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Der Tod der Kritikerin - das Verhör

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Werner Pentz

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Feb 23, 2013, 5:21:35 PM2/23/13
to

 

Der Kriminaler schaut über sein Blatt mit großen Augen über seine Leserbrille hinweg mich direkt an:

„Als sie geweckt wurden, haben sie die Worte gerufen: „Brennt’s denn?“

„Habe ich das gesagt. Tatsächlich?“

„In der Tat. Dabei behaupten Sie, die Nachbarin nicht absichtlich dem Feuer ausgesetzt zu haben? Dieser Satz legt aber nahe, dass sie nicht nur etwas geahnt haben, sondern… Jedenfalls haben Sie das Feuer nahe an den Garten der Nachbarin gelegt – vielleicht um einen Brand in Kauf zu nehmen?“

„Niemals!“

„Zumal Sie sich am Vorabend des Brandes vehement mit dem Opfer gestritten haben.“

„Wer streitet nicht hin und wieder mit seinem Nachbarn? Und Streiten, nun ja.“

„Ja, Streiten. Dies bezeugen mindestens vier Nachbarn.“

„Ach, die Nachbarn. Vier, wirklich vier?“

„Ja!“

„Das sieht man mal wieder. Einer oder zwei, gut. Das ist normal, dass der ein oder andere Nachbar Streit zwischen anderen Nachbarn en passant mitbekommt. Aber vier? Das riecht regelrecht nach Bespitzelung, finden Sie nicht auch?“

„Wie man’s nimmt!“

Ich stocke einen Moment. Kapiere endlich, wie er das meint und sage es ihm: „Klar, für die Polizei ist das natürlich gut.“

„Sie haben es erfasst!“, lächelt dieser zufrieden.

 „Nun, in welchem Verhältnis, ähm, in welcher Beziehung sind Sie zur Nachbarin gestanden?“

„Beziehung? Lächerlich!“

„Ich bitte Sie! Nehmen Sie dich Sache nicht auf die leichte Schulter. Sie stehen hier unter schwerem Verdacht. Und Sie müssen jetzt glaubhaft beweisen, dass Sie nichts gegen die Nachbarin gehabt haben und ...“

Ich lache auf: „Gegen die alte Dame? Ich etwas gehabt haben, wo denken Sie hin. Was hätte ich denn gegen diese schon haben können?“

„Unterbrechen Sie mich nicht!“

Schon fährt er sich wieder zurück. Der Ton ist sanfter. Sehr professionell.

„Also, Sie müssen glaubhaft darlegen, dass Sie, wenn nicht in einem einvernehmlichen, so doch neutralen Nachbarschaftsverhältnis zur alten Bibliothekarin gelebt haben. Worum ging der Streit? Handelt es sich um eine ernsthafte Sache oder eine Bagatell-Angelegenheit? Verstehen Sie mich, ich muss das überprüfen.“

Der Pullover ist mir zu eng, mit der Hand erweitere ich den Kragen und schnappe nach Luft, japse sogar richtiggehend nach Sauerstoff bei dem Gedanken an die Konsequenzen und Folgen, schwant mir doch, was auf mich zukommen könnte: Hochnotpeinliche Befragungen ohne Ende.

Welche Umstände, die zu diesem verheerenden Brand geführt haben, weisen darauf hin, dass ich dies absichtlich, leichtsinniger- oder fahrlässigerweise getan habe? Danach wird’s bei der Strafzumessung ankommen.

Es ist nur ein makaberer Scherz, dass eine alte Frau umgekommen ist - mir wegen, aber bestimmt nicht gewollt. Bei der Kritikerin ist es etwas anderes. Vielleicht war deren Tod unvermeidlich, wer weiß? Aber um derentwegen werde ich hier nicht zur Rechenschaft gezogen. Stattdessen wegen einer banalen, saudummen, unglücklichen Geschichte - das ist mehr als lächerlich! Der Polizist redet wieder, ich verstehe nichts von dem, was er spricht.

Ich bin zu sehr erbost über mein Schicksal. Ich soll wegen einer älteren Dame, die wirklich keine besondere Rolle in meinem Leben gespielt hat, in den Knast, womöglich bis ans Ende meiner Tage. Da kann ich gleich den „Mord“ an der Kritikerin gestehen. Dann lohnte sich der ganze Aufwand hier wenigstens.

Wegen eines Unfalls brumme ich nicht 20 Jahre ab, das steht fest. Nein, wegen so etwas lasse ich mir nicht mein Leben verpfuschen!

Aber, wenn schon, denn schon. Oder wohl nicht? Doch, es muss einfach sein! Genau.

 

Buch erhältlich unter:

http://www.pentzw.homepage.t-online.de/literatur.htm

Dorothee Hermann

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Feb 23, 2013, 5:46:13 PM2/23/13
to
Am 23.02.2013 23:21, schrieb Werner Pentz:

> Der Kriminaler schaut ᅵber sein Blatt mit groᅵen Augen ᅵber
> seine Leserbrille hinweg mich direkt an:

Wie hat er denn das gemacht? "ᅵber" und "ᅵber" ...

> Dieser Satz legt aber nahe, dass sie nicht nur etwas geahnt
> haben, sondern.

"Sondern" und "Ende" des Satzes?

> "Niemals!"

Ach so!

> Danach wird's bei der Strafzumessung ankommen.

"Danach"?

> Es ist nur ein makaberer Scherz, dass eine alte Frau umgekommen ist -
> mir wegen, aber bestimmt nicht gewollt.

"Mir wegen"?

> Buch erhᅵltlich unter:

Verblᅵffend!


Dorothee

Werner Pentz

unread,
Feb 23, 2013, 5:56:34 PM2/23/13
to

"Dorothee Hermann" <Dorothe...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:aosv5m...@mid.individual.net...
das einzige, was ich hier akzeptieren kann, was miᅵverstᅵndlich ist, ist das
"danach".
vielleicht kann man noch statt leserbrille lesebrille schreiben. kann sich
die kritikerin nicht vorstellen, dass man ᅵber ein blatt und eine lesebrille
schauen kann, wenn diese nach an der nase heruntergerutscht ist?

Werner Pentz

unread,
Feb 23, 2013, 5:59:03 PM2/23/13
to

Der Kriminaler schaut großäugig über sein Blatt und über seine Lesebrille hinweg direkt in meine Augen.

„Als sie geweckt wurden, haben sie die Worte gerufen: „Brennt’s denn?“

„Habe ich das? Tatsächlich?“

„In der Tat. Dabei behaupten Sie, die Nachbarin nicht absichtlich dem Feuer ausgesetzt zu haben? Dieser Satz legt aber nahe, dass sie nicht nur etwas geahnt haben, sondern… Jedenfalls haben Sie das Feuer nahe an den Garten der Nachbarin gelegt – vielleicht um einen Brand in Kauf zu nehmen?“

„Niemals!“

„Zumal Sie sich am Vorabend des Brandes vehement mit dem Opfer gestritten haben.“

„Wer streitet nicht hin und wieder mit seinem Nachbarn? Und Streiten, nun ja.“

„Ja, Streiten. Dies bezeugen mindestens vier Nachbarn.“

„Ach, die lieben Nachbarn. Vier, wirklich vier?“

„Ja!“

„Das sieht man mal wieder. Einer oder zwei, gut. Das ist normal, dass der ein oder andere Mitmensch Zwist zwischen seinen Nachbarn en passant mitbekommt. Aber vier? Das riecht regelrecht nach Bespitzelung, finden Sie nicht auch?“

„Oder nach dem Ausmaß des Streites, dessen Lärm und Dammdamm so riesig war, dass alle umliegenden Anwohner aus ihrer Feierabendruhe herausgerissen wurden und sich gestört fühlten.“

„So kann man es auch interpretieren. Aber Sie glauben dies wohl selbst nicht?“

„Ich maße mir kein Urteil an über Menschen, die ich nicht kenne. Jedenfalls, ob das gut oder schlecht ist, kommt drauf an, wie man’s nimmt!“

Ich stocke, bis ich endlich kapiere, wie er das meint: „Klar, für die Polizei ist das natürlich gut.“

„Sie haben es erfasst!“, lächelt er zufrieden. „Nun, in welchem Verhältnis, ähm, in welcher Beziehung sind Sie zur Nachbarin gestanden?“

„Beziehung? Albern!“

„Ich bitte Sie! Nehmen Sie die Sache nicht auf die leichte Schulter. Sie stehen hier unter schwerem Verdacht. Und Sie müssen jetzt glaubhaft beweisen, dass Sie nichts gegen die Nachbarin gehabt haben und ...“

Ich lache auf: „Gegen die alte Dame? Ich etwas gehabt haben, wo denken Sie hin. Was hätte ich denn gegen diese schon haben können?“

„Unterbrechen Sie mich nicht!“

Schon fährt er sich wieder zurück - der Ton sanfter - sehr professionell.

„Also, Sie müssen glaubhaft darlegen, dass Sie, wenn nicht in einem einvernehmlichen, so doch neutralen Nachbarschaftsverhältnis zur Bibliothekarin gelebt haben. Worum ging der Streit? Handelt es sich um eine ernsthafte Sache oder eine Bagatell-Angelegenheit? Verstehen Sie mich, ich muss das überprüfen.“

Der Pullover ist mir zu eng, mit der Hand erweitere ich den Kragen und schnappe nach Luft, japse sogar nach Sauerstoff bei dem Gedanken an die Konsequenzen und Folgen, schwant mir doch, was auf mich zukommen könnte: Hochnotpeinliche Befragungen ohne Ende.

Welche Umstände, die zu diesem tödlichen Brand geführt haben, weisen darauf hin, dass ich dies absichtlich, leichtsinniger- oder fahrlässigerweise getan habe? Die Strafzumessung wird sich danach richten.

Aber es ist nur ein makaberer Scherz, dass eine alte Frau umgekommen ist - mir wegen, aber bestimmt nicht gewollt. Bei der Kritikerin ist es etwas anderes. Vielleicht war deren Tod unvermeidlich, wer weiß? Aber um derentwegen werde ich hier nicht zur Rechenschaft gezogen. Stattdessen wegen einer banalen, saudummen, unglücklichen Geschichte - das ist mehr als lächerlich! Der Polizist redet wieder, ich kann nicht zuhören und mich konzentrieren.

Ich bin entnervt, zu sehr erbost über mein Schicksal. Ich soll wegen einer älteren Dame, einer pensionierten Lehrerin, oh Hohn und Spott, die wirklich keine besondere Rolle in meinem Leben gespielt hat, in den Knast, womöglich bis ans Ende meiner Tage. Da kann ich gleich den „Mord“ an der Kritikerin gestehen. Dann lohnte sich der ganze Aufwand wenigstens.

Wegen eines Unfalls brumme ich nicht 20 Jahre ab, das steht fest. Nein, wegen so etwas lasse ich mir nicht mein Leben verpfuschen!

Aber, wenn schon, denn schon.

Oder wohl nicht?

Doch, es muss einfach sein!

 

Werner Pentz

unread,
Feb 23, 2013, 6:08:39 PM2/23/13
to
oder habe ich da etwas nicht verstanden, dann mᅵsste dies hier am besten
sein:



Der Kriminaler blickt groᅵᅵugig ᅵber das Protokoll-Blatt und seine

Dorothee Hermann

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Feb 23, 2013, 8:34:47 PM2/23/13
to
Am 24.02.2013 00:08, schrieb Werner Pentz:

> Der Kriminaler blickt groᅵᅵugig ᅵber das Protokoll-Blatt und seine
> Lesebrille hinweg direkt in meine Augen.

Jetzt vorstellbar!
;-)

Nach einem Tag/Nacht und einem normalen Umbruch mᅵchtest Du vielleicht
doch den Text um die "unguten" Formulierungen bereinigen?
;-)

Dorothee
--
http://www.jens-stratmann.de/wp-content/uploads/2010/10/jens-mit-brille.jpg


Werner Pentz

unread,
Feb 24, 2013, 6:12:33 AM2/24/13
to

"Dorothee Hermann" <Dorothe...@gmx.net> schrieb im Newsbeitrag
news:aot91o...@mid.individual.net...
nettes bild,

wie darf ich letzte forumulierung versrtehen: von "unguten" formulierungen
bereinigen. ich finde den text ansonsten perfekt, ᅵhm.
so what?

gruᅵ

wp

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