--
> Liege ich da richtig oder voll daneben? Sind das die typischen Zeichen
> verbaselter Kränze und gelängter Ketten? Fahrleistung so um die
> 8000km.
Nach meiner Erfahrung liegts Du da richtig.
Farvel Klaus
--
http://Klaus-Rasmussen.de/ Die dänische Insel Møn.
http://www.Rasmussen-Moen.de/ Bilder der Insel Møn
>> Also neue Kette draufgemacht. Rutscht trotzdem überm Zahnkranz.
> Die alte Kette hat sich den Kranz, während sie sich gelängt hat,
> individuell "zurechtgenagt". Wenn diese Kette dann springt, wird
> man an der Kombination alter Kranz/neue Kette erst recht keine
> Freude haben.
Kommt drauf an. Wenn es noch nicht zu schlimm ist, kann sich die
neue Kette durchaus noch einmal mit dem alten Kranz anfreunden.
Ist mir gerade auch passiert: Die alte Kette mit um die 6 Mm
gestern gegen eine etwas jüngere Sedis PC48 (mit 1 Mm) getauscht.
Die ersten Kilometer sprang sie munter auf den Kränzen herum.
Nach nunmehr ca. 30 km hat sie sich schon wieder erheblich
beruhigt. Die Erfahrung habe ich schon mehrfach gemacht. Es
klappt zwar nicht immer, aber man kann es jedenfalls versuchen.
Hans Crauel
> Am Rad meiner Frau rutscht die Kette ab und zu bei Belastung über den
> Zahnkranz.
> Ich hab mal am Kettenblatt die Kette angehoben, konnte einen Zahn fast
> ganz abheben..
Ääääh, wie hast du den Zahn den wieder auf das Kettenblatt bekommen? Mit
"BLEND A DENT Super Haftcreme Neutral (40 ml)"
SCNR.
> Also neue Kette draufgemacht. Rutscht trotzdem überm Zahnkranz.
> Jetzt bin ich zur Schlussfolgerung gekommen, daß sowohl die alte Kette
> als auch der Zahnkranz ausgeleiert sind und beide ausgetauscht werden
> müssen. Kette allein reicht nicht.
> Liege ich da richtig oder voll daneben? Sind das die typischen Zeichen
> verbaselter Kränze und gelängter Ketten? Fahrleistung so um die
> 8000km.
Frage wurde von Joachim und Hans schon beantwortert, ergänzend: Du
kennst den Rohloff Caliber? Kost' nicht viel, bzw. hat jeder _gute_
FahrradLaden.
Gruß, Hermino
--
----------------------------------------------------------------------
Hermino Neder
neder AT zuv DOT uni-heidelberg DOT de
----------------------------------------------------------------------
>Frage wurde von Joachim und Hans schon beantwortert, ergänzend: Du
>kennst den Rohloff Caliber? Kost' nicht viel, bzw. hat jeder _gute_
>FahrradLaden.
Nee, kenn ich nicht. Was ist das denn?
R.
--
Reinhard Karpowitz (R...@web.de) schrieb am 11.05.04
zum Thema "Kette rutscht über Zaehne":
>Liege ich da richtig oder voll daneben? Sind das die typischen
>Zeichen verbaselter Kränze und gelängter Ketten? Fahrleistung so um
>die 8000km.
Gibt es die alte Kette noch?
Falls ja dann würde mich interessieren um wie viele % sie "gelängt" ist.
Dazu nehme man einen Zoll-Maßstab und einen Taschenrechner oder gleich:
http://dr-rohlfs.de/kettenlehre/
Ciao, Andreas
----
> Kommt drauf an. Wenn es noch nicht zu schlimm ist, kann sich die
> neue Kette durchaus noch einmal mit dem alten Kranz anfreunden.
Naja, dieser "Anfreundungsprozeß" den Du beschreibst ist der, daß der
alte Zahlnkranz die neue Kette schnell soweit verschleißt, daß sie zu
ihm paßt.
Dadurch hält die Kette weniger lang als wenn man beides austauscht.
Andreas
--
funktion und design ____ www.andreas-hollmann.de
sportliche radtouren ___ www.der-bergschreck.de
> Ääääh, wie hast du den Zahn den wieder auf das Kettenblatt bekommen? Mit
> "BLEND A DENT Super Haftcreme Neutral (40 ml)"
> SCNR.
Ich hatte es auch schon auf der Zunge :-)))
"Ui, das muß ja schmerzhaft sein!"
oder
"wäre das nicht eher ein Fall für <de.sci.zahnmedizin> oder
<de.rec.modeschmuck>?"
>> Wenn es noch nicht zu schlimm ist, kann sich die neue Kette
>> durchaus noch einmal mit dem alten Kranz anfreunden.
> Naja, dieser "Anfreundungsprozeß" den Du beschreibst ist der,
> daß der alte Zahnkranz die neue Kette schnell soweit verschleißt,
> daß sie zu ihm paßt.
> Dadurch hält die Kette weniger lang als wenn man beides austauscht.
Das scheint mir eher zweifelhaft. Verschleiß der Kette findet
innerhalb der Kette, verdeckt durch die Rollen, statt. Die
Anpassung von Kette und gebrauchten Kränzen wirkt sich dort
nicht aus. Sie findet zudem innerhalb der ersten 25 bis 100
Kilometer statt, was viel zu schnell für Verschleiß ist.
Ich kann allerdings nicht sagen, wodurch die Anpassung bewirkt
wird.
Die Kette hält in der Tat etwas weniger lang, wenn man die Kränze
nicht mit austauscht. Doch das resultiert nicht aus der Anpassung
der neuen Kette an die alten Kränze innerhalb der ersten Kilometer.
Zudem steht man sich mit dem zusätzlichen Austausch eines
Ritzelpakets deutlich teurer. (Das mag mit einem Einzelkranz, etwa
bei einer Nabenschaltung, anders sein, doch da ist Kettenverschleiß
bei weitem nicht so ein Thema.)
Es wird empfohlen, (schneller verschleißende) Ketten und (langsamer
verschleißendes) Ritzelpaket gemeinsam zu verschleißen, indem man
mehrere Ketten verwendet: Den ersten Mm die erste Kette, dann die
zweite, dann die dritte, dann wieder die erste usw. Braucht viel
Disziplin, und es kommt dann doch immer wieder was dazwischen.
Hans Crauel
Ein exakt angefertiges Metallteil, mit dem man nachmessen kann, ob die
Kette noch ok ist, oder bereits die kritische Verschleissgrenze
(Längung) erreicht oder gar überschritten hat.
Ciao, Arno
--
Arno Welzel
http://arnowelzel.de
CD/DVD-Datenbank: http://arnowelzel.de/rwinfo/
EMail: usenet...@arnowelzel.de
[...]
> Das scheint mir eher zweifelhaft. Verschleiß der Kette findet
> innerhalb der Kette, verdeckt durch die Rollen, statt. Die
> Anpassung von Kette und gebrauchten Kränzen wirkt sich dort
> nicht aus. Sie findet zudem innerhalb der ersten 25 bis 100
Wenn nicht in den Rollen, wo dann?
> Kilometer statt, was viel zu schnell für Verschleiß ist.
Warum soll das viel zu schnell sein? Wenn Ritzel und Kette genau zu
einander passen, ist der Verschleiss auch deshalb so langsam, weil keine
übermässigen Kräfte einwirken.
> Ich kann allerdings nicht sagen, wodurch die Anpassung bewirkt
> wird.
Durch die abgenutzten Zähne der Ritzel, die dazu führen, dass die Rollen
viel stärker belastet werden (es tragen dann weniger Rollen zum Antrieb
bei), als es bei einem neuen (oder noch nicht zu stark abgenutzten)
Ritzel der Fall wäre. Wenn die Anfangs rapide Längung der Kette dann den
Punkt erreicht hat, wo sie zu den Ritzeln besser "passt", verlangsamt
sich die Abnutzung wieder.
> Die Kette hält in der Tat etwas weniger lang, wenn man die Kränze
<Loriot>Ach?</Loriot>
> nicht mit austauscht. Doch das resultiert nicht aus der Anpassung
> der neuen Kette an die alten Kränze innerhalb der ersten Kilometer.
> Zudem steht man sich mit dem zusätzlichen Austausch eines
> Ritzelpakets deutlich teurer. (Das mag mit einem Einzelkranz, etwa
Wenn Ritzelpaket = Schraubkranz, dann ja - wobei Schraubkränze oft auch
nicht viel teurer sind, als gute Ketten. Bei Kassetten muss man aber
nicht gleich alle Ritzel tauschen, sondern kann sich auch auf die
kleineren Ritzel beschränken, die meist deutlich stärker betroffen sind.
Ein guter Händler hat zu diesem Zweck auch Messwerkzeuge, um den
Verschleiss zu prüfen und wird sicher auch gerne einzelne Ritzel
auswechseln (als Kassetten noch nicht so üblich waren, konnte man das
sogar an Schraubkränzen machen - heutzutage lohnt sich der finanzielle
Aufwand in der Regel nicht mehr).
> Es wird empfohlen, (schneller verschleißende) Ketten und (langsamer
> verschleißendes) Ritzelpaket gemeinsam zu verschleißen, indem man
> mehrere Ketten verwendet: Den ersten Mm die erste Kette, dann die
> zweite, dann die dritte, dann wieder die erste usw. Braucht viel
> Disziplin, und es kommt dann doch immer wieder was dazwischen.
Grundsätzlich kein schlechter Ansatz. Allerdings wird dabei nicht
berücksichtigt, dass nicht alle Ritzel gleichermassen verschleissen -
die grösseren sind am Ende meist deutlich besser erhalten, als die
kleineren. Auch sollte der Kettenwechsel dann wesentlich früher erfolgen
und nicht erst bei Erreichen der Verschleissgrenze.
>Gibt es die alte Kette noch?
>Falls ja dann würde mich interessieren um wie viele % sie "gelängt" ist.
>
>Dazu nehme man einen Zoll-Maßstab und einen Taschenrechner oder gleich:
>
>http://dr-rohlfs.de/kettenlehre/
>
Ja, die gibts noch.
Ich habe die auch mal neben die neue gelegt, die Anzahl der Glieder
ist auf gleicher Länge kleiner, d.h., die Einzelglieder haben sich
gelängt.
Ich will nun keine Wissenschaft aus diesem eher banalen Thema machen,
heute kommt mein neuer 7er Schraubkranz für 16,50.
Damit und mit der neuen Kette sollten alle Probleme beseitigt sein.
Am Kettenblatt erwarte ich eigentlich keine Schwierigkeiten, oder
nutzt das sich auch so schnell ab wie das Ritzelpaket?
Reinhard
--
>Dazu nehme man einen Zoll-Maßstab und einen Taschenrechner oder gleich:
>
>http://dr-rohlfs.de/kettenlehre/
>
Jau! Erstaunlich.
Die Meßlehre zeigt leider nur bis 2% an, die Kette hat aber demnach
mindestens 3-4% zugelegt, also wohl viel zu viel.
Im Vergleich zu der Lehre kann man schon nach 2 Gliedern sehen, daß
sie nicht mehr stimmt.
Na ja, hat sich jetzt erledigt mit neuem Zahnkranz und neuer Kette.
R.
--
Reinhard Karpowitz (R...@web.de) schrieb am 13.05.04
>>Dazu nehme man einen Zoll-Maßstab und einen Taschenrechner oder
>>gleich:
>>http://dr-rohlfs.de/kettenlehre/
>>
>Jau! Erstaunlich.
>Die Meßlehre zeigt leider nur bis 2% an, die Kette hat aber demnach
>mindestens 3-4% zugelegt, also wohl viel zu viel.
Das ist ganz schön viel. Ab 2% sollen nach einigen Quellen angeblich
bereits die Ritzel hinüber sein.
Ich hoffe dein Drucker hat das Lehre auch richtig ausgedruckt. (Man muß
ja das Teil mit dem Linial nachmessen und korrigieren um sicher zu gehen
daß z.B. der Browser beim ausdrucken nicht "gemogelt" hat.)
Ciao, Andreas
----
Versuch es doch mal mit einer Messlehre ("Schieblehre"):
Messlehre auf 119mm ausziehen.
Mit den Innenfühlern zwischen entsprechend viele Kettenglieder gehen.
Feststellung der Messlehre öffnen und diese ziehen, bis die Kette
zwischen den Innenfühlern gespannt ist.
Eine neue Kette hat 119.5 mm Abstand.
Hat die Kette 120.5, sollte gewechselt werden. (Ist ca. 0,8% Längung)
Sind es mehr, z.B. 121-122, sind die Ritzel und event. (Materialfrage)
die Kettenblätter mit hin.
Bei Titanritzeln und/oder -kettenblättern sollte die Längung nur 0,7
bis 0.8mm betragen, d.h., man sollte die Kette bei einer Länge von
120.2 bis 120.3mm wechseln.
Bernd
Mountain Biken ist eine Passion!
Für Millionen von Menschen.
Es braucht dazu nicht unbedingt Berge;
alles was nötig ist, sind offene Trails!!
>> Verschleiß der Kette findet innerhalb der Kette, verdeckt
>> durch die Rollen, statt. Die Anpassung von Kette und
>> gebrauchten Kränzen wirkt sich dort nicht aus. Sie findet
>> zudem innerhalb der ersten 25 bis 100
> Wenn nicht in den Rollen, wo dann?
An den Ritzeln.
>> Kilometer statt, was viel zu schnell für Verschleiß ist.
> Warum soll das viel zu schnell sein? Wenn Ritzel und Kette genau zu
> einander passen, ist der Verschleiss auch deshalb so langsam, weil
> keine übermässigen Kräfte einwirken.
Ketten verschleißen vorwiegend durch Reibung in den Gelenken.
Sand erhöht den Verschleiß wesentlich; im Kasten laufende
Ketten halten fünf- bis zehnmal länger (um eine Größenordnung
zu nennen) als offen laufende. Eine neue Kette ist auf den
ersten Kilometern im Inneren noch sandfrei.
Stärkere Kräfte verstärken die Verschleißwirkung der Reibung,
doch verursachen sie allein für sich noch keinen Verschleiß.
Es muss zudem genug `gerieben' werden, und das mit Sand.
>> Ich kann allerdings nicht sagen, wodurch die Anpassung bewirkt
>> wird.
> Durch die abgenutzten Zähne der Ritzel, die dazu führen, dass die
> Rollen viel stärker belastet werden (es tragen dann weniger Rollen
> zum Antrieb bei), als es bei einem neuen (oder noch nicht zu stark
> abgenutzten) Ritzel der Fall wäre.
Ist, wie gesagt, für den Verschleiß der Kette nicht wesentlich.
> Wenn die Anfangs rapide Längung der Kette dann den Punkt erreicht
> hat, wo sie zu den Ritzeln besser "passt", verlangsamt sich die
> Abnutzung wieder.
Das passt mit meinen Beobachtungen nicht zusammen.
Wird die neue Kette nur auf einem alten Ritzel benutzt, so stellt
sie dort nach kurzer Laufleistung das Springen ein. Wird sie dann
auf einem anderen Ritzel benutzt, springt sie wieder.
Deiner Theorie zufolge dürfte sie das nicht, weil die Kette sich
so weit gelängt haben müsste, dass sie auch auf dem anderen
Ritzel ohne Springen laufen müsste.
Das habe ich nicht in so reiner Form beobachtet, sondern nur so
weit, dass das Springen der neuen Kette auf weniger benutzten
Ritzeln länger anhält.
Ich kann die am Montag auf alte Ritzel getauschte Kette, die
mittlerweile ca. 70 Kilometer gelaufen und mittlerweile das
Überspringen praktisch völlig eingestellt hat, bei Gelegenheit
mal messen. Deiner Theorie zufolge müsste sie sich erheblich
gelängt haben. Sie war vorher schon 1 Mm gelaufen, aber ich
hatte sie vor der Montage (grob mit Gliedermessstab) gemessen
und keine messbare Längung festgestellt.
[Zusätzlicher Austausch eines Ritzelpakets wird deutlich teurer]
> Wenn Ritzelpaket = Schraubkranz, dann ja - wobei Schraubkränze
> oft auch nicht viel teurer sind, als gute Ketten. Bei Kassetten
> muss man aber nicht gleich alle Ritzel tauschen, sondern kann
> sich auch auf die kleineren Ritzel beschränken, die meist
> deutlich stärker betroffen sind.
Bei Schraubkränzen kann man im Prinzip genau so alle Ritzel
tauschen wie bei Kassetten -- im Prinzip, weil man einzelne
Ritzel nicht unbedingt bekommt.
Die kleineren Ritzel sind nicht notwendig stärker betroffen;
das hängt insbesondere von der Übersetzung und der
bevorzugten Trittfrequenz ab. Bei mir sind vorwiegend die
mittleren Ritzel betroffen, die kleinen dagegen fast gar nicht.
Zu den Preisen: Eine Kette gibt es für 5 FRZ. Ein Ritzelpaket
(ob Schraubkranz oder Kassette) ist nicht unter 15 FRZ zu
bekommen. Da verschleiße ich lieber eine neue Kette etwa
20% schneller als das Ritzelpaket gleich mit zu wechseln.
Meine Vermutung ist, dass sich die Ritzel beim Lauf mit einer
neuen Kette (geringfügig) anpassen, vielleicht nur dass ein
kleiner Huckel pro Zahn verschwindet o.ä.
Einschränkend: Meine Erfahrungen beziehen sich durchweg auf
NoGlide-Ritzel, insbesondere auf helicomatic und Sachs. Ich
weiß nicht, ob und wie das bei Glide-Ritzeln aussieht.
>> Es wird empfohlen, (schneller verschleißende) Ketten und (langsamer
>> verschleißendes) Ritzelpaket gemeinsam zu verschleißen, indem man
>> mehrere Ketten verwendet: Den ersten Mm die erste Kette, dann die
>> zweite, dann die dritte, dann wieder die erste usw. Braucht viel
>> Disziplin, und es kommt dann doch immer wieder was dazwischen.
>
> Grundsätzlich kein schlechter Ansatz. Allerdings wird dabei nicht
> berücksichtigt, dass nicht alle Ritzel gleichermassen verschleissen -
> die grösseren sind am Ende meist deutlich besser erhalten, als die
> kleineren.
Letzteres ist, wie schon gesagt, nicht zwangsläufig richtig.
Richtig ist allerdings, dass i.a. die Ritzel ungleichmäßig
verschleißen, und dass es durchaus sinnvoll ist, einzelne
Ritzel zu wechseln.
> Auch sollte der Kettenwechsel dann wesentlich früher erfolgen
> und nicht erst bei Erreichen der Verschleissgrenze.
Sicher. Steht ja oben auch: Ein Mm mit der ersten Kette, der
nächste mit der zweiten, der dritte mit der dritten, und dann
wieder mit der ersten weiter.
Ach so, und zum Rohloff Caliber: Der soll dem Vernehmen nach für
die Verschleißmessung von Rohloff-Ketten sehr gut geeignet sein,
aber andere Ketten zu früh als verschlissen anzeigen (weil die
Rollen bei R-Ketten langsamer ausschlagen, der Caliber aber den
Verschleiß der Rollen mit misst).
Hans Crauel
[...]
> Stärkere Kräfte verstärken die Verschleißwirkung der Reibung,
> doch verursachen sie allein für sich noch keinen Verschleiß.
Siehe dazu http://sheldonbrown.com/chains/ - dort wird auch auf die
Effekte bei neuen Ketten auf alten Ritzeln eingegangen.
[...]
> Wird die neue Kette nur auf einem alten Ritzel benutzt, so stellt
> sie dort nach kurzer Laufleistung das Springen ein. Wird sie dann
> auf einem anderen Ritzel benutzt, springt sie wieder.
> Deiner Theorie zufolge dürfte sie das nicht, weil die Kette sich
> so weit gelängt haben müsste, dass sie auch auf dem anderen
> Ritzel ohne Springen laufen müsste.
Wenn beide Ritzel gleich stark abgenutzt sind, ja. Mutmasslich ist das
andere Ritzel aber weniger abgenutzt, so dass die mittlerweile stärker
gelängte Kette dort eben wieder springt.
Aber ganz unabhängig davon: Ich würde einem Ritzel, auf dem eine _neue_
Kette springt, nicht mehr trauen. Ich kenne den Effekt, dass neue Ketten
auf länger genutzten Ritzeln mitunter einige Zeit "rau" laufen.
Springende _neue_ Kette wäre für mich aber ein echter Grund zum Tausch
des Ritzels.
[...]
> Zu den Preisen: Eine Kette gibt es für 5 FRZ. Ein Ritzelpaket
Wo? Na ja - wenn die im Neuzustand selbst auf Nicht-HG/IG-Ritzeln schon
springt, würde ich auch nicht mehr dafür zahlen ;-)
Die mir bekannten Preise bewegen sich selbst bei einfachen Ausführungen
für max. 8-fach-Schaltung (SRAM PC48 etc.) bei mindestens 10 FRZ. Selbst
"NoName"-Ware von Point fängt bei 7-8 FRZ an.
Aber Du hast schon recht - öfter Kette wechseln, um die Ritzel länger zu
erhalten, macht durchaus Sinn.
> Stärkere Kräfte verstärken die Verschleißwirkung der Reibung,
> doch verursachen sie allein für sich noch keinen Verschleiß.
> Es muss zudem genug `gerieben' werden, und das mit Sand.
Am laengsten (7500 km) hatte bei mal eine Kette ausgerechnet am Tandem,
obwohl da wesentlich staerkere Kraefte am Werke sind als an einem Solo.
Ich hab aber auch darauf geachtet, dass die Kette immer schoen sauber blieb.
> Ach so, und zum Rohloff Caliber: Der soll dem Vernehmen nach für
> die Verschleißmessung von Rohloff-Ketten sehr gut geeignet sein,
> aber andere Ketten zu früh als verschlissen anzeigen (weil die
> Rollen bei R-Ketten langsamer ausschlagen, der Caliber aber den
> Verschleiß der Rollen mit misst).
Ich benutz den aber trotzdem (bei obigen 7500 km zeigte er 0.075 mm an),
weil er so schoen einfach zu handhaben ist und ich wie du lieber billige
Ketten wechsle als teuer Ritzel oder Kettenblaetter.
--
+ Ulli Horlacher + fram...@moep.bb.bawue.de +
+ "We don't brake for SPAMmers - BO-FH 666" +
>> Stärkere Kräfte verstärken die Verschleißwirkung der Reibung,
>> doch verursachen sie allein für sich noch keinen Verschleiß.
> Siehe dazu http://sheldonbrown.com/chains/ - dort wird auch auf
> die Effekte bei neuen Ketten auf alten Ritzeln eingegangen.
Beim Überfliegen habe ich nicht viel zur hier behandelten
Fragestellung gefunden.
>> Wird die neue Kette nur auf einem alten Ritzel benutzt, so stellt
>> sie dort nach kurzer Laufleistung das Springen ein. Wird sie dann
>> auf einem anderen Ritzel benutzt, springt sie wieder.
>> Deiner Theorie zufolge dürfte sie das nicht, weil die Kette sich
>> so weit gelängt haben müsste, dass sie auch auf dem anderen
>> Ritzel ohne Springen laufen müsste.
> Wenn beide Ritzel gleich stark abgenutzt sind, ja. Mutmasslich ist
> das andere Ritzel aber weniger abgenutzt, so dass die mittlerweile
> stärker gelängte Kette dort eben wieder springt.
Also noch einmal: Ich lege die neue Kette auf stärker benutzten
Ritzeln -- also stärker verschlissenen -- häufiger auf. Dort gibt
die neue Kette nach kurzer Zeit das Springen auf. Beim Fahren mit
weniger stark genutzten Ritzeln springt sie jedoch immer noch. Die
Kette ist wesentlich weniger gelängt als die zuvor verwendete,
alte Kette (vorhin gemessen: Alte Kette 25,6 mm zehn Glieder, neue
Kette 25,4 mm zehn Glieder, nach dem Einlaufen auf den alten
Ritzeln wohlgemerkt).
Die `neue' Kette hat sich beim Einlaufen nicht messbar gelängt.
Was noch sein könnte: Die Rollen könnten auf den Lagerkragen
stärker eingelaufen sein. Das wäre ein, wenn auch für den Gebrauch
irrelevanter, Verschleiß der Kette.
> Aber ganz unabhängig davon: Ich würde einem Ritzel, auf dem eine
> _neue_ Kette springt, nicht mehr trauen.
Nun, das geht in den Glaubensbereich.
Der Deutlichkeit halber: Ich habe auch schon erlebt, dass eine
neue Kette nicht aufhörte, auf den alten Ritzeln zu springen.
Dann habe ich die Ritzel auch getauscht. Aber auf den ersten
Kilometern ist Springen für mich akzeptabel, sofern spürbar
ist, dass es abnimmt.
>> Zu den Preisen: Eine Kette gibt es für 5 FRZ.
> Wo?
Bicycles, vor einiger Zeit, einfache KMC-Ketten. Ich habe so
was um die zehn Stück gekauft. Allerdings habe ich noch keine
montiert, weil noch ein paar ältere Sachs PC rumliegen.
> Na ja - wenn die im Neuzustand selbst auf Nicht-HG/IG-Ritzeln
> schon springt, würde ich auch nicht mehr dafür zahlen ;-)
Die Kette, um die es bei mir gerade geht, ist eine Sachs PC48.
> Die mir bekannten Preise bewegen sich selbst bei einfachen
> Ausführungen für max. 8-fach-Schaltung (SRAM PC48 etc.) bei
> mindestens 10 FRZ. Selbst "NoName"-Ware von Point fängt bei
> 7-8 FRZ an.
Schon richtig, wenn man nicht auf Vorrat gekauft hat (Connex
800 für 8 FRZ ist das, was ich in letzter Zeit als günstigstes
Angebot wahrgenommen habe).
Hans Crauel
>> Aber ganz unabhängig davon: Ich würde einem Ritzel, auf dem eine
>> _neue_ Kette springt, nicht mehr trauen.
>
>Nun, das geht in den Glaubensbereich.
>Der Deutlichkeit halber: Ich habe auch schon erlebt, dass eine
>neue Kette nicht aufhörte, auf den alten Ritzeln zu springen.
>Dann habe ich die Ritzel auch getauscht. Aber auf den ersten
>Kilometern ist Springen für mich akzeptabel, sofern spürbar
>ist, dass es abnimmt.
Na ja, das ist auch meine Erfahrung.
Nach Wechseln des Zahnkranzes und neuer Kette scheint trotzdem noch ab
und zu ein Überspringer vorzukommen.
Jetzt machen wir Samstag eine 100km Tour und werden sehen, ob sich das
legt. Wenn nicht, weiß ich auch nicht mehr weiter...
Oder hat das ganze was mit der Kettenspannung zu tun?
Wie ist den da die Regel?
R.
--
Hans Crauel (cra...@despammed.com) schrieb am 14.05.04
>Arno Welzel zu meiner Aussage
>>> Stärkere Kräfte verstärken die Verschleißwirkung der Reibung,
>>> doch verursachen sie allein für sich noch keinen Verschleiß.
>> Siehe dazu http://sheldonbrown.com/chains/ - dort wird auch auf
>> die Effekte bei neuen Ketten auf alten Ritzeln eingegangen.
>Beim Überfliegen habe ich nicht viel zur hier behandelten
>Fragestellung gefunden.
Wie wäre es mit
http://fagan.co.za/Bikes/Csuck/
Der hat etliche Seiten zum Fachgebiet geschrieben.
Ist allerdings meiner Meinung nach etwas schwer zu lesen.
(Tip: die angebotene automatische Übersetzung in's Deutsche hautsächlich
dann verwenden wenn man sich "belustigen" will ;-) Bringen tut das
vielleicht dann etwas wenn man beide Texte parallel nebeneinader liest.)
Ciao, Andreas
----
> Arno Welzel zu meiner Aussage
>
>
>>>Stärkere Kräfte verstärken die Verschleißwirkung der Reibung,
>>>doch verursachen sie allein für sich noch keinen Verschleiß.
>
>
>>Siehe dazu http://sheldonbrown.com/chains/ - dort wird auch auf
>>die Effekte bei neuen Ketten auf alten Ritzeln eingegangen.
>
>
> Beim Überfliegen habe ich nicht viel zur hier behandelten
> Fragestellung gefunden.
Zitat aus dieser Seite:
A new chain on a worn sprocket. Most of the driving is happening on the
left side, where the chain first engages the sprocket. Due to the
mismatch in pitch, the rollers in the part of the chain that is about to
leave the sprocket is doing very little to push their teeth forward,
instead, they are being forced upward by the slope of the teeth.
Since the teeth/rollers on our left are doing most of the work the load
is concentrated on them.
In addition, as the roller follows its tooth around the sprocket it
rolls up the "ramp," while under load. This promotes wear to the insides
of the rollers and to the "bushings" they roll on. With a properly
meshed chain, the roller only turns a tiny bit as it rolls onto and off
of the chain.
Due to the pitch mismatch, the chain will not reliably mesh with the
sprocket under load, and will tend to jump forward, skipping over the teeth.
(Zitat Ende)
[...]
> Die `neue' Kette hat sich beim Einlaufen nicht messbar gelängt.
> Was noch sein könnte: Die Rollen könnten auf den Lagerkragen
> stärker eingelaufen sein. Das wäre ein, wenn auch für den Gebrauch
> irrelevanter, Verschleiß der Kette.
Stimmt. Diesen Aspekt habe ich nicht bedacht.
>>Aber ganz unabhängig davon: Ich würde einem Ritzel, auf dem eine
>>_neue_ Kette springt, nicht mehr trauen.
>
> Nun, das geht in den Glaubensbereich.
Also wenn ich unter Last bergauf antrete und mir dann die Kette über die
Ritzel springt - oder auch beim Anfahren im Stadtverkehr mit Wiegetritt,
ist das nicht nur "Glaubenssache", ob so ein Zustand akzeptabel ist.
> Zitat aus [<http://sheldonbrown.com/chains>]
> A new chain on a worn sprocket. Most of the driving is happening
> on the left side, where the chain first engages the sprocket. [...]
Danke für die Wiedergabe, doch ich fand diese Herleitung nicht
so überzeugend. Die Behauptung, dass die Hauptzugkraft beim
`Eintritt der Kette in das Ritzel' wirkt, widerspricht meiner
amateur-physikalischen Anschauung, wonach dazu eine Komponente
der Kraft in Gegenrichtung der Kettenzugkraft wirken müsste, was
ich mir mangels Umlenkungen bzw. Hebeln nicht recht erklären
kann. Das würde anders aussehen, wenn an der Kette eine Last
hinge, doch das ist gerade nicht der Fall; es geht alles `in
das Ritzel'.
Doch ich bin in dieser Frage keineswegs kompetent und würde dazu
vorzugsweise eine maschinenbaufundierte Herleitung zu Rate ziehen.
[Misstrauen bei neuer Kette, die auf altem Ritzel springt]
> Also wenn ich unter Last bergauf antrete und mir dann die Kette über
> die Ritzel springt - oder auch beim Anfahren im Stadtverkehr mit
> Wiegetritt, ist das nicht nur "Glaubenssache", ob so ein Zustand
> akzeptabel ist.
Eine springende Kette will ich natürlich auch nicht, darum geht
es nicht. Mir ging es um eine Kette, die auf einem alten Ritzel
zunächst gesprungen ist, das aber nach relativ kurzer Laufleistung
eingestellt hat. Ich sehe keinen Anlass zum Misstrauen, sofern es
nicht mehr springt.
Hans Crauel
Reinhard Karpowitz (R...@web.de) schrieb am 13.05.04
>>Dazu nehme man einen Zoll-Maßstab und einen Taschenrechner oder
>>gleich:
>>http://dr-rohlfs.de/kettenlehre/
>>
>Jau! Erstaunlich.
>Die Meßlehre zeigt leider nur bis 2% an, die Kette hat aber demnach
>mindestens 3-4% zugelegt, also wohl viel zu viel.
Es gibt noch eine andere Kettenlehre. Die von dr-Rohlfs hat es bei mit
reichlich falsch ausgedruckt. Die folgende ist "kallibrierbar":
http://drffaq.freezope.org/lehre/lehre.html
Schau vielleicht mal nach ob es bei dir die "dr-rohlfs" richtig
ausgedruckt hat. (von 0 Glieder bis zum 0% Strich sollten es 25,4 mm
sein)
Ciao, Andreas
----
Hans Crauel (cra...@despammed.com) schrieb am 16.05.04
>Eine springende Kette will ich natürlich auch nicht, darum geht
>es nicht. Mir ging es um eine Kette, die auf einem alten Ritzel
>zunächst gesprungen ist, das aber nach relativ kurzer Laufleistung
>eingestellt hat. Ich sehe keinen Anlass zum Misstrauen, sofern es
>nicht mehr springt.
Wie sehen denn die betroffenen Zähne aus?
Deutsches zum Thema gibt es unter
http://www.rohloff.de/download/beschreibung/slt99/tech_infos_kette2.de.zip
Ciao, Andreas
----
>> Ich sehe keinen Anlass zum Misstrauen [bei neuer Kette auf
>> alten Ritzeln], sofern es nicht mehr springt.
> Wie sehen denn die betroffenen Zähne aus?
Höhe etwas über 5 mm, Zahnmulden geringfügig mehr ausgekehlt
als bei einem neuen Ritzel. Ich kann (ganz allgemein) die
Verschleißgrenze durch Ansicht eines Ritzels nicht feststellen.
> Deutsches zum Thema gibt es unter
> http://www.rohloff.de/download/beschreibung/slt99/tech_infos_kette2.de.zip
Dort wird ebenfalls die Behauptung aufgestellt, dass eine
(dort als "Kettenrestkraft" bezeichnete) Kraft auf die Kette
im unteren Trumm wirkt, welche eine gegen die Kettenzugkraft
gerichtete Komponente hat. Die kann ich mir nicht erklären.
Hans Crauel
> Wie wäre es mit <http://fagan.co.za/Bikes/Csuck>
> Der hat etliche Seiten zum Fachgebiet geschrieben.
Geht auf ChainSuck ein, also, so weit ich sehe, das Mitnehmen
der Kette durch Grate an (wohl vorwiegend kleinen Aluminium-)
Kettenblättern. Die Frage stellt sich bei Stahlritzeln weniger
bis gar nicht. Jedenfalls nicht bei meinen bescheidenen Kräften.
> Ist allerdings meiner Meinung nach etwas schwer zu lesen.
Geht so.
Hans Crauel
> Andreas D. Bauer zu meiner Aussage
>
>>Deutsches zum Thema gibt es unter
>>http://www.rohloff.de/download/beschreibung/slt99/tech_infos_kette2.de.zip
>
>
> Dort wird ebenfalls die Behauptung aufgestellt, dass eine
> (dort als "Kettenrestkraft" bezeichnete) Kraft auf die Kette
> im unteren Trumm wirkt, welche eine gegen die Kettenzugkraft
> gerichtete Komponente hat. Die kann ich mir nicht erklären.
Ich finde "Kettenrestkraft" in diesem Dokument nicht. Oder beziehst Du
Dich auf die Illustrationen mit der Kräfteverteilung? Auch da wird
nichts "gegen die Kettenzugkraft" dargestellt.
*leicht verwirrt*