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Lebt unsere Sprache und Kultur eigentlich noch?

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Rudolf Harras

unread,
Nov 9, 2009, 6:36:33 PM11/9/09
to
Hmm.. Vielleicht mag hier ja jemand was dazu sagen. Vielleicht sehe ich
es ja negativ, vielleicht ist es ja eine positive Entwicklung dass
Regionales zurückgedrängt wird. Jedenfalls habe ich den Eindruck (aus
österreichischer Sicht, wird aber wohl auch auf Deutschland zutreffen
und vermutlich andere Sprachen und Länder):

Unsere Sprache und Kultur ist eigentlich tot. Da kommt nichts neues mehr
nach, die einzigen Einflüsse kommen aus dem englischen Sprachraum bzw.
ganz konkret aus den USA.

Zum Sprachlichen:
Welche Firma würde sich denn heutzutage noch Volkswagen nennen? Die
Maschinenfabrik Andritz benennt sich um weil Maschinenfabrik
international zu kompliziert ist, die ÖMV verzichtet auf das Ö. Während
man bei alteingesessenen Sachen wie zB Strohrum im Ausland noch weiß wo
das herkommt ist allen bei Red Bull natürlich unbekannt daß das aus
Österreich kommt.

Studiengänge und die Namen neuer Institute gibt es teils nur mehr auf
Englisch, deren Homepage auch. Sogar die Titel amerikanisiert, wird halt
die Oma noch weniger verstehen was das Enkerl macht wenns für den PhD
lernt. Obwohl die deutsche Sprache eigentlich komplexer und für mehrere
Wortspielereien tauglich baut man des öfteren englische Zitate ein.

Andererseits gibt es im Gegensatz zu den Anfängen Computerspiele und
Programme nun auch in allen möglichen Sprachen, deutsche Rockmusik ist
nicht nur mehr Schlager, Piktogramme ersetzen Beschriftungen im Auto und
durch deren Boardcomputer kann man sowieso die Sprache wählen.


Zur Kultur:
Da sieht es ähnlich aus, man müßte natürlich meinen dass kulturelle
Einflüsse aus aller Welt kommen wenn man aber so das tägliche Leben
ansieht ist es anders: Kegelbahnen sehen aus wie in den 70er-Jahren
stehengeblieben, hingebaut werden Bowlingbahnen, immerhin sieht man das
ja auch im Fernsehen. Selbiges mit den Kartenspielen: 3er-Schnapsen,
Preferanzen können immer weniger, dafür wird wohl mehr gepokert. Liegt
sicher auch daran dass online-Spiele eher internationale Kartenspiele
forcieren. Krampusse laufen in städtlicheren gebieten schon lange nicht
mehr von Haus zu Haus, Frisch und Gsund geklopft wird man auch nicht
mehr, dafür heißts Ende Oktober dann "süßes oder saures?".

Sieht man so die Lieblinsfilme des Durchschnittsbürgers, so werden zu
95% amerikanische Filme angegeben. Da war wohl vor 30 Jahren mit Bud
Spencer, Italo-Western, Louis de Funes mehr internationaler Austausch
da. Wie konkret hier allerdings amerikanisches bevorzugt und nicht mal
die englische Sprache generell wird macht sich an folgendem Beispiel
bemerkbar: Selbst gute britische Serien wie IT Crowd und The Office
werden von den Sendern lange ignoriert, der ORF hat dann das
amerikanische Remake von The Office gebracht...

Zwar ist in Wien der Krocha-Trend entstanden. Wie vorhergesagt weil ja
Wien "eine Stadt ist wo nicht unbedingt Trends entstehen" war der Spuk
kurze zeit Später wieder (zum Glück) vorbei. Ohnehin ein Trend auf den
man nicht so stolz sein kann. Dafür bringt zwar der österreichische und
auch der deutsche Film in letzter Zeit wieder viel gutes raus.

Dennoch... Irgendwie habe ich den Eindruck, da kommt nichts mehr.
Einflüsse von da und dort hat es ja immer gegeben und ist ja auch nichts
schlechtes, aber ausschließlich aus dem amerikanischen Raum und in
dieser Geschwindigkeit?

Oder sehe, ich das falsch, was meint ihr?

Gunhild Simon

unread,
Nov 10, 2009, 4:09:01 AM11/10/09
to
On 10 Nov., 00:36, Rudolf Harras <rudi...@temporaryforwarding.com>
wrote:

>...


> Oder sehe, ich das falsch, was meint ihr?

Lamentieren hilft nichts. Globalisierung ist unaufhaltsam.

Man muß selber mitgestalten, manche Mitmenschen freuen sich gar über
differenzierte Sprache.

Wenn Bastian Sick zum arenafüllenden Star werden konnte, muß das
Bedürfnis nach muttersprachlicher Bildung groß sein.

Gruß
Gunhild
www.blog1.institut1.de

Reinhard Gonaus

unread,
Nov 10, 2009, 4:24:32 AM11/10/09
to
Rudolf Harras schrieb:

> Hmm.. Vielleicht mag hier ja jemand was dazu sagen. Vielleicht sehe ich
> es ja negativ, vielleicht ist es ja eine positive Entwicklung dass
> Regionales zur�ckgedr�ngt wird.

..., dass Regionales ...


>Jedenfalls habe ich den Eindruck (aus

> �sterreichischer Sicht, wird aber wohl auch auf Deutschland zutreffen
> und vermutlich andere Sprachen und L�nder):
>
... und vermutlich auch auf andere ...

> Unsere Sprache und Kultur ist eigentlich tot.

Unsere Sprache und unsere Kultur sind ...


>Da kommt nichts neues mehr

... nichts Neues ...

> nach, die einzigen Einfl�sse kommen aus dem englischen Sprachraum bzw.


> ganz konkret aus den USA.
>

... aus dem englischen Sprachraum, bzw. ganz ...

> Zum Sprachlichen:
> Welche Firma w�rde sich denn heutzutage noch Volkswagen nennen? Die


> Maschinenfabrik Andritz benennt sich um weil Maschinenfabrik

... benennt sich um, weil ...
> international zu kompliziert ist, die �MV verzichtet auf das �. W�hrend
> man bei alteingesessenen Sachen wie zB Strohrum im Ausland noch wei� wo

... bei alteingesessenen Sachen, wie z. B. Stroh-Rum ... nich wei�, wo...
> das herkommt ist allen bei Red Bull nat�rlich unbekannt da� das aus
> �sterreich kommt.
>
das herkommt, ist allen ... nat�rlich unbekannt, dass das ...

> Studieng�nge und die Namen neuer Institute gibt es teils nur mehr auf


> Englisch, deren Homepage auch. Sogar die Titel amerikanisiert, wird halt

Sogar die Titel sind ...

> die Oma noch weniger verstehen was das Enkerl macht wenns f�r den PhD
> lernt.
... noch weniger verstehen, was das Enkerl macht, wenn's ...

>Obwohl die deutsche Sprache eigentlich komplexer und f�r mehrere
> Wortspielereien tauglich baut man des �fteren englische Zitate ein.
>
... und f�r mehrere Wortspielereien tauglich ist, baut man ...

> Andererseits gibt es im Gegensatz zu den Anf�ngen Computerspiele und
> Programme nun auch in allen m�glichen Sprachen, deutsche Rockmusik ist


> nicht nur mehr Schlager, Piktogramme ersetzen Beschriftungen im Auto und

> durch deren Boardcomputer kann man sowieso die Sprache w�hlen.
>
>
> Zur Kultur:
> Da sieht es �hnlich aus, man m��te nat�rlich meinen dass kulturelle

... nat�rlich meinen, dass ...
> Einfl�sse aus aller Welt kommen wenn man aber so das t�gliche Leben

... aus aller Welt kommen, wenn man aber ...

> ansieht ist es anders: Kegelbahnen sehen aus wie in den 70er-Jahren

ansieht, ist es anders: ...sehen aus, wie in den ... stehengeblieben,...

> stehengeblieben, hingebaut werden Bowlingbahnen, immerhin sieht man das
> ja auch im Fernsehen. Selbiges mit den Kartenspielen: 3er-Schnapsen,

> Preferanzen k�nnen immer weniger, daf�r wird wohl mehr gepokert. Liegt


> sicher auch daran dass online-Spiele eher internationale Kartenspiele

... auch daran, dass ...
> forcieren. Krampusse laufen in st�dtlicheren gebieten schon lange nicht
... ist st�dtlicheren (?) Gebieten ...


> mehr von Haus zu Haus, Frisch und Gsund geklopft wird man auch nicht

... frisch und g'sund ...
> mehr, daf�r hei�ts Ende Oktober dann "s��es oder saures?".
>
hei�t's "S��es oder Saures".

> Sieht man so die Lieblinsfilme des Durchschnittsb�rgers, so werden zu


> 95% amerikanische Filme angegeben. Da war wohl vor 30 Jahren mit Bud
> Spencer, Italo-Western, Louis de Funes mehr internationaler Austausch
> da. Wie konkret hier allerdings amerikanisches bevorzugt und nicht mal

... Amerikanisches bevorzugt wird, und nicht mal die englische Sprache
generell, macht sich ...


> die englische Sprache generell wird macht sich an folgendem Beispiel
> bemerkbar: Selbst gute britische Serien wie IT Crowd und The Office
> werden von den Sendern lange ignoriert, der ORF hat dann das
> amerikanische Remake von The Office gebracht...
>
> Zwar ist in Wien der Krocha-Trend entstanden. Wie vorhergesagt weil ja

Wie vorhergesagt, weil ja ...

> Wien "eine Stadt ist wo nicht unbedingt Trends entstehen" war der Spuk

...Wien "eine Stadt ist, wo nicht ... entstehen", war der Spuk ...
> kurze zeit Sp�ter wieder (zum Gl�ck) vorbei.

>Ohnehin ein Trend auf den

> man nicht so stolz sein kann. Daf�r bringt zwar der �sterreichische und


> auch der deutsche Film in letzter Zeit wieder viel gutes raus.
>

... ein Trend, auf den man ...
Daf�r bringt zwar (?) der ... Film wieder viel Gutes raus.

> Dennoch... Irgendwie habe ich den Eindruck, da kommt nichts mehr.

> Einfl�sse von da und dort hat es ja immer gegeben und ist ja auch nichts
> schlechtes, aber ausschlie�lich aus dem amerikanischen Raum und in
> dieser Geschwindigkeit?
>
... nichts Schlechtes, ...

> Oder sehe, ich das falsch, was meint ihr?

Na ja.
Ich sagert ja: Dein Posting ist ein Indiz daf�r, dass du's ganz richtig
siehst.
Es kommt aber nicht von den verderblichen fremden Einfl�ssen, sondern
von der eigenen Schluderei.

Lothar Frings

unread,
Nov 10, 2009, 4:32:56 AM11/10/09
to
Gunhild Simon tat kund:

> Lamentieren hilft nichts. Globalisierung ist unaufhaltsam.
>
> Man muß selber mitgestalten, manche Mitmenschen freuen sich gar über
> differenzierte Sprache.

Ein paar kleine Nischen werden dem Deutschen bestimmt bleiben.

>
> Wenn Bastian Sick zum arenafüllenden Star werden konnte, muß das
> Bedürfnis nach muttersprachlicher Bildung groß sein.

Eigentlich ist das Bedürfnis nach immer mehr Comedy
groß. Und da ist es natürlich eine gute Geschäftsidee,
ein Feld zu beackern, das noch nicht so ausgelaugt ist.

Rudolf Harras

unread,
Nov 10, 2009, 4:56:04 AM11/10/09
to
Reinhard Gonaus schrieb:

>Es kommt aber nicht von den verderblichen fremden Einflüssen, sondern
>von der eigenen Schluderei.

äh... aber darum gings allerdings nicht.

Rudolf Harras

unread,
Nov 10, 2009, 4:58:24 AM11/10/09
to
Reinhard Gonaus schrieb:

>Es kommt aber nicht von den verderblichen fremden Einflüssen, sondern
>von der eigenen Schluderei.

Äh... darum gings aber eigentlich nicht. Wieso kann man so eine
Diskussion offenbar nicht führen ohne

- dass in dem Text dann akribisch nach Rechtschreib (und sogar
Beistrichfehlern!) gesucht wird

- dass man dem nationalistischem Eck zugeordnert wird

- dass einem unterstellt wird frustriert zu sein

Hm?

Rudolf Harras

unread,
Nov 10, 2009, 5:07:22 AM11/10/09
to
Lothar Frings schrieb:

>Ein paar kleine Nischen werden dem Deutschen bestimmt bleiben.

Hmm... Also in gewissen Branchen gibts ja noch französische oder
italienische Namensgebungen weils chic ist. Aber Deutsch? Wenns bei der
Auto- und Skiindustrie nicht passiert ist, dann bleibt nur mehr alles
was böse klingt - zB Rammstein.

>Eigentlich ist das Bedürfnis nach immer mehr Comedy
>groß.

Wie der Begriff schon sagt auch nicht unbedingt etwas was in dieser Form
hier entstanden ist. Ich weiß nicht ob irgend so ein halblustiger
Comedy-Clown jetzt groß ein Fortschritt ist von einem Qualtinger. Mir
kommt eher vor die Kabarettisten reihen sich schon langsam zwischen den
Talkshows und Gerichtssendungen ein. Sicher mag es da ein paar positive
Ausnahmen geben.

Aber im Grunde heißt das auch: Es werden Sachen von den Amerikanern
genommen und bei uns halt auf deutsch nachgemacht.

Lothar Frings

unread,
Nov 10, 2009, 5:07:28 AM11/10/09
to
Rudolf Harras tat kund:

Der erste Punkt ist eine desd-Marotte, normalerweise als
ironische Antwort auf völlig offtopice Postings[*],
die beiden anderen kann ich in diesem Thread nicht entdecken.

-----
[*] Bitte - da steht "normalerweise".

Rudolf Harras

unread,
Nov 10, 2009, 5:16:20 AM11/10/09
to
Gunhild Simon schrieb:

>Globalisierung ist unaufhaltsam.

Globalisierung ist aber der falsche Ausdruck, das betrifft wohl nur die
Waren- und Geldtransfers.

Aber rein sprachlich und kulturell ist es eine reine Amerikanisierung.
Einflüsse von wo anders bekommen wir kaum. Auch der Rest der Welt nicht.
Vielleicht schafft hin und wieder jemand anders dort einen
Achtungserfolg aber das war's dann.

Frank Müller

unread,
Nov 10, 2009, 7:23:09 AM11/10/09
to
"Gunhild Simon" schrieb:

On 10 Nov., 00:36, Rudolf Harras <rudi...@temporaryforwarding.com>
wrote:

>>...
>> Oder sehe, ich das falsch, was meint ihr?
>
> Lamentieren hilft nichts. Globalisierung ist unaufhaltsam.

Wieso geht eigentlich die Globalisierung immer in die Sprache Englisch,
w�re es da nicht angebrachter das man z.B. in USA als erste Fremdsprache
Russisch einf�hren w�rde?

Frank

Message has been deleted

Rudolf Harras

unread,
Nov 10, 2009, 8:02:10 AM11/10/09
to
Lothar Frings schrieb:

>> ᅵh... darum gings aber eigentlich nicht. Wieso kann man so eine
>> Diskussion offenbar nicht fᅵhren ohne


>>
>> - dass in dem Text dann akribisch nach Rechtschreib (und sogar
>> Beistrichfehlern!) gesucht wird
>>
>> - dass man dem nationalistischem Eck zugeordnert wird
>>
>> - dass einem unterstellt wird frustriert zu sein
>
> Der erste Punkt ist eine desd-Marotte, normalerweise als

> ironische Antwort auf vᅵllig offtopice Postings[*],


> die beiden anderen kann ich in diesem Thread nicht entdecken.

Ja, ich wollte das nur vorbeugend mal erwᅵhnen bevor es noch kommt.

Normalerweise bekommt man bei so einem Thema ohnehin eine Watsche von
beiden seiten.

Die einen finden das ja eh vorteilhaft wenn sich alles vereinheitlicht
und die anderen mᅵgen es nicht wenn man sie drauf aufmerksam macht dass
nicht die Zuwanderer die "Gefahr" fᅵr unsere Sprache und Kultur sind.

Und da die Prolos ohnehin am liebsten amerikanische Actionfilme schauen
und mit der Sᅵdstaatenflagge am Gewand herumrennen merken sie gar nicht
dass sie sich eigentlich selbst die grᅵᅵten Feine sind wenn ihnen der
Erhalt unserer Sprache und Kultur so wichtig ist.

Message has been deleted

G.O.Tuhls

unread,
Nov 10, 2009, 9:10:31 AM11/10/09
to
On 10 Nov., 13:23, Frank Müller wrote:

> > Lamentieren hilft nichts. Globalisierung ist unaufhaltsam.
>
> Wieso geht eigentlich die Globalisierung immer in die Sprache Englisch,

> wäre es da nicht angebrachter das man z.B. in USA als erste Fremdsprache
> Russisch einführen würde?

Wozu? Was außerhalb von god's own country liegt oder gebraucht wird,
ist irrelevant.

Gruß
G.O.

Gerald Fix

unread,
Nov 10, 2009, 10:22:31 AM11/10/09
to
On Tue, 10 Nov 2009 00:36:33 +0100, Rudolf Harras
<rud...@temporaryforwarding.com> wrote:

>Zum Sprachlichen:
>Welche Firma w�rde sich denn heutzutage noch Volkswagen nennen? Die


>Maschinenfabrik Andritz benennt sich um weil Maschinenfabrik

>international zu kompliziert ist, die �MV verzichtet auf das �.

Das sind Beispiele daf�r, dass die Sprache lebt - sogar daf�r,
dass sie quicklebendig ist. Tot ist nur, wer zur Ver�nderung
nicht mehr f�hig ist.

Ob dem einen oder dem anderen die Art, die Richtung oder die
Geschwindigkeit der Ver�nderung passt oder nicht, das steht auf
einem anderen Blatt.

__
Viele Gr��e
Gerald Fix

Frank Müller

unread,
Nov 10, 2009, 10:34:57 AM11/10/09
to
"G.O.Tuhls" <g.o....@googlemail.com> schrieb

>On 10 Nov., 13:23, Frank M�ller wrote:
>
>> > Lamentieren hilft nichts. Globalisierung ist unaufhaltsam.
>>
>> Wieso geht eigentlich die Globalisierung immer in die Sprache Englisch,
>> w�re es da nicht angebrachter das man z.B. in USA als erste Fremdsprache
>> Russisch einf�hren w�rde?
>
> Wozu? Was au�erhalb von god's own country liegt oder gebraucht wird,
> ist irrelevant.

Auf meinen Rotationsellipsoid ist das nun mal Voraussetzung da� man
mehr Sprachen als seine Muttersprache beherrscht und wer das nicht
kann ist hier Doof und wer doof ist, ist f�r mich immer irrelevant.

Frank

Dieter Bruegmann

unread,
Nov 10, 2009, 10:41:56 AM11/10/09
to
Gerald Fix (10.11.2009 16:22):

> On Tue, 10 Nov 2009 00:36:33 +0100, Rudolf Harras
> <rud...@temporaryforwarding.com> wrote:
>
>> Zum Sprachlichen:
>> Welche Firma w�rde sich denn heutzutage noch Volkswagen nennen? Die
>> Maschinenfabrik Andritz benennt sich um weil Maschinenfabrik
>> international zu kompliziert ist, die �MV verzichtet auf das �.
>
> Das sind Beispiele daf�r, dass die Sprache lebt - sogar daf�r,
> dass sie quicklebendig ist. Tot ist nur, wer zur Ver�nderung
> nicht mehr f�hig ist.

"Gefahren warten nur auf die, die nicht auf das Leben reagieren" -
gerade in den letzten Wochen �fter mal zu h�ren gewesen.


Da Didi
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de

Weltwissenschaftstag f�r Frieden und Entwicklung

Christian Seidl

unread,
Nov 10, 2009, 10:58:45 AM11/10/09
to
On 10 Nov., 16:41, Dieter Bruegmann <dieterbruegm...@gmx.net> wrote:

> > Das sind Beispiele dafür, dass die Sprache lebt - sogar dafür,
> > dass sie quicklebendig ist. Tot ist nur, wer zur Veränderung
> > nicht mehr fähig ist.


>
> "Gefahren warten nur auf die, die nicht auf das Leben reagieren" -

> gerade in den letzten Wochen öfter mal zu hören gewesen.

Die Sprache in ihrem Lauf
halten weder Ochs noch Esel auf!

Das hat schon Erich Honecker gewusst.

Ch.

Dieter Bruegmann

unread,
Nov 10, 2009, 12:00:15 PM11/10/09
to
Christian Seidl (10.11.2009 16:58):

>>> Das sind Beispiele dafᅵr, dass die Sprache lebt - sogar dafᅵr,
>>> dass sie quicklebendig ist. Tot ist nur, wer zur Verᅵnderung
>>> nicht mehr fᅵhig ist.


>>
>> "Gefahren warten nur auf die, die nicht auf das Leben reagieren" -

>> gerade in den letzten Wochen ᅵfter mal zu hᅵren gewesen.


>
> Die Sprache in ihrem Lauf
> halten weder Ochs noch Esel auf!
>
> Das hat schon Erich Honecker gewusst.

Wer was das noch mal?


Da "'Die Mauer wird noch in 50 und 100 Jahren stehen' - was zumeist
vergessen wird, daᅵ dieser Satz noch weiter ging." Didi
--
Dieter Brᅵgmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de

ᅵ (+95) * Grasnabe +92,85ᅵ * Sarrazin-Blᅵdsinn 28 * Ursus & Nadeschkin
aᅵenzahn +60,45 * PRIVATSENDER: Nie einschalten! * Brennholzverleih 79

Hartmut Ott

unread,
Nov 10, 2009, 12:55:32 PM11/10/09
to
Hej,

Frank M�ller wrote:

> Wieso geht eigentlich die Globalisierung immer in die Sprache
> Englisch, w�re es da nicht angebrachter das man z.B. in USA als erste


Ich habe mal beim Gro�aufr�umen auf der Arbeit sehr alte Personalakten
entsorgt. Bis 1870 waren die Vordrucke sehr franz�sisch, danach deutsch.

mfg
Hartmut Ott

Rudolf Harras

unread,
Nov 10, 2009, 1:15:29 PM11/10/09
to
Gerald Fix schrieb:

>Das sind Beispiele dafür, dass die Sprache lebt - sogar dafür,
>dass sie quicklebendig ist. Tot ist nur, wer zur Veränderung
>nicht mehr fähig ist.

Wieso, wo verändert sich denn da die Sprache? Es wird in bestimmten
Kreisen nur mehr eine verwendet - das ist keine Veränderung.

Rudolf Harras

unread,
Nov 10, 2009, 1:15:29 PM11/10/09
to
Hartmut Ott schrieb:

>Ich habe mal beim Großaufräumen auf der Arbeit sehr alte Personalakten
>entsorgt. Bis 1870 waren die Vordrucke sehr französisch, danach deutsch.

Wo war das, Mühlhausen? ;)

Rudolf Harras

unread,
Nov 10, 2009, 1:29:57 PM11/10/09
to
Gerald Fix schrieb:

>Ob dem einen oder dem anderen die Art, die Richtung oder die
>Geschwindigkeit der Veränderung passt oder nicht, das steht auf
>einem anderen Blatt.

Wie gesagt wirschaftlich ist es vielleicht sinnvoll wenns bald nur mehr
eine Sprache gibt und in allen Ländern die gleichen Bräuche.

Nachdem aber die EU Sprachen wie Bretonisch usw. fördert wäre für die
Medien eine ähnliche Lösung wie in Frankreich interessant: 50%
europäische Produktionen, 15% vom eigenen Land in eigener Sprache in
Radio und Fernsehen.

Obwohl: Auf der anderen Seite traut sich ja kein Fernsehsender mehr so
wie damals Fernsehserien Original mit Untertiteln zu bringen (zB
Munsters, Addams Family).

nicked

unread,
Nov 10, 2009, 1:55:04 PM11/10/09
to
On 10 Nov., 18:15, Rudolf Harras <rudi...@temporaryforwarding.com>
wrote:

Ist 'quicklebendig' nicht ein Pleonasmus? Im englischen Gebrauch
bedeutet 'quick' genau das selbe wie 'lebend',

Richard

Gerald Fix

unread,
Nov 10, 2009, 2:46:02 PM11/10/09
to
On Tue, 10 Nov 2009 10:55:04 -0800 (PST), nicked
<ral...@hotmail.com> wrote:

>On 10 Nov., 18:15, Rudolf Harras <rudi...@temporaryforwarding.com>
>wrote:
>> Gerald Fix schrieb:
>>

>> >Das sind Beispiele daf�r, dass die Sprache lebt - sogar daf�r,
>> >dass sie quicklebendig ist. Tot ist nur, wer zur Ver�nderung
>> >nicht mehr f�hig ist.
>>

>> Wieso, wo ver�ndert sich denn da die Sprache? Es wird in bestimmten
>> Kreisen nur mehr eine verwendet - das ist keine Ver�nderung.


>
>Ist 'quicklebendig' nicht ein Pleonasmus? Im englischen Gebrauch
>bedeutet 'quick' genau das selbe wie 'lebend',

Ich habe das Wort absichtlich verwendet ...

Quick halte ich hier f�r eine Verst�rkung, wie in
springlebendig. Quick wurde im Deutschen eher im Sinne von
"schnell, fetzig" verstanden - ein weit verbreitetes Moped der
Firma NSU hie� Quickly.

Gerald Fix

unread,
Nov 10, 2009, 2:43:31 PM11/10/09
to
On Tue, 10 Nov 2009 19:29:57 +0100, Rudolf Harras
<rud...@temporaryforwarding.com> wrote:

>Wieso, wo ver�ndert sich denn da die Sprache? Es wird in bestimmten
>Kreisen nur mehr eine verwendet - das ist keine Ver�nderung.

Wenn eine Fremdsprache gesprochen wird, ist das etwas anderes
(das ist aber nichts Neues). Wenn immer mehr englischst�mmige
W�rter im Deutschen auftauchen, dann ist das schlichtweg eine
Ver�nderung der deutschen Sprache. Werthers Echte hei�en in der
deutschen Sprache Werther's Originals - v�llig egal, wie das in
England oder den USA ist.

>Wie gesagt wirschaftlich ist es vielleicht sinnvoll wenns bald nur mehr

>eine Sprache gibt und in allen L�ndern die gleichen Br�uche.
>
>Nachdem aber die EU Sprachen wie Bretonisch usw. f�rdert w�re f�r die
>Medien eine �hnliche L�sung wie in Frankreich interessant: 50%
>europ�ische Produktionen, 15% vom eigenen Land in eigener Sprache in
>Radio und Fernsehen.

Das ist keine Frage der Sprache, sondern der Kultur. Aber wenn
du davon �berzeugt bist, deutsch sei tot, dann pass besser bei
der n�chsten Steuererkl�rung auf. Der Paragraf 146 Absatz 3 der
Abgabenordnung bestimmt n�mlich: "Die Buchungen und die sonst
erforderlichen Aufzeichnungen sind in einer lebenden Sprache
vorzunehmen."

Lars Bräsicke

unread,
Nov 10, 2009, 3:29:20 PM11/10/09
to
Rudolf Harras schrieb:

> Zum Sprachlichen:
> Welche Firma w�rde sich denn heutzutage noch Volkswagen nennen? Die

Das ist ja auch kein sch�ner Name. Das erinnert an Volksrepublik und
volkseigen.

> Maschinenfabrik Andritz benennt sich um weil Maschinenfabrik
> international zu kompliziert ist,

Ich h�tte das "Andritz" f�r kompliziert fehalten.

> die �MV verzichtet auf das �. W�hrend
> man bei alteingesessenen Sachen wie zB Strohrum im Ausland noch wei� wo

> das herkommt ist allen bei Red Bull nat�rlich unbekannt da� das aus
> �sterreich kommt.

Eigtl. aus Thailand, wenn ich mich recht erinnere.

> Studieng�nge und die Namen neuer Institute gibt es teils nur mehr auf
> Englisch, deren Homepage auch. Sogar die Titel amerikanisiert, wird halt

> die Oma noch weniger verstehen was das Enkerl macht wenns f�r den PhD
> lernt.

Gut, fr�her war das alles lateinisch, dann franz�sisch, heute ist das
Englische dran.
B�tschelas k�nnte man auch Bacchalaurei hei�en, Maastas Magister, dann
fiele aber auf, da� diese Studieng�nge mit klass. Magistern und Bacch...
etc. nicht mehr viel zu tun haben.

> Obwohl die deutsche Sprache eigentlich komplexer und f�r mehrere
> Wortspielereien tauglich baut man des �fteren englische Zitate ein.

In Ma�en macht das die deutsche Sprache ja eher noch komplexer und
wortverspielter.

> Andererseits gibt es im Gegensatz zu den Anf�ngen Computerspiele und
> Programme nun auch in allen m�glichen Sprachen, deutsche Rockmusik ist
> nicht nur mehr Schlager, Piktogramme ersetzen Beschriftungen im Auto und
> durch deren Boardcomputer kann man sowieso die Sprache w�hlen.

Nennen wir ihn Armaturenrechner anstatt Boardcomputer.

> Zur Kultur:
> Da sieht es �hnlich aus, man m��te nat�rlich meinen dass kulturelle

> Einfl�sse aus aller Welt kommen wenn man aber so das t�gliche Leben

> ansieht ist es anders: Kegelbahnen sehen aus wie in den 70er-Jahren

> stehengeblieben, hingebaut werden Bowlingbahnen, immerhin sieht man das
> ja auch im Fernsehen.

Hmm. Im Fernsehen sehe ich keine Unterschiede. Gebowlt wurde schon lange
in DE.

> Selbiges mit den Kartenspielen: 3er-Schnapsen,
> Preferanzen k�nnen immer weniger, daf�r wird wohl mehr gepokert. Liegt
> sicher auch daran dass online-Spiele eher internationale Kartenspiele

> forcieren. Krampusse laufen in st�dtlicheren gebieten schon lange nicht

> mehr von Haus zu Haus, Frisch und Gsund geklopft wird man auch nicht

> mehr, daf�r hei�ts Ende Oktober dann "s��es oder saures?".
>

> Sieht man so die Lieblinsfilme des Durchschnittsb�rgers, so werden zu
> 95% amerikanische Filme angegeben. Da war wohl vor 30 Jahren mit Bud
> Spencer, Italo-Western, Louis de Funes mehr internationaler Austausch
> da. Wie konkret hier allerdings amerikanisches bevorzugt und nicht mal

> die englische Sprache generell wird macht sich an folgendem Beispiel
> bemerkbar: Selbst gute britische Serien wie IT Crowd und The Office
> werden von den Sendern lange ignoriert, der ORF hat dann das
> amerikanische Remake von The Office gebracht...

Das mag damit zu tun haben, da� die Amerikaner in "Ell-�i" durchaus
internationalen Geschmack treffende Filme herstellen.
Franz�sische Filme, auch solche ohne gr��eren k�nstlerischen Anspruch,
sind nun mal immer *sehr* franz�sisch und einem (also mir) daher oft
fremd. (Da� das durchaus und gerade ein Reiz darstellen kann, lasse ich
mal unerw�hnt, denn der St�rfaktor ist bedeutender.) F�r andere
europ�ischen Filmschaffende gilt dasselbe, auch der deutsche Film ist ja
sehr deutsch. Ein polnischer oder russischer Film kann es an Fremdheit
locker mit einem iranischen aufnehmen. Das macht den Kohl dann auch
nicht mehr fett. Da� sowas �ber Grenzen hinweg ankommt, ist immer
schwieriger als es dem weniger fremd, eher international erscheinenden
Hollywood-Film ergeht. Da treffen sich zwar Leute zu so seltsamen
Ereignissen wie F�nksgiwwink oder H�llowien, da ist man bez�glich Sex
irgendwie pr�de, aber ansonsten sind die Leute da ganz erstaunlich wie
du und ich, will es scheinen. Ein Eindruck von Fremdheit entsteht gar
nicht erst.
F�r amerikan. Nicht-Hollywood-Filme gilt das nicht in demselben Ma�e,
aber noch mehr als f�r europ�ische.
Da ist zwar auch viel Gewohnheit bei, weil man seit Jahrzehnten amerik.
Filme und deren (immer gleiche) Topoi gewohnt ist. (Man erwartet ja bei
seinem Gerichtsprozess geradezu eine Dschurri aus haargenau 12
Geschworenen und ist bitter entt�uscht, auf sowas wie Sch�ffen zu
treffen.) Aber das ist es nicht alleyn.

> Dennoch... Irgendwie habe ich den Eindruck, da kommt nichts mehr.

Gemach, die Welt dreht sich ja noch ein paar Jahrhunderte.
Und wie wir den Franzosenquatsch "vis-�-vis" mit seinen "Bureaux",
"Trottoirs" und "Chaussees" hinter uns gelassen haben, werden wir auch
Amerika �berleben.

Lars

Frank Müller

unread,
Nov 10, 2009, 3:36:22 PM11/10/09
to
"Dieter Bruegmann" <dieterb...@gmx.net> schrieb:

> > Das hat schon Erich Honecker gewusst.
>
> Wer was das noch mal?
>
>
> Da "'Die Mauer wird noch in 50 und 100 Jahren stehen' - was zumeist
> vergessen wird, daᅵ dieser Satz noch weiter ging." Didi

Steht denn keine Mauer mehr? Der gute war Dachdecker der konnte
sich garantiert ausdenken daᅵ eine Mauer mindestens so lange
stehen kann wie es das Wort Mauer gibt.
Wenn Honecker die Mauer, die damals in Berlin stand, meinte
hatte er meist das Wort "antifaschistischer Schutzwall" benutzt.

Frank

Andreas Höfeld

unread,
Nov 11, 2009, 2:43:27 AM11/11/09
to
Rudolf Harras schrieb:
...
> Einfl�sse von da und dort hat es ja immer gegeben und ist ja auch nichts
> schlechtes, aber ausschlie�lich aus dem amerikanischen Raum und in
> dieser Geschwindigkeit?

Selbst deine Zeichensetzung und ab und zu auch die Substantivschreibung
sind oft eher amerikanisch als deutsch,

ENGE,
Andreas

Lothar Frings

unread,
Nov 11, 2009, 2:51:56 AM11/11/09
to
Christian Seidl tat kund:

Einer von den beiden hat bestimmt den von Dieter
zitierten Satz erfunden.

Lothar Frings

unread,
Nov 11, 2009, 2:57:40 AM11/11/09
to
nicked tat kund:

> Ist 'quicklebendig' nicht ein Pleonasmus? Im englischen Gebrauch
> bedeutet 'quick' genau das selbe wie 'lebend',

Im Deutschen nicht.

Lothar Frings

unread,
Nov 11, 2009, 3:00:02 AM11/11/09
to
Rudolf Harras tat kund:

> Nachdem aber die EU Sprachen wie Bretonisch usw. fördert wäre für die
> Medien eine ähnliche Lösung wie in Frankreich interessant: 50%
> europäische Produktionen, 15% vom eigenen Land in eigener Sprache in
> Radio und Fernsehen.

Willst du wirklich sowas wie "Die Camper" oder "Ritas Welt"
mit merklichem Marktanteil?

Message has been deleted

Gunhild Simon

unread,
Nov 11, 2009, 3:27:09 AM11/11/09
to

Ich erinnere mich an "quick" in einem von Fontanes Romanen. "Vor dem
Sturm" oder "Der Stechlin" vielleicht.

Jedenfalls wird so die lebhafte Tochter des Hausmeisters
charakterisiert, die immer wieder ihre unerträglichen Stellungen
aufgibt und erzählt, wie es ihr bei den "feinen" Herrschaften ergangen
war Bett in der Badewanne neben den leeren Weinflaschen oder auf dem
Hängeboden in der Küche über dem Herd.

Laut Wahrig 06 ist quick: lebhaft, lebendig, munter, flink.
Das meinte Richard sicher.

Gruß
Gunhild
Gruß
Gunhild

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 11, 2009, 4:09:16 AM11/11/09
to
Am 11.11.2009, 09:27 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:

> Ich erinnere mich an "quick" in einem von Fontanes Romanen.

> "Vor dem Sturm" oder "Der Stechlin" vielleicht. [..]


> Jedenfalls wird so die lebhafte Tochter des Hausmeisters
> charakterisiert

Vielleicht dort?
| ᅵOh, no, noᅵ, sagte Nelson. ᅵNichts Weiblichkeit; always
| quick and clever... das is, was wir lieben an deutsche Frauen.
| Nichts Weiblichkeit. Frᅵulein Corinna is quite in the right way.ᅵ
[Fontane: Frau Jenny Treibel. ]

Aber wohl eher hier:
| [..] weil Hedwig ein heiteres, quickes und sehr anstelliges
| Ding war und manches besaᅵ, was die Schickedanz mit der
| Ungehᅵrigkeit des ewigen Dienstwechsels wieder aussᅵhnte.
[Fontane: Der Stechlin.]

Oder doch eine der 10 weiteren Fundstellen bei Fontane?

> Laut Wahrig 06 ist quick: lebhaft, lebendig, munter, flink.

Laut Kluge ist es etymologisch mit 'keck' verwandt. Die im
Wort 'Quecksilber' enthaltene Bedeutung kommt schon aus dem
Mittelhochdeutschen, dort, so Lexer, in den Formen 'quec, kec,
koc' in den Bedeutungen: lebendig, frisch; fest, gedrungen;
frisch, munter, mutig. Dazu auch das Nomen 'quecke, kecke':
frisches, mutiges Wesen, Tapferkeit.

Des langen speaches kurzer sense: Nix amerikanisch! Erbgut!

:-) j/\a
--

Gunhild Simon

unread,
Nov 11, 2009, 4:28:32 AM11/11/09
to
On 11 Nov., 10:09, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.net>
wrote:

> Am 11.11.2009, 09:27 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de>:
>
> > Ich erinnere mich an "quick" in einem von Fontanes Romanen.
> > "Vor dem Sturm" oder "Der Stechlin" vielleicht. [..]
> > Jedenfalls wird so die lebhafte Tochter des Hausmeisters
> > charakterisiert

> Aber wohl eher hier:


> |  [..] weil Hedwig ein heiteres, quickes und sehr anstelliges

> |  Ding war und manches besaß, was die Schickedanz mit der
> |  Ungehörigkeit des ewigen Dienstwechsels wieder aussöhnte.
> [Fontane: Der Stechlin.]

Ja, Hedwig meinte ich. Danke.

(Hausmeister war auch nicht korrekt. Stallmeister vielleicht?
Jedenfalls bewohnten sie das Erdgeschoß.)
Mein Kompliment für Deine Findigkeit. Ich kann nicht mit "Mr. Check"
umgehen.

Gruß
Gunhild


Jakob Achterndiek

unread,
Nov 11, 2009, 4:45:58 AM11/11/09
to
Am 11.11.2009, 10:28 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:

> Ja, Hedwig meinte ich. Danke.

Kompliment fᅵr das intakte Erinnerungsvermᅵgen.

> Mein Kompliment fᅵr Deine Findigkeit.
Danke fᅵr dieses UNVERDIENTE Kompliment. Der Mr. Check besteht
hᅵufig nur aus einer DVD und ein paar Fingerᅵbungen.

Allenfalls EINE Angewohnheit wᅵnsche ich manchmal auch dem
einen oder anderen Anderen: Wie am Beispiel des morgen-
schlafenden Schiller sitzt da im Kopf ein freches Teufelchen
und weiᅵ: ᅵIRGENDWAS war doch da noch ..ᅵ. Und das verleitet
mich dann, ein schlaues Buch hervorzukramen, damit ich's dem
Salbaderer auf die Ohren hauen kann.

;-) j/\a
--

Gunhild Simon

unread,
Nov 11, 2009, 5:52:06 AM11/11/09
to
On 11 Nov., 10:45, "Jakob Achterndiek" <achternd...@buzemann.net>
wrote:

> Am 11.11.2009, 10:28 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de>:
>
> > Ja, Hedwig meinte ich. Danke.
>
> Kompliment für das intakte Erinnerungsvermögen.

>
> > Mein Kompliment für Deine Findigkeit.
>
> Danke für dieses UNVERDIENTE Kompliment. Der Mr. Check besteht
> häufig nur aus einer DVD und ein paar Fingerübungen.
>
> Allenfalls EINE Angewohnheit wünsche ich manchmal auch dem

> einen oder anderen Anderen: Wie am Beispiel des morgen-
> schlafenden Schiller sitzt da im Kopf ein freches Teufelchen
> und weiß: »IRGENDWAS war doch da noch ..«. Und das verleitet

> mich dann, ein schlaues Buch hervorzukramen, damit ich's dem
> Salbaderer auf die Ohren hauen kann.
>
> ;-)   j/\a
> --

Dann weißt Du ja vielleicht auch den Zusammenhang von "... so krosch
(kross im Sinne von knusprig?) und quick" - ich meine die Formulierung
stamme auch aus Fontanes Feder - eine wiederholte Charakterisierung
eines jungen Mädchens (wie? Hedwig?), die aus dem Mund einer älteren
Frau zitiert wird.

Ich habe mich im Zuge der Überlegungen auch auf die Suche nach dem
Zusammenhang zu Quecke, Kriechgras, einem Ungras, gemacht. Sein Name
meint tatsächlich das Gleiche, aber negativ gefärbt: zählebig.

Gruß
Gunhild

Rudolf Harras

unread,
Nov 11, 2009, 5:56:46 AM11/11/09
to
Andreas Hᅵfeld schrieb:
> Rudolf Harras schrieb:
> ...
>> Einflᅵsse von da und dort hat es ja immer gegeben und ist ja auch nichts
>> schlechtes, aber ausschlieᅵlich aus dem amerikanischen Raum und in

>> dieser Geschwindigkeit?
>
> Selbst deine Zeichensetzung und ab und zu auch die Substantivschreibung
> sind oft eher amerikanisch als deutsch,

Kᅵnnte auch spanisch sein.

Rudolf Harras

unread,
Nov 11, 2009, 6:08:57 AM11/11/09
to
Lars Brᅵsicke schrieb:

Danke, endlich mal einer der wirklich etwas dazu sagt!

> Rudolf Harras schrieb:
>
>> Zum Sprachlichen:

>> Welche Firma wᅵrde sich denn heutzutage noch Volkswagen nennen? Die
>
> Das ist ja auch kein schᅵner Name. Das erinnert an Volksrepublik und
> volkseigen.

Das stimmt natᅵrlich zugegeben.

>> die ᅵMV verzichtet auf das ᅵ. Wᅵhrend
>> man bei alteingesessenen Sachen wie zB Strohrum im Ausland noch weiᅵ wo
>> das herkommt ist allen bei Red Bull natᅵrlich unbekannt daᅵ das aus
>> ᅵsterreich kommt.


>
> Eigtl. aus Thailand, wenn ich mich recht erinnere.

Die Idee stammt vielleicht aus Thailand, aber so wie es jetzt verkauft
wird hat es dieses Getrᅵnk dort wohl nicht gegeben.

> Gut, frᅵher war das alles lateinisch, dann franzᅵsisch, heute ist das
> Englische dran.

Meinst Du wirklich dass das in diesem Ausmaᅵ passiert ist?

> Das mag damit zu tun haben, daᅵ die Amerikaner in "Ell-ᅵi" durchaus

> internationalen Geschmack treffende Filme herstellen.

> Franzᅵsische Filme, auch solche ohne grᅵᅵeren kᅵnstlerischen Anspruch,
> sind nun mal immer *sehr* franzᅵsisch und einem (also mir) daher oft
> fremd. (Daᅵ das durchaus und gerade ein Reiz darstellen kann, lasse ich
> mal unerwᅵhnt, denn der Stᅵrfaktor ist bedeutender.) Fᅵr andere
> europᅵischen Filmschaffende gilt dasselbe, auch der deutsche Film ist ja
> sehr deutsch.

Das stimmt nur sehr bedingt. Die Sache ist: Die europᅵischen Filme die
ins Ausland gelangen sind immer eher richtung Drame, experimentell usw.
Die hᅵtten wohl auch ein kleineres Publikum wenn sie aus Hollywood
kommen wᅵrden.

Man muᅵ nur schauen welche Filme aus ᅵsterreich bei uns bekannt und
beliebt sind und welche dann im Ausland gezeigt werden. Das sind zwei
verschiedene Sachen, ich glaube das Problem ist: Sender denen es um die
Quoten geht, die trauen sich selten was anderes als Hollywood oder dem
eigenen Land zu bringen und Sender die Filme aus allen mᅵglichen Lᅵndern
aufgreifen sind dann so wie Arte die eher schwerer verdauliches bringen,
aber nicht einen Film der vielleicht in Portugal der Renner war und
vielleicht fᅵr hiesiges Kommerzpublikum taugt.

Beispiel: Kopps aus Schweden, oder Dᅵnische Delikatessen aus Dᅵnemark,
durchaus Massentauglich wᅵrde ich mal sagen.

> Ein polnischer oder russischer Film kann es an Fremdheit
> locker mit einem iranischen aufnehmen. Das macht den Kohl dann auch

> nicht mehr fett. Daᅵ sowas ᅵber Grenzen hinweg ankommt, ist immer

> schwieriger als es dem weniger fremd, eher international erscheinenden
> Hollywood-Film ergeht.

Der amerikanische Film ist aber auch sehr amerikanisch. Nur sind wir
damit lange genug berieselt worden, dass es uns oft vertrauter vorkommt
als Filme aus dem eigenen Land ("...die reden ja so komisch...").

> Da ist zwar auch viel Gewohnheit bei, weil man seit Jahrzehnten amerik.
> Filme und deren (immer gleiche) Topoi gewohnt ist. (Man erwartet ja bei
> seinem Gerichtsprozess geradezu eine Dschurri aus haargenau 12

> Geschworenen und ist bitter enttᅵuscht, auf sowas wie Schᅵffen zu

> treffen.) Aber das ist es nicht alleyn.

Ok, Du siehst das auch. ;)

> aber ansonsten sind die Leute da ganz erstaunlich wie
> du und ich, will es scheinen.

Das wᅵrde ich ᅵberhaupt nicht sagen. Die Leute sind in europᅵischen
Dramen viel realistischer, aber es will halt jeder sein Mᅵrchen von
"Leuten wie Du und ich" die dann was gaaanz tolles machen.

nicked

unread,
Nov 11, 2009, 6:13:32 AM11/11/09
to

Genau, durch das folgende Zitat von der King James' Bibel bestätigt:
| He ascended into heaven and sitteth on the right hand of God the
Father Almighty;
| from thence he shall come to judge the quick and the dead.

Richard

Joachim Parsch

unread,
Nov 11, 2009, 6:26:25 AM11/11/09
to

Lars Br�sicke schrieb:
>
> Rudolf Harras schrieb:


> > Sieht man so die Lieblinsfilme des Durchschnittsb�rgers, so werden zu
> > 95% amerikanische Filme angegeben. Da war wohl vor 30 Jahren mit Bud
> > Spencer, Italo-Western, Louis de Funes mehr internationaler Austausch
> > da. Wie konkret hier allerdings amerikanisches bevorzugt und nicht mal
> > die englische Sprache generell wird macht sich an folgendem Beispiel
> > bemerkbar: Selbst gute britische Serien wie IT Crowd und The Office
> > werden von den Sendern lange ignoriert, der ORF hat dann das
> > amerikanische Remake von The Office gebracht...
>
> Das mag damit zu tun haben, da� die Amerikaner in "Ell-�i" durchaus
> internationalen Geschmack treffende Filme herstellen.

Bzw. Filme ohne speziell regionalen Bezug. Nat�rlich hat das auch
einen "typischen" Stil, allerdings haben sich sehr viele Leute
inzwischen daran gew�hnt.

> Franz�sische Filme, auch solche ohne gr��eren k�nstlerischen Anspruch,
> sind nun mal immer *sehr* franz�sisch und einem (also mir) daher oft
> fremd. (Da� das durchaus und gerade ein Reiz darstellen kann, lasse ich
> mal unerw�hnt, denn der St�rfaktor ist bedeutender.)

Nun wirken franz�sische Filme nicht fremd f�r mich, auch nicht alle
anderen Filme aus (west)europ�ischen L�ndern. Ich kann mich in die
Alltagssituationen in europ�ischen Filmen fast immer gut einf�hlen.
Da� aber bei Filmen aus ganz anderen Kulturen der St�rfaktor gr��er
w�re als der Reiz des Fremnden, kann ich irgendwie nicht best�tigen.

> F�r andere
> europ�ischen Filmschaffende gilt dasselbe, auch der deutsche Film ist ja
> sehr deutsch. Ein polnischer oder russischer Film kann es an Fremdheit
> locker mit einem iranischen aufnehmen. Das macht den Kohl dann auch
> nicht mehr fett. Da� sowas �ber Grenzen hinweg ankommt, ist immer
> schwieriger als es dem weniger fremd, eher international erscheinenden
> Hollywood-Film ergeht. Da treffen sich zwar Leute zu so seltsamen
> Ereignissen wie F�nksgiwwink oder H�llowien, da ist man bez�glich Sex
> irgendwie pr�de, aber ansonsten sind die Leute da ganz erstaunlich wie
> du und ich, will es scheinen. Ein Eindruck von Fremdheit entsteht gar
> nicht erst.

Nicht, wenn man davor auch 20 Hollywood-Filme gesehen hat. Wenn es
sowas wie einen deutschen oder europ�ischen Durchschnittsb�rger
gibt, finde ich den eher (wenig verwunderlich) im europ�ischen Kino
wieder.

> F�r amerikan. Nicht-Hollywood-Filme gilt das nicht in demselben Ma�e,
> aber noch mehr als f�r europ�ische.
> Da ist zwar auch viel Gewohnheit bei, weil man seit Jahrzehnten amerik.
> Filme und deren (immer gleiche) Topoi gewohnt ist. (Man erwartet ja bei
> seinem Gerichtsprozess geradezu eine Dschurri aus haargenau 12
> Geschworenen und ist bitter entt�uscht, auf sowas wie Sch�ffen zu
> treffen.) Aber das ist es nicht alleyn.

Meiner Ansicht nach ist es zu mindestens 90% Gew�hnungssache. Mir
geht es n�mlich eher andersherum: in europ�ischen Filmen f�hle ich
mich immer "heimisch", sehr viel mehr als in Hollywood-Produktionen.
Allerdings sehe ich auch deutlich mehr Filme aus Europa als aus
Hollywood im Kino.

Gru�
Joachim

nicked

unread,
Nov 11, 2009, 6:26:51 AM11/11/09
to
On 10 Nov., 20:29, Lars Bräsicke <braesi...@yahoo.de> wrote:
> Rudolf Harras schrieb:
>
> > Zum Sprachlichen:
> > Welche Firma würde sich denn heutzutage noch Volkswagen nennen? Die
>
> Das ist ja auch kein schöner Name. Das erinnert an Volksrepublik und

> volkseigen.
>
> > Maschinenfabrik Andritz benennt sich um weil Maschinenfabrik
> > international zu kompliziert ist,
>
> Ich hätte das "Andritz" für kompliziert fehalten.
>
> > die ÖMV verzichtet auf das Ö. Während
> > man bei alteingesessenen Sachen wie zB Strohrum im Ausland noch weiß wo
> > das herkommt ist allen bei Red Bull natürlich unbekannt daß das aus
> > Österreich kommt.

>
> Eigtl. aus Thailand, wenn ich mich recht erinnere.
>
> > Studiengänge und die Namen neuer Institute gibt es teils nur mehr auf

> > Englisch, deren Homepage auch. Sogar die Titel amerikanisiert, wird halt
> > die Oma noch weniger verstehen was das Enkerl macht wenns für den PhD
> > lernt.
>
> Gut, früher war das alles lateinisch, dann französisch, heute ist das
> Englische dran.
> Bätschelas könnte man auch Bacchalaurei heißen, Maastas Magister, dann
> fiele aber auf, daß diese Studiengänge mit klass. Magistern und Bacch...

> etc.  nicht mehr viel zu tun haben.
>
> > Obwohl die deutsche Sprache eigentlich komplexer und für mehrere
> > Wortspielereien tauglich baut man des öfteren englische Zitate ein.
>
> In Maßen macht das die deutsche Sprache ja eher noch komplexer und
> wortverspielter.
>
> > Andererseits gibt es im Gegensatz zu den Anfängen Computerspiele und
> > Programme nun auch in allen möglichen Sprachen, deutsche Rockmusik ist

> > nicht nur mehr Schlager, Piktogramme ersetzen Beschriftungen im Auto und
> > durch deren Boardcomputer kann man sowieso die Sprache wählen.

>
> Nennen wir ihn Armaturenrechner anstatt Boardcomputer.
>
> > Zur Kultur:
> > Da sieht es ähnlich aus, man müßte natürlich meinen dass kulturelle
> > Einflüsse aus aller Welt kommen wenn man aber so das tägliche Leben

> > ansieht ist es anders: Kegelbahnen sehen aus wie in den 70er-Jahren
> > stehengeblieben, hingebaut werden Bowlingbahnen, immerhin sieht man das
> > ja auch im Fernsehen.
>
> Hmm. Im Fernsehen sehe ich keine Unterschiede. Gebowlt wurde schon lange
> in DE.
>
> > Selbiges mit den Kartenspielen: 3er-Schnapsen,
> > Preferanzen können immer weniger, dafür wird wohl mehr gepokert. Liegt

> > sicher auch daran dass online-Spiele eher internationale Kartenspiele
> > forcieren. Krampusse laufen in städtlicheren gebieten schon lange nicht

> > mehr von Haus zu Haus, Frisch und Gsund geklopft wird man auch nicht
> > mehr, dafür heißts Ende Oktober dann "süßes oder saures?".
>
> > Sieht man so die Lieblinsfilme des Durchschnittsbürgers, so werden zu

> > 95% amerikanische Filme angegeben. Da war wohl vor 30 Jahren mit Bud
> > Spencer, Italo-Western, Louis de Funes mehr internationaler Austausch
> > da. Wie konkret hier allerdings amerikanisches bevorzugt und nicht mal
> > die englische Sprache generell wird macht sich an folgendem Beispiel
> > bemerkbar: Selbst gute britische Serien wie IT Crowd und The Office
> > werden von den Sendern lange ignoriert, der ORF hat dann das
> > amerikanische Remake von The Office gebracht...
>
> Das mag damit zu tun haben, daß die Amerikaner in "Ell-Äi" durchaus

> internationalen Geschmack treffende Filme herstellen.
> Französische Filme, auch solche ohne größeren künstlerischen Anspruch,
> sind nun mal immer *sehr* französisch und einem (also mir) daher oft
> fremd. (Daß das durchaus und gerade ein Reiz darstellen kann, lasse ich
> mal unerwähnt, denn der Störfaktor ist bedeutender.) Für andere
> europäischen Filmschaffende gilt dasselbe, auch der deutsche Film ist ja

> sehr deutsch. Ein polnischer oder russischer Film kann es an Fremdheit
> locker mit einem iranischen aufnehmen. Das macht den Kohl dann auch
> nicht mehr fett. Daß sowas über Grenzen hinweg ankommt, ist immer

> schwieriger als es dem weniger fremd, eher international erscheinenden
> Hollywood-Film ergeht. Da treffen sich zwar Leute zu so seltsamen
> Ereignissen wie Fänksgiwwink oder Hällowien, da ist man bezüglich Sex
> irgendwie prüde, aber ansonsten sind die Leute da ganz erstaunlich wie

> du und ich, will es scheinen.  Ein Eindruck von Fremdheit entsteht gar
> nicht erst.
> Für amerikan. Nicht-Hollywood-Filme gilt das nicht in demselben Maße,
> aber noch mehr als für europäische.

> Da ist zwar auch viel Gewohnheit bei, weil man seit Jahrzehnten amerik.
> Filme und deren (immer gleiche) Topoi gewohnt ist. (Man erwartet ja bei
> seinem Gerichtsprozess geradezu eine Dschurri aus haargenau 12
> Geschworenen und ist bitter enttäuscht, auf sowas wie Schöffen zu

> treffen.) Aber das ist es nicht alleyn.
>
> > Dennoch... Irgendwie habe ich den Eindruck, da kommt nichts mehr.
>
> Gemach, die Welt dreht sich ja noch ein paar Jahrhunderte.
> Und wie wir den Franzosenquatsch "vis-à-vis" mit seinen "Bureaux",

> "Trottoirs" und "Chaussees" hinter uns gelassen haben, werden wir auch
> Amerika überleben.
>
> Lars

Ich habe das Gefühl daß viele Eindeutschungen auf Basis schlampiger
Überstzungen erfolgen.
In disem Fall [Nennen wir ihn Armaturenrechner anstatt Boardcomputer]
hätte ich eher an an Bord = "on board" gedacht, weil es sich um ein,
sozusagen eingebautes und nicht fernabgefragtes, Gerät handelt.

Richard

Michael Schumacher

unread,
Nov 11, 2009, 6:50:38 AM11/11/09
to
Frank Müller wrote:

> "Dieter Bruegmann" <dieterb...@gmx.net> schrieb:
>
>> > Das hat schon Erich Honecker gewusst.
>>
>> Wer was das noch mal?
>>
>>
>> Da "'Die Mauer wird noch in 50 und 100 Jahren stehen' - was zumeist

>> vergessen wird, daß dieser Satz noch weiter ging." Didi


>
> Steht denn keine Mauer mehr? Der gute war Dachdecker der konnte

> sich garantiert ausdenken daß eine Mauer mindestens so lange


> stehen kann wie es das Wort Mauer gibt.
> Wenn Honecker die Mauer, die damals in Berlin stand, meinte
> hatte er meist das Wort "antifaschistischer Schutzwall" benutzt.

Didi spielte wohl darauf an, daß Honnis o.g. Zitat nur die halbe
Wahrheit ist, denn sinngemäß sagte er weiter, die Mauer würde
solange bestehen bleiben, wie auch die Ursachen, die zu ihrem
Bau geführt haben, bestehen blieben. Somit hat sich seine voll
Aussage bewahrheitet, wenn auch bestimmt anders, als er sich das
wahrscheinlich vorgestellt hatte.

Spontan mußte ich an ein anderes berühmtes (Teil-) Zitat denken:
"Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.". Das paßt aber
hier nicht, weil die Fortsetzung ("Dann kommt der Krieg zu euch.")
nicht von Carl Sandburg, sondern von einem unbekannten Verfasser
stammt.


mike

Michael Schumacher

unread,
Nov 11, 2009, 6:53:22 AM11/11/09
to
Frank Müller wrote:

> "Dieter Bruegmann" <dieterb...@gmx.net> schrieb:
>
>> > Das hat schon Erich Honecker gewusst.
>>
>> Wer was das noch mal?
>>
>>
>> Da "'Die Mauer wird noch in 50 und 100 Jahren stehen' - was zumeist

>> vergessen wird, daß dieser Satz noch weiter ging." Didi


>
> Steht denn keine Mauer mehr? Der gute war Dachdecker der konnte

> sich garantiert ausdenken daß eine Mauer mindestens so lange


> stehen kann wie es das Wort Mauer gibt.
> Wenn Honecker die Mauer, die damals in Berlin stand, meinte
> hatte er meist das Wort "antifaschistischer Schutzwall" benutzt.

Didi spielte wohl darauf an, daß Honnis o.g. Zitat nur die halbe


Wahrheit ist, denn sinngemäß sagte er weiter, die Mauer würde
solange bestehen bleiben, wie auch die Ursachen, die zu ihrem
Bau geführt haben, bestehen blieben. Somit hat sich seine

Aussage voll bewahrheitet, wenn auch bestimmt anders, als er sich

Ekkehard Dengler

unread,
Nov 11, 2009, 6:53:20 AM11/11/09
to
Gerald Fix wrote:

> On Tue, 10 Nov 2009 00:36:33 +0100, Rudolf Harras
> <rud...@temporaryforwarding.com> wrote:
>
>> Zum Sprachlichen:
>> Welche Firma w�rde sich denn heutzutage noch Volkswagen nennen? Die

>> Maschinenfabrik Andritz benennt sich um weil Maschinenfabrik
>> international zu kompliziert ist, die �MV verzichtet auf das �.

>
> Das sind Beispiele daf�r, dass die Sprache lebt - sogar daf�r,
> dass sie quicklebendig ist. Tot ist nur, wer zur Ver�nderung
> nicht mehr f�hig ist.
>
> Ob dem einen oder dem anderen die Art, die Richtung oder die
> Geschwindigkeit der Ver�nderung passt oder nicht, das steht auf
> einem anderen Blatt.

Sprachen ver�ndern sich nicht von selbst, sondern werden von ihren Sprechern
ver�ndert. Diese Ver�nderungen entspringen oft dem unbeabsichtigten
Zusammenwirken vieler Einzelner, aber eine Sprachgemeinschaft kann ihre
Sprache auch gezielt ver�ndern. Jedenfalls verl�uft Sprachwandel nicht nach
den Gesetzen der Evolution. Sprachen sind auch keine Organismen, sondern
kollektive Ph�nomene wie der Stra�enverkehr. Wenn die Sommerferien anfangen,
kommt es auf den Autobahnen beispielsweise zu Staus, weil viele Einzelne auf
einmal das Gleiche vorhaben. Sprachwandel hat oft �hnliche Ursachen wie ein
solcher Stau, aber nicht zwangsl�ufig. Es ist kein Zufall, dass die
Sommerferien nicht in allen Bundesl�ndern gleichzeitig anfangen.

Gr��e,
Ekkehard


Jakob Achterndiek

unread,
Nov 11, 2009, 6:52:26 AM11/11/09
to
Am 11.11.2009, 11:52 Uhr, schrieb Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de>:

> Dann weiᅵt Du ja vielleicht auch den Zusammenhang von "... so krosch


> (kross im Sinne von knusprig?) und quick" - ich meine die Formulierung
> stamme auch aus Fontanes Feder - eine wiederholte Charakterisierung

> eines jungen Mᅵdchens (wie? Hedwig?), die aus dem Mund einer ᅵlteren
> Frau zitiert wird.

Nein, tut mir leid. Auch in verwandten Schreibweisen habe ich diese
Kombination nirgends gefunden.

Gruᅵ
j/\a
--

Michael Schumacher

unread,
Nov 11, 2009, 7:03:46 AM11/11/09
to
Gunhild Simon wrote:

> Wenn Bastian Sick zum arenafüllenden Star werden konnte, muß das
> Bedürfnis nach muttersprachlicher Bildung groß sein.

Wohl eher nach Unterhaltung[1] -- so /ganz/ tot scheint unsere
"Spaßgesellschaft" wohl doch noch nicht zu sein.

Passend dazu läuft gerade im Radio die neue Blödmarkt-Kampagne
mit dem Berliner Weltrekordbespaßer...

[1] Buchtip: André Meinunger, "Sick of Sick?"


mike

Rudolf Harras

unread,
Nov 11, 2009, 7:09:59 AM11/11/09
to
nicked schrieb:

> Ich habe das Gefᅵhl daᅵ viele Eindeutschungen auf Basis schlampiger
> ᅵberstzungen erfolgen.

...die Bush-Administration...

Frank Müller

unread,
Nov 11, 2009, 7:13:18 AM11/11/09
to
"Michael Schumacher" schrieb:

Honecker hat den Krieg selbst miterlebt, der hatte Probleme sich
den kalten krieg vorzustellen, auf die Idee einen kalten Krieg
auch kalt zu beenden wäre der alleine nie gekommen.

Frank

Frank Hucklenbroich

unread,
Nov 11, 2009, 7:20:31 AM11/11/09
to
Am Wed, 11 Nov 2009 03:26:51 -0800 (PST) schrieb nicked:

> In disem Fall [Nennen wir ihn Armaturenrechner anstatt Boardcomputer]

> h�tte ich eher an an Bord = "on board" gedacht, weil es sich um ein,
> sozusagen eingebautes und nicht fernabgefragtes, Ger�t handelt.

"An Bord" ist aber kein Anglizismus sondern in der Seefahrt seit jeher
�blich. Den ersten "Bordcomputer" verbaute soweit ich mich erinnere BMW
irgendwann Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre in seine 7er Klasse. Da
hie� das Ger�t schon so - ein einfacher Reiserechner im Taschenrechnerlook,
aber damals eine Neuerung und ein sehr teures Extra. Und der hie� damals
schon "Bordcomputer", das war ein feststehender Begriff. Ein Computer, der
immer mit an Bord war. An Fernabfrage war damals noch nicht zu denken. Man
spielte damit wohl bewu�t auf den Fachjargon aus Luft- und Seefahrt an,
nach dem Motto "Sowas haben sonst nur gro�e Schiffe und Flugzeuge, wir
bauen das in einen PkW".

Gr��e,

Frank

Dieter Bruegmann

unread,
Nov 11, 2009, 7:24:56 AM11/11/09
to
Michael Schumacher (11.11.2009 12:53):

> Frank M�ller wrote:
[...]


>>> Da "'Die Mauer wird noch in 50 und 100 Jahren stehen' - was zumeist

>>> vergessen wird, da� dieser Satz noch weiter ging." Didi


>>
>> Steht denn keine Mauer mehr? Der gute war Dachdecker der konnte

>> sich garantiert ausdenken da� eine Mauer mindestens so lange


>> stehen kann wie es das Wort Mauer gibt.
>> Wenn Honecker die Mauer, die damals in Berlin stand, meinte
>> hatte er meist das Wort "antifaschistischer Schutzwall" benutzt.
>

> Didi spielte wohl darauf an, da� Honnis o.g. Zitat nur die halbe
> Wahrheit ist, denn sinngem�� sagte er weiter, die Mauer w�rde


> solange bestehen bleiben, wie auch die Ursachen, die zu ihrem

> Bau gef�hrt haben, bestehen blieben. Somit hat sich seine


> Aussage voll bewahrheitet, wenn auch bestimmt anders, als er sich
> das wahrscheinlich vorgestellt hatte.

Das war gemeint. (Da hatte Honni *einmal* den westdeutschen
Sprachgebrauch angewandt.)


Da Didi
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de

NP: Harald Wehmeier und Detlev Groening - Telefonieren wird billiger

Dieter Bruegmann

unread,
Nov 11, 2009, 7:24:56 AM11/11/09
to
Rudolf Harras (11.11.2009 13:09):

> nicked schrieb:
>
>> Ich habe das Gef�hl da� viele Eindeutschungen auf Basis schlampiger
>> �berstzungen erfolgen.
>
> ...die Bush-Administration...

Gibt es denn keine Obama-Administration?


Da Didi
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de

Polizist zum einsamen Zecher auf der Parkbank: "Was machen Sie
denn da?" - "Das ist die Weihnachtsfeier... meiner Ich-AG."

Message has been deleted

Frank Hucklenbroich

unread,
Nov 11, 2009, 9:04:17 AM11/11/09
to
Am Wed, 11 Nov 2009 14:08:07 +0100 schrieb Ralf Heinrich Arning:

> Gerald Fix <geral...@t-online.de> wrote:
>
>> Das ist keine Frage der Sprache, sondern der Kultur. Aber wenn
>> du davon �berzeugt bist, deutsch sei tot, dann pass besser bei
>> der n�chsten Steuererkl�rung auf. Der Paragraf 146 Absatz 3 der
>> Abgabenordnung bestimmt n�mlich: "Die Buchungen und die sonst
>> erforderlichen Aufzeichnungen sind in einer lebenden Sprache
>> vorzunehmen."
>
> Woher kommt denn so etwas? Hat einer seine Erkl�rung auf etruskisch
> abgegeben?

Da hat es bestimmt schon Leute gegeben, die den Kram auf Latein eingereicht
haben, nur um die Finanzbeamten zu �rgern.

Gr��e,

Frank

Lothar Frings

unread,
Nov 11, 2009, 9:13:24 AM11/11/09
to
Frank Hucklenbroich tat kund:

> Am Wed, 11 Nov 2009 14:08:07 +0100 schrieb Ralf Heinrich Arning:
>

> > Gerald Fix <gerald....@t-online.de> wrote:
>
> >> Das ist keine Frage der Sprache, sondern der Kultur. Aber wenn

> >> du davon überzeugt bist, deutsch sei tot, dann pass besser bei
> >> der nächsten Steuererklärung auf. Der Paragraf 146 Absatz 3 der
> >> Abgabenordnung bestimmt nämlich: "Die Buchungen und die sonst


> >> erforderlichen Aufzeichnungen sind in einer lebenden Sprache
> >> vorzunehmen."
>

> > Woher kommt denn so etwas? Hat einer seine Erklärung auf etruskisch


> > abgegeben?
>
> Da hat es bestimmt schon Leute gegeben, die den Kram auf Latein eingereicht

> haben, nur um die Finanzbeamten zu ärgern.

I wo. "Wird eine andere als die deutsche Sprache
verwendet, so kann die Finanzbehörde Übersetzungen
verlangen."

Gerald Fix

unread,
Nov 11, 2009, 9:55:19 AM11/11/09
to
On Wed, 11 Nov 2009 14:08:07 +0100, rha...@t-online.de (Ralf
Heinrich Arning) wrote:

>Gerald Fix <geral...@t-online.de> wrote:
>
>> Das ist keine Frage der Sprache, sondern der Kultur. Aber wenn

>> du davon �berzeugt bist, deutsch sei tot, dann pass besser bei
>> der n�chsten Steuererkl�rung auf. Der Paragraf 146 Absatz 3 der
>> Abgabenordnung bestimmt n�mlich: "Die Buchungen und die sonst


>> erforderlichen Aufzeichnungen sind in einer lebenden Sprache
>> vorzunehmen."
>

>Woher kommt denn so etwas? Hat einer seine Erkl�rung auf etruskisch
>abgegeben?

Das wei� ich nicht, vielleicht als Basic.

__
Viele Gr��e
Gerald Fix

Michael Schumacher

unread,
Nov 11, 2009, 12:54:22 PM11/11/09
to
Frank Müller wrote:

> Honecker hat den Krieg selbst miterlebt

Dein Humor ist echt voll /schräg/ -- sowas mag ich! :-)


mike

PS: Honnis gesammelte Kriegserlebnisse bestanden im WK I aus dem
Vollscheißen von Windeln fernab der Front, und im WK II aus dem
Anglotzen seiner Brandenburgischen Gefängniszelle, zu deren
zehnjährigen Bewohnung er sich seit 1937 nach Verurteilung wegen
"Vorbereitung zum Hochverrat" genötigt sah. Zwei Monate vor dem
Kriegsende machte er den "Papillon" und schlug sich stante pede
zu seinem Mentor Ulbricht und dessen Fanclub durch. Das war auch
seine Rettung, denn hätte man ihm eine Wumme in die Hand gedrückt
und auf Feindjagd geschickt, hätte er sich -- so unbeholfen und
unbedarft, wie er nun mal war -- garantiert versehentlich selbst
damit erschossen!

Oliver Cromm

unread,
Nov 11, 2009, 2:17:44 PM11/11/09
to
* Frank Hucklenbroich <Hucklen...@aol.com> wrote:

> Und der hie� damals schon "Bordcomputer", das war ein feststehender

> Begriff. Ein Computer, der immer mit an Bord war.[...] Man spielte


> damit wohl bewu�t auf den Fachjargon aus Luft- und Seefahrt an, nach
> dem Motto "Sowas haben sonst nur gro�e Schiffe und Flugzeuge, wir
> bauen das in einen PkW".

Vielleicht hatte man gar die Raumfahrt als die Hi-Tech-Assoziation
schlechthin im Visier.

--
die gugel geh�rt seit je zur narrenkleidung:
GRIMM, Deutsches W�rterbuch

Oliver Cromm

unread,
Nov 11, 2009, 2:17:45 PM11/11/09
to
* Stefan Ram <r...@zedat.fu-berlin.de> wrote:

> Lothar Frings <da_l...@gmx.de> writes:
>>>Ist 'quicklebendig' nicht ein Pleonasmus? Im englischen Gebrauch
>>>bedeutet 'quick' genau das selbe wie 'lebend',
>>Im Deutschen nicht.
>

> �Quecksilber� hei�t auf englisch �brigens �mercury�,
> und �mercurial� bedeutet wiederum auf deutsch �lebhaft�.

"Quicksilver" ist etwas altmodisch, hat aber ebenfalls diese
Doppelbedeutung (es dient unver�ndert als Substantiv und Adjektiv).

--
er m�ez an dem kragen
st�t ein gugel tragen,
daz im der hals bel�be w�z
OTTOKAR V. STEIERMARK

Rudolf Harras

unread,
Nov 11, 2009, 2:47:59 PM11/11/09
to
Dieter Bruegmann schrieb:

>Rudolf Harras (11.11.2009 13:09):
>
>> nicked schrieb:
>>

>>> Ich habe das Gefühl daß viele Eindeutschungen auf Basis schlampiger
>>> Überstzungen erfolgen.


>>
>> ...die Bush-Administration...
>
>Gibt es denn keine Obama-Administration?

Ja, aber mit der von Bush hat das mit der "Administration" aufeinmal
plötzlich angefangen.

Dieter Bruegmann

unread,
Nov 11, 2009, 3:03:07 PM11/11/09
to
Rudolf Harras (11.11.2009 20:47):

>>> ...die Bush-Administration...
>>
>> Gibt es denn keine Obama-Administration?
>
> Ja, aber mit der von Bush hat das mit der "Administration" aufeinmal

> pl�tzlich angefangen.

Vorher gab es keine Clinton- oder gar Reagan-Administration?


Da Didi
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de

21.05-22.00 DLF: Kabarett mit Z�pfen und Wandergitarre: Martina Schwar

Jakob Achterndiek

unread,
Nov 11, 2009, 3:04:42 PM11/11/09
to
Am 11.11.2009, 20:47 Uhr, schrieb Rudolf Harras
<rud...@temporaryforwarding.com>:

>>> ...die Bush-Administration...
>> Gibt es denn keine Obama-Administration?
> Ja, aber mit der von Bush hat das mit der "Administration" aufeinmal

> plᅵtzlich angefangen.

Der Schorsch Dabbelju kann nix dafᅵr: Ich habe eben bis zu
Kennedy zurᅵckgegoogelt: Der hatte auch schon eine Administration,
die auch in deutsch geschriebenen Broschᅵren und Artikeln so
genannt wurde.

j/\a
--

Andreas Karrer

unread,
Nov 11, 2009, 3:09:49 PM11/11/09
to
* Rudolf Harras <rud...@temporaryforwarding.com>:

> Ja, aber mit der von Bush hat das mit der "Administration" aufeinmal

> pl�tzlich angefangen.

Achwass. Vermutlich ist es dir damals (bei Bush I oder II?) zum ersten
Mal aufgefallen, danach kam selektive Wahrnehmung. Unser Englischlehrer
hat sich schon zu Zeiten der Nixon-Administration �ber diesen
Wortgebrauch aufgeregt, und er war vermutlich nicht der erste.

- Andi

Roland Franzius

unread,
Nov 11, 2009, 3:19:42 PM11/11/09
to
Andreas Karrer schrieb:

Dann kannte er wahrscheinlich den Unterschied zwischen einer
amerikanischen Administration und einem europ�ischen Kabinett und einer
franz�sischen Regierung nicht. W�rd mich bei Englischlehrern nicht
weiter aufregen.

--

Roland Franzius

Walter P. Zaehl

unread,
Nov 11, 2009, 3:45:38 PM11/11/09
to
Dieter Bruegmann schrieb:
> Christian Seidl (10.11.2009 16:58):
>
>>>> Das sind Beispiele dafᅵr, dass die Sprache lebt - sogar dafᅵr,
>>>> dass sie quicklebendig ist. Tot ist nur, wer zur Verᅵnderung
>>>> nicht mehr fᅵhig ist.
>>> "Gefahren warten nur auf die, die nicht auf das Leben reagieren" -
>>> gerade in den letzten Wochen ᅵfter mal zu hᅵren gewesen.
>> Die Sprache in ihrem Lauf
>> halten weder Ochs noch Esel auf!

>>
>> Das hat schon Erich Honecker gewusst.
>
> Wer was das noch mal?

Der ehemalige Mann von der Margot, die vor kurzem 60 Jahre DDR
gefeiert hat ...

/Walter

Dieter Bruegmann

unread,
Nov 11, 2009, 4:04:35 PM11/11/09
to
Walter P. Zaehl (11.11.2009 21:45):

Die wurde ja auch die "blaue Eminenz" genannt.


Da Didi
--
Dieter Brᅵgmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de

echt +25,79$ * Spaᅵkasse +29,97% * Heul & Suse 84 * Goto & Hell +72$ *
+64% * Schnelltochkᅵpfe +62,78ᅵ * Abendland +44,8ᅵ * NEW YORK: Broadw

Uwe Schickedanz

unread,
Nov 11, 2009, 4:15:12 PM11/11/09
to
On Wed, 11 Nov 2009 22:04:35 +0100, Dieter Bruegmann
<dieterb...@gmx.net> wrote:

>Walter P. Zaehl (11.11.2009 21:45):
>
>> Dieter Bruegmann schrieb:
>>> Christian Seidl (10.11.2009 16:58):
>>>

>>>>>> Das sind Beispiele dafür, dass die Sprache lebt - sogar dafür,
>>>>>> dass sie quicklebendig ist. Tot ist nur, wer zur Veränderung
>>>>>> nicht mehr fähig ist.


>>>>> "Gefahren warten nur auf die, die nicht auf das Leben reagieren" -

>>>>> gerade in den letzten Wochen öfter mal zu hören gewesen.


>>>> Die Sprache in ihrem Lauf
>>>> halten weder Ochs noch Esel auf!
>>>>
>>>> Das hat schon Erich Honecker gewusst.
>>>
>>> Wer was das noch mal?
>>
>> Der ehemalige Mann von der Margot, die vor kurzem 60 Jahre DDR
>> gefeiert hat ...
>
>Die wurde ja auch die "blaue Eminenz" genannt.

Eher "Lila Drachen".

Gruß Uwe

--
Wie spricht man denn das Leerzeichen mit Akut aus? "Hmp!" oder so?
vG o
L_
=== http://www.sicherheitslampe.de === OL

Rudolf Harras

unread,
Nov 11, 2009, 4:17:48 PM11/11/09
to
Dieter Bruegmann schrieb:

>> Ja, aber mit der von Bush hat das mit der "Administration" aufeinmal

>> plötzlich angefangen.


>
>Vorher gab es keine Clinton- oder gar Reagan-Administration?

Zugegeben ist es mir bei Bush wohl am Meisten ausgefallen, bzw. hat es
sich dort am Meisten verbreitet. Mag sein dass zuvor dieser Begriff
schon aufgetaucht ist, aber erst danach haben ihn viele Medien so
übernommen.

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Thomas Schade

unread,
Nov 11, 2009, 5:37:36 PM11/11/09
to
On 11.11.2009 20:17, Oliver Cromm wrote:

> "Quicksilver" ist etwas altmodisch, hat aber ebenfalls diese
> Doppelbedeutung (es dient unver�ndert als Substantiv und Adjektiv).

Bitte? Quicksilver ist ja wohl absolut '� la mode'.


Ciao
Toscha
--
Now he's too old to Rock'n'Roll
but he's too young to die.
[Jethro Tull]

Andreas Karrer

unread,
Nov 11, 2009, 6:16:56 PM11/11/09
to
* Thomas Schade <tos...@rrr.de>:

> On 11.11.2009 20:17, Oliver Cromm wrote:
>
>> "Quicksilver" ist etwas altmodisch, hat aber ebenfalls diese
>> Doppelbedeutung (es dient unver�ndert als Substantiv und Adjektiv).
>
> Bitte? Quicksilver ist ja wohl absolut '� la mode'.

Erstens hat das modische Quiksilver kein c und zweitens heisst '� la
mode' nicht "modisch".

- Andi

Christian Weisgerber

unread,
Nov 11, 2009, 4:35:58 PM11/11/09
to
Ekkehard Dengler <ED...@t-online.de> wrote:

> Jedenfalls verlᅵuft Sprachwandel nicht nach den Gesetzen der
> Evolution.

Mutige Aussage. Wir haben Replikation, Mutation und sicherlich auch
eine Fitnessfunktion.

Zufᅵllig bin ich gerade ᅵber diese Grundlagenforschung zur
Sprachentwicklung gestolpert:
http://www.ling.ed.ac.uk/lec/LEC/Evolution_Experiment.html

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

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Dieter Bruegmann

unread,
Nov 12, 2009, 12:15:10 AM11/12/09
to
Rudolf Harras (11.11.2009 22:17):

> Dieter Bruegmann schrieb:
>
>>> Ja, aber mit der von Bush hat das mit der "Administration" aufeinmal

>>> pl�tzlich angefangen.


>>
>> Vorher gab es keine Clinton- oder gar Reagan-Administration?
>
> Zugegeben ist es mir bei Bush wohl am Meisten ausgefallen, bzw. hat es
> sich dort am Meisten verbreitet. Mag sein dass zuvor dieser Begriff
> schon aufgetaucht ist, aber erst danach haben ihn viele Medien so

> �bernommen.

Und damit sind wir wieder bei unserem Au�enministerium, das aus alter
Tradition - auch offiziell - "Ausw�rtiges Amt" genannt wird.


Da Didi
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de

Erfahrung ist das, was man macht,
wenn man die Anleitung hinterher liest.

Dieter Bruegmann

unread,
Nov 12, 2009, 12:15:10 AM11/12/09
to
R�diger Silberer (11.11.2009 22:46):

> Und wegen der Unterschiede gibt es verschiedene W�rter daf�r? Glaube ich
> nicht, denn dann m��te man ja f�r fast jede Regierung ein eigenes Wort
> haben.

Du kommst der Wahrheit[tm] verdammt nahe. Oder warum nennt man den
Finanzminister des vereinigten K�nigreichs permanent "Schatzkanzler"?


Da Didi
--
Dieter Br�gmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de

Du denkst nur an das Eine: Wie kann ich meinen mir lieb
gewordenen Aberglauben vor der Realit�t sch�tzen?
(Lelarge in ds.geschichte/das.Vau)

Martin Udelhoven

unread,
Nov 12, 2009, 2:12:16 AM11/12/09
to
"Rüdiger Silberer" schrieb:

>>> Das ist keine Frage der Sprache, sondern der Kultur. Aber wenn

>>> du davon überzeugt bist, deutsch sei tot, dann pass besser bei
>>> der nächsten Steuererklärung auf. Der Paragraf 146 Absatz 3 der
>>> Abgabenordnung bestimmt nämlich: "Die Buchungen und die sonst


>>> erforderlichen Aufzeichnungen sind in einer lebenden Sprache
>>> vorzunehmen."
>>

>> Woher kommt denn so etwas? Hat einer seine Erklärung auf etruskisch
>> abgegeben?
>
> Das steht schon im HGB § 239 Absatz 1, Satz 1,
> und § 244 HGB bestimmt, daß der Jahresabschluß in deutscher Sprache
> aufzustellen ist.

Vermutlich geht es bei den "Buchungen und die sonst erforderlichen
Aufzeichnungen" gar nicht um die Unterlagen, die den Behörden regelmäßig
einzureichen sind, sondern um die allgemeinen Aufzeichnungspflichten,
die zum Beispiel bei der unregelmäßigen Steuerprüfung alle Jubeljahre
von den Finanzbeamten kontrolliert werden. Kassenbuch und Personalkonten
beispielsweise.

Martin

Lothar Frings

unread,
Nov 12, 2009, 3:36:55 AM11/12/09
to
Frank Hucklenbroich tat kund:

> "An Bord" ist aber kein Anglizismus sondern in der Seefahrt seit jeher
> üblich. Den ersten "Bordcomputer" verbaute soweit ich mich erinnere BMW
> irgendwann Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre in seine 7er Klasse. Da
> hieß das Gerät schon so - ein einfacher Reiserechner im Taschenrechnerlook,
> aber damals eine Neuerung und ein sehr teures Extra. Und der hieß damals


> schon "Bordcomputer", das war ein feststehender Begriff. Ein Computer, der

> immer mit an Bord war. An Fernabfrage war damals noch nicht zu denken. Man
> spielte damit wohl bewußt auf den Fachjargon aus Luft- und Seefahrt an,
> nach dem Motto "Sowas haben sonst nur große Schiffe und Flugzeuge, wir


> bauen das in einen PkW".

Der Fahrersitz nebst Umgebung heißt ja in der Autowerbung
und beim ADAC schon seit langem "Cockpit", auch wenn
der "Pilot" es gerade mal zum Führerschein Klasse 3
gebracht hat.

Wolfram Heinrich

unread,
Nov 12, 2009, 3:58:34 AM11/12/09
to
Am Wed, 11 Nov 2009 21:19:42 +0100 schrieb Roland Franzius:

> Andreas Karrer schrieb:
>> * Rudolf Harras <rud...@temporaryforwarding.com>:
>>
>>> Ja, aber mit der von Bush hat das mit der "Administration" aufeinmal

>>> plötzlich angefangen.


>>
>> Achwass. Vermutlich ist es dir damals (bei Bush I oder II?) zum ersten
>> Mal aufgefallen, danach kam selektive Wahrnehmung. Unser Englischlehrer

>> hat sich schon zu Zeiten der Nixon-Administration über diesen


>> Wortgebrauch aufgeregt, und er war vermutlich nicht der erste.
>
> Dann kannte er wahrscheinlich den Unterschied zwischen einer

> amerikanischen Administration und einem europäischen Kabinett und einer
> französischen Regierung nicht. Würd mich bei Englischlehrern nicht
> weiter aufregen.

Obama-Administration ginge in Ordnung, wenn man Administration englisch
aussprechen würde. Dann wäre es, im Sinne deiner Argumentation, ein
Fachausdruck aus dem Amerikanischen. Man spricht es aber deutsch aus und
die Administration ist im Deutschen der Verwaltungsapparat unterhalb der
Regierung. Der Verwaltungsapparat trifft nicht die großen politischen
Entscheidungen.

Ciao
Wolfram
--
Der Franze hat gsagt, neulich hams ihm Prügel angeboten. Er hat, sagt er,
abgelehnt, aber sie ham ihn trotzdem verhaut.
<http://derfranzehatgsagt.blogspot.com/> <www.theodor-rieh.de/heinrich>
<www.mpu-forum.eu> <http://www.youtube.com/watch?v=oDjbbkGVT4Q>

Christian Seidl

unread,
Nov 12, 2009, 4:05:13 AM11/12/09
to
On 11 Nov., 22:17, Rudolf Harras <rudi...@temporaryforwarding.com>
wrote:

Das ist einfach deine selektive Wahrnehmung – oder dein Alter. Wir
haben schon 1979 im Lateinunterricht angesichts des Verbs
"administrare" über die damalige Administration Carter gesprochen. Und
dieser Ausdruck war mir damals aus dem Rundfunk vollkommen geläufig.

Ch.

Christian Seidl

unread,
Nov 12, 2009, 4:07:30 AM11/12/09
to
On 11 Nov., 21:19, Roland Franzius <roland.franz...@uos.de> wrote:

> Dann kannte er wahrscheinlich den Unterschied zwischen einer

> amerikanischen Administration und einem europäischen Kabinett und einer

> französischen Regierung nicht. Würd mich bei Englischlehrern nicht
> weiter aufregen.

Das hat was: Ich hatte letztens mit einem zu tun, der den Unterschied
zwischen Präposition und Konjunktion nicht kannte, sich aber
wahnsinnig viel auf seine Kenntnisse einbildete.

Ch.

Christian Seidl

unread,
Nov 12, 2009, 4:10:03 AM11/12/09
to
On 11 Nov., 22:46, Rüdiger Silberer <Use...@Silberer.net> wrote:

> Und wegen der Unterschiede gibt es verschiedene Wörter dafür? Glaube ich
> nicht, denn dann müßte man ja für fast jede Regierung ein eigenes Wort
> haben.

Die Schweizer sind, nicht faul, schon mal mit gutem Vorbild
vorangegangen und haben ihre Regierung "Bundesrat" getauft. Und der
Staatsratsvorsitzende – oder wie ihr das in Deutschland nennt – heißt
bei ihnen auch "Bundesrat". Er ist nämlich dasselbe wie die Regierung.

Ch.

Volker Gringmuth

unread,
Nov 12, 2009, 4:13:00 AM11/12/09
to
Lothar Frings <da_l...@gmx.de> wrote:

> Der Fahrersitz nebst Umgebung hei�t ja in der Autowerbung


> und beim ADAC schon seit langem "Cockpit", auch wenn

> der "Pilot" es gerade mal zum F�hrerschein Klasse 3
> gebracht hat.

Und die M�hle hei�t schon ebensolange "Triebwerk". Haben sie schon
angefangen, die Vorderr�der "Leitwerk" zu nennen?


vG

Christian Seidl

unread,
Nov 12, 2009, 4:13:45 AM11/12/09
to
On 12 Nov., 09:58, Wolfram Heinrich <i...@theodor-rieh.de> wrote:

> Obama-Administration ginge in Ordnung, wenn man Administration englisch
> aussprechen würde. Dann wäre es, im Sinne deiner Argumentation, ein
> Fachausdruck aus dem Amerikanischen. Man spricht es aber deutsch aus und
> die Administration ist im Deutschen der Verwaltungsapparat unterhalb der
> Regierung. Der Verwaltungsapparat trifft nicht die großen politischen
> Entscheidungen.

Bei deiner Argumentation übersiehst du die Tatsache, dass (1) jedes
Wort auch neue Bedeutungen annehmen kann und (2), wenn man "Bush-/
Obama-/Palin-Administration" bzw. "Administration Bush/Obama/Palin"
sagt, durch den Kontext (sprich: die Hinzufügung des Namens des
jeweiligen Präsidenten) klar wird, dass hier die Regierung und nicht
die Verwaltung gemeint ist.

Ch.

Volker Gringmuth

unread,
Nov 12, 2009, 4:16:18 AM11/12/09
to
Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> wrote:

> der Staatsratsvorsitzende 嚙碾 oder wie ihr das in Deutschland nennt

Nannte man in Deutschland mal so, ja.


vG

Lothar Frings

unread,
Nov 12, 2009, 4:31:45 AM11/12/09
to
Volker Gringmuth tat kund:

> Lothar Frings <da_lo...@gmx.de> wrote:
> > Der Fahrersitz nebst Umgebung heißt ja in der Autowerbung


> > und beim ADAC schon seit langem "Cockpit", auch wenn

> > der "Pilot" es gerade mal zum Führerschein Klasse 3
> > gebracht hat.
>
> Und die Mühle heißt schon ebensolange "Triebwerk". Haben sie schon
> angefangen, die Vorderräder "Leitwerk" zu nennen?

Bisher nicht. Allerding muß ich zugeben, daß mir
kein besserer Ausdruck für "Fahrersitz + Bedienelemente"
einfällt.

Ekkehard Dengler

unread,
Nov 12, 2009, 4:32:10 AM11/12/09
to

Doch, zumindest im Englischen und im Deutschen. Hier w�re allerdings "in
Mode/modern" eine bessere �bersetzung bzw. ein �blicheres Synonym.

Gr��e,
Ekkehard


Dieter Bruegmann

unread,
Nov 12, 2009, 4:41:58 AM11/12/09
to
Volker Gringmuth (12.11.2009 10:16):

> Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> wrote:
>
>> der Staatsratsvorsitzende – oder wie ihr das in Deutschland nennt


>
> Nannte man in Deutschland mal so, ja.

In einem Teil von Deutschland.


Da Didi
--
Dieter Brügmann, Spandau (bei Berlin) http://didispandau.de

-77%) * HOMBURG: Hamburg ist schöner * OSTEN: Im Westen nichts Neues *
lee +32,17$ * Gnolpf Gnumpflumpf 47,91€ (+49) * Presstisch +60,19 * Wu

Ekkehard Dengler

unread,
Nov 12, 2009, 4:45:48 AM11/12/09
to
Christian Weisgerber wrote:
> Ekkehard Dengler <ED...@t-online.de> wrote:
>
>> Jedenfalls verl�uft Sprachwandel nicht nach den Gesetzen der
>> Evolution.
>
> Mutige Aussage.

Nein, eigentlich eine Trivialit�t.

> Wir haben Replikation, Mutation und sicherlich auch
> eine Fitnessfunktion.

Es kann absolut kein Zweifel daran bestehen, dass Sprachen keine Lebewesen
sind, deren Fortpflanzungserfolg davon abh�ngt, wie gut sie an ihre Umwelt
angepasst sind.

Gr��e,
Ekkehard


Volker Gringmuth

unread,
Nov 12, 2009, 4:52:05 AM11/12/09
to
Dieter Bruegmann <dieterb...@gmx.net> wrote:

>>> der Staatsratsvorsitzende 嚙碾 oder wie ihr das in Deutschland nennt


>>
>> Nannte man in Deutschland mal so, ja.
>
> In einem Teil von Deutschland.

Also in Deutschland.


vG

Roland Franzius

unread,
Nov 12, 2009, 4:50:14 AM11/12/09
to
Wolfram Heinrich schrieb:

> Am Wed, 11 Nov 2009 21:19:42 +0100 schrieb Roland Franzius:
>
>> Andreas Karrer schrieb:
>>> * Rudolf Harras <rud...@temporaryforwarding.com>:
>>>
>>>> Ja, aber mit der von Bush hat das mit der "Administration" aufeinmal
>>>> plötzlich angefangen.
>>> Achwass. Vermutlich ist es dir damals (bei Bush I oder II?) zum ersten
>>> Mal aufgefallen, danach kam selektive Wahrnehmung. Unser Englischlehrer
>>> hat sich schon zu Zeiten der Nixon-Administration über diesen
>>> Wortgebrauch aufgeregt, und er war vermutlich nicht der erste.
>> Dann kannte er wahrscheinlich den Unterschied zwischen einer
>> amerikanischen Administration und einem europäischen Kabinett und einer
>> französischen Regierung nicht. Würd mich bei Englischlehrern nicht
>> weiter aufregen.
>
> Obama-Administration ginge in Ordnung, wenn man Administration englisch
> aussprechen würde. Dann wäre es, im Sinne deiner Argumentation, ein
> Fachausdruck aus dem Amerikanischen. Man spricht es aber deutsch aus und
> die Administration ist im Deutschen der Verwaltungsapparat unterhalb der
> Regierung. Der Verwaltungsapparat trifft nicht die großen politischen
> Entscheidungen.

Die amerikanische Administration ist ein Netz von Parteimitgliedern, die
sich verabreden, den Staat unter alleiniger Führung des Präsidenten mit
Zustimmung des Kongresses für vier Jahre zu regieren. Die Minister sind
konzeptionell nur Staatssekretäre, also politische Beamte.

Diesen Unterschied einer konstitutionellen Wahlmonarchie mit Helfern
(Aides) zur Parlamentsregierung mit Kabinetten aus verantwortlichen
Ministern, die keiner Weisung unterliegen, macht die Bezeichnung deutlich.

--

Roland Franzius

Volker Gringmuth

unread,
Nov 12, 2009, 4:53:53 AM11/12/09
to
Lothar Frings <da_l...@gmx.de> wrote:

>>> Der Fahrersitz nebst Umgebung hei�t ja in der Autowerbung


>>> und beim ADAC schon seit langem "Cockpit", auch wenn

>>> der "Pilot" es gerade mal zum F�hrerschein Klasse 3
>>> gebracht hat.
>>
>> Und die M�hle hei�t schon ebensolange "Triebwerk". Haben sie schon
>> angefangen, die Vorderr�der "Leitwerk" zu nennen?
>
> Bisher nicht. Allerding mu� ich zugeben, da� mir
> kein besserer Ausdruck f�r "Fahrersitz + Bedienelemente"
> einf�llt.

"Das Steuer" in leicht abstrahierter Bedeutung finde ich gar nicht
schlecht. Schlie�lich wird man auch nicht mit Alkohol im Cockpit
aufgegriffen.


vG

Lothar Frings

unread,
Nov 12, 2009, 4:54:38 AM11/12/09
to
Ekkehard Dengler tat kund:

> Christian Weisgerber wrote:
> > Ekkehard Dengler <ED...@t-online.de> wrote:
>

> >> Jedenfalls verläuft Sprachwandel nicht nach den Gesetzen der
> >> Evolution.
>
> > Mutige Aussage.
>
> Nein, eigentlich eine Trivialität.


>
> > Wir haben Replikation, Mutation und sicherlich auch
> > eine Fitnessfunktion.
>
> Es kann absolut kein Zweifel daran bestehen, dass Sprachen keine Lebewesen

> sind, deren Fortpflanzungserfolg davon abhängt, wie gut sie an ihre Umwelt
> angepasst sind.

Ob man "Evolution" auch für Sprachen verwendet,
hängt davon ab, ob man den Begriff nur biologisch
verstehen will oder nicht. Im letzteren Fall können
sich Sprachmittel, z. B. Begriffe, durchaus ausbreiten,
wenn sie besonders praktisch, also an ihre Umgebung
angepaßt, sind.
Computerviren z. B. sind auch keine Viren
im biologischen Sinn, aber der Begriff ist trotzdem
sehr passend, weil es etliche Analogien gibt.

Ekkehard Dengler

unread,
Nov 12, 2009, 4:59:13 AM11/12/09
to
Christian Seidl wrote:
> On 12 Nov., 09:58, Wolfram Heinrich <i...@theodor-rieh.de> wrote:
>
>> Obama-Administration ginge in Ordnung, wenn man Administration
>> englisch aussprechen w�rde. Dann w�re es, im Sinne deiner

>> Argumentation, ein Fachausdruck aus dem Amerikanischen. Man spricht
>> es aber deutsch aus und die Administration ist im Deutschen der
>> Verwaltungsapparat unterhalb der Regierung. Der Verwaltungsapparat
>> trifft nicht die gro�en politischen Entscheidungen.
>
> Bei deiner Argumentation �bersiehst du die Tatsache, dass (1) jedes

> Wort auch neue Bedeutungen annehmen kann

Das w�re der Fall, wenn man auch eine andere Regierung als die der USA
�blicherweise "Administration" nennen w�rde. So ist es aber nicht. Die
"Obama-Administration" ist einfach ein tradierter �bersetzungsfehler,
�hnlich wie "Es gef�llt mir, ins Kino zu gehen" eine naheliegende
Falsch�bersetzung aus dem Spanischen ist.

Gr��e,
Ekkehard


Ekkehard Dengler

unread,
Nov 12, 2009, 5:04:49 AM11/12/09
to
Lothar Frings wrote:
> Ekkehard Dengler tat kund:
>
>> Christian Weisgerber wrote:
>>> Ekkehard Dengler <ED...@t-online.de> wrote:
>>
>>>> Jedenfalls verl�uft Sprachwandel nicht nach den Gesetzen der
>>>> Evolution.
>>
>>> Mutige Aussage.
>>
>> Nein, eigentlich eine Trivialit�t.

>>
>>> Wir haben Replikation, Mutation und sicherlich auch
>>> eine Fitnessfunktion.
>>
>> Es kann absolut kein Zweifel daran bestehen, dass Sprachen keine
>> Lebewesen sind, deren Fortpflanzungserfolg davon abh�ngt, wie gut

>> sie an ihre Umwelt angepasst sind.
>
> Ob man "Evolution" auch f�r Sprachen verwendet,
> h�ngt davon ab, ob man den Begriff nur biologisch
> verstehen will oder nicht. Im letzteren Fall k�nnen

> sich Sprachmittel, z. B. Begriffe, durchaus ausbreiten,
> wenn sie besonders praktisch, also an ihre Umgebung
> angepa�t, sind.

> Computerviren z. B. sind auch keine Viren
> im biologischen Sinn, aber der Begriff ist trotzdem
> sehr passend, weil es etliche Analogien gibt.

Man den Begriff in anderen Zusammenh�ngen entsprechend definieren; das
ber�hrt aber nicht die Aussage, dass Sprachwandel nicht nach den Gesetzen
der Evolution (der Lebewesen) verl�uft.

Gr��e,
Ekkehard


Wolfram Heinrich

unread,
Nov 12, 2009, 5:14:36 AM11/12/09
to

Das ist schon richtig. Freilich hat man sich inzwischen an diese idiotische
Bezeichnung gewöhnt und kann sie richtig deuten. Wahrscheinlich steht sie
sogar schon im Duden. Idiotisch ist es für mein Sprachgefühl immer noch,
vor allem deshalb, weil man sich ja nicht sprachlich verkrümmen muß, um
stattdessen Obama-Regierung oder Regierung Obama zu sagen.

Ciao
Wolfram
--
Man verliert die meiste Zeit damit, daß man Zeit gewinnen will.
JOHN STEINBECK

Lothar Frings

unread,
Nov 12, 2009, 5:34:51 AM11/12/09
to
Volker Gringmuth tat kund:

> Lothar Frings <da_lo...@gmx.de> wrote:

> "Das Steuer" in leicht abstrahierter Bedeutung finde ich gar nicht

> schlecht. Schließlich wird man auch nicht mit Alkohol im Cockpit
> aufgegriffen.

Da ist der Begriff aber im übertragenen Sinn gemeint.
Wenn man aber wörtlich die Gerätschaften
meint, weil man z. B. über deren Anordnung, Design
usw. referiert - was dann?

Volker Gringmuth

unread,
Nov 12, 2009, 6:09:11 AM11/12/09
to
Lothar Frings <da_l...@gmx.de> wrote:

> Wenn man aber w�rtlich die Ger�tschaften
> meint, weil man z. B. �ber deren Anordnung, Design


> usw. referiert - was dann?

Daf�r gibts das sch�ne alte Wort "Armaturenbrett".


vG

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