On Wed, 17 Apr 2013, Oliver Cromm wrote:
> Wenn ich den Vornamen als Lemma in der hebräischen Wikipedia
> eingebe, verlinkt der Artikel auf deutsch "Tobel", englisch
> "ravine".
Also eine Art Schlucht. "gaj" Gimel-Jod oder Gimel-Jod-Alef ist ein Wort
dafür; steht im Wörterbuch. Das Wort hat mit dem Namen ziemlich sicher nichts
zu tun, sondern klingt nur so gleich, dass sich die Schreibweise anbietet.
"Guy Fawkes" schreibt sich allerdings mit Alef zuerst. Alle drei Schreibungen
(Alef vorn hinten oder ohne) könnten die Aussprache wie englisch oder
französisch "Guy" zulassen, da das Jod neben seiner konsonantischen Funktion
auch Mater lectionis für e (Zere) oder a (Qamaz) sein kann (und das Alef neben
seiner konsonantischen Funktion als Glottisschlag auch Mater lectionis für
alle Vokale).
> Ich vermute mal, daß "Guy" ein bloß lautlich ähnlicher englischer Name ist.
Ich vermute, dass der Mensch den englischen Namen "Guy" führt und ihn in
hebräischer Schrift eben so schreibt, dass das aber kein als solcher
erkennbarer hebräischer Name ist. So wie wenn sich ein Deutscher "Iwan" oder
"Vasilis" nennt: irgendwie muss er seinen Namen im Deutschen in lateinischer
Schrift ja schreiben.
Außerdem kann natürlich sein, dass die hebräische Schreibweise nicht auf ihn
selbst zurückgeht, sondern auf jemanden, der über ihn auf Hebräisch
geschrieben hat, zum Beispiel den Wikipedianer oder einen Biografen oder
Journalisten.
> Es ist natürlich auch möglich, daß die doppelte Herkunft bei der
> Namensgebung bereits berücksichtigt wurde. Ich kenne ein Kind, dessen Name
> so gewählt wurde, daß er auf Hebräisch und auf Chinesisch Sinn ergibt, aber
> jeweils einen ganz anderen.
Ich denke, so viel Nachdenken steckt hier nicht drin.
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Helmut Richter