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von oder aus Fuerteventura

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Diedrich Dirks

unread,
Sep 20, 2001, 8:43:08 AM9/20/01
to
Moin,

ein User schrieb kürzlich in einem Kommentar: "Sie ist eine
Spanierin von Fuerteventura" und wurde daraufhin von einem
Oberlehrer korrigiert, es müsse heißen: "Sie war eine Spanierin aus
Fuerteventura".

Als gebürtiger Spiekerooger kann ich mich damit nun ganz und gar
nicht anfreunden, ich bin Zeit meines schon etwas längeren Lebens
ein Ostfriese *von* Spiekeroog gewesen und möchte es in der Zukunft
auch bleiben. Auch kann ein Sylter MUSEN zwar aus Hörnum oder
Westerland kommen, immer aber ist er ein Insulaner *von* Sylt.

Wie wird es von den Fachleuten hier gesehen?

Tschüs,
Diedrich

Dennis

unread,
Sep 20, 2001, 5:17:11 PM9/20/01
to
Ich bin zwar kein Fachmann, aber ich würde auch VON sagen (weil Insel und
so!). Was ist denn das mit dem MUSEN ? Hab ich da etwas verpasst?
DD


"Diedrich Dirks" <dd...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:VA.0000013...@id-68569.user.dfncis.de...

Wolf Busch

unread,
Sep 21, 2001, 5:19:49 AM9/21/01
to
Diedrich Dirks schrieb:


> ein User schrieb kürzlich in einem Kommentar: "Sie ist eine
> Spanierin von Fuerteventura" und wurde daraufhin von einem
> Oberlehrer korrigiert, es müsse heißen: "Sie war eine Spanierin aus
> Fuerteventura".
>
> Als gebürtiger Spiekerooger kann ich mich damit nun ganz und gar
> nicht anfreunden, ich bin Zeit meines schon etwas längeren Lebens
> ein Ostfriese *von* Spiekeroog gewesen und möchte es in der Zukunft
> auch bleiben. Auch kann ein Sylter MUSEN zwar aus Hörnum oder
> Westerland kommen, immer aber ist er ein Insulaner *von* Sylt.

Ja, man sagt nicht »*in* einer Insel«, sondern »*auf* einer Insel«;
deswegen kommt man auch nicht *aus* einer Insel, sondern *von*
einer Insel.

Dem *in* entspricht das *aus*, und dem *auf* (oder z. B. auch dem *an*)
entspricht das *von*.

*wo, wohin?* - *woher?*
in - aus
auf - von

Er ist in der Hütte. Er kommt aus der Hütte.
Er ist in Berlin. Er kommt aus Berlin.
Sie war auf Rügen. Sie kommt von Rügen.
Ich lebe auf der Erde. Ich komme von der Erde.
Ich weilte im Land der Träume. Man riß mich aus dem Land der Träume.
Ich wohne auf dem Land. Ich bin die Unschuld vom Lande.

Also alles ganz systematisch. ;-)

Schöne Grüße,
Wolf

Bernd Gramlich

unread,
Sep 21, 2001, 10:47:19 AM9/21/01
to
Markus Ermert wrote:

> "Ich komme von der Insel Rügen" werden die meisten wohl als richtig
> empfinden. "Ich komme von Rügen" jedoch klingt wegen des fehlenden
> Artikels falsch, weil viele Schlechtsprecher auch sagen "Ich komme
> von Köln" etc.

Für mich klingt "von Rügen" in jedem Fall richtig und "aus Rügen" in
fast jedem Fall falsch, es sei denn, der Inselname ist zugleich ein
Stadtname (wie etwa Manhattan).

Schwieriger ist die Lage bei "von Köln". Es gibt das Gegensatzpaar "aus
der Stadt" und "vom Land". Letzteres prägt auch den landschaftlichen
Ausdruck "vom Dorf". Wenn ich also in Astadt wohne und über meinen
zugereisten Nachbarn rede, so sage ich durchaus, daß er "von Bedorf"
kommt. Wenn Cestadt weit von Astadt entfernt ist oder ich mir die
Anreise von dort aufgrund eines großen Höhenunterschieds oder
schlechter Straßen oder vieler Grenzen beschwerlich vorstelle, dann
sage ich umgangssprachlich auch "von Cestadt".

Gedankensprung: in jüngerer Zeit höre ich bei Durchsagen der Deutschen
Bahn gelegentlich, daß ein Zug "aus Gleis 5" abfährt, wo ich "von Gleis
5" erwarten würde. Ist das "aus" fachsprachlich oder einfach nur
falsch?

--
Bernd Gramlich Quod scripsi, scripsi.

Bernd Gramlich

unread,
Sep 22, 2001, 4:01:11 PM9/22/01
to
Markus Ermert wrote:

> > Für mich klingt "von Rügen" in jedem Fall richtig und "aus Rügen"
> > in fast jedem Fall falsch, es sei denn, der Inselname ist zugleich
> > ein Stadtname (wie etwa Manhattan).
>

> Man muss wohl zwischen Stadt- und Landes-/Regionennamen
> unterscheiden. Sizilien, Großbritannien, Australien, Kreta erfordern
> MUSEN so oder so ein "aus" (bei "Down Under" sogar zwei Mal ;-)

Sizilien war schon im Lateinischen eine Ausnahme. Bei Großbritannien
und Australien pflichte ich Dir bei, bei Kreta jedoch nicht. Für mich
gibt es keinen kretischen Staat; daher kommen Kreter "von" und nicht
"aus" Kreta.

> > Wenn ich also in Astadt wohne und über meinen zugereisten Nachbarn
> > rede, so sage ich durchaus, daß er "von Bedorf" kommt. Wenn Cestadt
> > weit von Astadt entfernt ist oder ich mir die Anreise von dort
> > aufgrund eines großen Höhenunterschieds oder schlechter Straßen
> > oder vieler Grenzen beschwerlich vorstelle, dann sage ich
> > umgangssprachlich auch "von Cestadt".
>

> Da scheint es einen gewisen Nord-Süd-Gegensatz zu geben. DUSE kann
> ich für den mittel- und niederdeutschen Raum nicht nachempfinden,
> obwohl Du natürlich mit dem "vom Dorf" Recht hast.

Vielleicht zur Präzisierung: mit "aus Cestadt" verbinde ich die
(antiquierte?) Vorstellung, daß ich außerhalb der Stadt stehe und
jemanden zum Stadttor herauskommen sehe. Das ist natürlich nur in der
Nähe von Cestadt sinnvoll.

> Übrigens heißt es im ICE neuerdings nicht mehr "In wenigen Minuten
> erreichen wir XY", sondern "Wir befinden uns in der Anfahrt auf XY".

Das ist mir auch schon aufgefallen. Die Analogie zu Flugreisen - "wir
befinden uns im Landeanflug auf XY" - ist sicher beabsichtigt. Es fehlt
nur noch der Zusatz: "Wegen dichten Nebels konnte uns leider noch keine
Halteerlaubnis erteilt werden. Wir bitten Sie daher um etwas Geduld,
während wir noch eine Warteschleife auf den Vorstadtgleisen drehen."

Claudia Bartsch

unread,
Sep 22, 2001, 5:30:57 PM9/22/01
to

Bernd Gramlich wrote:
>
> Markus Ermert wrote:

> > Man muss wohl zwischen Stadt- und Landes-/Regionennamen
> > unterscheiden. Sizilien, Großbritannien, Australien, Kreta erfordern
> > MUSEN so oder so ein "aus" (bei "Down Under" sogar zwei Mal ;-)
>
> Sizilien war schon im Lateinischen eine Ausnahme. Bei Großbritannien
> und Australien pflichte ich Dir bei, bei Kreta jedoch nicht. Für mich
> gibt es keinen kretischen Staat; daher kommen Kreter "von" und nicht
> "aus" Kreta.

Wie sieht's bei Grönland aus? Von oder aus?

Bernd Gramlich

unread,
Sep 23, 2001, 6:19:10 AM9/23/01
to
Claudia Bartsch wrote:

> > Für mich gibt es keinen kretischen Staat; daher kommen Kreter "von"
> > und nicht "aus" Kreta.
>
> Wie sieht's bei Grönland aus? Von oder aus?

Ich tendiere zu "aus", denn seit dem Austritt aus der EG nehme ich
Grönland als eigenständiges politisches Gebilde innerhalb Dänemarks
wahr.

Michael Pronay

unread,
Sep 23, 2001, 7:35:38 AM9/23/01
to
dennis....@cityweb.de (Dennis) wrote:

>Was ist denn das mit dem MUSEN ?

^
Du plenkst.

>Hab ich da etwas verpasst?

MUSEN ist ein d.e.s.d-eigenes Akronym, das auf meinem Mist gewachsen
ist und «*m*einem *u*nmaßgeblichen *S*prach*e*mpfinden *n*ach»
bedeutet.

M.

Diedrich Dirks

unread,
Sep 23, 2001, 9:00:54 AM9/23/01
to
Dennis:

> Was ist denn das mit dem MUSEN ?

Du findest die Beantwortung dieser und anderer Fragen in der SAHARA
(Sammlung häufig registrierter Anfragen):

<http://www.schweinebildchen.de/SAHARA.html>

Tschüs,
Diedrich

Mathias Hiller

unread,
Sep 23, 2001, 5:31:59 PM9/23/01
to
On 21 Sep 2001 17:34:00 +0200, erm...@compuserve.com (Markus Ermert)
wrote:

>> Deutschen Bahn gelegentlich, daß ein Zug "aus Gleis 5" abfährt, wo
>> ich "von Gleis 5" erwarten würde. Ist das "aus" fachsprachlich oder
>> einfach nur falsch?

>Fachsprachlich. War in den Eisenbahn-Newsgroups schon mal Thema, ist
>wohl auch DB-intern umstritten. Geht offenbar auf eine relativ neue
>Dienstanweisung zurück - warum das so geändert wurde, weiß der Geier.

"aus Gleis fünf" ist die gute alte Eisenbahnerweise. Genauso wie "es
wird ein weiterer Nachmittagzug eingelegt" --> da fährt also jetzt
noch ein Zug mehr am Nachmittag.

Möglicherweise hat ein DV-und Prargraphenreiter 'ne uralte Vorschrift
aktiviert.

Eine weitere -- m. E. aber sinnvolle -- Eigenheit: Als Fahrziel ist
ein Bahnhof gemeint und nicht der geografische Ort. Ein Zug fährt
*nach* Alexanderplatz (nicht zum Alex, was bei der S-Bahn
genaugenommen auch gar nicht möglich ist) und nach Friedrichstraße
(nicht zur Friedrichstraße).

In Berlin gilt als Faustregel: Die Eisenbahner halten sich dran; bei
der BVG -- zu westberliner Zeiten das inoffizielle Arbeitsamt der
Frontstadt -- bringt man es ja noch nicht einmal fertig, die Bahnhöfe
korrekt zu schreiben ...

--
Gruß
Mathias +++ m...@snafu.de +++ http://home.snafu.de/mat/
+++ Disclaimer: My opinions are my own +++ and mine only +++

Matthias Opatz

unread,
Sep 24, 2001, 1:40:55 AM9/24/01
to
Markus Ermert wrote:
> Bernd Gramlich schrieb:


>> in jüngerer Zeit höre ich bei Durchsagen der Deutschen

>> Bahn gelegentlich, daß ein Zug "aus Gleis 5" abfährt, wo
>> ich "von Gleis 5" erwarten würde. Ist das "aus"
>> fachsprachlich oder einfach nur falsch?
>
> Fachsprachlich. War in den Eisenbahn-Newsgroups schon mal
> Thema, ist wohl auch DB-intern umstritten. Geht offenbar
> auf eine relativ neue Dienstanweisung zurück - warum das
> so geändert wurde, weiß der Geier.


Dienstanweisung hin oder her - was der Zug genau macht, ist
den Leuten egal, wenn er nur abfährt, und zwar an den Orten,
wo sie auf ihn warten - an den *Bahnsteigen*. Die wollen
wissen, welche Nummer das Ding hat, auf das sie gehen. Das
andere müssen genaugenommen nur Lokführer wissen (und in der
Realtät sind ja auch die Bahnsteige beschriftet, und nicht
die Gleise daneben).


Warum schaut die Bahn (ist "Die Bahn" eigentlich offziiell
oder nur die PR-Variante von "Deutsche Bahn"?) nicht einfach ihren Kunden aufs
Maul? Der Mann, der im Zug Fahrkarten
kontrolliert und verkauft ist für jedermann der Schaffner,
nur für die Bahn nicht.


Matthias


--
__________________________________________________________
News suchen, lesen, schreiben mit http://newsgroups.web.de

Claudia Bartsch

unread,
Sep 24, 2001, 10:43:01 AM9/24/01
to

Mathias Hiller wrote:


> Eine weitere -- m. E. aber sinnvolle -- Eigenheit: Als Fahrziel ist
> ein Bahnhof gemeint und nicht der geografische Ort. Ein Zug fährt
> *nach* Alexanderplatz (nicht zum Alex, was bei der S-Bahn
> genaugenommen auch gar nicht möglich ist) und nach Friedrichstraße
> (nicht zur Friedrichstraße).

Versteh ich nicht. Du fügst doch gedanklich "Bahnhof" ein. IMHO fährt
der Zug _zum_ Bahnhof Friedrichstr. Und nicht nach Bahnhof. Das klingt
ja wie "nach Aldi".

Tschüß |Claudia|

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Sep 24, 2001, 12:14:28 PM9/24/01
to
Markus Ermert <erm...@compuserve.com> wrote:

> Sehe ich anders. Bei der DR war es vielerorts üblich, sowohl Gleise als
> auch Bahnsteige zu nummerieren bzw. durchzubuchstabieren.

Nicht vielerorts.
Ausschliesslich in Berlin (und nahem Umland).

> Das führte an
> vielen Bahnhöfen zu Verwirrung bzw. unnötigem Buchstaben-Zahlensalat.

> Die klassische DB-Methode besticht durch mehr Übersichtlichkeit:

Es ist nicht so simpel. Es ist - ohne Deine Argumente von der Hand weisen
zu wollen - andererseits wiederum auch durchaus uebersichtlicher, wenn der
Fahrgast sich nur zwischen S-Bahnsteig A und den Fernbahnsteigen B, C und
D zurechtfinden muss, statt zwischen 8 Bahnsteigen durchzuwursteln: "Muss
ich nun von Bahnsteig 5 zu 6 durch den Tunnel oder nicht?" Dass der Kunde
obendrein mit manchen betrieblichen Gegebenheiten so gar nicht konfrontiert
wurde, machte es fuer ihn auch mitunter einfacher: "Der Zug nach X faehrt heute
ausserplanmaessig aus Gleis 6"(*) konnte man sich so oft sparen.

Fuer den Gipfel der Unuebersichtlichkeit halte ich aber die heute oft geuebte
Praxis, die Gleise etwa in der Reihenfolge 5, 3, 1, 7, 6, 2, 4, 8
anzuordnen.

Kai

(*) wie schon erwaehnt: auch bei echter Gleiszaehlung waere an der Stelle
die Sprechweise zu Reichsbahnzeiten "...von Bahnsteig 6" gewesen.

Mathias Hiller

unread,
Sep 24, 2001, 10:03:33 PM9/24/01
to
On Mon, 24 Sep 2001 16:43:01 +0200, Claudia Bartsch
<cabah...@compuserve.de> wrote:

>Versteh ich nicht. Du fügst doch gedanklich "Bahnhof" ein. IMHO fährt
>der Zug _zum_ Bahnhof Friedrichstr. Und nicht nach Bahnhof. Das klingt
>ja wie "nach Aldi".

"nach Aldi" --> Prol, spätes 20. Jh.
"... nach dem Bahnhofe" --> spätes 19. Jh. ... und nach wie vor
aktuelle Form bei Bahnhofsansagen.

Volker Gringmuth

unread,
Sep 25, 2001, 2:22:43 AM9/25/01
to
Claudia Bartsch (cabah...@compuserve.de) wrote:

> Du fügst doch gedanklich "Bahnhof" ein.

Nicht unbedingt. Wenn der Zug nach Hannover fährt, fügst du ja auch
nicht gedanklich "Stadt" ein; wahrscheinlich, weil klar ist, daß damit
nur die Stadt gemeint sein kann.

In gleicher Weise ist bei "Friedrichstraße" im gegebenen Zusammenhang
klar, daß es sich nur um einen Bahnhof handeln kann. MUSE kann das
"nach" in diesem Falle durchaus nachvollziehen.

> Das klingt ja wie "nach Aldi".

Hm. MUSEN ist "Aldi" als Fahrtzielangabe nicht wie eine geographische
Bezeichnung verwendbar, weil es eben kein Eigenname eines bestimmten
Punktes ist und daher einen bestimmten Artikel benötigt: "_der_
[nächstgelegene] Aldi(-Markt)". Und dann ist nur noch "zu" möglich.

vG

--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de

Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens.

Jürgen Kozlik

unread,
Sep 25, 2001, 2:57:17 AM9/25/01
to

In der Stuttgarter S-Bahn hat man vor einiger Zeit die
Lauptsprecheransagen (vom Band) geändert.

Früher: "Zug nach Schwabstraße fährt ein."
Jetzt: "Zug zum Bahnhof Schwabstraße fährt ein."

Damit ist alles klar :-)
--
Jürgen Kozlik

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Sep 25, 2001, 10:31:23 AM9/25/01
to
Martin Gerdes <martin...@gmx.de> wrote:
> erm...@compuserve.com (Markus Ermert) schrieb:

>>Sehe ich anders. Bei der DR war es vielerorts üblich, sowohl Gleise als

>>auch Bahnsteige zu nummerieren bzw. durchzubuchstabieren. Das führte an

>>vielen Bahnhöfen zu Verwirrung bzw. unnötigem Buchstaben-Zahlensalat.

> Die Numerierung und Buchstabierung der Bahnsteige finde ich
> sehr viel leichter nachzuvollziehen als den obigen Absatz.

Ja, und ich fuerchte, Du hast dieses Ziel bei diesem Absatz nicht so
ganz erreicht. ;-)

> Wo siehst Du Probleme?

> Die Gleise sind durchnumeriert, die Nummern sind an den
> Treppenaufgängen in aller Regel wiederholt, und die
> Bahnsteige tragen Buchstaben von A bis F. Die Buchstaben
> korrespondieren mit dem Wagenstandsanzeiger, so daß man sich
> passend zur Reservierung auf den Bahnsteig stellen kann.

Das meinte Markus nicht.
Markus meinte ein System, dass es in den 70er/80er-Jahren
in und um Berlin (und nicht in der Rest-DDR) gab. Dort waren
die Gleise zwar numeriert, aber das tauchte auf den
Abfahrtsplaenen nicht auf. Dort stand nur "15.14 Uhr,
Bahnsteig D".
Dann ging man auf diesen Bahnsteig, wo dann gesagt und
angezeigt wurde, ob der Zug von der einen Seite (Gleis 22)
oder von der anderen (Gleis 21) faehrt.

Mit den damals im Westen und heute generell ueblichen
Bahnsteigabschnitten hatte das nichts zu tun.

> Manchmal fahren zwei Züge zu praktisch gleicher Zeit am
> gleichen Bahnsteig ab (v.A. Vorort-Kurzzüge - S-Bahn), das
> ist aber stets mit einem zusätzlichen "Vorsicht!" gut
> ausgeschildert.

Solche Verfahrensweise halte ich fuer ein Argument dafuer,
dass das seinerzeitige Berliner System gar nicht so unueber-
sichtlich war. Dort musste man im Zweifelsfall nur einige
Meter quer ueber den Bahnsteig; auch fuer die alte Oma
ein kuerzer Weg als laengs ueber den Bahnsteig zum richtigen
Zug/Wagen. Und uebersichtlicher als die Frage, wo nun auf
einem Bahnhof mit nur 3 Fernbahnsteigen Gleis 21 zu suchen ist.

Kai

Matthias Opatz

unread,
Sep 25, 2001, 11:45:52 AM9/25/01
to
Markus Ermert wrote:


> Matthias und ich sprachen hingegen von der (im Berliner
> Raum vorzufindenden) Zuordnung je eines Buchstabens zu
> einem Bahnsteig, und zwar zusätzlich zur Gleisnummerierung.


Das hatte ich weniger im Auge.
Ich wollte nur die Plattformen nummeriert wissen, und nicht
die Schienenstränge. Weil "Bahnsteig" erstens das ist, wo
ich auf den zug warte, und zweitens umgangsprachlich üblicher
als Gleis.


> Wenn man "Deine" Abschnitte jetzt auch noch dazu nimmt,
> ist IMO die Verwirrung komplett: "Der Zug fährt ab
> von Bahnsteig B, Gleis 4, Abschnitt D und E." Da kommt
> keine Oma mehr mit.
>
> Mein Vorschlag war, den ersten Teil dieser dreiteiligen
> Bezeichnung einfach wegzulassen, da er redundant ist.
> Wenn ich Matthias richtig verstanden habe, fordert er das
> Gleiche vom zweiten Teil.


Ich habe kein Problem damit, dass *ein* Bahnsteig als Bauwerk,
an dem *zwei* Gleise verbeiführen, halbiert und mit *zwei*
Nummern versehen wird. Bei der DR war das üblich (bis hin
zur Ansage "Am Bahnsteig X fährt ein/aus"), und bei der DB
ist es heute praktisch auch üblich - bis auf die Ansage
("Aus Gleis X ...."), und die genau find ich albern.
Nicht mehr und nicht nicht weniger.
Was spricht gegen "Am Bahnsteig X fährt ..."?
(Was spricht gegen "Schaffner"?)

Mathias Hiller

unread,
Sep 25, 2001, 4:21:04 PM9/25/01
to
On Tue, 25 Sep 2001 08:57:17 +0200, Jürgen Kozlik
<Juergen...@alcatel.de> wrote:

>Früher: "Zug nach Schwabstraße fährt ein."
>Jetzt: "Zug zum Bahnhof Schwabstraße fährt ein."

Wobei man jetzt die Frage stellen kann, ob Schwabstraße ein Bahnhof
ist oder nur Haltepunkt ;-)

Jens M. Felderhoff

unread,
Sep 25, 2001, 4:48:59 PM9/25/01
to
erm...@compuserve.com (Markus Ermert) wrote:

> An einigen westdeutschen Bahnhöfe findet sich die IMO ebenfalls
> verwirrende Praxis, Gleise an längeren Bahnsteigen z.B. in "Gleis 12a"
> und "Gleis 12b" zu unterteilen, falls dort regelmäßig zwei kürzere Züge
> gleichzeitig eingestellt werden. Hier wäre IMO ebenfalls die Abschnitts-
> Buchstabierung in Versalien unverwirrender.

Albern sind auch Bezeichnungen wie z.B. Gleis 105 an einem Bahnhof,
der nur 9 durchgehende Schinenstränge hat. 105 ist dann ein Gleis, das
an einem Bahnsteig endet.

So etwas habe ich in Koblenz Hbf gesehen.

Tschüss

Jens
--
(Intentionally left blank.)

Kai-Uwe Thiessenhusen

unread,
Sep 25, 2001, 5:26:29 PM9/25/01
to
Markus Ermert <erm...@compuserve.com> wrote:

> Bahnsteige. Matthias und ich sprachen hingegen von der (im Berliner Raum

> vorzufindenden) Zuordnung je eines Buchstabens zu einem Bahnsteig, und

> zwar zusätzlich zur Gleisnummerierung. Wenn man "Deine" Abschnitte jetzt

> auch noch dazu nimmt, ist IMO die Verwirrung komplett: "Der Zug fährt ab
> von Bahnsteig B, Gleis 4, Abschnitt D und E."

Deswegen wurden die Bahnsteigbuchstabenbezeichnungen ja auch abgeschafft,
als die Bahnsteigabschnitte im Osten eingefuehrt wurden.

> Mein Vorschlag war, den ersten Teil dieser dreiteiligen Bezeichnung
> einfach wegzulassen, da er redundant ist.

Wie gesagt, genau dies tat man ja. Mit der Folge, dass man zunaechst,
in Berlin Lichtenberg dann die uebersichtlichen Gleisnummern 15, 16, 17,
20, 21 und 22 (oder so in der Art) auf den Abfahrtsplaenen hatte.

Mit der Redundanz hast Du recht, aber die waere eher ein Argument
*fuer* diese Bezeichnung. Hier ist naemlich Redundanz durchaus
gerade sinnvoll:
Wenn die Ansage kommt: "..am Bahnsteig C wie Caesar, Gleis 17"
hat auch ein unaufmerksamer Fahrgast zumindest unterbewusst etwas
behalten. Nur "Bahnsteig 17" wird viel eher ueberhoert, das kuerzere
"Gleis 17" erst recht.
Mal davon abgesehen, dass Bahnsteig C leichter zu finden sein
duerfte als Gleis 17.


Kai

Volker Gringmuth

unread,
Sep 25, 2001, 9:01:18 PM9/25/01
to
Jens M. Felderhoff (j.m.f....@gmx.li) wrote:

> Albern sind auch Bezeichnungen wie z.B. Gleis 105 an einem Bahnhof,
> der nur 9 durchgehende Schinenstränge hat.

Wieso?
Wo steht denn, daß man die Gleise unbedingt durchzunumerieren hat?

Ich kenne diese Regelung von vielen Bahnhöfen und finde sie eigentlich
sehr übersichtlich. Bei dreistelligen Gleisnummern weiß ich nämlich
sofort, daß ich dieses Gleis nicht unter den "durchgehenden" zu suchen
habe, sondern irgendwo abseits...

vG

--
Volker Gringmuth http://www.volker-gringmuth.de

Auch mit guten Ideen kann man die Welt verwüsten.
(Jüdisches Sprichwort)

Jürgen Kozlik

unread,
Sep 26, 2001, 5:28:13 AM9/26/01
to

Mathias Hiller wrote:
>
> On Tue, 25 Sep 2001 08:57:17 +0200, Jürgen Kozlik
> <Juergen...@alcatel.de> wrote:
>
> >Früher: "Zug nach Schwabstraße fährt ein."
> >Jetzt: "Zug zum Bahnhof Schwabstraße fährt ein."
>
> Wobei man jetzt die Frage stellen kann, ob Schwabstraße ein Bahnhof
> ist oder nur Haltepunkt ;-)

Augenzwinkerer bemerkt, aber:

Wo ist da der genaue Unterschied?

Hat ein Bahnhof im Gegensatz zu einem Haltepunkt
Ausweichgleise?
(Haben "Hauptbahnhof" und "Schwabstraße beide nicht)

Hat ein Bahnhof im Gegensatz zu einem Haltepunkt
Personal vor Ort?
(Haben sowohl "Hauptbahnhof" und "Schwabstaße")

Gibt es noch andere Kriterien?

--
Jürgen Kozlik

Mathias Hiller

unread,
Sep 26, 2001, 6:34:53 AM9/26/01
to
On Wed, 26 Sep 2001 11:28:13 +0200, Jürgen Kozlik
<Juergen...@alcatel.de> wrote:

>> Wobei man jetzt die Frage stellen kann, ob Schwabstraße ein Bahnhof
>> ist oder nur Haltepunkt ;-)

>Wo ist da der genaue Unterschied?

Die geltende Definition heißt: "Ein Bahnhof ist eine Bahnanlage mit
mindestens einer Weiche, auf der Züge beginnen, enden, kreuzen,
einander überholen oder mit Gleiswechsel wenden dürfen."

Nachlesen kann man das in der Eisenbahn-FAQ von debe,
http://home.arcor-online.de/estw/efaq/index.html
http://home.arcor-online.de/estw/efaq/efaq-02-02.html#fd51

Irgendwer schrub aber in debe, die ganze Sache hätte man kürzlich
aufgeweicht. Wie auch immer: Der S-Bahn-Haltepunkt Hauptbahnhof (ohne
Weichen) heißt wegen der naheliegenden Station so. Manchmal reicht der
Einzugsbereich soweit, daß auch eine Weiche dort herumliegt.

Bei der Berliner S-Bahn hat man sich dagegen so geeinigt: Intern
trennt man durchaus Bahnhöfe und Haltepunkte. In der externen
Kommunikation sind aber alles Bahnhöfe bzw. Stationen.

Jürgen Kozlik

unread,
Sep 26, 2001, 7:06:02 AM9/26/01
to

Mathias Hiller wrote:
>
> On Wed, 26 Sep 2001 11:28:13 +0200, Jürgen Kozlik
> <Juergen...@alcatel.de> wrote:
>
> >> Wobei man jetzt die Frage stellen kann, ob Schwabstraße ein Bahnhof
> >> ist oder nur Haltepunkt ;-)
>
> >Wo ist da der genaue Unterschied?
>
> Die geltende Definition heißt: "Ein Bahnhof ist eine Bahnanlage mit
> mindestens einer Weiche, auf der Züge beginnen, enden, kreuzen,
> einander überholen oder mit Gleiswechsel wenden dürfen."

Danke!

> Bei der Berliner S-Bahn hat man sich dagegen so geeinigt: Intern
> trennt man durchaus Bahnhöfe und Haltepunkte. In der externen
> Kommunikation sind aber alles Bahnhöfe bzw. Stationen.

Das halte ich dann genau so:
Ich werde nach wie vor zum "Bahnhof" gehen,
obwohl ich nun weiß, daß es ein Haltepunkt ist.

Umgangssprache und Fachsprache unterscheiden sich eben. :-)
--
Jürgen Kozlik

Message has been deleted

Mathias Hiller

unread,
Sep 28, 2001, 12:27:12 PM9/28/01
to
On 28 Sep 2001 13:02:00 +0200, erm...@compuserve.com (Markus Ermert)
wrote:

>(Nichts, ebenso wie nichts gegen Briefmarke, Olympiade, Bleistift,
>Glühbirne, Schalterbeamter, Lehrling spricht.)

Was soll gegen Olympiade sprechen? Irgendeinen Namen muß es doch für
die Zeit zwischen den Spielen geben?!

Mathias Hiller

unread,
Sep 28, 2001, 5:46:48 PM9/28/01
to
On 28 Sep 2001 19:12:00 +0200, erm...@compuserve.com (Markus Ermert)
wrote:

>Höhöhö. Hamwer jelacht. Was ist überhaupt mit der je unterschiedlichen
>Zeit zwischen zwei Winterolympiaden und zwei Sommerolympiaden, seit die
>zeitversetzt stattfinden?

Keene Ahnung. Aber ick könnt' mia vorstelln tun, det die jetrennt
jezählt wern tun.

Michael Pronay

unread,
Sep 29, 2001, 7:39:58 AM9/29/01
to
m...@snafu.de (Mathias Hiller) wrote:

>>Höhöhö. Hamwer jelacht. Was ist überhaupt mit der je
>>unterschiedlichen Zeit zwischen zwei Winterolympiaden und zwei
>>Sommerolympiaden, seit die zeitversetzt stattfinden?
>
>Keene Ahnung. Aber ick könnt' mia vorstelln tun, det die jetrennt
>jezählt wern tun.

Nein. Olympiaden werden sowieso nur bei Sommerspielen gezählt. Die
Winterspiele hießen von Anfang an offiziell "Soundsovielte
olympische Winterspiele", im Gegensatz zu den "Spielen der
soundsovielten Olypiade der Neuzeit/modernen Ära" im Sommer.

M.

Michael Pronay

unread,
Sep 29, 2001, 8:35:02 AM9/29/01
to
abuse...@yahoo.de (Ralf Kusmierz) wrote:

>In welchem zeitlichen Verhältnis stehen eigentlich die Olympischen
>Spiele zur Olympiade? Liegen sie am Anfang, in der Mitte oder am
>Ende?

Offenbar am Ende. Bei den ersten in Athen 1896 hat man offenbar den
Beginn der ersten Olympiade im Jahr 1892 fingiert.

M.

Thomas Frieling

unread,
Sep 29, 2001, 4:12:31 PM9/29/01
to

Mathias Hiller schrieb:
>
> (...)
> "nach Aldi" --> Prol, spätes 20. Jh. (...)

'Wo geht's den beim Aldi?'

'ZU Aldi, ZU!!'

'Was? Ist schon acht Uhr?'

Thomas

Uwe Hannebauer

unread,
Oct 1, 2001, 4:11:10 AM10/1/01
to
m...@snafu.de (Mathias Hiller) wrote:

> >Keene Ahnung. Aber ick könnt' mia vorstelln tun, det die jetrennt
> >jezählt wern tun.

Ick hab awa noch keen Berlina jesehn, der zweemal in een Satz "tun"
sacht; oda jibbt's det in 'Ranberlinabezirke'?

fracht
Uwe

Mathias Hiller

unread,
Oct 1, 2001, 1:46:07 PM10/1/01
to
On Mon, 1 Oct 2001 10:11:10 +0200, bu...@gmx.de (Uwe Hannebauer)
wrote:

>Ick hab awa noch keen Berlina jesehn, der zweemal in een Satz "tun"
>sacht; oda jibbt's det in 'Ranberlinabezirke'?

Denn tu mal nach Brannburch fahrn ...

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