Wie wärs mit restliche Müdigkeitssyndrom?
Dabei denke ich an die Wärmeabfuhr benötigende "residual
heat" (Nachwärme?) eines Kraftwerkes, für welche auch Maßnahmen
vorhanden sein müssen.
Richard
> Stefan Ram <r...@zedat.fu-berlin.de> wrote:
>
>> Es gibt nicht nur kein Wort für das Gefühl, nicht durstig zu
>> sein,
Undurstig?
>> sondern auch kein Wort im Deutschen für das spezielle
>> Gefühl von Müdigkeit, das man hat, wenn man zwar in der
>> letzten Schlafperiode oder in den letzten zwei bis drei
>> vorangegangenen Schlafperioden ausschlafen konnte, aber
>> nicht in der oder in denen davor.
>>
> Ich nenne es "drämelig".
So schließt sich der Sprachkreis: hochdeutsch heißt es wohl
"schlaftrunken sein". Oder schlicht: "unausgeschlafen sein"
(alles i.S.v.: verpennt/nicht in die Puschen gekommen sein).
Ich kenne auch noch das schöne geflügelte Wort "mit dem
falschen Fuß aufgestanden sein".
mike
> Es gibt nicht nur kein Wort f�r das Gef�hl, nicht durstig zu
> sein
Das gibt es auch nicht im D�nischen. Die Norwegen sagen "sat",
was mit dem deutschen "satt" verwandt ist. "M�t" ist das
d�nische/norwegische Wort f�r "satt".
>, sondern auch kein Wort im Deutschen f�r das spezielle
> Gef�hl von M�digkeit, das man hat, wenn man zwar in der
> letzten Schlafperiode oder in den letzten zwei bis drei
> vorangegangenen Schlafperioden ausschlafen konnte, aber
> nicht in der oder in denen davor.
Wir sprechen von "indhente noget s�vn" ("Schlaf einholen").
Ich habe noch nicht genug Schlaf eingeholt.
--
Bertel
http://bertel.lundhansen.dk/ FIDUSO: http://fiduso.dk/
> Ich kenne auch noch das sch�ne gefl�gelte Wort "mit dem
> falschen Fu� aufgestanden sein".
Das kennen wir im D�nischen als "f� det forkerte ben ud af
sengen": das falsche Bein aus dem Bett zu setzen. Das kann man
aber auch benutzen, ohne dass Schlaf dem Person fehlt. Ab und zu
ist man nur "ved siden af sig selv" ("neben sich") wenn man
aufsteht.
Ich bin's immer ...
Tramhappat is a und dahidreamin tuat a halt...
(Nur damit ihr nicht glaubt, wir h�tten in den bairischen Mundarten
diesen Begriff nicht!)
Helmut
--
"Traum-h�uptig"
"dahintr�umeln"
[Gesucht wird ein]
> ... Wort im Deutschen f�r das spezielle
> Gef�hl von M�digkeit, das man hat, wenn man zwar in der
> letzten Schlafperiode oder in den letzten zwei bis drei
> vorangegangenen Schlafperioden ausschlafen konnte, aber
> nicht in der oder in denen davor.
Ich nenne das [1] "�berm�det" , habe aber den Verdacht, da� dieser
Gebrauch pers�nlich ist.
____
[1] L�ngerfristiger Schlafmangel, nicht speziell bei verminderter, aber
unabh�ngig von der kurzfristigen "Schlafleistung".
--
GUGEL, f., m., kapuze, mlat. cuculla, cucullus, ahd. cucalun cucullam
GRIMM, Deutsches W�rterbuch
> Es gibt nicht nur kein Wort f�r das Gef�hl, nicht durstig zu
> sein, sondern auch kein Wort im Deutschen f�r
(1) ... den Kadaver eines kleineren Haustieres, der schon teilweise
verwest ist
(2) ... einen umgest�rzten Baumstamm, der halb im Wasser liegt und dort
verrottet
Beides Erl�uterungen russischer W�rter, die ich in einem alten
W�rterbuch gefunden habe.
Es ist eine, f�r viele Linguisten definierende, Eigenschaft der Sprache,
mit einer endlichen Zahl von W�rtern potentiell unendlich viele
Ausdr�cke (Phrasen, S�tze) bilden zu k�nnen und so potentiell unendlich
viele Ph�nomene zu referenzieren.
--
GOGEL, adj., ausgelassen, lustig, �berm�tig; lascivus.
GRIMM, Deutsches W�rterbuch
> On 19 Nov., 14:58, r...@zedat.fu-berlin.de (Stefan Ram) wrote:
>> � Es gibt nicht nur kein Wort f�r das Gef�hl, nicht durstig zu
>> � sein, [...]
>
> Es gibt daf�r aber einen Oberbegriff: satt
> Es kann sich n�mlich nicht nur auf die Nahrungs- sondern auch auf die
> Getr�nkeaufnahme beziehen. Ganz allgemein bedeutet das Wort n�mlich
> "genug aufgenommen", von lat. satis = genug.
Ich habe diese Verwendung nie geh�rt. Da� die Bedeutung eines verwandten
lateinischen Wortes dabei relevant sei, nennt man den "etymologischen
Fehlschlu�".
--
gugelgesang, m., m�nchsgesang, pejorativ
GRIMM, Deutsches W�rterbuch
Ganz so einfach ist es nicht. Es gibt fᅵr vieles keinen Ausdruck,
richtig. Aber manches kann man nicht aus den "Grundbausteinen"
zusammensetzen. Bspw. viel alltagsrelevanter als "sitt" (das man auch
unter "satt" fassen oder ᅵber "ich habe genug" ausdrᅵcken kann) wᅵre
ein sprachl. Signal in etwa wie "Ich habe fertig gesprochen". Oft wird
bei einem Gesprᅵch ins Wort gefahren od. der Gesprᅵchsparter lᅵᅵt einem
nicht genᅵgend Zeit. Das liegt zum Teil daran, daᅵ es Im Deutschen kein
Kennzeichnen gibt, daᅵ der Sprecher ausgesprochen hat, und nun seinem
Gesprᅵchpartner das Wort erteilt. Wir regeln das halbbewuᅵt ᅵber
Prosodie und Sprech-Pausen. Problem dabei ist nur, daᅵ eine Denkpause
umgehend als "habe fertig, du hast das Wort" gedeutet wird, und schon
plappert mein Ggᅵ. wieder drauf los. Es ist dann schwer, einen ruhigen
Gedanken zu fassen bzw. wohlbedacht zu formulieren.
> B: �Ach, Mensch, dabei hast Du doch heute nun wirklich
> ausgeschlafen. Ich meine, wie lange war das? Du hast
> - glaube ich - �ber neun Stunden geschlafen!�
>
A. Ja, aber ich bin so grundm�de, da hilft einmal ausschlafen
auch nicht.
chrt
> So schließt sich der Sprachkreis: hochdeutsch heißt es wohl
> "schlaftrunken sein".
Nein, schlaftrunken ist man, wenn man noch müde ist.
Wem auch 9h Schlaf nicht zu Munterkeit verhelfen, den
nenne ich nicht schlaftrunken.
> Ich kenne auch noch das schöne geflügelte Wort "mit dem
> falschen Fuß aufgestanden sein".
Das wiederum bedeutet bei uns nicht Müdigkeit, sondern
schlechte Laune.
chr
> Ich nenne das [1] "�berm�det" , habe aber den Verdacht, da� dieser
> Gebrauch pers�nlich ist.
Im D�nischen benutzen wir "overtr�t" ("�berm�de") um den Zustand,
wo man zu lange wach gewesen ist, wobei eine besondere M�digkeit
einsetzt. Es hat nichts mit den vorigen N�chten zu tun.
Ist doch schᅵn, dass sich im Funkverkehr fᅵr diese Aussage das Wort
"Over" eingebᅵrgert hat. ;-)
Im Ernst - sinnvoll wᅵre ja vielleicht auch ein nicht-sprachliches
Zeichen fᅵr "da kommt noch was". Das gleiche Problem gibt es ja auch
in der Musik: gegen Ende des Vortrages Piano, Ritardando, dann
bedeutungsschwere Pause ... und kurz vor dem richtigen Finale
klatscht das Publikum.
/Walter
Das gef�llt mir gut.
--
gugelfechten, vb., sich n�rrisch auff�hren, narren, fantasieren,
gauglen und gugelfechten ZWENGEL formularbuch (1568) 39b. --
GRIMM, Deutsches W�rterbuch
Und da nur einer das Bedᅵrfnis hat, in Ruhe zu Ende zu sprechen, und
meist mehrere, mᅵglichst bald loszuplappern, auch ohne daᅵ der eine
seinen Gedanken wirklich zu Ende bringt, entscheidet die Mehrheit: Es
gibt in der Alltagssprache kein "fertig"-Signal.
> Ist doch schᅵn, dass sich im Funkverkehr fᅵr diese Aussage das Wort
> "Over" eingebᅵrgert hat. ;-)
In anderen Zusammenhᅵngen auch "Amen". :-)
Andreas
>Und da nur einer das Bedürfnis hat, in Ruhe zu Ende zu sprechen, und
>meist mehrere, möglichst bald loszuplappern, auch ohne daß der eine
>seinen Gedanken wirklich zu Ende bringt, entscheidet die Mehrheit: Es
>gibt in der Alltagssprache kein "fertig"-Signal.
>
>> Ist doch schön, dass sich im Funkverkehr für diese Aussage das Wort
>> "Over" eingebürgert hat. ;-)
>
>In anderen Zusammenhängen auch "Amen". :-)
In sportlicheren Zusammenhängen: "Ich habe fertig"!
Gruß Uwe
--
Wie spricht man denn das Leerzeichen mit Akut aus? "Hmp!" oder so?
vG o
L_
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Sozusagen: un jezz komms du.
/Walter