Am 27.04.2013 13:43, schrieb Heiko Rossmann:
> On 04/27/2013 11:22 AM, Sebastian Suchanek wrote:
>> Thus spoke Michael Landenberger:
>>> "Frank Streitz" schrieb am 26.04.2013 um 11:53:10:
>>
>> [Quoting umgestellt]
>>
>>>> Ich habe mir meistens Autos fᅵr wenige 100 Mark
>>>> gekauft, die noch Tᅵv hatten. Wenn der Tᅵv abgelaufen war,
>>>> kam das nᅵchste Auto, weil durch den Tᅵv bringen teurer
>>>> gewesen wᅵre.
>>>
>>> [...]
>>> Man mᅵchte
>>> auch nicht alle halbe Jahre Inserate durchforsten,
>>> Gebrauchtautos besichtigen und probefahren und auf
>>> Zulassungsstellen herumsitzen, das kostet nᅵmlich Zeit.
>>> [...]
>>
>> ...dᅵrfte der berechtigte Hinweis auf den Zeitbedarf die Sache
>> doch wieder unwirtschaftlich machen, wenn man die eigene
>> Arbeits-/Lebenszeit bei dieser Methode realistisch mit
>> verrechnet.
>
> Das kostet ja auch Geld - mindestens einige Euro fᅵr die Zulassung,
> einen zweistelligen Betrag fᅵr Wunschkennzeichen oder neue Schilder. Zu
> dem neuen Auto muss man auch erstmal hinfahren, man muss es
> zurᅵckfahren... das wird wenn man nicht gerade im Dunstkreis einer der
> vier deutschen Millionenstᅵdte wohnt ganz schnell auch teuer.
> Kurzzeitkennzeichen zur ᅵberfᅵhrung sind in der Rechnung auch nicht drin.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Leute mit groᅵem Bekanntenkreis immer
wieder die alten Mᅵhren anderer Leute noch zu Ende fahren. Ohne groᅵen
Aufwand und ohne groᅵe Kosten. Zulassung ca. 40 EUR, Kennzeichen ca. 20
EUR, also die Welt kostet das nicht. Nur fᅵrs Loswerden braucht man eine
Stelle ohne groᅵen Stress: einen Verwerter oder Kaufe-alles-Exporteur.
Und auch in Groᅵstᅵdten (ab 100.000 Einwohner) gibt's genug
1-Jahr-Rest-TᅵV-Autos. Kurzzeitkennzeichen wird man da i.d.R. nicht
brauchen.
> Und Ansprᅵche an sein Auto darf man dann auch keine haben - selbst ein
> Satz Fuᅵmatten aus dem Baumarkt fᅵr jedes Auto wird die Kosten soweit
> hochtreiben, dass sich die Methode nicht mehr lohnt, von Autoradio oder
> Freisprecheinrichtung o.ᅵ. gar nicht zu reden.
> Es sei denn, man hat einen Vorrat an immer demselben Autotyp und baut
> bei jedem Fahrzeugwechsel alles um.
Fuᅵmatten sind doch beim Discounter als Universalmatten in 3 Grᅵᅵen fᅵr
nen 10'er zu haben, notfalls wird ein Stᅵck Teppichrest mit der Schere
zurechtgeschnitten.
"Hey, ich bin cool, ich habe meine Fuᅵmatten umgebaut." :-)
DIN-Schacht-Autoradio mit ISO-Stecker kriegt man mit 10-EUR-Adapter oder
bisschen Drahtgefummel auch quasi ᅵberall in alte Autos mit DIN-Schacht
rein. Von mir aus gleich mit FSE built-in in dem Radio. Oder so ein
Parrot-Teil am Lenkrad ist recht universell. Wie generell Zeug, was an
der 12V-Bordsteckdose funktioniert (z.B. Zubehᅵr-Sitzheizung oder Navi).
Ich glaube, gesteigerte Komfort-Ansprᅵche gehen aber am Thema vorbei:
ein Auto fᅵr "wenige hundert Mark", also sub 300 EUR (das ist ja schon
nahe am Metallwert heutzutage) soll legal sein und fahren. Fuᅵmatten,
Radio, FSE sind da herzlich egal.
Die wirklichen Kompromisse sehe ich bei Autos dieser Preisklasse ohne
groᅵe Pflege/Wartung/Reparaturen bei den Punkten Sicherheit und
Zuverlᅵssigkeit. Man kriegt halt Kisten mit einer Auswahl aus: def.
Zylinderkopfdichtungen, feuchten Scheinwerfern, komischem Geruch innen
(z.B. Benzin/Abgase/Moder), Rostlᅵchern in der Karosse, Unfallspuren,
komischen Gerᅵuschen von Motor/Getriebe/Fahrwerk, Auspᅵffern mit
rᅵhrigem Lᅵcher-Sound, ᅵlenden Stoᅵdᅵmpfern, schief stehenden
Lenkrᅵdern, Klapper-Achsen, hakelnden Getrieben, ᅵlenden Motoren,
Anlass/Motorlauf-Schwierigkeiten bei Kᅵlte/Nᅵsse/Wᅵrme/younameit,
elektrischen Problemen aller Art, Getriebe in best. Gᅵngen nicht
fahrbar, etc. Der Besitzer hat das Vertrauen verloren, Reparatur kostet,
jemand anders will er's auch nicht so recht zumuten -> also wird's quasi
verschenkt. Und man selbst nimmt das Risiko in Kauf, denn repariert
werden soll ja nicht. So ein bisschen Afrika-Style: Wirklich kaputt ist
nur, was wirklich nicht mehr fᅵhrt.
In der Wegwerfgesellschaft, wo alten Volumen-Autos quasi kein Wert mehr
zugemessen wird, halte ich den Ansatz trotzdem fᅵr einen
kostengᅵnstigen, wenn man nicht auf die Zuverlᅵssigkeit seines Autos
angewiesen ist und wenn man mit dem erhᅵhten Sicherheitsrisiko fᅵr sich
und die Mitfahrer leben kann. Und immer wieder halbwegs gute Quellen hat
fᅵr den Nachschub.
Warum lassen die Leute nicht mehr reparieren? Drei Werkstattpreise aus
letzter Zeit haben mich wirklich vom Glauben abrᅵcken lassen:
- Werks-Navi ohne GPS-Empfang, Passat 2009 -> Diagnose 100 EUR
- Navi-Antenne ersetzen, Passat 2009 -> 320 EUR (!) VW-Kostenvoranschlag
- Mazda 2 Rᅵckfahrlichtschalter ersetzen -> 100 EUR
- oder Radwechselpreise
Wenn ich diese WS-Preise sehe, dann steht doch da der Preis ᅵberhaupt
nicht mehr in Relation zur Leistung.
Ralf