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Re: Geschichte der deutschen Sprachkultur: "Mit freundlichen Gruessen"?

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Roland Franzius

unread,
May 21, 2012, 11:57:39 PM5/21/12
to
Am 21.05.2012 22:31, schrieb Stefan Ram:
> Vor 300 Jahren gab es »Mit freundlichen Grüßen«
> wahrscheinlich noch nicht. Vor 30 Jahre gab es dies.
>
> Irgendwann dazwischen muß als also irgendwann einmal zum
> ersten Mal verwendet worden sein. Wer hat es erfunden?
> Wie weit kann man die Verwendung dieser Folge dreier Worte
> zurückverfolgen? Was ist die älteste bekannte Quelle?
>
> (Ja, ich weiß: »Wörter«.)
>
> Gab es »Hochachtungsvoll!« zeitlich davor oder war das
> eher eine parallele Entwicklung?
>
> Wie weit kann man die Tradition von Schlußformeln in
> Briefen (einschließlich der Possessivattribution »Dein«)
> überhaupt zurückverfolgen? Sowie die Tradition den Brief
> mit dem Namen des Verfassers am Ende zu unterzeichnen
> und den Angeschrieben am Anfang anzusprechen?
>
> ~~
>
> Anhang
>
> Ein Idee, die mir gerade kommt: Ich schaue mal in die
> Briefe aus der Bibel!
>
> Auf jeden Fall erwähnt schon das AT »Briefe« (jedenfalls
> in der von mir gerade verwendeten Übersetzung).
>
> Man findet u.A.:
>
> Und dies ist die Abschrift des Briefes, den sie an ihn
> sandten: An König Artahsasta, deine Knechte, die Männer
> jenseits des Euphrat. Und nun sei dem König kundgetan,
> daß ....
>
> Da sandte der König folgende Antwort: An Rehum, den
> Kanzler, und Schimschai, den Schreiber, und ihre andern
> Genossen, die in Samaria wohnen und in den andern Orten
> jenseits des Euphrat: Friede zuvor! Und nun, der
> Brief, den ihr uns zugeschickt habt, ist mir Wort für
> Wort vorgelesen worden. Und auf meinen Befehl hat
> man nachgeforscht, und man fand bestätigt, daß ...
>
> Diese Briefe enden dann anscheinend einfach mit dem letzten
> Satz des Inhalts, ohne »MfG«. Das hat es also damals
> vielleicht nocht nicht gegeben.
>
> »Jeremias Brief an die Weggeführten in Babel« beginnt dann so:
>
> So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu den
> Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe
> wegführen lassen: 29,5 Baut Häuser und wohnt darin ...
>
> An anderer Stelle:
>
> Und er schrieb einen Brief, der lautete: Klaudius
> Lysias dem edlen Statthalter Felix: Gruß zuvor!
> Diesen Mann hatten ...
>
> Also hier findet man immerhin einen Eingangsgruß,
> vielleicht einfach eine Imitation der Begrüßung bei
> einer persönlichen Begegnung?
>
> Man findet:
>
> Der Brief des Paulus an die Römer:
>
> Paulus der Apostel der Heiden
>
> Paulus, ein Knecht Christi Jesu ...
>
> An alle Geliebten Gottes und berufenen Heiligen in Rom:
> Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater ...
>
> Also: 1. Spezifikation des Absenders, 2. Angabe des
> Empfängers, 3. Anfangsgruß, insbesondere Ausdruck
> friedlicher Gesinnung.
>
> Am Ende von »der Brief des Paulus an die Epheser« findet man
> dann »Grüße und Segenswünsche«, er endet mit:
>
> »Friede sei mit den Brüdern und Liebe mit Glauben von
> Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus! Die
> Gnade sei mit allen, die lieb haben unsern Herrn Jesus
> Christus, in Unvergänglichkeit.«
>
> Also ist das vielleicht die Vorform von »Mit freundlichen
> Grüßen«, was man nach dieser Vorgeschichte vielleicht
> zurückführen kann / verstehen kann als »Mit friedlichen
> Grüßen!« (»freundlich« als milder Euphemismus für
> »friedlich«, oder vielleicht »Mit freundlichen Grüßen« als
> milder Euphemismus für »Nichts für ungut!«?)
>

Das verpflichtende "mit freundlichen Grüßen" und das verschwundene "Sehr
geehrtes Fräulein" gehen auf die Demokratisierung und die Durchsetzung
der Verfassungsgrundsätze auch in der, an der barocken Aristokratie
orientierten, deutschen Beamtenschaft zurück.

Mit Ausnahme der Gräfin und der ebenfalls zu den Modernisierern
gehörigen Weizsäckern spielte nach 1945 der Adel keine Rolle mehr und
das amerikanische Demokratiemodell löste schon Ende der 1950er Jahre in
den Köpfen die verzopften französischen und englischen Vorbilder ab, die
im 2. Weltkrieg so grandios versagt hatten. Damit wurde auch der
Kanzleistil, der 200 Jahre Schule, Verwaltung und privates Brieftum
prägte, zunehmend als lächerlich, hohl und unaufrichtig empfunden.
Es krümmt sich immer noch der Tastaturbetätiger, wenn man als
Deutschsprachiger eine englische e-mail mit "sincerely yours" oder
"regards" abschließen muss.

Die Modernisierung begann mit Bürgerpäsident Gustav Heinemann und wurde
dann in der sozialliberalen Ära Brandt/Scheel und Schmidt/Genscher par
orde de mufti flächendeckend durchgesetzt. Die sich zu den letzten
Preußen stilisierenden Bayern folgten dem Modernisierungsschub dann in
der Ära Strauß.

--

Roland Franzius

Jakob Achterndiek

unread,
May 22, 2012, 6:20:00 AM5/22/12
to
Am 22.05.2012, 05:57 Uhr, schrieb Roland Franzius <roland....@uos.de>:

> Das verpflichtende "mit freundlichen Grüßen" und das
> verschwundene "Sehr geehrtes Fräulein" gehen auf die
> Demokratisierung und die Durchsetzung der Verfassungs-
> grundsätze auch in der, an der barocken Aristokratie
> orientierten, deutschen Beamtenschaft zurück.[..]

Zum Stichwort Barock als Beispiel der Bittbrief, den
ein Landpastor an seinen Landesherrn geschrieben hat.
------------------------------------------------------

| Durchleüchtigster Hertzog!
| Gnädingster Fürst und Herr!

Es folgt ein Bericht über das Elend der Bauern durch
Mißwuchs und Viehseuchen und darüber, daß deshalb die
Bauern ihn und seine Familie nicht alimentieren können.
Die Schluß-Sequenz buchstaben- und zeichengetreu:

| Ich aber werde nicht aufhören Tag und Nacht mit den
| armen Meinigen die Göttl. Majestät anzuflehen, daß
| Selbige ihr allergnädigstes Antlitz auch auff Ihro Hoch=
| fürstl. Drl. beständigst leüchten laßen, dero gantzes
| Hochfürstl. Mecklenbg.=Strelitzsches Hauß zu einem unauf=
| hörl. Seegen aussetzen und in stetem Hochfürstl. Flor
| bis an jenen großen Tag bey allem ersinnlichen
| Hochfürstl. Hochergehen Gnädigl. conserviren, in je=
| ner Freüden=vollen Ewigkeit aber dero Hochfürstl.
| Häüpter mit denen Unvergleichlichen Lobes=Kronen
| begnädigen wolle, daß Sie leüchten wie die Sonne, und
| wie des Himmels Glantz und wie die Sterne immer
| und ewiglich. Ergebe Ihro hiemit der Allmächtig=
| gen Gnaden=Beschirmung Gottes des Allerhöchsten, und
| verharre nechst Untertänigster süßen Hoffnung einer Gnä=
| digsten Erhörung
| Ihro Hochfürstl. Durchl.
| Meines Gnädigsten Fürsten
| und Herrn
| Untertänigst demütigster Knecht
| Johann Andreas Selschop
| Pastor zu Witzin im Sternbergschen
| Ammte des Hertzogthums Hochfürstl.
| Mecklenburg belegen.
| Witzin d. 13 Jun.
| 1720
------------------------------------------------------

Das ist doch mal was anderes als
Alles Gute und viele Grüße
euer Jakob Achterndiek

j/\a
--

Lothar Frings

unread,
May 22, 2012, 6:34:04 AM5/22/12
to
Jakob Achterndiek tat kund:

> Am 22.05.2012, 05:57 Uhr, schrieb Roland Franzius <roland.franz...@uos.de>:
>
> > Das verpflichtende "mit freundlichen Grüßen" und das
> > verschwundene "Sehr geehrtes Fräulein" gehen auf die
> > Demokratisierung und die Durchsetzung der Verfassungs-
> > grundsätze auch in der, an der barocken Aristokratie
> > orientierten, deutschen Beamtenschaft zurück.[..]
>
> Zum Stichwort Barock als Beispiel der Bittbrief, den
> ein Landpastor an seinen Landesherrn geschrieben hat.
> ------------------------------------------------------

[...]

> |   Ihro Hochfürstl. Durchl.
> |   Meines Gnädigsten Fürsten
> |         und Herrn
> |   Untertänigst demütigster Knecht
> |      Johann Andreas Selschop
> |   Pastor zu Witzin im Sternbergschen
> |             Ammte des Hertzogthums Hochfürstl.
> |             Mecklenburg belegen.
> | Witzin d. 13 Jun.
> |    1720
> ------------------------------------------------------
>
> Das ist doch mal was anderes als
>    Alles Gute und viele Grüße
>    euer Jakob Achterndiek


Ein echter Fortschritt: Heutzutage packt man
die gleiche Heuchelei in viel weniger Worte.

Erick T. Barkhuis

unread,
May 22, 2012, 6:42:29 AM5/22/12
to
Lothar Frings:

>Jakob Achterndiek tat kund:

>> Das ist doch mal was anderes als
>>    Alles Gute und viele Grüße
>>    euer Jakob Achterndiek
>
>
>Ein echter Fortschritt: Heutzutage packt man
>die gleiche Heuchelei in viel weniger Worte.

An sich erstaunlich, wo wir doch jetzt copy/paste, templates und
signatures haben.
Früher war wohl alles besser.



--
Erick

Lothar Frings

unread,
May 22, 2012, 7:47:32 AM5/22/12
to
Erick T. Barkhuis tat kund:

> Lothar Frings:
>
> >Jakob Achterndiek tat kund:
> >> Das ist doch mal was anderes als
> >> Alles Gute und viele Grüße
> >> euer Jakob Achterndiek
>
> >Ein echter Fortschritt: Heutzutage packt man
> >die gleiche Heuchelei in viel weniger Worte.
>
> An sich erstaunlich, wo wir doch jetzt copy/paste, templates und
> signatures haben.

Die kürzeren Grußformeln sind um ein Geringes
älter als jene neuesten Geiß^wSegnungen der Menschheit.

Bei dem Weg: Ist "mit freundlichen Grüßen" nicht
auch schon wieder durch "freundliche Grüße"
ersetzt worden?

Erick T. Barkhuis

unread,
May 22, 2012, 7:58:36 AM5/22/12
to
Lothar Frings:

>Bei dem Weg: Ist "mit freundlichen Grüßen" nicht
>auch schon wieder durch "freundliche Grüße"
>ersetzt worden?

Da werden wir doch bestimmt bald noch kürzere Grüße bestaunen dürfen.
--
MfG
ETB

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Erick T. Barkhuis

unread,
May 22, 2012, 8:06:34 AM5/22/12
to
Matthias Opatz:

>Erick T. Barkhuis gab zur Kenntnis:
>> Lothar Frings:
>
>>> Ist "mit freundlichen Grüßen" nicht
>>> auch schon wieder durch "freundliche Grüße"
>>> ersetzt worden?
>>
>> Da werden wir doch bestimmt bald noch kürzere Grüße bestaunen
>>dürfen.
>
>Noch kürzer als MfG?

Bye - hat weniger Pixel.

Wolf Stringhammer

unread,
May 22, 2012, 8:47:11 AM5/22/12
to

"Matthias Opatz" schrieb:

> Noch kürzer als MfG?

In Österreich (auch im geschäftl. Verkehr) in E-Mails üblich:

LG


W.

Jakob Achterndiek

unread,
May 22, 2012, 9:00:59 AM5/22/12
to
Am 22.05.2012, 12:34 Uhr, schrieb Lothar Frings <Lothar...@gmx.de>:

> Jakob Achterndiek tat kund:
>> | Ihro Hochfürstl. Durchl.
>> | Meines Gnädigsten Fürsten
>> | und Herrn
>> | Untertänigst demütigster Knecht
>> | Johann Andreas Selschop
>> | Pastor zu Witzin im Sternbergschen
>> | Ammte des Hertzogthums Hochfürstl.
>> | Mecklenburg belegen.
>> | Witzin d. 13 Jun.
>> | 1720
>> ------------------------------------------------------
>>
>> Das ist doch mal was anderes als
>> Alles Gute und viele Grüße
>> euer Jakob Achterndiek
>
>
> Ein echter Fortschritt: Heutzutage packt man
> die gleiche Heuchelei in viel weniger Worte.

Nein! Keine Heuchelei!!
Sondern:
Dieser barocke Stil entsprach einem barocken Lebensgefühl
und dieses einem barocken Bild von Gott und der Welt. Seit
dem Humanismus nehmen die nachdenklichen unter den Menschen
ihre Welt und den Gott über dieser Welt nicht mehr nur als
unberechenbar bedrohlich wahr, und sie messen sich selbst bei
der Fortentwicklung der Schöpfung eine mitgestaltende Rolle
als Partner Gottes bei. Die natürliche Pracht der Schöpfung
wird durch den Menschen unterstützt, oft hervorgehoben, durch
die ästhetische Pracht künstlicher Schöpfungen. Im Barock
sind das Gärten, Skulpturen, Bauwerke, dazu Musik, Malerei
und Poesie. Die Damen und Herren der hohen Stände putzen sich
mit prächtigen Kostümen, J.S. Bach putzt die schlicht-frommen
Gesänge seiner Gemeinde durch allerlei prächtiges Beiwerk
"soli deo gloria". Und der biedere Pastor zu Witzin, dem es
zur Zeit sehr elend geht in dieser nach Gottes Absicht schönen
Welt, der beleidigt nicht diese Welt, indem er sich mit einem
Pappbecher und wiegendem Oberkörper in den Staub der Straße
hockt, sondern sogar er schmückt den Bittbrief an den Herzog
mit Zeichen seiner auch gottgefälligen rhetorischen Kunst und
Gewandtheit: Deo & Principi & ipso gloria!

j/\a
--

Lothar Frings

unread,
May 22, 2012, 10:15:38 AM5/22/12
to
Jakob Achterndiek tat kund:

> Und der biedere Pastor zu Witzin, dem es
> zur Zeit sehr elend geht in dieser nach Gottes Absicht schönen
> Welt, der beleidigt nicht diese Welt, indem er sich mit einem
> Pappbecher und wiegendem Oberkörper in den Staub der Straße
> hockt, sondern sogar er schmückt den Bittbrief an den Herzog
> mit Zeichen seiner auch gottgefälligen rhetorischen Kunst und
> Gewandtheit: Deo & Principi & ipso gloria!

Ach so, der will Geld. Ich konnte dem Brief nicht
entnehmen, worauf der Verfasser eigentlich aus war.
Hoffen wir, daß der Adressat barock genug dachte,
um das Anliegen aus den ganzen Ausschmückungen
rauszufiltern.

Jakob Achterndiek

unread,
May 22, 2012, 11:35:31 AM5/22/12
to
Am 22.05.2012, 16:15 Uhr, schrieb Lothar Frings <Lothar...@gmx.de>:

> Ach so, der will Geld. Ich konnte dem Brief nicht
> entnehmen, worauf der Verfasser eigentlich aus war.

Nee; *du* konntest ja nicht einmal dies verstehen:
>> Es folgt ein Bericht ᅵber das Elend der Bauern durch
>> Miᅵwuchs und Viehseuchen und darᅵber, daᅵ deshalb die
>> Bauern ihn und seine Familie nicht alimentieren kᅵnnen.

> Hoffen wir, daᅵ der Adressat barock genug dachte,
> um das Anliegen aus den ganzen Ausschmᅵckungen
> rauszufiltern.

Sei getrost: Er konnte. Weil: Da saᅵen nicht nur Fringse!
Der Pastor jedenfalls hat dieses bitterste Notjahr ᅵberlebt,
ist gleichwohl 4 Jahre spᅵter im Alter von 53 Jahren gestorben.
Dessen Sohn Heinrich Achilles wurde spᅵter gewᅵrdigt, als
Pagenhofmeister zu Schwerin den Sohn des Herzogs und ein paar
andere Junker bei Hofe in der hᅵheren Bildung zu unterweisen.

j/\a
--

Andreas Scharrer

unread,
May 22, 2012, 12:01:16 PM5/22/12
to
Am 22.05.2012 14:06, schrieb Erick T. Barkhuis:

> Matthias Opatz:
>
>> Erick T. Barkhuis gab zur Kenntnis:
>>> Da werden wir doch bestimmt bald noch kürzere Grüße bestaunen
>>> dürfen.
>>
>> Noch kürzer als MfG?
>
> Bye - hat weniger Pixel.

Br
Andreas.

Oliver Cromm

unread,
May 22, 2012, 12:37:53 PM5/22/12
to
* Matthias Opatz:

> Erick T. Barkhuis gab zur Kenntnis:
>> Lothar Frings:
>
>>> Ist "mit freundlichen Grüßen" nicht
>>> auch schon wieder durch "freundliche Grüße"
>>> ersetzt worden?
>>
>> Da werden wir doch bestimmt bald noch kürzere Grüße bestaunen dürfen.
>
> Noch kürzer als MfG?

Wäre gut, um konkurrenzfähig zu bleiben, z.B. gegenüber englischem
"CU" oder französischem "a+".

--
Software gets slower, faster than hardware gets faster.
--Wirth's law

Lothar Frings

unread,
May 22, 2012, 1:12:56 PM5/22/12
to
Jakob Achterndiek tat kund:

> Am 22.05.2012, 16:15 Uhr, schrieb Lothar Frings <Lothar.Fri...@gmx.de>:
>
> > Ach so, der will Geld. Ich konnte dem Brief nicht
> > entnehmen, worauf der Verfasser eigentlich aus war.
>
> Nee; *du* konntest ja nicht einmal dies verstehen:
>
> >> Es folgt ein Bericht ber das Elend der Bauern durch
> >> Mißwuchs und Viehseuchen und darüber, daß deshalb die
> >> Bauern ihn und seine Familie nicht alimentieren können.

Ich unterstreiche dir mal das Wesentliche
meines Postings: "Ich konnte _dem_Brief_ nicht
entnehmen, worauf der Verfasser eigentlich aus war."

Jetzt verstanden? Mehr Erklärung ist nicht,
wenn's immer noch nicht reicht - Alfa-Telefon.
Nein, da kriegst du kein schönes Auto.

Lanarcam

unread,
May 22, 2012, 2:59:37 PM5/22/12
to
Le 22/05/2012 18:37, Oliver Cromm a �crit :
> * Matthias Opatz:
>
>> Erick T. Barkhuis gab zur Kenntnis:
>>> Lothar Frings:
>>
>>>> Ist "mit freundlichen Gr��en" nicht
>>>> auch schon wieder durch "freundliche Gr��e"
>>>> ersetzt worden?
>>>
>>> Da werden wir doch bestimmt bald noch k�rzere Gr��e bestaunen d�rfen.
>>
>> Noch k�rzer als MfG?
>
> W�re gut, um konkurrenzf�hig zu bleiben, z.B. gegen�ber englischem
> "CU" oder franz�sischem "a+".
>
"�+" w�re besser!

MFG.

Karsten Düsterloh

unread,
May 22, 2012, 3:34:58 PM5/22/12
to
Oliver Cromm aber hob zu reden an und schrieb:
>>> Da werden wir doch bestimmt bald noch kürzere Grüße bestaunen dürfen.
>>
>> Noch kürzer als MfG?
>
> Wäre gut, um konkurrenzfähig zu bleiben, z.B. gegenüber englischem
> "CU" oder französischem "a+".

„lg“ existiert.


Karsten
--
Freiheit stirbt | Fsayannes SF&F-Bibliothek:
Mit Sicherheit | http://fsayanne.tprac.de/

Oliver Cromm

unread,
May 22, 2012, 6:26:06 PM5/22/12
to
* Roland Franzius:

> Es kr锟絤mt sich immer noch der Tastaturbet锟絫iger, wenn man als
> Deutschsprachiger eine englische e-mail mit "sincerely yours" oder
> "regards" abschlie锟絜n muss.

Wieso, wie 锟絙ersetzt Du denn das? Ich gar nicht, ich habe sie von
Anfang als Floskeln und intransparente 锟絙ersetzung von "Mit
freundlichen Gr锟斤拷en" oder "Hochachtungsvoll" angesehen.

Und selbst wenn, h锟絫te ich vermutlich nur bei "Yours _faithfully_"
Bedenken.

> Die Modernisierung begann mit B锟絩gerp锟絪ident Gustav Heinemann und wurde
> dann in der sozialliberalen 锟絩a Brandt/Scheel und Schmidt/Genscher par
> orde de mufti fl锟絚hendeckend durchgesetzt.

Das klingt jetzt so, als w锟絩dest Du es bedauern.

Durchgesetzt werden mu锟絫e es zu der Zeit wohl nur mehr bei einer
Minderheit von ewig-gestrigen. Naja, ich bin zu jung, um das
wirklich zu beurteilen, Brandt ist immerhin der erste Kanzler, an
den ich mich vage erinnere, wer war noch mal davor?

--
Humans write software and while a piece of software might be
bug free humans are not. - Robert Klemme

Diedrich Dirks

unread,
May 22, 2012, 6:52:01 PM5/22/12
to
Oliver Cromm:

> Naja, ich bin zu jung, um das
> wirklich zu beurteilen, Brandt ist immerhin der erste Kanzler, an
> den ich mich vage erinnere, wer war noch mal davor?

Konrad Adenauer 15.09.1949 - 16.10.1963
Ludwig Erhard 16.10.1963 - 01.12.1966
Kurt Georg Kiesinger 01.12.1966 - 21.10.1969

--
Diedrich

Florian Ritter

unread,
May 22, 2012, 7:36:25 PM5/22/12
to
On 22 Mai, 17:35, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.de> wrote:

> >> Es folgt ein Bericht ber das Elend der Bauern durch
> >> Mi wuchs und Viehseuchen und dar ber, da deshalb die
> >> Bauern ihn und seine Familie nicht alimentieren k nnen.
> > Hoffen wir, da der Adressat barock genug dachte,
> > um das Anliegen aus den ganzen Ausschm ckungen
> > rauszufiltern.
>
> Sei getrost: Er konnte. Weil: Da sa en nicht nur Fringse!
> Der Pastor jedenfalls hat dieses bitterste Notjahr berlebt,
> ist gleichwohl 4 Jahre sp ter im Alter von 53 Jahren gestorben.
> Dessen Sohn Heinrich Achilles wurde sp ter gew rdigt, als
> Pagenhofmeister zu Schwerin den Sohn des Herzogs und ein paar
> andere Junker bei Hofe in der h heren Bildung zu unterweisen.

Ich habe dem dztg. Inhaber des höchsten Amtes im Lande zu seiner
Ernennung ein Schreiben im attischen Styl gesandt, in dem ich in der
mir eignenden Verbindlichkeit auch einige Dönekens zur Mecklbg.
Landeskirche (die ja, wie auch die Pommersche, zum Ende dieser Woche
erlischt) einflocht.

Darauf erreichte mich eine Postkarte mit dem eingedruckten Texte:
"Von allen zu Unserer Inauguration Uns erreicht habenden Sendschreiben
war Uns Ihres das angenehmste."

Nun, Scherz beiseite, das war nicht der Fall, es kam auch kein
unverbindliches Schreiben eines Referenten. Vielmehr antwortete der
Präsident höchstpersönlich: "... für Ihre Glück- und Segenswünsche zu
meinem Amtsantritt danke Ihnen sehr."
Und fuhr auf gut Mecklenburgisch fort: "Was haben Sie mir für eine
Freude bereitet mit Ihrem Brief..."

Da ist mir für seinen Erfolg im Amte nicht bange - FR

Florian Ritter

unread,
May 22, 2012, 7:42:25 PM5/22/12
to
Hieß der Letztgenannte nicht Kissinger und machte Karriere in Übersee?

Andre Sache: Wie war das eigentlich nach der Wiederbewaffnung, wurden
ehem. Wehrmachtsoffz., die in russ. Gefangenschaft nachweislich im
Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) waren, von der Bw
wiederverwendet? FR

Diedrich Dirks

unread,
May 22, 2012, 8:06:07 PM5/22/12
to
Florian Ritter:

>> Konrad Adenauer        15.09.1949 - 16.10.1963
>> Ludwig Erhard          16.10.1963 - 01.12.1966
>> Kurt Georg Kiesinger   01.12.1966 - 21.10.1969
>
> Hieß der Letztgenannte nicht Kissinger und machte Karriere in Übersee?

Ärächem ...

> Andre Sache: Wie war das eigentlich nach der Wiederbewaffnung, wurden
> ehem. Wehrmachtsoffz., die in russ. Gefangenschaft nachweislich im
> Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) waren, von der Bw
> wiederverwendet? FR

Dazu kann ich wirklich nichts sagen/schreiben.

Aber ich will mal versuchen, irgendwo und irgendwie Informationen zu dem
Thema zu sammeln.
Das gibt mal wieder eine Rundfrage in der IV/58.

--
Diedrich
Message has been deleted

Oliver Cromm

unread,
May 23, 2012, 12:15:59 AM5/23/12
to
* Diedrich Dirks:
Danke, aber Du darfst getrost voraussetzen, daß ich ein Lexikon zu
gebrauchen vermag, ob nun mit W anfangend oder nicht. Der Punkt
ist, daß ich an alle obigen keinerlei persönliche Erinnerung habe,
auch nicht in anderer Eigenschaft denn als Kanzler. Gerade
Kiesinger würde ich nicht mal auf einem Foto erkennen.

--
OliverC

Roland Franzius

unread,
May 23, 2012, 2:17:47 AM5/23/12
to
Am 23.05.2012 00:26, schrieb Oliver Cromm:
> * Roland Franzius:
>
>> Es krümmt sich immer noch der Tastaturbetätiger, wenn man als
>> Deutschsprachiger eine englische e-mail mit "sincerely yours" oder
>> "regards" abschließen muss.
>
> Wieso, wie übersetzt Du denn das? Ich gar nicht, ich habe sie von
> Anfang als Floskeln und intransparente Übersetzung von "Mit
> freundlichen Grüßen" oder "Hochachtungsvoll" angesehen.
>
> Und selbst wenn, hätte ich vermutlich nur bei "Yours _faithfully_"
> Bedenken.
>
>> Die Modernisierung begann mit Bürgerpäsident Gustav Heinemann und wurde
>> dann in der sozialliberalen Ära Brandt/Scheel und Schmidt/Genscher par
>> orde de mufti flächendeckend durchgesetzt.
>
> Das klingt jetzt so, als würdest Du es bedauern.

Nein, das klingt so, als würde ich die deutsche Beamtenschaft der 1950er
Jahre kennengelernt haben.

>
> Durchgesetzt werden mußte es zu der Zeit wohl nur mehr bei einer
> Minderheit von ewig-gestrigen.

Das betraf 1969 bei der Wahl Willy Brandts ca 99.9% der Beamtenschaft.

Die kurze Zeit der Verdrängung der kürzlich Gestrigen endete relativ
rasch mit deren Wiedereinstellung zwischen 1948 und 1953, noch dazu der
aller aus dem Osten geflohenen und vertriebenen Vorvorgestrigen Beamten
bis zum Mauerbau 1963.

Es gab damals zwei bürgerlich-demokratisch strukturierte Bundesländer,
die dieser Tradition anhängenden Stadtstaaten Hamburg und Bremen, die
Beamtenschaft in Justiz, Verwaltung und Bildung hatte sich relativ
mühelos wieder in der administrativen Weltsicht der Bismarckzeit
eingerichtet.

Man frönte damals hingebungsvoll auch im Umgangsstil den hergebrachten
Grundsätzen des deutschen Berufsbeamtentums, deren Bewahrung der zu 90%
nationalsozialistische Deutsche Beamtenschaft, völkisch gereinigt nach
den Nürnberger Gesetzen und demokratsich geläutert durch eine Flut von
Persilscheinen, mit hohem Einsatz als Mittel des Selbstschutzes in das
GG einbrachte.


> Naja, ich bin zu jung, um das
> wirklich zu beurteilen, Brandt ist immerhin der erste Kanzler, an
> den ich mich vage erinnere, wer war noch mal davor?
>

Kurt Georg Kiesinger

http://www.hdg.de/lemo/html/biografien/KiesingerKurtGeorg/index.html

Ludwig Erhardt

http://www.hdg.de/lemo/html/biografien/ErhardLudwig/index.html

Konrad Adenauer

http://www.hdg.de/lemo/html/biografien/AdenauerKonrad/index.html

--

Roland Franzius

Lothar Frings

unread,
May 23, 2012, 2:29:55 AM5/23/12
to
Florian Ritter tat kund:

> Ich habe dem dztg. Inhaber des höchsten Amtes im Lande zu seiner
> Ernennung ein Schreiben im attischen Styl gesandt, in dem ich in der
> mir eignenden Verbindlichkeit auch einige Dönekens zur Mecklbg.
> Landeskirche (die ja, wie auch die Pommersche, zum Ende dieser Woche
> erlischt) einflocht.
>
> Darauf erreichte mich eine Postkarte mit dem eingedruckten Texte:
> "Von allen zu Unserer Inauguration Uns erreicht habenden Sendschreiben
> war Uns Ihres das angenehmste."
>
> Nun, Scherz beiseite, das war nicht der Fall, es kam auch kein
> unverbindliches Schreiben eines Referenten. Vielmehr antwortete der
> Präsident höchstpersönlich: "... für Ihre Glück- und Segenswünsche zu
> meinem Amtsantritt danke Ihnen sehr."

Ist das Ossisch, Meckpommisch? Oder kann er
einfach noch kein Deutsch?

Lothar Frings

unread,
May 23, 2012, 2:37:47 AM5/23/12
to
Roland Franzius tat kund:

> Es krümmt sich immer noch der Tastaturbetätiger, wenn man als
> Deutschsprachiger eine englische e-mail mit "sincerely yours" oder
> "regards" abschließen muss.

Warum? Es bedeutet genausoviel wie "paparatam"
oder "%/!/%!(". Ein Trenner zwischen Nachricht
und Unterschrift.

Lothar Frings

unread,
May 23, 2012, 2:42:45 AM5/23/12
to
Diedrich Dirks tat kund:
Da wir alle Google und Wikipedia haben, bedeutet
"wer war noch mal davor" soviel wie "interessiert
mich nicht". Warum jemand dieses sein Desinteresse
an irgendwelchen Politikern mitzuteilen wünscht,
beantworten aber beide Recherche-Werkzeuge nicht.

Jakob Achterndiek

unread,
May 23, 2012, 8:21:26 AM5/23/12
to
Am 23.05.2012, 01:36 Uhr, schrieb Florian Ritter
<hansr...@googlemail.com>:

> Und fuhr auf gut Mecklenburgisch fort: "Was haben Sie
> mir für eine Freude bereitet mit Ihrem Brief..."
> Da ist mir für seinen Erfolg im Amte nicht bange - FR

Na isses nu nich schön!

j/\a
--

JaWo

unread,
May 23, 2012, 9:42:59 AM5/23/12
to
Am 23.05.2012 08:17, schrieb Roland Franzius:
> Am 23.05.2012 00:26, schrieb Oliver Cromm:
>> * Roland Franzius:
>> [...]

> Die kurze Zeit der Verdrängung der kürzlich Gestrigen endete relativ
> rasch mit deren Wiedereinstellung zwischen 1948 und 1953, noch dazu der
> aller aus dem Osten geflohenen und vertriebenen Vorvorgestrigen Beamten
> bis zum Mauerbau 1963.

Meinten Sie Mauerbau 1961 ?





















--- Posted via news://freenews.netfront.net/ - Complaints to ne...@netfront.net ---

Gerald Fix

unread,
May 23, 2012, 10:25:53 AM5/23/12
to
On Tue, 22 May 2012 16:42:25 -0700 (PDT), Florian Ritter
<hansr...@googlemail.com> wrote:

>> Konrad Adenauer        15.09.1949 - 16.10.1963
>> Ludwig Erhard          16.10.1963 - 01.12.1966
>> Kurt Georg Kiesinger   01.12.1966 - 21.10.1969
>
>Hieß der Letztgenannte nicht Kissinger und machte Karriere in Übersee?

Stammt aus dem Ridder's Digest, gell?

--
Viele Grüße
Gerald Fix

Roland Franzius

unread,
May 23, 2012, 10:28:08 AM5/23/12
to
Am 23.05.2012 15:42, schrieb JaWo:
> Am 23.05.2012 08:17, schrieb Roland Franzius:
>> Am 23.05.2012 00:26, schrieb Oliver Cromm:
>>> * Roland Franzius:
>>> [...]
>
>> Die kurze Zeit der Verdrängung der kürzlich Gestrigen endete relativ
>> rasch mit deren Wiedereinstellung zwischen 1948 und 1953, noch dazu der
>> aller aus dem Osten geflohenen und vertriebenen Vorvorgestrigen Beamten
>> bis zum Mauerbau 1963.
>
> Meinten Sie Mauerbau 1961 ?

Im Prinzip ja, aber zB die Verbeamtung eines August 1961 Geflohenen habe
ich noch 1963 erlebt.

Das zog sich sich mit der Überprüfung der freiheitlich demokratischen
Standgrundlage und der Bereitstellung von Dienstposten immer etwas
länglich hin.

Der Bedarf an Lehrpersonal kannte wegen des Ausfalls einer ganzen
Generation ab etwa 1960 keine Grenzen mehr, so dass Mitte der 1960er
Jahre, nach Mauerschließung, die Bildungskatastrophe einsetzte, die bis
heute, trotz Maueröffnung, Reformstopp, Bologna und Studiengebühren
unvermindert fortschreitet

http://de.wikipedia.org/wiki/Bildungskatastrophe

--

Roland Franzius

JaWo

unread,
May 23, 2012, 10:57:54 AM5/23/12
to
Am 23.05.2012 16:28, schrieb Roland Franzius:
> ...
>>> Die kurze Zeit der Verdrängung der kürzlich Gestrigen endete relativ
>>> rasch mit deren Wiedereinstellung zwischen 1948 und 1953, noch dazu der
>>> aller aus dem Osten geflohenen und vertriebenen Vorvorgestrigen Beamten
>>> bis zum Mauerbau 1963.
>>
>> Meinten Sie Mauerbau 1961 ?
>
> Im Prinzip ja, aber zB die Verbeamtung eines August 1961 Geflohenen habe
> ich noch 1963 erlebt.
>
> Das zog sich sich mit der Überprüfung der freiheitlich demokratischen
> Standgrundlage und der Bereitstellung von Dienstposten immer etwas
> länglich hin.
>


Das war doch die FDGO? Auf die alle Beamtenanwärter schwören mussten.
Sonst: Kommunismusverdacht!!!


> Der Bedarf an Lehrpersonal kannte wegen des Ausfalls einer ganzen
> Generation ab etwa 1960 keine Grenzen mehr, so dass Mitte der 1960er
> Jahre, nach Mauerschließung, die Bildungskatastrophe einsetzte, die bis
> heute, trotz Maueröffnung, Reformstopp, Bologna und Studiengebühren
> unvermindert fortschreitet


„gesamtdeutsch“ – in Ost und West.

Lothar Frings

unread,
May 23, 2012, 11:21:06 AM5/23/12
to
Roland Franzius tat kund:

> Im Prinzip ja, aber zB die Verbeamtung eines August 1961 Geflohenen habe
> ich noch 1963 erlebt.
>
> Das zog sich sich mit der Überprüfung der freiheitlich demokratischen
> Standgrundlage und der Bereitstellung von Dienstposten immer etwas
> länglich hin.

Wahrscheinlich mußten sie hoch und heilig
versichern, daß sie nicht von der Stasi
geschickt waren.

Diedrich Dirks

unread,
May 23, 2012, 11:41:03 AM5/23/12
to
Oliver Cromm:

> Danke, aber Du darfst getrost voraussetzen, daß ich ein Lexikon zu
> gebrauchen vermag, ob nun mit W anfangend oder nicht.

Also das traue ich Dir wirklich zu. Ich hatte lediglich versucht, zu
später Stunde Deine Frage

> wer war noch mal davor?

schnellstmöglich zu beantworten.

--
Diedrich

Lothar Frings

unread,
May 23, 2012, 11:09:00 AM5/23/12
to
Roland Franzius tat kund:

> Der Bedarf an Lehrpersonal kannte wegen des Ausfalls einer ganzen
> Generation ab etwa 1960 keine Grenzen mehr, so dass Mitte der 1960er
> Jahre, nach Mauerschließung, die Bildungskatastrophe einsetzte, die bis
> heute, trotz Maueröffnung, Reformstopp, Bologna und Studiengebühren
.........^^^^^

> unvermindert fortschreitet

Da stimmt ja nur noch die Buchstabenzahl. Ansonsten
ist das die merkwürdigste Schreibung des Wortes
"wegen", die ich je gsehen habe.

Diedrich Dirks

unread,
May 23, 2012, 12:04:13 PM5/23/12
to
Diedrich »Ingrid« Dirks:

>> Andre Sache: Wie war das eigentlich nach der Wiederbewaffnung, wurden
>> ehem. Wehrmachtsoffz., die in russ. Gefangenschaft nachweislich im
>> Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) waren, von der Bw
>> wiederverwendet? FR
>
> Dazu kann ich wirklich nichts sagen/schreiben.
>
> Aber ich will mal versuchen, irgendwo und irgendwie Informationen zu dem
> Thema zu sammeln.
> Das gibt mal wieder eine Rundfrage in der IV/58.

So, nun habe ich unseren Personalfachmann telefonisch erwischt.

Und der sagt eindeutig: *Nein*

Die ehemaligen Offiziere, die es in die Bundeswehr drängte, wurden vom
Personalgutachterausschuß überprüft. Und anders, als in der
Unaussprechlichen unter Zitieren des Gesetzestextes beschrieben, so mein
Gewährsmann, nicht nur vom Obristen aufwärts, sondern praktisch alle
Offiziere. Und bei der damaligen Kommunistenfurcht ist es wohl
auszuschließen, daß irgendein ehemaliger NKFD-Angehöriger in die Bw
gerutscht ist.
Ich entsinne mich noch an ein Seminar, in dem wir 1959 an der
Marineschule Mürwik u.a. von Wolfgang Leonhard auf die
antikommnunistische Linie eingeschworen wurden.

--
Diedrich

Diedrich Dirks

unread,
May 23, 2012, 12:06:57 PM5/23/12
to
Florian Ritter:

> Andre Sache: Wie war das eigentlich nach der Wiederbewaffnung, wurden
> ehem. Wehrmachtsoffz., die in russ. Gefangenschaft nachweislich im
> Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) waren, von der Bw
> wiederverwendet? FR

S. meinen Kommentar auf meinen eigenen Artikel, MID
<230512.18041...@news.ddwhv.de>

--
Diedrich

Oliver Cromm

unread,
May 23, 2012, 1:01:10 PM5/23/12
to
* Gerald Fix:
Good riddance to Kissinger, möchtest Du sagen?

--
Good riddance to X - gut, daß wir X los sind

Florian Ritter

unread,
May 23, 2012, 2:52:55 PM5/23/12
to
On 23 Mai, 16:25, Gerald Fix <g...@kabelbw.de> wrote:

> >> Konrad Adenauer        15.09.1949 - 16.10.1963
> >> Ludwig Erhard          16.10.1963 - 01.12.1966
> >> Kurt Georg Kiesinger   01.12.1966 - 21.10.1969
>
> >Hieß der Letztgenannte nicht Kissinger und machte Karriere in Übersee?
>
> Stammt aus dem Ridder's Digest, gell?

Rubrum "Life in the USA" - FR

Florian Ritter

unread,
May 23, 2012, 2:51:43 PM5/23/12
to
On 23 Mai, 18:04, Diedrich Dirks <dd...@sofortmail.de> wrote:

> >> Andre Sache: Wie war das eigentlich nach der Wiederbewaffnung, wurden
> >> ehem. Wehrmachtsoffz., die in russ. Gefangenschaft nachweislich im
> >> Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) waren, von der Bw
> >> wiederverwendet?
>
> > Dazu kann ich wirklich nichts sagen/schreiben.
>
> > Aber ich will mal versuchen, irgendwo und irgendwie Informationen zu dem
> > Thema zu sammeln.
> > Das gibt mal wieder eine Rundfrage in der IV/58.
>
> So, nun habe ich unseren Personalfachmann telefonisch erwischt.
>
> Und der sagt eindeutig: *Nein*
>
> Die ehemaligen Offiziere, die es in die Bundeswehr drängte, wurden vom
> Personalgutachterausschuß überprüft. Und anders, als in der
> Unaussprechlichen unter Zitieren des Gesetzestextes beschrieben, so mein
> Gewährsmann, nicht nur vom Obristen aufwärts, sondern praktisch alle
> Offiziere. Und bei der damaligen Kommunistenfurcht ist es wohl
> auszuschließen, daß irgendein ehemaliger NKFD-Angehöriger in die Bw
> gerutscht ist.
> Ich entsinne mich noch an ein Seminar, in dem wir 1959 an der
> Marineschule Mürwik u.a. von Wolfgang Leonhard auf die
> antikommnunistische Linie eingeschworen wurden.

Anlaß meiner Frage: Mein Vater wurde um den 1. Mai '45 nach
Zusammenbruch des Kessels von Halbe-Teupitz südl. Berlins
gefangengenommen. Erste Station war das Offz.-Sammellager Posen. Und
er glaubte zu träumen, als er hinter dem Lagertor seinen Rgt.-
Kameraden Graf R., der kurz vorher bei Seelow an der Oder in
Gefangenschaft geraten war, mit breiter schwarz-weiß-roter Schärpe,
Rangab- und Ehrenzeichen erblickte, der die Gefangenen aufforderte,
sich ebenfalls dem NKFD anzuschließen, was aber niemand tat.
Nun lese ich, daß Graf R. 1957 wieder aktiv wurde und es bei der Bw
bis zum Obristen gebracht hatte (auch zum Sportfunktionär und
Vorsitzenden einer Adelsvereinigung) - FR

Bernd Schwegmann

unread,
May 23, 2012, 3:21:25 PM5/23/12
to
Ralf . K u s m i e r z schrieb u.a.:



>> Ich habe dem dztg. Inhaber des höchsten Amtes im Lande ...
>
>> Da ist mir für seinen Erfolg im Amte nicht bange - FR
>
> Watt is' 'ne Stinkstiefel?



Nu sach, du liest TAZ' migrantische Hintergründe? Ralfi, mir graust vor
dir!




SCNR


BS+

Florian Ritter

unread,
May 23, 2012, 3:23:49 PM5/23/12
to
On 23 Mai, 16:28, Roland Franzius <roland.franz...@uos.de> wrote:

> >> aller aus dem Osten geflohenen und vertriebenen Vorvorgestrigen Beamten
> >> bis zum Mauerbau 1963.
>
> > Meinten Sie Mauerbau 1961 ?
>
> Im Prinzip ja, aber zB die Verbeamtung eines August 1961 Geflohenen habe
> ich noch 1963 erlebt.

Ein Sonderfall waren die sog. Grenzgänger, die in Westbln. wohnten, in
Ostbln. arbeiteten. Waren sie Wissensch. und legte die DDR Wert auf
ihre weitere Mitarbeit, wurde ihnen ein Ultimatum gestellt, in die DDR
überzusiedeln. Es wäre, anbei, ganz interessant, wieviele auf das
großzügige Angebot eingegangen sind, es werden schon einige gewesen
sein. Ein Kollege meines Vaters schlug's aus, bekam allsogleich eine
Gastprofessur in den USA, nach Rückkehr wurde er Ordinarius an d.
Univ. Göttingen.

> Der Bedarf an Lehrpersonal kannte wegen des Ausfalls einer ganzen
> Generation ab etwa 1960 keine Grenzen mehr, so dass Mitte der 1960er
> Jahre, nach Mauerschließung, die Bildungskatastrophe einsetzte, die bis
> heute, trotz Maueröffnung, Reformstopp, Bologna und Studiengebühren
> unvermindert fortschreitet

Die Stimmen wollen nicht verstummen, die an der in den 60ern
ausgerufenen Katastrophe heftige Zweifel anmelden - FR

Hartmut Ott

unread,
May 23, 2012, 3:44:10 PM5/23/12
to
Hej,

Roland Franzius wrote:

> Es krümmt sich immer noch der Tastaturbetätiger, wenn man als
> Deutschsprachiger eine englische e-mail mit "sincerely yours" oder
> "regards" abschließen muss.
>
> Die Modernisierung begann mit Bürgerpäsident Gustav Heinemann und
> wurde dann in der sozialliberalen Ära Brandt/Scheel und
> Schmidt/Genscher par orde de mufti flächendeckend durchgesetzt. Die
> sich zu den letzten Preußen stilisierenden Bayern folgten dem
> Modernisierungsschub dann in der Ära Strauß.

Mit vorzüglicher Hochachtung war um 1970 herum noch normaler Behördenstil.

Und es müßte 1983 gewesen sein das nach einem Softwareupdate die TA1069 bei
der Deutschen Bundesbahn nicht mehr

LASSEN SIE DIE AKTUELLE BUCHUNGSNUMMER VON EINEM DAZU BERECHTIGTEN
BEDIENSTETEN EINGEBEN

auf den 40 Zeilen Grünbildmonitor erscheint, sondern das Wort Bediensteter
durch MItarbeiter abgelöst wurde.

Wahrscheinlich hat das einige hart getroffen, genauso wie das dann nicht
mehr benutzte

An die Herren Mitarbeiter
und alle Bedienste

bei allgemeinen Bekanntmachungen.


mfg
Hartmut Ott








Jakob Achterndiek

unread,
May 23, 2012, 6:16:58 PM5/23/12
to
Am 22.05.2012, 16:15 Uhr, schrieb Lothar Frings <Lothar.Fri...@gmx.de>:

> Ach so, der will Geld. Ich konnte dem Brief nicht
> entnehmen, worauf der Verfasser eigentlich aus war.

Nein, kein Geld, sondern ein sogenanntes Stipendium¹, das ist:
eine Freistelle an der Domschule zu Ratzeburg für seinen Sohn.
Diese war eine "Lateinschule", die auf das Studium an einer
Universität vorbereitete, für die er aber aus den erwähnten
Gründen das Schulgeld nicht aufbringen konnte.

¹) Vergleiche den Wandel der Wortbedeutung z.B. laut
<http://de.wikipedia.org/wiki/Stipendium#Begriffsgeschichte>

j/\a
--
Message has been deleted

Roland Franzius

unread,
May 24, 2012, 1:56:52 AM5/24/12
to
Im ersten Band seines ruhmberäucherten achtbändigen Barockzyklus

http://en.wikipedia.org/wiki/Daniel_Waterhouse#Main_characters

beschreibt Neil Stephenson aufs genaueste, wie geizige Väter ihre
hinreichend begabten Söhne als Stipendiaten in Cambridges Trinity Collge
unterbrachten. Demnach dienten sie den zahlenden Collegiaten als
persönliche Burschen. In dem geschilderen Fall war allerdings der
Zahlende und Umpflegte Isaac Newton und der Nutzen eher umgekehrt.

Wie bei Bolaño
http://en.wikipedia.org/wiki/2666

und Pynchon
http://en.wikipedia.org/wiki/Against_the_day

kann man auch in diesem Fall den Einfluss der Möglichkeit der
Internetrecherche und der Verwendung von Datenbanksystemen auf die
Entwicklung des in Raum, Zeit und Umfang uferlosen historischen Romans
studieren.

--

Roland Franzius

Jakob Achterndiek

unread,
May 24, 2012, 4:51:18 AM5/24/12
to
Am 24.05.2012, 06:05 Uhr, schrieb Ralf . K u s m i e r z
<m...@privacy.invalid>:

>> Nein, kein Geld, sondern ein sogenanntes Stipendium¹, [..]
>
> Auch immer alles aus der Nase ziehen müssen...
> Nu sag schon: Was draus geworden?

Er hat's bekommen. :)
Der Stipendiat hat Schule und Universität erfolgreich absolviert
ist aber nicht Pastor, sondern Schulmeister geworden.

j/\a

ps.:
Ein Streiflicht auf das bittere Schicksal des Bittstellers
und dessen Ehefrau wirft eine Fußnote, nachzulesen unter
<http://www.sellschopp.info/htmanmerk/rz03_174vorgaengers.htm>.
Wer sagte da was von der "guten alten Zeit"?
--

Jakob Achterndiek

unread,
May 24, 2012, 5:08:14 AM5/24/12
to
Am 23.05.2012, 21:23 Uhr, schrieb Florian Ritter
<hansr...@googlemail.com>:

> Die Stimmen wollen nicht verstummen, die an der in den 60ern
> ausgerufenen Katastrophe heftige Zweifel anmelden - FR

Immer wieder gern empfohlen:
Konrad Paul Liessmann: Theorie der Unbildung:
Die Irrtümer der Wissensgesellschaft:
Wien, Zsolnay Verlag, 2006.

j/\a
--

Diedrich Dirks

unread,
May 24, 2012, 5:24:33 AM5/24/12
to
Florian Ritter:

> Nun lese ich, daß Graf R. 1957 wieder aktiv wurde und es bei der Bw
> bis zum Obristen gebracht hatte (auch zum Sportfunktionär und
> Vorsitzenden einer Adelsvereinigung) - FR

Ich nehme nicht an, daß es ein Namensvetter des Grafen Reudnitz ist, der
von Peter Ernst Eiffe (nicht der Graffiti-Künstler) in 'Splissen und
Knoten' genannt wird.
Reich mir doch bitte mal den tatsächlichen Namen per PM durch (bitte
Reply-To beachten), ich werde dem mal nachgehen.

--
Diedrich

Diedrich Dirks

unread,
May 24, 2012, 5:42:37 AM5/24/12
to
Lothar Frings:

> Da wir alle Google und Wikipedia haben, bedeutet
> "wer war noch mal davor" soviel wie "interessiert
> mich nicht".

Interessante Deutung, darauf wäre ich nicht gekommen.

--
Diedrich

Gerald Fix

unread,
May 24, 2012, 10:11:09 AM5/24/12
to
On Wed, 23 May 2012 13:01:10 -0400, Oliver Cromm
<lispa...@crommatograph.info> wrote:

>>>> Konrad Adenauer        15.09.1949 - 16.10.1963
>>>> Ludwig Erhard          16.10.1963 - 01.12.1966
>>>> Kurt Georg Kiesinger   01.12.1966 - 21.10.1969
>>>
>>>Hieß der Letztgenannte nicht Kissinger und machte Karriere in Übersee?
>>
>> Stammt aus dem Ridder's Digest, gell?
>
>Good riddance to Kissinger, möchtest Du sagen?

Würde ich nie tun. Herr Schlömer vielleicht, inzwischen.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/152051

Florian Ritter

unread,
May 24, 2012, 12:09:26 PM5/24/12
to
On 24 Mai, 00:16, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.de> wrote:

> > Ach so, der will Geld. Ich konnte dem Brief nicht
> > entnehmen, worauf der Verfasser eigentlich aus war.
>
> Nein, kein Geld, sondern ein sogenanntes Stipendium¹, das ist:
> eine Freistelle an der Domschule zu Ratzeburg für seinen Sohn.

Ich hoffe & erwarte, daß Du an Deinem Wohnorte die Tradition des
Freitisches fortführst - FR

Oliver Cromm

unread,
May 24, 2012, 1:01:56 PM5/24/12
to
* Diedrich Dirks:
Naja, es hat mich offensichtlich nicht genug interessiert, um es
mir zu merken. Insofern in meinem Fall schon nahe dran.

--
There are two ways of constructing a software design. One way is
to make it so simple that there are obviously no deficiencies.
And the other way is to make it so complicated that there are no
obvious deficiencies. The first method is far more difficult.
-- C. A. R. Hoare

Jakob Achterndiek

unread,
May 24, 2012, 1:47:30 PM5/24/12
to
Am 24.05.2012, 18:09 Uhr, schrieb Florian Ritter
<hansr...@googlemail.com>:
Das ist viel verlangt von einem Schulmeister!

Nämlich: Meine Töchter brachten regelmäßig an einem oder zwei
Wochentagen eine Mitschülerin zum Mittagessen mit nach Hause,
weil sie nachmittags irgendwas, Chor oder AG oder so, hatten.
Wenn ich, wie meistens etwas später, aus der Schule kam, saß
die Familie schon am Tisch - und ich setzte mich *nicht* dazu.
Warum? Ich hatte den ganzen Vormittag nett zu fremden Kindern
sein müssen; jetzt wollte ich zu Hause nicht auch gleich wieder
nett zu einem fremden Kind sein.
Sowas sitzt tief. Berufsfremde können das kaum nachempfinden.

Im übrigen: Die Sängerknaben vom hiesigen Dom sind gut versorgt.
Zu Feiertagen hören wir sie unter unseren Fenstern vorbeizwitschern.

j/\a
--

Diedrich Dirks

unread,
May 26, 2012, 12:00:21 PM5/26/12
to
Florian Ritter:

> Anla� meiner Frage: Mein Vater wurde um den 1. Mai '45 nach
> Zusammenbruch des Kessels von Halbe-Teupitz s�dl. Berlins
> gefangengenommen. Erste Station war das Offz.-Sammellager Posen. Und
> er glaubte zu tr�umen, als er hinter dem Lagertor seinen Rgt.-
> Kameraden Graf R., der kurz vorher bei Seelow an der Oder in
> Gefangenschaft geraten war, mit breiter schwarz-wei�-roter Sch�rpe,
> Rangab- und Ehrenzeichen erblickte, der die Gefangenen aufforderte,
> sich ebenfalls dem NKFD anzuschlie�en, was aber niemand tat.
> Nun lese ich, da� Graf R. 1957 wieder aktiv wurde und es bei der Bw
> bis zum Obristen gebracht hatte (auch zum Sportfunktion�r und
> Vorsitzenden einer Adelsvereinigung) - FR

Ein Crewkamerad, der in Freiburg wohnt, hat jetzt bei einem
gelegentlichen Zuarbeiter des Milit�rgeschichtlichen Forschungsamtes
eben dortselbst Erkundigungen eingezogen.
Und es wurde ihm best�tigt, da� es tats�chlich ein oder zwei F�lle gab,
da� nachgewiesenen Mitglieder des NKFD in die Bundeswehr aufgenommen
worden sind, er sprach insbesondere von einem Brigadegeneral im
s�ddeutschen Bereich, Namen hat er jedoch nicht genannt. Und ob ein Graf
R. dabei gewesen ist, konnte er leider auch nicht sagen.

Aber immerhin, Deine Fragen, die ich w�rtlich zitiert hatte, nat�rlich
ohne Deinen Namen zu nennen, f�hrten zu einem regen E-Mail- Austausch
innerhalb der Crew. Schon allein daf�r geb�hrt Dir Dank.

--
Diedrich

Florian Ritter

unread,
May 26, 2012, 5:27:02 PM5/26/12
to
On 26 Mai, 18:00, Diedrich Dirks <dd...@sofortmail.de> wrote:

> Ein Crewkamerad, der in Freiburg wohnt, hat jetzt bei einem
> gelegentlichen Zuarbeiter des Milit rgeschichtlichen Forschungsamtes
> eben dortselbst Erkundigungen eingezogen.
> Und es wurde ihm best tigt, da es tats chlich ein oder zwei F lle gab,
> da nachgewiesenen Mitglieder des NKFD in die Bundeswehr aufgenommen
> worden sind, er sprach insbesondere von einem Brigadegeneral im
> s ddeutschen Bereich, Namen hat er jedoch nicht genannt. Und ob ein Graf
> R. dabei gewesen ist, konnte er leider auch nicht sagen.
>
> Aber immerhin, Deine Fragen, die ich w rtlich zitiert hatte, nat rlich
> ohne Deinen Namen zu nennen, f hrten zu einem regen E-Mail- Austausch
> innerhalb der Crew. Schon allein daf r geb hrt Dir Dank.

Werde umgehend den Klarnamen senden - es handelt sich um eine uradlige
Familie. Meinen "Namen" zu nennen, wäre unverfänglich gewesen, da es
sich um ein Alias handelt.
Das erinnert mich daran, daß mir einmal durch einen Sekretariatsirrtum
ein vertrauliches Schreiben zugegangen war, das ich einem mir gut
bekannten höheren Richter mit der Auflage, mich komplett aus der Sache
rauszuhalten, zugänglich machte. Er ging damit zu einem seiner
Kollegen und der sprach: Dies Unerhörte glaube ich nur, wenn Sie mir
sagen, von wem Sie das haben.
Nun, mein Name wurde tatsächlich nicht genannt, aber durch Benennung
mich betreffender Charakteristika konnte die Herkunft des Schr.
plausibel gemacht werden. Die Sache hat mir in der Folge üble
Scherereien gemacht, denn irgendwann kam unter Einsatz
kriminalistischer Mittel raus, daß ich es war, der das Schr.
weitergegeben hatte - FR

Uwe Schickedanz

unread,
May 26, 2012, 6:57:12 PM5/26/12
to
On Sat, 26 May 2012 14:27:02 -0700 (PDT), Florian Ritter
<hansr...@googlemail.com> wrote:

>Werde umgehend den Klarnamen senden - es handelt sich um eine uradlige
>Familie. Meinen "Namen" zu nennen, w�re unverf�nglich gewesen, da es
>sich um ein Alias handelt.
>Das erinnert mich daran, da� mir einmal durch einen Sekretariatsirrtum
>ein vertrauliches Schreiben zugegangen war, das ich einem mir gut
>bekannten h�heren Richter mit der Auflage, mich komplett aus der Sache
>rauszuhalten, zug�nglich machte. Er ging damit zu einem seiner
>Kollegen und der sprach: Dies Unerh�rte glaube ich nur, wenn Sie mir
>sagen, von wem Sie das haben.
>Nun, mein Name wurde tats�chlich nicht genannt, aber durch Benennung
>mich betreffender Charakteristika konnte die Herkunft des Schr.
>plausibel gemacht werden. Die Sache hat mir in der Folge �ble
>Scherereien gemacht, denn irgendwann kam unter Einsatz
>kriminalistischer Mittel raus, da� ich es war, der das Schr.
>weitergegeben hatte - FR

Es ist nichts so fein gesponnen...

Gru� Uwe

--
Wenn man seine eigenen Gedanken entwickeln m�chte, ist es eine gute
Idee, f�r jede Stunde, die man liest, mindestens zwei Stunden zu
schreiben. Es ist nat�rlich keine gute Idee, alles zu ver�ffentlichen.
Oliver Cromm in desd === http://www.sicherheitslampe.de ===

Roland Franzius

unread,
May 27, 2012, 1:50:41 AM5/27/12
to
Am 27.05.2012 00:57, schrieb Uwe Schickedanz:
> On Sat, 26 May 2012 14:27:02 -0700 (PDT), Florian Ritter
> <hansr...@googlemail.com> wrote:
>
>> Werde umgehend den Klarnamen senden - es handelt sich um eine uradlige
>> Familie. Meinen "Namen" zu nennen, w�re unverf�nglich gewesen, da es
>> sich um ein Alias handelt.
>> Das erinnert mich daran, da� mir einmal durch einen Sekretariatsirrtum
>> ein vertrauliches Schreiben zugegangen war, das ich einem mir gut
>> bekannten h�heren Richter mit der Auflage, mich komplett aus der Sache
>> rauszuhalten, zug�nglich machte. Er ging damit zu einem seiner
>> Kollegen und der sprach: Dies Unerh�rte glaube ich nur, wenn Sie mir
>> sagen, von wem Sie das haben.
>> Nun, mein Name wurde tats�chlich nicht genannt, aber durch Benennung
>> mich betreffender Charakteristika konnte die Herkunft des Schr.
>> plausibel gemacht werden. Die Sache hat mir in der Folge �ble
>> Scherereien gemacht, denn irgendwann kam unter Einsatz
>> kriminalistischer Mittel raus, da� ich es war, der das Schr.
>> weitergegeben hatte - FR
>
> Es ist nichts so fein gesponnen...

Ein ostfriesischer Kleinkrimineller und Cannabisbauer soll sehr erstaunt
gewesen sein, als er verhaftet wurde, obwohl er doch unter falschem
Namen lebte.

--

Roland Franzius

Uwe Schickedanz

unread,
May 27, 2012, 2:36:54 AM5/27/12
to
On Sun, 27 May 2012 07:50:41 +0200, Roland Franzius
<roland....@uos.de> wrote:

>Am 27.05.2012 00:57, schrieb Uwe Schickedanz:
>> On Sat, 26 May 2012 14:27:02 -0700 (PDT), Florian Ritter
>> <hansr...@googlemail.com> wrote:
>>
>>> Werde umgehend den Klarnamen senden - es handelt sich um eine uradlige
>>> Familie. Meinen "Namen" zu nennen, wäre unverfänglich gewesen, da es
>>> sich um ein Alias handelt.
>>> Das erinnert mich daran, daß mir einmal durch einen Sekretariatsirrtum
>>> ein vertrauliches Schreiben zugegangen war, das ich einem mir gut
>>> bekannten höheren Richter mit der Auflage, mich komplett aus der Sache
>>> rauszuhalten, zugänglich machte. Er ging damit zu einem seiner
>>> Kollegen und der sprach: Dies Unerhörte glaube ich nur, wenn Sie mir
>>> sagen, von wem Sie das haben.
>>> Nun, mein Name wurde tatsächlich nicht genannt, aber durch Benennung
>>> mich betreffender Charakteristika konnte die Herkunft des Schr.
>>> plausibel gemacht werden. Die Sache hat mir in der Folge üble
>>> Scherereien gemacht, denn irgendwann kam unter Einsatz
>>> kriminalistischer Mittel raus, daß ich es war, der das Schr.
>>> weitergegeben hatte - FR
>>
>> Es ist nichts so fein gesponnen...
>
>Ein ostfriesischer Kleinkrimineller und Cannabisbauer soll sehr erstaunt
>gewesen sein, als er verhaftet wurde, obwohl er doch unter falschem
>Namen lebte.

Mit anderen Worten: die Polizisten waren keine Einheimischen?

Gruß Uwe

--
Wenn man seine eigenen Gedanken entwickeln möchte, ist es eine gute
Idee, für jede Stunde, die man liest, mindestens zwei Stunden zu
schreiben. Es ist natürlich keine gute Idee, alles zu veröffentlichen.

Florian Ritter

unread,
May 27, 2012, 3:28:42 PM5/27/12
to
On 27 Mai, 07:50, Roland Franzius <roland.franz...@uos.de> wrote:

> Ein ostfriesischer Kleinkrimineller und Cannabisbauer soll sehr erstaunt
> gewesen sein, als er verhaftet wurde, obwohl er doch unter falschem
> Namen lebte.

Literaturhinweis: Gerlach, Heinr., Odyssee in Rot

Verf. war als Obltnt. 1c eines Div.-Stabes der 6. Armee im Kessel
Stalingrad, nach Gefangennahme Gründungsmitglied v. NKFD und Bund
Deutscher Offz. (BDO, nicht zu verwexeln mit DOB), hatte seine
Erinnerungen bereits in russ. Gefangenschaft zu Papier gebracht, Ms.
wurde aber konfisziert, nach Entlassung 1950 (die allermeisten 1c
wurden erst 1955 entlassen) rekonstruierte er es unter Hypnose (ist
sowas glaubhaft?) und war sp. Studienrat in Brake - FR

Jakob Achterndiek

unread,
May 27, 2012, 6:17:37 PM5/27/12
to
Am 27.05.2012, 21:28 Uhr, schrieb Florian Ritter
<hansr...@googlemail.com>:

> Literaturhinweis: Gerlach, Heinr., Odyssee in Rot
>
> Verf. war als Obltnt. 1c eines Div.-Stabes der 6. Armee im Kessel
> Stalingrad, nach Gefangennahme Gründungsmitglied v. NKFD und Bund
> Deutscher Offz. (BDO, nicht zu verwexeln mit DOB), hatte seine
> Erinnerungen bereits in russ. Gefangenschaft zu Papier gebracht, Ms.
> wurde aber konfisziert, nach Entlassung 1950 (die allermeisten 1c
> wurden erst 1955 entlassen) rekonstruierte er es unter Hypnose (ist
> sowas glaubhaft?) und war sp. Studienrat in Brake - FR

| Finanziert wurde dies Experiment von einem Presseorgan, das darüber
| 1951 berichtete. <http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Gerlach_(Autor)>

Warum macht die Wikipedia so ein Geheimnis daraus, welches Presseorgan
das war?

j/\a
--

Oliver Jennrich

unread,
May 27, 2012, 6:41:23 PM5/27/12
to
"Jakob Achterndiek" <achte...@buzemann.de> writes:

> Am 27.05.2012, 21:28 Uhr, schrieb Florian Ritter
> <hansr...@googlemail.com>:
>
>> Literaturhinweis: Gerlach, Heinr., Odyssee in Rot
>>
>> Verf. war als Obltnt. 1c eines Div.-Stabes der 6. Armee im Kessel
>> Stalingrad, nach Gefangennahme Gr�ndungsmitglied v. NKFD und Bund
>> Deutscher Offz. (BDO, nicht zu verwexeln mit DOB), hatte seine
>> Erinnerungen bereits in russ. Gefangenschaft zu Papier gebracht, Ms.
>> wurde aber konfisziert, nach Entlassung 1950 (die allermeisten 1c
>> wurden erst 1955 entlassen) rekonstruierte er es unter Hypnose (ist
>> sowas glaubhaft?) und war sp. Studienrat in Brake - FR
>
> | Finanziert wurde dies Experiment von einem Presseorgan, das dar�ber
> | 1951 berichtete. <http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Gerlach_(Autor)>
>
> Warum macht die Wikipedia so ein Geheimnis daraus, welches Presseorgan
> das war?

Wenn du es wei�t, kannst du es ja der Wikipedia mitteilen.

--
Space - The final frontier

Diedrich Dirks

unread,
May 28, 2012, 12:32:26 AM5/28/12
to
Florian Ritter:

> Literaturhinweis: Gerlach, Heinr., Odyssee in Rot
>
> Verf. war als Obltnt. 1c eines Div.-Stabes der 6. Armee im Kessel
> Stalingrad, nach Gefangennahme Gr�ndungsmitglied v. NKFD und Bund
> Deutscher Offz. (BDO, nicht zu verwexeln mit DOB), hatte seine
> Erinnerungen bereits in russ. Gefangenschaft zu Papier gebracht, Ms.
> wurde aber konfisziert, nach Entlassung 1950 (die allermeisten 1c
> wurden erst 1955 entlassen) rekonstruierte er es unter Hypnose (ist
> sowas glaubhaft?) und war sp. Studienrat in Brake - FR

Dazu gibt es einen Artikel im Spiegel 43/1966:
<http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46414717.html>.

--
Diedrich

Florian Ritter

unread,
May 28, 2012, 9:57:23 AM5/28/12
to
Da steht aber auch nicht, wer die Kostennoten des Hypnotiseurs beglich
- FR
Message has been deleted

York Maier

unread,
May 30, 2012, 5:10:51 PM5/30/12
to

"Hartmut Ott" schrieb:

> Mit vorz�glicher Hochachtung war um 1970 herum noch normaler Beh�rdenstil.

Es gab auch das reine "Hochachtungsvoll".

Einige Beispiele aus meinen Unterlagen:

FA M�nchen 1979 (FA an Steuerzahler): "Hochachtungsvoll"

Universit�t M�nchen 1981 (Verwaltung an Assistenten):
"Mit vorz�glicher Hochachtung"

Versicherung an VN 1973: "Mit freundlichen Gr��en"

Meine Antwort 1973 an die Versicherung: "Hochachtungsvoll" ;-)

Y.





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