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Entscheidungsbücher

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Marcus Kober

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Nov 25, 2009, 1:27:20 PM11/25/09
to
Hallo!

Ihr kennt doch bestimmt Entscheidungsbücher, oder? Also Bücher, bei
denen man sich beim Lesen entscheiden kann, wie die Geschichte
weitergehen soll und dann eben auf die entsprechende Seite blättern
muss. Solche Bücher haben dann auch meist mehrere alternative Enden.

Nun sind solche Entscheidungsbücher ja meist für Kinder oder
Jugendliche geschrieben. Kennt ihr vielleicht welche, die "ernsthafter"
sind und eben auch für Erwachsene? Also Entscheidungsbücher auch auf
hohem literarisch, sprachlichem Niveau?

Das einzige Buch, das dem _nahe_ kommt, ist Rayuela von Cortazar. Ist
allerdings kein Entscheidungsbuch in diesem Sinne, sondern hat neben
der normalen Leseform nach der natürlichen Reihenfolge der Seiten auch
noch eine auch vom Autor festgelegte alternative Reihenfolge, bei der
anders durch die Geschichte navigiert wird und auch mehrere Seiten
doppelt gelesen werden.

Ich komme darauf, weil ich eine interessante Webseite entdeckt habe
(habe in meinem Blog darüber berichtet), die solche Entscheidungsbücher
und deren Struktur visiualisert. Diese Seite findet sich hier:
http://samizdat.cc/cyoa/
(ist allerdings auf Englisch)

Gruß,
Marcus

--
http://holonblog.geheimorden.de/

Norbert Lack

unread,
Nov 26, 2009, 7:10:06 AM11/26/09
to
Marcus Kober schrieb:

> Ihr kennt doch bestimmt Entscheidungsbücher, oder? Also Bücher, bei
> denen man sich beim Lesen entscheiden kann, wie die Geschichte
> weitergehen soll und dann eben auf die entsprechende Seite blättern
> muss. Solche Bücher haben dann auch meist mehrere alternative Enden.
>
> Nun sind solche Entscheidungsbücher ja meist für Kinder oder
> Jugendliche geschrieben. Kennt ihr vielleicht welche, die "ernsthafter"
> sind und eben auch für Erwachsene? Also Entscheidungsbücher auch auf
> hohem literarisch, sprachlichem Niveau?

Ich habe vor vielen Jahren drei solche Bücher von Thea Lust [1] gelesen
(gespielt, durchgearbeitet, ...?). Ich weiß aber nicht, ob die Deinem
Anspruch nach "hohem literarisch, sprachlichem Niveau" genügen.

Gruß
Norbert

[1] http://www.txtbank.de/spielbuch/bibliothek/person/lust_thea/

Message has been deleted

Walter Schmid

unread,
Nov 26, 2009, 12:03:23 PM11/26/09
to
Stefan Ram schrieb:

> Marcus Kober <mar...@geheimorden.de> writes:
>> Also Entscheidungsbücher auch auf
>> hohem literarisch, sprachlichem Niveau?
>
> Könnte mir jemand erklären, was »hohes literarisch,
> sprachliches Niveau« ist?
>

Selbstzerstöhrend (Das h ist zauberbergisierend gewollt!).

Gruss

Walter

Marcus Kober

unread,
Nov 26, 2009, 2:17:25 PM11/26/09
to
r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) schrieb:

> Marcus Kober <mar...@geheimorden.de> writes:
> >Also Entscheidungsbücher auch auf
> >hohem literarisch, sprachlichem Niveau?
>

> Könnte mir jemand erklären, was »hohes literarisch,
> sprachliches Niveau« ist?
>

Ein schnell dahingetipptes Etwas, das verkrampft versucht zu erklären,
was ich bei Kinder- und Jugendbüchern oft (nicht immer!) vermisse. Eine
"erwachsene" Geschichte, die gut geschrieben ist. So. Ich habe ja auch
schon Rayuela als Referenz genannt. Sowas in der Art, wenn man sich
schon sonst nichts dabei denken kann.

Marcus Kober

unread,
Nov 26, 2009, 2:19:14 PM11/26/09
to
Norbert Lack <n.l...@gmx.de> schrieb:

> Ich habe vor vielen Jahren drei solche Bücher von Thea Lust [1]
> gelesen (gespielt, durchgearbeitet, ...?). Ich weiß aber nicht, ob
> die Deinem Anspruch nach "hohem literarisch, sprachlichem Niveau"
> genügen.

Vielen Dank für diesen Tipp. Werde ich mir mal ansehen...

> [1] http://www.txtbank.de/spielbuch/bibliothek/person/lust_thea/

Message has been deleted

Marcus Kober

unread,
Nov 26, 2009, 2:54:58 PM11/26/09
to
Mir macht es auch immer viel Spaß, über Wörter und deren Bedeutung
nachzudenken. Mauthner sei's auch gedankt. Treibt man es allerdings in
bestimmten Situationen zu weit, führt man Konversation zwangsläufig ad
absurdum. So zeigen dann auch eher die, die aus den noch so kryptischen
und missverständlichen Formulierungen die Intention herauslesen und es
verstehen, gekonnt darauf zu antworten Intelligenz. Es sei denn, man
sieht es wirklich als Spiel, dann ist nichts dagegen einzuwenden. Ich
spiele ja ein Stück weit mit.

Und nein, mir kommt es eben nicht darauf an, dass das Buch, das ich
suche, gut in der Freizeit zu lesen ist. Es darf mir ruhig einiges
abverlangen (was auch das genannte Referenz-Buch tut). Da steh' ich ja
drauf.

Ja, es gibt auch wunderbare Kinder- und Jugendbücher. Auch einige, die
ich sehr gern gelesen und wiedergelesen habe. Bei diesen
Entscheidungsbüchern jedoch sieht das anders aus. Die fordern zu wenig.

--
http://holonblog.geheimorden.de/

Ignatios Souvatzis

unread,
Dec 1, 2009, 6:15:13 AM12/1/09
to
Norbert Lack wrote:

> Ich habe vor vielen Jahren drei solche B�cher von Thea[1] Lust [...] gelesen

Das war doch Aphrodite?

-is
--
[1] S�e qvr Hatevrpura: "Qvr T�ggva"

Norbert Lack

unread,
Dec 1, 2009, 2:05:56 PM12/1/09
to
Ignatios Souvatzis schrieb:

> Norbert Lack wrote:
>> Ich habe vor vielen Jahren drei solche B�cher von Thea[1] Lust
>> [...] gelesen
>
> Das war doch Aphrodite?
>
> [1] S�e qvr Hatevrpura: "Qvr T�ggva"

Vielleicht ist es ja ein Pseudonym. [2]

WIMRE war "Stell' dir vor, sie wartet auf dich und keiner wei� wo" das
erste, was ja irgendwie passen w�rde.

Kali spera
Norbert

[2] Nhpu tevrpuvfpu.

Thomas Ineichen

unread,
Dec 4, 2009, 5:41:26 AM12/4/09
to
Hallo Marcus,

> Ihr kennt doch bestimmt Entscheidungsb�cher, oder? Also B�cher, bei


> denen man sich beim Lesen entscheiden kann, wie die Geschichte

> weitergehen soll und dann eben auf die entsprechende Seite bl�ttern
> muss. Solche B�cher haben dann auch meist mehrere alternative Enden.

Vielleicht k�nnte Dich in dem Zusammenhang Milorad Pavic interessieren:

"Milorad Paviďż˝ wurde vor allem aufgrund des nichtlinearen und interaktiven
Aufbaus seiner Romane ber�hmt. Er vertrat die Meinung, dass der Leser
selbst entscheiden soll, auf welche Weise er seine Romane lesen wird."

<http://de.wikipedia.org/wiki/Milorad_Pavi�_(Autor)>

Gruss,
Thomas

Marius Fraenzel

unread,
Dec 4, 2009, 8:29:22 AM12/4/09
to
Thomas Ineichen schrieb:

Wichtiger als Pavic sind wahrscheinlich Andreas Okopenko, von dem Pavic
nicht nur die Idee geklaut hat, sondern der auch viel lustiger ist als
Pavic, und Cortazars "Rayuela", bei dem es sich tats�chlich um ein St�ck
Weltliteratur handelt und nicht nur um einen breitgetretenen
literarischen Scherz.

Gruďż˝, Marius


--
Elf Jahre drb!

http://bonaventura.musagetes.de/

Marcus Kober

unread,
Dec 4, 2009, 1:23:03 PM12/4/09
to
Marius Fraenzel <marius....@gmail.com> schrieb:

> Wichtiger als Pavic sind wahrscheinlich Andreas Okopenko, von dem
> Pavic nicht nur die Idee geklaut hat, sondern der auch viel lustiger

> ist als Pavic, und Cortazars "Rayuela", bei dem es sich tatsächlich
> um ein Stück Weltliteratur handelt und nicht nur um einen
> breitgetretenen literarischen Scherz.

Vielen Dank, das werde ich mir mal ansehen.
"Rayuela" kenne ich, wie ja schon erwähnt, bereits. Fantastisch!

Michael Jacobi

unread,
Dec 13, 2009, 7:55:03 PM12/13/09
to
Marius Fraenzel wrote:

> [...] Cortazars "Rayuela", bei dem es sich tatsᅵchlich um ein Stᅵck


> Weltliteratur handelt und nicht nur um einen breitgetretenen
> literarischen Scherz.


Na, immerhinque.

Bᅵse Menschen hᅵtten ansonsten hinter "Entscheidungsbᅵchern" den ebenso
hilflosen wie untauglichen Versuch gewittert, Computerspielsᅵchtige zur
Ausᅵbung obsoleter Kulturtechniken mittels antiquierter Speichermedien zu
animieren.


Gruᅵ

Michael

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