Google Groups no longer supports new Usenet posts or subscriptions. Historical content remains viewable.
Dismiss

Tellkamps feuerfischende Semperoper

3 views
Skip to first unread message

Jakob Achterndiek

unread,
May 21, 2009, 7:12:43 AM5/21/09
to

Tellkamps "Turm", Halbzeit, Halbdicke - immer dieselben Halbheiten:
Wortschwallende Stimmungs-Skizzen, seitenlange miese, Situationen
klempnernde Dialoge: Wohnungszuweisung, Kohlenknappheit und Holzklau,
eine plᅵtzlich angeordnete Ausreise, ᅵrztlicher Bereitschftsdienst
in der Semperoper aus Anlaᅵ der Wiedererᅵffnung - aber alles nicht
erzᅵhlt, nicht abbildend, sondern nur rekonstruierbar aus gesprᅵchs-
weisen Andeutungen. Dann, in die schleichende Erschᅵpfung hinein,
eine Wortprᅵgung wie Weckerklingeln: Leute auf dem Platz vor der
Oper bewundern "den reichen, feuerfischenden Bau." [S.585]

Jetzt frage ich all jene, die behaupten, sie hᅵtten das Buch Wort
fᅵr Wort, Seite fᅵr Seite, Plattheit fᅵr Plattheit gelesen: Was ist
ein reicher, feuerfischender Bau? Ihr mᅵᅵt euch doch etwas dabei
gedacht haben. Oder habt ihr etwa nur einzelne Erbauungsinseln
aus dem Wortwust herausgefischt?

:-( j/\a
--

Marius Fraenzel

unread,
May 21, 2009, 7:45:51 AM5/21/09
to
Jakob Achterndiek schrieb:

> Jetzt frage ich all jene, die behaupten, sie hᅵtten das Buch Wort
> fᅵr Wort, Seite fᅵr Seite, Plattheit fᅵr Plattheit gelesen: Was ist
> ein reicher, feuerfischender Bau? Ihr mᅵᅵt euch doch etwas dabei
> gedacht haben. Oder habt ihr etwa nur einzelne Erbauungsinseln
> aus dem Wortwust herausgefischt?

Das ist nun ausnahmsweise mal ziemlich einfach: "feuerfischend" spielt
an auf die beiden Brᅵnde 1869 und 1945, die das Gebᅵude jeweils komplett
zerstᅵrten. Der heutige Bau ist der dritte in der Reihe der Semper-Opern.

Aber Rummoppern ist natᅵrlich einfacher als Nachdenken und -schlagen.

Gruᅵ, Marius


--
Elf Jahre drb!

http://bonaventura.musagetes.de/

Jakob Achterndiek

unread,
May 21, 2009, 8:12:08 AM5/21/09
to
Am 21.05.2009, 13:45 Uhr, schrieb Marius Fraenzel
<marius....@gmail.com>:

>> Jetzt frage ich all jene, die behaupten, sie hᅵtten das Buch Wort
>> fᅵr Wort, Seite fᅵr Seite, Plattheit fᅵr Plattheit gelesen: Was ist
>> ein reicher, feuerfischender Bau?

> Das ist nun ausnahmsweise mal ziemlich einfach: "feuerfischend" spielt
> an auf die beiden Brᅵnde 1869 und 1945, die das Gebᅵude jeweils komplett
> zerstᅵrten. Der heutige Bau ist der dritte in der Reihe der Semper-Opern.

Chapeau!
Darauf bin selbst ich, ehemals Berufsleser und im Besitz einer
Aufzeichnung der Erᅵffnungsvorstellung und wohl wissend, daᅵ
die dritte Semperoper mit eben jener Oper erᅵffnet worden ist,
die als letzte vor der Schlieᅵung 1944 und der Zerstᅵrung 1945
gespielt worden ist. "Feuerfischend". Welch schᅵne Metapher fᅵr
"zweimal abgebrannt." Ich werd sie mir merken. Dank also -
an Dich und an Tellkamp.

:-) j/\a
--

Walter Schmid

unread,
May 21, 2009, 8:15:01 AM5/21/09
to
Marius Fraenzel schrieb:
> Jakob Achterndiek schrieb:
>
>> Jetzt frage ich all jene, die behaupten, sie hätten das Buch Wort
>> für Wort, Seite für Seite, Plattheit für Plattheit gelesen: Was ist
>> ein reicher, feuerfischender Bau? Ihr müßt euch doch etwas dabei

>> gedacht haben. Oder habt ihr etwa nur einzelne Erbauungsinseln
>> aus dem Wortwust herausgefischt?
>
> Das ist nun ausnahmsweise mal ziemlich einfach: "feuerfischend" spielt
> an auf die beiden Brände 1869 und 1945, die das Gebäude jeweils komplett
> zerstörten. Der heutige Bau ist der dritte in der Reihe der Semper-Opern.

Das Feuer hast Du damit erklärt, aber warum ist "feuerfischend"
besser als "feuerfangend"?

Ich hätte "feuerfreundlich" oder "feuerlieb" gesagt!

Der Fisch ist das Problem! Da ich das Buch nicht gelesen habe,
kann ich eine mögliche christliche Anspielung nicht einpassen.
Iesous CHristos Theos hYios = ICHTHYS = Fisch.

Gruss

Walter

Gerald Fix

unread,
May 21, 2009, 9:02:57 AM5/21/09
to
On Thu, 21 May 2009 14:15:01 +0200, Walter Schmid
<paulwalt...@vtxmail.ch> wrote:

>Das Feuer hast Du damit erkl�rt, aber warum ist "feuerfischend"
>besser als "feuerfangend"?
>
>Ich h�tte "feuerfreundlich" oder "feuerlieb" gesagt!


>
>Der Fisch ist das Problem! Da ich das Buch nicht gelesen habe,

>kann ich eine m�gliche christliche Anspielung nicht einpassen.


>Iesous CHristos Theos hYios = ICHTHYS = Fisch.

Ist dir die Metapher nicht bekannt? Mir ist gel�ufig, dass z.B.
Goalies die B�lle aus der Ecke fischen.


--
Viele Gr��e
Gerald Fix

Walter Schmid

unread,
May 21, 2009, 9:10:33 AM5/21/09
to
Gerald Fix schrieb:

> On Thu, 21 May 2009 14:15:01 +0200, Walter Schmid
> <paulwalt...@vtxmail.ch> wrote:
>
>> Das Feuer hast Du damit erklärt, aber warum ist "feuerfischend"
>> besser als "feuerfangend"?
>>
>> Ich hätte "feuerfreundlich" oder "feuerlieb" gesagt!

>>
>> Der Fisch ist das Problem! Da ich das Buch nicht gelesen habe,
>> kann ich eine mögliche christliche Anspielung nicht einpassen.

>> Iesous CHristos Theos hYios = ICHTHYS = Fisch.
>
> Ist dir die Metapher nicht bekannt? Mir ist geläufig, dass z.B.
> Goalies die Bälle aus der Ecke fischen.

Die Oper ist aber hier mit dem Tor zu vergleichen, und der Goali
fischt! Fischen ist eine Aktivität, Feuer fangen gerade nicht.

Gruss

Walter

Gerald Fix

unread,
May 21, 2009, 9:37:12 AM5/21/09
to
On Thu, 21 May 2009 15:10:33 +0200, Walter Schmid
<paulwalt...@vtxmail.ch> wrote:

>> Ist dir die Metapher nicht bekannt? Mir ist gel�ufig, dass z.B.

>> Goalies die B�lle aus der Ecke fischen.


>
>Die Oper ist aber hier mit dem Tor zu vergleichen, und der Goali

>fischt! Fischen ist eine Aktivit�t, Feuer fangen gerade nicht.

Ich habe es so verstanden, dass Tellkamp ausgedr�ckt hat, die Oper
ziehe das Feuer geradezu an.

Walter Schmid

unread,
May 21, 2009, 10:13:50 AM5/21/09
to
Gerald Fix schrieb:

> On Thu, 21 May 2009 15:10:33 +0200, Walter Schmid
> <paulwalt...@vtxmail.ch> wrote:
>
>>> Ist dir die Metapher nicht bekannt? Mir ist geläufig, dass z.B.
>>> Goalies die Bälle aus der Ecke fischen.

>> Die Oper ist aber hier mit dem Tor zu vergleichen, und der Goali
>> fischt! Fischen ist eine Aktivität, Feuer fangen gerade nicht.
>
> Ich habe es so verstanden, dass Tellkamp ausgedrückt hat, die Oper

> ziehe das Feuer geradezu an.

Wenn Du an Köder denkst: ja. Ich dachte anscheinend nur an Netze. :-)

Gruss

Walter

Marius Fraenzel

unread,
May 21, 2009, 11:25:04 AM5/21/09
to
Walter Schmid schrieb:

> Der Fisch ist das Problem!

"Fischen" (die Tᅵtigkeit), nicht "Fisch" (das Tier) ist der Aufhᅵnger
der Metapher.

Message has been deleted
Message has been deleted

Gunhild Simon

unread,
May 21, 2009, 2:14:46 PM5/21/09
to
On 21 Mai, 18:46, Hans Altmeyer <zoo...@web.de> wrote:
> Walter Schmid schrieb:

>
>
>
> > Das Feuer hast Du damit erklärt, aber warum ist "feuerfischend"
> > besser als "feuerfangend"?
>
> Weil es eindeutiger und bildkräftiger ist und der stilistischen Regel
> "vom Allgemeinen zum Besonderen" folgt.

Und es hat eine andere Aussage erworben, weil Feuer fangen im jetzigen
Sprachgebauch nur bedeutet, daß es leicht entzündlich ist.
Feuerfischend dagegen legt nahe, so wie Marius es erklärt hat und es
mir auch spontan eingeleuchtet hatte, daß eine Anziehung davon
ausging, das Bauwerk als Symbol von Kultur zu zerstören. Dies hat ja
nicht nur Bildkraft sondern ist auch eine historische Wertung.

> > Ich hätte "feuerfreundlich" oder "feuerlieb" gesagt!

Das trifft es nicht.

Tellkamp hat eine präzise Sprache.

> Eben. Deshalb durftest Du auch noch nicht mit einer bekloppten Mütze auf
> dem Kopf irgendwelche Großschriftstellerpreise abholen gehen.

Wer so lange - 6 harte Jahre - die NVA-Uniform tragen mußte, dem kann
man großzügig begegnen.

Gruß
Gunhild

*vgl DIE ZEIT, Nr. 19 vom 30. April 09, S. 1 und 49


Walter Schmid

unread,
May 21, 2009, 2:16:07 PM5/21/09
to
Hans Altmeyer schrieb:
> Walter Schmid schrieb:
>> Das Feuer hast Du damit erklᅵrt, aber warum ist "feuerfischend"
>> besser als "feuerfangend"?
>
> Weil es eindeutiger und bildkrᅵftiger ist und der stilistischen Regel
> "vom Allgemeinen zum Besonderen" folgt.
>
>
>> Ich hᅵtte "feuerfreundlich" oder "feuerlieb" gesagt!
>
> Eben. Deshalb durftest Du auch noch nicht mit einer bekloppten Mᅵtze auf
> dem Kopf irgendwelche Groᅵschriftstellerpreise abholen gehen.


Ich lehne es ab, mit solchen Friederike-Klempner-Stilblᅵten
berᅵhmt zu werden.

Fisch und Feuer passen nun mal nicht zusammen.

Gruss

Walter

Walter Schmid

unread,
May 21, 2009, 2:35:49 PM5/21/09
to
Gunhild Simon schrieb:

> On 21 Mai, 18:46, Hans Altmeyer <zoo...@web.de> wrote:
>> Walter Schmid schrieb:
>>
>>
>>
>>> Das Feuer hast Du damit erkl�rt, aber warum ist "feuerfischend"
>>> besser als "feuerfangend"?
>> Weil es eindeutiger und bildkr�ftiger ist und der stilistischen Regel

>> "vom Allgemeinen zum Besonderen" folgt.
>
> Und es hat eine andere Aussage erworben, weil Feuer fangen im jetzigen
> Sprachgebauch nur bedeutet, da� es leicht entz�ndlich ist.
> Feuerfischend dagegen legt nahe, so wie Marius es erkl�rt hat und es
> mir auch spontan eingeleuchtet hatte, da� eine Anziehung davon
> ausging, das Bauwerk als Symbol von Kultur zu zerst�ren. Dies hat ja

> nicht nur Bildkraft sondern ist auch eine historische Wertung.
>
>>> Ich h�tte "feuerfreundlich" oder "feuerlieb" gesagt!
>
> Das trifft es nicht.
>
> Tellkamp hat eine pr�zise Sprache.

Was ist pr�zise daran, Feuer und Angeln oder Netzfischen
zusammenzubringen anl�sslich einer mehrmals brennenden Oper?

Es kann ja sein, dass im Buch ein Zusammenhang mit Fischen
besteht, aber den hat hier immer noch niemand nachgewiesen.

Gruss

Walter

Marius Fraenzel

unread,
May 21, 2009, 2:41:45 PM5/21/09
to
Marius Fraenzel schrieb:

> Komplminte

Komplimente

Sorry, Marius

Marius Fraenzel

unread,
May 21, 2009, 2:41:03 PM5/21/09
to
Walter Schmid schrieb:

> Fisch und Feuer passen nun mal nicht zusammen.

Aber Fisch und Komplminte passen gut zusammen, nicht wahr? Walter,
schalt doch wenigstens zwischenzeitlich mal Dein Gehirn ein! Es nutzt
schon nicht zu sehr ab.

Message has been deleted
Message has been deleted

Wolfram Heinrich

unread,
May 21, 2009, 3:19:34 PM5/21/09
to

Walter, ich glaub, es ist gut, da� du keine Romane schreibst. Ich bin
sicher, deine Romane w�ren pr�zise - aber nichts sonst.

Ciao
Wolfram
--
fragment
ja, der volker finke / da� er nicht so stinke / hat man ihm gesagt, er
soll...
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it> <www.theodor-rieh.de>

Helga Schulz

unread,
May 21, 2009, 3:29:43 PM5/21/09
to
Walter Schmid <paulwalt...@vtxmail.ch> schrieb vorher:

>Marius Fraenzel schrieb:
>> Jakob Achterndiek schrieb:
>>

>>> Jetzt frage ich all jene, die behaupten, sie h�tten das Buch Wort
>>> f�r Wort, Seite f�r Seite, Plattheit f�r Plattheit gelesen: Was ist
>>> ein reicher, feuerfischender Bau? Ihr m��t euch doch etwas dabei


>>> gedacht haben. Oder habt ihr etwa nur einzelne Erbauungsinseln
>>> aus dem Wortwust herausgefischt?
>>
>> Das ist nun ausnahmsweise mal ziemlich einfach: "feuerfischend" spielt

>> an auf die beiden Br�nde 1869 und 1945, die das Geb�ude jeweils komplett
>> zerst�rten. Der heutige Bau ist der dritte in der Reihe der Semper-Opern.

Ah! Das pa�t dann ja gut.
Wirklich, Hut ab, wenn man das wei�, ist das Wort wirklich sehr
treffend.
>
>Das Feuer hast Du damit erkl�rt, aber warum ist "feuerfischend"
>besser als "feuerfangend"?
>
>Ich h�tte "feuerfreundlich" oder "feuerlieb" gesagt!


>
>Der Fisch ist das Problem! Da ich das Buch nicht gelesen habe,

>kann ich eine m�gliche christliche Anspielung nicht einpassen.


>Iesous CHristos Theos hYios = ICHTHYS = Fisch.

Du mit deinem Christenkomplex!
Nach etwas fischen, im Tr�ben fischen: etwas zu erhaschen suchen,
oft versuchen, h�ufig fehlgehen, ab und zu was einfangen.
Da spielt der Zufall eine gro�e Rolle.
Feuerfangend hei�t hingegen nur, da� es mal gebrannt hat, sonst
nichts. Feuerfreundlich ist matte Technikerironie f�r
"gef�hrlich". Feuerlieb weckt die Assoziation, die Oper brennte
gern ab.

Nein, "feuerfischend" ist schon ganz richtig.

Vielleicht les ich das Buch doch mal.
Scheint ja doch recht assoziationsreich zu sein.

Hannelore J�ckel

unread,
May 22, 2009, 12:20:27 AM5/22/09
to
"Marius Fraenzel" <marius....@gmail.com> schrieb im Newsbeitrag
news:4a153f03$0$31336$9b4e...@newsspool4.arcor-online.net...
>
> Aber Rummoppern ist nat�rlich einfacher als Nachdenken und -schlagen.

so habe ich mir das vorgestellt und deswegen
gleich Abstand davon genommen, das Buch lesen
zu wollen;
wenn das nur f�r Ossis ist, resp. ich erst eine
(Kultur-)Geschichte der DDR durchgearbeitet haben
muss, um folgen zu k�nnen, lehne ich dankend ab;

Hannelore


Gunhild Simon

unread,
May 22, 2009, 2:11:36 AM5/22/09
to
On 21 Mai, 20:16, Walter Schmid <paulwaltersch...@vtxmail.ch> wrote:

> Fisch und Feuer passen nun mal nicht zusammen.

Das ist nichts als eine unumstrittene astrologische Weisheit.

Nur ist dies die Astrologie selbst auch?

Gruß
Gunhild


Stefan Nowak

unread,
May 22, 2009, 4:33:56 AM5/22/09
to
Jakob Achterndiek schrieb:

> Am 21.05.2009, 13:45 Uhr, schrieb Marius Fraenzel
> <marius....@gmail.com>:
>
>>> Jetzt frage ich all jene, die behaupten, sie hᅵtten das Buch Wort
>>> fᅵr Wort, Seite fᅵr Seite, Plattheit fᅵr Plattheit gelesen: Was ist
>>> ein reicher, feuerfischender Bau?
>> Das ist nun ausnahmsweise mal ziemlich einfach: "feuerfischend" spielt
>> an auf die beiden Brᅵnde 1869 und 1945, die das Gebᅵude jeweils komplett
>> zerstᅵrten. Der heutige Bau ist der dritte in der Reihe der Semper-Opern.
>
> Chapeau!
> Darauf bin selbst ich, ehemals Berufsleser und im Besitz einer
> Aufzeichnung der Erᅵffnungsvorstellung und wohl wissend, daᅵ
> die dritte Semperoper mit eben jener Oper erᅵffnet worden ist,
> die als letzte vor der Schlieᅵung 1944 und der Zerstᅵrung 1945
> gespielt worden ist.

Darf ich ein "..., nicht gekommen." nachreichen?

Ich weiss ja, warum ich Schachtelsᅵtze tunlichst vermeide :-)

Stefan

Jakob Achterndiek

unread,
May 22, 2009, 5:19:09 AM5/22/09
to
Am 22.05.2009, 10:33 Uhr, schrieb Stefan Nowak <minhas...@freenet.de>:

>> Chapeau!
>> Darauf bin selbst ich, ehemals Berufsleser und im Besitz einer
>> Aufzeichnung der Erᅵffnungsvorstellung und wohl wissend, daᅵ
>> die dritte Semperoper mit eben jener Oper erᅵffnet worden ist,
>> die als letzte vor der Schlieᅵung 1944 und der Zerstᅵrung 1945
>> gespielt worden ist.
>
> Darf ich ein "..., nicht gekommen." nachreichen?

Ja, danke! Als ich es bemerkt hatte, schien es mir schon zu spᅵt
zum Nachreichen.

Jetzt kann ich nur nachtragen, daᅵ Tellkamp von jener vielbeachteten
und wegen der Regie-Zutaten damals heiᅵ diskutierten Auffᅵhrung nur
zu berichten weiᅵ, daᅵ es hinterher ein Kaltes Buffet gab und daᅵ der
diensttuende Notarzt die dort liegenden blanken Buttermesser zwanghaft
mit den schlanken Hᅵlsen des Staatsratsvorsitzenden und des als Gast
anwesenden westdeutschen Ex-Kanzlers assoziierte.

> Ich weiss ja, warum ich Schachtelsᅵtze tunlichst vermeide :-)

Arrgh - schon wieder so ein Monstersatz! Stimmt's denn diesmal?

ᅵbrigens: Den Schreifritz gab's, den vom Weber. Doch, den Titel nennt
Tellkamp immerhin irgendwo. Richtig natᅵrlich: "Freischᅵtz", denn er
ist ja ein gewissenhafter und tiefschᅵrfender Chronist, der Tellkamp.

j/\a
--

Message has been deleted

Gunhild Simon

unread,
May 22, 2009, 12:33:11 PM5/22/09
to
On 22 Mai, 11:19, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.net>
wrote:

> Am 22.05.2009, 10:33 Uhr, schrieb Stefan Nowak <minhas_te...@freenet.de>:

> > Darf ich ein "..., nicht gekommen." nachreichen?
>

> Ja, danke! Als ich es bemerkt hatte, schien es mir schon zu spät
> zum Nachreichen.

Stefan hat das auf eine sehr charmante Art zurechtgerückt.

Ich habe da ganz andere Monierungen solcher leicht ins Rechte zu
denkenden Fehler im Ohr, die mich immer an Splitter und Balken
gemahnen.
.
Die versteigen sich dann zu Häme oder einem pädagogischen Impetus nach
dem Motto "Stummer Impuls: Finde den Fehler, und trage uns dann das
berichtigte Ergebnis vor!"

> Jetzt kann ich nur nachtragen, ... daß es hinterher ein Kaltes Buffet gab

Mir fiel auf, daß es Büfett hieß. (Das ist lexikalisiert als
österreichisch)
Gruß
Gunhild

Walter Schmid

unread,
May 22, 2009, 3:25:38 PM5/22/09
to
Marius Fraenzel schrieb:

> Walter Schmid schrieb:
>
>> Fisch und Feuer passen nun mal nicht zusammen.
>
> Aber Fisch und Komplminte passen gut zusammen, nicht wahr? Walter,
> schalt doch wenigstens zwischenzeitlich mal Dein Gehirn ein! Es nutzt
> schon nicht zu sehr ab.

Ich denke, mein Hirn läuft besonders gut, wenn es sich nicht mit
einer derartig plumpen Begründung begnügt. Immerhin hat der Autor
einen Preis bekommen. Feuerfischen statt Feuerfangen ist ohne
Rechtfertigung aus dem Kontext nur eine schülerhafte
Wortkreation, in Befolgung der Grundschülerregel: "benutze nicht
immer die gleichen Wörter!".

Gruss

Walter

Walter Schmid

unread,
May 22, 2009, 4:01:44 PM5/22/09
to
Wolfram Heinrich schrieb:

> Am Thu, 21 May 2009 20:35:49 +0200 schrieb Walter Schmid:
>
>> Gunhild Simon schrieb:

>>> Tellkamp hat eine pr�zise Sprache.


>> Was ist pr�zise daran, Feuer und Angeln oder Netzfischen
>> zusammenzubringen anl�sslich einer mehrmals brennenden Oper?
>>
>> Es kann ja sein, dass im Buch ein Zusammenhang mit Fischen
>> besteht, aber den hat hier immer noch niemand nachgewiesen.
>>
> Walter, ich glaub, es ist gut, da� du keine Romane schreibst. Ich bin
> sicher, deine Romane w�ren pr�zise - aber nichts sonst.

Was hast Du gegen Marcel Proust?

Gruss

Walter

Klaus Gauge

unread,
May 22, 2009, 4:29:46 PM5/22/09
to
Stefan Ram wrote:

> "Jakob Achterndiek" <achte...@buzemann.net> writes:
>> ein reicher, feuerfischender Bau? Ihr m��t euch doch etwas dabei
>
> �Der junge Icherz�hler tr�umt sich als Feuerfischer in
> vulkanische Lava�
>
> http://www.tagesspiegel.de/2615306

Ich dachte, Feuerfischer sind Fischer, die abends (Capri usw.) fischen?
http://www.bloss-auktionen.de/seiten/galerie/A36/gemaelde/Bilder/rhombe01.jpg

Trotzdem: Tellkamp total genial.Usent-Knaller des Jahres 2009


Klaus Gauge

unread,
May 22, 2009, 6:00:33 PM5/22/09
to
Jakob Achterndiek wrote:
>
> �brigens: Den Schreifritz gab's, den vom Weber.

Watt?
E$n bisschen mehr Respekt!
--
http://www.youtube.com/watch?v=aI9lo5BRJmg


Gunhild Simon

unread,
May 23, 2009, 2:42:45 AM5/23/09
to
On 22 Mai, 21:25, Walter Schmid <paulwaltersch...@vtxmail.ch> wrote:
> ... Immerhin hat der Autor
> einen Preis bekommen.
Zu Recht, finde ich!

> Feuerfischen statt Feuerfangen ist ohne
> Rechtfertigung aus dem Kontext nur eine schülerhafte
> Wortkreation, in Befolgung der Grundschülerregel: "benutze nicht
> immer die gleichen Wörter!".

Wie sonst, als aus dem Kontext, ist denn die Formulierung zu
begründen? Sie ist hier befriedigend erklärt worden
.
Das Grundschülerargument geht an der Wortschöpfung vorbei, weil es gar
nicht um Abwechslung in der Wortwahl geht, sondern um eine offenbar
bewußte, individuelle und singulär verwendete.

Wäre das naheliegende Wort "feuerfangend" nicht bereits in seiner
Bedeutung so verengt auf das Synonym (technisch) "leichtentzündlich,
inflammable", wäre " Feuer fangen" nicht sogar metaphorisch als
"leicht entflammbar" schon hinreichend besetzt, ja, dann wäre ein
neues als Bild verzichtbar gewesen. Dann hätte der Autor
"feuerfangend" kreiert, so wie einmal ein Buchtitel "Traumfänger"
hieß.

Vielleicht kann man Tellkamp diesen eigenwilligen Stil einfach lassen.

Er ist kein wortkarger, sich gegen den rauhen Nordwest Husums oder
Jerichows Lehnender, begleitet nur von den düsteren Nebeln, schweren
Herbstregen oder unmelodischen Möwenschreien. Er schürft eben manchmal
den untergegangenen Glanz des sächsischen Dresdens unter dem
grausozialistischen Einheitsanstrich hervor.

Gruß
Gunhild

Christina Kunze

unread,
May 23, 2009, 3:06:31 AM5/23/09
to
"Walter Schmid" <paulwalt...@vtxmail.ch> schrieb

>Ich hᅵtte "feuerfreundlich" oder "feuerlieb" gesagt!

Alliteration?

>Der Fisch ist das Problem! Da ich das Buch nicht gelesen habe,

>kann ich eine mᅵgliche christliche Anspielung nicht einpassen.


>Iesous CHristos Theos hYios = ICHTHYS = Fisch.

Korinthen, ich weiᅵ:
... hyios soter

chr

Michael Jacobi

unread,
May 23, 2009, 7:00:06 AM5/23/09
to
Gunhild Simon wrote:


> Wie sonst, als aus dem Kontext, ist denn die Formulierung zu

> begrᅵnden? Sie ist hier befriedigend erklᅵrt worden

Als ob der Umstand, dass eine Formulierung "befriedigend erklᅵrt" werden
kann, irgendetwas ᅵber deren sprachliche Qualitᅵt aussagte! Das
Vorhandensein einer Gebrauchsanweisung erhebt nicht wertloses stabgereimtes
Blendwerk in den Rang der Hochkunst.
.
[...]

> Vielleicht kann man Tellkamp diesen eigenwilligen Stil einfach lassen.

Man muss leider sogar DIR Deinen Stil lassen...



> Er ist kein wortkarger, sich gegen den rauhen Nordwest Husums oder

> Jerichows Lehnender, begleitet nur von den dᅵsteren Nebeln, schweren
> Herbstregen oder unmelodischen Mᅵwenschreien. Er schᅵrft eben manchmal
> den untergegangenen Glanz des sᅵchsischen Dresdens unter dem
> grausozialistischen Einheitsanstrich hervor.

So viele Klischees in zwei Sᅵtze zu verpacken ist auch irgendwie 'ne Kunst.

M.

Hartmut Dresia

unread,
May 23, 2009, 11:02:25 AM5/23/09
to
On 23 Mai, 08:42, Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> wrote:

> Er ist kein wortkarger, sich gegen den rauhen Nordwest Husums oder
> Jerichows Lehnender, begleitet nur von den düsteren Nebeln, schweren
> Herbstregen oder unmelodischen Möwenschreien. Er schürft eben manchmal
> den untergegangenen Glanz des sächsischen Dresdens unter dem
> grausozialistischen Einheitsanstrich hervor.
>
> Gruß
> Gunhild

Der Turm wird verfilmt. Der Produzent Nico Hofmann (teamWorx) hat die
Film- und Fernsehrechte für Uwe Tellkamps Bestseller Der Turm
erworben.
http://www.suhrkamp.de/news/der_turm_wird_verfilmt_1448.html

Hartmut Dresia

unread,
May 23, 2009, 11:30:09 AM5/23/09
to
On 22 Mai, 22:29, "Klaus Gauge" <klga...@googlemail.com> wrote:

> Trotzdem: Tellkamp total genial.Usent-Knaller des Jahres 2009

Uwe Tellkamp verbindet Genialität mit Meisterschaft. Schon in seiner
»Ouvertüre« zu »Der Turm«, die aus meiner Sicht streng als Lyrik
gelesen werden muss, zeigt er seine hohe Sprachqualität:

"Suchend, der Strom schien sich zu straffen in der beginnenden Nacht,
seine Haut knitterte und knisterte; es schien, als wollte er dem Wind
vorgreifen, der sich in der Stadt erhob, wenn der Verkehr auf den
Brücken schon bis auf wenige Autos und vereinzelte Straßenbahnen
ausgedünnt war, dem Wind vom Meer, das die Sozialistische Union
umschloß, das Rote Reich, den Archipel, durchädert durchwachsen
durchwuchert von den Arterien Venen Kapillaren des Stroms, aus dem
Meer gespeist, in der Nacht der Strom, der die Geräusche und Gedanken
mit sich nahm auf schimmernder Oberfläche, das Lachen und den Ernst
und die Heiterkeit ins sammelnde Dunkel […]"

Häufig scheitern Kritiker schon hier, weil sie den Text entweder als
"ans Lyrische grenzend" werten oder aber "auf nebensatzlose Prosa
geeichte Leser" wähnen warnen zu müssen.

Klaus Gauge

unread,
May 23, 2009, 12:09:17 PM5/23/09
to
Hartmut Dresia wrote:
> On 22 Mai, 22:29, "Klaus Gauge" <klga...@googlemail.com> wrote:
>
>> Trotzdem: Tellkamp total genial.Usent-Knaller des Jahres 2009
>
> Uwe Tellkamp verbindet Genialit�t mit Meisterschaft

Ist das jetzt auch ein bisschen ironischt? Ich hatte meine Bemerkung
jedenfalls ein wenig trollig gemeint. (Und wollte auch gar nichts mehr �ber
Tellkamp schreiben)
Ich finde ihn interessant, mehr nicht.
Ich glaube, er ist kein bisschen musikalisch, versucht es aber krampfhaft zu
sein. Das macht ihn anstrengend abstrakt. ...Aber die DDR ist nun mal ein
wichtiges Thema...Warum also nicht... Das mit dem Feuerfischen z. B. ist mir
immer allerdings noch nicht klar.
Hab hier zwei Fotos zusammengestellt.
Ein Kitsch-Foto mit d. Titel "Feuerfischer" Ist �brigens ein Begriff aus d.
Ikonogaphie) (man sieht e.Feuerfischer beim "feuerfischen" und das Foto d.
Semperoper in d. Wiki. Vielleicht hilft das? Mir nicht so richtig.

http://www.jophoto.de/bilder/galerie/g4/b3.kl.jpg

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f0/Semperoper_at_night.jpg/180px-Semperoper_at_night.jpg

Hartmut Dresia

unread,
May 23, 2009, 12:39:50 PM5/23/09
to
On 23 Mai, 18:09, "Klaus Gauge" <klga...@googlemail.com> wrote:

> Ich glaube, er ist kein bisschen musikalisch, versucht es aber krampfhaft zu
> sein. Das macht ihn anstrengend abstrakt.

Gunhild Simon schreibt in ihren Anmerkungen zu Uwe Tellkamp “Der
Turm”: "Menos Tagebucheintragungen - oft bruchstückhaft,
interpunktionsfrei - vertreten die subjektive Perspektive."
http://www.institut1.de/anmerkungen-zu-uwe-tellkamp-der-turm/

Ich sehe mehr darin und halte sie für lyrisch und zugleich
hochmusikalisch. Die oben auszugsweise zitierte Ouvertüre erinnert
mich stark an den Beginn von Wagners Rheingold, ich lese A-Dur.

Walter Schmid

unread,
May 23, 2009, 1:03:32 PM5/23/09
to
Hartmut Dresia schrieb:

> On 23 Mai, 18:09, "Klaus Gauge" <klga...@googlemail.com> wrote:
>
>> Ich glaube, er ist kein bisschen musikalisch, versucht es aber krampfhaft zu
>> sein. Das macht ihn anstrengend abstrakt.
>
> Gunhild Simon schreibt in ihren Anmerkungen zu Uwe Tellkamp �Der
> Turm�: "Menos Tagebucheintragungen - oft bruchst�ckhaft,

> interpunktionsfrei - vertreten die subjektive Perspektive."
> http://www.institut1.de/anmerkungen-zu-uwe-tellkamp-der-turm/
>
> Ich sehe mehr darin und halte sie f�r lyrisch und zugleich
> hochmusikalisch. Die oben auszugsweise zitierte Ouvert�re erinnert

> mich stark an den Beginn von Wagners Rheingold, ich lese A-Dur.

Das Rheingold beginnt in Es-Dur, es ist sogar das l�ngste Es-Dur
der Musikgeschichte! Angeblich Sigm.Freuds "Es" vorwegnehmend.

Gruss

Walter

Jakob Achterndiek

unread,
May 23, 2009, 1:18:52 PM5/23/09
to
Am 23.05.2009, 18:39 Uhr, schrieb Hartmut Dresia <dre...@institut1.de>:

> Die oben auszugsweise zitierte Ouvertᅵre erinnert


> mich stark an den Beginn von Wagners Rheingold,
> ich lese A-Dur.

Wagners Rheingold-Ouvertᅵre beginnt in Es-Dur zu wuseln. Du
hᅵrst aus Meno Rohdes Ouverture A-Dur. Dazwischen liegt ein
Tritonus: jenes Intervall, das schon die barocken Harmonie-
lehrer wegen seines Hanges zur Ungenauigkeit und Indifferenz
zu vermeiden empfahlen.

;-) j/\a
--

Hartmut Dresia

unread,
May 23, 2009, 1:30:58 PM5/23/09
to
On 23 Mai, 19:03, Walter Schmid <paulwaltersch...@vtxmail.ch> wrote:

> Das Rheingold beginnt in Es-Dur, es ist sogar das längste Es-Dur


> der Musikgeschichte! Angeblich Sigm.Freuds "Es" vorwegnehmend.
>
> Gruss
>
> Walter

Touché!

Hartmut Dresia

unread,
May 23, 2009, 1:33:39 PM5/23/09
to
On 23 Mai, 19:18, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.net>
wrote:

> Am 23.05.2009, 18:39 Uhr, schrieb Hartmut Dresia <dre...@institut1.de>:
>
> > Die oben auszugsweise zitierte Ouvertüre erinnert

> > mich stark an den Beginn von Wagners Rheingold,
> > ich lese A-Dur.
>
> Wagners Rheingold-Ouvertüre beginnt in Es-Dur zu wuseln. Du
> hörst aus Meno Rohdes Ouverture A-Dur. Dazwischen liegt ein

> Tritonus: jenes Intervall, das schon die barocken Harmonie-
> lehrer wegen seines Hanges zur Ungenauigkeit und Indifferenz
> zu vermeiden empfahlen.
>
> ;-) j/\a
> --

Ich erbitte eine längere Bedenkzeit.

Ceterum censeo: Tellkamp hat Klasse.

Jakob Achterndiek

unread,
May 23, 2009, 1:44:38 PM5/23/09
to
Am 23.05.2009, 19:33 Uhr, schrieb Hartmut Dresia <dre...@institut1.de>:

> Ich erbitte eine lᅵngere Bedenkzeit.
Gewᅵhrt.

> Ceterum censeo: Tellkamp hat Klasse.

Ich auch.

:-) j/\a
--

Holger Kunadt

unread,
May 23, 2009, 1:44:35 PM5/23/09
to
Hartmut Dresia schrieb:

> Der Turm wird verfilmt. Der Produzent Nico Hofmann (teamWorx) hat die

> Film- und Fernsehrechte f�r Uwe Tellkamps Bestseller Der Turm
> erworben.
> http://www.suhrkamp.de/news/der_turm_wird_verfilmt_1448.html

Ich wei� nicht, ob ich mich dar�ber freuen kann. Seit 1990 habe ich noch
keinen Film zum Thema DDR gesehen, der nicht �berladen mit Klischees und
fernab jeder Realit�t gewesen w�re.

Qno

--
Wenn die Westberliner von einem Hochstand aus �ber die Mauer hinweg
in den Osten sahen, wurden sie h�ufig entt�uscht. Oftmals wurde
niemand erschossen. Meistens war Alltag.
(Andreas Gl�ser: �Der BFC war schuld am Mauerbau�)

Jakob Achterndiek

unread,
May 23, 2009, 1:59:15 PM5/23/09
to
Am 23.05.2009, 08:42 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:

> Vielleicht kann man Tellkamp diesen eigenwilligen Stil einfach
> lassen. Er ist kein wortkarger, sich gegen den rauhen Nordwest

> Husums oder Jerichows Lehnender, begleitet nur von den dᅵsteren
> Nebeln, schweren Herbstregen oder unmelodischen Mᅵwenschreien.

Jene wortgewandte Redseligkeit, die aus Tellkamp immer dann
hervorbricht, wenn er seine Figuren seitenlang NICHT sprechen
und NICHT handeln lᅵᅵt, wird von uns windgekrᅵmmten, nebelnassen
Nordlᅵndern der sprichwᅵrtlichen sᅵchsischen "Vischilanz" zugute
gehalten. Da sind wir so tolerant wie Kᅵppen Pᅵtt gegen die
Eloquentsch von den Harrn Perfesser Knallerballer, nachzulesen
bei John Brinkmann, Kasper Ohm un ick.

Noch einmal
>> Feuerfischen statt Feuerfangen [..]


> Wie sonst, als aus dem Kontext, ist denn die Formulierung zu

> begrᅵnden? Sie ist hier befriedigend erklᅵrt worden.

Was Tellkamps Metapher der "feuerfischenden Semperoper" angeht,
da messe ich lieber noch mal nach: bei Wilpert, bei Kayser, bei
Killy. Und dabei finde ich ein Defizit, ᅵber das mich auch keine
sᅵchsische Vigilanz hinwegtrᅵstet: ein Defizit beim tertium
comparationis. Das primum haben wir: den "reichen Bau", ein
prᅵchtiges, wiedererrichtetes Opernhaus. Das secundum haben wir
auch: schon zweimal abgebrannt und zweimal in aller Pracht wieder
aufgebaut. In der Metapher wird zwischen dem ersten und dem
zweiten ein Vergleichbares konstatiert: Dies ist das tertium
comparationis: das Feuer-FISCHEN.

Mit dem Fischen kennen wir uns aus hinterm Deich: Angeln mit
Haken und Kᅵdern an Schnᅵren; Reusen aus Netz oder Weidengeflecht
mit lockenden Ein- und versperrten Ausgᅵngen; Schlepp- und Grund-
und Stellnetze, die den Fischen (und den Sonntagsseglern) zum
Verhᅵngnis werden. Aber immer handelt da jemand in der Absicht,
die Fische zu fangen. Wie soll ich mir aber vorstellen, daᅵ dieser
Bau und sein reicher Figurenschmuck, daᅵ die Panther-Quadriga, die
groᅵen Dichter und die groᅵen Dichtungsgestalten - daᅵ die jetzt
Netze, Angeln, Reusen oder irgend etwas ausbringen, um aufs neue
Feuer zu fischen?

Nun kommt mir nicht mit den Netzen, Angeln, Reusen: Um die geht es
nicht, sondern ums aktive Tun! Vun alleene huppen die Fische nich
und kommt das Feuer nicht ins Boot und nicht ins Haus. Und dem Feuer
nachhelfen - das kann er nicht meinen! Was aber dann? Doch nicht
etwa, nach einem kᅵrzlich hier gezogenen Vergleich, einfach nur
A-Dur? Oder Es?

j/\a
--

Message has been deleted

Stefan Nowak

unread,
May 23, 2009, 3:00:55 PM5/23/09
to
Jakob Achterndiek schrieb:

> Mit dem Fischen kennen wir uns aus hinterm Deich: Angeln mit
> Haken und Kᅵdern an Schnᅵren; Reusen aus Netz oder Weidengeflecht
> mit lockenden Ein- und versperrten Ausgᅵngen; Schlepp- und Grund-
> und Stellnetze, die den Fischen (und den Sonntagsseglern) zum
> Verhᅵngnis werden. Aber immer handelt da jemand in der Absicht,
> die Fische zu fangen. Wie soll ich mir aber vorstellen, daᅵ dieser
> Bau und sein reicher Figurenschmuck, daᅵ die Panther-Quadriga, die
> groᅵen Dichter und die groᅵen Dichtungsgestalten - daᅵ die jetzt
> Netze, Angeln, Reusen oder irgend etwas ausbringen, um aufs neue
> Feuer zu fischen?

Fᅵr mein Begriff ist Tellkamps Metapher einfach nur eine
allzumenschliche Assoziation, und keine "Kausalkette".

Oder man kann es auch Aberglaube nennen. Wenn ein Haus schon des ᅵfteren
abgebrannt ist, dann taucht bei vielen Menschen die (irrationale)
Ansicht auf, dass das Haus das Feuer anziehen wᅵrde.

Oder man kᅵnnte das Ganze auch von der kognitiven Psychologie her
erklᅵren. Nᅵmlich dass die menschliche Psyche "da draussen" immer nach
Mustern sucht, um die Welt ᅵberschaubarer zu machen und zu strukturieren.
Das hat dann nicht direkt etwas mit Logik zu tun, sondern ist einfach
nur "Mustererkennungsmechanismus" des Gehirns, oder daraus abgeleitet,
der Psyche.

Stefan, der Mensch ist bei weitem nicht nur ein logisches Wesen, im
Gegenteil...

PS: Ausserdem hat die Methode, dichterische Metaphern nur mit Logik
erklᅵren zu wollen, etwas... nachgeradezu Hilfloses. Als wᅵrdest Du den
Genuss der h-moll Messe von Bach mit den rein physikalischen Gesetzen
der Akustik erklᅵren wollen :-)

Gunhild Simon

unread,
May 23, 2009, 4:50:22 PM5/23/09
to
On 23 Mai, 19:44, Holger Kunadt <h.kun...@gmx.de> wrote:
> Hartmut Dresia schrieb:
>
> > Der Turm wird verfilmt. Der Produzent Nico Hofmann (teamWorx) hat die
> > Film- und Fernsehrechte für Uwe Tellkamps Bestseller Der Turm
> > erworben.
> >http://www.suhrkamp.de/news/der_turm_wird_verfilmt_1448.html
>
> Ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen kann. Seit 1990 habe ich noch
> keinen Film zum Thema DDR gesehen, der nicht überladen mit Klischees und
> fernab jeder Realität gewesen wäre.

Good Bye Lenin war sehr schlicht. Auch Halbe Treppe. An einige Titel
erinnere ich mich nicht.
Sonnenallee war vielleicht so, wie Du sagst, aber nicht nur
unterhaltsam.

Gruß
Gunhild

Roland Franzius

unread,
May 24, 2009, 4:06:47 AM5/24/09
to
Jakob Achterndiek schrieb:

So hᅵbsch wie der Gag im Trailer, den man zur Zeit im Kino sieht:
Er: Ich heiᅵe Gᅵnter. Und du?
Sie: Ich nicht.

--

Roland Franzius

Antonia H.

unread,
May 24, 2009, 1:58:29 PM5/24/09
to
Hartmut Dresia schrieb:

> On 23 Mai, 19:18, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.net>
> wrote:
>> Am 23.05.2009, 18:39 Uhr, schrieb Hartmut Dresia <dre...@institut1.de>:
>>
>>> Die oben auszugsweise zitierte Ouvert�re erinnert

>>> mich stark an den Beginn von Wagners Rheingold,
>>> ich lese A-Dur.
>> Wagners Rheingold-Ouvert�re beginnt in Es-Dur zu wuseln. Du
>> h�rst aus Meno Rohdes Ouverture A-Dur. Dazwischen liegt ein

>> Tritonus: jenes Intervall, das schon die barocken Harmonie-
>> lehrer wegen seines Hanges zur Ungenauigkeit und Indifferenz
>> zu vermeiden empfahlen.
>>
>> ;-) j/\a
>> --
>
> Ich erbitte eine l�ngere Bedenkzeit.

>
> Ceterum censeo: Tellkamp hat Klasse.

Ja, die hat er wirklich.

Antonia

Message has been deleted

Klaus Gauge

unread,
May 24, 2009, 8:10:35 PM5/24/09
to
Ralf Heinrich Arning wrote:
>
>
> Zu erkl�ren ist das Wort durchaus, wenn man von den Br�nden wei�.
>
> "Fischen" hei�t 'Fische fangen' und wird bisweilen �berhaupt f�r
> 'fangen' benutzt.
>
> 'In Brand geraten' nennt man "Feuer fangen".

Du vergi�t nur eins-: N�hmlich das Hochwasser! Das Hochwasser von 2002!
Gutes Deutsch w�r deshalb gewesen: "Feuerwasserfischend"! Die Oper fischt
nach Feuer, klar. ABER:. Sie fischt eben auch nach Wasser.
Und wenn sie Feuer gefischt hat, dann mu� sie ZWINGEND nach Wasser fischen,
um das Feuer zu l�schen!
> Aus beidem zusammen l��t sich "feuerfischend" bilden. Ob ich das als
> Manieriertheit oder als gegl�ckt bewerten soll, wei� ich mangels
> Lekt�re nicht.
> Etwas seltsam wirkt die Zusammensetzung freilich, weil man Fische mit
> Wasser assoziiert, �ber dessen Verh�ltnis zum Feuer Nutzbringendes
> bekannt ist.
>
> Ralf

--
http://www.youtube.com/watch?v=xU68TLWikhM


Roland Franzius

unread,
May 25, 2009, 6:17:39 AM5/25/09
to
Klaus Gauge schrieb:
> Ralf Heinrich Arning wrote:
>>
>> Zu erklᅵren ist das Wort durchaus, wenn man von den Brᅵnden weiᅵ.
>>
>> "Fischen" heiᅵt 'Fische fangen' und wird bisweilen ᅵberhaupt fᅵr

>> 'fangen' benutzt.
>>
>> 'In Brand geraten' nennt man "Feuer fangen".
>
> Du vergiᅵt nur eins-: Nᅵhmlich das Hochwasser! Das Hochwasser von 2002!
> Gutes Deutsch wᅵr deshalb gewesen: "Feuerwasserfischend"! Die Oper fischt
> nach Feuer, klar. ABER:. Sie fischt eben auch nach Wasser.
> Und wenn sie Feuer gefischt hat, dann muᅵ sie ZWINGEND nach Wasser fischen,
> um das Feuer zu lᅵschen!

Der Unterschied zwischen Feuerfangen und Feuerfischen ist wohl eher in
der Lᅵnge des Verfahrens und der Seltenheit des Erfolgs zu sehen.

Ein vermutlich unpassendes Bild, das ich assoziiere, sind die
griechischen Fischer, die nachts mit Karbidlampen fischen, das
erleuchtete Opernhaus nachts ᅵber dem Fluss und die wohlgesetzte
Radeberger Reklame, wie es kein anderes sonst ...

--

Roland Franzius

Klaus Gauge

unread,
May 25, 2009, 11:20:29 AM5/25/09
to
Roland Franzius wrote:
> Klaus Gauge schrieb:
>> Ralf Heinrich Arning wrote:
>>>
>>> Zu erkl�ren ist das Wort durchaus, wenn man von den Br�nden wei�.
>>>
>>> "Fischen" hei�t 'Fische fangen' und wird bisweilen �berhaupt f�r

>>> 'fangen' benutzt.
>>>
>>> 'In Brand geraten' nennt man "Feuer fangen".
>>
>> Du vergi�t nur eins-: N�hmlich das Hochwasser! Das Hochwasser von
>> 2002! Gutes Deutsch w�r deshalb gewesen: "Feuerwasserfischend"! Die

>> Oper fischt nach Feuer, klar. ABER:. Sie fischt eben auch nach
>> Wasser. Und wenn sie Feuer gefischt hat, dann mu� sie ZWINGEND nach
>> Wasser
>> fischen, um das Feuer zu l�schen!

>
> Der Unterschied zwischen Feuerfangen und Feuerfischen ist wohl eher in
> der L�nge des Verfahrens und der Seltenheit des Erfolgs zu sehen.

>
> Ein vermutlich unpassendes Bild, das ich assoziiere, sind die
> griechischen Fischer, die nachts mit Karbidlampen fischen, das
> erleuchtete Opernhaus nachts �ber dem Fluss und die wohlgesetzte

> Radeberger Reklame, wie es kein anderes sonst ...

Das wollte er wohl sagen. Bisschen Bella Marie aus Capri-Fischer noch dazu.


Gunhild Simon

unread,
May 25, 2009, 1:33:22 PM5/25/09
to
On 24 Mai, 23:55, rha1...@t-online.de (Ralf Heinrich Arning) wrote:

> Zu erklären ist das Wort durchaus, wenn man von den Bränden weiß.
>
> "Fischen" heißt 'Fische fangen' und wird bisweilen überhaupt für


> 'fangen' benutzt.
>
> 'In Brand geraten' nennt man "Feuer fangen".
>

> Aus beidem zusammen läßt sich "feuerfischend" bilden. ...

Fischen ist eine Metapher für mancherlei.

Genannt wurde "fishing for compliments", sogar die Caprifischer, bei
denen die Geste des weiten Bogens das Bild bestimmen. Man denke an
Barbara Sukowa in "Lola"!

Ich trage noch bei: Im Trüben fischen, sich etwas an Land ziehen und
sich einen Mann angeln. Scheinbar handelt es sich je um sehr
Verschiedenes. Gemeinsam ist aber allen Bildern das wörtlich-bewußte
Heran-ziehen oder das übertragen Anziehende.

Fabuliere ich, oder spricht Jesus nicht sogar die Jünger als
Menschenfischer an - vielleicht weil die Jünger und späteren Apostel -
Jakobus und Petrus - Fischer waren?

Dann wäre das Fischen, wenn richtig ist, was mir meine Erinnerung
einflüstert, ja eine immer noch gewagte, aber literarturgeschichtlich
gedeckte Metapher.

Gruß
Gunhild

Jakob Achterndiek

unread,
May 25, 2009, 1:57:57 PM5/25/09
to
Am 25.05.2009, 19:33 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:

> Fabuliere ich, oder spricht Jesus nicht sogar die Jᅵnger als
> Menschenfischer an - vielleicht weil die Jᅵnger und spᅵteren


> Apostel - Jakobus und Petrus - Fischer waren?

[Luther-Bibel 1545: Matthᅵus 4,18-20]
18 ALS nu Jhesus an dem Galileischen meer gieng / sahe er zween
Brᅵdere / Simon / der da heisst Petrus / vnd Andrean seinen
bruder / die worffen jre netze ins meer / denn sie waren
Fischer /
19 Vnd er sprach zu jnen / Folget mir nach / Jch wil euch zu
menschen Fischer machen.
20 Bald verliessen sie jre netze / vnd folgeten jm nach.

Klaus Gauge

unread,
May 25, 2009, 2:06:04 PM5/25/09
to
Jakob Achterndiek wrote:
> Am 25.05.2009, 19:33 Uhr, schrieb Gunhild Simon
> <gunhil...@yahoo.de>:
>> Fabuliere ich, oder spricht Jesus nicht sogar die J�nger als
>> Menschenfischer an - vielleicht weil die J�nger und sp�teren

>> Apostel - Jakobus und Petrus - Fischer waren?
>
> [Luther-Bibel 1545: Matth�us 4,18-20]

> 18 ALS nu Jhesus an dem Galileischen meer gieng / sahe er zween
> Br�dere / Simon / der da heisst Petrus / vnd Andrean seinen

> bruder / die worffen jre netze ins meer / denn sie waren
> Fischer /
> 19 Vnd er sprach zu jnen / Folget mir nach / Jch wil euch zu
> menschen Fischer machen.
> 20 Bald verliessen sie jre netze / vnd folgeten jm nach.
Ok, prima.
Hast du eine CD laufen? Ich glaube, im NT gibt es auch Feuerfischer. Kannst
du mal schauen? (Feuerfischer sind Fischer, die nach Fischen fischen, nicht
nach Feuer.
Keine Sau fischt nach Feuer, au�er Andre Heller.


Message has been deleted
Message has been deleted

Ignatios Souvatzis

unread,
May 26, 2009, 7:39:40 AM5/26/09
to
Walter Schmid wrote:

> Fisch und Feuer passen nun mal nicht zusammen.

Aber sicher doch. Rost �ber letzteres, Fisch ausnehmen, mit etwas
Oliven�l bepinseln, gelegentlich wenden, und hinterher noch etwas
Zitronensaft drauf.

Aber das verl�sst jetzt den Bereich der Literatur, wie ich im
Briefkopf schon schrieb, wenn man von Johannes Mario Simmel und
anderen Kochbuchautoren absieht.

-is
--
seal your e-mail: http://www.gnupg.org/

Ignatios Souvatzis

unread,
May 26, 2009, 7:36:46 AM5/26/09
to
Klaus Gauge wrote:

> Hast du eine CD laufen? Ich glaube, im NT gibt es auch Feuerfischer. Kannst
> du mal schauen? (Feuerfischer sind Fischer, die nach Fischen fischen, nicht
> nach Feuer.

Es gibt auch Dynamitfischer. Die fischen nicht nach, sondern durch
Entz�nden von Dynamit.

Gunhild Simon

unread,
May 26, 2009, 12:56:31 PM5/26/09
to
On 26 Mai, 13:36, Ignatios Souvatzis <u502...@beverly.kleinbus.org>
wrote:

> Klaus Gauge wrote:
> > Hast du eine CD laufen? Ich glaube, im NT gibt es auch Feuerfischer. Kannst
> > du mal schauen? (Feuerfischer sind Fischer, die nach Fischen fischen, nicht
> > nach Feuer.
>
> Es gibt auch Dynamitfischer. Die fischen nicht nach, sondern durch
> Entzünden von Dynamit.

Letztlich zerstören sie so ihre Lebensgrundlage, denn es sterben alle.

Diesen Vorgang schildert Siegfried lenz in "Deutschstunde". Allerdings
als Effekt von Bomben, die für Schiffe gedacht sind.

Danach schwimmen die toten Fische an der Oberfläche und versinken
schließlich langsam.

Das Meer vergißt - jedenfalls nimmt der Mensch von der gruseligen
Verwüstung keine Notiz.

Gruß
Gunhild

Message has been deleted

Jakob Achterndiek

unread,
May 26, 2009, 3:16:22 PM5/26/09
to
Am 26.05.2009, 19:08 Uhr, schrieb Hans Altmeyer <zoo...@web.de>:

> Ignatios Souvatzis schrieb:


>> Es gibt auch Dynamitfischer. Die fischen nicht nach, sondern durch

>> Entzᅵnden von Dynamit.
>
> Echt? Ich kenne das Fischen mit Karbid, aber Dynamit? Da
> kann man janachher Fischbrocken aus dem Wasser sieben ...

Es gibt Leute, die benutzen ein Teesieb, um ihren Goldfisch
aus dem Glas fischen.

ᅵbrigens: Wegen irgend einer technischen Panne fallen Rᅵntgen
und CT aus. CT: gab es da 1987 schon Computer-Tomographie? Und
dann heiᅵt es auf S.716: "Der CT lᅵuft wieder. Tellkamp ist
informiert, er wartet schon." - Nu gugge mal: Da muᅵte der doch
tatsᅵchlich bloᅵ wegen der maroden der DDR-Elektrizizᅵt seine
Romanschreiberei unterbrechen. - Oder verstehe ich da wieder
was falsch?

;-) j/\a
--

Message has been deleted

Klaus Gauge

unread,
May 26, 2009, 6:42:29 PM5/26/09
to
Jakob Achterndiek wrote:
> Tellkamps "Turm", Halbzeit, Halbdicke - immer dieselben Halbheiten:
> Wortschwallende Stimmungs-Skizzen, seitenlange miese, Situationen
> klempnernde Dialoge: Wohnungszuweisung, Kohlenknappheit und Holzklau,
> eine pl�tzlich angeordnete Ausreise, �rztlicher Bereitschftsdienst
> in der Semperoper aus Anla� der Wiederer�ffnung - aber alles nicht
> erz�hlt, nicht abbildend, sondern nur rekonstruierbar aus gespr�chs-
> weisen Andeutungen. Dann, in die schleichende Ersch�pfung hinein,
> eine Wortpr�gung wie Weckerklingeln: Leute auf dem Platz vor der
> Oper bewundern "den reichen, feuerfischenden Bau." [S.585]
>
Hallo,
ich habe vorhin (nach der Sendung LinksRechts) noch mal gegr�belt �ber dein
Problem. M. Fr�nzel meinte ja, das sich feuerfischend auf die historischen
Br�nde bezieht. M�glich. Immer, wenn ich hier reingeklickt habe, hatte F.
Recht, wer wei�, vielleicht auch jetzt. Ich hatte mehr den Eindruck, hier
geht es um Elb-Florenz u. die klassichen Feuerfischer. Man wei� es einfach
nicht, dazu m�sste man in Tellkamps Kopf nachschauen. Die Oper in Dreden ist
jedenfalls eine Steilvorlage f�r jeden Literaten. Genutzt wurde sie von
Tellkamp nicht. Und warum sollte der Leser die Arbeit des Autors �bernehmen?
Ich denke mal, Tellkamps Bilder sind einfach nicht zuende gedacht. Sie stehn
singul�r da im Text ohne Verbindung zu den anderen Bildern. Deshalb sind sie
eher Tellkampsprech ale Bilder im klassischen Sinn. Und weil es keinen
Dialog zwischen den Bildern gibt, kann der Leser nur Bibel CDs routieren
lassen usw.oder irgendwann verr�ckt werden.


Marius Fraenzel

unread,
May 26, 2009, 6:56:48 PM5/26/09
to
Klaus Gauge schrieb:

> Brᅵnde bezieht. Mᅵglich. Immer, wenn ich hier reingeklickt habe, hatte F.
> Recht,

Vielen Dank fᅵr die Blumen! :-D

> Und warum sollte der Leser die Arbeit des Autors ᅵbernehmen?

Das ist mit der Literatur deder Moderne in Mode gekommen. Einige
engagierte Autoren fanden das alte Verfahren, wo der Autor die Leser
beim Hᅵndchen nimmt, fad. Aber fᅵr die, die das weiterhin so wollen,
gibt es ja entsprechende Bᅵcher. Sollen sie halt die lesen.

Gruᅵ, Marius


--
Elf Jahre drb!

http://bonaventura.musagetes.de/

Jakob Achterndiek

unread,
May 27, 2009, 2:54:16 AM5/27/09
to
Am 26.05.2009, 19:08 Uhr, schrieb Hans Altmeyer <zoo...@web.de>:

> Ignatios Souvatzis schrieb:


>> Es gibt auch Dynamitfischer. Die fischen nicht nach, sondern durch

>> Entzᅵnden von Dynamit.
> Echt? Ich kenne das Fischen mit Karbid, aber Dynamit? Da kann man ja
> nachher Fischbrocken aus dem Wasser sieben ...

Es gibt Leute, die benutzen ein Teesieb, um ihren Goldfisch
aus dem Glas fischen.

ᅵbrigens: Wegen irgend einer technischen Panne fallen Rᅵntgen
und CT aus. CT: gab es da 1987 schon Computer-Tomographie? Und
dann heiᅵt es auf S.716: "Der CT lᅵuft wieder. Tellkamp ist
informiert, er wartet schon." -

j/\a
--

Gunhild Simon

unread,
Jun 1, 2009, 8:47:01 AM6/1/09
to
On 21 Mai, 13:12, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.net>
wrote:
...

> Jetzt frage ich all jene, die behaupten, sie hätten das Buch Wort
> für Wort, Seite für Seite, Plattheit für Plattheit gelesen: Was ist
> ein reicher, feuerfischender Bau? Ihr müßt euch doch etwas dabei
> gedacht haben. ...

Seit Deiner Frage, oder besser: Deinem Hinweis, schaue ich mir die
Sprachfiguren, denen ich begegne, aufmerksam an. Dennoch kann ich
nicht umhin, gerade an den sich querlegenden Freude zu haben.

Heute fand ich bei Siegfried Lenz die Beschreibung der sitzenden
Mutter Gudrun:
"Aber ich ... möchte erst gar nicht damit anfangen, ihre Rückansicht
zu beschreiben - ..., die rechthaberischen Hüften - ..."
Deutschstunde, München 1973, S. 242

Obwohl Hüften ja meinungslos sind, bringt die Personifikation der
mütterlichen Hüften in nur zwei Worten zum Ausdruck, wie die gesamte
Familienkonstellation ist.

Gruß
Gunhild

Kurt Schacknies

unread,
Jun 3, 2009, 5:45:18 PM6/3/09
to
Ignatios Souvatzis schrieb:

> Es gibt auch Dynamitfischer. Die fischen nicht nach, sondern durch
> Entz�nden von Dynamit.

Pardon, dass ich hier so einfach reinspringe: Diese Fischer sind Thema
des Romans "Raubfischer in Hellas" von Werner Helwig (1991 in der UB von
Reclam erschienen ...)

KS

Gunhild Simon

unread,
Jun 5, 2009, 3:36:45 PM6/5/09
to
On 3 Jun., 23:45, Kurt Schacknies <akkol...@gmx.de> wrote:
> Ignatios Souvatzis schrieb:
>
> > Es gibt auch Dynamitfischer. Die fischen nicht nach, sondern durch
> > Entzünden von Dynamit.

>
> Pardon, dass ich hier so einfach reinspringe: Diese Fischer sind Thema
> des Romans "Raubfischer in Hellas" von Werner Helwig (1991 in der UB von
>   Reclam erschienen ...)

Um Fischer geht es auch wesentlich in "Salz auf unserer Haut".

Gruß
Gunhild

Marius Fraenzel

unread,
Jun 6, 2009, 3:36:34 AM6/6/09
to
Gunhild Simon schrieb:

> On 3 Jun., 23:45, Kurt Schacknies <akkol...@gmx.de> wrote:
>> Ignatios Souvatzis schrieb:
>>
>>> Es gibt auch Dynamitfischer. Die fischen nicht nach, sondern durch
>>> Entz�nden von Dynamit.

>> Pardon, dass ich hier so einfach reinspringe: Diese Fischer sind Thema
>> des Romans "Raubfischer in Hellas" von Werner Helwig (1991 in der UB von
>> Reclam erschienen ...)
>
> Um Fischer geht es auch wesentlich in "Salz auf unserer Haut".

Und in "Der alte Mann und das Meer". W�hrend es in "Tod am Nachmittag"
eher um Stierk�mpfer geht. In Kafkas "Prozess" hingegen kommen keine
L�wenj�ger vor.

Gru�, Marius

Wolfram Heinrich

unread,
Jun 6, 2009, 3:44:51 AM6/6/09
to

Darf ich noch erw�hnen, da� im "Kapital" von Karl May keine Indianer
vorkommen?

Ciao
Wolfram
--
Wer an allem schuld ist, mu� doch urspr�nglich alles in der Hand gehabt
haben, und was ist das anderes als gesteigerter Gr��enwahn? Vieles, was
sich als Schuld tarnt, ist nichts anderes als das Hirngespinst des
Machtbesessenen, die d�nkelhafte, in groteskem Widerspruch zur Realit�t
stehende Annahme, alles beeinflussen zu k�nnen.
CELIA FREMLIN
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <www.brueckenbauer.it> <www.theodor-rieh.de>

Volker Gringmuth

unread,
Jun 6, 2009, 4:02:03 AM6/6/09
to
Wolfram Heinrich wrote:

> Darf ich noch erw�hnen, da� im "Kapital" von Karl May keine Indianer
> vorkommen?

In Marx' "Durchs wilde Kurdistan" aber auch nicht.


vG

--
It takes a village to raise a child. (Afrikanisches Sprichwort)
-- <http://einklich.net> -- Ein Pinguin f�r jeden: <http://debian.org/> --

Wolfram Heinrich

unread,
Jun 6, 2009, 4:07:39 AM6/6/09
to
Am Sat, 06 Jun 2009 10:02:03 +0200 schrieb Volker Gringmuth:

> Wolfram Heinrich wrote:
>
>> Darf ich noch erw�hnen, da� im "Kapital" von Karl May keine Indianer
>> vorkommen?
>
> In Marx' "Durchs wilde Kurdistan" aber auch nicht.
>

Das liegt wahrscheinlich daran, da� dieser Karl Marx nie selber im Wilden
Westen war.

Ciao
Wolfram
--
Ruh' und Frieden! Ich glaub's wohl! Den w�nscht jeder Raubvogel, die Beute
nach Bequemlichkeit zu verzehren.
JOHANN WOLFGANG GOETHE

Roland Franzius

unread,
Jun 6, 2009, 4:38:55 AM6/6/09
to
Gunhild Simon schrieb:

> On 3 Jun., 23:45, Kurt Schacknies <akkol...@gmx.de> wrote:
>> Ignatios Souvatzis schrieb:
>>
>>> Es gibt auch Dynamitfischer. Die fischen nicht nach, sondern durch
>>> Entz�nden von Dynamit.

>> Pardon, dass ich hier so einfach reinspringe: Diese Fischer sind Thema
>> des Romans "Raubfischer in Hellas" von Werner Helwig (1991 in der UB von
>> Reclam erschienen ...)
>
> Um Fischer geht es auch wesentlich in "Salz auf unserer Haut".
>

Habe ich vergessen zu erw�hnen seine Autobiographie
"Die rot-gr�nen Jahre"?

--

Roland Franzius

Ralph Angenendt

unread,
Jun 6, 2009, 5:08:22 AM6/6/09
to
Well, Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> wrote:
> On 3 Jun., 23:45, Kurt Schacknies <akkol...@gmx.de> wrote:
>> Ignatios Souvatzis schrieb:
>> > Es gibt auch Dynamitfischer. Die fischen nicht nach, sondern durch
>> > Entzᅵnden von Dynamit.

>>
>> Pardon, dass ich hier so einfach reinspringe: Diese Fischer sind Thema
>> des Romans "Raubfischer in Hellas" von Werner Helwig (1991 in der UB von
>> ᅵ Reclam erschienen ...)

>
> Um Fischer geht es auch wesentlich in "Salz auf unserer Haut".

Ich dachte dessen Marathon-Schwitz-Abnehm-Buch heiᅵt "Mein langer Lauf
zu mir selbst"?

Ralph
--
Wenn man als junger Mensch aussah wie ein Hippie und sich einigermaᅵen treu
geblieben ist, sieht man als alter Sack halt aus wie ein Penner und nicht wie
Joschka Fischer. -- Harry Rowohlt in http://tr.im/mpK4
Nicht schreiben kᅵnnen: http://lestighaniker.de/

Volker Gringmuth

unread,
Jun 6, 2009, 5:16:10 AM6/6/09
to
Wolfram Heinrich wrote:

>>> Darf ich noch erw�hnen, da� im "Kapital" von Karl May keine Indianer
>>> vorkommen?
>>
>> In Marx' "Durchs wilde Kurdistan" aber auch nicht.
>>
> Das liegt wahrscheinlich daran, da� dieser Karl Marx nie selber im Wilden
> Westen war.

Und selbst wenn, dann h�tte er das wilde Kurdistan dort nicht gefunden.


v"Karl May /war/ �brinx in Amiland. Aber erst hinterher"G

--
"Man k�nnte ihn h�chstens fragen, was das f�r eine bl�de Idee war,
am Rand des Haifischbeckens Nasenbluten zu kriegen."
(David Kastrup �ber einen Anf�ngerthread in de.rec.musik.machen)

Wolfram Heinrich

unread,
Jun 6, 2009, 5:24:11 AM6/6/09
to
Am Sat, 06 Jun 2009 11:16:10 +0200 schrieb Volker Gringmuth:

> Wolfram Heinrich wrote:
>
>>>> Darf ich noch erw�hnen, da� im "Kapital" von Karl May keine Indianer
>>>> vorkommen?
>>>
>>> In Marx' "Durchs wilde Kurdistan" aber auch nicht.
>>>
>> Das liegt wahrscheinlich daran, da� dieser Karl Marx nie selber im Wilden
>> Westen war.
>
> Und selbst wenn, dann h�tte er das wilde Kurdistan dort nicht gefunden.
>

Wichtigkeit. Wild ist wild.
Madonna hat mal zu ihrem Interviewer Roger Willemsen gesagt, seine Art zu
fragen, erinnere sie penetrant an ihre Psychiaterin. Die sei auch aus
Europa, genauer aus Argentinien.

> v"Karl May /war/ �brinx in Amiland. Aber erst hinterher"G

Wem erz�hlst du das? 5 Jahre lang habe ich alles, fast alles, von Karl May
und so etliches �ber ihn gelesen.

Ciao
Wolfram
--
Einstweilen, bis den Gang der Welt / Philosophie zusammenh�lt, / Erh�lt
sich das Getriebe / Durch Hunger und durch Liebe.
FRIEDRICH SCHILLER

Gerald Fix

unread,
Jun 6, 2009, 5:57:24 AM6/6/09
to
On Sat, 6 Jun 2009 11:24:11 +0200, Wolfram Heinrich
<in...@theodor-rieh.de> wrote:

>> v"Karl May /war/ �brinx in Amiland. Aber erst hinterher"G
>
>Wem erz�hlst du das? 5 Jahre lang habe ich alles, fast alles, von Karl May
>und so etliches �ber ihn gelesen.

Ja, aber Karl May geh�rt doch nicht mehr in die heutige Zeit. "Der
gro�e wei�e Vater in Washington", das versteht doch keiner mehr.


--
Viele Gr��e
Gerald Fix

Message has been deleted

Wolfram Heinrich

unread,
Jun 6, 2009, 11:14:32 AM6/6/09
to

Das ist allerdings richtig.

Ciao
Wolfram
--
Denn bei Tempo 200 reduziert sich die Gefahr, �berholt zu werden,
drastisch, der Fahrer kann sich voll auf den Verkehr vor dem Auto
konzentrieren. Das ist auch besser so, gerade an einem Tag wie diesem. Der
Himmel ist bedeckt, ab und zu nieselt es.
ZEITSCHRIFT "FIRMENAUTO"

Wolfram Heinrich

unread,
Jun 6, 2009, 11:15:39 AM6/6/09
to
Am Sat, 6 Jun 2009 13:48:26 +0200 schrieb R�diger Silberer:

> Am 06.06.2009 schrieb Wolfram Heinrich:
>
>> Am Sat, 06 Jun 2009 10:02:03 +0200 schrieb Volker Gringmuth:
>>
>>> Wolfram Heinrich wrote:
>>>
>>>> Darf ich noch erw�hnen, da� im "Kapital" von Karl May keine Indianer
>>>> vorkommen?
>>>
>>> In Marx' "Durchs wilde Kurdistan" aber auch nicht.
>>>
>> Das liegt wahrscheinlich daran, da� dieser Karl Marx nie selber im Wilden
>> Westen war.
>

> Daf�r waren Jules Verne und Hans Dominik auf dem Mond. Oder?

Kann es sein, da� du auf der Leitung sitzt? Lies den letzten Satz von mir
da oben noch mal langsam und sorgf�ltig.

Ciao
Wolfram
--
"Ich wollt', ich w�r' ein Arsch", / So sprach der Arsch ganz barsch. / "Du
bist's doch schon, du dumme Nu�!" / Ereifert sich drauf der Uterus.

Volker Gringmuth

unread,
Jun 6, 2009, 12:35:08 PM6/6/09
to
Wolfram Heinrich wrote:

> Kann es sein, da� du auf der Leitung sitzt? Lies den letzten Satz von mir
> da oben noch mal langsam und sorgf�ltig.

Und bis der Groschen f�llt, spielen wir
"Banana Boat" von Harry Belafontaine.


vG

--
"Man k�nnte ihn h�chstens fragen, was das f�r eine bl�de Idee war,
am Rand des Haifischbeckens Nasenbluten zu kriegen."
(David Kastrup �ber einen Anf�ngerthread in de.rec.musik.machen)

Message has been deleted

Wolfram Heinrich

unread,
Jun 7, 2009, 1:29:18 AM6/7/09
to
Am Sat, 06 Jun 2009 22:18:05 +0200 schrieb Hans Altmeyer:

> Wolfram Heinrich schrieb:


>>
>> Madonna hat mal zu ihrem Interviewer Roger Willemsen gesagt, seine Art zu
>> fragen, erinnere sie penetrant an ihre Psychiaterin. Die sei auch aus
>> Europa, genauer aus Argentinien.
>

> Da� diese �berkandidelte Kr�hschnecke das Denken nicht erfunden hat, war
> ja nun sowieso klar. Da� sie psychiatrische Behandlung in Anspruch
> nimmt, verwundert auch nicht sehr. Da� aber Willemsen sich nicht
> geweigert hat, sie zu interviewen, wirft - selbst eingedenk seines
> sonstigen Treibens - ein �berraschend schlechtes Licht auf ihn.
>
Sei da mal nicht so streng. Gerade bei solchen Leuten sollte mal
gelegentlich einer ran, der zu fragen versteht. Und er hat sie anscheinend
durch seine Art des Fragens sehr irritiert.

Ciao
Wolfram
--
Tritt sachte auf, denn du trittst auf meine Tr�ume.
WILLIAM BUTLER YEATS

Walter Schmid

unread,
Jun 7, 2009, 3:28:20 AM6/7/09
to
Hans Altmeyer schrieb:
> Wolfram Heinrich schrieb:

>> Madonna hat mal zu ihrem Interviewer Roger Willemsen gesagt, seine Art zu
>> fragen, erinnere sie penetrant an ihre Psychiaterin. Die sei auch aus
>> Europa, genauer aus Argentinien.
>
> Daß diese überkandidelte Krähschnecke das Denken nicht erfunden hat, war
> ja nun sowieso klar. Daß sie psychiatrische Behandlung in Anspruch
> nimmt, verwundert auch nicht sehr. Daß aber Willemsen sich nicht
> geweigert hat, sie zu interviewen, wirft - selbst eingedenk seines
> sonstigen Treibens - ein überraschend schlechtes Licht auf ihn.

Da es nicht mehr um Tells Camp geht, kann ich mich wieder mal melden:

Was ist der Unterschied zwischen einem Madonna-Video und einem
Porno-Film?

.

.

.

.

.


.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

.

Beim Porno ist die Musik besser.

Gruss

Walter

Message has been deleted

Antonia H.

unread,
Jun 7, 2009, 5:32:26 AM6/7/09
to
Wolfram Heinrich schrieb:

> Am Sat, 06 Jun 2009 10:02:03 +0200 schrieb Volker Gringmuth:
>
>> Wolfram Heinrich wrote:
>>
>>> Darf ich noch erw�hnen, da� im "Kapital" von Karl May keine Indianer
>>> vorkommen?
>> In Marx' "Durchs wilde Kurdistan" aber auch nicht.
>>
> Das liegt wahrscheinlich daran, da� dieser Karl Marx nie selber im Wilden
> Westen war.
>
> Ciao
> Wolfram

Erg�nzen m�chte ich, dass Karl Marx auch noch nie unser sch�nes Dresden
besuchte, aber Karl May und Barack Obama schon.
(Keine Touristenwerbung)

Viele Gr��e
Antonia

Wolfram Heinrich

unread,
Jun 7, 2009, 5:32:55 AM6/7/09
to
Am Sun, 7 Jun 2009 10:42:29 +0200 schrieb R�diger Silberer:

> Am 06.06.2009 schrieb Wolfram Heinrich:
>
>> Am Sat, 6 Jun 2009 13:48:26 +0200 schrieb R�diger Silberer:
>>
>>> Am 06.06.2009 schrieb Wolfram Heinrich:
>>>
>>>> Am Sat, 06 Jun 2009 10:02:03 +0200 schrieb Volker Gringmuth:
>>>>
>>>>> Wolfram Heinrich wrote:
>>>>>
>>>>>> Darf ich noch erw�hnen, da� im "Kapital" von Karl May keine Indianer
>>>>>> vorkommen?
>>>>>
>>>>> In Marx' "Durchs wilde Kurdistan" aber auch nicht.
>>>>>
>>>> Das liegt wahrscheinlich daran, da� dieser Karl Marx nie selber im Wilden
>>>> Westen war.
>>>
>>> Daf�r waren Jules Verne und Hans Dominik auf dem Mond. Oder?
>>
>> Kann es sein, da� du auf der Leitung sitzt?
>

> N�.


>
>> Lies den letzten Satz von mir
>> da oben noch mal langsam und sorgf�ltig.
>

> Hab ich schon vorher.

Und du h�ltst deine Behauptung auch dann noch aufrecht? Selbst wenn dieser
Karl Marx (rx, nicht y) nie im Wilden Westen war?

Ciao
Wolfram
--
B�cher fressen und nicht kauen macht ungesund
DEUTSCHES SPRICHWORT

Wolfram Heinrich

unread,
Jun 7, 2009, 5:40:26 AM6/7/09
to
Am Sun, 07 Jun 2009 11:32:26 +0200 schrieb Antonia H.:

> Wolfram Heinrich schrieb:
>> Am Sat, 06 Jun 2009 10:02:03 +0200 schrieb Volker Gringmuth:
>>
>>> Wolfram Heinrich wrote:
>>>
>>>> Darf ich noch erw�hnen, da� im "Kapital" von Karl May keine Indianer
>>>> vorkommen?
>>> In Marx' "Durchs wilde Kurdistan" aber auch nicht.
>>>
>> Das liegt wahrscheinlich daran, da� dieser Karl Marx nie selber im Wilden
>> Westen war.
>>
>> Ciao
>> Wolfram
>
> Erg�nzen m�chte ich, dass Karl Marx auch noch nie unser sch�nes Dresden
> besuchte,

War er wenigstens in Gorl-Morx-Stodt?

Ciao
Wolfram
--
Betroffen r�lpst der Kormoran,
H�ngt man ihm einen Vollrausch an.

Wolfram Heinrich

unread,
Jun 7, 2009, 5:43:14 AM6/7/09
to
Am Sun, 07 Jun 2009 11:32:26 +0200 schrieb Antonia H.:

> Wolfram Heinrich schrieb:
>> Am Sat, 06 Jun 2009 10:02:03 +0200 schrieb Volker Gringmuth:
>>
>>> Wolfram Heinrich wrote:
>>>
>>>> Darf ich noch erw�hnen, da� im "Kapital" von Karl May keine Indianer
>>>> vorkommen?
>>> In Marx' "Durchs wilde Kurdistan" aber auch nicht.
>>>
>> Das liegt wahrscheinlich daran, da� dieser Karl Marx nie selber im Wilden
>> Westen war.
>>
>> Ciao
>> Wolfram
>
> Erg�nzen m�chte ich, dass Karl Marx auch noch nie unser sch�nes Dresden
> besuchte,

Er wird es auch nicht mehr tun, f�rchte ich. War er wenigstens in
Gorl-Morx-Stodt?

Ciao
Wolfram
--
Betroffen r�lpst der Kormoran,
H�ngt man ihm einen Vollrausch an.

Antonia H.

unread,
Jun 7, 2009, 8:14:14 AM6/7/09
to
Wolfram Heinrich schrieb:

> Am Sun, 07 Jun 2009 11:32:26 +0200 schrieb Antonia H.:
>
>> Wolfram Heinrich schrieb:
>>> Am Sat, 06 Jun 2009 10:02:03 +0200 schrieb Volker Gringmuth:
>>>
>>>> Wolfram Heinrich wrote:
>>>>
>>>>> Darf ich noch erw�hnen, da� im "Kapital" von Karl May keine Indianer
>>>>> vorkommen?
>>>> In Marx' "Durchs wilde Kurdistan" aber auch nicht.
>>>>
>>> Das liegt wahrscheinlich daran, da� dieser Karl Marx nie selber im Wilden
>>> Westen war.
>>>
>>> Ciao
>>> Wolfram
>> Erg�nzen m�chte ich, dass Karl Marx auch noch nie unser sch�nes Dresden
>> besuchte,
>
> Er wird es auch nicht mehr tun, f�rchte ich. War er wenigstens in
> Gorl-Morx-Stodt?
>
> Ciao
> Wolfram

Nein war er nicht. Den Osten hat er gemieden... :-) Doch das geh�rt
sicher in eine andere Gruppe...

Gru�
Antonia

Volker Gringmuth

unread,
Jun 7, 2009, 8:26:14 AM6/7/09
to
Wolfram Heinrich wrote:

>> Erg�nzen m�chte ich, dass Karl Marx auch noch nie unser sch�nes Dresden
>> besuchte,
>
> Er wird es auch nicht mehr tun, f�rchte ich. War er wenigstens in
> Gorl-Morx-Stodt?

Wizo "war"? Da steht er doch immer noch rum, in der Br�ckenstra�e,
wenn ich mich nicht irre.


sH

--
Diese Nachricht wurde mit freundlicher Unterst�tzung eines freilaufenden
Pinguins erstellt und ist garantiert frei von Microsoft-Viren.

Wolfram Heinrich

unread,
Jun 7, 2009, 9:05:39 AM6/7/09
to
Am Sun, 07 Jun 2009 14:26:14 +0200 schrieb Volker Gringmuth:

> Wolfram Heinrich wrote:
>
>>> Erg�nzen m�chte ich, dass Karl Marx auch noch nie unser sch�nes Dresden
>>> besuchte,
>>
>> Er wird es auch nicht mehr tun, f�rchte ich. War er wenigstens in
>> Gorl-Morx-Stodt?
>
> Wizo "war"? Da steht er doch immer noch rum, in der Br�ckenstra�e,
> wenn ich mich nicht irre.
>

Als Urlaubsvertretung f�r den Hl. Nepomuk?

Ciao
Wolfram
--
Etzenricht? Ha!
Ich wollt', ich w�r aus Etzenricht, / Doch bin ich's leider Gottes nicht. /
Ich bin vielmehr aus Weiden - / Hachott, man lebt bescheiden.

Message has been deleted

Wolfram Heinrich

unread,
Jun 8, 2009, 1:26:28 AM6/8/09
to
Am Sun, 7 Jun 2009 21:40:22 +0200 schrieb R�diger Silberer:

> Am 07.06.2009 schrieb Wolfram Heinrich:
>
>>>>>>>> Darf ich noch erw�hnen, da� im "Kapital" von Karl May keine Indianer
>>>>>>>> vorkommen?
>>>>>>>
>>>>>>> In Marx' "Durchs wilde Kurdistan" aber auch nicht.
>>>>>>>
>>>>>> Das liegt wahrscheinlich daran, da� dieser Karl Marx nie selber im Wilden
>>>>>> Westen war.
>>>>>
>>>>> Daf�r waren Jules Verne und Hans Dominik auf dem Mond. Oder?
>>>>
>>>> Kann es sein, da� du auf der Leitung sitzt?
>>>
>>> N�.
>>>
>>>> Lies den letzten Satz von mir
>>>> da oben noch mal langsam und sorgf�ltig.
>>>
>>> Hab ich schon vorher.
>>
>> Und du h�ltst deine Behauptung auch dann noch aufrecht? Selbst wenn dieser
>> Karl Marx (rx, nicht y) nie im Wilden Westen war?
>

> Aber sicher doch, deswegen kann doch Verne auf dem Monde gewesen sein.

Dagegen ist schlecht argumentieren. Da hast du recht.

Ciao
Wolfram
--
Wenn die Worte nicht stimmen, stimmen die Begriffe nicht. Wenn die Begriffe
nicht stimmen, wird die Vernunft verwirrt. Wenn die Vernunft verwirrt ist,
ger�t das Volk in Unruhe. Wenn das Volk unruhig wird, ger�t die
Gesellschaft in Unordnung. Wenn die Gesellschaft in Unordnung ger�t, ist
der Staat in Gefahr.
KONFUZIUS

hansr...@googlemail.com

unread,
Jun 9, 2009, 11:34:35 AM6/9/09
to
On 21 Mai, 20:14, Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> wrote:

> Und es hat eine andere Aussage erworben, weil Feuer fangen im jetzigen
> Sprachgebauch nur bedeutet, daß es leicht entzündlich ist.
> Feuerfischend dagegen legt nahe, so wie Marius es erklärt hat und es
> mir auch spontan eingeleuchtet hatte, daß eine Anziehung davon
> ausging, das Bauwerk als Symbol von Kultur zu zerstören. Dies hat ja
> nicht nur Bildkraft sondern ist auch eine historische Wertung.
>
> > > Ich hätte "feuerfreundlich" oder "feuerlieb" gesagt!
>
> Das trifft es nicht.
>
> Tellkamp hat eine präzise Sprache.
>
> > Eben. Deshalb durftest Du auch noch nicht mit einer bekloppten Mütze auf
> > dem Kopf irgendwelche Großschriftstellerpreise abholen gehen.
>
> Wer so lange - 6 harte Jahre - die NVA-Uniform tragen mußte, dem kann
> man großzügig begegnen.

Müssen mußte man nur anderthalb Jahre, was darüber hinausging war
freiwillig. Und so war T. mindestens Feldwebel, wenn nicht Offizier
(als Miltärmediziner eingesetzt?) - die Härte hielt sich also in
Grenzen.

Allerdings war das Leben eines Linienoffiziers - und noch dazu eines
homosexuellen - in einem Artilleriergt. nicht allzu wonnig; ich
empfehle dazu Jens Bisky (Sohn des Linkspolitikers), Geboren am 13.
August - Der Sozialismus und ich, rororo 61947, Reinbek: 2006 - FR

hansr...@googlemail.com

unread,
Jun 9, 2009, 11:43:22 AM6/9/09
to
On 21 Mai, 21:19, Wolfram Heinrich <i...@theodor-rieh.de> wrote:

> > Was ist präzise daran, Feuer und Angeln oder Netzfischen
> > zusammenzubringen anlässlich einer mehrmals brennenden Oper?
>
> > Es kann ja sein, dass im Buch ein Zusammenhang mit Fischen
> > besteht, aber den hat hier immer noch niemand nachgewiesen.
>
> Walter, ich glaub, es ist gut, daß du keine Romane schreibst.

Aber Herzchen, dafür ham wa doch Dich!

Gerade innner Bibliotheke bestellt: Briefwexel Ernst Jünger und
Friedrich Hielscher.
Werde dann zu berichten wissen.

So, Du Guter, nun hock am Tische nieder und schreib uns mal wieder was
schönes, tu uns die Liebe - FR

hansr...@googlemail.com

unread,
Jun 9, 2009, 11:59:28 AM6/9/09
to
On 26 Mai, 21:16, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.net>
wrote:

> >>  Es gibt auch Dynamitfischer. Die fischen nicht nach, sondern durch

> >> Entzünden von Dynamit.
>
> > Echt? Ich kenne das Fischen mit Karbid, aber Dynamit? Da
> > kann man janachher Fischbrocken aus dem Wasser sieben ...
>
> Es gibt Leute, die benutzen ein Teesieb, um ihren Goldfisch
> aus dem Glas fischen.

Und auch solche, die sich die Hose mit der Kneifzange anziehen.

> Übrigens: Wegen irgend einer technischen Panne fallen Röntgen
> und CT aus. CT: gab es da 1987 schon Computer-Tomographie?

Ja. Die DDR importierte seit ca. 1980 CT-Geräte von Siemens. Ich
kannte den zuständigen Außendienstler, der hübsche Geschichten über
den ihm von der Stasi zugeteilten Aufpasser zu berichten wußte, in
Anlehnung an einen szt. gängigen Schlager "Major Tom" zubenannt - FR

hansr...@googlemail.com

unread,
Jun 9, 2009, 12:11:30 PM6/9/09
to
On 23 Mai, 19:44, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.net>
wrote:

> > Ich erbitte eine längere Bedenkzeit.
>
> Gewährt.

Es heißt: Habeas!

> > Ceterum censeo: Tellkamp hat Klasse.
>
> Ich auch.

Nun, manche sagen so, manche sagen so - FR

It is loading more messages.
0 new messages