Google Groups Home
Help | Sign in
Departed - Unter Feinden
There are currently too many topics in this group that display first. To make this topic appear first, remove this option from another topic.
There was an error processing your request. Please try again.
flag
  18 messages - Collapse all
The group you are posting to is a Usenet group. Messages posted to this group will make your email address visible to anyone on the Internet.
Your reply message has not been sent.
Your post was successful
lutz feustel  
View profile
 More options May 14, 3:00 pm
Newsgroups: de.rec.film.misc
From: lutz feustel <usenetm...@nurfuerspam.de>
Date: Wed, 14 May 2008 21:00:54 +0200
Local: Wed, May 14 2008 3:00 pm
Subject: Departed - Unter Feinden
Achtung, koennte Spoiler enthalten!

Neulich zum ersten mal Departed gesehen, es gab ja ne Menge gute
Kritiken und Lob, also war ich gespannt.

Aber ach, wie hat mich Scorsese enttaeuscht. Der Typ, dem ich
Lieblingsfilme wie "King of Comedy", "Raging Bull" oder "Casino"
verdanke. (Wenn ich es jetzt so sehe, ist das etwas deNiro-lastig,
oder?)

Story war klar und von Anfang an waren weisse und schwarze Huete klar
verteilt. Einen winzigen Augenblick lang hoffte ich ja auf einen Twist,
da der junge Sullivan  eher wie Wahlberg aussah. Aber Suspense und
Twists sind wohl nicht Scorseses Staerken.

Logik btw auch nicht, ein einfacher Trooper, der ein tolles und sicher
auch teures Appartement mietet. Wer da wohl gebuergt hat? Spaetestens
nach dem Aufstieg Sullivans haette man seine finanzielle Situation unter
die Lupe genommen.

Costello, Chef der irischen Mafia eine FBI-Ratte? Wen soll der
bespitzeln? Seine Angestellten? Ok, es ist ein Film, aber das FBI wuerde
wohl kaum seine schuetzenden Haende ueber einen derartigen
Gewaltverbrecher halten. Besonders ueber einen so wertlosen. Denn ueber
Costello duerfte niemand mehr stehen, Boston ist die irischste Stadt der
USA, auch wenn Costello selbst eher als Chef einer Truppe Tunichtsgute
mit Optimierungspotential dargestellt wird, die hoechstens mal nen
Schnapsladen ueberfallen. Chef der irischen Mafia? Die scheint keine
grosse Bedrohung darzustellen, selbst Pesci in Casino schien da ne
groessere Nummer zu sein.    

Das mit dem Briefumschlag hab ich nicht verstanden, warum sollte da
"Citizen" draufstehen? Und bei der anschliessenden Verfolgung des
"Brieftraegers" entsteht der Eindruck, Costigan habe Sullivan erkannt.
Irgendwie handwerklich schlecht gemacht.

Der sterbende Polizeispitzel war irgendwie bei "Reservoir Dogs"
abgeguckt. Und nachdem ihn der Mafioso nach eigenen Angaben allein in
den Sumpf geschleppt hat, wieso wurde er so schnell gefunden?

Warum wurde nicht aufgeloest, was in dem Umschlag war, den Costigan der
Psychologin gab? Warum hat sie ihn nicht der Poilzei uebergeben? Und
dieses Geballere da am Schluss, herrje, ich dachte, es sei schon wieder
Domino-Day.

Auf mich wirkt der Film, als haette man wahllos Seiten aus dem Drehbuch
gerissen, vielleicht musste sich ja Scorsese dem Zeitdiktat des Studios
beugen und schneiden. Aber imho haette man schon im Drehbuch den
Rotstift ansetzen und zahlreiche Subplots streichen koennen. Haette dem
Film besser getan als so ein Gewusel mit massig losen Enden und einem
Zuschauer, der mit fragendem Gesicht zurueckbleibt. Fuer viele offene
Fragen haette man problemlos Erklaerungen geben koennen. Wenn die Zeit
dazu nicht reichte, haette man die offenen Fragen weggelassen und sich
mehr der Hauptstory widmen koennen. So jedenfalls ist es ein "gewollt
und nicht gekonnt"-Film. Schade eigentlich, denn die Idee ist gut, die
Schauspieler ok (nur Nicholson liefert eine miese Performance ab und man
fragt sich, ob er im Joker-mode war) und die Bilder sehr gut.

Lieber Herr Scorsese, wie waere es mal wieder mit deNiro? Der traegt so
einen Film locker.

--
tz


    Reply to author    Forward  
You must Sign in before you can post messages.
To post a message you must first join this group.
Please update your nickname on the subscription settings page before posting.
You do not have the permission required to post.
Hannes Schwarz  
View profile
 More options May 14, 7:11 pm
Newsgroups: de.rec.film.misc
From: Hannes Schwarz <hannes.schwarz.duisb...@freenet.de>
Date: Thu, 15 May 2008 01:11:22 +0200
Local: Wed, May 14 2008 7:11 pm
Subject: Re: Departed - Unter Feinden
Hallo Lutz,

lutz feustel schrieb:

> Achtung, koennte Spoiler enthalten!
> Chef der irischen Mafia? Die scheint keine
> grosse Bedrohung darzustellen, selbst Pesci in Casino schien da ne
> groessere Nummer zu sein.    

Hat nur am Anfang ein paar Computerchips geklaut, die die
Chinesen kaufen wollen. Über den Verbleib der Dinger erfährt
  man später afair nichts mehr.

> Das mit dem Briefumschlag hab ich nicht verstanden, warum sollte da
> "Citizen" draufstehen? Und bei der anschliessenden Verfolgung des
> "Brieftraegers" entsteht der Eindruck, Costigan habe Sullivan erkannt.
> Irgendwie handwerklich schlecht gemacht.

Dann hast Du nicht aufgepasst (oder die deutsche Synchro
geschaut). Das Wort für die "Bürger-Daten" wurde von einem
Mafioso falsch geschrieben; DiCaprio schrieb es richtig
(wofür er von den Mobs ausgelacht wurde) und erkannte später
seine Handschrift. Bei mir gab es auch keinen Zweifel, daß
keiner der Beiden irgendjemanden erkannt hat - keine Spur
von "handwerklich schlecht gemacht"; ganz im Gegenteil.

> Der sterbende Polizeispitzel war irgendwie bei "Reservoir Dogs"
> abgeguckt. Und nachdem ihn der Mafioso nach eigenen Angaben allein in
> den Sumpf geschleppt hat, wieso wurde er so schnell gefunden?

Weil er schlampig gearbeitet hat wie etwa Samuel L. Jackson
in "Goodfellas", der den Wagen nicht in die Müllpresse fährt?

Von welchem Polizeispitzel reden wir hier? Doch nicht etwa
von dem Gangster, den die Presse zum Spitzel erklärt, um
DiCaprio zu schützen?

> Warum wurde nicht aufgeloest, was in dem Umschlag war, den Costigan der
> Psychologin gab? Warum hat sie ihn nicht der Poilzei uebergeben?

Mußte das noch aufgelöst werden? Der Inhalt des Umschlags
hatte sich mit den besseren Beweisen in Form der
Überwachungstapes eh erledigt. Und das Frauen nicht
unbedingt den Vater ihres ungeborenen Babies verraten, ist
nichts Neues.

> Auf mich wirkt der Film, als haette man wahllos Seiten aus dem Drehbuch
> gerissen, vielleicht musste sich ja Scorsese dem Zeitdiktat des Studios
> beugen und schneiden. Aber imho haette man schon im Drehbuch den
> Rotstift ansetzen und zahlreiche Subplots streichen koennen. Haette dem
> Film besser getan als so ein Gewusel mit massig losen Enden und einem
> Zuschauer, der mit fragendem Gesicht zurueckbleibt.

Keine offenen Fragen auf meiner Seite und kein fragendes
Gesicht. Das Ding entspricht teilweise sogar bis in
Einzelheiten dem Original "Infernal Affairs" ("Departed" ist
ja nur das Hollywood-Remake eines erfolgreichen und sehr
guten Hongkongfilms). Lediglich das aufgesetzte Ende in
Damons Appartment hat mich geärgert; das war der typisch
amerikanische Zusatz der gerechtfertigten Selbstjustiz.

Vollkommen gleich sind z. B. die Sache mit dem
"Citizen"-Umschlag; in beiden Filmen gibt sich der "Bad Cop"
bei einem Verhafteten als Anwalt aus; in beiden Filmen wird
dem "Good Mobster" der Gips von der Hand geprügelt, weil man
eine Wanze vermutet. Sogar das Spiel, woran an einen
Polizisten erkennt, ist in beiden Filmen vorhanden, woran
man sieht, wie wenig die Schreiber am Grundgerüst
tatsächlich verändert haben. Selbst die Enden sind bis auf
den bereits angemerkten Punkt absolut identisch.

Die neuen bzw. erweiterten Sub-Plots geben "Departed" im
Gegensatz zum Original ein wenig mehr "Fleisch" und Drama
(das Original bekam übrigens ein "Prequel" und ein
"Nachspiel", mit Flashbacks garniert, damit's so richtig
episch und keine offenen Fragen übrig bleiben). Ansonsten
tun sich beide Filme in der Qualität nicht viel - in meinen
Augen hervorragende Beispiele des Polizeithrillers und alles
andere als eine Enttäuschung.

Grüße
Hannes


    Reply to author    Forward  
You must Sign in before you can post messages.
To post a message you must first join this group.
Please update your nickname on the subscription settings page before posting.
You do not have the permission required to post.
lutz feustel  
View profile
 More options May 15, 11:02 am
Newsgroups: de.rec.film.misc
From: lutz feustel <usenetm...@nurfuerspam.de>
Date: Thu, 15 May 2008 17:02:52 +0200
Local: Thurs, May 15 2008 11:02 am
Subject: Re: Departed - Unter Feinden
Am Thu, 15 May 2008 01:11:22 +0200 schrieb Hannes Schwarz:

> Hat nur am Anfang ein paar Computerchips geklaut, die die
> Chinesen kaufen wollen. Über den Verbleib der Dinger erfährt
>   man später afair nichts mehr.

Sicher beim 1. Showdown sichergestellt, die Chips wirkten aber irgendwie
arg aufgesetzt, wie der Chef eines richtigen Syndikats wirkte der
ohnehin (IMHO) mies spielende Nicholson eh nicht.

> Dann hast Du nicht aufgepasst (oder die deutsche Synchro
> geschaut). Das Wort für die "Bürger-Daten" wurde von einem
> Mafioso falsch geschrieben; DiCaprio schrieb es richtig
> (wofür er von den Mobs ausgelacht wurde) und erkannte später
> seine Handschrift.

Was bitte ist das fuer ne Truppe? Beschriften brav den Umschlag? Warum
nicht gleich "Daten von allen, die wo bei unserer Bande mitmachen"
draufschreiben. Wozu dieser daemliche Kunstgriff mit der Handschrift.
Ein Umschlag mit Cranberrysaftflecken haette es doch auch getan.

>Bei mir gab es auch keinen Zweifel, daß
> keiner der Beiden irgendjemanden erkannt hat - keine Spur
> von "handwerklich schlecht gemacht"; ganz im Gegenteil.

hmm, ok, Interpretationssache

> Von welchem Polizeispitzel reden wir hier? Doch nicht etwa
> von dem Gangster, den die Presse zum Spitzel erklärt, um
> DiCaprio zu schützen?

Der, der DiCaprio ins Ohr hustet, er haette ihn zur falschen Adresse
geschickt, dass er trotzdem da war, bewiese, das er der Spitzel sei,
aber er habe nichts verraten weil *roechel*

Fuer mich ein Spitzel, dessen Tod und Aufenthaltsort der Leiche
DiCaprio, ohne das es angedeutet oder gar gezeigt wurde, den Cops
meldet. Nur eben erzaehlt der eine Mobster, er haette die Leiche allein
rausgeschleppt.

>> Warum wurde nicht aufgeloest, was in dem Umschlag war, den Costigan der
>> Psychologin gab? Warum hat sie ihn nicht der Poilzei uebergeben?
> Mußte das noch aufgelöst werden? Der Inhalt des Umschlags
> hatte sich mit den besseren Beweisen in Form der
> Überwachungstapes eh erledigt. Und das Frauen nicht
> unbedingt den Vater ihres ungeborenen Babies verraten, ist
> nichts Neues.

Nun, mit den Beweisen waere Damon festgenommen wurden, so konnte er noch
"Ordnung" schaffen. Lassen wir uns auf die mickrigen Hinweise ein, dann
hat die Psychaterin wohl das Material an Wahlberg gegeben, denn woher
haette der sonst wissen koennen, wer der Spitzel war. Trotzdem irgendwie
unausgereift, ich mag Filme, die mich zum Denken bringen, aber diese
Stocherei nervt. Da kann ich auch "Crazy Machines" spielen, kommt aufs
selbe raus.

> Keine offenen Fragen auf meiner Seite und kein fragendes
> Gesicht.

Ach, du hast bloss nicht aufmerksam genug zugeschaut, gibs doch zu....

> man sieht, wie wenig die Schreiber am Grundgerüst
> tatsächlich verändert haben. Selbst die Enden sind bis auf
> den bereits angemerkten Punkt absolut identisch.

Nunja, haette man ja alles nicht machen muessen. Die Begruendung "Weil
das dort auch so war" ist irgendwie bloed, wenn es bessere Wege gegeben
haette. Mittel und Moeglichkeiten hatte Scorsese.

Gus van Sant hat in Psycho auch alles genauso wie Hitch gemacht (von der
Farbe mal abgesehen), trotzdem laesst der Erfolg nun schon 10 Jahre auf
sich warten.
--
t"Durchhalten Gus!!!"z


    Reply to author    Forward  
You must Sign in before you can post messages.
To post a message you must first join this group.
Please update your nickname on the subscription settings page before posting.
You do not have the permission required to post.
Gerald Fix  
View profile
 More options May 15, 11:39 am
Newsgroups: de.rec.film.misc
From: Gerald Fix <gerald....@t-online.de>
Date: Thu, 15 May 2008 17:39:51 +0200
Local: Thurs, May 15 2008 11:39 am
Subject: Re: Departed - Unter Feinden
On Wed, 14 May 2008 21:00:54 +0200, lutz feustel

<usenetm...@nurfuerspam.de> wrote:
>Neulich zum ersten mal Departed gesehen, es gab ja ne Menge gute
>Kritiken und Lob, also war ich gespannt.

>Aber ach, wie hat mich Scorsese enttaeuscht.

Mir haben schon die Dialoge gereicht, denen Matt Damon bei den beiden
Cops ausgesetzt war. Das war nicht mal Dutzend-Serien-Niveau.

--
Viele Gr��e
Gerald Fix


    Reply to author    Forward  
You must Sign in before you can post messages.
To post a message you must first join this group.
Please update your nickname on the subscription settings page before posting.
You do not have the permission required to post.
lutz feustel  
View profile
 More options May 15, 3:42 pm
Newsgroups: de.rec.film.misc
From: lutz feustel <usenetm...@nurfuerspam.de>
Date: Thu, 15 May 2008 21:42:38 +0200
Local: Thurs, May 15 2008 3:42 pm
Subject: Re: Departed - Unter Feinden
Am Thu, 15 May 2008 17:39:51 +0200 schrieb Gerald Fix:

> Mir haben schon die Dialoge gereicht, denen Matt Damon bei den beiden
> Cops ausgesetzt war. Das war nicht mal Dutzend-Serien-Niveau.

Die good cop/bad cop-Nummer? Vielleicht wollte Scorsese ja auch nur den
"Fuck"-Counter von Scarface toppen.

Wenn ich Casino und Goodfellas sehe, kann ich einfach nicht glauben,
dass Departed aus der selben Hand stammt


    Reply to author    Forward  
You must Sign in before you can post messages.
To post a message you must first join this group.
Please update your nickname on the subscription settings page before posting.
You do not have the permission required to post.
Hannes Schwarz  
View profile
 More options May 15, 8:17 pm
Newsgroups: de.rec.film.misc
From: Hannes Schwarz <hannes.schwarz.duisb...@freenet.de>
Date: Fri, 16 May 2008 02:17:04 +0200
Local: Thurs, May 15 2008 8:17 pm
Subject: Re: Departed - Unter Feinden
Hallo Lutz,

lutz feustel schrieb:

>>Hat nur am Anfang ein paar Computerchips geklaut, die die
>>Chinesen kaufen wollen. Über den Verbleib der Dinger erfährt
>>  man später afair nichts mehr.
> Sicher beim 1. Showdown sichergestellt, die Chips wirkten aber irgendwie
> arg aufgesetzt, wie der Chef eines richtigen Syndikats wirkte der
> ohnehin (IMHO) mies spielende Nicholson eh nicht.

Sichergestellt wurden die Chips doch gar nicht. Es hieß, man
habe ein paar Chinesen mit den Chips geschnappt - die sich
als Fälschungen erwiesen. Ob Nicholsons Verbindung zum FBI
da nicht auch eine Rolle spielte, weiß man nicht. Daß ein
Verbrecher dieser Größenordnung für das FBI tätig ist,
impliziert ja fast schon Korruption in höheren Etagen.

Davon ab mochte ich Nicholsons Charakter in diesem Streifen.
Er ist eine Art Verdrehung des typischen Selfmade-Mans, der
auch, als er es eigentlich gar nicht mehr nötig hat, immer
noch selbst den Overall überstreift und mit anpackt.

>>Dann hast Du nicht aufgepasst (oder die deutsche Synchro
>>geschaut). Das Wort für die "Bürger-Daten" wurde von einem
>>Mafioso falsch geschrieben; DiCaprio schrieb es richtig
>>(wofür er von den Mobs ausgelacht wurde) und erkannte später
>>seine Handschrift.
> Was bitte ist das fuer ne Truppe? Beschriften brav den Umschlag? Warum
> nicht gleich "Daten von allen, die wo bei unserer Bande mitmachen"
> draufschreiben.

Warum nicht? Der Umschlag war nur für Nicholson bestimmt;
keiner der Leute sollte den Raum verlassen. Der Kerl, der
ihn beschriftete, war obendrein kein besonderes Cleverle.

> Wozu dieser daemliche Kunstgriff mit der Handschrift.
> Ein Umschlag mit Cranberrysaftflecken haette es doch auch getan.

Ich empfand es schon im Original als wunderbar einfach. Der
Wiedererkennungswert beim Zuschauer war so in jedem Falle
gegeben (nicht zwischen den Filmen, sondern im Falle des
Umschlages). Warum komplizieren, wenn es auch schlicht geht?
Wichtig an der Szene ist nur, daß es einen eindeutigen
Hinweis gibt. Das hat Scorsese noch mit der netten Idee
verbunden, daß die Mobs DiCaprio auslachen, als er das Wort
richtig schreibt. Das alles ist prägnanter und eindeutiger
als ein paar Saftflecken auf einem unbeschrifteten Umschlag,
wo es sich auch um einen simplen Zufall handeln könnte.

>>Von welchem Polizeispitzel reden wir hier? Doch nicht etwa
>>von dem Gangster, den die Presse zum Spitzel erklärt, um
>>DiCaprio zu schützen?
> Der, der DiCaprio ins Ohr hustet, er haette ihn zur falschen Adresse
> geschickt, dass er trotzdem da war, bewiese, das er der Spitzel sei,
> aber er habe nichts verraten weil *roechel*

> Fuer mich ein Spitzel, dessen Tod und Aufenthaltsort der Leiche
> DiCaprio, ohne das es angedeutet oder gar gezeigt wurde, den Cops
> meldet. Nur eben erzaehlt der eine Mobster, er haette die Leiche allein
> rausgeschleppt.

Was der Beseitiger erzählt, ist völlige Nebensache. Entweder
ist ihm DiCaprio gefolgt, oder er hat tatsächlich völlig
schlampig gearbeitet - was durchaus vorkommen soll. Ob es
tatsächlich ein Polizeispitzel war (was ich kaum glaube)
oder er DiCaprio nicht verraten oder einen besseren Moment
dafür abwarten wollte, erfahren wir nicht. Warum auch? Muß
alles immer haarklein erklärt werden?

>>>Warum wurde nicht aufgeloest, was in dem Umschlag war, den Costigan der
>>>Psychologin gab? Warum hat sie ihn nicht der Poilzei uebergeben?
>>Mußte das noch aufgelöst werden? Der Inhalt des Umschlags
>>hatte sich mit den besseren Beweisen in Form der
>>Überwachungstapes eh erledigt. Und das Frauen nicht
>>unbedingt den Vater ihres ungeborenen Babies verraten, ist
>>nichts Neues.
> Nun, mit den Beweisen waere Damon festgenommen wurden, so konnte er noch
> "Ordnung" schaffen.

Welchen Beweisen? Der Behauptung eines Mobsters, er wäre
Polizist und kein Verbrecher, sondern der Topstar des
Dezernats wäre der Maulwurf? Alles, was DiCaprio als
"Beweis" hatte, war der Umschlag im Büro Damons. Ob da diese
Aussage für eine Verhaftung ausgereicht hätte, wage ich zu
bezweifeln. Die Sache mit den Tapes kommt erst später.

Davon ab war das Material für den Todesfall DiCaprios
bestimmt. Wie wir klar erfahren, will er den Mistkerl selbst
zur Strecke bringen, um endlich seine wahre Identität
zurückzubekommen. Als Farmiga den Umschlag erhält, lebt
DiCaprio noch - sonst könnte er kaum das entlarvende Tonband
mit seiner Handschrift auf dem Umschlag an Damon senden, was
dann der Verlobten in die Hände fällt (das zweite Mal, daß
eine Handschrift auf einem Umschlag etwas in Gang bringt.
Gibt es da noch mehr in "Departed"? Beim nächsten Sehen
werde ich mal darauf achten).

> Lassen wir uns auf die mickrigen Hinweise ein, dann
> hat die Psychaterin wohl das Material an Wahlberg gegeben, denn woher
> haette der sonst wissen koennen, wer der Spitzel war.

Vielleicht hat sie auch einfach nur mit Wahlberg geredet -
oder der hat sich den Lebensstil Damons mal näher
vorgenommen und daraus seine Schlüsse gezogen. Wie schon
beschrieben hätte Scorsese dieses Ende weglassen sollen. Das
Original endet auf der Beerdigung - der Damon-Charakter
kommt ungestraft davon, was man wohl den westlichen
Zuschauern nicht zumuten wollte (vielleicht spielt da auch
Scorseses katholisches "Schuld-/Sühne-Verständnis" eine
Rolle - so ein "gerechtfertigter Mord" hinterläßt bei mir
zumindest einen üblen Nachgeschmack).

>>Keine offenen Fragen auf meiner Seite und kein fragendes
>>Gesicht.
> Ach, du hast bloss nicht aufmerksam genug zugeschaut, gibs doch zu....

Beide Versionen erst kürzlich hintereinander recht
aufmerksam geschaut und immer noch begeistert gewesen.

>>man sieht, wie wenig die Schreiber am Grundgerüst
>>tatsächlich verändert haben. Selbst die Enden sind bis auf
>>den bereits angemerkten Punkt absolut identisch.
> Nunja, haette man ja alles nicht machen muessen. Die Begruendung "Weil
> das dort auch so war" ist irgendwie bloed, wenn es bessere Wege gegeben
> haette. Mittel und Moeglichkeiten hatte Scorsese.

Wie gesagt, ich empfand alles sehr rund und schlüssig. Die
von Dir angemerkten Kritikpunkte sehe ich als völlig
unerheblich, zumal sie überhaupt keine Lücken darstellen.

> Gus van Sant hat in Psycho auch alles genauso wie Hitch gemacht (von der
> Farbe mal abgesehen), trotzdem laesst der Erfolg nun schon 10 Jahre auf
> sich warten.

Schlechtes Beispiel. "Departed" und "Infernal Affairs" sind
stilistisch völlig unterschiedliche Filme - lediglich die
Story inklusive einiger Dialoge ist gleich. Scorsese breitet
in zusätzlichen 45 Minuten zum Original noch ein wenig mehr
Drama sowie Charaktervertiefung aus, während in "Infernal
Affairs" wenig vertieft, weit weniger erklärt, dafür umso
mehr angedeutet wird (dafür gibt es dann noch 2 Nachfolger).
Vielleicht solltest Du Dir das Original anschauen, bevor Du
solche Vergleiche ziehst (DVDs von allen drei Teilen gibt es
von McOne (Teil 1 und 2 als Doppel-DVDs inkl. untertiteltem
AK; Teil 3 von Gallileo als Kinoversion inkl. DC).

Vielleicht liegt unsere gegensätzliche Auffassung an der
unterschiedlichen Herangehensweise an den Film: Ich wollte
den Streifen eigentlich gar nicht sehen, weil ich das
Original sehr mochte und nicht noch eine
Hollywood-Vergewaltigung eines asiatischen Filmes sehen
wollte - und wurde dann sehr positiv überrascht. Du hast
offensichtlich den Namen "Scorsese" in Verbindung mit
"Gangster" gesehen und einen Meilenstein erwartet.

Grüße
Hannes


    Reply to author    Forward  
You must Sign in before you can post messages.
To post a message you must first join this group.
Please update your nickname on the subscription settings page before posting.
You do not have the permission required to post.
Stefan Scholl  
View profile
 More options May 16, 9:03 am
Newsgroups: de.rec.film.misc
From: Stefan Scholl <ste...@no-spoon.de>
Date: Fri, 16 May 2008 15:03:22 +0200
Local: Fri, May 16 2008 9:03 am
Subject: Re: Departed - Unter Feinden

lutz feustel <usenetm...@nurfuerspam.de> wrote:
> Neulich zum ersten mal Departed gesehen, es gab ja ne Menge gute
> Kritiken und Lob, also war ich gespannt.

Und Oscars.

Ich habe vom Film viel mehr erwartet als er abgeliefert hat.

Hätte ich ihn vor der Verleihung gesehen, hätte ich mich gut
unterhalten gefühlt. Aber er war einfach nur ein 08/15-Krimi mit
ein paar Stars.

--
Web (en): http://www.no-spoon.de/ -*- Web (de): http://www.frell.de/


    Reply to author    Forward  
You must Sign in before you can post messages.
To post a message you must first join this group.
Please update your nickname on the subscription settings page before posting.
You do not have the permission required to post.
Gerald Fix  
View profile
 More options May 16, 10:13 am
Newsgroups: de.rec.film.misc
From: Gerald Fix <gerald....@t-online.de>
Date: Fri, 16 May 2008 16:13:23 +0200
Local: Fri, May 16 2008 10:13 am
Subject: Re: Departed - Unter Feinden
On Thu, 15 May 2008 21:42:38 +0200, lutz feustel

<usenetm...@nurfuerspam.de> wrote:
>Am Thu, 15 May 2008 17:39:51 +0200 schrieb Gerald Fix:

>> Mir haben schon die Dialoge gereicht, denen Matt Damon bei den beiden
>> Cops ausgesetzt war. Das war nicht mal Dutzend-Serien-Niveau.

>Die good cop/bad cop-Nummer?

Ja. Vielleicht liegts ja auch nur an der Synchro, aber für mich war
der Film damit zu Ende.

--
Viele Grüße
Gerald Fix


    Reply to author    Forward  
You must Sign in before you can post messages.
To post a message you must first join this group.
Please update your nickname on the subscription settings page before posting.
You do not have the permission required to post.
Hannes Schwarz  
View profile
 More options May 16, 11:44 pm
Newsgroups: de.rec.film.misc
From: Hannes Schwarz <hannes.schwarz.duisb...@freenet.de>
Date: Sat, 17 May 2008 05:44:31 +0200
Local: Fri, May 16 2008 11:44 pm
Subject: Re: Departed - Unter Feinden
Hallo Stefan,

Stefan Scholl schrieb:

> Hätte ich ihn vor der Verleihung gesehen, hätte ich mich gut
> unterhalten gefühlt. Aber er war einfach nur ein 08/15-Krimi mit
> ein paar Stars.

Wenn ein Thriller wie "Departed" oder "Infernal Affairs" nur
Durchschnitt-Krimis wären, dann wäre ich sehr froh über das
durchschnittliche Niveau der Krimis. Bitte benenne doch ein
paar der überdurchschnittlichen Krimis, die genauso
unterhaltend als auch in Teilen tiefschürfend etwa wie
"Infernal Affairs" / "Departed" sind.

Ich fange einfach mal an: "Color of the Truth" ("Hak bak sam
lam", HK 2003) kann es zwar nicht wirklich mit den beiden
vorgenannten Streifen aufnehmen, ist aber dennoch sehr
unterhaltsam (nach Deiner Definition also
unterdurchschnittlich). Selbst moderne verwandte Themen wie
"Dark Blue" (2002) oder "Training Day" (2001) erreichen
nicht diese Dichte bzw. Hervorhebung der beiden sich
bekriegenden Charaktere, was eben die Qualität von IA/D
ausmacht.

Es mag sein, daß nicht das Erwartungsniveau des Zuschauers
erreicht wird. Als "Storytelling" sind beide Streifen auf
höchstem Niveau. Die Bebilderung ist ebenso vieldeutig wie
mögliche Interpretationsmöglichkeiten; dafür ist die
Erzählweise zwar geradlinig, allerdings durchaus in
verschiedene Richtungen interpretierbar.

Nennt mir bitte ein paar Hollywood-Krimis der letzten Jahre
(außer Scorsese-Filmen und "L. A. Confidential"), auf die
diese Kriterien zutreffen. Wenn wir auf mehr als 100 kommen,
nachdem wir jeden einzelnen Beitrag als "Durchschnitt"
eingeschätzt haben, dann mag ich der Einschätzung von
"08/15" zustimmen. Ansonsten liegt "Departed" und "Infernal
Affairs" weit über jedem Krimi der 0'er, die ich bisher
gesehen habe.

Grüße
Hannes


    Reply to author    Forward  
You must Sign in before you can post messages.
To post a message you must first join this group.
Please update your nickname on the subscription settings page before posting.
You do not have the permission required to post.
Hannes Schwarz  
View profile
 More options May 17, 12:04 am
Newsgroups: de.rec.film.misc
From: Hannes Schwarz <hannes.schwarz.duisb...@freenet.de>
Date: Sat, 17 May 2008 06:04:02 +0200
Local: Sat, May 17 2008 12:04 am
Subject: Re: Departed - Unter Feinden
Hallo Gerald,

Gerald Fix schrieb:

>>>Mir haben schon die Dialoge gereicht, denen Matt Damon bei den beiden
>>>Cops ausgesetzt war. Das war nicht mal Dutzend-Serien-Niveau.

>>Die good cop/bad cop-Nummer?
> Ja. Vielleicht liegts ja auch nur an der Synchro, aber für mich war
> der Film damit zu Ende.

Wobei anzumerken ist, daß Wahlberg innerhalb seines
Charakters keine wirkliche Nummer durchzieht, sondern auch
beim Briefing der Polizisten die selbe sprachliche Schiene
fährt. Überhaupt ist die Beziehung zwischen Sheen und
Wahlberg, die leider nicht weiter ausgearbeitet wird (und
somit für Interpretationsspielräume mehr als geeignet ist),
sehr interessant. Immerhin sorgt es für einen typischen
Scorsese-Moment auf der Brücke.

Grüße
Hannes


    Reply to author    Forward  
You must Sign in before you can post messages.
To post a message you must first join this group.
Please update your nickname on the subscription settings page before posting.
You do not have the permission required to post.
Stefan Scholl  
View profile
 More options May 17, 4:30 am
Newsgroups: de.rec.film.misc
From: Stefan Scholl <ste...@no-spoon.de>
Date: Sat, 17 May 2008 10:30:07 +0200
Local: Sat, May 17 2008 4:30 am
Subject: Re: Departed - Unter Feinden