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Message from discussion *seufz* "Copenhagenize.com" und Radwege
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Christoph Maercker  
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 More options Jun 21 2012, 6:37 am
Newsgroups: de.rec.fahrrad
From: Christoph Maercker <Zweist...@gmx-topmail.de>
Date: Thu, 21 Jun 2012 12:37:36 +0200
Local: Thurs, Jun 21 2012 6:37 am
Subject: Re: *seufz* "Copenhagenize.com" und Radwege

Kaí ŧeranskí wrote:
> Das kam mir ebenfalls etwas merkwürdig vor. Ich gehe davon aus, dass in
> allen traditionellen Fahrradregionen (Niederlande, Münster, Oldenburg) das
> Fahrrrad schon vor dem Auto da war und deshalb das Radfahren so tief in
> den Köpfen verwurzelt ist, dass es keine aufwendigen Massnahmen bedarf,

Im Grunde war das in sehr weiten Teilen Norddeutschland so. In
Mitteldeutschland bewegten sich bis lange nach dem 2. Weltkrieg riesige
Radfahrerkolonnen zwischen den Chemiewerken u.a. Betrieben und
Wohnstätten hin und her. Für die waren die schon sehr früh angelegten
"Radwege" vermutlich viel zu schmal. Übrig geblieben ist davon wenig
mehr als der zur Schau getragene Stolz einzelner Städte wie Magdeburg,
Dessau oder Bitterfeld, traditionelle Fahrradstädte zu sein. Da stellt
sich die Frage, warum die Entwicklung in .nl oder im Münsterland so
anders verlaufen ist.

> den Radfahranteil steigen zu lassen. Es kann ja sein, dass in den
> Niederlanden in den 70ern noch mal verstärkt Radwege eines anderen Typs
> gebaut wurden, aber der Trend wäre nach der Autoeuphorie der 60er sowieso
> gekommen. Von daher waren diese Regionen (ev. auch Kopenhagen) noch nie
> vergleichbar mit Städten, die quasi bei Null anfangen.

Mit Städten wie den oben genannten - und das sind nur ganz wenige
Beispiele - wäre die Situation in .nl und .dk also vergleichbar, die
*waren* Fahrradstädte und haben bis heute Unmengen museumsreife Radwege.
Bei Null haben die in den 1970ern jedenfall nicht angefangen. Das trifft
eher für Städte wie Halle-Neustadt zu.

> Wenn das Fahrrad
> ganz selbstverändlich in den Alltag integriert ist, ist die Bereitschaft
> zu fahren eine ganz andere. Hier im Ruhrgebiet wurde man bis weit in die
> 90er (!) sogar noch als linker Spinner abgetan, wenn man Rad gefahren ist.

Hierzugegend galt eher als grün denn als rot, wer Fahrrad fuhr,
ansonsten war es kein Deut anders. Alle woll(t)en dicke Autos.

> Solche gesellschaftlichen und sozialen Faktoren sehe ich als weitaus
> wichtiger an zur Fahrradförderung als den Radwegebau.

Nun ja, das gesellschaftliche Ansehen des Fahrrads hat sich in den
letzten Jahren deutlich verbessert (die Preise ebenso). Die Autofahrer
begegnen öfter als früher Radfahrern. Im Ergebnis nimmt zwar das
Mediengewäsch über Rüpelradler zu, aber die Fahrrad-Apartheid wird von
fast niemandem in Frage gestellt!
--

                        CU      Chr. Maercker.

        RADWEGE sind TOD-SICHER!        Schlaue Füchse fahren Fahrbahn.


 
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