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Meckgeifer-Rezept

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gUnther nanon�m

unread,
Nov 29, 2009, 5:03:14 PM11/29/09
to
Hi,
in lockerer Runde kam mal eine Frage auf, welche "Dschungelmethode" man
verwenden k�nne bei unstillbarer Blutung, etwa eines Bluters, der sich an
einer Glasscheibe geschnitten hat. Nicht an allen Stellen ist ja Abbinden
sonderlich sinnvoll, etwa am Hals :-) einer meinte, man k�nne etwa mittels
Chilipulver direkt in die Wunde und fest abdr�cken eine Gerinnung erzwingen
bzw einen Pfropf erzeugen, der eine Blutung zumindestens abbremst. Ist klar,
das k�nnte wohl auch mit Watte gehen, oder k�nnte Chili tats�chlich
zus�tzlich chemisch wirken? Ist doch eher trocken, ein Inhaltsstoff br�uchte
doch Zeit, sich zu l�sen, oder?

--
mfg,
gUnther

Felix Derber

unread,
Dec 2, 2009, 11:53:39 AM12/2/09
to
gUnther nanon�m wrote:
> Ist klar, das k�nnte wohl auch mit Watte
> gehen, oder k�nnte Chili tats�chlich zus�tzlich chemisch wirken?

Ist Capsaicin parenteral resorbiert nicht extrem toxisch?

Gru�,
Felix


gUnther nanon�m

unread,
Dec 2, 2009, 8:50:21 PM12/2/09
to

"Felix Derber" <felix.der...@arcor.de> schrieb im Newsbeitrag
news:4b169b82$0$7630$9b4e...@newsspool1.arcor-online.net...

Hi,
vermutlich, aber ebenso nicht leicht freizusetzen von getrocknetem Pulver.
Weshalb ich ja frug. K�nnte doch eine "gewaltsame Gerinnung" bewirken. Hitze
kann das auch, die mittelalterliche Methode der Blutstillung war ein
gl�hendes Messer. Wirkt rasch und kann sogar Wundinfektionen verhindern,
Sekund�rsch�den minimieren. Wenn der "Arzt" Erfahrung mit der Methode hat.
Und da es keine Schmerzmittel gab, hielt es auch den Kreislauf
aktiv...lautes Schreien beweist gute Lunge.

--
mfg,
gUnther

Bernhard Nowotny

unread,
Dec 4, 2009, 12:33:46 PM12/4/09
to
gUnther nanonᅵm schrieb:

> in lockerer Runde kam mal eine Frage auf, welche "Dschungelmethode" man
> verwenden kᅵnne bei unstillbarer Blutung, etwa eines Bluters, der sich an
> einer Glasscheibe geschnitten hat. Nicht an allen Stellen ist ja Abbinden
> sonderlich sinnvoll, etwa am Hals :-) einer meinte, man kᅵnne etwa mittels

Die Dschungelmethode heisst: "Nottestament" bzw. Drei-Zeugen-Testament
(ᅵ 2250 BGB).

Man kann es gerne mit Druckverband (auch am Hals), je nach Lokalisation
auch Tamponade, bei Vorhandensein selbstverstᅵndlich mit Klammern und
Nᅵhen sowie Vitamin K (Konakion) und Blutersatz i.v. versuchen, aber die
Kombination von Dschungel (weitab jeder Zivilisation und Kommunikation),
Blutgerinnungsstᅵrung und einer Glasscheibe in der Carotis hat eine
eher schlechte Prognose fᅵr die ᅵberlebenswahrscheinlichkeit.

> Chilipulver direkt in die Wunde und fest abdrᅵcken eine Gerinnung erzwingen

Ein Sack Chilipulver auf der Wunde kᅵnnte durchaus im Sinne eines
Druckverbandes wirken. Aber wer hat sowas schon im Dschungel dabei?

> zusᅵtzlich chemisch wirken? Ist doch eher trocken, ein Inhaltsstoff brᅵuchte
> doch Zeit, sich zu lᅵsen, oder?

Siehe Stichwort "lokale Hᅵmostatika". Chili-Pulver ist da aber m.W.
nicht dabei.

Der echte[TM] McGiver wᅵrde das aber vermutlich trotzdem mit einem
Streichholz und einem Stᅵck Draht schaffen (im echten Sanitᅵterleben
gibt es aber auch nichts, was man nicht mit ein oder mehreren Rollen
Pflasterklebeband reparieren kᅵnnte - bei durchgerosteten Rettungs-
wagen-Kotflᅵgeln, undichten Kᅵhlerwasserschlᅵuchen und verstopften
Wischwasserdᅵsen hab ich's schon erfolgreich eingesetzt, von
Wunden aller Art mal abgesehen).

Servus,


Bernhard

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Dec 5, 2009, 5:55:58 AM12/5/09
to
Bernhard Nowotny <bn...@gmx.de> wrote:

>Der echte[TM] McGiver w�rde das aber vermutlich trotzdem mit einem
>Streichholz und einem St�ck Draht schaffen (im echten Sanit�terleben


>gibt es aber auch nichts, was man nicht mit ein oder mehreren Rollen

>Pflasterklebeband reparieren k�nnte - bei durchgerosteten Rettungs-
>wagen-Kotfl�geln, undichten K�hlerwasserschl�uchen und verstopften
>Wischwasserd�sen hab ich's schon erfolgreich eingesetzt, von


>Wunden aller Art mal abgesehen).

Was ist denn eigentlich von Sekundenkleber in der Wunde zu halten?
�hnliches Zeugs wird ja AFAIR auch in Kliniken verwendet...


-ras

--

Ralph A. Schmid

http://www.dk5ras.de/ http://www.db0fue.de/
http://www.bclog.de/

Ralf Handel

unread,
Dec 6, 2009, 3:06:38 PM12/6/09
to
"Ralph A. Schmid, dk5ras" <ra...@radio-link.net> schrieb im Newsbeitrag
news:h0fkh5p99hq3fbqd7...@4ax.com...

> Was ist denn eigentlich von Sekundenkleber in der Wunde zu halten?
> �hnliches Zeugs wird ja AFAIR auch in Kliniken verwendet...

Bei einem deftigen Messerschnitt im Daumen funktioniert das
sogar. Mangels Pflaster und weils halt bei jeder Bewegung wieder
aufgeht getestet (eben weil es mal so nen Artikel gab).
Aber bei ner ordentlichen Arterienverletzung wirds wohl nicht
so gut klappen mit dem Verkleben...

CU Ralf

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Dec 7, 2009, 1:03:00 AM12/7/09
to
"Ralf Handel" <ralfh...@yahoo.de> wrote:

>Bei einem deftigen Messerschnitt im Daumen funktioniert das
>sogar.

Ja, kann ich mir vorstellen.

>Mangels Pflaster und weils halt bei jeder Bewegung wieder
>aufgeht getestet (eben weil es mal so nen Artikel gab).
>Aber bei ner ordentlichen Arterienverletzung wirds wohl nicht
>so gut klappen mit dem Verkleben...

Nun ja, urspr�nglich ging es ja z.B. um einen Bluter fernab
medizinischer Versorgung - da ist ein derber schnitt in den Daumen
sicher schon problematisch genug...

Dirk Geiger

unread,
Dec 7, 2009, 8:56:31 AM12/7/09
to
"Ralph A. Schmid, dk5ras" wrote:

>"Ralf Handel" <ralfh...@yahoo.de> wrote:
>
>>Bei einem deftigen Messerschnitt im Daumen funktioniert das
>>sogar.
>
>Ja, kann ich mir vorstellen.
>
>>Mangels Pflaster und weils halt bei jeder Bewegung wieder
>>aufgeht getestet (eben weil es mal so nen Artikel gab).
>>Aber bei ner ordentlichen Arterienverletzung wirds wohl nicht
>>so gut klappen mit dem Verkleben...

Da w�re ich mir nichtmal so sicher. Cyanoacrylate zur Wundversorgung
wurden afaik im Vietnamkrieg eingef�hrt um stark blutende Wunden vor
Ort erstzuversorgen. Dort wurde direkt (anscheinend eine ordentliche
Menge) Cyanoacrylat in die Wunde gespr�ht - und nicht wie heute als
Nahtersatz auf der Hautoberfl�che verklebt.

Au�erdem k�nnte man nat�rlich auch ein paar Sekunden kr�ftig
abklemmen, bis der Kleber fest ist.

Grusz,
Dirk

Andreas Hirschberg

unread,
Dec 7, 2009, 9:11:00 AM12/7/09
to

"Ralph A. Schmid, dk5ras" <ra...@radio-link.net> schrieb:

> Was ist denn eigentlich von Sekundenkleber in der Wunde zu
> halten?
> �hnliches Zeugs wird ja AFAIR auch in Kliniken verwendet...

In den Kliniken d�rften es eher "Gewebe-Kleber" auf Fibrin Basis
sein(?).
W�rde so eine "Bio-Leim" eigentlich bei einem Bluter funktionieren?

Bis neulich.
Andi

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Dec 7, 2009, 9:27:48 AM12/7/09
to
Dirk Geiger <sp...@dirkgeiger.de> wrote:

>Da w�re ich mir nichtmal so sicher. Cyanoacrylate zur Wundversorgung
>wurden afaik im Vietnamkrieg eingef�hrt um stark blutende Wunden vor
>Ort erstzuversorgen. Dort wurde direkt (anscheinend eine ordentliche
>Menge) Cyanoacrylat in die Wunde gespr�ht - und nicht wie heute als
>Nahtersatz auf der Hautoberfl�che verklebt.

Interessant.

>Au�erdem k�nnte man nat�rlich auch ein paar Sekunden kr�ftig
>abklemmen, bis der Kleber fest ist.

Das allemal, in der Not geht so vieles.

Bernhard Nowotny

unread,
Dec 11, 2009, 6:04:45 PM12/11/09
to
Ralph A. Schmid, dk5ras schrieb:

> Was ist denn eigentlich von Sekundenkleber in der Wunde zu halten?

Ja, das funktioniert tats�chlich, zumindest f�r die bl�den kleinen
Schnitte in Fingerkuppen, die sonst nie so richtig verheilen.
In der Halsschlagader hab ich's noch nicht gesehen...

Das Problem bei einem Bluter w�re aber immer, dass es ja nicht
ausreicht, die Wunde nur nach au�en hin zu schlie�en. Es sollte
auch nicht in umliegendes Gewebe einbluten, man muss also wirklich
das Gef�� wieder dichtbringen bzw. am Weiterbluten hindern. Bei gr��eren
Gef��en sehe ich da eher die mechanische Klammer im Vorteil. Und die
schnelle Evakuierungsm�glichkeit.

Nochmal zur Anwendung von Sekundenkleber (auf eigene Gefahr!) au�erhalb
des Dschungels bei kleinen Schnittverletzungen: ich kann gerade ad-hoc
nicht beurteilen, wie die Keimbesiedelung in einer Tube Kleber aussehen
mag. Aber bei kleinen Schnitten hatte ich da nie Probleme, wird auch von
meinem "privat�rztlichem" Umfeld gerne benutzt.

Mein Vater hat sich �brigens auch bei gr��eren Schnittverletzungen,
bei deren Anblick ich ernsthaft eine Fahrt in die Klinik in
Erw�gung zog, immer nur mit vielen Lagen Leukoplast beholfen, notfalls
auch profanes Isolierband. Gab zwar regelm��ig innerfamili�ren Stunk
(das war mit meinem Anspruch einfach nicht zu vereinbaren), letztendlich
hat er aber immer recht behalten und die Wunden waren nach ein paar
Tagen problemlos verheilt. Packt sicher nicht jeder.

Servus,


Bernhard

gUnther nanon�m

unread,
Dec 11, 2009, 6:58:32 PM12/11/09
to

"Bernhard Nowotny" <bn...@gmx.de> schrieb im Newsbeitrag
news:hfuj7q$n2$1...@online.de...
..

> Mein Vater hat sich �brigens auch bei gr��eren Schnittverletzungen,
> bei deren Anblick ich ernsthaft eine Fahrt in die Klinik in
> Erw�gung zog, immer nur mit vielen Lagen Leukoplast beholfen, notfalls
> auch profanes Isolierband. Gab zwar regelm��ig innerfamili�ren Stunk
> (das war mit meinem Anspruch einfach nicht zu vereinbaren), letztendlich
> hat er aber immer recht behalten und die Wunden waren nach ein paar
> Tagen problemlos verheilt. Packt sicher nicht jeder.

Hi,
zu Studentenjobberzeiten haben wir Computer geschraubt, das war gelegentlich
extrem blutig. Hat aber keinen gest�rt, nur die Sauerei war manchmal
unansehnlich, innen trocknete das ja und interessierte keinen, aber einen
�u�erlich vollgebluteten Tower mu�te man rasch mit kaltem Wasser abspritzen,
sonst wurde der nicht bezahlt .-) da reichte stets ebenfalls eine Rolle
Klopapier oder eben Isolierband, wenn man den Finger noch bewegen mu�te. Am
sch�nsten wars, wenn man die flache Hand in bestimmte Spalte schob und beim
Rausziehen einen Grat "entdeckte", lange Schnitte manchmal quer �ber mehrere
Venen...das saut aber. Und man merkte es in der Hektik nichtmal selber, erst
wenn andere einen anschrien "la� Deine blutigen Pfoten von meinem Tisch"
fiels auf. Den Pflasterkasten haben wir nie bem�ht. H�tte ja auch einen
Bericht erfordert...
--
mfg,
gUnther

Raimund Nisius

unread,
Dec 12, 2009, 6:19:49 AM12/12/09
to
Bernhard Nowotny <bn...@gmx.de> wrote:

> Nochmal zur Anwendung von Sekundenkleber (auf eigene Gefahr!) au�erhalb
> des Dschungels bei kleinen Schnittverletzungen: ich kann gerade ad-hoc
> nicht beurteilen, wie die Keimbesiedelung in einer Tube Kleber aussehen
> mag.

Au�en sieht die wohl so aus, wie bei allen Gegenst�nden mit
Fingerabdr�cken drauf. Da� Keime auf dem fl�ssigen Kleber lebend bis zur
Wunde reiten halte ich f�r ausgeschlossen. Der Dampf von dem Zeug d�rfte
Zellen verkapseln. (ohne Gew�hr)

> Aber bei kleinen Schnitten hatte ich da nie Probleme, wird auch von
> meinem "privat�rztlichem" Umfeld gerne benutzt.

Der Bastelkleber enth�lt giftige Komponenten, der Kleber f�r
Wundverschlu� nicht. Letzterer birgt "nur" die Gefahr, da� Stellen
verkleben, die besser getrennt blieben.

--
Gru�, Raimund
Mein Pfotoalbum <http://www.raimund.in-berlin.de>
Mail ohne Anhang an <Reply-To:> wird gelesen. Im Impressum der Homepage
findet sich immer eine l�nger g�ltige Adresse.

Ralph A. Schmid, dk5ras

unread,
Dec 13, 2009, 9:10:45 AM12/13/09
to
Bernhard Nowotny <bn...@gmx.de> wrote:

>Mein Vater hat sich �brigens auch bei gr��eren Schnittverletzungen,
>bei deren Anblick ich ernsthaft eine Fahrt in die Klinik in
>Erw�gung zog, immer nur mit vielen Lagen Leukoplast beholfen, notfalls
>auch profanes Isolierband.

Ja, ich habe mich da auch schon �fters rustikal verarztet, war nie ein
Problem, bei mir heilen Verletzungen eh recht gut.

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