Inflation und Kaufkraft sind ja auch für Selbständige interessant - wenn der
angepeilten Zielgruppe nichts übrig bleibt löst sich manche Geschäftsidee
schnell in Wunschdenken auf. Ausserdem zehrt die Inflation an der mühsam
angesparten Altersvorsorge.
Die reale Inflation soll nun doch einiges höher liegen als bisher verkündet
- so richtig wundert sich da aber wahrscheinlich auch niemand darüber
Preistreiber sind vor allem Energie und Lebensmittel, der Preisverfall bei
Technik (Dollarkurs) kompensiert da wahrscheinlich noch einiges.
Lutz
--
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>> Preistreiber sind vor allem Energie und Lebensmittel, der Preisverfall bei
>> Technik (Dollarkurs) kompensiert da wahrscheinlich noch einiges.
>
> So lange die Lebensmittelpreise an den Ölpreis gekoppelt sind wird keine
> Besserung eintreten ;-)
Ja, das scheint die entweichende Luft aus anderen Blasen zu sein, die dort
jetzt die Preise treibt ...
>>Preistreiber sind vor allem Energie und Lebensmittel, der Preisverfall
>>bei Technik (Dollarkurs) kompensiert da wahrscheinlich noch einiges.
>
> So lange die Lebensmittelpreise an den Ölpreis gekoppelt sind wird
> keine Besserung eintreten ;-)
Gibt's denn überhaupt noch was, was nicht angeblich mindestens 1:1
an den Ölpreis gekoppelt ist? ;-)
Offenbar gibt's in diesem Land nur noch Produkte aus reiner Energie.
Weiß jemand, wo der Schalter ist, um das Holodeck abzuschalten? ;-)
F.
>Ja, das scheint die entweichende Luft aus anderen Blasen zu sein, die dort
>jetzt die Preise treibt ...
Die erhöhte Märchensteuer wurde letztes Jahr nur vorsichtig
weitergegeben und häufig noch vom Händler getragen. Die kommt jetzt
voll in die Preise, weil die eigenen Betriebskosten ja auch steigen
und keine Luft mehr ist. :-(
Momentan meckert komischerweise keiner über die Preiserhöhungen (bei
mir); die Leute winken nur resigniert ab.
Gruß
Angelika
Ach, ich weiß nicht, ob das Alles so real ist. Im Bushland soll es
derzeit ganz billige Immobilien geben, für die manche meiner Nachbarn
(einige davon auch in Sachsen, die wissen es nur noch nicht so recht)
bezahlt haben. Man muß halt nur die "richtigen" Dinge kaufen wollen.
Dann spürt man die Inflation kaum.
Bodo
> Man muß halt nur die "richtigen" Dinge kaufen wollen.
> Dann spürt man die Inflation kaum.
Hört sich schon besser an. Über das bloße Lamentieren hinaus gibt es
ja eine Reihe von Lücken bei stark steigenden Preisen, die wir als
"Macher" positiv ausnutzen können:
Für mich als Händler heißt das erstmal, daß die Kampfpreise, die die
Kunden für Eckartikel im Hinterkopf haben, eine zeitlang verschwinden.
Das bietet ne Menge Chancen.
Es wird Lieferengpässe geben, die man als tummeliger Händler sehr
gewinnbringend ausnutzen kann: z.B. bei Plastikbechern wurde das in
meinem Bereich ganz allgemein schon angekündigt. Es wird dann solvente
Kunden geben, die bestimmte Produkte unbedingt brauchen, und denen der
Preis egal ist.
Auch Flexibilität in der EDV bei Preisveränderungen kann ein Vorteil
sein: Wenn ich von meinen Lieferanten ganze Datenbanken einsauge, habe
ich viel weniger Arbeit, als wenn in größeren (aber nicht ganz großen)
Unternehmen ein Mitarbeiter für jeden einzelnen Artikel die Wawi mit
der Tastatur quälen muß. Denkbar wäre auch ein Cron-job, der die VKs
automatisch um 1,5% pro Monat erhöht;)
Fällt euch noch was ein, wo wir als Preis-"Kriegsgewinnler" was
abgreifen können?
...
> Fällt euch noch was ein, wo wir als Preis-"Kriegsgewinnler" was
> abgreifen können?
Ich meinte meinen Einwand eigentlich mehr ironisch, wie Marianne
ja auch richtig erkannt hat. ;-)
Worauf Lutz abstellte, war die Diskrepanz zwischen den offiziell
verlautbarten Inflationszahlen und den auf den Normalverbraucher
wirkenden Zahlen - und diese Diskrepanz ist wirklich ärgerlich.
Wo wir als "Preiskriegsgewinnler" etwas abgreifen können? Nun,
ich brauche bald wieder einmal ein richtiges Auto und kann mich
bei dessen Kauf jetzt endlich einmal so richtig "antizyklisch"
verhalten. Selten gab es so hohe Rabattangebote... :-)
Bodo
Lutz Schulze schrieb:
...
> Preistreiber sind vor allem Energie und Lebensmittel,
an sich richtig so.
theoretisch könnte ja bei landwirtschaftssubventionen und
staats-spitzel-kosten ;-( eingespart werden.
--
Viele Gruesse Klaus-Holger Trappe
(E-Mail hierauf verbleibt unbeachtet)
Angelika Jaunich schrieb:
...
> Momentan meckert komischerweise keiner über die Preiserhöhungen
> (bei mir); die Leute winken nur resigniert ab.
nun ja man kann ja auf eine naturzerstörende Flugreise verzichten
und hat Geld für bessere Hobbies.
--
Viele Gruesse Klaus-Holger Trappe
(E-Mail hierauf verbleibt unbeachtet)
http://www.greenpeace.de
http://www.nutzpflanzenvielfalt.de
http://www.vorratsdatenspeicherung.de
http://www.keine-gentechnik.de
>> Momentan meckert komischerweise keiner über die Preiserhöhungen
>> (bei mir); die Leute winken nur resigniert ab.
>
> nun ja man kann ja auf eine naturzerstörende Flugreise verzichten
> und hat Geld für bessere Hobbies.
Rational betrachtet ist es aber egal, wer das letzte Öl verbrennt. Mehr
Dreck kommt nicht in die Umwelt, ob das nun hier oder in China passiert.
Oder eher weniger, wenn es hier statt in China passiert.
> Worauf Lutz abstellte, war die Diskrepanz zwischen den offiziell
> verlautbarten Inflationszahlen und den auf den Normalverbraucher
> wirkenden Zahlen - und diese Diskrepanz ist wirklich ärgerlich.
Sicher. Wobei wir doch annehmen dürfen, daß die meisten hier die
kapitalistische "Alles-is-super-alles-is-wunderbar-" Staatspropaganda
durchaus zu filtern wissen. Diese Diskrepanz besteht ja schon länger
und Lutz hat ja den Preisverfall bei der Technik als in der
Vergangenheit dämpfenden Faktor schon ganz richtig herausgestellt.
Ich glaube aber, die aktuelle Situation ist doch irgendwie neu: Daß
Rohstoffknappheit irgendwann dramatisch durchschlägt, war denkenden
Menschen seit dem Bericht des Club of Rome in der Carter-Ära bewußt,
konnte aber - weil es erstmal noch keine wirtschaftlichen Auswirkungen
hatte - von den Neoliberalen Deppen locker wegdiskutiert werden. Das
ist jetzt anders: Seit über 30 Jahren haben die Landwirte kürzlich zum
ersten Mal Preisanpassungen durchsetzen können. Offenbar haben sie im
Konzentrationsprozess der Handels-Oligopole Boden gutmachen können.
Daß hier nach vielen Jahrzehnten EU-subventionierter Überproduktion
und Quotenwirtschaft zum ersten Mal wieder echter Nachfrageüberhang da
ist, wird die Volkswirtschaft von innen her vollkommen umkrempeln,
kommt einer Häutung gleich.
Auch wenn die Landwirtschaft nur noch 2 % vom Bruttosozialprodukt
ausmacht, steht sie doch immer im absoluten Zentrum jedweder Ökonomie.
Was hier geschieht, ist irgendwie, als ob du beim Schach die Dame ein
wenig bewegst.
Natürlich bringt das Verwerfungen mit sich, wie immer für die meisten
verheerende negative. Aber eben auch jede Menge Chancen. Wir als
Selbständige haben i.a.R. größere Handlungsspielräume und ein
stärkeres Problemlösungs- bzw. Chanchen-Nutzungs-Bewußtsein. Diese
Dinge würde ich lieber diskutieren.
Marianne mag sich als Architektin Gedanken machen, wie sich
Solarzellen ästhetisch und harmonisch in die Dacharchitektur einbinden
lassen und Lutz mißt in Zukunft die Temperatur in den Wärmetauschern;)
Die Probleme, die die Inflation mit sich bringt, sehen und hören die
meisten jeden Abend in der Angst-Essen-Seele-auf-Kiste. Wo sind die
Chancen?
"Die meisten hier" vielleicht. Aber was ist mit den Vielen, die
das nicht so filtern bzw. es schnell wieder vergessen und dann
diese Brut doch wieder wählen?
> Ich glaube aber, die aktuelle Situation ist doch irgendwie neu: Daß
> Rohstoffknappheit irgendwann dramatisch durchschlägt, war denkenden
> Menschen seit dem Bericht des Club of Rome in der Carter-Ära bewußt,
> konnte aber - weil es erstmal noch keine wirtschaftlichen Auswirkungen
> hatte - von den Neoliberalen Deppen locker wegdiskutiert werden.
Das sehe ich etwas differenzierter. Rom ist mittlerweile sehr lange
her und die damaligen Kassandrarufe haben sich ja so wirklich nicht
bestätigt. Die "Nichtleoliberalen" hatten stattdessen sogar die
1Kind-Politik der Chinesen angegriffen und sehen jetzt einen großen
Teil unserer eigenen Probleme darin, daß wir eben bevölkerungsmäßig
gerade nicht mehr wachsen.
> Natürlich bringt das Verwerfungen mit sich, wie immer für die meisten
> verheerende negative. Aber eben auch jede Menge Chancen. Wir als
> Selbständige haben i.a.R. größere Handlungsspielräume und ein
> stärkeres Problemlösungs- bzw. Chanchen-Nutzungs-Bewußtsein. Diese
> Dinge würde ich lieber diskutieren.
Chancen sehe ich aktuell für die, die mit dem zukünftigen Mangel
bereits heute Geschäfte zu machen verstehen. Das werden die Wenigsten
von uns sein. Alles andere wird über längere Zeit wachsen müssen,
wobei es unsicher ist, ob dieses Wachstum noch hier in unserer alten
Welt stattfinden wird. Quersubventionen, wie sie bei uns heute an der
Tagesordnung sind (siehe die Preisinflation beim Strom aus überbordender
Subventionitis von Techniken, die lediglich Lücken füllen können),
scheinen mir dafür nicht unbedingt das geeignete Feld zu bereiten.
Bodo
Das ist korrekt, aber mit der deutschen Initiative haben wir wenigstens eine
staatliche Marketingkampagne für das schöne Land und technologische Führung
bei energiesparenden Produkten.
Mit freundlichem Gruß,
Heinrich Butschal
--
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Bodo Rzany schrieb:
...
> Alles andere wird über längere Zeit wachsen müssen,
du meinst die wirtschaftskrankheit expansion, also auch mehr
menschen?
das funktioniert auf dauer nicht gut.
es wollen dann auch mehr leute satt und wohlhabend werden...
schon gar nicht für eine halbwegs gerechte und faire
welt/wirtschaft/gesellschaft (die ja auch kaum existiert).
Das hast Du jetzt aber doch zu sehr aus dem Zusammenhang
gerissen. - Nein, das meinte ich nicht.
> das funktioniert auf dauer nicht gut.
Das Wirtschaftswachstum? Ok, einverstanden.
> es wollen dann auch mehr leute satt und wohlhabend werden...
Doch nicht das Wirtschafts-, sondern das Bevölkerungswachstum?
Du verwirrst mich mit Deiner Verlautbarung.
> schon gar nicht für eine halbwegs gerechte und faire
> welt/wirtschaft/gesellschaft (die ja auch kaum existiert).
?
Bodo
> Preistreiber sind vor allem Energie und Lebensmittel, der Preisverfall bei
> Technik (Dollarkurs) kompensiert da wahrscheinlich noch einiges.
Nur bei den, die solche sinkenden Technikkosten haben...
Oft habe ich den Eindruck, dass die Schwächeren unserer gesellschaft
eher anfällig für Technikkäufe sind (wenn sie sie auch nicht immer bezahlen)
Daher sehe ich den Warenkorb gerade mit Sicht auf die unteren
Einkommensgruppe als sehr unrealistsich und politisch gewollt verzerrt an.
>> Preistreiber sind vor allem Energie und Lebensmittel, der Preisverfall bei
>> Technik (Dollarkurs) kompensiert da wahrscheinlich noch einiges.
>
> Nur bei den, die solche sinkenden Technikkosten haben...
Ja klar, ich traue den Angaben sowieso nicht besonders weit. Die praktischen
Auswirkungen stellen sich je nach Lebenssituation sehr verschieden dar.
> Oft habe ich den Eindruck, dass die Schwächeren unserer gesellschaft
> eher anfällig für Technikkäufe sind (wenn sie sie auch nicht immer bezahlen)
Das täuscht dich bestimmt nicht.
In der 6. Klasse meiner Tochter ist sie neben einem Jungen die einzige ohne
Mobiltelefon. Dass sie keins hat ist kein Resultat von Armut, bei dem Jungen
mit Sicherheit auch nicht.
In der Zeit fand ich neulich einen Artikel, der Veränderungen in der
Gesellschaft ziemlich gut beschreibt: 'Werden wir alle Proletarier'
Von 1975(!), aber IMHO recht aktuell:
> In der Zeit fand ich neulich einen Artikel, der Veränderungen in der
> Gesellschaft ziemlich gut beschreibt: 'Werden wir alle Proletarier'
>
> Von 1975(!), aber IMHO recht aktuell:
Falscher Link, hier ist der AArtikel:
http://www.zeit.de/1975/25/Werden-wir-alle-Proletarier
Die Fehler bei den Sonderzeichen rühren wohl von der automatischen
Konvertierung alter Quellen.
Hüte Dich vor selbsternannten Kinderschützern! ;-)
Bodo
(Handyeigner mit 0.00 Grundgebühr und ca. 0.50 TelGebühren/Monat)
> Hüte Dich vor selbsternannten Kinderschützern! ;-)
>
> Bodo
> (Handyeigner mit 0.00 Grundgebühr und ca. 0.50 TelGebühren/Monat)
Keine Frage der Kosten, die verdaddeln nach unserem Geschmack einfach zuviel
Zeit damit. Wobei man ihnen damit gleich anerzieht, sein Geld nicht für
jeden Mist auszugeben.
Ich sehe den Sinn des Schulbesuchs auch nicht darin, Klassenkameraden und
Lehrer zu fotografieren und dann die Bilder irgendwo breitzutreten.
Ich bin aber noch viel altmodischer: auf Fernseher im Kinderzimmer müssen
unsere auch verzichten, Verblödung prasselt aber auch so noch genug auf sie
ein ...
Der Klammerkommentar war nur eine (vielleich dumme) Randbemerkung
ohne gewollten Bezug zum Thema Kinder.
> die verdaddeln nach unserem Geschmack einfach zuviel
> Zeit damit.
Das ist richtig. Mit zunehmendem Lebensalter (irgendwann bezahlen
die ihre Handies selbst) ändert sich daran aber dann auch nicht
mehr viel. :-(
Erzogen habe ich mir gerade meinen Autohändler, mit dem ich vergangene
Woche wegen eines Kaufes verhandelt habe und der dabei Handygespräche
entgegengenommen hat. Beim dritten Gespräch "war ich dann 'mal weg"...
> Ich sehe den Sinn des Schulbesuchs auch nicht darin, Klassenkameraden und
> Lehrer zu fotografieren und dann die Bilder irgendwo breitzutreten.
Zumindest das war bei den meinen kein Thema. :-)
Bodo
>> die verdaddeln nach unserem Geschmack einfach zuviel
>> Zeit damit.
>
> Das ist richtig. Mit zunehmendem Lebensalter (irgendwann bezahlen
> die ihre Handies selbst) ändert sich daran aber dann auch nicht
> mehr viel. :-(
Bis dahin kann man ihnen aber noch effektiv Grenzen setzen. Das versäumen
leider viele Eltern.
> Erzogen habe ich mir gerade meinen Autohändler, mit dem ich vergangene
> Woche wegen eines Kaufes verhandelt habe und der dabei Handygespräche
> entgegengenommen hat. Beim dritten Gespräch "war ich dann 'mal weg"...
Ja, auch die Höflichkeit geht den Bach runter. Proletarisierung eben, womit
ich damit nichts gegen eine ordentliche Arbeiterklasse sagen will.
Die haben früher selbst für Bildung gesorgt, weil sie sich benachteiligt
sahen, in der Freizeit Sporteinrichtungen gebaut (viele Freibäder z.B.) usw.
Schau dich heute mal um und vergleiche.
>> Ich sehe den Sinn des Schulbesuchs auch nicht darin, Klassenkameraden und
>> Lehrer zu fotografieren und dann die Bilder irgendwo breitzutreten.
>
> Zumindest das war bei den meinen kein Thema. :-)
Ich lasse mir ja ab und an mal ohne Ankündigung in Schueler.cc zeigen was
gerade abgeht. Da kommst du aus dem Staunen mitunter nicht heraus.
>> In der 6. Klasse meiner Tochter ist sie neben einem Jungen die einzige ohne
>> Mobiltelefon. Dass sie keins hat ist kein Resultat von Armut, bei dem Jungen
>> mit Sicherheit auch nicht.
>
> Tja, aber wenn das ganze Geld für habbo-taler draufgeht :-)
Genau, hätte sie sonst schon für das Telefon verballert ...