Danke schon mal!
Wasserbüffel
Author D.Selzer-McKenzie
Die Filmbilder hat der Author in der Ukraine gedreht
Video:
http://www.youtube.com/watch?v=6ZmpnoejLiQ
Der Wasserbüffel (Bubalus arnee) gehört zu den Rindern (Bovinae) und
ist die am weitesten verbreitete und bekannteste Art der Asiatischen
Büffel (Bubalus). Er ist vielerorts zum Haustier geworden, wilde
Wasserbüffel hingegen sind heute eine Seltenheit. Für wilde Büffel
wird oft die indische Bezeichnung Arni verwendet; damit werden sowohl
echte Wild- als auch verwilderte Hausbüffel bezeichnet.
Ein Wasserbüffel bringt es auf eine Kopfrumpflänge von fast 3 Metern,
eine Schulterhöhe von 180 Zentimetern und ein Gewicht von mehr als
einer Tonne. Diese Maße werden fast nur von wilden Büffeln erreicht.
Die domestizierten Exemplare sind für gewöhnlich sehr viel kleiner und
selten schwerer als 500 Kilogramm. Der Rumpf ist rindertypisch
tonnenförmig, der etwa 60 bis 80 Zentimeter lange Schwanz hat eine
Endquaste. Die Farbe der wilden Tiere ist grau, braun oder schwarz.
Bei domestizierten Büffeln gibt es auch schwarz-weiß gescheckte oder
ganz weiße Tiere.
Der Kopf ist meist lang und nach vorne hin verhältnismäßig schmal, die
Ohren sind vergleichsweise klein. Beide Geschlechter tragen Hörner,
die entweder geradlinig zur Seite weisen oder sich halbkreisförmig
nach innen krümmen. Sie erreichen eine Spannweite von 2 Metern, mehr
als bei jedem anderen lebenden Paarhufer; die Hörner der Weibchen sind
allerdings meist etwas kürzer. Daneben existieren aber auch
Büffelrassen mit kleineren Hörnern.
Die weit auseinander gespreizten Hufe geben den Tieren in ihrem
sumpfigen Lebensraum sicheren Halt.
Verbreitung [Bearbeiten]
Das Verbreitungsgebiet des wilden Wasserbüffels ist seit der Eiszeit
kontinuierlich geschrumpft. Noch im späten Pleistozän gab es
Wasserbüffel auch in Nordafrika. Zur Zeit der frühen Hochkulturen
Mesopotamiens waren sie zwischen Euphrat und Tigris noch häufig und
von hier ostwärts über Indien bis nach China und Südostasien
verbreitet. Durch Ansiedlung durch den Menschen gibt es Wasserbüffel
heute auch in Nordaustralien und im Amazonasgebiet Brasiliens.
Domestizierter Wasserbüffel in Thailand
Heute ist es oft schwierig zu bestimmen, welche Wasserbüffel echte
Wildbüffel und welche bloß Nachkommen verwilderter Hausbüffel sind. In
Kambodscha, Laos und Vietnam gibt es offenbar keine reinen Wildbüffel
mehr. Dagegen sind einige kleine Gruppen über Nepal, Bhutan und die
indischen Bundesstaaten Assam, Madhya Pradesh, Meghalaya und Arunachal
Pradesh verstreut. Umstritten ist, ob es sich bei den Büffeln des
westlichen Thailands und der Insel Sri Lanka um echte Wildbüffel
handelt.
Den Lebensraum des Wasserbüffels bilden offene Feuchtgebiete,
Sumpfwälder und dicht bewachsene Flusstäler. Zum Schutz vor Insekten
und zur Abkühlung hält er sich oft im Wasser oder im Schlamm auf.
Anschließend ist die Haut von einer dichten Schlammschicht bedeckt,
die kein blutsaugendes Insekt durchdringen kann.
Lebensweise [Bearbeiten]
Wasserbüffel in Indien
Da es in Asien fast nur noch domestizierte Wasserbüffel gibt, hat man
das Verhalten dieser Tiere vor allem bei ausgewilderten Büffeln im
Norden Australiens studiert. Wie weit dies dem ursprünglichen
Verhalten entspricht, ist unbekannt. Wasserbüffel leben hier in
Familiengruppen von dreißig Individuen, die von einer alten Kuh
angeführt werden. Die Herden bestehen aus Weibchen und ihren Jungen.
Junge Weibchen bleiben für gewöhnlich bei der Herde; jüngere Männchen
werden dagegen im Alter von zwei Jahren aus der Herde vertrieben. Die
Bullen werden nach einer Übergangszeit in Junggesellenverbänden, die
jeweils etwa zehn Individuen umfassen, zu temporären Einzelgängern,
schließen sich aber alljährlich zur Paarungszeit (in Nordindien im
Oktober, weiter südlich zu keiner festgelegten Jahreszeit) einer Herde
an. Die dominante Kuh behält auch in dieser Zeit die Führung der
Gruppe und jagt nach dem Ende der Paarungszeit die Bullen davon. Alte
Bullen, die sich nicht mehr paaren können, leben bis zu ihrem Tod als
dauerhafte Einzelgänger. Meistens sondern sie sich freiwillig ab,
gelegentlich werden sie von einem jüngeren Bullen gewaltsam
vertrieben.
Eine Kuh trägt etwa alle zwei Jahre ein Junges aus. Dies wird nach
einer Tragzeit von 333 Tagen geboren und wiegt zunächst etwa 40
Kilogramm. Es wird etwa ein halbes Jahr gesäugt, ehe es selbständig
grasen kann. Im Alter von zwei bis drei Jahren erlangen die Tiere die
Geschlechtsreife. Die Lebensdauer eines wilden Wasserbüffels beträgt
25 Jahre; in der Obhut des Menschen werden Wasserbüffel noch einige
Jahre älter.
Die Nahrung des Wasserbüffels sind in erster Linie Gräser, daneben
auch fast jede Art von Ufervegetation. Neben dem Menschen sind Tiger
und Krokodile die einzigen Fressfeinde des Wasserbüffels. Tiger
attackieren bevorzugt Jungtiere oder Einzelgänger, da eine
geschlossene Herde durch koordiniertes Vorgehen oft in der Lage ist,
die Raubkatzen zu vertreiben oder in Einzelfällen durch den Einsatz
der Hörner sogar zu töten.
Menschen und Wasserbüffel [Bearbeiten]
Bedrohung [Bearbeiten]
Der wilde Wasserbüffel wird von der International Union for
Conservation of Nature (IUCN) heute als "stark gefährdete" Art
geführt. Wegen der oben angeführten Schwierigkeiten, ausgewilderte
Hausbüffel von echten Wildbüffeln zu unterscheiden, schwanken die
Bestandsangaben zwischen 200 und 4000 Exemplaren.
Domestikation [Bearbeiten]
Domestizierte Wasserbüffel in Thailand
Weltweit gibt es 150 Millionen domestizierte Wasserbüffel. Wann der
Wasserbüffel domestiziert wurde, ist schwer zu sagen, da sich die
Knochen wilder und domestizierter Tiere nicht unterscheiden lassen.
Eventuell wurde die Art mehrfach unabhängig voneinander domestiziert.
Die Domestikation erfolgte zuerst in China um etwa 4000 v. Chr. In
Fundstellen der indischen Harappa-Kultur tauchen Knochen des
Wasserbüffels nur spärlich auf. Für Dholavira, wo sehr viele
Wasserbüffelknochen gefunden wurden, nimmt man eine Herdenhaltung an,
wie auch für Shikapur in Gujarat. Kurz darauf wurde der Büffel auch in
Mesopotamien domestiziert. Von Indien und China gelangten Hausbüffel
nach Südostasien. Lange vor der Zeitenwende gab es im gesamten
Verbreitungsgebiet domestizierte Büffel.
In historisch jüngerer Zeit gelangten Wasserbüffel auch in andere
Regionen: In Südeuropa, Nord- und Ostafrika, Australien, Mauritius,
Hawaii, Südamerika und Japan werden heute in unterschiedlichem Maße
Wasserbüffel gehalten. In Europa wird er in Italien, Rumänien und
Bulgarien in größerem Stil genutzt. In Australien, wo die
Büffelhaltung weitgehend aufgegeben wurde, verwilderten die Tiere und
besiedelten den Norden, wo sie heute in etwa 200.000 Exemplaren
vorkommen. Verwilderte Wasserbüffel gibt es in kleinerer Zahl auch in
Neuguinea, Argentinien und Tunesien.
Die Büffel verhalten sich gegenüber Menschen friedlich und lassen sich
sogar von Kindern dirigieren. Wilde Büffel ergreifen in der Regel vor
dem Menschen die Flucht. Allerdings werden die einzelgängerischen
alten Bullen gelegentlich sehr aggressiv und greifen dann Menschen und
selbst Elefanten an. Sie sollen gelegentlich durch die Farben Gelb und
Orange provoziert werden, weshalb z.B. die thailändischen Mönche mit
ihrer orangen Robe oft einen größeren Bogen um sie machen.
In Deutschland gibt es heute etwa 1800 Wasserbüffel.[1],[2],[3] Hatte
die Büffelzucht noch bis vor kurzem wenig Bedeutung, so gibt es
inzwischen einige Höfe, auf denen Wasserbüffel gezüchtet werden; es
bleibt jedoch ein eher exotischer Wirtschaftszweig.
Nutzen [Bearbeiten]
Domestizierter Wasserbüffel auf Sumatra
Wasserbüffel werden zum Pflügen von Reisfeldern und als Lasttiere
verwendet. Milch, Fleisch und Leder werden ebenfalls genutzt. Aufgrund
der Umstellung auf maschinelles Pflügen ist der Einsatz und dadurch
auch die Verbreitung in den letzten ca. 25 Jahren drastisch
zurückgegangen (besonders z.B. in Thailand) . Ein weiterer Vorteil des
Wasserbüffels liegt darin, dass er von BSE nicht betroffen ist; Büffel
in China erkranken gelegentlich an der Maul- und Klauenseuche.
Büffelmilch [Bearbeiten]
Mit den heutigen Hausrindern können Wasserbüffel bei der Menge von
Fleisch und Milch je Tier noch nicht mithalten. Büffelmilch hat
verglichen mit Kuhmilch einen doppelten Fettgehalt (8 %) und längere
Haltbarkeit. Jährlich werden in Asien 45 Millionen Tonnen Büffelmilch
gewonnen. Durch gezielte Zucht immer ergiebigerer Büffelrassen konnte
die Milchproduktion je Tier in den letzten Jahrzehnten beträchtlich
gesteigert werden. Noch 1970 wurde ein Wert von 3000 Litern je Tier
und Laktationsperiode (etwa 300 Tage) für einen Rekord gehalten; heute
gibt es hochgezüchtete Büffelrassen, die 5000 Liter Milch im gleichen
Zeitraum abgeben. Der Murrah gilt als die Büffelrasse, die in der
Milchwirtschaft am vielversprechendsten ist; Züchter gehen davon aus,
in naher Zukunft mit Wasserbüffeln ebenso viel Milch produzieren zu
können wie mit Milchkühen.
Büffelmilch enthält je Gramm 0,19 mg Cholesterin (Rindermilch: 0,14
mg).[4] Sie ist außerdem reicher an Kalzium, Eisen, Phosphor und
Vitamin A.
Echter Mozzarella wird aus Büffelmilch gewonnen - heute wird meistens
aus Rindermilch hergestellter Mozzarella verkauft, der geschmacksärmer
und von anderer Konsistenz ist.
Büffelrassen [Bearbeiten]
Domestizierter Wasserbüffel in Thailand
74 Rassen von Hausbüffeln sind bekannt. Sie werden grob in Sumpf- und
Flussbüffel unterteilt. Sumpfbüffel dienen vor allem als Arbeitstiere,
Flussbüffel in erster Linie als Nahrungs- und Rohstofflieferanten.
Die Sumpfbüffel werden überwiegend in China und Südostasien gezüchtet.
Sie helfen bei der Bewirtschaftung der Reisfelder und werden, wenn sie
als Arbeitstiere wegen ihres Alters nicht mehr geeignet sind,
geschlachtet und gegessen. Für die Milchproduktion spielen sie so gut
wie keine Rolle.
Flussbüffel werden hingegen für Milch- und Fleischproduktion
gezüchtet. Das Zentrum der Flussbüffelzucht liegt ohne Zweifel in
Indien, wo es die meisten Rassen und die ergiebigsten Tiere gibt.
Inzwischen wird die Zucht auch in Nordamerika und Europa fortgesetzt.
Einige der wichtigsten Büffelrassen sind:
* Baladi, Unterägypten; Zugtier, Milch
* Saidi, Oberägypten; Zugtier, Milch
* Kundi, Sindh; Milch; schwarzes Fell, besonders schwer und massig
* Murrah, Haryana, Punjab; Milch; gilt als ergiebigste aller
Milchbüffelrassen, weltweit exportiert
* Nili-Ravi, Punjab; Milch; schwarzes Fell mit weißer Zeichnung im
Gesicht, sehr kurze Hörner
* Pandharpuri, Maharashtra; Milch; schwarzes Fell, erkennbar an
den schwertartigen, riesigen Hörnern (jeweils bis 150 cm lang)
* Malaiischer Büffel, Südostasien; Zugtier; graues Fell,
mittellange, halbmondförmige Hörner
* Carabao, Philippinen und Guam, Zug- und Arbeitstier, graues oder
schwarzes Fell, halbmondförmige Hörner
Büffel in Volksglauben und Mythologie [Bearbeiten]
Ein so eng mit dem Menschen verbundenes Tier wie der Wasserbüffel
taucht naturgemäß in vielen Märchen und Sagen der mit ihm assoziierten
Völker auf.
In der Indischen Mythologie verkörpert der Wasserbüffel unter anderem
den Dämon Mahishasura, ein Mischwesen aus Büffel und Mensch, das von
keinem der Götter besiegt werden konnte, bis die Kriegsgöttin Durga
ihn zuletzt doch niederrang. Im Hinduismus erinnert das bengalische
Durgapuja sowie das nepalesische Dashain-Fest an diesen Kampf zwischen
Gut und Böse. In Nepal ist es ein staatlicher Feiertag. Zu diesem Fest
wird in einer Prozession ein Büffelkopf durch die Straßen getragen,
der Mahishasura symbolisieren soll.
Der Büffel taucht noch in einer anderen, ebenfalls nicht sehr
positiven Rolle auf: Yama, im Hinduismus der Herr der Unterwelt, wird
oft auf einem Wasserbüffel reitend dargestellt. Zu bestimmten
Gelegenheiten nimmt der Gott selbst die Gestalt eines Büffels an.
Kein Teil der indischen Mythologie, aber doch ein bekanntes,
fabelhaftes Werk über Indien ist das Dschungelbuch von Rudyard
Kipling. Hier wird Mogli nach seiner Rückkehr zu den Menschen zu einem
Büffelhirten. Die Büffel sind es, die letztlich den bösartigen Tiger
Shere Khan zu Tode trampeln.
In der chinesischen Astrologie ist der Büffel eines der zwölf
Sternzeichen. 2009/10 ist das Jahr des Büffels.
"Büffel" (khwaai) ist in Thailand eine der abfälligsten Bezeichnungen
zur Charakterisierung eines Menschen, auch im Sinne einer Beleidigung,
und in der Ausdrucksstärke vergleichbar mit "Schwein" im Deutschen.
Gemeint ist damit jemand, der stur, dumm, lernunfähig, stumpf oder
unbeweglich ist.
Der chinesische Philosoph Laozi wird meistens auf einem Wasserbüffel
reitend dargestellt.
Wasserbüffel in Australien [Bearbeiten]
Die Einführung der Wasserbüffel in Australien [Bearbeiten]
Zwischen 1823 und 1840 wurden durch den Menschen 80 Wasserbüffel zur
Fleischproduktion im Northern Territory in Australien eingeführt.
Einzelne Tiere und Herden verwilderten und vermehrten sich unter ihren
neuen Lebensbedingungen so schnell, dass nach Schätzungen der
australischen Regierung zwischen 1880 und 1970 insgesamt 700.000 Tiere
erlegt werden mussten. 1985 lebten mit einem Bestand von 350.000
Tieren mehr als die Hälfte der weltweit nicht als Haustiere gehaltenen
Wasserbüffel in Australien.
Ökologische Probleme [Bearbeiten]
Die verwilderten Wasserbüffel stellten in den Marschregionen an
Australiens Nordküste ein gravierendes ökologisches Problem dar. Sie
verstärkten durch ihre Trampelpfade und ihr Suhlen die Bodenerosion,
veränderten durch ihr Fressverhalten die Zusammensetzung der lokalen
Flora und erleichterten durch ihr Suhlen das Eindringen von Salzwasser
in Süßwasserhabitate. Sie veränderten damit ihren Lebensraum so
nachhaltig, dass die Anzahl der dort lebenden Australien-Krokodile,
des australischen Süßwasserfisches Barramundi und ähnlicher
einheimischer Arten drastisch zurückging. Zu diesen gravierenden
ökologischen Auswirkungen trug wesentlich bei, dass sich in den
Trockenzeiten auf einem Quadratkilometer Marschland bis zu 35 Tiere
aufhielten. Wasserbüffel sind außerdem Überträger von
Rinderkrankheiten wie der Tuberkulose und der Rinderbrucellose.
Besonders letztere hat dazu beigetragen, dass der Wasserbüffelbestand
sowohl von der Regierung als auch von der Mehrheit der australischen
Bevölkerung als zu bekämpfende Plage angesehen wird.
Das Abschussprogramm der australischen Regierung [Bearbeiten]
Von 1979 bis 1997 wurde von der australischen Regierung ein
Abschussprogramm verwilderter Wasserbüffel durchgeführt, wobei die
Tiere, die im unzugänglichen Marschland lebten, zum Teil vom
Helikopter aus abgeschossen wurden. Die Anzahl der verwilderten
Wasserbüffel ist seitdem deutlich zurückgegangen. In dem zum
Weltnaturerbe gehörenden Kakadu-Nationalpark beispielsweise wurde die
Anzahl der dort lebenden Tiere von 20.000 im Jahre 1988 auf 250 im
Jahre 1996 reduziert und damit erreicht, dass die Bestände
einheimischer Pflanzen wie bestimmte Eukalyptus-Arten und die Rote
Wasserlilie sich wieder erholten.
Wasserbüffel Waterbuffalo Tiere Animal Natur SelMcKenzie Selzer-
McKenzie
Biber
Author D.Selzer-McKenzie
Die Filmbilder jhat der Author in der Ukraine gedreht
Video:
http://www.youtube.com/watch?v=HTywoq8pqBY
Biber (Castoridae) sind höhere Säugetiere (Eutheria) und gehören zur
Ordnung der Nagetiere (Rodentia).
Die Familie besteht heute aus einer einzigen Gattung, Castor, die sich
in zwei Arten aufteilt: den Europäischen Biber (Castor fiber) und den
Kanadischen Biber (Castor canadensis).
Manche Zoologen betrachten den Kanadischen Biber als eine Unterart des
Europäischen Bibers; dieser Auffassung steht die unterschiedliche
Chromosomenzahl (48 beim Europäischen, 40 beim Kanadischen) entgegen.
Nach Heidecke (1986) werden acht Unterarten unterschieden.
Bedeutung des wissenschaftlichen Namens [Bearbeiten]
Castor stellte sich zum lateinischen Verbum castrare, welches
Schneiden bedeutet und somit den Castor als „Schneider“ qualifiziert,
womit sicherlich auf die Nagekünste des Tieres angespielt wird. Siehe
auch Castrum.
Merkmale [Bearbeiten]
Biber (Präparat)
Der Biber kann bis zu 1,40 m lang und 35 kg schwer und bis zu 20 Jahre
alt werden. Sein braunes Fell ist mit 23.000 Haaren pro
Quadratzentimeter (Mensch: bis zu 600 Haare pro cm2) sehr dicht und
schützt vor Nässe und Auskühlung. Der Pelz wird regelmäßig gereinigt
und mit einem fetthaltigen Sekret, dem Bibergeil (Castoreum),
gepflegt.
Mit seinem spindelförmigen Körper, einem breiten, abgeplatteten, mit
lederartiger Haut bedeckten und unbehaarten Schwanz, Kelle genannt,
und den Schwimmhäuten ist das Tier perfekt an das Leben im Wasser
angepasst. Die Kelle dient als Steuer beim Abtauchen sowie zur
Temperaturregulation und als Fettdepot. Beim Tauchen werden Nase und
Ohren verschlossen, so können Biber bis zu 20 Minuten tauchen.
Verbreitung [Bearbeiten]
Der Europäische Biber war ursprünglich in Europa und weiten Teilen
Asiens heimisch, ist dann aber durch Bejagung (dichtes Fell, essbares
Fleisch) in weiten Teilen Europas ausgerottet worden. Durch
konsequenten Schutz und Auswilderungen im 20. Jahrhundert haben sich
die Bestände des Europäischen Bibers in den letzten Jahrzehnten wieder
erholt. Für Details zur Verbreitung siehe: Europäischer Biber.
Der Kanadische Biber ist auch heute noch weit in Nordamerika
verbreitet. Trotz intensiver Nutzung wurde dort die Population nicht
nachhaltig zerstört. Teilweise erlauben die Bestände heute wieder die
Jagd auf Biber (Fallenstellen). Durch Auswilderung wurde in Finnland
eine Population von Kanadischen Bibern geschaffen. Auch in Österreich
wurden einige Kanadische Biber freigelassen, später aber wieder
abgefangen. Für Details zur Verbreitung siehe: Kanadischer Biber.
Lebensraum [Bearbeiten]
Der Biber ist ein semiaquatisches Säugetier, das heißt sein Lebensraum
sind fließende und stehende Gewässer und deren Uferbereiche. An Land
bewegt er sich aufgrund seines plumpen Körperbaus nur langsam. Sein
Körperbau ist dem Leben im und am Wasser ausgezeichnet angepasst
(Kelle als Steuer und Antriebsruder, Schwimmhäute an den Hinterfüßen,
bis zu 23.000 Haare pro Quadratzentimeter Körperoberfläche und 12.000
Haare pro Quadratzentimeter am Rücken, Möglichkeit das Fell
einzufetten, Geschlechtsorgane im Körperinneren, effiziente Ausnutzung
des Sauerstoffs wodurch er bis zu 20 Minuten lang tauchen kann). Der
Biber besiedelt Fließgewässer in allen Größenkategorien, vom Fluss 1.
Ordnung bis hin zum Entwässerungsgraben. Ebenso kann er alle Formen
von Stillgewässern annehmen, vom Weiher oder Altwasser bis hin zum
See. Stehen ihm nur mangelhafte Lebensräume zur Verfügung zeigt sich
der Biber mitunter sehr anpassungsfähig und siedelt sich auch an
außergewöhnlichen Plätzen an, beispielsweise inmitten von Ortschaften
oder direkt an Autobahnen, wo dann Gehölzpflanzungen nicht selten die
wichtigste Nahrungsquelle darstellen.
Lebensweise [Bearbeiten]
Biber leben in Einehe. Das Revier einer Biberfamilie, die aus dem
Elternpaar und zwei Generationen von Jungtieren besteht, umfasst je
nach der Qualität des Biotops 1 bis 3 Kilometer Fließgewässerstrecke.
Die Reviergrenzen werden mit dem sogenannten Bibergeil, einem öligen
Sekret aus einer Drüse im Afterbereich, markiert und gegen
Eindringlinge verteidigt.
In der Biberburg leben die Altbiber mit bis zu vier Jungen, oft noch
mit Jungtieren aus dem Vorjahr. Im Mai wird der behaarte und von
Geburt an sehende Nachwuchs geboren, davor müssen die vorjährigen
Jungen den Bau verlassen haben. Die jungen Biber sind anfangs
wasserscheu, werden aber von der Mutter einfach ins Wasser geworfen
und so an das Leben im Wasser gewöhnt. Nachdem sie in der Regel zwei
Monate lang von der Mutter gesäugt wurden, erlangen sie nach etwa drei
Jahren die Geschlechtsreife. In dieser Zeit werden sie von den Eltern
aus dem Revier vertrieben und können dann über 100 km weit wandern. Im
Mittel liegt die Wanderstrecke bei 25 km. Jetzt suchen sie sich einen
Partner und gründen selbst ein Revier.
Biberbau [Bearbeiten]
Biberburg in der Schweiz
Im Biberrevier befinden sich in der Regel zwei bis vier (manchmal bis
zu zehn) Wohnbaue unterschiedlichster Form. Ist die Uferböschung steil
genug, gräbt sich der Biber eine Höhle hinein, und vernetzt sie mit
sogenannten Biberröhren. Das können Fressröhren, Fluchtröhren und
Spielröhren sein. Der Eingang zum Wohnkessel ist immer unter dem
Wasserspiegel, der Wohnkessel selbst liegt über Wasser. Der Wohnraum
im Inneren kann einen Durchmesser bis zu 120 cm und eine Höhe bis zu
60 cm erreichen. Die Biberburg dagegen besteht aus abgenagten Ästen,
Zweigen und Schlamm. Nicht selten ist sie vollständig von Wasser
umgeben. Im allgemeinen liegt der Eingang unterhalb der
Wasseroberfläche. Fällt die Burg trocken, wird sie verlassen, da sonst
Feinde Zugang zu ihr hätten.
Biberdämme [Bearbeiten]
Biberdamm in der Eifel
Biber sind für ihre Dammbauten bekannt, mit denen sie Bäche aufstauen
und künstliche Teiche anlegen. Diese Regulierung gibt den Bibern einen
sicheren Wasserstand um ihre Burg herum. Gleichzeitig wachsen im Teich
Wasserpflanzen, die dem Biber als Nahrung dienen.
Biber halten keinen Winterschlaf, sondern eine Winterruhe, deshalb
muss auch im Winter für Nahrung gesorgt werden. Direkt vor dem Eingang
der Burg werden von den Bibern im Herbst Zweige und Äste
zwischengelagert. Wenn die Teichoberfläche gefriert, kann der Biber
die gelagerten Äste unter dem Eis erreichen und sich von der Rinde
ernähren.
Der Biber verwendet beim Abholzen eine "Sanduhrtechnik"; dabei wird
das Holz in Form einer Sanduhr benagt, bis der Baum fällt. Je nach
Härte des Holzes kann ein Biber in einer Nacht einen bis zu 50 cm
dicken Baum fällen.
Natürliche Feinde [Bearbeiten]
Luchs, Wolf, Bär und Puma zählten früher zu den wichtigsten
natürlichen Feinden des Bibers. Gefahr geht heute am ehesten von
wildernden Hunden aus.
Biber als Indikator [Bearbeiten]
Betrachtet man Lebensraum und -weise des Bibers genauer, so wird
deutlich, dass Probleme im wesentlichen dort auftreten, wo der Mensch
- aus gesamtökologischer Sicht - durch die Landnutzung zu stark in die
Natur eingegriffen hat und dies immer noch tut. Diese Eingriffe des
Menschen treffen nicht nur den Biber. Sie beeinträchtigen die
Lebensgemeinschaften in und an den Gewässern und ihren Auen mit allen
dazugehörigen, häufig bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Durch das
Fehlen ausreichend breiter, gut bestockter Uferstreifen ist die
biologische Wirksamkeit und damit die Selbstreinigungskraft der
Gewässer gemindert und die Gewässergefährdung durch den ermöglichten
Dünger- und Pestizideinsatz erhöht. Jede Schädigung der Gewässer ist
eine Schädigung unserer Lebensgrundlage. Dort, wo Biber ausreichenden
Lebensraum finden, bestehen auch günstige Voraussetzungen für die
Vielfalt des Lebens im und am Wasser. Dies ist wiederum die
Voraussetzung dafür, dass das Gewässer ausreichend
Selbstreinigungskraft erlangt, um die vielfältigen Verunreinigungen zu
bewältigen (biologischer Abbau).
Konflikte mit Menschen [Bearbeiten]
Von Bibern umgenagte Bäume
Auf Grund ihres Bäumefällens sind Biber insbesondere in der
Forstwirtschaft unbeliebt. Obwohl sie meist jüngere Bäume nutzen,
werden teilweise auch ausgewachsene Bäume angenagt oder gefällt.
Handelt es sich um forstwirtschaftlich bedeutende Baumarten, kann der
Schaden beträchtlich sein. Einzelne Bäume können mit einer Manschette
aus Maschendraht geschützt werden.
Durch das Aufstauen von Gewässern kommt es zu Überschwemmungen an
Gewässerrandbereichen. Vor allem Fichtenmonokulturen reagieren
empfindlich auf Staunässe und können absterben. Dammbauten von Bibern
in Straßennähe oder an Unterführungen können zu Unterspülungen führen.
Manchmal werden Wohnhöhlen in Hochwasserschutzdeichen angelegt. Diese
führen dann im Hochwasserfall zu instabilen Deichen und im schlimmsten
Fall zum Deichbruch. Durch geeignete Maßnahmen an den gefährdeten
Stellen, wie zum Beispiel durch Einbau von Gittermatten unter die
Grasnarbe, kann das Problem allerdings umgangen werden.
Angenagter Baumstamm
Im Sommerhalbjahr nutzt der Biber auch Feldfrüchte in Gewässernähe.
Fraßschäden auf Feldern wurden mehrfach berichtet.
Arten [Bearbeiten]
Der Kanadische Biber lässt sich vom Europäischen Biber eindeutig durch
seine geringere Chromosomenzahl (48 C. fiber, 40 C. canadensis)
unterscheiden. Die Beschreibung verschiedener Unterarten beim
Europäischen Biber ist nach Meinung einiger Experten eine Folge der
Verinselung, nachdem diese Art im 19./20. Jahrhundert schon stark
dezimiert war.
* Europäischer Biber (Castor fiber L.)
o Skandinavischer Biber] (C. f. fiber)
o Rhône-Biber (C. f. galliae Geoffroy, 1803)
o Elbebiber (C. f. albicus Matschie, 1907)
o Belorussischer Biber (C. f. belorussicus Lavrov, 1981 =
möglicherweise C. f. vistulanus Matschie, 1907)
o "Osteuropäischer Biber" (C. f. orientoeuropaeus Lavrov,
1981 = möglicherweise C. f. vistulanus Matschie, 1907)
o Westsibirischer Biber (C. f. pohlei Serebrennikov, 1929)
o Tuwinischer Biber (C. f. tuvinicus Lavrov, 1969)
o Mongolischer Biber (C. f. birulai) Serebrennikov, 1929)
* Kanadischer Biber (Castor canadensis Kuhl, 1820)
Ausgestorbene Biberarten [Bearbeiten]
Skelett des Riesenbibers (Castoroides ohioensis) im Field Museum of
Natural History in Chicago
In Nordamerika lebte in den letzten zwei Millionen Jahren der
Riesenbiber (Castoroides ohioensis), der bis zu 2,5 m groß wurde.
Jüngste Funde sind etwa 10.000 Jahre alt, so dass Menschen diesem
Biber begegnet sein können. Eventuell sind Legenden, in denen der
Mi'kmaq-Gott Gloosecap einen Riesenbiber versteinert und seine
Nachkommen zu kleinerer Gestalt verdammt, auf Überlieferungen des
Riesenbibers zurückführbar.
Vorfahren des Riesenbibers sind Arten der Gattung Dipoides (etwa 5
Millionen Jahre alt) und Procastoroides (etwas jünger). Die in
Eurasien heimisch gewesene Gattung Trogontherium gehört wahrscheinlich
einer anderen Abstammungslinie an.
Kulturaspekte [Bearbeiten]
* Architektur: Die eingängige Form des Biberschwanzes war
Namensgeber bei einer Sorte Dachziegel.
* Ernährung: Biberfleisch gebraten oder gedämpft, insbesondere
Biberschwanz als Fastenspeise, weil nicht als Fleisch sondern als der
„fischige“ Teil des Bibers angesehen (Fortbewegung im Wasser). Im
Konstanzer Konzil von 1414/18 wurde beschlossen „Biber, Dachs, Otter -
alles genug“ und schließlich erklärte 1754 der Jesuitenpater
Charlevoix: „Bezüglich des Schwanzes ist er ganz Fisch, und er ist als
solcher gerichtlich erklärt durch die Medizinische Fakultät in Paris,
und im Verfolg dieser Erklärung hat die Theologische Fakultät
entschieden, dass das Fleisch während der Fastenzeit gegessen werden
darf.“ Als beavertail („Biberschwanz“) wird in Kanada heute eine weit
verbreitete Süßigkeit bezeichnet. Es handelt sich um ein mit
Zimtzucker bestreutes, warmes Fettgebäck in Form eines Biberschwanzes,
in der Zubereitungsweise vergleichbar mit unseren Krapfen
Der klöppelnde Biber in
The Hunting of the Snark
* Literatur: Der Biberpelz; diebische Komödie von Gerhart
Hauptmann. In einigen Fabeln wird der Biber Meister Bockert genannt.
In Lewis Carrolls Ballade The Hunting of the Snark gehört ein
klöppelnder Biber zur ansonsten nur mit Menschen besetzten Snark-
Jagdgesellschaft.
* Kleidung: Biberfell wird zu Bibermützen (vgl. Kastorhut) oder
kragenartigem Biberpelz bzw. ganzem Mantel verarbeitet
* Namensgebung: das Tier Biber ist in der Regel Namensvetter der
zahlreichen Biberorte und -Flüsse/Bäche in Deutschland. Diese Namen
sind meist keltischen Ursprungs und leiten sich vom keltischen Wort
bevere ab (vgl. Bieber) * Werbung: Symbolfigur einer Baumarktkette
(Assoziation Dammbau, Konstruktion, Do It Yourself, Fleiß, Bastler)
* Werbung: Symbolfigur einer (Kinder)zahnpasta, (Assoziation:
Nagezähne, Nahrung, Lebensunterhalt, Zahnpasta, Zähne putzen), kurze
Comicstrips auf Kartonverpackung sollen zum Zähneputzen animieren.
* Symbolik: Wegen des weitverbreiteten Pelzhandels spielt der Biber in
Nordamerika eine gewisse Rolle als Emblem- und Wappentier. Er ist das
„Nationaltier“ sowohl von Kanada als auch des Bundesstaates New York.
Aufgrund seiner „Bautätigkeit“ wird er auch hin und wieder von
nordamerikanischen technischen Universitäten als Maskottchen
angesehen, so zum Beispiel vom Massachusetts Institute of Technology,
dem California Institute of Technology und der Oregon State
University.
Biber Tiere Animal Natur SelMcKenzie Selzer-McKenzie
ich glaub da kann ich dir helfen. Ich verwende selber gerne für
sicheres Online-Einkaufen die Paysafecard. Habe da bis jetzt sehr gut
Erfahrungen gemacht, weil man sie einerseits wirklich beinahe überall
bekommt. Zb. Trafik, Postfiliale oder etwa an der Tankstelle.
Andererseits wird sie auch bei extrem vielen Sachen genommen Amazon
ist da nur ein Beispiel. Aber schau doch einfach mal auf www.paysafecard.com,
da findest du sicher alle Infos, die du zur Entscheidungsfindung
benötigst. Ich kann sie dir wie gesagt bedenkenlos empfehlen.
Ich kenne eigentlich nur die Paysafecard, ansonsten keine Prepaid
Karten fürs Netz.
Die kriegt man zu 10, 25, 50 oder 100€. Man kann den betarg aber
splitten oder mehrere Restbeträge kombinieren.
Google mal nach Paysafecard, dann kommt wahrscheinlich eh zuerst die
offizielle Seite und du kannst dir alles selber genau durchlesen.
Plötzlich kennst du aber den Anbieter nicht mehr und musst noch einmal
alle Verkaufsargumente aus dem 4c-Vertriebsflyer im Ping-Pong-Spiel
mit den Kollegen den Finanzdeppen hier auf dem Silbertablett
servieren.
Da ist ja jeder Hütchenspieler noch seriöser, ich wünsche guten
Geschäftserfolg ;-)
Malte
sireneofnight schrieb: