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Wardenburg: "doppelte" Radwege

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Raphael Haugwitz

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May 23, 2012, 8:32:14 AM5/23/12
to
Hallo, durch Zufall bin ich auf einen Beitrag in der NWZ gestoßen, wurde
das hier schon mal thematisiert?

Es geht um Wardenburg (in Niedersachsen bei Oldenburg) wo offensichtlich
alle Radwege auf beiden Seiten beidseitig freigegeben sind (natürlich
mit Nutzungspflicht).

http://www.nwzonline.de/Video/Radfahrer-mssen-sich-umorientieren_1443255007001.html

Die Leute dort finden dass wohl so toll und reden es sich so schön ("
den Weg zwischen zwei Ampeln muss man eh auf der falschen Seite
überbrücken...."), dass sie es auf jeden Fall beibehalten wollen, einer
"erst" 14 Jahre alte Radwegsnovelle und mahnenden Hinweisen der
örtlichen Polizei auf die Unfallstatistik zum zum Trotz...

Die Wahrnehmung der Gefahren im Straßenverkehr scheinen regional bedingt
tatsächlich höchst unterschiedlich zu sein.

Siehe dazu auch:

http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Oldenburg/Wardenburg/Artikel/2839304/Gegen-Entscheidung-am-gr%FCnen-Tisch.html

und

http://www.cdu-wardenburg.de/index.php?option=com_content&view=article&id=87:qjaq-zur-doppelten-radwegfuehrung&catid=1:aktuelle-nachrichten

und

http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Oldenburg/Wardenburg/Artikel/2844435/Ortsverein-bef%FCrchtet-Zunahme-von-Verkehrsunf%E4llen.html

Martin Glas

unread,
May 23, 2012, 9:12:41 AM5/23/12
to
On 23 Mai, 14:32, Raphael Haugwitz <nutzn...@monstrukt.de> wrote:
> Hallo, durch Zufall bin ich auf einen Beitrag in der NWZ gestoßen, wurde
> das hier schon mal thematisiert?
>
> Es geht um Wardenburg (in Niedersachsen bei Oldenburg) wo offensichtlich
> alle Radwege auf beiden Seiten beidseitig freigegeben sind (natürlich
> mit Nutzungspflicht).
>
> http://www.nwzonline.de/Video/Radfahrer-mssen-sich-umorientieren_1443...
>
> Die Leute dort finden dass wohl so toll und reden es sich so schön ("
> den Weg zwischen zwei Ampeln muss man eh auf der falschen Seite
> überbrücken...."), dass sie es auf jeden Fall beibehalten wollen, einer
> "erst" 14 Jahre alte Radwegsnovelle und mahnenden Hinweisen der
> örtlichen Polizei auf die Unfallstatistik zum zum Trotz...
>

Im Text steht was von "12 Jahre". Schon einfache Kalkulation
(2012-1997=12??) scheint zu überfordern, da sieht es dann mit dem
Begreifen der zugegebenermaßen nicht gerade einfachen Regeln zur
Radwegbenutzungspflicht nicht gut aus. Eine "NutzungsPFLICHT" ist im
übrigen keine "FREIgabe". Das widerspricht sich.

-mg

Thomas Sçhlueter

unread,
May 23, 2012, 10:20:19 AM5/23/12
to
Am Wed, 23 May 2012 hat Raphael Haugwitz geschrieben:
>
> Die Wahrnehmung der Gefahren im Straßenverkehr scheinen
> regional bedingt tatsächlich höchst unterschiedlich zu
> sein.

Kein Wunder, fehlt dem Menschen doch ein zuverlässiges
"Risk-O-Meter" für seltene Ereignisse.

Die auf persönlicher Erfahrung beruhende Stichprobe ist bei
der Verkehrssicherheit viel zu klein für eine effektive
Rückkopplung zwischen dem antizipierten Risiko und den
realen Gefahren für die Gesamtpopulation. Das lässt leider
viel Raum für allerlei (auch regional bedingt
unterschiedlichen) Aberglauben.

Tom


Christoph Maercker

unread,
May 23, 2012, 12:13:42 PM5/23/12
to
Raphael Haugwitz wrote:
> Es geht um Wardenburg (in Niedersachsen bei Oldenburg) wo offensichtlich
> alle Radwege auf beiden Seiten beidseitig freigegeben sind (natürlich
> mit Nutzungspflicht).

Wie groß ist das Nest denn? Da in dem einen Artikel drei Orte genannt
wurden, liegt die Vermutung nahe, dass "Radwege" natlos von den
Landstraßen durch die Orte geführt wurden.

> Die Wahrnehmung der Gefahren im Straßenverkehr scheinen regional bedingt
> tatsächlich höchst unterschiedlich zu sein.

In Dörfern passen sich die Einwohner evtl. besser an die Verhältnisse
an, will heißen, alle Kraftfahrer rechnen mit behördlich verordnetem
Falschfahren. Ortsfremde fahren dort i.a. nur durch.

> http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Oldenburg/Wardenburg/Artikel/2839304/Gegen-Entscheidung-am-gr%FCnen-Tisch.html

Von welcher StVO-Novelle sprechen die einklich? Die Beschilderung ist
doch vermutlich seit fast 15 Jahren illegal.

> http://www.cdu-wardenburg.de/index.php?option=com_content&view=article&id=87:qjaq-zur-doppelten-radwegfuehrung&catid=1:aktuelle-nachrichten

"... sehr bewehrt." Neue Schlechtschreibung oder Freudscher Versprecher?

> http://www.nwzonline.de/Region/Kreis/Oldenburg/Wardenburg/Artikel/2844435/Ortsverein-bef%FCrchtet-Zunahme-von-Verkehrsunf%E4llen.html

Die StVO-Novelle von 2010 haben sie dort offensichtlich noch nicht
mitbekommen, sonst wüssten sie, dass sich ihr Problem mit ZZ "Radfahrer
frei" solo evtl. lösen ließe. Ostfriesland ist nah ...
--


CU Christoph Maercker.

RADWEGE sind TOD-SICHER!
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Raphael Haugwitz

unread,
May 23, 2012, 3:55:00 PM5/23/12
to
Am 23.05.2012 18:13, schrieb Christoph Maercker:

> Wie groß ist das Nest denn? Da in dem einen Artikel drei Orte genannt
> wurden, liegt die Vermutung nahe, dass "Radwege" natlos von den
> Landstraßen durch die Orte geführt wurden.

Zusammen dürften es etwas über 20.000 Einwohner sein. Bis nach Oldenburg
sind es nur noch etwa 10km.

Statistisch gesehen dürfte es auf so eine Einwohnerzahl vielleicht mal
alle 8-10 Jahre einen toten Radfahrer geben. Da fällt es natürlich
leicht zu sagen "bisher ist doch soo wenig passiert!"

>
> In Dörfern passen sich die Einwohner evtl. besser an die Verhältnisse
> an, will heißen, alle Kraftfahrer rechnen mit behördlich verordnetem
> Falschfahren. Ortsfremde fahren dort i.a. nur durch.

Trotzdem wird in den Verkehrsunfallstatistiken des Landkreises
"Oldenburg Land" "falsches Verhalten gegenüber Radfahrern" als eine
Hauptursache genannt, bei den Fehlverhalten der Radfahrer "Benutzung der
falschen Straßenseite"
> Von welcher StVO-Novelle sprechen die einklich? Die Beschilderung ist
> doch vermutlich seit fast 15 Jahren illegal.

Tja, das hab ich mich auch gefragt.


Christoph Maercker

unread,
May 24, 2012, 7:34:58 AM5/24/12
to
Raphael Haugwitz wrote:
> Zusammen dürften es etwas über 20.000 Einwohner sein. Bis nach Oldenburg
> sind es nur noch etwa 10km.

d.h. die haben wenig mehr "Radwege" als die jeweilige Dorfstraße.

> Statistisch gesehen dürfte es auf so eine Einwohnerzahl vielleicht mal
> alle 8-10 Jahre einen toten Radfahrer geben. Da fällt es natürlich
> leicht zu sagen "bisher ist doch soo wenig passiert!"
>
>>
>> In Dörfern passen sich die Einwohner evtl. besser an die Verhältnisse
>> an, will heißen, alle Kraftfahrer rechnen mit behördlich verordnetem
>> Falschfahren. Ortsfremde fahren dort i.a. nur durch.

> Trotzdem wird in den Verkehrsunfallstatistiken des Landkreises
> "Oldenburg Land" "falsches Verhalten gegenüber Radfahrern" als eine
> Hauptursache genannt, bei den Fehlverhalten der Radfahrer "Benutzung der
> falschen Straßenseite"

Wieso das denn?? Bei *der* Beschilderung geht das doch gar nicht! ;-)

Abgesehen davon, dass es Deiner obigen Vermutung widerspricht, wenn
"falsches Verhalten gegenüber Radfahrern" als eine Hauptursache genannt
wird.

Christoph Maercker

unread,
May 24, 2012, 12:23:43 PM5/24/12
to
Martin Glas wrote:
> Im Text steht was von "12 Jahre". Schon einfache Kalkulation

Evtl. ist der Zeitpunkt gemeint, als die dortigen Schilder aufgestellt
wurden.

> (2012-1997=12??) scheint zu überfordern, da sieht es dann mit dem
> Begreifen der zugegebenermaßen nicht gerade einfachen Regeln zur
> Radwegbenutzungspflicht nicht gut aus. Eine "NutzungsPFLICHT" ist im
> übrigen keine "FREIgabe". Das widerspricht sich.

Dieser Unfug wurde 1997 allen Ernstes als "Freigabe" verkauft,
nachzulesen in den damaligen VwV-StVO u.a. Quellen:

" II. Freigabe linker Radwege für die Gegenrichtung"
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