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[SpOn] "Perus Polizei jagt mutmaßliche Fett-Mörder"

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Lothar Frings

unread,
Nov 20, 2009, 7:43:14 AM11/20/09
to
Morden sie Fett? Oder mit Fett? Nein, sie morden für
bzw. wegen Fett. "Bild" ist überall, auch hier:

<http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,662404,00.html>

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Christian Seidl

unread,
Nov 20, 2009, 8:19:23 AM11/20/09
to
On 20 Nov., 14:00, r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) wrote:
> Lothar Frings <Lothar.Fri...@gmx.de> writes:
> >wegen Fett
>
> Nach dem Verbundnen lautet der Genitiv »Fett[e]s«.

Hast du auch ein eigenes Sprachgefühl?

Meines sagt mir, dass man ein alleinstehendes, also ohne weitere
Artikel oder Adjektive verwendetes starkes Substantiv im Singular nach
"wegen" durchaus auch in der unflektierten Form verwenden kann: "Wegen
Umbau geschlossen" ist für mich völlig normales, unmarkiertes Deutsch.

Ch.

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Volker Gringmuth

unread,
Nov 20, 2009, 9:09:57 AM11/20/09
to
Stefan Ram <r...@zedat.fu-berlin.de> wrote:

>> wegen Fett
>
> Nach dem Verbundnen lautet der Genitiv �Fett[e]s�.

Der Verbundne mu� es wissen, er hat schlie�lich die verbundene Wunde ...


vG

Volker Gringmuth

unread,
Nov 20, 2009, 9:17:21 AM11/20/09
to
Lothar Frings <Lothar...@gmx.de> wrote:

> Morden sie Fett? Oder mit Fett? Nein, sie morden f�r
> bzw. wegen Fett. "Bild" ist �berall, auch hier:

Ganz dezent finde ich den Satz:

| Menschen get�tet zu haben, um ihnen Gewebe entnehmen zu k�nnen.

"Gewebe entnehmen"! S����!

Wenn ich mir mal bildlich vorzustellen versuche, wie sich jemand mein
K�rperfett aneignet: aufschlitzen, Lappen umlegen, subkutanes Fett
wegs�beln, in einen Eimer damit, Rest als Carnivorenfutter liegenlassen.
Oder wie soll man das sonst machen, wenn man das Fett zum Kilopreis
verscherbelt?

"um ihnen Gewebe entnehmen zu k�nnen", ich fa� es nicht. "Ausschlachten"
w�re ein wesentlich besser treffender Begriff. Bei Flugzeug-Notlandungen
("Absturz") ist Spon doch auch nicht so zimperlich mit der Wortwahl.


vG

Walter Schmid

unread,
Nov 20, 2009, 9:18:51 AM11/20/09
to
Christian Seidl schrieb:

> Meines sagt mir, dass man ein alleinstehendes, also ohne weitere
> Artikel oder Adjektive verwendetes starkes Substantiv im Singular nach
> "wegen" durchaus auch in der unflektierten Form verwenden kann: "Wegen
> Umbau geschlossen" ist für mich völlig normales, unmarkiertes Deutsch.
>
> Ch.

Es geht auch kürzer: "Wegen zu geschlossen"

Gruss

Walter

Lothar Frings

unread,
Nov 20, 2009, 9:30:45 AM11/20/09
to
Volker Gringmuth tat kund:

> Ganz dezent finde ich den Satz:
>

> | Menschen getötet zu haben, um ihnen Gewebe entnehmen zu können.
>
> "Gewebe entnehmen"! Süüüß!

Davon abgesehen jagt die Polizei wahrscheinlich
nicht die mutmaßlichen, sondern die wirklichen Mörder.

Gunhild Simon

unread,
Nov 20, 2009, 10:51:56 AM11/20/09
to
On 20 Nov., 14:55, r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) wrote:
> Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> writes:
...
> http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,267725,00.html
>
>   Allerdings soll es demzufolge nicht »unflektiert« sein,
>   sondern der - in diesem Fall erlaubte - Dativ.

Es gibt gar den Pflichtdativ nach wegen:

Das trifft namentlich auf den Plural zu, weil da der unbestimmte
Artikel fehlt.
"Bahnhof wegen der Taschendiebe geschlossen"
Aber:
"Bahnhof wegen Taschendieben geschlossen"

Gruß
Gunhild

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Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 20, 2009, 11:00:53 AM11/20/09
to

Nun ja, beide werden wohl gejagt. Da die Polizei
nicht wissen kann, ob es wirkliche Mörder gibt,
die auf diese Weise Fett sammeln.

Hier kann auch einem Mythos nachgejagt werden.
Die Andengebiete sind immer für Schauermärchen
gut.

Wenn Du dort reist, begegnet Dir so manches. Was
die Presse daraus macht, ist Auflagen der Zeitungen
absichern, Artikel international vermarkten zu wollen, etc.

K.L.

Gunhild Simon

unread,
Nov 20, 2009, 11:08:52 AM11/20/09
to

Um aber was zum Thema Fettgewinnung loszuwerden:

Ich halte es für denkbar, Freiwillige Fette zu gewinnen, die sich für
10 000$ Entschädigung pro Liter, was ja etwa pro kg ausdrückt, sich
Körperfett hygienisch und transportkompatibel absaugen zu lassen. Zwei
Fliegen mit einer Klappe - und die dafür in Fage kommenden Labore
machten sich nicht mal strafbar wegen illegaler Auslandsgeschäfte und
Beihilfe zum Mord. Ich weiß nicht, ob Fett die Reise aus dem heißen
peruanischen Dschungel bis ins nächste Labor übersteht.

Außerdem - alleinreisende Frauen oder arme Bauern im Dschungel Perus -
die sind sicher zäh und durchtrainiert, da dürfte es schwierig sein,
ein Liter Fett zu gewinnen.

Angewiderte Grüße
Gunhild

Christian Seidl

unread,
Nov 20, 2009, 11:25:27 AM11/20/09
to
On 20 Nov., 16:58, r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) wrote:

> Gunhild Simon <gunhild.si...@yahoo.de> writes:
> >>http://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/0,1518,267725,00.html
> >>Allerdings soll es demzufolge nicht »unflektiert« sein,
> >>sondern der - in diesem Fall erlaubte - Dativ.
> >Es gibt gar den Pflichtdativ nach wegen:
>
> Nach dem Absenden meines oben zitierten Beitrags las ich
> allerdings, daß Canoo auch den Begriff »unflektiert« verwendet.

Von einem Dativ kann man erst mit Sicherheit sprechen, wenn eine
eindeutige Dativendung vorliegt. Das ist hier nicht der Fall.

> Man kann sich natürlich fragen, ob ein Wort überhaupt
> »unflektiert« sein kann.

Das kann es sehr wohl, nämlich dann, wenn eine Flexionsendung fehlt.
Was sind denn Formen wie "Wort", "Stadt", "Grammatik" anderes als
unflektiert?

Ch.

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Gunhild Simon

unread,
Nov 20, 2009, 12:27:53 PM11/20/09
to
On 20 Nov., 17:38, r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) wrote?:

> Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> writes:
> >Was sind denn Formen wie "Wort", "Stadt", "Grammatik" anderes als
> >unflektiert?
>
>   Man kann ein Lemma als eine Äquivalenzklasse aller seiner
>   Formen ansehen. Bei »Wort« wäre diese also die Menge
>
>       { Wort, Worte, Wortes, Wörter, Worts, Worten, Wörtern }.
>
>   Jedes Element dieser Menge ist dann eine bestimmte Form.

Der Ausgangspunkt war aber Beugung, Deklination (clinare - biegen,
beugen), Flexion (flectere - biegen, beugen), Konjugation (iungere -
folgen).
Wenn man etwas biegt oder beugt, muß es als ungebeugte, unverbogene,
reine Form, eine Art Grundform geben, die sich nicht einer Gegebenheit
anzupassen hat. Daher finde ich den (veraltenden?) Begriff Rektion
treffend, denn er beschreibt das Bild einer "Macht"-Beziehung, eine
Unterwerfung unter bestimmte Gegebenheiten.

Gruß
Gunhild

Christian Weisgerber

unread,
Nov 20, 2009, 2:52:49 PM11/20/09
to
Christian Seidl <se...@indoger.unizh.ch> wrote:

> > Man kann sich natᅵrlich fragen, ob ein Wort ᅵberhaupt
> > ᅵunflektiertᅵ sein kann.
>
> Das kann es sehr wohl, nᅵmlich dann, wenn eine Flexionsendung fehlt.


> Was sind denn Formen wie "Wort", "Stadt", "Grammatik" anderes als
> unflektiert?

Ist "steh!" die unflektierte Form von "stehen"?

--
Christian "naddy" Weisgerber na...@mips.inka.de

Yvonne Steiner

unread,
Nov 20, 2009, 5:56:37 PM11/20/09
to
Gunhild Simon <gunhil...@yahoo.de> wrote:
[...]

> Um aber was zum Thema Fettgewinnung loszuwerden:
>

> Ich halte es f�r denkbar, Freiwillige Fette zu gewinnen, die sich f�r

Freiwillige Fette? :)

--
Yvonne Steiner

Andreas Höfeld

unread,
Nov 21, 2009, 5:48:20 AM11/21/09
to
Stefan Ram schrieb:

> Lothar Frings <Lothar...@gmx.de> writes:
>> wegen Fett
>
> Nach dem Verbundnen lautet der Genitiv �Fett[e]s�.
>
man Dativ

Walter P. Zaehl

unread,
Nov 21, 2009, 6:40:41 PM11/21/09
to
Yvonne Steiner schrieb:

Ich w�rde sagen, "freiwillige Fette" oder "fette Freiwillige".
Sonst h�chstens "aus Freiwilligen Fette zu gewinnen" ;-)

Im Ernst, das ist aber vielleicht wirklich eine Marktl�cke.
Fr�her gab's ja auch Hormocenta, oder Placentubex C,
die auch aus menschlichen Geweberesten gewonnen wurden ...

Nur sollte man eben nicht die drahtigen ausgemergelten
peruanischen Bauern einsetzen. Schon rein aus wirtschaftlichen
Gr�nden.

/Walter

Frank Hucklenbroich

unread,
Nov 23, 2009, 8:59:23 AM11/23/09
to
Am Sun, 22 Nov 2009 00:40:41 +0100 schrieb Walter P. Zaehl:

> Nur sollte man eben nicht die drahtigen ausgemergelten
> peruanischen Bauern einsetzen. Schon rein aus wirtschaftlichen
> Gr�nden.

Die kauen doch gerne Koka, vielleicht reichert sich das ja auch im
Fettgewebe an. Das w�rde die astronomischen Preise erkl�ren...

Gr��e,

Frank

Karl-Ludwig Diehl

unread,
Nov 23, 2009, 9:06:34 AM11/23/09
to
On 22 Nov., 00:40, "Walter P. Zaehl" <spamsin...@zaehl.de> wrote:

> Nur sollte man eben nicht die drahtigen ausgemergelten
> peruanischen Bauern einsetzen.

Es gibt reiche und arme etc. peruanische Bauern. Daß sie
drahtig, also aus Draht seien, wage ich in Zweifel zu ziehen.
Es gibt aber solche, die auf Draht sind. Andere sind
Schlafmützen, also wie der typische Deutsche.

Ausgemergelte Gestalten gibt es überall. Es fragt sich
in welchen Prozentsätzen pro Staat und was das
überhaupt sein soll: ausgemergelt?

K.L.

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