Salut!
Paul Muster schrieb:
> Oder sind es doch eher so Dinge, die irgendwas mit Flüssigkeiten zu tun
> haben, wie Küche, Klimaanlage, Heizung, Sanitäranlagen?
Die wichtigste Brühe hast Du vergessen: Kühlwasser.
Die Kühlwasseranlagen von größeren Dieselmotoren mögen
Temperaturveränderungen ausserhalb bestimmter Werte nicht
besonders. Durch die vergleichsweise große räumliche Ausdehnung
bewirken Temperaturänderungen eben auch vergleichsweise große
Längenänderungen was die Rohrverbindungen und Dehnstücke stark,
und in den meisten Fällen eben auch vermeidbar, belastet und nach
einiger Zeit zu größeren Undichtigkeiten führen kann.
Zugleich hat man eine größere Menge Kühlflüssigkeit im Umlauf,
die man aus unterschiedlichen Gründen möglichst einfach halten
will: Wasser kann man überall nachfüllen um Leckageverluste
auszugleichen, Wasser ist nicht umweltschädlich und noch dazu
deutlich günstiger wie irgendein Frostschutzmittel.
Selbst wenn man bei der Erstfüllung Frostschutzmittel mit
reinkippt ergibt sich durch das Nachfüllen, wenn durch Leckagen
nötig, eine Verdünnung, so dass die
Frostschutzmittelkonzentration regelmäßig aufwendig geprüft
werden müsste oder man der Einfachheit halber gleich die ganze
Suppe tauscht, was natürlich, vor allem über die Flotte
betrachtet, unnötig teuer ist.
Da man aber die Dieselmotore ohnehin warmhält um sie a)
schonend in Betrieb nehmen zu können und b) das Risiko des
Einfrierens zu minimieren ist fehlender Frostschutz kein Problem.
Doof wird es eben erst, wenn man die Kiste irgendwo im Abseits
warmhalten muss wo es offensichtlich keinen externen Anschluss
gibt. Aber bevor man da einen externen Generatorwagen ankarrt ist
es wohl sicher sinnvoll die bordeigenen Mittel zu verwenden und
eben den Motor tuckern zu lassen.
Das ist zwar für den einzelnen Fall sicher auch teuer, aber
gemessen an der Wahrscheinlichkeit für so einen Fall, sicher
deutlich günstiger wie Frostschutzmittel, Generatorwagen oder
lange Leitung legen.
Die allerletzte Alternative wäre natürlich, das Kühlwasser
abzulassen. Dabei hat man allerdings mehrere Probleme: Das Wasser
kann in großer Menge nicht einfach ins Freie abgelassen werden,
weil es ja doch verunreinigt sein könnte (was bei tropfenweisem
Verlust über lange Strecke verteilt eher kein Problem darstellt).
Zudem verbaut man sich die Möglichkeit der autarken Versorgung
mit Druckluft und Strom und das Zuführen zur Werkstatt mit
eigener Kraft ist eben auch nicht mehr möglich und erfordert dann
a) eine Hilfslok/Hilfstriebzug und b) unter Umständen
umständliches Rangieren. Ausserdem müsste man auch noch prüfen ob
die vordere Schaku ob des angehobenen Fahrzeugendes noch im
vorgesehenen und benötigten Bereich bewegt und belastet werden
kann ohne dass Schäden auftreten [1]
Grüßle, Helmut
[1] Bei einer aufgebockten 143er hatten wir das Problem, dass
diese nicht geschoben werden konnte, weil akute
Überpufferungsgefahr bestand. Ich konnte aber ohnehin nicht
verstehen warum man eine, abgesehen vom festen aber aufgebockten
Radsatz, funktionsfähige Lok sollte schieben wollen. Den defekten
Antrieb abschalten und mit den drei übrigen mit eigener Kraft
fahren erschien mir von vornherein das einzig vernünftige.