<
fc3...@uni-hamburg.de> wrote:
> OK, das ist jetzt irmpwie keineswegs auf Finnen beschränkt,
> sondern gilt eimptlich für jegliches Heavymetalgeröchel.
>
> Wie schafft es ein Muttersprachler, derartige
> "Störgeräusche" auszublenden?
Das ist ein mehrstufiger Prozess, wo der Muttersprachler bei jedem
Schritt etwas besser ist. Letztlich kocht er aber auch nur mit
Wasser und scheitert manchmal.
Grundsätzlich verstehen wir die einzelnen Laute nur ziemlich schlecht
und bruchstückhaft. (Irgendwo ist mir vor einer Weile eine Studie
über den Weg gelaufen, wonach Muttersprachler das schon etwas besser
können.) Wir nehmen aber an, dass der Sprecher grundsätzlich etwas
Sinnvolles und Grammatisches gesagt hat. Das unvollständig Wahrgenommene
wird mit dem bekannten Wortschatz und den üblichen Formulierungen
verglichen und dann der wahrscheinlichste Treffer ausgewählt. Der
Muttersprachler hat eben ein größeres Vokabular, eine bessere
Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten, ein vollständiges Verständnis
der Grammatik und insbesondere ein besseres Bild der Idiomatik, was
wie in welchem Kontext gesagt wird. Dein obiges "irmpwie" und
"eimptlich" wird sicher so manchen DaF-Lerner aus der Bahn werfen,
aber ab einem gewissen Grad der Sprachbeherrschung weiß man, dass
an dieser Stelle "irgendwie" und "eigentlich" stehen.
Es gibt Fälle, wo dieser Rückgriff auf das, was der Sprecher
vermutlich gesagt hat, nicht möglich ist und dann bricht auch das
Verständnis von Muttersprachlern drastisch ein. Das klassische
Beispiel ist die Übermittlung von Namen am Telefon.
Das Verhören bei Liedtexten ist auch bei Muttersprachlern häufig
und unter dem Fachbegriff "Mondegreen" bekannt. Es gibt ganze
Sammlungen dazu:
http://www.kissthisguy.com/ (Englisch)
http://www.man-bol.com/ (Hindi)
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Christian "naddy" Weisgerber
na...@mips.inka.de