Am 05.04.2013 18:08, schrieb Frank Steinmetzger:
> Liebe Mit-Krümelzähler,
>
> immer wieder stoße ich auf Sätze mit einem Komma, von dem ich glaube, daß es
> fehl am Platze ist. Jetzt eben wieder stieß ich in einem Sachbuch auf einen
> solchen Fall, was ich nach Monaten des Selbstdreifels als Anlaß genommen
> habe, mir endlich Klarheit verschaffen zu wollen.
>
> Besagter Satz ist ein Zitat von Federico Fellini und lautet:
> „Intelligente Fehler zu machen, ist eine große Kunst.“
>
Deutsch hat V2 Verbstellung. Das bedeutet, dass in einem Aussagesatz
das Verb immer im zweiten Slot steht. Die Abtrennung des ersten Slots
mit Komma ist deshalb sinnvoll.
> Ich erinnere mach vage daran, in der Schule den Aufbau von Sätzen mit
> Gegenfragen verifiziert zu haben. In diesem Falle lautet die Gegenfrage also:
>
> Was ist eine große Kunst? → „Intelligente Fehler (zu) machen“
> bzw. – wenn man so will – „Das Machen intelligenter Fehler“.
>
Diese Überlegungen bringen dich nicht weiter.
> Daher sehe ich das Zitat als einen atomaren S-P-O-Satz an, nur daß für das
> Subjekt kein einzelnes Substanziv steht, sondern eben ein Term. Wie man
> sieht, bin ich nicht so sattelfest, was die Bezeichnung der einzelnen
> grammatikalischen Gebilde im Deutschen angeht. Aber als Informatiker glaube
> ich, hinreichend mit der logischen Struktur einer Grammatik umgehen zu
> können, um mir herzuleiten, daß das Komma falsch sein müßte.
>
SPO gilt nur im unmarkierten Hauptsatz. Der liegt hier nicht vor.
> Anders wäre der Fall mit einem nach MUSE „echten“ Nebensatz: „Es ist eine
> große Kunst, intelligente Fehler zu machen.“, denn hier gibt es ein Subjekt
> („Es“), welches durch einen Nebensatz genauer spezifiert wird.
Ein echter Nebensatz hat eine einleitende Konjunktion und
Endstellung des Finitum des Verbs. Durch letzteres können sie sicher
erkannt werden.
Da das Verb infinitiv ist, hast du keinen echten Nebensatz.
Gruss
Markus