> > > Vielleicht Info-Guerilla - analog zur "Stadtguerrilla" der 60er/70er. > > Ja, ein guter Vergleich. Naivität und destruktiver Aktionismus in > > Verbindung mit Selbstherrlichkeit und fehlendem Rechtsbewußtsein. > Und trotzdem waren sie noch 1000mal sympathischer als das, wogegen sie > gekaempft haben. Uebrigens war ihr Problem nicht mangelndes, sondern > uebersteigertes Rechtsbewusstsein.
Hohohoo, endlich wieder eine diesmal sogar tagesaktuelle RAF-Diskussion! Gerade im Hinblick auf die hysterische Reaktion der üblichen Bedenkenträger auf die geplante RAF-Ausstellung in Berlin scheint mir der von mir an dieser Stelle oft geforderte Große Deutsche RAF-Film[tm] umso dringender nötig. Dieser Film könnte die kryptofaschistische(c) Reaktion des Staates genauso tief untersuchen wie die kruden, selbstverliebten Taten des Baader-Harems und trotzdem ein großes Publikum ansprechen - man denke allein an die Bilder, die ein talentierter Regisseur (Christian Petzold?) und sein fähiger Kameramann (Frank Griebe) in Szene setzen könnten:
- Das rote Blut des ermordeten Benno Ohnesorg im Gegenschnitt mit dem Weinglas Axel Springers, der gerade teuer zu Abend ißt
- Baader, wie er zu seiner Bande predigt, wen man töten müsse, und Jahre später Franz Josef Strauß, der im Krisenstab des Herbstes 1977 vorschlägt, jede Stunde einen Terroristen zu erschießen, auf die gleiche Weise aufgenommen
- Ulrike Marie Meinhof (Marie Bäumer), eine der profiliertesten politischen Journalistinnen der Republik, gibt ihr bürgerliches Leben durch einen Fenstersprung auf, mit dem sie sich Baader und Ensslin anschließt
- Baader und Pfarrerstochter Ensslin stilisieren sich als Bonnie und Clyde. Wie lächerlich sowas in Deutschland wirkt, wird durch einen zweiten "gelben Pulli" (siehe "Die innere Sicherheit") gezeigt
Diese und andere Bilder sind doch cineastischer Zucker! Warum können immer nur die Amis ihre Geschichte reißerisch verpacken, und wir erschöpfen uns in bleischweren, so sinn- wie fruchtlosen Dürfen-wir-das-Diskussionen? Eine kontroverse RAF-Ausstellung mit Demaskierung aller Beteiligten now! Der Große Deutsche RAF-Film[tm] NOW!
Schöne Grüße, Andreas, erwartungsvolle Baskenmütze -- You are not a beautiful or unique snowflake. +++ http://www.moviebazaar.de/ +++
>Hohohoo, endlich wieder eine diesmal sogar tagesaktuelle RAF-Diskussion! >Gerade im Hinblick auf die hysterische Reaktion der üblichen >Bedenkenträger auf die geplante RAF-Ausstellung in Berlin
Sachlich nachvollziehbare Kritik am Ausstellungskonzept als bloße Hysterie der Kritiker abzutun, ist zwar möglicherweise ziemlich cool, aber meiner Auffassung nach ziemlich unangebracht. (Und wen meinst du mit den "üblichen Bedenkenträgern"? hör' ick da wat trapsen?)
Die Einseitigkeit der Darstellung wurde ja inzwischen sogar schon von den Ausstellungsmachern selbst eingeräumt, die jetzt eiligst nachbessern. Überdies ist es doch durchaus eine kritische Nachfrage wert, warum Frau Weiss einfach so, mirnichstdirnichts, 100.000 Euro zuschießt, ohne sich offenbar auch nur im geringsten näher mit der Materie auseinandergesetzt zu haben.
Also hier geht dein Zwischenruf definitiv in die falsche Richtung.
>scheint mir der von mir an dieser Stelle oft geforderte Große Deutsche >RAF-Film[tm] umso dringender nötig.
Hier stimme ich dir zu - aber bitte ohne weitere Legendenbildung (es gibt derer schon zu viele) und historisch ordentlich recherchiert!
>Warum können immer nur die Amis ihre Geschichte reißerisch verpacken, und wir >erschöpfen uns in bleischweren, so sinn- wie fruchtlosen >Dürfen-wir-das-Diskussionen?
Du verkennst die Zielrichtung der Kritik - nicht alle Kritik ist von vornherein bleischwer. (Ist dir bewusst, dass du hier abermals ein Klischee verwendest?) Und nicht alle Kritiker fragen "Dürfen wir das?" Es geht nicht um's "ob", sondern um's "wie" - auch den Kritikern!
> Sachlich nachvollziehbare Kritik am Ausstellungskonzept als bloße > Hysterie der Kritiker abzutun
Sprechen wir vom selben Deutschland? Dem, in dem Westerwelle, Merz und andere, getrieben von der in diesen Dingen immer noch verläßlichen BILD, von einer "einseitigen Auseinandersetzung mit dem deutschen Terrorismus", einem "ungeheuerlichen Skandal" und einer "Glorifizierung" sprechen, anscheinend ohne sich überhaupt darüber informiert zu haben, wogegen sie da eigentlich krakeelen? Das Konzept der Ausstellung soll doch gerade einer Legendenbildung um die RAF entgegenwirken. Im Übrigen finde ich es äußerst befremdlich, daß schon geschrieen wird, bevor überhaupt ein Ausstellungsstück fertig ist - sind ja Zustände wie bei der Wehrmachtsausstellung. Eine RAF-Ausstellung ist nicht minder nötig.
> >scheint mir der von mir an dieser Stelle oft geforderte Große Deutsche > >RAF-Film[tm] umso dringender nötig. > Hier stimme ich dir zu - aber bitte ohne weitere Legendenbildung (es > gibt derer schon zu viele) und historisch ordentlich recherchiert!
Ich fände eine Untersuchung der RAF als selbst- und fremdstilisiertes Pop-Phänomen, wie sie ja "Baader" in Ansätzen versucht hat, gerade im Hinblick auf die heutige Zeit spannend. Denn warum findet heute keiner was dabei, ein T-Shirt mit dem Konterfei eines Menschen zu tragen, den man von einer gewissen Sichtweise aus durchaus als Terroristen bezeichnen könnte (Che Guevara)? Wie kommt er überhaupt auf T-Shirts? Ich glaube ja, daß die Leute in zwanzig Jahren so, wie sie heute Che-Shirts tragen, Osama-Shirts tragen werden (bin Laden hat mit seinem edlen arabischen Gesicht mindestens so viel populären Appeal wie der gute Ernesto) und vielleicht auch Baader-Hemden. Wie konnte eine so lächerliche Bande von Mordbuben und -mädels wie die Baaders und Meinhofs einen 60-Millionen-Staat in solche Hysterie versetzen? Warum das berühmte Logo mit der Kalashnikov? Und warum hat die BILD dieses Logo in ihrer "Berichterstattung" über den jungen, steinewerfenden Joschka Fischer immer wieder verwendet? Der Große Deutsche RAF-Film[tm] sollte 1977 enden, aber bis ins Heute und Morgen weisen.
> Es geht nicht um's "ob", sondern um's "wie" - auch den Kritikern!
Personen wie Westerwelle oder Merz scheint es meines Erachtens hauptsächlich um das Ob zu gehen. Es wird ja schon von einem Verbot gesprochen.
Schöne Grüße, Andreas -- You are not a beautiful or unique snowflake. +++ http://www.moviebazaar.de/ +++
> Der Große Deutsche RAF-Film[tm] sollte > 1977 enden
Nix da, das ist Stoff für mindestens eine Triologie! Ich will "RAF - The Next Generation"! (Regie: Oliver Hirschbiegel)
Herbst 1982. Christian Klar (Daniel Brühl) und Adelheid Schulz (Katharina Schüttler) schaufeln des Nachts Loch um Loch in den hessischen Staatsforst, verzweifelt auf der Suche nach ihren eigenen Erddepots. Als sie auf einer mondscheinumsäumten Lichtung endlich fündig werden, durchschneiden urplötzlich die Suchscheinwerfer von fünf (lautlosen!) BKA-Kampfhubschraubern die Dunkelheit, und der frischgebackene Innenminister Friedrich Zimmermann (Götz George) seilt sich fröhlich zur Festnahme ab. Bruckheimer go home!
Und was willst Du bloss mit diesen langweiligen Ausstellung? Wozu haben wir Dr. Guido Knopp? Irgendwann wird er mit den Nazis ja mal durch sein (Letzter Teil: "Hitlers Hunde"), dann kann er sich sofort der 36-teiligen Reihe über die RAF widmen.
Schöne Grüsse Frank
Letzte 3: Lucía y el sexo, Charlie's Angels: Full Throttle, Lampedusa
On Thu, 31 Jul 2003 01:15:59 +0200, "Andreas C. Lazar"
<la...@z.zgs.de> wrote: >Sprechen wir vom selben Deutschland? Dem, in dem Westerwelle, Merz und >andere, getrieben von der in diesen Dingen immer noch verläßlichen BILD, >von einer "einseitigen Auseinandersetzung mit dem deutschen >Terrorismus", einem "ungeheuerlichen Skandal" und einer "Glorifizierung" >sprechen, anscheinend ohne sich überhaupt darüber informiert zu haben, >wogegen sie da eigentlich krakeelen?
Hm, dein Wettern gegen Merz und Westerwelle nimmt langsam aber sicher paranoide Züge an. Wenn irgend etwas in Deutschland deiner Meinung nach schief läuft (und wenn man dich so wettern hört, dann muss das ja ein durch und durch beschissenes Land sein - ich teile deinen Zynismus wirklich nur ganz bedingt), müssen immer Westerwelle & Co. herhalten. Nicht gerade sehr überzeugend. So einflussreich ist Westerwelle nun wirklich nicht im Hinblick auf gesellschaftlich relevante Diskussionen - auch als FDP-Chef nicht.
Und übrigens: Es gibt eine Reihe weiterer Kritiker anderer politischer Couleur. Und neben der Bild, die - das ist doch ein alter Hut - auf jedes Trittbrett aufspringt, solange es nur ordentlich Krach macht (das ist doch nun wirklich keinerlei Erwähnung mehr wert - darüber regst du dich ernsthaft noch auf?), haben etliche andere namhafte Zeitungen und Zeitschriften (ob Spiegel, Zeit oder FAZ) das fragwürdige Ausstellungskonzept (fragwürdig, weil völlig unausgegoren) angegriffen. Sind das auch alles nur Krawallmacher?
>Das Konzept der Ausstellung soll doch gerade einer Legendenbildung um die RAF >entgegenwirken.
Mag ja sein, dass es das soll. Ob es aber dazu geeignet ist, ist doch wohl eine ganz andere Frage. Und - sorry - die Opferseite gänzlich außen vor zu lassen, ist bestenfalls total unsensibel, schlimmstenfalls historisch fragwürdig. Ob diese Auffassung nun politisch opportun ist oder nicht - die berechtigten Ansprüche auf Berücksichtigung _beider_ Seiten als bloße Hysterie abzutun, ist schon ganz schön heftig. Im übrigen erwarte ich von Kuratoren sowohl Fingerspitzengefühl als auch historische Genauigkeit, zumal, wenn's um gesellschaftlich relevante Themen geht. (Und das Thema RAF als Teil unserer jüngsten Geschichte ist ein solches - darüber sind wir uns wohl einig.) Immerhin handelt es sich nicht um irgendeine Pisselsausstellung in Watweißdennich, sondern um die erste dieser Art, und das auch noch in Berlin.
>Im Übrigen finde ich es äußerst befremdlich, daß schon geschrieen wird, bevor >überhaupt ein Ausstellungsstück fertig ist - sind ja Zustände wie bei >der Wehrmachtsausstellung. Eine RAF-Ausstellung ist nicht minder nötig.
Dass sie nötig ist, bezweifle ich nicht - und bezweifeln etliche _seriöse_ Kritiker nicht. Aber bitte nicht so'n Schnellschuss ohne Sinn und Verstand! Übrigens: Darf ich vorsichtig daran erinnern, dass Reemtsma auch nicht gerade historisch völlig einwandfrei gearbeitet hat? Und dies ist nicht von den Angehörigen der Rechtsaußen-Liga kritisiert worden (die in der Tat nur Krawall gemacht haben), sondern von Historikern, deren poltische Grundeinstellung über jeden Zweifel erhaben ist. Auch Reemtsma hat schwerwiegende Fehler eingeräumt. Also immer alle Kritiker in die Krawall- respektive rechte Ecke einzuordnen, ist wirklich ein wenig zu kurz gegriffen und reichlich undifferenziert. Bitte überdenke deinen Standpunkt nochmal!
Ich möchte mal umgekehrt zurückfragen: Du wirfst den Kritikern samt und sonders vor, dass sie eine Sache rundheraus als unangemessen kritisieren (beziehst dich dabei aber leider nicht auf die Sachargumente, denen man sich meiner Meinung nach kaum entziehen kann). Kannst du denn umgekehrt mal deine Argumente _für_ diese Ausstellung darlegen (und bitte etwas begriffsabgespeckt - normalerweise bin ich ja ein erklärter Fan deiner begriffsfetischistischen Ergüsse über Filme, aber hier würde ich dich mal um etwas mehr Klarheit und etwas weniger blumige Umschreibungen bitten - damit so'n Depp wie ich es auch kapiert)? Und ich meine jetzt nicht "für eine RAF-Ausstellung generell" - das Interesse an einer solchen dürftest du mit einer großen Anzahl Leute in Deutschland teilen, mich eingeschlossen -, sondern speziell für _diese_ Ausstellung! Also: Was konkret überzeugt dich speziell an _diesem_ Ausstellungskonzept? Und hier kannst du mich mit ein paar wenigen hehren Absichtserklärungen der offenbar ziemlich dilettantisch arbeitenden Ausstellungsmacher nicht überzeugen. Jetzt mal Butter bei die Fische! ;-)
>> Es geht nicht um's "ob", sondern um's "wie" - auch den Kritikern!
>Personen wie Westerwelle oder Merz scheint es meines Erachtens >hauptsächlich um das Ob zu gehen. Es wird ja schon von einem Verbot >gesprochen.
Ach, Andreas, Westerwelle und Merz interessieren mich in dieser Frage nun wirklich nicht die Bohne! Wenn's um Fußballfragen geht, höre ich auch nicht auf das, was Jenny Elvers zu sagen hat. Guck' doch bitte mal über den Tellerrand und leg' deine liebgewonnenen Feindbilder für einen Augenblick zur Seite!
> Hm, dein Wettern gegen Merz und Westerwelle nimmt langsam aber sicher > paranoide Züge an.
Es waren hier aber wirklich Westerwelle und Merz, die sich lautstark zu Wort gemeldet haben und prompt in allen Medien zitiert wurden. Was kann ich dafür, wenn die zwei Hampelmänner zu allem und jedem ihren Senf geben müssen :-)
> Wenn irgend etwas in Deutschland deiner Meinung nach schief läuft > (und wenn man dich so wettern hört, dann muss das ja ein durch und > durch beschissenes Land sein - ich teile deinen Zynismus wirklich nur > ganz bedingt), müssen immer Westerwelle & Co. herhalten.
Wahlweise auch gern die Regierung Kohl und die deutsche Geschichte und Gesellschaft allgemein :) Im Ernst, ich wundere mich, warum meine skeptische Haltung gegenüber Deutschland allseitig immer auf solche Ablehnung stößt. Sicher leben wir in nahezu unglaublichem Wohlstand, aber dafür in einer Kultur, die zur wahren Freiheitlichkeit, Gleichheit und inneren Stärke noch einen langen Weg vor sich hat. Das fängt beim immer noch bei den meisten verinnerlichten traditionellen Rollenmodell an und geht über das erst jüngst wieder zu beobachtende Ignorieren der Männer des 20. Juli bis zu den verbalen Gewaltfilmverbrennungen nach "Erfurt" (heh, ontopic!). Daß hierzulande also alles in bester Ordnung wäre, kann man nicht behaupten - eher im Gegenteil.
> Und neben der Bild [...] haben etliche andere namhafte Zeitungen und > Zeitschriften (ob Spiegel, Zeit oder FAZ) das fragwürdige > Ausstellungskonzept (fragwürdig, weil völlig unausgegoren) angegriffen. > Sind das auch alles nur Krawallmacher?
Ich habe nicht behauptet, daß das Ausstellungskonzept (gibt es überhaupt schon ein endgültiges oder nur lose Vorüberlegungen?) besonders glücklich oder gelungen wäre, sondern mich gegen das hysterische Krakeelen gewendet, das schon für die ersten Brainstormings eine Schere im Kopf und Verbote fordert. Das habe ich als erneutes Indiz dafür gewertet, daß erstens eine sachliche und ausgewogene RAF-Ausstellung dringend nötig ist und zweitens einige Nachhilfestunden in Demokratie und Freiheit für unsere Politchargen.
> Und - sorry - die Opferseite gänzlich außen vor zu lassen, ist > bestenfalls total unsensibel, schlimmstenfalls historisch fragwürdig.
Das gibt der Ausstellungsmacher in einem Interview mit der "Süddeutschen" ja auch als Versäumnis zu, und hier ist sicher Kritik angebracht. Differenzierte und sachliche, nicht hysterisches Geschrei, das alle Zwischentöne überdeckt.
> Darf ich vorsichtig daran erinnern, dass Reemtsma auch nicht gerade > historisch völlig einwandfrei gearbeitet hat?
Das ist mir bekannt. Gegen berechtigte Kritik ist ja auch nichts zu sagen, ich reagiere nur auf uninformiertes, pauschales Kreischen im Vorfeld allergisch. In diesem Fall hätte man doch wenigstens das endgültige Ausstellungskonzept abwarten können - der Leiter hat der "Süddeutschen" auch gesagt, daß man sich schon im Juni entschieden habe, ein Jahr draufzulegen.
> Also: Was konkret überzeugt dich speziell an _diesem_ > Ausstellungskonzept?
Wie gefragt: gibt es denn schon ein endgültiges Ausstellungskonzept oder nur Absichtserklärungen und Presseschnipsel? Soweit ich das überblicke, befindet sich die Ausstellung doch noch in einem sehr frühen Planungsstadium.
> Ach, Andreas, Westerwelle und Merz interessieren mich in dieser Frage > nun wirklich nicht die Bohne!
Diese Figuren geben aber in der Öffentlichkeit den Ton an und nicht der besonnene Leitartikler aus der Zeitung oder der clevere Reporter aus dem Nachrichtenmagazin. Im Übrigen erhebe ich Merz und Westerwelle nicht zu meinen "Feindbildern" - die Ehre kriegen sie nicht :-)
Schöne Grüße, Andreas -- You are not a beautiful or unique snowflake. +++ http://www.moviebazaar.de/ +++
> Im Ernst, ich wundere mich, warum meine skeptische Haltung gegenüber > Deutschland allseitig immer auf solche Ablehnung stößt. Sicher leben wir > in nahezu unglaublichem Wohlstand, aber dafür in einer Kultur, die zur > wahren Freiheitlichkeit, Gleichheit und inneren Stärke noch einen langen > Weg vor sich hat.
Wo mangelt's denn deiner Meinung nach an der "wahren Freiheitlichkeit" (was immer das auch ist) denn?
> und geht über das erst > jüngst wieder zu beobachtende Ignorieren der Männer des 20. Juli
Mich stört viel mehr das Ignorieren von Georg Elser, der meilenweit über den Leuten vom 20. Juli steht.
> Wo mangelt's denn deiner Meinung nach an der "wahren Freiheitlichkeit" > (was immer das auch ist) denn?
Ich möchte nicht nur das Gefühl, sondern die Gewißheit haben, daß meine Freiheit erst dort endet, wo ich willentlich die Freiheit eines anderen verletze. Ich möchte also am Telefon vom neuesten Gewaltporno schwärmen und mir den krassesten Horror-Trash aus Japan bestellen, ohne daß jemand mich abhört oder meine Post aufmacht. Ich möchte den "Tötet alle Schulmädchen"-Mod von Half-Life spielen und dabei alle Werke des Marquis de Sade lesen, wozu ich mich mit Hackfleisch und Nutella einschmiere und wie ein wilder Affe masturbierend durch meine Wohnung hüpfe, ohne daß ich in die Anstalt wandere. Und ich möchte unverwässerten Absinth saufen, eine Nase nach der anderen koksen und mir dabei von einem Bunny die Lunge rauspeitschen lassen und für diese Taten selbstverständlich vom Bundesverfassungsgericht freigesprochen werden. _Das_ ist Freiheit, und gerade mit unserer Geschichte sollten wir eigentlich die weltweite liberalste Meinungs-, Informations- und Selbstbestimmungsfreiheit haben. Stattdessen verhält es sich genau umgekehrt.
> > und geht über das erst > > jüngst wieder zu beobachtende Ignorieren der Männer des 20. Juli > Mich stört viel mehr das Ignorieren von Georg Elser, der meilenweit > über den Leuten vom 20. Juli steht.
Man muß seine Ziele niedrig stecken. Im Moment erfährt doch noch nicht einmal mehr der Holocaust-Gedenktag Beachtung.
Schöne Grüße, Andreas -- You are not a beautiful or unique snowflake. +++ http://www.moviebazaar.de/ +++
> Ich möchte also am Telefon vom neuesten Gewaltporno schwärmen > und mir den krassesten Horror-Trash aus Japan bestellen, ohne daß jemand > mich abhört oder meine Post aufmacht. Ich möchte den "Tötet alle > Schulmädchen"-Mod von Half-Life spielen und dabei alle Werke des Marquis > de Sade lesen, wozu ich mich mit Hackfleisch und Nutella einschmiere und > wie ein wilder Affe masturbierend durch meine Wohnung hüpfe, ohne daß > ich in die Anstalt wandere. Und ich möchte unverwässerten Absinth > saufen, eine Nase nach der anderen koksen
Bis hierher: So what? Ist doch alles kein Ding. Vielleicht ein etwas eigenwilliger Geschmack, aber wenn's Deiner Haut gut tut...
> und mir dabei von einem Bunny > die Lunge rauspeitschen lassen
Aber _das_ hier, einen unschuldigen Feldhasen auf Gewalt abzurichten, das ist eine durch nichts zu entschuldigende Tierquälerei! Ab mit Dir nach Stammheim!
Schöne Grüsse Frank
Letzte 3: Charlie's Angels: Full Throttle, Lampedusa, Terminator 3
Frank Beck wrote: > Letzte 3: Charlie's Angels: Full Throttle, Lampedusa, Terminator 3
Wie ist Lampedusa? Gibt's nächste Woche bei uns 1x als OmU, vielleicht bekomme ich einen freien Abend... ;-)
"Japon" habe ich mir angesehen. Ein Film, der nicht gerade vor Optimismus platzt, um es mal vorsichtig auszudrücken... Gefiel mir sehr gut, die Schlußszene (also die Kamerafahrt um den Traktorunfall) fand ich ziemlich klasse (obwohl mir dabei fast schwindlig wurde). Stellt sich natürlich die Frage, was aus unserem Protagonisten wird. Ob er es nochmal heraus aus dem Tal schafft?
Wirklich nett war übrigens "Das letzte Kino der Welt". Trotz einiger tragischer Elemente ist der Film doch deutlich positiver als "Japon" (wen wundert's?). Und die Moral von der Geschicht': Patagonien ist wunderschön, aber der A**** der Welt.
>Frank Beck wrote: >> Letzte 3: Charlie's Angels: Full Throttle, Lampedusa, Terminator 3
>Wie ist Lampedusa? Gibt's nächste Woche bei uns >1x als OmU, vielleicht bekomme ich einen freien >Abend... ;-)
Ich fand ihn wirklich schön. Ich schätze mal, das ist ein stark Tagesform-abhängiger Film (zumindest bei mir). Aber für einen lauen Sommer-Abend wie geschaffen.
Erinnerte mich etwas an (die erste Hälfte von) Malena, nur ohne Politik.
> Ich möchte also am Telefon vom neuesten Gewaltporno schwärmen > und mir den krassesten Horror-Trash aus Japan bestellen, > [usw, usf.] > _Das_ ist Freiheit,...
Welch belangloser Quatsch [1] bei dir als Inbegriff der Freiheit gilt... ich bin ernsthaft entsetzt! Hätte "Höheres" erwartet.
Als wenn wir keine wichtigeren Probleme hätten als Wichsen, Koksen und HalfLife-Daddeln ...
Gruß, Martin
[1] wobei außer der Rumkokserei kaum etwas davon wirklich verboten ist.
> Wie ist Lampedusa? Gibt's nächste Woche bei uns > 1x als OmU, vielleicht bekomme ich einen freien > Abend... ;-)
Diese OmU-Kopie kenne ich auch, scheint derzeit durch die Lande zu wandern. Ja, es ist ein schöner Film, schöne Bilder, schöne Menschen. Frau Golino geht gerne unbekleidet im Meer schwimmen (watch out for "Toter Mann" :-), was auf der sizilianischen Insel offenbar ein völlig unübliches Verhalten ist, und vom Rest der Bevölkerung ebensowenig toleriert wird, wie freilaufende Hunde. Sehr lehrreich, wenn man schon immer mal wissen wollte, wie denn die italienischen Machos entstehen. Erwarte aber nicht "Breaking the waves".
> "Japon" habe ich mir angesehen. Ein Film, der nicht gerade > vor Optimismus platzt, um es mal vorsichtig auszudrücken...
<g> Und mit echtem Tiersnuff (wenn man der IMDb glauben darf).
> Gefiel mir sehr gut, die Schlußszene (also die Kamerafahrt > um den Traktorunfall) fand ich ziemlich klasse (obwohl mir > dabei fast schwindlig wurde).
Hmm, jetzt, wo Du es erwähnst, fällt mir auch wieder ein, dass ich mal nachsehen wollte, wie das gemacht worden ist. Auf die Schnelle habe ich leider nichts dazu gefunden. Ich vermute, dass auf den Schienen eine Art Dolly mit einem weit ausschwenkenden Kran geführt wurde. Oder es gab einen _sehr_ ausdauernden Kameramann mit einer Steadycam. ;-)
> Stellt sich natürlich die Frage, was aus unserem Protagonisten > wird. Ob er es nochmal heraus aus dem Tal schafft?
Nunja, am Ende gibt es ja eigentlich nichts mehr, was ihn dort halten könnte. Oder meinst Du, ob er noch einmal einen Versuch unternimmt? Die Waffe hat er ja weggeworfen.
> Wirklich nett war übrigens "Das letzte Kino der Welt".
Den habe ich verpasst.
> Trotz einiger tragischer Elemente ist der Film doch > deutlich positiver als "Japon" (wen wundert's?).
Ich komme gerade aus "Lichter", da gibt's auch nicht so furchtbar viel zu lachen. Sehr sehenswert. Der kleine Hosenscheisser aus "Der Felsen" ist ja verdammt schnell gewachsen. :-)
On Fri, 01 Aug 2003 14:54:43 +0200, "Andreas C. Lazar" <la...@z.zgs.de> erklärte, was er unter wahrer Freiheit versteht:
>Ich möchte nicht nur das Gefühl, sondern die Gewißheit haben, daß meine >Freiheit erst dort endet, wo ich willentlich die Freiheit eines anderen >verletze. Ich möchte also am Telefon vom neuesten Gewaltporno schwärmen >und mir den krassesten Horror-Trash aus Japan bestellen, ohne daß jemand >mich abhört oder meine Post aufmacht. Ich möchte den "Tötet alle >Schulmädchen"-Mod von Half-Life spielen und dabei alle Werke des Marquis >de Sade lesen, wozu ich mich mit Hackfleisch und Nutella einschmiere und >wie ein wilder Affe masturbierend durch meine Wohnung hüpfe, ohne daß >ich in die Anstalt wandere. Und ich möchte unverwässerten Absinth >saufen, eine Nase nach der anderen koksen und mir dabei von einem Bunny >die Lunge rauspeitschen lassen und für diese Taten selbstverständlich >vom Bundesverfassungsgericht freigesprochen werden
(Das Bundesverfassungsgericht beschäftigt sich gottseidank nicht mit den albernen Vergehen solcher Spinner, sondern mit ernsthaften Verfassungsfragen - das nur nebenbei.)
> _Das_ ist Freiheit,
_Das_ soll Freiheit sein? Oh Mann, was für ein armseliger und hohler Freiheitsbegriff, Andreas. Und das von dir! Wer, bitteschön, hindert dich denn daran, all dies zu tun? Hoffentlich dein guter Geschmack oder vielleicht auch dein strenges Über-Ich, aber ganz gewiss nicht die Gesetze!
Selbst koksen kannst du relativ ungestraft, sofern du keine Mädels zum Mitkoksen anstiftest. Also mach' dich mal nicht nass!
Dein erster Satz in dieser Aufzählung illustrer Freizeitbeschäftigungen ließ ja noch hoffen, aber was dann kam, entzieht sich nun wirklich einer sachlichen Reaktion. Bitte überdenke nochmal deinen Freiheitsbegriff!
(Übrigens gehört zur Freiheit nicht nur die Freiheit des einzelnen, sondern auch die Freiheit der Demokratie insgesamt. Schonmal was von "wehrhafter Demokratie" gehört? Aber auf die politische Ebene bist du oben ja gar nicht erst gekommen.)
>und gerade mit unserer Geschichte sollten wir eigentlich die weltweite >liberalste Meinungs-, Informations- und Selbstbestimmungsfreiheit haben. >Stattdessen verhält es sich genau umgekehrt.
??? Also jetzt wird's echt abenteuerlich! Du willst im Ernst behaupten, dass in diesem unseren Land keine Meinungsfreiheit herrsche? Dass der Einzelne kein Selbstbestimmungsrecht besäße? Dass wir keinerlei Informationsfreiheit hätten? Ich _bitte_ dich!
zwar sind schon einige Leute in die Bresche gesprungen und haben vieles geäußert, was ich dir auch erwidern möchte, aber da noch nicht alles gesagt ist, kriegst du jetzt auch noch meinen Senf um die Ohren geklatscht. :-)
>> Wenn irgend etwas in Deutschland deiner Meinung nach schief läuft >> (und wenn man dich so wettern hört, dann muss das ja ein durch und >> durch beschissenes Land sein - ich teile deinen Zynismus wirklich nur >> ganz bedingt), müssen immer Westerwelle & Co. herhalten.
>Wahlweise auch gern die Regierung Kohl und die deutsche Geschichte und >Gesellschaft allgemein :)
Ich vergaß. ;-)
>Im Ernst, ich wundere mich, warum meine skeptische Haltung gegenüber >Deutschland allseitig immer auf solche Ablehnung stößt.
Ich versuche mich mal an einer vorsichtigen, dennoch ehrlichen Erklärung: Vielleicht liegt es ja daran, dass du tatsächlich stets im Bausch und Bogen gleich alles verdammst, dabei trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) deines begrifflichen Firlefanzes oft ziemlich undifferenziert zu Werke gehst und dann im Ergebnis oftmals eine eher unbefriedigende Schwarz-Weiß-Suppe dabei herauskommt.
(Sorry for being honest.)
Mit einer differenzierten und sachlich begründeten skeptischen Grundhaltung würdest du bei mir niemals auf Widerspruch stoßen. Denn zweifelsohne - da hast du im folgenden Recht - gibt es auch hier in D eine Menge an Dingen, die es zu kritisieren lohnt.
>Sicher leben wir >in nahezu unglaublichem Wohlstand, aber dafür in einer Kultur, die zur >wahren Freiheitlichkeit, Gleichheit und inneren Stärke noch einen langen >Weg vor sich hat.
Dazu mehr in meiner Reply auf dein anderes Posting, in dem du uns an deinen etwas eigentümlichen sexuellen Vorlieben teilhaben lässt. ;-) (Im Ernst: Einen solch banalen Freiheitsbegriff hätte ich von einem denkenden Menschen wie dir nun wirklich nicht erwartet.)
>Das fängt beim immer noch bei den meisten verinnerlichten traditionellen >Rollenmodell an
Hm, Gesellschaften ändern sich nunmal nicht von heute auf morgen, sondern sind, gerade was die Entwicklung mentaler Modelle anbelangt, ziemlich träge. Dennoch solltest du auch hier nicht nur die letzten 20 Jahre in Betracht ziehen, sondern deinen Blickwinkel auf größere historische Zusammenhänge richten. Dann ist es doch ein leichtes festzustellen, dass hinsichtlich der Männder- und Frauenbilder (so du die jetzt meintest mit deinem Hinweis auf Rollenmodelle) im 20. Jahrhundert im Vergleich zu vorherigen Jahrhunderten geradezu explosive Veränderungen vonstatten gegangen sind (zumindest, wenn ich mich jetzt mal auf die westliche Welt beziehe). Dass da möglicherweise immer noch Handlungs- und Verbesserungsbedarf bestehen, steht wohl außer Frage. Aber ich kann in diesem Punkt das Gezeter und Gejammere nicht verstehen. Ich habe mich weder in meinen Berufsplänen noch in meiner Familienplanung und der damit zusammenhängenden Frage nach Vereinbarkeit von Kind und Beruf je benachteiligt gefühlt.
>und geht über das erst jüngst wieder zu beobachtende Ignorieren der Männer >des 20. Juli bis zu den verbalen Gewaltfilmverbrennungen nach "Erfurt" (heh, ontopic!). > Daß hierzulande also alles in bester Ordnung wäre, kann man nicht behaupten >- eher im Gegenteil.
Behauptet auch keiner. Aber es ist eben weiß Gott auch nicht alles scheiße. Wer hier in Deutschland oder generell in der westlichen Hemisphäre geboren ist, hat zunächst einmal im Vergleich zu Menschen in anderen Erdteilen das große Los gezogen. (Und jetzt komm' nicht damit, dass es auch in Deutschland Armut gibt. Das ist mir klar und das unterschätze ich auch nicht. Aber es geht jetzt mal um größere Zusammenhänge.)
>> Und neben der Bild [...] haben etliche andere namhafte Zeitungen und >> Zeitschriften (ob Spiegel, Zeit oder FAZ) das fragwürdige >> Ausstellungskonzept (fragwürdig, weil völlig unausgegoren) angegriffen. >> Sind das auch alles nur Krawallmacher?
>Ich habe nicht behauptet, daß das Ausstellungskonzept (gibt es überhaupt >schon ein endgültiges oder nur lose Vorüberlegungen?) besonders >glücklich oder gelungen wäre, sondern mich gegen das hysterische >Krakeelen gewendet, das schon für die ersten Brainstormings eine Schere >im Kopf und Verbote fordert.
Sorry, lieber Andreas, der einzige, der in diesem Thread krakeelt hat, warst du! Du hast auf vorsichtig geäußerte Skepsis bezüglich der RAF-Ausstellung gleich wie ein Pawlowscher Hund reagiert.
>Das habe ich als erneutes Indiz dafür gewertet, daß erstens eine sachliche und >ausgewogene RAF-Ausstellung dringend nötig ist und zweitens einige Nachhilfestunden > in Demokratie und Freiheit für unsere Politchargen.
Wenn ich hier mal einhaken darf: Ist dir eigentlich bewusst, dass du mit so manchem deiner Begriffe eine Menge Klischees und Vorurteile transportierst? Ich meine hier "Politchargen." Ein derart negativ konnotierter und pauschal zur Verurteilung einer ganzen Berufssparte verwendeter Begriff ist nicht gerade dazu geeignet, deinen Standpunkt sachlich nachvollziehbar werden zu lassen.
So wie manche Leute für einen guten _Witz_ ihre Oma umbringen würden, scheint mir diese Mentalität bei dir in bezug auf reißerische Begriffe vorhanden zu sein. Nix für ungut.
>> Und - sorry - die Opferseite gänzlich außen vor zu lassen, ist >> bestenfalls total unsensibel, schlimmstenfalls historisch fragwürdig.
>Das gibt der Ausstellungsmacher in einem Interview mit der >"Süddeutschen" ja auch als Versäumnis zu,
Das ist ja schön für ihn - nachdem er einen nicht unerheblichen Batzen an Steuergeldern schon im Vorfeld einkassiert hat.
>und hier ist sicher Kritik angebracht. Differenzierte und sachliche, nicht hysterisches >Geschrei, das alle Zwischentöne überdeckt.
Kein Mensch wollte hier in diesem Thread Zwischentöne überdecken.
>Das ist mir bekannt. Gegen berechtigte Kritik ist ja auch nichts zu >sagen, ich reagiere nur auf uninformiertes, pauschales Kreischen im >Vorfeld allergisch. In diesem Fall hätte man doch wenigstens das >endgültige Ausstellungskonzept abwarten können - der Leiter hat der >"Süddeutschen" auch gesagt, daß man sich schon im Juni entschieden habe, >ein Jahr draufzulegen.
Dann hätte man mit großzügigen Vorfinanzierungen bitte auch abwarten können, bis ein ordentliches Konzept vorliegt. Das vorhandene Konzept eines Konzeptes ist jedenfalls schon sowas von lückenhaft und peinlich, dass die schnelle finanzielle Unterstützung für dieses unprofessionelle Unterfangen (vor allem angeischts chronisch leerer Kassen) um so peinlicher ist!
>> Also: Was konkret überzeugt dich speziell an _diesem_ >> Ausstellungskonzept?
>Wie gefragt: gibt es denn schon ein endgültiges Ausstellungskonzept oder >nur Absichtserklärungen und Presseschnipsel? Soweit ich das überblicke, >befindet sich die Ausstellung doch noch in einem sehr frühen >Planungsstadium.
Um so schlimmer! Wie ich bereits mehrfach betonte: Dass hier schon bereitwillig ohne nähere Prüfung Gelder bereitgestellt wurden, ist ja wohl Grund genugt, mal kritisch nachzufragen, _wofür_ denn das Geld ausgegeben wurde. Hätten die Ausstellungsmacher erstmal still und heimlich im verborgenen gebrötschelt, hätte das sicherlich keine Sau interessiert. Aber man wird doch wohl fragen dürfen (müssen!), wenn viele künstlerische Projekte aus allen nur erdenklichen Gründen abgelehnt oder bestenfalls mit Almosen bedacht werden, und dann kommt einer her und sagt "Also isch mach dann mal 'ne Aussstellung über die RAF - hab' zwar keine Ahnung wie, aber lasst erstmal die Kohle rüberwachsen, Frünnde".
Also ich wundere mich sehr, dass du da keinerlei Bedarf für Fragen siehst.
>> Ach, Andreas, Westerwelle und Merz interessieren mich in dieser Frage >> nun wirklich nicht die Bohne!
>Diese Figuren geben aber in der Öffentlichkeit den Ton an und nicht der besonnene >Leitartikler aus der Zeitung oder der clevere Reporter aus dem >Nachrichtenmagazin.
Unsinn - in deiner Wahrnehmung vielleicht und möglicherweise auch auf den ersten Blick. Aber diese beiden Herren geben trotz permanenter Medienpräsenz und regelmäßiger Besuche bei Sabine-"Ich tu-dann-mal-so-als-hätte-ich-Ahnung"-Christiansen nun wirklich nicht den Ton an. Da gibt es gottseidank eine ganze Reihe kluger Köpfe in unserem Land, die mitdenken und die Öffentlichkeit an ihren Gedankengängen auch teilhaben lassen. Wenn Westerwelle tatsächlich den Ton angäbe, dann würde die von ihm geführte Partei sicherlich nicht in einstelligen Prozentbereichen rumdümpeln, oder?
>Im Übrigen erhebe ich Merz und Westerwelle nicht zu >meinen "Feindbildern" - die Ehre kriegen sie nicht :-)
> ??? Also jetzt wird's echt abenteuerlich! Du willst im Ernst > behaupten, dass in diesem unseren Land keine Meinungsfreiheit > herrsche? Dass der Einzelne kein Selbstbestimmungsrecht besäße? Dass > wir keinerlei Informationsfreiheit hätten? Ich _bitte_ dich!
Bitte mal lieber einen Herrn Büssow der Bezirksregierung Düsseldorf.
>Behauptet auch keiner. Aber es ist eben weiß Gott auch nicht alles >scheiße. Wer hier in Deutschland oder generell in der westlichen >Hemisphäre geboren ist, hat zunächst einmal im Vergleich zu Menschen >in anderen Erdteilen das große Los gezogen.
Das älteste Totschlagargument, wenn das Kind mal wieder den Fraß, den Mama verbrochen hat, nicht essen will: "Du hast es doch so gut, denk doch mal an die armen Armen in $Dritteweltland. Und jetzt iß." Dass der Kappes nicht greift, weil wir eben _hier_ und die eben _dort_ sind, sollte selbst ein Soziologiestudent im ersten Semester verstanden haben.
>(Und jetzt komm' nicht >damit, dass es auch in Deutschland Armut gibt. Das ist mir klar und >das unterschätze ich auch nicht. Aber es geht jetzt mal um größere >Zusammenhänge.)
Gegenargument gleich mitentkräftet? Rhetorik for runaways? Ach ja, die grösseren Zusammenhänge, na, das schlägt natürlich alles. Wo sind sie denn, die grösseren Zusammenhänge? Interessieren doch sonst auch keinen, warum sollten sie hier Diskussionsrelevant sein?
>Wenn ich hier mal einhaken darf: Ist dir eigentlich bewusst, dass du >mit so manchem deiner Begriffe eine Menge Klischees und Vorurteile >transportierst? Ich meine hier "Politchargen." Ein derart negativ >konnotierter und pauschal zur Verurteilung einer ganzen Berufssparte >verwendeter Begriff ist nicht gerade dazu geeignet, deinen Standpunkt >sachlich nachvollziehbar werden zu lassen.
Keine Ehre, wem keine gebührt. "Politchargen" trifft es auf den Punkt. Da gibt's nix schönzureden.
Matthias -- SNAFU ____________________________________________________________ Die E-Mail-Adresse wir wegen Spam-Überlastung nicht gelesen.
>>Ich möchte nicht nur das Gefühl, sondern die Gewißheit haben, daß meine >>Freiheit erst dort endet, wo ich willentlich die Freiheit eines anderen [...] >>die Lunge rauspeitschen lassen und für diese Taten selbstverständlich >>vom Bundesverfassungsgericht freigesprochen werden
> (Das Bundesverfassungsgericht beschäftigt sich gottseidank nicht mit > den albernen Vergehen solcher Spinner, sondern mit ernsthaften > Verfassungsfragen - das nur nebenbei.)
Vielleicht sollte es sich mal damit beschäftigen, ob der Artikel "Eine Zensur findet nicht statt" das Papier wert ist, auf dem er steht...
>>_Das_ ist Freiheit,
> _Das_ soll Freiheit sein? Oh Mann, was für ein armseliger und hohler > Freiheitsbegriff, Andreas. Und das von dir! Wer, bitteschön, hindert > dich denn daran, all dies zu tun?
Sorry Anja, aber man merkt, dass Du nicht weißt, wovon Du redest ;-). Ich ärgere mich immer wieder darüber, dass ca. jeder zweite Brief aus dem Ausland der DVD oder CD-Form hat, geöffnet bei mir ankommt. Bisher hatte ich zwar immer Glück, dass die wenn überhaupt nur hinter meinem Geld her waren. Wenn ich aber mal auf die Erfahrungen anderer Filmfreunde zurückgreifen darf, wäre die eine oder andere DVD auch bei mir nicht angekommen. Was den Absinth betrifft, kannst Du ja mal an zwei unterschiedlichen Abenden zum Vergleich eine Flasche "deutschen" Absinth picheln und eine Flasche richtigen Absinth. Deine Erfahrungsberichte dann bitte ins Usenet posten ;-). AFAIK war Absinth in Deutschland übrigens komplett verboten. Was Halflife-Mods betrifft, bin ich zwar nicht wirklich im Bilde, ich habe aber noch die Worte des rheinlandpfälzischen MP im Ohr, der kurz nach Erfurt sagte, dass er liebe zu viel als zu wenig verbieten möchte. Wahrscheinlich reicht hier einfach Deine Phantasie nicht aus, Dir vorzustellen, was es auf dem Sektor alles gibt. Aber die in der Öffentlichkeit geführt Debatte, was man wem verbieten muss, dürfte Dir nicht entgangen sein. Das hier niemand niemandem etwas verbietet ist jedenfall purer Nonsens. Natürlich kannst Du das gutheissen, aber es zu leugnen, wäre m.E. zu billig...
> Hoffentlich dein guter Geschmack > oder vielleicht auch dein strenges Über-Ich, aber ganz gewiss nicht > die Gesetze!
Wenn es nicht die Gesetze sind, dann ist es wohl die Willkür von Zollbeamten, Supermärkten und des Media Markt? Ich lach mich tot...
> Selbst koksen kannst du relativ ungestraft, sofern du keine Mädels zum > Mitkoksen anstiftest. Also mach' dich mal nicht nass!
Hier hat Andreas wirklich ungeschickt argumentiert, wo es doch genügende andere Drogen gibt, deren Konsum "verbotener" ist als der von Kokain.
> Dein erster Satz in dieser Aufzählung illustrer > Freizeitbeschäftigungen ließ ja noch hoffen, aber was dann kam, > entzieht sich nun wirklich einer sachlichen Reaktion. Bitte überdenke > nochmal deinen Freiheitsbegriff!
Sicher kann man diskutieren, ob das was Andreas hier ins Feld geführt hat, der Inbegriff der Freiheit ist, aber ich glaube zu verstehen, was er meint und denke, dass er da nicht ganz unrecht hat. Seine Aussage so wie ich sie verstehen, ist halt die, dass seine Freiheit nicht da aufhört, wo sie die Freiheit eines anderen beschränkt, sonder da, wo sie dem Geschmack irgenwelcher Sesselpupser widerspricht. Ich finde das nicht so abwegig.
>>und gerade mit unserer Geschichte sollten wir eigentlich die weltweite >>liberalste Meinungs-, Informations- und Selbstbestimmungsfreiheit haben. >>Stattdessen verhält es sich genau umgekehrt.
> ??? Also jetzt wird's echt abenteuerlich! Du willst im Ernst > behaupten, dass in diesem unseren Land keine Meinungsfreiheit > herrsche? Dass der Einzelne kein Selbstbestimmungsrecht besäße? Dass > wir keinerlei Informationsfreiheit hätten? Ich _bitte_ dich!
Das ist deutlich unter Deinem Niveau. Hast Du nicht gesehen, dass Andreas den Superlativ (->liberalste) benutzt hat? Wenn Du jetzt seine Aussagen, "es verhält sich genau umgekehrt", wieder auf Länder wie Papa Neuguinea und Burkina Faso beziehst, hast Du vielleicht recht, aber ich denke, man sollte hier eher mit vergleichbaren Staaten vergleichen und da befürchte ich, dass Deutschland wirklich nicht die Nase vorn hat.
> Vielleicht sollte es sich mal damit beschäftigen, ob der Artikel "Eine > Zensur findet nicht statt" das Papier wert ist, auf dem er steht...
Laut unserer Verfassung nicht. Das ist auch gut so!
Wenn ein Filmverleiher aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine geringere Alterseinstufung durch Schnitte in Kauf nimmt, nennt sich das Marktwirtschaft. Was hat das mit Zensur zu tun?
Außerdem kannst Du doch auch in diesem unserem Lande beinahe alles kaufen. Nicht auf allen Distribitutionskanälen, aber das ist eben auch keine Zensur. Es ist auch keine Zensur, wenn FSK-18 oder indizierte Medien im Preis teurer sind.
Weiterhin muss niemand den beschwerlichen Weg durch die Instanzen der FSK nehmen, denn es heißt nicht von ungefähr 'freiwillige' Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Außerdem steht immerhon noch das Abnickgremium der SPIO mit Gewehr bei Fuß. Nennt sich JK und bescheinigen die strafrechtliche Unbedenklichkeit. Damit fällt zwar eine kommerzielle Auswertung zumindest im Kino aus, aber was hat das mit Zensur zu tun?
Schlussendlich kann man nur froh sein, dass abstoßende Machwerke wie Canibal ferox nicht so ohne weiteres zu kriegen sind.
Tschüss, Stefan -- Shit doesn't just happen. Shit takes time. Shit takes effort.
> Keine Ehre, wem keine gebührt. "Politchargen" trifft es auf den Punkt.
Ich bevorzuge ja immer noch den Begriff "Politfreak", was dem Charakter dieser Veranstaltung IMHO näher kommt. "Charge" verbinde ich mit etwas, was auch z.B. explodieren und mithin eine gewisse Aktivität entfalten kann. Zumindest, wenn man 'ne Zündschnur dranhält.
Schöne Grüsse Frank (Was das jetzt wohl mit der RAF zu tun hat...)
> Ich habe mich weder in meinen Berufsplänen noch in > meiner Familienplanung und der damit zusammenhängenden Frage nach > Vereinbarkeit von Kind und Beruf je benachteiligt gefühlt.
Was einem im hiesigen öffentlichen Dienst Beschäftigten auch sehr schwer fallen dürfte.
> Dann hätte man mit großzügigen Vorfinanzierungen bitte auch abwarten > können, bis ein ordentliches Konzept vorliegt. Das vorhandene Konzept > eines Konzeptes ist jedenfalls schon sowas von lückenhaft und > peinlich, dass die schnelle finanzielle Unterstützung für dieses > unprofessionelle Unterfangen (vor allem angeischts chronisch leerer > Kassen) um so peinlicher ist!
Stefan Rauter wrote: > On 04.08.2003 11:12:02, Harald Gering wrote:
Hi!
>>Vielleicht sollte es sich mal damit beschäftigen, ob der Artikel "Eine >>Zensur findet nicht statt" das Papier wert ist, auf dem er steht...
> Laut unserer Verfassung nicht. Das ist auch gut so!
Ach so, das steht schon in der Verfassung. Na dann ist ja alles gut und wir können uns schlafen legen. Übrigens steht im Grunzgesetz auch, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Trotzdem gibt es jedes Jahr auch ein Kapitel über Deutschland im ai-Jahresbericht. Ganz so einfach kann man es sich also nicht machen.
> Wenn ein Filmverleiher aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten eine > geringere Alterseinstufung durch Schnitte in Kauf nimmt, nennt sich das > Marktwirtschaft. Was hat das mit Zensur zu tun?
> Außerdem kannst Du doch auch in diesem unserem Lande beinahe alles > kaufen. Nicht auf allen Distribitutionskanälen, aber das ist eben auch > keine Zensur.
Weil schon in der Verfassung steht, dass keine Zensur stattfindet? Na Du bist mir ja ein Komiker. Bei den Distributionskanälen warte ich ja noch drauf, dass man endlich die Gesetze voll ausschöpft und dem RC1/3-Import komplett einen Riegel vorschiebt. Schliesslich hat das Zeug gar keine FSK-Freigabe und steht dann wohl auf einem Level mit dem SPIO-Kram, den Du unten erwähnst. (Dass noch der gesunde Menschenverstand eine Rolle spielt, muss ja nicht immer so sein.) Es hat zwar Gesetzesänderungen gegeben, dass der Versand von FSK18 und schlimmer nicht mehr komplett verboten ist. Aber ob man irgend wann ofiziell lesen kann, dass eine Bestellung per Kreditkarte und der Versand aus dem Ausland an den Inhaber dieser als ausreichende Sicherheit gilt, da bin ich mal gespannt. Als Käufer hat man momentan jedenfalls stets das Gefühl, dass man sich in einer Grauzone befindet. Naja, und wenn ich mal zwei oder drei Postings zurückgehe, stelle ich fest, dass Deutschland hier im Vergleich mit allen anderen mir bekannten westlich orientierten Ländern wo es sich lohnt DVDs zu bestellen an letzter Stelle steht, was die Informationsfreihet betrifft. Man kann es wie gesagt gut finden, dass es so ist, sollte es dann aber auch beim Namen nennen.
> Es ist auch keine Zensur, wenn FSK-18 oder indizierte > Medien im Preis teurer sind.
Sind sie das? Vieles wird doch für 10 Euro verramscht. Irgendwo habe ich gerade in einem Parallelthread gelesen, dass FSK18-Filme höher besteuert werden als andere. Das wäre in meinen Augen durchaus eine subtile Form der Zensur. Wobei die Sache mit den Distributionskanälen, einen Absatz darüber in meinen Augen auch nichts weiter als eine Zensur mit wirtschaftlichen Mitteln ist.
> Weiterhin muss niemand den beschwerlichen Weg durch die Instanzen der > FSK nehmen, denn es heißt nicht von ungefähr 'freiwillige' > Selbstkontrolle der Filmwirtschaft. Außerdem steht immerhon noch das > Abnickgremium der SPIO mit Gewehr bei Fuß. Nennt sich JK und > bescheinigen die strafrechtliche Unbedenklichkeit. Damit fällt zwar eine > kommerzielle Auswertung zumindest im Kino aus, aber was hat das mit > Zensur zu tun?
Jetzt weiß ich schon gar nicht mehr, ob Du mich nicht doch bloss verarschen willst. Wenn jedenfalls in unserem Lande das beschlagnahmt ist, was in einem anderen Land stolz im "Musem of modern art" ausgestellt wird, dann ist da etwas faul im Staate Deutschland und mir geht der Begriff "Zensur" leicht über die Lippen.
> Schlussendlich kann man nur froh sein, dass abstoßende Machwerke wie > Canibal ferox nicht so ohne weiteres zu kriegen sind.
Da Canibal ferox feiste Tiersnuff-Szenen enthält, könnte man hier in der Tat andere Maßstäbe ansetzen.
On Mon, 4 Aug 2003 09:56:34 +0200, Thomas Muenzer <baa...@plskthx.org> wrote:
>> ??? Also jetzt wird's echt abenteuerlich! Du willst im Ernst >> behaupten, dass in diesem unseren Land keine Meinungsfreiheit >> herrsche? Dass der Einzelne kein Selbstbestimmungsrecht besäße? Dass >> wir keinerlei Informationsfreiheit hätten? Ich _bitte_ dich!
>Bitte mal lieber einen Herrn Büssow der Bezirksregierung Düsseldorf.
<FrankB...@despammed.com> wrote: >> Ich habe mich weder in meinen Berufsplänen noch in >> meiner Familienplanung und der damit zusammenhängenden Frage nach >> Vereinbarkeit von Kind und Beruf je benachteiligt gefühlt.
>Was einem im hiesigen öffentlichen Dienst Beschäftigten auch sehr schwer >fallen dürfte.
Ach, das musste ja kommen. Ich wollte damit weniger auf meine spezielle Situation als Lehrerin abheben, sondern eher für Frauen meines Alters und mit einem etwa vergleichbaren Werdegang (Abitur, Studium, etc.) sprechen. Ich erlebe da einfach kaum Lamentiererei über die Benachteiligung von Frauen. Sicherlich - und das deutete ich auch Andreas gegenüber schon an - gibt es durchaus noch in vielerlei Hinsicht Verbesserungsbedarf, um es Frauen zu erleichtern, Beruf und Familie vollends und ohne allzu große Probleme zu vereinbaren (von garantierten KiTa-Plätzen über Ganztagsbetreuung etc.). Da sind uns Länder wie Frankreich oder auch das eine oder andere nordische Land sicher einen großen Schritt voraus. Aber es ist heute - da wirst du mir eventuell zustimmen - durchaus normal, dass Frauen ebenso wie Männer berufliche Pläne haben, die ambitioniert sind und sich nicht auf das bloße Hinzuverdienen beschränken. Und einer sehr großen Anzahl von Frauen gelingt es auch, diese Pläne zu verwirlichen, ohne auf eigene Kinder verzichten zu müssen. Also ich denke, dass sich da in den Köpfen der Menschen (und darauf hob Andreas mit seinem Hinweis auf Rollenbilder ja ab) schon einiges verändert hat in den letzten 30 Jahren.
Übrigens, mein Freundeskreis rekrutiert sich nicht nur aus Lehrerinnen, sondern erlaubt mir auch Einblicke in andere Berufssparten. Es ist meiner Erfahrung nach durchaus nicht so, dass nur Lehrerinnen keinerlei Probleme haben, Beruf und Familie zu vereinbaren. (Dass dieser Beruf es einem aber leichter macht als manch anderer Beruf, gebe ich dir aber gerne zu. Dessen bin ich mir auch bewusst.) Da gibt es erfolgreiche Journalistinnen, die sich sowohl in ihrem Beruf als auch mit ihren Kinderplänen "verwirklichen" konnten, Juristinnen, die als Richterinnen oder Anwältinnen arbeiten oder bei der UNO ihren Lebensunterhalt verdienen (also durchaus das gemacht haben, was man gemeinhin unter "Karriere" versteht) - und auch Kinder haben. Dann kenne ich zwei Musikerinnen, die an durchaus nicht allzu kleinen Orchestern angestellt sind und trotz ihres Engagements auch Familie haben. Und einige Frauen in meinem Bekanntenkreis haben es auch in großen Unternehmen zu einigem Erfolg gebracht und konnten ihre familiäre Planung verfolgen, ohne ihre beruflichen Ziele dadurch über Bord werfen zu müssen.
Genügt das der Beispiele?
Wie gesagt, es wird heute unter Frauen weitaus weniger gejammert, als dies möglicherweise immer noch gerne kolportiert wird.
>> Dann hätte man mit großzügigen Vorfinanzierungen bitte auch abwarten >> können, bis ein ordentliches Konzept vorliegt. Das vorhandene Konzept >> eines Konzeptes ist jedenfalls schon sowas von lückenhaft und >> peinlich, dass die schnelle finanzielle Unterstützung für dieses >> unprofessionelle Unterfangen (vor allem angeischts chronisch leerer >> Kassen) um so peinlicher ist!
>man Politchargen.
Ich habe durchaus nicht gesagt, dass alle Politiker klasse sind. Genauso wenig sind aber alle Politiker scheiße. Solcherlei "Über-einen-Kamm-Scheren" führt in meinen Augen zu nichts.
> Irgendwo habe ich > gerade in einem Parallelthread gelesen, dass FSK18-Filme höher besteuert > werden als andere. Das wäre in meinen Augen durchaus eine subtile Form > der Zensur.
Neinnein, das ist ganz anders! Alle Nicht-FSK18-Filme werden durch eine niedrigere Besteuerung _gefördert_!!1 Das ist Kulturpolitik!