Wolfgang Strobl wrote:
> Christoph Maercker <
Zwei...@gmx-topmail.de>:
> Bei den meisten Kraftfahrzeugen, kleinen wie gro�en, kann man die
> Kupplung bet�tigen, den Leerlauf einlegen und es rollen lassen. Mu� man
> aber nicht, es ist einstellbar. Oder man verzichtet auf die oberen
> beiden G�nge.
Beschleunigen ohne Motor kann man bei den meisten Kfz aber nur sehr
wenig bis gar nicht. ;-)
> Zu der Zeit galt f�r Mofas Tretkurbelpflicht, die ist erst viel sp�ter
> offenbar abgeschafft worden. Und kein Mensch w�re auf die Idee
> gekommen, da� ein Mofa kein Kraftfahrzeug ist. Es war das
> Einstiegskraftfahrzeug f�r Kinder, denen man noch kein Moped oder
> Kleinkraftrad in die Hand geben wollte.
BTW: Dereinst gab es etliche Fahrr�der mit "Hackenw�rmer". De jure
wurden die wohl als Kfz gef�hrt, allgemein aber als Fahrr�der
betrachtet. Angesichts der wenigen "Radwege" damals war das aber ohnehin
kein so riesiger Unterschied.
>> aber ich
>> warte auf den Tag, an dem die ersten erwischt werden, die den einfachen
>> Tacho-Sensor au�er Kraft gesetzt haben. Derlei Spielchen kennen wir ja
>> von Moppeds zur Gen�ge.
> Das gab's schon damals bei den Mofas. Die einen haben Luftfilter
> und/oder Einla� vergr��ert, Hauptd�se und Auspuff manipuliert, um die
> Leistung zu steigern, andere einfach die Keilriemenscheibe hinten durch
> eine geringf�gig kleinere ersetzt und so bei gleicher Leistung die
> Leistungsabgabe in einen g�nstigeren Drehzahlbereich verlegt.
Eben. Nur das es bei Mofas und Mopeds etwas mehr technischen
Verst�ndnisses f�r solche Tuning-Ma�nahmen bedurfte.
> schon damals standen die 25 km/h bei sp�teren Modellen �berwiegend nur
> auf dem Papier, ich vermute mal, da gab es ein einziges Exemplar, das
> bei der Typzulassung die geforderten Werte einhielt. Dito bei den
> Mopeds/Mokicks, die damals nur 40 fahren durften. Letztere d�rfen
> heutzutagen 45 fahren, wenn ich das richtig erinnere, und fahren
> praktisch >50 km/h, was einem langj�hrigen Wunsch der Autoindustrie
> entspricht - hier werden beide Augen und auch noch alle H�hneraugen
> zugedr�ckt.
... und etliche Simson S50 fuhren mit 70. Wobei die damaligen VoPos ein
sehr wachsames Auge gerade auf Mopeds und ihre Fahrer hatten. Wie oft
ich die bei Kontrollen gesehen habe, geht auf keine Kuhhaut.
> Unter dem Strich bleibt, da� ein Kfz ein sehr regulierungsbed�rftiges
> Fahrzeug ist, wobei der Kontrollbedarf steigt, je st�rker man es
> beschr�nken m�chte. Ich verstehe diejenigen nicht, die bei der
> Vertretung ihrer Interessen als Radfahrer in einen Topf mit so etwas
> geworfen werden wollen, ganz unabh�ngig von der grunds�tzlichen
> Begriffsverwirrung, die da angezettelt wird.
Der VCD als Interessenvertreter *aller* Verkehrsteilnehmer hat damit
keine Probleme, der ADFC schon eher. Wenn letzterer nicht mitzieht, wird
er etliche Mitglieder an ersteren abtreten m�ssen. ;-)
Aber er hat sich in einigen Regionen ja auch als Reiseveranstalter
bew�hrt ...
> Wenn man seine Mission darin sieht Leute auf das Fahrrad zu bringen,
> dann k�nnten Leute am unteren Ende des Kfzspektrums durchaus eine
> Zielgruppe sein.
N�chste Eskalationsstufe ist, Leute vom oberen in untere Kfz-Spektrum zu
bewegen.
> Die Frage, woran es hapert, da� jemand von einem Leichtroller oder einem
> Elektromofa auf ein Fahrrad umsteigt, was man tun mu�, um ohne die
> F�higkeit zur k�rperlichen H�chstleistung in vern�nftiger Zeit und ohne
> zu viel Frust von A nach B zu kommen, ist eine durchaus anspruchsvolle,
> sowohl aus individueller Sicht, als auch aus der eines Verkehrsplaners,
> eines Verkehrswissenschaftlers oder eines
> Interessenvertreters/Politikers. Runter vom B�rgersteig, her mit
> besser gepflegten rechten Fahrspuren, Asphalte mit niedrigem
> Rollwiderstand, f�r Muskelantrieb g�nstige Trassierungen, kr�ftesparende
> Fahrtechniken - da lie�en sich ganze Vorlesungsreihen oder Handb�cher
> mit f�llen.
Mit dem Rollwiderstand von Asphalt habe ich viel weniger Probleme als
mit selbigem von Verbundpflaster u.�. Spittel.
> Aber "Rauf aufs Pedelec"? Das scheint doch eher zum Programm der
> Konkurrenz zu geh�ren. :-}
>
>
>> Es wird sicher diverse Radfahrer geben, die dank Pedlecs faul werden,
>
> ... oder faul bleiben. Oder den immer schon naheliegenden Schritt zum
> n�chst st�rkeren Kfz machen. Es ist ja nicht so, da� es da nicht eine
> recht gro�e Auswahl g�be,
So was in der Art hatten wir in den 1950/1960ern ja schon einmal. Ab
Ende 1970er eine leichte Gegenbewegung in Richtung Fahrrad. Die wird
jetzt also nochmal umgekehrt.
> Es wird aber sicher auch weiterhin diverse Radfahrer geben, die dank
> Fahrrad faul werden oder faul bleiben.
N�, dann bleiben sie buchst�blich auf der Strecke. ;-)
Wenn sie schon zu faul zum Radfahren sind, m�ssen sie wenigstens auf ein
anderes Fahrzeug umsteigen.
> wesentlichen Vorz�ge des Fahrrades, es erlaubt es, Strecken sehr viel
> effizienter zur�ckzulegen und damit deutlich l�ngere Strecken zu
> bew�ltigen als zu Fu�. Konnte man schon bei Lessing*) nachlesen, aber
Vielen Dank f�r die Fu�note. Zuerst hatte ich mich gewundert, wieso Herr
v. Drais das Fahrrad zum zweiten Mal erfunden haben soll, wenn doch der
Dichtervater schon eins hatte. ;-)
> der zitiert da auch nur aus einem noch �lteren Artikel. Aber man kann
> das nat�rlich auch umdrehen und Anstrengung vermeiden, indem man f�hrt
> statt zu laufen. Nicht umsonst sieht man in der Stadt so viele fette
> Menschen auf Fahrr�dern. Die machen das nicht, um abzunehmen. Sondern
> umgekehrt.
Da nehme ich mich nicht aus: ich fahre Rad, weil ich zu faul zum laufen
bin. Nur fett bin ich dabei nicht geworden. :-)
>> aber umgekehrt sind diverse Umsteiger vom Auto denkbar.
> Nat�rlich. Aber was hat das damit zu tun, ob ein Fahrzeug ein
> Kraftfahrzeug ist oder nicht?
Damit nicht, aber mit der Frage, wie es aus �kologischer Sicht
einzustufen ist.
> Nach g�ngiger Definition bestimmt sich
> die Kraftfahrzeugeigenschaft nicht durch die Zahl der R�der oder von wo
> aus und wie motiviert man darauf umsteigen kann, sondern danach, ob es
> einen Motor als Antrieb hat. Die Abgrenzung durch die 6 km/h
> (Fu�g�ngergeschwindigkeit) hatte lediglich den pragmatichen Grund, da�
> man motorisierte Gehhilfen f�r Behinderte ausklammern und gesondert
> behandeln wollte. Das ergibt Sinn, das Umdefinieren von Mofa in Fahrrad,
> sobald die Motortechologie wechselt, ergibt keinen.
Pedelecs sind Hypbriden. Die passen ebenso schlecht ins
Definitions-Schema wie die o.g. Fahrr�der mit Hilfsmotor.
>> Wieviele es sein
>> werden, bleibt abzuwarten, insbesondere deswegen, weil f�r diese Gruppe
>> der Hauptnachteil von Fahrr�dern ihre starke Wetterabh�ngigkeit ist. Den
>> beheben Pedelecs ausgerechnet nicht.
> Stimmt. Das beheben Leichtroller mit Windschutzscheibe eleganter.
Und selbst die nur sehr bedingt.
> dann gibt es seit einiger Zeit noch eine weitere Fahrzeuggruppe, die
> einen weiteren Popanz - die Angst vor dem Umfallen - zu bek�mpfen
> verspricht:
> <
http://www.auto.de/magazin/showArticle/article/80831/Roller-Fahrbericht-Quadro-350D-Die-unheimliche-Begegnung-mit-dem-dritten-Rad>
> Auch dieses Schlangen�l verkauft sich bestens.
Hm, warum dann nicht gleich Trikes oder Quads? Und komisch, bei Segways
spielt die Angst vorm Umfallen offenbar eine untergeordnete Rolle.
Z�hlen die �brigens als Kfz?
> *)
http://0x1a.de/rec/fahrrad/faq/literatur/technik/t3.html
> Hans-Erhard Lessing, Das Fahrradbuch
> rororo sachbuch, 1978/1986
> ISBN 3 499 18339-0
> "Mit dem Fahrrad hat der Mensch die biologische Evolution �berfl�gelt.
> Selbst die M�ve erweist scih dagegen als schlechterer Futterverwerter,
> wenn man die Energiekosten f�r den Transport eines Kilogramms �ber
> einen Kilometer berechnet. Die linke senkrechte Spalte bezeichnet die
> verbrauchte Energie pro Kilogramm K�rpergewicht �fr einen
> zur�ckgelegten Kilometer in Kilojoule (nach V.A.Tucker, American
> Scientist 63, 412, 1975)."
Wenn die Kontinente von Anfang an nat�rliche Asphaltstra�en gehabt
h�tten, h�ttenn sich die Landtiere evtl. zu fahrrad�hnlichen Wesen
entwickelt - und die gr��eren am Ende gar zu Autos??! Die vielen
Hindernisse und Unebenheiten haben wohl dazu gef�hrt, dass sie Beine
statt R�dern bekommen haben.
--
CU Chr. Maercker.