http://www.youtube.com/user/mimimi9791#p/a/u/1/nw4DF15561U
http://www.youtube.com/user/mimimi9791#p/a/u/0/Xdu1zI_kTUI
Miyako Ishiuchi fotografiert Bekleidung und persönliche
Gegenstände, die von den Opfern der Atombombe von Hiroshima
getragen wurden. Das Video ist Japanisch (das ich auch nicht
verstehe), aber nach einer kurzen Einleitung sieht man in
erster Linie die Künstlerin bei der Arbeit, zuerst an einem
Leuchttisch, dann bei Fensterlicht. Man sieht auch wie die
fertigen Werke ausgestellt werden.
/ralph
--
http://alltagsbilder.pangea.at <- Neu! Mit Blog in Vorbereitung!
http://www.flickr.com/photos/sooperkuh/
Danke für den Link! Sehr gut!
KE
Hier ist aber das Motiv ungewöhnlich, und nicht der Lichtaufbau, der
sehr simpel ist.
Mit diesem Licht erreicht sie aber genau die von ihr gewünschte
Bildwirkung, wie auch mit dem Bildaufbau.
Das hab ich dir aber auch schon mal geschrieben.
Gruß
Thomas
Das Motiv ist eigentlich banal, genau wie Licht und Bildauffassung.
Energie bekommen die Bilder aus der Geschichte der Motive, die dem
Betrachter natürlich vorab erklärt wird - erklärt werden muss.
Ich bin mir nicht sicher ob ich die Serie als notwendige
Erinnerung an das historisch grösste amerikanische
Einzelverbrechen werten soll, oder ob ich es als posthume
Ausbeutung der Opfer dieses Verbrechens verachten soll.
Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.
Aber auch hier haben wir Fotos die sekundären Ruhm aus
der Natur ihrer Motive ziehen wollen, keineswegs Fotos
die aus der Fotografie an sich Kraft haben.
--
Michael Quack
Visual Pursuit
Fotografie, Mietstudio, Hensel Rentstation
http://www.visualpursuit.de
>> Hier ist aber das Motiv ungewöhnlich, und nicht der Lichtaufbau, der
>> sehr simpel ist.
> Das Motiv ist eigentlich banal, genau wie Licht und Bildauffassung.
> Energie bekommen die Bilder aus der Geschichte der Motive...
Das meinte ich damit. Das ein altes, zerissenes Kleid ohne Geschichte
nur Fragezeichen aufwirft, hatte ich vorrausgesetzt.
> Aber auch hier haben wir Fotos die sekundären Ruhm aus
> der Natur ihrer Motive ziehen wollen, keineswegs Fotos
> die aus der Fotografie an sich Kraft haben.
Ja, sehe ich auch so.
Gruß
Thomas
> Aber auch hier haben wir Fotos die sekundᅵren Ruhm aus
> der Natur ihrer Motive ziehen wollen, keineswegs Fotos
> die aus der Fotografie an sich Kraft haben.
Wie trennst Du das? Wenn ich mir Kriegsbilder anschaue, MAGNUM, Arbus,
Lange, Horst, Burri, Serien aus den USA, Fernost, Himalaya...also alles,
was sozial wie rᅵumlich weit weg von meinem privaten Erfahrungshorizont
ist - die Bilder leben alle nur aus/mit der Natur=Fremdheit ihrer
Motive. Meistens - aber nicht immer - finde ich es auch gut fotografiert.
Welches Foto hat aus sich Kraft? Ein banales Motiv technisch gut umgesetzt?
Ich weiss, dass ist ne Glaubensfrage. Fᅵr mich bleibt eine Kᅵseschachtel
immer eine langweilige Kᅵseschachtel, egal was man mit ihr macht ;) Ohne
ein Motiv mit Kraft, kein Foto mit Kraft. Vielleicht was fᅵr Fingerᅵbungen.
Peter
> Welches Foto hat aus sich Kraft? Ein banales Motiv technisch gut
> umgesetzt?
Der eine Autor schafft es eine Sportaufnahme so zu fotografieren, dass
man die Dynamik, die Emotionen oder die Dramatik spᅵrt. Der andere Autor
fotografiert die gleiche Szene, aber dort hat man als Betrachter das
Gefᅵhl, der Auto wollte nur zeigen, dass er dort gewesen ist.
Der eine Auto macht aus einer Landschaft ein stimmungsvolles,
gefᅵhlvolles Bilder. Der andere Autor macht eine Erinnerungsaufnahme, im
Auge anderer Betrachter.
Beispiel fᅵr die eine, besonders aber fᅵr die andere Bildwirkung findet
man auch hier genug.
Gruᅵ
Thomas
Tomatensuppendose oder Brilloverpackung ;)
http://www.iiwf.de/galerie/e_iiwf/palfrader/page-0002.html
http://www.iiwf.de/galerie/e_iiwf/palfrader/page-0001.html
> Der eine Auto macht aus einer Landschaft ein stimmungsvolles,
> gefühlvolles Bilder.
http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/570/display/19371109
> Der andere Autor macht eine Erinnerungsaufnahme, im
> Auge anderer Betrachter.
http://www.janellelynch.net/riullobregat04.html
> Beispiel für die eine, besonders aber für die andere Bildwirkung findet
> man auch hier genug.
Das Problem mit dieser Art von Argumentation ist, einen "universellen,
objektiven, anderen Betrachter" vorauszusetzen.
Der "andere Betrachter" als Leser eines Mainstreammagazins (Stern, Spiegel),
findet eventuell etwas ganz anderes interessant als der "andere Betrachter"
als Jurymitglied eines Amateurfotowettbewerbs oder der "andere Betrachter"
als Einkäufer einer Stockfotoagentur bzw. der "andere Betrachter" Kurator
eines Museums.
Während es natürlich auch hier bessere und schlechtere Fotos gibt
(und ich nehme nicht in Anspruch, daß meine zu den besseren zählen),
so gibt es hier sicher auch "andere Betrachter" mit unterschiedlichen
Vorlieben und Geschmäckern.
Ja!
> Energie bekommen die Bilder aus der Geschichte der Motive, die dem
> Betrachter natürlich vorab erklärt wird - erklärt werden muss.
Nein, denke ich nicht, daß man es darauf reduzieren kann.
Die Bilder sind sehr wohl schön fotografiert, soweit ich
das beurteilen kann (ich hab noch keine Originale, noch nicht
einmal das Buch gesehen).
Ich denke sehr wohl, daß die Frau in der gleichen Ästhetik
auch Teile aus der neuesten Kollektion von Chanel für ein
Modemagazin fotografieren könnte. Und wenn sich jemand für
die Gegenstände interessiert, dann würde die Gestaltung
IMHO gut dazupassen, die Wirkung der Dinge unterstützen.
> Ich bin mir nicht sicher ob ich die Serie als notwendige
> Erinnerung an das historisch grösste amerikanische
> Einzelverbrechen werten soll, oder ob ich es als posthume
> Ausbeutung der Opfer dieses Verbrechens verachten soll.
Wodurch passiert da deiner Meinung nach Ausbeutung? Daß
sie vorsichtig, die Gegenstände schonend und mit Tränen
in den Augen die Sachen fotografiert? Dadurch daß sie
Geld dafür bezahlt kriegt? Ist dann jeder Unfall- oder
Kriegsreporter automatisch ein Profiteur am Unglück seiner
Mitmenschen?
> Aber auch hier haben wir Fotos die sekundären Ruhm aus
> der Natur ihrer Motive ziehen wollen, keineswegs Fotos
> die aus der Fotografie an sich Kraft haben.
Das ist z.B. bei weiten Teilen an Modefotografie auch
der Fall. Nimm einem Modefotografen seine "konventionell
schönen" Models weg, stell ihm einen Haufen Durchschnitts-
frauen vor die Kamera, und ich seh mir an, was die Fotos
für "Kraft aus der Fotografie an sich" ziehen, wenn sie
"der Natur ihrer Motive" (außergewöhnlich schöne Frauen)
beraubt.
Mir ist jetzt nicht wirklich verständlich, warum du hier solch stark
manipulierte Bilder präsentierst. Ich schreibe doch oben sehr deutlich
*so zu fotografieren* und nichts anderes, oder?
> Der "andere Betrachter" als Leser eines Mainstreammagazins (Stern,
> Spiegel), findet eventuell etwas ganz anderes interessant als der
> "andere Betrachter" als Jurymitglied eines Amateurfotowettbewerbs
> oder der "andere Betrachter" als Einkäufer einer Stockfotoagentur
> bzw. der "andere Betrachter" Kurator eines Museums.
Drück ich mich wirklich so unverständlich aus, dass du immer wieder
etwas anderes aus meinen Worten interpretierst? Das was du da schreibst,
würde ich gar nicht anzweifeln, aber darum geht es mir nicht.
Wer bewusst fotografiert, setzt alle Mittel wie Licht, Gestaltung,
Technik usw. ein, um beim Betrachter möglichst die von ihm gewollte
Bildaussage zu erreichen. Das dies nicht zu 100% funktionieren kann, ist
aufgrund der Individualität des Betrachtes keine Frage.
Wer aber einfach ohne diese Überlegungen drauf los fotografiert und sich
quasi sagt, ist eh alles nur im Auge des Betrachters, der fotografiert
nicht, sondern der knippst.
Wenn ich bewusst fotografiere, egal ob für einen Wettbewerb, für mich,
für meine Familie, für einen Auftrag, für eine Zeitung usw., dann liege
ich mit der gewollten Wirkung des Bildes beim Betrachter in den meisten
Fällen ziemlich genau richtig.
Wenn das bei dir eher nicht der Fall ist, dann solltest du dir evtl. mal
überlegen, ob das dann doch nicht am Betrachter deiner Bilder liegt,
sondern an dir selber.
Gruß
Thomas
> Das ist z.B. bei weiten Teilen an Modefotografie auch
> der Fall. Nimm einem Modefotografen seine "konventionell
> schönen" Models weg, stell ihm einen Haufen Durchschnitts-
> frauen vor die Kamera, und ich seh mir an, was die Fotos
> für "Kraft aus der Fotografie an sich" ziehen, wenn sie
> "der Natur ihrer Motive" (außergewöhnlich schöne Frauen)
> beraubt.
Alleine das gute Aussehen einer Frau macht noch kein gutes
Foto. Zum Talent des Fotografen kommt da auch das Talent
des Models dazu das mehr ausmacht als ihr reines Aussehen.
Es ist ein sehr grosser Irrtum zu glauben das jede schöne
Frau auch ein gutes Model sein kann.
Gruss
Jens
Das glaube ich auch nicht, und habe ich, denke ich, auch
nicht so behauptet. Was ich sagen will ist eher: Wenn du
ein Modefoto anstatt mit einem klassischen Model (und
da beziehe ich durchaus auch so Frauen wie die aus der
bekannten Dove-Kampagne oder "plus-size" Models wie
Crystal Renn ein, die für die meisten Männner eher
mehr sexy sind als ganz magere Models:
jeweils die rechte im Bild) mit "irgendwelchen
Durchschnittsmenschen" machst, dann kommt bei einem guten
People-Fotografen wie dir sicher auch was interessantes
raus. Aber der "Wow-Effekt" ist eventuell weg. Während
man ein klassisches Modefoto *meistens* auch außerhalb
des ursprünglichen Kontexts versteht (z.B. wenn die
Seite aus einem Magazin ausgerissen und auf eine Wand
gepinnt wird), so wird das dann eher nicht mehr so
offensichtlich sein. Hier müßtest du dir mit so einem
"Modefoto mit Durchschnittsmenschen" vielleicht die
Frage gefallen lassen, ob das Kunst sein soll, in einem
Fotowettbewerb würde es vielleicht gegenüber einem
andren Foto, das weniger Können des Fotografen, aber
mehr nackte Haut eines "konventionell attraktiven"
Models zeigt im Nachteil sein, etc.
Das *mindeste* was dann passieren wird, ist, daß man
sich so ein Foto länger ansehen muß, um die Qualitäten
zu bemerken, wenn man sich nicht wirklich für die abgebildete
Kleidung unmittelbar interessiert.
Bereits dieses "muß man sich länger ansehen" ist aber für
bestimmte Arten der Fotobeurteilung schon ein Killerkriterium.
(...)
> offensichtlich sein. Hier müßtest du dir mit so einem
> "Modefoto mit Durchschnittsmenschen" vielleicht die
> Frage gefallen lassen, ob das Kunst sein soll, in einem
> Fotowettbewerb würde es vielleicht gegenüber einem
> andren Foto, das weniger Können des Fotografen, aber
> mehr nackte Haut eines "konventionell attraktiven"
> Models zeigt im Nachteil sein, etc.
Da fällt mir wieder diese Geschichte ein: Die Fotogilde Starnberg
veranstalte (alle Jahre wieder, nehme ich an), Aktofotowettbewerbe (mit
engagierten Models in einem abgelegenen Garten). Ich habe bei der Aktion
nicht mitgemacht, sondern Fotos aus einem Spanienurlaub gezeigt, u.
vielleicht die barbusige Flavia:
http://www.johannes-leckebusch.de/Fotolabor/Flavia/
(also die Kantenfiltergeschichten damals natürlich noch nicht {;-)))
und dann eine Sequenz mit einem fülligen barbusigen Mädchen, das sich am
Boden in der Sonne räkelte, das fing vielleicht mit einer Halbtotalen
ihres Oberkörpers an und endete dann auf ihrem Ohr, das noch mit
irgendwas rosafarbenen geschmückt war, wimre.
Die Fotos mit bloßem Busen gingen als ernsthafter Beitrag zumindest
durch, aber das Foto, das nur einen Teil des Kopfes mit dem (nackten)
Ohr am Strand zeigte, erntete Ablehung: "Ein Ohr ist kein Akt".
Muss ich mal einscannen, wenn ich viel Zeit habe, was sicher bald der
Fall ist ((C) by Prof. Ungruen).
--
Jödel.
Jedenfalls ist ein Foto die Zukunft des in der Vergangenheit liegenden
Momentes einer Betrachtung, nicht wahr?
Privat: http://www.johannes-leckebusch.de
Fotoseiten: http://www.johannes-leckebusch.de/Fotogalerien/
Schnappschussfotowettbewerb: http://www.foto.ungruen.de/Index.html
> Das glaube ich auch nicht, und habe ich, denke ich, auch
> nicht so behauptet. Was ich sagen will ist eher: Wenn du
> ein Modefoto anstatt mit einem klassischen Model (und
> da beziehe ich durchaus auch so Frauen wie die aus der
> bekannten Dove-Kampagne oder "plus-size" Models wie
> Crystal Renn ein, die für die meisten Männner eher
> mehr sexy sind als ganz magere Models:
Wenn es für die meisten Männer so wäre dann würde man sie auch
mehr nehmen. Wobei es da bei der Modefotografie eh meistens
nur um die Kleidung ansich geht und da sieht man halt wie ein
Stoff fällt an einem schlankeren Model sehr viel besser
als bei einem etwas fülligeren.
Crystal Renn ist aber sicher auch kein gutes Beispiel da sie
eben keine Durschnittsfrau ist was das modeln angeht sondern
Vollprofi und eine der wenigen (es reichen wohl beide Hände
um sie zu zählen) plus-size Models die gut davon leben
können. (und ja auch erst später zum plus-size Model wurde)
Es geht mir eben dabei nicht um Aussehen oder Figur sondern
der Tatsache das modeln (oder einfach nur eine gewisse
Ausdrucksstärke haben) etwas ist was viele nicht können.
Bei den gezeigten Fotos der Kleider von Hiroshima ist es halt wirklich
so das sie ohne Zusatzinformation erstmal nicht wirken.
Gruss
Jens
Ja, sicher. Unabhängig davon mit welchen Gefühlen der Fotograf die Fotos
macht. Er bekommt Geld dafür. Ohne Motiv kein Foto, ohne Foto kein Geld.
Er und alle nachfolgenden Verwerter profitieren daran. Von der Agentur
bis zu dem Mann im Zeitungskiosk.
--
Liebe Grüße
Peter Becker
http://www.pferdeknipser.de/
Isländer sind riesige Pferde, nur
ihre Beine sind etwas kürzer...
>> Aber auch hier haben wir Fotos die sekundᅵren Ruhm aus
>> der Natur ihrer Motive ziehen wollen, keineswegs Fotos
>> die aus der Fotografie an sich Kraft haben.
>
> Wie trennst Du das?
Am Einzelfall.
> Wenn ich mir Kriegsbilder anschaue, MAGNUM, Arbus,
> Lange, Horst, Burri, Serien aus den USA, Fernost, Himalaya...also alles,
> was sozial wie rᅵumlich weit weg von meinem privaten Erfahrungshorizont
> ist - die Bilder leben alle nur aus/mit der Natur=Fremdheit ihrer
> Motive. Meistens - aber nicht immer - finde ich es auch gut fotografiert.
Es gibt auch Mischungen aus beidem, ja.
> Welches Foto hat aus sich Kraft? Ein banales Motiv technisch gut umgesetzt?
Das *kann* Kraft haben.
> Ich weiss, dass ist ne Glaubensfrage. Fᅵr mich bleibt eine Kᅵseschachtel
> immer eine langweilige Kᅵseschachtel, egal was man mit ihr macht ;) Ohne
> ein Motiv mit Kraft, kein Foto mit Kraft. Vielleicht was fᅵr Fingerᅵbungen.
Nᅵ, keineswegs. Eine gut inszenierte Kᅵseschachtel kann ein Motiv
mit ausserordentlicher Kraft im Bild sein.
>> Energie bekommen die Bilder aus der Geschichte der Motive, die dem
>> Betrachter natürlich vorab erklärt wird - erklärt werden muss.
>
> Nein, denke ich nicht, daß man es darauf reduzieren kann.
Da müssen wir dann unterschiedlicher Ansicht bleiben.
> Die Bilder sind sehr wohl schön fotografiert, soweit ich
> das beurteilen kann (ich hab noch keine Originale, noch nicht
> einmal das Buch gesehen).
Ich hab gesehen welches Licht sie verwendet und die
prints an der Wand. Das reicht aus um eine sehr klare
Vorstellung vom Bild an sich zu bekommen.
> Ich denke sehr wohl, daß die Frau in der gleichen Ästhetik
> auch Teile aus der neuesten Kollektion von Chanel für ein
> Modemagazin fotografieren könnte. Und wenn sich jemand für
> die Gegenstände interessiert, dann würde die Gestaltung
> IMHO gut dazupassen, die Wirkung der Dinge unterstützen.
Bis dahin sind es aber dreckige alte Sachen, nichts weiter.
Nichts aus den Bildern weist auf ihre Geschichte hin, weder
aus fotografischer Quelle noch aus der Natur der Gegenstände.
Es sind einfach alte Klamotten.
>> Ich bin mir nicht sicher ob ich die Serie als notwendige
>> Erinnerung an das historisch grösste amerikanische
>> Einzelverbrechen werten soll, oder ob ich es als posthume
>> Ausbeutung der Opfer dieses Verbrechens verachten soll.
>
> Wodurch passiert da deiner Meinung nach Ausbeutung?
Sie zieht eine grosse Ausstellung damit auf, und natürlich
werden die Arbeiten verkauft. Sie wird dabei ihren Teil
abbekommen, und wenn es nur ausreichend Publicity ist um
auf dieser Welle weitere Aufträge an Land zu ziehen.
> Ist dann jeder Unfall- oder Kriegsreporter automatisch
> ein Profiteur am Unglück seiner Mitmenschen?
In Grenzen - ja.
>> Aber auch hier haben wir Fotos die sekundären Ruhm aus
>> der Natur ihrer Motive ziehen wollen, keineswegs Fotos
>> die aus der Fotografie an sich Kraft haben.
>
> Das ist z.B. bei weiten Teilen an Modefotografie auch
> der Fall. Nimm einem Modefotografen seine "konventionell
> schönen" Models weg, stell ihm einen Haufen Durchschnitts-
> frauen vor die Kamera, und ich seh mir an, was die Fotos
> für "Kraft aus der Fotografie an sich" ziehen, wenn sie
> "der Natur ihrer Motive" (außergewöhnlich schöne Frauen)
> beraubt.
Genau das ist der Irrtum was Mode angeht. Die Klamotten
sind der Star, oder eine Stimmung. Die Models sind weitgehend
austauschbar.
>Eine gut inszenierte K�seschachtel kann ein Motiv
>mit ausserordentlicher Kraft im Bild sein.
Ich rieche einen neuen Wettbewerb.
PR-Assistenten aller L�nder - vereinigt euch!
--
Gru�
Radbert
Och, da schieb ich doch lieber ein altes Zettelchen
auf den Tisch, dass ich schon lange mit mir herumtrage.
Es ist alt, faltig, rissig und hat Flecken, die Tinte
ist auch ein wenig verlaufen weil es mal feucht geworden
ist. Man kann aber noch gut lesen, dass jemand darauf
"Thema: Papier"
geschrieben hat.
>F�r mich bleibt eine K�seschachtel
>immer eine langweilige K�seschachtel, egal was man mit ihr macht ;)
Klar. F�r die einen ist es nur eine K�seschachtel.
Die anderen k�nnen was draus machen. :-P
--
Gruss
Luigi
I don't know what your problem is. But I bet it's hard to pronounce.
>Genau das ist der Irrtum was Mode angeht. Die Klamotten
>sind der Star, oder eine Stimmung. Die Models sind weitgehend
>austauschbar.
Wissen das auch die Models?
>> Genau das ist der Irrtum was Mode angeht. Die Klamotten
>> sind der Star, oder eine Stimmung. Die Models sind weitgehend
>> austauschbar.
>
> Wissen das auch die Models?
Nicht immer.
Da war doch noch was?
>"Thema: Papier"
Ach ja! ;-)
Dietmar
> Klar. F�r die einen ist es nur eine K�seschachtel.
>
> Die anderen k�nnen was draus machen. :-P
Schachtelfondue?
--
Bye,
Dietmar
FAQ zur Newsgroup de.rec.fotografie: http://faq.d-r-f.de
Nᅵ. Fᅵr mich bleibts ne Kᅵseschachtel ;) Ich reite deswegen auf der
Schachtel rum, weil ich mich an eine Aufnahmeprᅵfung fᅵr eine
Kunstakademie erinnert habe: 36 s/w Bilder ein und derselben
Kᅵseschachtel. Ich war ob der gezeigten professionellen Lichtfᅵhrung
echt beeindruckt. Weit weg von dem, was ich zustande bringen wᅵrde.
Ich hᅵtts allerdings zugegebenermassen spᅵtestens ab dem dritten Bild
gelassen. Kᅵseschachteln sagen mir nichts, auch nicht gut fotografierte.
Vielleicht muss man Kᅵseschachteln sammeln, um den Charme zu erkennen ;)
Ich will nicht sagen, dass Du falsch liegst. Luigi denkt wohl auch in
die gleiche Richtung. Kann man ja so sehen. Jedenfalls tut man sich mE
leichter, interessante Motive noch interessanter zu machen, als
langweiligen was interessantes beizubringen. Und warum muss man es sich
schwer machen - wenns nicht bezahlt wird ;)
Peter
> Ich bin mir nicht sicher ob ich die Serie als notwendige
> Erinnerung an das historisch grösste amerikanische
> Einzelverbrechen werten soll, oder ob ich es als posthume
> Ausbeutung der Opfer dieses Verbrechens verachten soll.
Die gleiche Betrachtung kannst du aber auch für jede
Berichterstattung anstellen. Auch die lebt vom Blut
anderer Leute, bis hin zum Kiosk, wo die Zeitung dann
gekauft wird.
Das gilt beispielsweise auch für die Fotos, die
von den Opfern in Konzentrationslagern gemacht wurden.
Und schon der Umstand, daß diese Taten noch heute
von manchem bestritten werden, zeigt doch, wie notwendig
es ist, solche Taten zu dokumentieren, auch wenn es nicht
aus bleibt, daß dadurch jemand sein Geschäft mit diesen
Aufnahmen macht.
Manche Fotos funktionieren, gerade im Nachhinein,
aber nur, wenn sie noch immer Interesse für die
Geschichte wecken.
An die jeweiligen Taten zu erinnern, dieses späteren
Generationen bewußt zu machen, ist an sich schon mal
nicht schlecht.
Schon du und ich wissen - zu unserem Glück - doch gar
nicht, wie es ist, im Kriegszustand gelebt zu haben.
Für unsere Eltern war es seinerzeit Alltag.
Hätte mein Vater nicht dokumentiert, wie 1962 die
Wohnung meiner Eltern bei der Sturmflut in Hamburg
abgesoffen ist, hätte ich das auch nur aus dem Fernsehen
oder durch fremde Fotos gekannt. Dieser hatte, im
Gegensatz zu den Großeltern eine Kamera, meine Mutter
bei einem Fotogroßhändler gelernt und beide Interesse
an der Fotografie.
Er hat als Opfer dieser Katastrophe, wie viele andere,
auch selbst zur Kamera gegriffen und im Bild festgehalten,
was seinerzeit passiert ist. Im Krieg hätten beide Familien
das sicher auch, nur hatten die einfach nichts, als ihre
Wohnungen in Trümmern lage, bzw. ohnehin keine Kameras.
Daher müssen nun andere zeigen, wie es damals war, die
schrecklichen Umstände und Taten in Bildern ausdrücken.
Und auch, wenn sie was damit verdienen, nur so wird
späteren Generationen bewußt, was ihnen erspart
bleibt, schon um das schätzen zu lernen und diesen
Zustand zu bewahren.
Die Generation vor uns beiden hat auf dem Weg vom
Bunker zurück als Kind vielleicht schon mehr Leichen
gesehen, als du und ich wohl je erleben müssen.
Wie meinem Vater die Wut hoch kam, als Angie dem Kriegstreiber
Bush Jahrzehnte nach dem Krieg, den du und ich zum Glück
nur von Bildern kennen, in den Arsch gekrochen kam, kann
ich nur durch die Fotos verstehen, die diese Zeit
dokumentieren und dazu vielfach kommerziell verwendet wurden.
Wer weiß, wie der kalte Krieg verlaufen wäre, wenn es die
Bomben auf Hiroshima und Nagasaki nie gegeben hätte?
So schrecklich es für die vielen Opfer war, die Menschheit
ist nun mal so dämlich, nur durch solche schrecklichen
Folgen zu lernen, die sie eben durch entsprechende Bilder
vor Augen hat.
Weißt du, wie sonst die Kuba-Krise zuende ausgegangen
wäre, um nur ein Beispiel zu nennen?
Jürgen Gerkens
>Schachtelfondue?
P�cklifondu, vulgo T�tenfondue
> "Thema: Papier"
Ah, ich erinnere mich, damals!
http://www.striewisch-fotodesign.de/look/papier/papier.jpg
;-)
Tom! *** *** *** **
--
Digitalfotokurs / Zeche Zollverein: http://zollverein.fotolehrgang.de/
Ein Fotolehrgang: http://www.fotolehrgang.de (Buch in 6.Aufl. lieferbar)
Neu hier? FAQ! : http://faq.d-r-f.de
>> "Thema: Papier"
>Ah, ich erinnere mich, damals!
>http://www.striewisch-fotodesign.de/look/papier/papier.jpg
>;-)
He!
>Tom! *** *** *** **
Gruss, Roman
--
The decisive moment?
That's when Cartier-Bresson pointed to a frame on his
contact sheet and said,'Print that one.'
(Alan Zenreich)