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Erblichkeit von Intelligenz

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mock

unread,
May 6, 2013, 5:59:55 PM5/6/13
to
Obwohl ich multiple Intelligenzen zu definieren für Unsinn halte,
halte ich einen ermittelbaren g factor für nicht realisiert,
vielleicht sogar für Illusion.

Intelligenztests zur Ermittlung des IQ decken ein so kleines Spektrum
der Intelligenz ab, dass das Konstrukt g factor nur per Definition aus
dem Testergebnis hergestellt werden kann. Ich weiss allerdings gar
nicht, ob es gemacht wird, oder ob g nur als Phantom (Konzept)
existiert.

Ich bin davon überzeugt, dass Intelligenz erblich ist. Allerdings sind
Abweichungen zu Intelligenzen der Eltern zu gross, als dass die
gemessenen Werte vergleichbar mit ererbter Augen- oder Hautfarbe wäre.
Ausreisser aus dem Bereich des Zwischenraums des IQ der Eltern müssten
auf Genmutationen zurückzuführen sein, um eine Vererbung nach Mendel
anwenden zu können.

Je häufiger ein Kind einen IQ ausserhalb des elterlichen Spektrums
aufweist, desto häufiger sind also Mutationen. Die Wahrscheinlichkeit
dafür steigt exponentiell mit der Anzahl entsprechend funktioneller
Gensequenzen.

Vielleicht kann man, z. B. durch fMRT oder eher durch die Genetik,
feststellen, was noch zur Intelligenz gehört. Mglw. haben wir für
Einiges noch gar keine Wörter. Mich wundert jedenfalls, dass sich
Intelligenz praktisch auf Problemlösungsfähigkeit, strukturelles
Denken, Assoziationsfähigkeit (alles zeitabhängig) reduziert. Ich
würde auch Intuition und Musikalität dazuzählen, auch wenn die
Begriffe ebenso schwammig sind wie Intelligenz selbst.

Michael Kutscher

unread,
May 7, 2013, 1:18:42 AM5/7/13
to
Hi,

Am 06.05.2013 23:59, schrieb mock:
> Obwohl ich multiple Intelligenzen zu definieren f�r Unsinn halte,
> halte ich einen ermittelbaren g factor f�r nicht realisiert,
> vielleicht sogar f�r Illusion.

Intelligenz ist das, was der Intelligenztest misst - Punkt. Alles andere
ist etwas Anderes. Verwechseln darf man das nicht mit Bildung oder
Genialit�t.

> Ich bin davon �berzeugt, dass Intelligenz erblich ist. Allerdings sind
> Abweichungen zu Intelligenzen der Eltern zu gross, als dass die
> gemessenen Werte vergleichbar mit ererbter Augen- oder Hautfarbe w�re.
> Ausreisser aus dem Bereich des Zwischenraums des IQ der Eltern m�ssten
> auf Genmutationen zur�ckzuf�hren sein, um eine Vererbung nach Mendel
> anwenden zu k�nnen.

Kl�ren lie�e sich das nur durch fl�chendeckende Intelligenztests �ber
Generationen hinweg. Da fehlt also schlicht das Material. Meiner Meinung
nach spielen mehrere Faktoren mit: Vererbung, Einwirkungen w�hrend der
Entwicklung *vor* der Geburt und in der Kindheit (z.B. Ern�hrung der
Mutter, Ern�hrung des Kindes, und dann Umgebung des Kindes). Den
kleinsten Einfluss scheint sp�teres "Training" zu haben, aber auch der
ist zu einem gewissen Grad vorhanden.

> Je h�ufiger ein Kind einen IQ ausserhalb des elterlichen Spektrums
> aufweist, desto h�ufiger sind also Mutationen. Die Wahrscheinlichkeit
> daf�r steigt exponentiell mit der Anzahl entsprechend funktioneller
> Gensequenzen.

Wie gesagt, daf�r fehlt das Material.

> Vielleicht kann man, z. B. durch fMRT oder eher durch die Genetik,
> feststellen, was noch zur Intelligenz geh�rt. Mglw. haben wir f�r
> Einiges noch gar keine W�rter. Mich wundert jedenfalls, dass sich
> Intelligenz praktisch auf Probleml�sungsf�higkeit, strukturelles
> Denken, Assoziationsf�higkeit (alles zeitabh�ngig) reduziert. Ich
> w�rde auch Intuition und Musikalit�t dazuz�hlen,


So ist aber das, was der Mensa-Club damit meint, eben definiert. Jemand
kann ein musikalisches Genie sein, das ist dann eben Genialit�t. Aber
wenn das mit dem W�rfel-Drehen nicht funktioniert ist er trotzdem nicht
hoch intelligent.



> auch wenn die
> Begriffe ebenso schwammig sind wie Intelligenz selbst.

Schwammig wird es nur, wenn man versucht, es zu erweitern.

Gru�
Michael Kutscher

Hans-Georg Michna

unread,
May 7, 2013, 2:23:35 AM5/7/13
to
On Mon, 6 May 2013 14:59:55 -0700 (PDT), mock wrote:

>Ich bin davon �berzeugt, dass Intelligenz erblich ist. Allerdings sind
>Abweichungen zu Intelligenzen der Eltern zu gross, als dass die
>gemessenen Werte vergleichbar mit ererbter Augen- oder Hautfarbe w�re.
>Ausreisser aus dem Bereich des Zwischenraums des IQ der Eltern m�ssten
>auf Genmutationen zur�ckzuf�hren sein, um eine Vererbung nach Mendel
>anwenden zu k�nnen.
>
>Je h�ufiger ein Kind einen IQ ausserhalb des elterlichen Spektrums
>aufweist, desto h�ufiger sind also Mutationen. Die Wahrscheinlichkeit
>daf�r steigt exponentiell mit der Anzahl entsprechend funktioneller
>Gensequenzen.

Ausrei�er k�nnen auch durch Umwelteinfl�sse verursacht werden.
Ich vermute, Ausrei�er nach unten k�nnen leicht durch ung�nstige
Bedingungen in der Kindheit verursacht werden. Ein Schlag mit
dem Holzhammer auf den Kopf k�nnte schon reichen.

Umgekehrt k�nnen Ausrei�er nach oben durch ung�nstige
Bedingungen in der Kindheit der Eltern verursacht werden oder
jedenfalls dadurch, dass das Kind sehr viel g�nstigere
Bedingungen vorfindet als seine Eltern sie hatten.

Grunds�tzlich sollte klar sein, dass der Grad der Erblichkeit
von der Umgebung abh�ngt. In optimaler Umgebung ist der IQ
vollst�ndig ererbt, denn es gibt dort per definitionem keine
unterschiedlichen Umwelteinfl�sse.

In einer "Kultur" hingegen, in der die Kinder mit dem Holzhammer
oder mit anderen stark hinderlichen Einfl�ssen traktiert werden,
wird der IQ weitgehend unabh�ngig von der Erbmasse sein, n�mlich
universell niedrig.

>Vielleicht kann man, z. B. durch fMRT oder eher durch die Genetik,
>feststellen, was noch zur Intelligenz geh�rt. Mglw. haben wir f�r
>Einiges noch gar keine W�rter. Mich wundert jedenfalls, dass sich
>Intelligenz praktisch auf Probleml�sungsf�higkeit, strukturelles
>Denken, Assoziationsf�higkeit (alles zeitabh�ngig) reduziert. Ich
>w�rde auch Intuition und Musikalit�t dazuz�hlen, auch wenn die
>Begriffe ebenso schwammig sind wie Intelligenz selbst.

Man kann nicht objektiv feststellen, was zur Intelligenz geh�rt,
ebenso, wie man nicht objektiv feststellen kann, was das Wort
"gr�n" zu bedeuten hat. Solche Worte sind von Menschen erdacht
und mit einer Bedeutung versehen worden, die urspr�nglich
beliebig festgelegt werden konnte.

Heute aber ist der Begriff Intelligenz in der Wissenschaft,
genauer gesagt, in der Psychometrie, bereits definiert, und wir
k�nnen ihn nicht sinnvoll umdefinieren, wenn wir uns mit
Psychometrikern noch verst�ndigen wollen. Du kannst das zwar
tun, aber dann musst du jedes Mal erkl�ren, was du abweichend
von der wissenschaftlichen Definition unter Intelligenz
verstehst, bevor du mit einem allgemeingebildeten Menschen in
einen Dialog trittst, der bereits gelernt hat, was man unter
Intelligenz versteht. Eine verbreitete Definition ist etwa:
Intelligenz ist die F�higkeit, in einer neuartigen Situation
zweckm��ig zu handeln. Andere bekannte Definitionen laufen
relativ genau auf dasselbe hinaus.

In der Bev�lkerung au�erhalb der Wissenschaft wird der Begriff
Intelligenz allerdings st�ndig umdefiniert. ("Mein Kind kann gut
klettern, also hat es Kletterintelligenz.") Deswegen vermeide
ich das Wort Intelligenz schon weitgehend und verwende statt
dessen lieber den Begriff IQ, der bei aller Kritik doch
einigerma�en scharf definiert ist, n�mlich als Transformation
eines Ranges auf die Gau�sche Glockenkurve. Der Rang wird
wiederum bestimmt durch einen Test, in dem die Probanden eine
Reihe logischer Probleme l�sen m�ssen.

Diese Definition wurde von einer veralteten Definition
abgeleitet, die fr�her auf Kinder angewendet wurde, n�mlich:

IQ = 100 * Intelligenzalter / chronologisches Alter

Beispiel: Ein Kind, das im Alter von 10 Jahren die
durchschnittliche geistige Leistungsf�higkeit eines 13-j�hrigen
Kindes zeigt, hat einen IQ von 130.

Die popul�ren Redefinitionen haben alle eines gemeinsam---sie
versuchen, die Bedeutung auszuweiten und somit zu verw�ssern,
bis zur Unbrauchbarkeit. Dahinter steckt wiederum die Furcht vor
dem Begriff von einer genauen, messbaren Intelligenz, weil die
Leute letztendlich bef�rchten, als unwiderruflich dumm gemessen
zu werden. Deswegen lieben sie Begriffe wie soziale Intelligenz
(in der Wissenschaft nur als Sozialkompetenz bezeichnet) und
andere "multiple Intelligenzen".

Weitere Literatur zum Thema:

The definition of the IQ
http://michna.com/iq.htm

Intelligence, Knowns and Unknowns
http://michna.com/intelligence.htm

Hans-Georg

mock

unread,
May 7, 2013, 6:30:32 AM5/7/13
to
On 7 Mai, 08:23, Hans-Georg Michna <hans-
georgNoEmailPle...@michna.com> wrote:
> On Mon, 6 May 2013 14:59:55 -0700 (PDT), mock wrote:
> >Ich bin davon überzeugt, dass Intelligenz erblich ist. Allerdings sind
> >Abweichungen zu Intelligenzen der Eltern zu gross, als dass die
> >gemessenen Werte vergleichbar mit ererbter Augen- oder Hautfarbe wäre.
> >Ausreisser aus dem Bereich des Zwischenraums des IQ der Eltern müssten
> >auf Genmutationen zurückzuführen sein, um eine Vererbung nach Mendel
> >anwenden zu können.
>
> >Je häufiger ein Kind einen IQ ausserhalb des elterlichen Spektrums
> >aufweist, desto häufiger sind also Mutationen. Die Wahrscheinlichkeit
> >dafür steigt exponentiell mit der Anzahl entsprechend funktioneller
> >Gensequenzen.
>
> Ausreißer können auch durch Umwelteinflüsse verursacht werden.
> Ich vermute, Ausreißer nach unten können leicht durch ungünstige
> Bedingungen in der Kindheit verursacht werden. Ein Schlag mit
> dem Holzhammer auf den Kopf könnte schon reichen.
>
> Umgekehrt können Ausreißer nach oben durch ungünstige
> Bedingungen in der Kindheit der Eltern verursacht werden oder
> jedenfalls dadurch, dass das Kind sehr viel günstigere
> Bedingungen vorfindet als seine Eltern sie hatten.
>
> Grundsätzlich sollte klar sein, dass der Grad der Erblichkeit
> von der Umgebung abhängt. In optimaler Umgebung ist der IQ
> vollständig ererbt, denn es gibt dort per definitionem keine
> unterschiedlichen Umwelteinflüsse.
>
> In einer "Kultur" hingegen, in der die Kinder mit dem Holzhammer
> oder mit anderen stark hinderlichen Einflüssen traktiert werden,
> wird der IQ weitgehend unabhängig von der Erbmasse sein, nämlich
> universell niedrig.
>
> >Vielleicht kann man, z. B. durch fMRT oder eher durch die Genetik,
> >feststellen, was noch zur Intelligenz gehört. Mglw. haben wir für
> >Einiges noch gar keine Wörter. Mich wundert jedenfalls, dass sich
> >Intelligenz praktisch auf Problemlösungsfähigkeit, strukturelles
> >Denken, Assoziationsfähigkeit (alles zeitabhängig) reduziert. Ich
> >würde auch Intuition und Musikalität dazuzählen, auch wenn die
> >Begriffe ebenso schwammig sind wie Intelligenz selbst.
>
> Man kann nicht objektiv feststellen, was zur Intelligenz gehört,
> ebenso, wie man nicht objektiv feststellen kann, was das Wort
> "grün" zu bedeuten hat. Solche Worte sind von Menschen erdacht
> und mit einer Bedeutung versehen worden, die ursprünglich
> beliebig festgelegt werden konnte.
>
> Heute aber ist der Begriff Intelligenz in der Wissenschaft,
> genauer gesagt, in der Psychometrie, bereits definiert, und wir
> können ihn nicht sinnvoll umdefinieren, wenn wir uns mit
> Psychometrikern noch verständigen wollen. Du kannst das zwar
> tun, aber dann musst du jedes Mal erklären, was du abweichend
> von der wissenschaftlichen Definition unter Intelligenz
> verstehst, bevor du mit einem allgemeingebildeten Menschen in
> einen Dialog trittst, der bereits gelernt hat, was man unter
> Intelligenz versteht. Eine verbreitete Definition ist etwa:
> Intelligenz ist die Fähigkeit, in einer neuartigen Situation
> zweckmäßig zu handeln. Andere bekannte Definitionen laufen
> relativ genau auf dasselbe hinaus.
>
> In der Bevölkerung außerhalb der Wissenschaft wird der Begriff
> Intelligenz allerdings ständig umdefiniert. ("Mein Kind kann gut
> klettern, also hat es Kletterintelligenz.") Deswegen vermeide
> ich das Wort Intelligenz schon weitgehend und verwende statt
> dessen lieber den Begriff IQ, der bei aller Kritik doch
> einigermaßen scharf definiert ist, nämlich als Transformation
> eines Ranges auf die Gaußsche Glockenkurve. Der Rang wird
> wiederum bestimmt durch einen Test, in dem die Probanden eine
> Reihe logischer Probleme lösen müssen.
>
> Diese Definition wurde von einer veralteten Definition
> abgeleitet, die früher auf Kinder angewendet wurde, nämlich:
>
> IQ = 100 * Intelligenzalter / chronologisches Alter
>
> Beispiel: Ein Kind, das im Alter von 10 Jahren die
> durchschnittliche geistige Leistungsfähigkeit eines 13-jährigen
> Kindes zeigt, hat einen IQ von 130.
>
> Die populären Redefinitionen haben alle eines gemeinsam---sie
> versuchen, die Bedeutung auszuweiten und somit zu verwässern,
> bis zur Unbrauchbarkeit. Dahinter steckt wiederum die Furcht vor
> dem Begriff von einer genauen, messbaren Intelligenz, weil die
> Leute letztendlich befürchten, als unwiderruflich dumm gemessen
> zu werden. Deswegen lieben sie Begriffe wie soziale Intelligenz
> (in der Wissenschaft nur als Sozialkompetenz bezeichnet) und
> andere "multiple Intelligenzen".

Das ist mir alles klar. Deshalb lehne ich multiple Intelligenzen auch
ab. Aber guten Gewissens geht das nur mit einer scharfen Definition.

Mir ist für die Vererbung der Peak der "Glockenkurve" nicht ausgeprägt
genug, also die Standardabweichung zu gross. Mit einer Verengung des
Intelligenzbegriffs wäre das zu beheben. Mglw. findet man bspw. für
Intelligenz und Kreativität gemeinsame Gensequenzen, wodurch der
Intelligenz belastbarere Kriterien zugrundeliegen.

Natürlich ist im Augenblick Intelligenz das, was ein Test misst. Aber
das finden nicht nur Aussenstehende unbefriedigend, obwohl es genau
analog danach gebildet ist, dass Grösse das ist, was ein
Längenmassstab misst.

Mir ging es bei der Erblichkeit darum, dass vererbte Eigenschaften
durch geeignete Spezifizierung eine (geometrisch) schmalere
Glockenkurve aufweisen, s. o. Und diese Eigenschaften gehören in die
Intelligenzdefinition.

mock

unread,
May 7, 2013, 6:52:46 AM5/7/13
to
On 7 Mai, 07:18, Michael Kutscher <nur.fuer.s...@aussersinnlich.de>
wrote:

> Schwammig wird es nur, wenn man versucht, es zu erweitern.

Natürlich muss man durch Erweiterungen idR mit einer Abflachung der
Kurve rechnen. Deshalb muss man Eigenschaften suchen, die zwanglos mit
der Intelligenz korrelieren. Intuition war nur ein Beispiel und
wahrscheinlich nicht geeignet, denn die bietet sich ja als erstes
Untersuchungsobjekt an.

Die Verteilung soll nicht durch weniger Eigenschaften genauer werden,
sondern durch mehr Eigenschaftenträger (Erben). Ich will ja die
Vererbung nachweisen und nicht die allgemeine Verteilung. Dadurch
könnte der Intelligenzbegriff gewinnen.

mock

unread,
May 7, 2013, 7:14:37 AM5/7/13
to
On 7 Mai, 12:52, mock <th.mo...@gmx.net> wrote:

> Die Verteilung soll nicht durch weniger Eigenschaften genauer werden,
> sondern durch mehr Eigenschaftenträger (Erben). Ich will ja die
> Vererbung nachweisen und nicht die allgemeine Verteilung. Dadurch
> könnte der Intelligenzbegriff gewinnen.

Pardon! Das war Unsinn. Es muss genau umgekehrt heissen:

"Die Verteilung soll nicht durch weniger Eigenschaftenträger genauer
werden, sondern durch mehr Eigenschaften."

Hans-Georg Michna

unread,
May 8, 2013, 8:48:59 AM5/8/13
to
On Tue, 7 May 2013 03:30:32 -0700 (PDT), mock wrote:

>Mir ist f�r die Vererbung der Peak der "Glockenkurve" nicht ausgepr�gt
>genug, also die Standardabweichung zu gross. Mit einer Verengung des
>Intelligenzbegriffs w�re das zu beheben. Mglw. findet man bspw. f�r
>Intelligenz und Kreativit�t gemeinsame Gensequenzen, wodurch der
>Intelligenz belastbarere Kriterien zugrundeliegen.

Ich hoffe, dir ist bewusst, dass der IQ oder die Form seiner
Glockenkurve keinerlei quantitative Ma�e f�r irgendeine Art von
Intelligenzleistung enth�lt. Insofern hat die Breite der
Glockenkurve keinerlei Bedeutung. Sie ist vordefiniert, meist
mit Sigma = 15. Dieses Ma� geht auf die schon erw�hnte fr�here
Bestimmung des IQ zur�ck, die aber auch nicht auf
Intelligenzleistungen beruht, sondern lediglich auf das Wachstum
der Intelligenz mit dem Kindesalter.

Vergleicht man den IQ mit halbwegs sinnvoll angenommenen
Intelligenzleistungswerten, z.B. mit den Rohdaten typischer
IQ-Tests, dann stellt man fest, dass die Schwankung des IQ
verglichen mit der Schwankung solcher Intelligenzleistungen eine
Untertreibung ist.

Um es nochmals sehr deutlich zu sagen, wir haben kein bekanntes
und wissenschaftlich anerkanntes Ma� f�r irgendwelche
Intelligenzleistungen. Wir messen lediglich, ob ein Mensch
intelligenter ist als ein anderer, aber nicht, um wieviel. Die
in den Rohdaten eines IQ-Tests noch vorhandenen diesbez�glichen
Messergebnisse werden bei der Umrechnung in den IQ vollst�ndig
vernichtet.

Einfach ausgedr�ckt, jemand mit IQ 130 hat bei solchen Aufgaben
nicht die 1,3-fache Leistung von jemandem mit IQ 100, sondern
erheblich mehr. Genaue Messungen sind allerdings kaum denkbar,
denn die Verteilung h�ngt sehr stark von der Wahl der
Testaufgaben ab.

Es k�nnte gute Gr�nde daf�r geben, dass die Intelligenz so
erstaunlich breit gestreut ist. Zwei davon sind:

1. Menschliche Intelligenz ist eine entwicklungsgeschichtlich
sehr junge Entwicklung. Das Gehirn der Hominiden hat sich in nur
4 Millionen Jahren von 350 cm� auf die heutigen 1.200 cm�
vergr��ert. M�glicherweise ist das menschliche Gehirn also
entwicklungsgeschichtlich noch sehr unreif und entsprechend
unzuverl�ssig, mit einer hohen Streuung in seinen Leistungen.
Die Natur schafft es einfach nicht jedesmal perfekt.

2. Entwicklungsgeschichtlich war es unn�tig, dass jeder Mensch
hochintelligent war. Historisch war es durchaus nicht
unvorteilhaft, wenn es eine Mischung hochintelligenter, normal
intelligenter und dummer Menschen gab. Es gen�gte, den
Faustkeil, Pfeil und Bogen und die Relativit�tstheorie einmal zu
erfinden. Die anderen konnten es dann lernen. Das Wort
Kanonenfutter kommt einem dabei in den Sinn.

>Nat�rlich ist im Augenblick Intelligenz das, was ein Test misst. Aber
>das finden nicht nur Aussenstehende unbefriedigend, obwohl es genau
>analog danach gebildet ist, dass Gr�sse das ist, was ein
>L�ngenmassstab misst.

Das ist eine Art scherzhafter Tautologie, f�r sich genommen
offensichtlich nutzlos und nichtssagend. Man kann sich um die
Definition nicht dr�cken. Nimmt man den obigen Satz an, dann
muss man statt der Intelligenz den Test definieren, um zu einer
sinnvollen Aussage zu kommen.

>Mir ging es bei der Erblichkeit darum, dass vererbte Eigenschaften
>durch geeignete Spezifizierung eine (geometrisch) schmalere
>Glockenkurve aufweisen, s. o. Und diese Eigenschaften geh�ren in die
>Intelligenzdefinition.

Man kann in der Intelligenz Komponenten erkennen, z.B.
F�higkeiten in Beziehung auf r�umliche Drehungen, auf Logik, auf
Zahlen, auf sprachliche Semantik usw. Allerdings bin ich mir
ziemlich sicher, dass solche einzelnen Glockenkurven �ber die
Gesamtbev�lkerung auch nicht schmaler w�ren.

Hans-Georg

mock

unread,
May 8, 2013, 11:13:48 AM5/8/13
to
On 8 Mai, 14:48, Hans-Georg Michna <hans-
Ja, ich habe mich falsch ausgedrückt. Dass "die Standardabweichung zu
gross" wäre, ist Unsinn. Sie ist immer σ. Ich hatte die anschauliche
Glockenkurve vor Augen und meinte ihre Breite.

Ich will einmal ein Beispiel geben:

A hat einen IQ von 70. Seine Eltern haben einen IQ von 90 und 110. Wie
ich schon erwähnte, kann die Abweichung - fehlerfreie Messung
vorausgesetzt - durch Genmutation entstanden sein, denn die
Intelligenzleistung ist schlussendlich durch Rezeptoren, Enzyme und
Transmitter induziert. Wenn man nun feststellt, dass das Kind sehr
kreativ ist, bspw. mit 5 Jahren elektronische Schaltungen baut, kann
man annehmen, dass der Test nicht alle Items der Intelligenz erfasst.
Wenn man nun die Kreativität mit hineinnähme, würde mMn die
Glockenkurve schmaler.

Wenn von 100 Leuten je 50% die Eigenschaften x, y und z haben, dann
ist die x,y-Kurve flacher als die x,y,z-Kurve, wenn man auf ihnen die
Eigenschaftenträger aufgetragen hat.

Michael Mendelsohn

unread,
May 8, 2013, 5:37:47 PM5/8/13
to
Am 08.05.2013 14:48, schrieb Hans-Georg Michna:
> 1. Menschliche Intelligenz ist eine entwicklungsgeschichtlich
> sehr junge Entwicklung. Das Gehirn der Hominiden hat sich in nur
> 4 Millionen Jahren von 350 cm� auf die heutigen 1.200 cm�
> vergr��ert. M�glicherweise ist das menschliche Gehirn also
> entwicklungsgeschichtlich noch sehr unreif und entsprechend
> unzuverl�ssig, mit einer hohen Streuung in seinen Leistungen.
> Die Natur schafft es einfach nicht jedesmal perfekt.

Bitte begehe nicht den Fehler, Intelligenz und Hirnleistung gleichzusetzen.

Wenn du Kleinkinder beobachtest, bemerkst du, dass die
Entwicklungsphasen in unterschiedlicher Reighenfolge verlaufen und
unterschiedlich stark ausgepr�gt sind. Die Kinder k�nnen also statt der
Intelligenz andere F�higkeiten erlangen.

Ein praktisches Beispiel: es k�nnte ein Kind, konfrontiert mit einer
Strassenszene, logische Zusammenh�nge beschreiben (was ist vorher
passiert, was wird gleich passieren), w�hrend ein anderes Kind
emotionale Zusammenh�nge sieht (wer beobachtet wen, wer hat Angst etc.),
die dem "logischeren" Kind verborgen geblieben sind. Das Gehirn des
zweiten Kindes ist zu Leistungen f�hig, die durchaus wichtig f�r das
�berleben von sozial organisierten Lebewesen sind, und die das erste
Kind nicht in dem Ma�e beherrscht, auch wenn es den h�heren IQ hat.

Viele Gr��e
--mendel

--
"Michael" ist kein Name, sondern eine Bev�lkerungsgruppe.
http://fiff.de/ Forum InformatikerInnen f�r Frieden und
gesellschaftliche Verantwortung e.V.

Michael Mendelsohn

unread,
May 8, 2013, 5:48:18 PM5/8/13
to
Am 08.05.2013 17:13, schrieb mock:
> Wenn von 100 Leuten je 50% die Eigenschaften x, y und z haben, dann
> ist die x,y-Kurve flacher als die x,y,z-Kurve, wenn man auf ihnen die
> Eigenschaftenträger aufgetragen hat.

Das klingt eher nach einer Binomialverteilung.
Also: zweimal Münzwurf -> Maximum bei k=1, p=0,5
dreimal Münzwurf -> Maximum bei k=1 und 2, p=0,375
viermal Münzwurf -> Maximum bei k=2, p=0,375

Je mehr unabhängige Merkmale, desto flacher die "Dichtefunktion".

Korrelation bzw. Unabhängigkeit von Merkmalen misst man anders.

Viele Grüße
--mendel

--
"Michael" ist kein Name, sondern eine Bevölkerungsgruppe.
http://fiff.de/ Forum InformatikerInnen für Frieden und
gesellschaftliche Verantwortung e.V.

mock

unread,
May 8, 2013, 6:33:01 PM5/8/13
to
On 8 Mai, 23:37, Michael Mendelsohn <fernu...@news.mendelsohn.de>
wrote:
> Am 08.05.2013 14:48, schrieb Hans-Georg Michna:
>
> > 1. Menschliche Intelligenz ist eine entwicklungsgeschichtlich
> > sehr junge Entwicklung. Das Gehirn der Hominiden hat sich in nur
> > 4 Millionen Jahren von 350 cm auf die heutigen 1.200 cm
> > vergr ert. M glicherweise ist das menschliche Gehirn also
> > entwicklungsgeschichtlich noch sehr unreif und entsprechend
> > unzuverl ssig, mit einer hohen Streuung in seinen Leistungen.
> > Die Natur schafft es einfach nicht jedesmal perfekt.
>
> Bitte begehe nicht den Fehler, Intelligenz und Hirnleistung gleichzusetzen.
>
> Wenn du Kleinkinder beobachtest, bemerkst du, dass die
> Entwicklungsphasen in unterschiedlicher Reighenfolge verlaufen und
> unterschiedlich stark ausgepr gt sind. Die Kinder k nnen also statt der
> Intelligenz andere F higkeiten erlangen.
>
> Ein praktisches Beispiel: es k nnte ein Kind, konfrontiert mit einer
> Strassenszene, logische Zusammenh nge beschreiben (was ist vorher
> passiert, was wird gleich passieren), w hrend ein anderes Kind
> emotionale Zusammenh nge sieht (wer beobachtet wen, wer hat Angst etc.),
> die dem "logischeren" Kind verborgen geblieben sind. Das Gehirn des
> zweiten Kindes ist zu Leistungen f hig, die durchaus wichtig f r das
> berleben von sozial organisierten Lebewesen sind, und die das erste
> Kind nicht in dem Ma e beherrscht, auch wenn es den h heren IQ hat.

Ich liebe Beispiele. Das ist aber nicht unbedingt geeignet.

Wenn "logische" Zusammenhänge beschrieben werden sollen, geht es um
meistens um Implikationen, Äquivalenzen oder andere Phänomene, die
sich aussagenlogisch darstellen lassen. Ein Kind, das nach statischen
Eigenschaften sucht (Emotionen der dargestellten Personen), hat die
Frage nicht verstanden. Man muss dem Kind vorher "Logik" erklärt haben.

mock

unread,
May 8, 2013, 6:33:34 PM5/8/13
to
On 8 Mai, 23:48, Michael Mendelsohn <fernu...@news.mendelsohn.de>
wrote:
> Am 08.05.2013 17:13, schrieb mock:
>
> > Wenn von 100 Leuten je 50% die Eigenschaften x, y und z haben, dann
> > ist die x,y-Kurve flacher als die x,y,z-Kurve, wenn man auf ihnen die
> > Eigenschaftenträger aufgetragen hat.
>
> Das klingt eher nach einer Binomialverteilung.
> Also: zweimal Münzwurf -> Maximum bei k=1, p=0,5
> dreimal Münzwurf -> Maximum bei k=1 und 2, p=0,375
> viermal Münzwurf -> Maximum bei k=2, p=0,375
>
> Je mehr unabhängige Merkmale, desto flacher die "Dichtefunktion".
>
> Korrelation bzw. Unabhängigkeit von Merkmalen misst man anders.

Ja, das Beispiel ist Mist. Hab' ich schon bemerkt. Insbesondere wird
die Höhe der Kurve nicht durch die jeweiligen Anzahlen der
Eigenschaften der Träger bestimmt. So hatte ich es mir aber
vorgestellt.

Meine Absicht war, weil die Verifikation des Intelligenzerblichkeit
insbesondere durch die Zwillingstests erfolgte, mir ein anderes Modell
auszudenken, weil dort, wie man sich leicht denken kann wenige
Probanden zur Verfügung stehen, bspw. als eineiig bekannte Zwillinge,
die in unterschiedlichen Milieus aufwachsen.

Vielleicht fällt mir etwas besseres ein.

Michael Mendelsohn

unread,
May 8, 2013, 7:05:56 PM5/8/13
to
Am 09.05.2013 00:33, schrieb mock:
> On 8 Mai, 23:37, Michael Mendelsohn <fernu...@news.mendelsohn.de>
> wrote:
>> Ein praktisches Beispiel: es k nnte ein Kind, konfrontiert mit einer
>> Strassenszene, logische Zusammenh nge beschreiben (was ist vorher
>> passiert, was wird gleich passieren), w hrend ein anderes Kind
>> emotionale Zusammenh nge sieht (wer beobachtet wen, wer hat Angst etc.),
>> die dem "logischeren" Kind verborgen geblieben sind. Das Gehirn des
>> zweiten Kindes ist zu Leistungen f hig, die durchaus wichtig f r das
>> berleben von sozial organisierten Lebewesen sind, und die das erste
>> Kind nicht in dem Ma e beherrscht, auch wenn es den h heren IQ hat.
>
> Ich liebe Beispiele. Das ist aber nicht unbedingt geeignet.
>
> Wenn "logische" Zusammenh�nge beschrieben werden sollen, geht es um
> meistens um Implikationen, �quivalenzen oder andere Ph�nomene, die
> sich aussagenlogisch darstellen lassen. Ein Kind, das nach statischen
> Eigenschaften sucht (Emotionen der dargestellten Personen), hat die
> Frage nicht verstanden. Man muss dem Kind vorher "Logik" erkl�rt haben.

Es handelt sich hier um eine Beipielfrage aus einem IQ-Test f�r Kinder
aus den 70er Jahren. Es geht darum, ob die dargestellten Szenen
(insgesamt sind es 4 Zeichnungen) altersgenm�� erfasst werden k�nnen.

mock

unread,
May 8, 2013, 7:49:59 PM5/8/13
to
On 9 Mai, 01:05, Michael Mendelsohn <fernu...@news.mendelsohn.de>
wrote:
> Am 09.05.2013 00:33, schrieb mock:
>
>
>
>
>
>
>
>
>
> > On 8 Mai, 23:37, Michael Mendelsohn <fernu...@news.mendelsohn.de>
> > wrote:
> >> Ein praktisches Beispiel: es k nnte ein Kind, konfrontiert mit einer
> >> Strassenszene, logische Zusammenh nge beschreiben (was ist vorher
> >> passiert, was wird gleich passieren), w hrend ein anderes Kind
> >> emotionale Zusammenh nge sieht (wer beobachtet wen, wer hat Angst etc.),
> >> die dem "logischeren" Kind verborgen geblieben sind. Das Gehirn des
> >> zweiten Kindes ist zu Leistungen f hig, die durchaus wichtig f r das
> >> berleben von sozial organisierten Lebewesen sind, und die das erste
> >> Kind nicht in dem Ma e beherrscht, auch wenn es den h heren IQ hat.
>
> > Ich liebe Beispiele. Das ist aber nicht unbedingt geeignet.
>
> > Wenn "logische" Zusammenh nge beschrieben werden sollen, geht es um
> > meistens um Implikationen, quivalenzen oder andere Ph nomene, die
> > sich aussagenlogisch darstellen lassen. Ein Kind, das nach statischen
> > Eigenschaften sucht (Emotionen der dargestellten Personen), hat die
> > Frage nicht verstanden. Man muss dem Kind vorher "Logik" erkl rt haben.
>
> Es handelt sich hier um eine Beipielfrage aus einem IQ-Test f r Kinder
> aus den 70er Jahren. Es geht darum, ob die dargestellten Szenen
> (insgesamt sind es 4 Zeichnungen) altersgenm erfasst werden k nnen.

Was ist "altersgemäss"?

Wenn nicht explizit logische Zusammenhänge gefordert wären, ist die
Interpretation doch völlig frei. Natürlich sind Reaktionen u. U.
befremdlich: Bei einem ähnlichen kürzlich gelesenen Beispiel (ZEIT?)
gab es die Reaktion "wie heisst das Kind?". Trotzdem kann man die
Antwort doch nicht ohne System nach Gefühl kategorisieren.

Ich denke schon, dass die Art der Bildinterpretation vorgegeben sein
musste, und zwar, dass eben nach logischen Schlussfolgerungen gefragt
war. Wenn die befragten Kinder, sagen wir, noch nicht 8 Jahre alt
waren, ist Logikverständnis nicht einfach vorauszusetzen.

Gibt es diese Frage in aktuellen Tests noch?

Michael Kutscher

unread,
May 9, 2013, 2:46:19 AM5/9/13
to
Hi,

> Was ist "altersgem�ss"?

�ber lange Zeit die Basis, auf der Intelligenztests aufbauten:
Wie viele der Aufgaben l�st im Schnitt ein 10-J�hriges Kind, wie viele
ein 13-J�hriges. Wenn ein 10-J�hriges dann so viele richtige Antworten
gibt, wie der Durchschnitt der 13-J�hrigen, hat es einen IQ von 130.
In diesem Stadium der Intelligenztests konnte man noch munter Aufgaben
drunter mischen, die bei n�herer Betrachtung eher Wissensfragen oder
Fragen nach sozialer Entwicklung waren.
Solche Mischungen vermeidet man inzwischen so gut es geht und das
Konzept der "Altersintelligenz" als Grundlage ist auch Geschichte.
Trotzdem kommt man bei Kindern nicht v�llig drum herum: Es kann nunmal
schlecht Zahlenreihen vervollst�ndigen, solange es nicht z�hlen und
rechnen kann. Jemand der nicht Deutsch spricht, kann einen Test in
deutscher Sprache und Textform auch nicht l�sen - und das sagt dann
genau gar nichts �ber seinen IQ aus (au�er er ist Deutscher).

Um den Ausgangspunkt nochmal anzusprechen: Ich halte das ganze
Unterfangen f�r nicht sehr sinnvoll. Nat�rlich bekommt man eine
sch�rfere Grenze, wenn man nicht "die Hochbegabten" betrachtet, sondern
dann noch weiter eingrenzt (auf die Spitze getrieben) "die Hochbegabten,
die einen Physik-Nobelpreis erhalten haben". Man kann dann aber nicht
sicher sein, ob man wirklich "das Hochintelligenz-Gen" identifiziert
sondern wom�glich das f�r "Gro�es Interesse an Physik"... oder das f�r
ein Magengeschw�r, f�r das die kleine Gruppe vielleicht zuf�llig auch
grade empfindlich ist.

Und im Mittelfeld wird es v�llig sinnlos: Dort sind die Abweichungen ja
gerade besonders gro� - Unter den "Hochbegabten" findet sich keiner, der
in einem Teilbereich unterdurchschnittlich ist. Unter den
"Durchschnittlichen" sind aber Manche, die in einem Teilbereich
hochbegabt sind. Der in *jeder* Hinsicht durchschnittliche Mensch d�rfte
deshalb schon wieder die Ausnahme sein.

Gru�
Michael Kutscher


Andreas Baumgartner

unread,
May 9, 2013, 5:17:38 AM5/9/13
to
Am Wed, 08 May 2013 14:48:59 +0200 schrieb Hans-Georg Michna:

> 1. Menschliche Intelligenz ist eine entwicklungsgeschichtlich
> sehr junge Entwicklung. Das Gehirn der Hominiden hat sich in nur
> 4 Millionen Jahren von 350 cm� auf die heutigen 1.200 cm�
> vergr��ert. M�glicherweise ist das menschliche Gehirn also
> entwicklungsgeschichtlich noch sehr unreif und entsprechend
> unzuverl�ssig, mit einer hohen Streuung in seinen Leistungen.
> Die Natur schafft es einfach nicht jedesmal perfekt.

Etwas zynisch gesagt, hat die Natur heutzutage ja auch nichts mehr zu
melden. Sie ist nur noch Rohstofflieferant, und den gierigen
Monopolisten ein Dorn im Auge. Vielleicht kann der Mensch mit der
dreifachen Gehirnmasse nun Traumata besser bew�ltigen, aber die
fortschreitende Abspaltung, oder die Verdr�ngung von der Natur konnten
nicht wesentlich gebremst werden.

> 2. Entwicklungsgeschichtlich war es unn�tig, dass jeder Mensch
> hochintelligent war. Historisch war es durchaus nicht
> unvorteilhaft, wenn es eine Mischung hochintelligenter, normal
> intelligenter und dummer Menschen gab. Es gen�gte, den
> Faustkeil, Pfeil und Bogen und die Relativit�tstheorie einmal zu
> erfinden. Die anderen konnten es dann lernen. Das Wort
> Kanonenfutter kommt einem dabei in den Sinn.

Oder Pulver�ffchen.

Gruesse, Andreas Baumgartner

http://www.autarkewelt.de/shop/produkte/saatgut.html # Natursaat
http://www.foodnotbombs.net/seeds.html # Defend our right to food!

Michael Mendelsohn

unread,
May 9, 2013, 6:17:37 PM5/9/13
to
Am 09.05.2013 01:49, schrieb mock:
> On 9 Mai, 01:05, Michael Mendelsohn <fernu...@news.mendelsohn.de>
> wrote:

>> Es handelt sich hier um eine Beipielfrage aus einem IQ-Test f r Kinder
>> aus den 70er Jahren. Es geht darum, ob die dargestellten Szenen
>> (insgesamt sind es 4 Zeichnungen) altersgenm erfasst werden k nnen.
>
> Was ist "altersgem�ss"?

Diese Szenenbilder werden in verschiedenen Teilen des Tests verwendet,
die jeweils bei unterschiedlichen Altersstufen zur Anwendung kommen
sollen. Die Erwartungen an j�ngere Kinder sind dabei nicht so hoch
gesteckt wie die an �ltere Kinder.
Beispiele: Ein dreij�hriges Kind soll z.B. auf die Frage "Was siehst du
auf dem Bild? Was machen die Leute da?" sechs richtige Antworten geben,
am besten in Zweiworts�tzen, Einzelheiten wahrnehmen und sich �berhaupt
auf die Bilder konzentrieren k�nnen. Ein elfj�hriges Kind hingegen soll
die Frage "was ist hier passiert" unter Ber�cksichtigung der "kausalen
und finale Zusammenh�nge" m�glichst kurz und klar beantworten k�nnen und
evtl. auch moralische Urteilsf�higkeit beweisen.

Gernot Zander

unread,
May 10, 2013, 7:02:15 AM5/10/13
to
Hi,

in de.org.mensa mock <th.m...@gmx.net> wrote:
> Was ist "altersgemäss"?

> Wenn nicht explizit logische Zusammenhänge gefordert wären, ist die
> Interpretation doch völlig frei. Natürlich sind Reaktionen u. U.

Zu erkennen, was vermutlich gefragt/gefordert/erwartet wird, ist auch
eine Intelligenzleistung und zählt so automatisch mit.
Mag ein Savant hinschreiben "ich habe 2344 Stichelchen gezählt, die
die Grashalme auf der Wiese darstellen sollen". Das ist zwar eine tolle
Zähl-Leistung, aber eben nicht intelligent.

mfg.
Gernot

--
<hi...@gmx.de> (Gernot Zander) *Keine Mailkopien bitte!*
Abflugszeit ist wurscht, irgendwo auf der Welt isses immer 5pm.
(Mike Horn)

mock

unread,
May 10, 2013, 9:13:01 AM5/10/13
to
On 10 Mai, 13:02, h...@gmx.de (Gernot Zander) wrote:

> Zu erkennen, was vermutlich gefragt/gefordert/erwartet wird, ist auch
> eine Intelligenzleistung und zählt so automatisch mit.
> Mag ein Savant hinschreiben "ich habe 2344 Stichelchen gezählt, die
> die Grashalme auf der Wiese darstellen sollen". Das ist zwar eine tolle
> Zähl-Leistung, aber eben nicht intelligent.

Das finde ich nicht plausibel. Zu erkennen, was ein anderer hören
will, ist eine soziale, bestenfalls eine Kulturleistung.

Wenn einerseits der Intelligenztest möglichst kulturunabhängig und
andererseits gerade kein Test auf die sogenannte emotionale
Intelligenz sein soll, ist so eine implizite Voraussetzung paradox.

Wenn "Inselbegabungen" von Aspergerautisten keine Intelligenzleistung
sind - das Abzählen war ein schlechtes Beispiel -, dann wird der IQ
immer willkürlicher.

Zumindest empfinde ich es so, dass Intelligenz unabhängig von sozialem
Verhalten ist. Das Argument wird auch gern für den IQ von Göring
genannt.

Peter Einstein

unread,
Jun 1, 2013, 6:04:37 PM6/1/13
to
Am 06.05.2013 23:59, schrieb mock:
<Quark>

Intelligenz ergibt sich durch Zufall und ist nicht aus dem Erbgut
ableitbar. In den meisten Fällen ensteht hohe Intelligenz durch Fehler
im Gehirn, die im Allgemeinen selten auftreten (z.B. bei Savants).
--
Gruß,
Peter

mock

unread,
Jun 5, 2013, 11:06:54 AM6/5/13
to
On 2 Jun., 00:04, Peter Einstein <Einste...@quantentunnel.de> wrote:
> Am 06.05.2013 23:59, schrieb mock:
> <Quark>
>
> Intelligenz ergibt sich durch Zufall und ist nicht aus dem Erbgut
> ableitbar. In den meisten F llen ensteht hohe Intelligenz durch Fehler
> im Gehirn, die im Allgemeinen selten auftreten (z.B. bei Savants).
> --
> Gru ,
> Peter

Das halte ich für gewagt. "Fehler im Gehirn" impliziert, dass es eine
richtige Funktion, Anatomie oder Stoffwechsel des Gehirns gäbe. Da
halte ich es mit Darwin, dass Fehler dadurch gekennzeichnet sind, dass
sie evolutionär verschwinden, und nicht durch Normen bestimmt werden.

Überhaupt halte ich das korrekte Auslesen und die Replizierung aller
Gene, bzw. jeweils der Hälfte, für die Ausnahme und das Vorkommen von
Mutationen die Regel. In welchem Mass das passiert (1ppb oder 1%),
wissen sicher die Genetiker.
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