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Ach, wie hasst ich diese Aufschneider.
„Besuch mich doch mal auf meiner Internetseite.“
Als ob das Anschauen bunt gestalteter elektronisch oszillierender Seiten einem persönlichen Besuch gleichkommen könne.
„Verfolge doch einmal meinen Auftritt im Internet.“
Genau die gleiche Hybris. Manche definierten ihre Existenz damit, dass sie in eine elektronische Box etwas hineintun oder tippen, dass Tausende Kilometer gleichzeitig anderswo aus einer anderen Box als Output herauskommt - wie der magische Teufel aus der Springkiste herausgeschossen kommt. Das nennt man dann menschliche Begegnung - jämmerlich und armselig.
„Dann kannst Du mich in Echtzeit erleben!“
Das ist nun wirklich die Hybris. Echte und unechte Zeit. Das Internet beansprucht natürlich für sich die echte, wahre, unmittelbare Zeit. Obwohl es gerade nicht der Fall sein k a n n. Kann man die Polemik für seine Sache noch mehr auf die Spitze treiben?
Natürlich weiß ich, dass diese Entwicklung nicht aufzuhalten ist. Will ich mich dagegen stemmen, würde ich unweigerlich hinweggeschwemmt und überrannt werden.
Der andere Computer-Fachmann winkt ab: „Wo lebst Du. Nicht nur IT-Branche lügt das Blaue vom Himmel herab. Schau Dir zum Beispiel mal die Arbeitslosen an. Sie bekommen ihr Essen von der sogenannten „Tafel“, ein Ausdruck, der aus dem mittelalterlichen Rittertum herrührt, wo die denkbar üppigsten und besten Gerichte aufgetischt wurden. Was aber verbirgt sich unter der Tafel heutzutage: Du bekommst Konserven-Essen, Eingemachtes und halb Verdorbenes. Dabei musst Du verdammt aufpassen, dass Du Dir keine Lebensmittelvergiftung holst, hinter solch einem Weißblech lauert allzu viel Toxisches. – Also, alles purer Zynismus, findest Du nicht auch? Da sind wir Computerfachleute noch harmlos dagegen. Und wenn ich mir die Politiker ansehe...“
„Genau. Hör Dir die derzeitigen deutschen Politiker an. Bieten den Türken eine privilegierte Mitgliedschaft in der EU an. Klingt doch herrlich. Wer würde nicht gern privilegiert sein, Vorteile gegenüber anderen genießen?“
„Richtig. Nur, wie schmeichlerisch dieses Wort auch klingen mag, eine volle Mitgliedschaft ist es eben nicht!“
Jetzt winkte ich ab. „Du hast Recht, leider! Die Welt will betrogen werden, scheint es. Und wer das nicht tut, geht unter.“
Er: „So sieht’s aus!“
„Wie die Indianer, die von den weißen Siedlern überrannt wurden. Und womit wurde dies gerechtfertigt: Jeder Mensch hat das Recht auf Glück.“
„Der Fortschritt kennt keine Rücksicht!“
„Heißt dies nicht Rückschritt?“
„Wieder so einen Lügenwort!“
„Wie die Autos die Pferde von der Fahrbahn gewischt haben!“
„Menschen-Maschinen sind sowieso die neuesten Diktatoren!“
„Es gibt kein Entkommen!“
„Nur, wer keine Mensch mehr sein will...“
„Aber es gibt die Rede: „Selbstmord? Die letzte aller Türen? Nur nicht an alle hat man geklopft. Von Reiner Kunze übrigens.“
„Schön. Schöne Worte als all diejenigen der anderen Heuchler.“
„Mit denen Du sie aber nicht vergleichen kannst!“
„Die Erfahrung lehrt: mit einigen zumindest.“
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