>> "... im Monat Mai reiht sich ein Feiertag an den n�chsten. "
http://quiz.sueddeutsche.de/quiz/2081645971-video-quiz-zu-feiertagen
>>
>> So sagt man auch in Hamburg.
>
> Ich f�ge hinzu: Noch gel�ufiger und �blicher ist hierzulande die
> Wendung in Form von "einer nach dem n�chsten".
Die korrekte Wendung lautet nat�rlich, "es reiht sich einer an den
vorangehenden", umgangssprachlich "einer nach dem anderen".
Die Umdrehung der zeitlichen Reihenfolge kam in den 1960ern auf und war
zun�chst ein Sprachspiel von Leuten mit einem Minimalverst�ndnis der
Probleme der kausalen Reihenfolge in Physik und Logik, und wurde dann
Standard so wie zB "nichtsdestotrotz", aus derselben, Wortbedeutungen
hinterfragenden Kiste stammend.
nagramview kennt die Wendung �brigens nicht, zeigt aber einen geradezu
aberwitzigen Peak f�r "einer nach dem anderen" f�r die Nazizeit.
F�r "nichtsdestotrotz" zB beobachter man an gleicher Stelle ein
exponentielles Wachstum seit 1960, der mit einem linearen Zerfall von
"nichtsdestoweniger" seit dem Peak von 1880 harmoniert.
Viele dieser Entwicklungen gehen nat�rlich auf die Aufl�sung der streng
hochsprachlichen Gymnasialerziehung in den 60ern mit unseren Idolen
Hildebrandt und Gernhard zur�ck, davor auch schon - heftigst
unterbrochen durch die Kultur-Diktatur der soldatischen Glatzen und
schulpolitischen Kleinkr�mer - auf Dada und Valentin, Ringelnatz und
Morgenstern.
Die wenigen, in sich widerspr�chlichen Begriffe, die sich im Deutschen
eingeb�rerrt haben, sind halt so etwas wie der Spiegel des
immerw�hrenden Versuchs unserer Witzigbolde, aus der hochdeutschen,
poesiefernen Kunstsprache etwas zu machen, das auch Sprachwitz und neben
der hochentwickelten Trag�die und der Kassenverwaltungssprache eventuell
etwas Kom�die zul�sst.
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Roland Franzius