotzdem viel Spa� damit!

Andi

--
"Von Bismarck stammt der Satz, dass die Leute ruhiger schlafen k�nnten,
wenn sie nicht wissen, wie Gesetze und W�rste gemacht werden. Wer heute
diesen Satz zitiert, beleidigt W�rste."
Heribert Prantl, S�ddeutsche Zeitung, zum geplanten BKA-Gesetz

Andreas Viehrig

unread,
Nov 20, 2009, 1:50:04 PM11/20/09
to
Hallo allerseits,

Material anzuschneiden. Danach kommt die Gewindestange aber erst mal wieder
raus.

Andreas Huennebeck

unread,
Nov 20, 2009, 3:44:51 PM11/20/09
to
Andreas Viehrig schrieb:

> Hallo allerseits,
>
> wie versprochen jetzt also endlich mal die Anleitung, wie man ein Gitzo GM
> 2940 (Basalt) mit Hilfe einer Leki-Flexspitze zum Wander-Einbein
> qualifiziert:

Danke.

Tschau
Andreas
--
Andreas Hünnebeck | email: ac...@gmx.de
----- privat ---- | www : http://www.huennebeck-online.de
PGP-Key: http://www.huennebeck-online.de/public_keys/pgp_andreas.asc
GPG-Key: http://www.huennebeck-online.de/public_keys/andreas.asc


Andreas Viehrig

unread,
Nov 21, 2009, 2:12:45 PM11/21/09
to
Andreas Huennebeck schrieb:
> Andreas Viehrig schrieb:

>> wie versprochen jetzt also endlich mal die Anleitung, wie man ein Gitzo GM
>> 2940 (Basalt) mit Hilfe einer Leki-Flexspitze zum Wander-Einbein
>> qualifiziert:

> Danke.

Gerne. Interessant w�ren auch Erfahrungen von anderen dazu.

Andi

--
"... und damit schaffen wir dann Strukturen f�r eine menschliche Markt-
wirtschaft."
Nur nebenbei, aber ganz unumwunden und quasi wie selbstverst�ndlich gesteht
das Merkel, da� "menschliche Marktwirtschaft" ohnehin noch nie existierte.

Andreas Huennebeck

unread,
Nov 21, 2009, 4:10:13 PM11/21/09
to
Andreas Viehrig schrieb:

> Andreas Huennebeck schrieb:
>> Andreas Viehrig schrieb:
>
>>> wie versprochen jetzt also endlich mal die Anleitung, wie man ein Gitzo
>>> GM 2940 (Basalt) mit Hilfe einer Leki-Flexspitze zum Wander-Einbein
>>> qualifiziert:
>
>> Danke.
>

> Gerne. Interessant wären auch Erfahrungen von anderen dazu.

Ich denke mal, dass ich vorerst keinen Umbau plane, zumal ich
kein Gitzo-Einbein habe. Mein Manfrotto Neotec ist zu schwer,
um als Wanderstock brauchbar zu sein. Und auch zu dick - ich
erinnere mich an die Besteigung der Kristianstindir in Island
(Skaftafjell), da war im Joch oben so ein starker Gegenwind,
dass ich die normalen (dünnen) Wanderstöcke (Vaude Shorty, ist
bzw. war Anfang der 90er eine Billigversion von Leki) am Griff
nicht mehr gegen den Wind halten konnte.

Und wenn ich mir so die Belastungsangaben der Einbeinstative
anschaue, bin ich mir nicht sicher, ob ich mich da im Wanderbetrieb
mit meinem ganzen Körpergewicht abstützen darf. Obwohl sich
auch Wanderstöcke unter hoher Last an und zu zusammenschieben
können; das ist aber meist ein Fehler beim Zuschrauben oder
die Klemmen taugen nichts mehr und müssen gewechselt werden.
Im Zweifelsfall würde ich meine Sicherheit aber lieber einem
dedizierten Wanderstock als einem Einbeinstativ anvertrauen ...

Ich habe auch noch einen Pickel von Stubai mit Wechselsystem,
da kann man verschiedene Hauen, eine (viel zu kleine) Schaufel
und einen Kugelkopf montieren. Leider taugt das zum Fotografieren
nichts, weil man beim Anschrauben der Kamera den Pickel so
weit bewegt, dass er sich im Firn oder Schnee lockert, und das
war's dann. Ihn stat dessen mit montierter Kamera in harten Firn
zu rammen ist auch nicht das wahre ...

Michael Lestinsky

unread,
Nov 23, 2009, 1:34:33 PM11/23/09
to
* Andreas Viehrig <0x0x...@dagrantla.de>:

> wie versprochen jetzt also endlich mal die Anleitung, wie man ein Gitzo GM
> 2940 (Basalt) mit Hilfe einer Leki-Flexspitze zum Wander-Einbein
> qualifiziert:

Sorry, das ich mich erst jetzt melde. Ich war die letzten Tage beruflich
zu sehr eingespannt. Ich danke dir f�r deine Beschreibung. Das war ja doch
eine recht umfangreiche Prozedur, die stark an die Substanz des Monopods
geht (Garantie ist damit wohl futsch). Ich bezweifle daher, da� ich das
nachbauen werde. :-)

Bye,
Michael

Andreas Viehrig

unread,
Nov 24, 2009, 4:24:54 AM11/24/09
to
Michael Lestinsky schrieb:
> * Andreas Viehrig <0x0x...@dagrantla.de>:

>> wie versprochen jetzt also endlich mal die Anleitung, wie man ein Gitzo GM
>> 2940 (Basalt) mit Hilfe einer Leki-Flexspitze zum Wander-Einbein
>> qualifiziert:

> Sorry, das ich mich erst jetzt melde. Ich war die letzten Tage beruflich
> zu sehr eingespannt.

Keine Ursache, Usenet ist ja kein Chat.

> Ich danke dir f�r deine Beschreibung. Das war ja doch
> eine recht umfangreiche Prozedur, die stark an die Substanz des Monopods

> geht (Garantie ist damit wohl futsch). ...

Jep, das wohl, ist halt Risiko. Aber wenn Gitzo wirklich so gut ist, wie es
immer hei�t, mu� es das aushalten. :-))

Andi

--
Der Kanal Phoenix ist sich in Sachen Eigenwerbung auch nicht f�r
Verbalkompost zu bl�d, wenn er denn nur von Frau Doktor Kanzlerin kommt:

"Phoenix ist f�r mich immer eine regelm��ige Sendegewohnheit..."

Andreas Viehrig

unread,
Nov 24, 2009, 4:24:55 AM11/24/09
to
Andreas Huennebeck schrieb:

> [...]

> Ich habe auch noch einen Pickel von Stubai mit Wechselsystem,
> da kann man verschiedene Hauen, eine (viel zu kleine) Schaufel
> und einen Kugelkopf montieren. Leider taugt das zum Fotografieren
> nichts, weil man beim Anschrauben der Kamera den Pickel so
> weit bewegt, dass er sich im Firn oder Schnee lockert, und das
> war's dann. Ihn stat dessen mit montierter Kamera in harten Firn
> zu rammen ist auch nicht das wahre ...

Mit Wechselplatte sollte das aber gehen. F�r sowas sind die ja da.

Andi

--
"Und immer, wenn Du meinst, es geht nicht mehr,
kommt von irgendwo ein Merkel her."

[Volker Pispers]

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