HC Edelmann <
h-...@arcor.de> wrote:
<
http://www.haz.de/Ratgeber/Auto-Verkehr/Fahrschule-der-HAZ/Erste-Schrit
te-zur-Mobilitaet/Cornelia-Zieseniss-Fahrradhelme-koennen-Leben-retten>
>
> Natürlich hat sie sich auch schon für den Fahrradhelm ausgesprochen.
Sie hat sich gleich mit der ersten Antwort blamiert:
| Was gehört zu einem verkehrssicheren Fahrrad?
|
| Zu einem verkehrssicheren Rad gehören eine Handbremse für das
| Vorderrad und eine Rücktrittbremse, eine Klingel sowie je eine
| dynamobetriebene Leuchte. Elektrische Lampen sind zwar eine hilfreiche
| Ergänzung, sie ersetzen die dynamobetriebenen Lampen aber rein
| rechtlich nicht.
Handbremse fürs Hinterrad?
Je Fahrrad eine Leuchte?
Dynamobetriebene Lampen sind nicht elektrisch betrieben?
Auch die letzte Antwort bietet einigen Unsinn.
| Ab wann darf ein Kind denn überhaupt alleine Rad fahren?
|
| Erst wenn es die Fahrradprüfung in der vierten Klasse bestanden hat.
| Vorher kann man noch nicht davon ausgehen, dass es kognitiv in der
| Lage ist, mit den komplexen Anforderungen im Straßenverkehr
| zurechtzukommen, also etwa gleichzeitig die Geschwindigkeit der
| Fahrzeuge und ihre Entfernung einzuschätzen. Denn Kinder sind spontan,
| verspielt, unberechenbar – auch wenn sie motorisch schon in der Lage
| sind, Fahrrad zu fahren. Vor dem achten Lebensjahr sollten Kinder nach
| Möglichkeit auch nicht in Begleitung ihrer Eltern mit dem Rad im
| Straßenverkehr unterwegs sein, denn bis zu diesem Alter müssen sie
| noch auf dem Fußweg fahren, die Eltern aber auf der Straße. Da fällt
| die Kontrolle und das Eingreifen im Ernstfall schwer. Um den
| Gleichgewichtssinn schon im frühen Kindesalter zu trainieren,
| empfehlen wir kleineren Kindern das Fahren mit dem Tretroller.
Kinder dürfen auch vor der Fahrradprüfung alleine fahren; es obliegt der
elterlichen Sorge, das eigene Kind für verkehrsreif zu halten.
Kinder, die nicht vor ihrem achten Lebensjahr im Straßenverkehr
unterwegs sind, werden nicht ab dem achten Lebensjahr im Handumdrehen
die mehrjährige Erfahrung eines seit dem dritten Lebensjahr radfahrenden
Kindes aufholen können.
Fußwege sind Teil der Straße. Auf dem Gehweg fahrende Kinder lassen sich
durch Zuruf dirigieren, wenn sie zum Radfahren "motorisch schon in der
Lage sind". In Kontrolle und Eingriffsmöglichkeit ist kein großer
Unterschied zwischen Kinderrad und Tretroller, denn für Begleitung zu
Fuß sind sie oft zu schnell. Bei benutzungspflichtigen Radwegen ist das
Problem nicht gegeben, weil Elternteil und Kind unmittelbar
nebeneinander fahren. Bringt man seinem Kind bei, auf die Zurufe
"Langsam." und "Halt!" zu reagieren, kann man es seine eigenen
Erfahrungen auf begleiteten Fahrten sammeln lassen. Kinder fahren nicht
wie Kamikaze vierkant gegen Leute oder Gegenstände, weil sie gut wissen,
dass es ihnen weh tut.
Frau Zieseniß vergisst, dass nach ihrer Vorstellung Kinder zwischen dem
siebten und achten Lebensjahr in eine Mobilitätslücke fallen, denn im
Anhänger oder auf dem Fahrrad dürfen sie nach § 21 (3) StVO nicht mehr
befördert werden, und nach ihrer Ansicht ist selbstständiges oder
begleitetes Radfahren nicht möglich. Braucht jede Familie mit einem
siebenjährigen Kind nun ein Mamataxi?
Frau Zieseniß vergisst auch, dass es von den Eltern und ihrem Vorbild
abhängt, ob Kinder radfahren wollen und wie sie es lernen. Sohnemann hat
recht früh den Willen gehabt, weil unsere Wege überwiegend per Rad
zurückgelegt werden; er lernte Radfahren nebenbei eher bei Erledigung
alltäglicher Wege und weniger durch zweckfreies Herumspielen. Bei
anderen Kindern seiner Kita ist zu sehen, dass mehr Autonutzung durch
die Eltern mit geringerem kindseitigen Interesse am Radfahren korreliert
und dass deren Verhalten weniger verkehrsgerecht und mehr
spielorientiert ist (sie nannte es spontan, verspielt, unberechenbar).
Selbst wenn andere Kinder wie Sohnemann zur Kita radeln wollen, sind es
regelmäßig die Eltern, die es unterbinden, weil der Weg zu weit, zu
steil, zu ... ist, oder der weitere Weg der Eltern mit dem Auto
zurückgelegt werden muss. Da ist das Fahrrad ein Freizeit-Spielzeug,
aber bis sie Kraftfahrzeuge führen dürfen, wird noch mindestens ein
Jahrzehnt vergehen.
> HC
Sowas.