BBC News berichtet über eine interessante Studie zum Thema Helme und
Sicherheitsabstand beim Überholen:
http://news.bbc.co.uk/1/hi/england/somerset/5334208.stm
"Cyclists who wear protective helmets are more likely to be knocked down by
passing vehicles, new research from Bath University suggests. The study
found drivers tend to pass closer when overtaking cyclists wearing helmets
than those who are bare-headed."
Der Autor der Studie vermutet, dass Autofahrer Radfahrer ohne Helm
unbewusst für weniger erfahren und sicher auf dem Rad halten - und deswegen
mehr Abstand beim Überholen einhalten. Wenn man der Theorie folgt, müsste
man sein Rad nur gezielt und strategisch boruttisieren, sich dann noch
entsprechend kleiden, um als unerfahrener hilfloser Radfahrer vom
Autofahrer wahrgenommen zu werden :-)
Andreas
> entsprechend kleiden, um als unerfahrener hilfloser Radfahrer vom
> Autofahrer wahrgenommen zu werden :-)
kleiden is mir zu blöd.
aber was ich im ernst mache, wenn ich das Gefühl habe, hinter mir wird
zu schnell gefahren: mich "breiter" machen (ellbogen auf die seite
drücken) und vor allem: nicht in einer linie fahren, sondern links und
rechts ausschlenkern (bei uns in Ö sagt man "geigeln", weiss net ob das
jedeR versteht.). Nicht zu weit natürlich, aber wahrnehmbar.
und, ich meine, es hilft!
lg
Martin.
> On 12.09.2006 12:20, Andreas Schulze-Bäing wrote:
>>
>> mehr Abstand beim Überholen einhalten. Wenn man der Theorie folgt, müsste
>> man sein Rad nur gezielt und strategisch boruttisieren, sich dann noch
> ^^^^^^^^^^^^^
> was is'n das ?
Das drf-Wiki weiss Rat:
http://de-rec-fahrrad.de/lexikon/boruttisieren
--
http://arnowelzel.de
EMail: use...@arnowelzel.de
Wiki von de.rec.fahrrad: http://de-rec-fahrrad.de
FAQ von de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
>> man sein Rad nur gezielt und strategisch boruttisieren, sich dann noch
> ^^^^^^^^^^^^^
> was is'n das ?
"Boruttisieren" verwendete erstmals mein guter Freund Niels Groth um
von mir vorgenommene gezielte Anpassungen von Gebrauchsgegenständen zu
bezeichnen.
Beispiel: rote Plastikschalen am Taschenmesser durch ein feines
Hartholz ersetzen
http://borumat.de/bilder/dinge/taschenmesser-mit-schlangenholz-links.jpg
Die Veränderungen hatten und haben in aller Regel ergonomische oder
ästhetische Motive.
Hier in drf stellte ich vor etlichen Jahren mein langjährig erprobtes
Konzept zur Verminderung des Risikos des Fahrraddiebstahls vor.
Es geht im Wesentlichen um drastische Verschandelung ohne jegliche
Einbußen in der Funktion.
Schon bald wurde der Begriff "boruttisieren" ungenau verwendet -
nämlich nur noch als Synonym für Verschandelung.
Manche machten daraus, in Anlehnung an meine Mailadresse, auch
"borumatisieren".
Nochmal zum Thema des Threads:
Aus meiner bescheidenen eigenen Erfahrung heraus wage ich keine
Bewertung des Einflusses der Kleidung des Radlers oder der äußerlichen
Attraktivität des Rades auf die Psyche von überholenden Autofahrern.
Da ich mehr als 10 Jahre einen bzw. zwei Zöpfe trug kann ich zu deren
Einfluss wenigstens etwas beitragen:
ich konnte keinen Einfluss auf den Überholabstand feststellen.
Seit meiner Schulzeit fahre ich ausschließlich auf der Fahrbahn und
dort recht weit links. Ich fahre eher flott. Wirklich beklagen kann
ich mich über enges Überholt-Werden im Berliner Stadtverkehr nicht.
Einen völlig erwartungsgemäßen und somit langweiligen Zusammenhang
kann ich noch nennen:
Bei großen, hohen oder breiten Lasten auf dem Gepäckträger werde ich
stets mit sehr großem Abstand überholt.
Andreas
--
Wiki: http://de-rec-fahrrad.de FAQ: http://0x1a.de/rec/fahrrad/
Kaufgesuch: Gebrauchte SRAM/Sachs-7-Gang-Nabe mit Drehgriffschalter
Wirksamer Diebstahlschutz: http://borumat.de/rad/diebstahlschutz
Kampagnen: http://borumat.de/rad/weg-mit-radwegebenutzungspflicht
>> Der Autor der Studie vermutet, dass Autofahrer Radfahrer ohne Helm
>> unbewusst für weniger erfahren und sicher auf dem Rad halten - und deswegen
>> mehr Abstand beim Überholen einhalten. Wenn man der Theorie folgt, müsste
>> man sein Rad nur gezielt und strategisch boruttisieren, sich dann noch
> ^^^^^^^^^^^^^
> was is'n das ?
Google ist dein Freund und führt zu http://borumat.de/rad/diebstahlschutz.php
> aber was ich im ernst mache, wenn ich das Gefühl habe, hinter mir wird
> zu schnell gefahren: mich "breiter" machen (ellbogen auf die seite
> drücken) und vor allem: nicht in einer linie fahren, sondern links und
> rechts ausschlenkern (bei uns in Ö sagt man "geigeln", weiss net ob
> das jedeR versteht.). Nicht zu weit natürlich, aber wahrnehmbar.
>
> und, ich meine, es hilft!
Diesen Eindruck habe ich auch, und es wurde hier auch schon öfters erzählt.
Gruß, Frank
--
Arguing that cdbs is good because make is a least common denominator
language in Debian is like arguing that we should do GRs in iambic
pentameter because English is the lingua franca. :) vorlon
Wie waere es mit einem "TK 2.0".
Jetzt noch sperriger und wackliger als je zu vor?
Die bisher bekannten, positiven Eigenschaften des normalen TK bleiben
natuerlich voll erhalten.
Eine kleine Vorauswahl kann man hier sehen:
http://makeashorterlink.com/?B2AC32FBD
Die Super-Luxus-Sonderausfuehrung:
http://makeashorterlink.com/?L1BC23FBD
Gruesse
Chris
--
TU Chemnitz, Informatik, VSR | Chemnitzer Linux-Tage 2007, 3.-4. Maerz
Str. d. Nationen 62, B204 | http://chemnitzer.linux-tage.de
D-09107 Chemnitz |
+49 371 531-31118, Fax -831118 | http://www.huebsch-gemacht.de -> weblog
Frag ihn.
>
>> entsprechend kleiden, um als unerfahrener hilfloser Radfahrer vom
>> Autofahrer wahrgenommen zu werden :-)
>
>
> kleiden is mir zu blöd.
>
> aber was ich im ernst mache, wenn ich das Gefühl habe, hinter mir wird
> zu schnell gefahren: mich "breiter" machen (ellbogen auf die seite
> drücken) und vor allem: nicht in einer linie fahren, sondern links und
> rechts ausschlenkern (bei uns in Ö sagt man "geigeln", weiss net ob das
> jedeR versteht.). Nicht zu weit natürlich, aber wahrnehmbar.
>
> und, ich meine, es hilft!
>
Es hilft bedingt bei wiener Autisten.
Die Busfahrer der Wiener Linien haben eigene Ansichten.
Der Fahrer der Linie 13a vor 3 Wochen am Samstag (W2352LO) hat mein
Geigeln missinterpretiert und mir schützend seinen Kotflügel unter den
Ellenbogen geschoben.
Ich glaub, aber der fährt nicht mehr Bus (nein, keine Gewalttaten,
lediglich eine Sachverhaltsdarstellung an die Stadtwerke-Verkehrsbetriebe).
Im wesentlichen gibt es mE keine zuverlässige Strategie, nur mehr oder
minder unterstützende Maßnahmen im Vorfeld.
Will haben!
>Andreas Borutta (Tue, 12 Sep 2006 16:55:46 +0200):
>> Bei großen, hohen oder breiten Lasten auf dem Gepäckträger werde ich
>> stets mit sehr großem Abstand überholt.
>
>Wie waere es mit einem "TK 2.0".
Pfui! Was hat Werbung hier zu suchen?
Walter
--
21 Schritte eine Frau zu werden:
19. Sieh zu, daß du im Freundeskreis deines Freundes unterkommst,
mache dann Schluß und sei den ganzen nächsten Monat bei jedem Treffen.
--
Gerald
Sowieso. Ein TK fällt immer so, dass er maximalen Schaden anrichtet.
Wenn das kein Feature ist!
--
Gerald
| FAQ zu de.rec.fahrrad: http://0x1a.de/rec/fahrrad/ |
> Chris Huebsch schrieb:
>>
>> Wie waere es mit einem "TK 2.0".
>>
>> Jetzt noch sperriger und wackliger als je zu vor?
>> Die bisher bekannten, positiven Eigenschaften des normalen TK bleiben
>> natuerlich voll erhalten.
>
> Sowieso. Ein TK fällt immer so, dass er maximalen Schaden anrichtet.
> Wenn das kein Feature ist!
>
Beweise? Oder hast Du schon mal unter dem TK in Australien nachgeguckt, ob
der Nichthelmträger dadrunter nicht überlebt hat?
Olaf, SCNR, Schultz
Welche Theorie sollte das sein?
Was da durch die Presse geistert, ist mal wieder nur die halbe
Wahrheit. Dem Kern der Sache kommt Bernd hier wohl noch etwas näher:
> Warum muß man dazu der Theorie folgen? Daß Radfahrer, die sich hilflos
> darstellen, beispielsweise schwankend fahren, mehr Platz bekommen, ist
> keine neue Erkenntnis. Das würde ich auch auf das Aussehen von Fahrrad
> und Radfahrer erweitern.
Das tut der Auto der Studie auch, jedenfalls spricht der unter
http://www.drianwalker.com/work.html genannte Titel sehr dafür:
Walker, I. (in press). Drivers overtaking bicyclists: Objective
data on the effects of riding position, helmet use, vehicle type
and apparent gender.
Accident Analysis and Prevention
Ciao,
Stefan
Ich hab jetz mal meine eigene, völlig unrepräsemtative und stark
subjektiv beeinflusste Erhebung gemacht. Strecke ca. 15km
Ortsverbindungsstrassen und Stadt (40.000EW) immer der gleiche Weg)
Der Seitenabstand zum Fahrbahnrand scheint keine signifikante Rolle
beim Überholabstand zu spielen, auch das ignorieren vermeintlicher
Radwege schein keine Rolle zu spielen. Lediglich die gefühlte Enge ist
höher (oder eben geringer), da man bei geringem Seitenabstand kaum
noch, bewusst oder unbewusst, ausweichen kann.
Mit Helm kamen mir trotz ausreichend Seitenabstand die
Überholabstände viel geringer vor und ich wurde sogar mehrfach
innerhalb kürzester Zeit regelrecht abgedrängt, was mir sonst
vielleicht 1x im Monat passiert. Besonders schlimm war die Kombination
Helm und Radfahrstreifen - ich hatte das Gefühl, dass ich für viele
Kraftfahrzeugführer gar nicht existiere - da wurde stur mit dem
rechten Rad auf der weissen Linie gefahren, sozusagen Helm als
Tarnkappe. Da konnte ich die Forderungen mancher Torkelradler nach
Radweg- und Gehwegbenutzung fast verstehen, aus dieser Perspektive ist
Radfahren gefährlich.
Gruss Steffen
> Der Autor der Studie vermutet, dass Autofahrer Radfahrer ohne Helm
> unbewusst für weniger erfahren und sicher auf dem Rad halten - und deswegen
> mehr Abstand beim Überholen einhalten. Wenn man der Theorie folgt, müsste
> man sein Rad nur gezielt und strategisch boruttisieren, sich dann noch
> entsprechend kleiden, um als unerfahrener hilfloser Radfahrer vom
> Autofahrer wahrgenommen zu werden :-)
Dahinter steckt wohl keine Theorie, es ist nackte Empiric. Du weiss
schon, bisher ist noch kein Radfahrer mit Traction King verunglueckt,
also usw.