1. Laut FTD ist es Keolis, nicht SNCF selbst, die die Verbindungen anbieten will. Solche gibt es schon von Veolia und Arriva. Veolia hatte auch mehr geplant und einiges wieder eingestellt.
Straßburg - Frankfurt wäre eine willkommene Neuerung, weil es derzeit keine Direktverbindungen zwischen diesen beiden Strecken gibt (wie sollte ein heutiger Goethe in seinen Semesterferien von Straßburg nachhause fahren?). Aber dann über NRW nach Hamburg? Da fährt schon allerhand. Oder soll es etwa über die Schnellfahrstrecke durch den Westerwald gehen?
Die zweite Linie ist ja nun sehr krumm. OK, DB fährt eine ICE-Linie von Berlin über Kassel, Frankfurt und Stuttgart nach München... Berlin - Hamburg ist eine interessante Strecke, und Frankfurt - Berlin über, sagen wir mal, Halle und ohne Umstieg für weniger Geld als der durchgehende ICE könnte auch interessant sein.
Aber in dem FTD-Artikel heißt es, daß "gebrauchte Züge [...] eine günstige Konkurrenz zu den Intercitys der DB werden" sollen. Bringts das wirklich?
Der Artikel spielt an auf die zukünftigen Verkehre über die LGV Rhin - Rhone, deren erster Abschnitt nächstens oder übernächstes Jahr in betrieb gehen soll, und wo die DB, so sagt es SNCF, die Franzosen hinhält bezüglich der Frage, ob sie die Strecke (z.B. mit Frankfurt - {Freiburg | Strasbourg} - Lyon {- Marseille}) alleine oder in Kooperation mit der DB bedienen will.
MfG, L.W.
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Michael Holzt schrieb am Thu, 29 Oct 2009 22:36:21 +0000 (UTC):
> Das ist nur ein Kommentar. Die Meldung ist hier:
| Nach FTD-Informationen plant der von SNCF kontrollierte Betreiber | Keolis, ab 2011 auf zwei Routen quer durch Deutschland 20 Züge | einzusetzen.
| Die gebrauchten Züge sollen eine günstige Konkurrenz zu den | Intercitys der DB werden, hieß es in SNCF-Kreisen.
Man probiert also mal, ob das von DB aufgegebene Marktsegment, das früher die Interregio-Züge erreicht haben, auf ein paar ausgewählten Strecken noch was abwerfen kann. Vielleicht mit abgewirtschafteten Corail-Wagen, denen man ein bißchen Farbe und neue Polster spendiert hat und sie so noch mal vor dem Schrottplatz rettet, das wäre so eine Art Gegenstück dazu. So what? Zwanzig Züglein, zwei Linien, macht allenfalls vier Zugpaare am Tag. Aber immerhin zu einem Zeitpunkt, da man mit mehr Nachfrage bei preissensiblem Publikum durchaus rechnen kann.
Ist vielleicht ein bißchen dicke, was DieBahn dazu meint:
| "Im Krieg gibt es keine Gewinner", sagte der DB-Vorstand für | Personenverkehr, Ulrich Homburg, der FTD. "Das wird eine blutige | Schlacht, die in den Bilanzen tiefe Spuren hinterlässt." Ein anderer | Bahn-Manager warnte, dass die Zusammenarbeit und der gemeinsame | Betrieb einer neuen Strecke von Frankfurt nach Südfrankreich ab 2011 | gefährdet sein könnten.
Na schön. "Schlacht" meint wohl, man könnte sich gezwungen sehen, in den betreffenden Relationen die Sparpreiskontingente etwas höher zu schrauben, dann könnte der "Feind" in der Tat schnell "geschlagen" sein. Kostet ein bißchen Geld, nicht schön für den Börsengang, der ja neuerdings wieder gefragt ist, aber Marktwirtschaft kostet halt auch mal was, wenn man über den Quartalsbericht hinaus zu denken in der Lage ist.
Aber Homburg will ja wohl keine Marktwirtschaft, er kann nämlich noch dicker:
| Homburg machte klar, dass die Bahn eine Intervention von Kanzlerin | Angela Merkel beim französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy | erwartet. Schon im Sommer hatte DB-Chef Rüdiger Grube erklärt, er | habe Merkel gebeten, sich bei Sarkozy für die Bahn einzusetzen. Die | DB beklagt seit Jahren Diskriminierungen auf dem für | SNCF-Konkurrenten kaum zugänglichen französischen Markt.
Der letzte Satz erklärt vielleicht, warum Herr Homburg da wie ein aufgescheuchter Hahn mit den Flügeln flattert. Ansonsten erscheint das Theater wenig glaubwürdig, eher lächerlich.
Und Herr Homburg hat eine wirklich, ähm, überarbeitungsbedürftige Rhetorik. Vielleicht fordert er nächstens auch noch den Einmarsch der Freiwilligen Feuerwehr Passau nach Österreich, wenn ihm da was nicht passt. Der Konzern sollte ihm da mal etwas Training spendieren.
Gruß - Reinhard.
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Reinhard Greulich <usn0208+nos...@greulich.de> wrote: > Michael Holzt schrieb am Thu, 29 Oct 2009 22:36:21 +0000 (UTC):
> > Das ist nur ein Kommentar. Die Meldung ist hier:
> | Nach FTD-Informationen plant der von SNCF kontrollierte Betreiber > | Keolis, ab 2011 auf zwei Routen quer durch Deutschland 20 Züge > | einzusetzen.
> | Die gebrauchten Züge sollen eine günstige Konkurrenz zu den > | Intercitys der DB werden, hieß es in SNCF-Kreisen.
> Man probiert also mal, ob das von DB aufgegebene Marktsegment, das > früher die Interregio-Züge erreicht haben, auf ein paar ausgewählten > Strecken noch was abwerfen kann.
Sorry, das "a la IR" ist Blödsinn. Wenn man mal von der Anbindung der "Schnittstelle" Strasbourg zur Muttergesellschaft absieht, hast du da zwei Streckenführungen, auf denen die DB heutzutage abschnittsweise ziemlich dahertrödelt. So kann man z.B. zwischen Köln und Hamburg locker ne halbe Stunde schneller sein, als die derzeitigen IC, entsprechendes gilt für Frankfurt - Berlin. Keolis kann dann problemlos Halte in Dochum, Dortmund, ... bzw. in Fulda, Hildesheim und Braunschweig auslassen. Wie FV a la francaise aussieht, kann man schön an den Strecken ab Paris nach Frankfurt und Stuttgart/München sehen: Keine Milchkannenhalte, dafür knackige Fahrzeiten und das auf Strecken mit hoher Nachfrage.
Aber zu glauben, dass die SNCF mit einem Tochterunternehmen in .de auf den Spuren eingestellter IR-Verbindungen wandelt, wird nur ein hehrer, schratiger Wunschtraum bleiben. Mit "langsam, aber billig" kannst du mit egenwirtschaftlichem verkehr in .de dank SWT/Qdl-Tickets in Staatsknetezügen keinen Blumentopf gewinnen.
Am Thu, 29 Oct 2009 23:45:05 UTC, schrieb Reinhard Greulich <usn0208+nos...@greulich.de> auf de.etc.bahn.misc :
> Und Herr Homburg hat eine wirklich, ähm, überarbeitungsbedürftige > Rhetorik.
Das ist erstmal ein Artikel der FTD. Stimmt das alles, was die schreiben?
Die wirkliche Konkurrenz findet derzeit im Güterverkehr statt. Der DB gehört der größe Konkurrent von SNCF Fret in Frankreich, und demnächst wird der SNCF der größte Konkurrent von DB Schenker Rail in Deutschland gehören.
MfG, L.W.
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> Und Herr Homburg hat eine wirklich, ähm, überarbeitungsbedürftige > Rhetorik. Vielleicht fordert er nächstens auch noch den Einmarsch der > Freiwilligen Feuerwehr Passau nach Österreich, wenn ihm da was nicht > passt.
Wenn diese Rhetorik mal so veraltet wäre. In Deutschland merkt man das nicht so, aber bei amerikanischen Managern scheint mir Kriegsrhetorik momentan sehr in Mode zu sein.
Allgemein scheinen sich militärische Begriffe im Wirtschaftsleben im englischen Sprachraum immer mehr durchzusetzen. Die Firmenzentrale heißt "Headquarters", das Besprechungszimmer für Krisensitzungen "War Room", und so weiter. Löst das eigentlich bei anderen Mitarbeitern kein beklemmendes Gefühl aus?
> Der Konzern sollte ihm da mal etwas Training spendieren.
>> Und Herr Homburg hat eine wirklich, ähm, überarbeitungsbedürftige >> Rhetorik. Vielleicht fordert er nächstens auch noch den Einmarsch der >> Freiwilligen Feuerwehr Passau nach Österreich, wenn ihm da was nicht >> passt.
> Wenn diese Rhetorik mal so veraltet wäre. In Deutschland merkt man das > nicht so, aber bei amerikanischen Managern scheint mir Kriegsrhetorik > momentan sehr in Mode zu sein.
> Allgemein scheinen sich militärische Begriffe im Wirtschaftsleben im > englischen Sprachraum immer mehr durchzusetzen. Die Firmenzentrale heißt > "Headquarters", das Besprechungszimmer für Krisensitzungen "War Room", > und so weiter.
Bei meinem vorletzten Arbeitgeber wurde der große Besprechungsraum mit dem ringförmigen Tisch als "Nato-Saal" bezeichnet.
Martin Bienwald <martin.bienw...@gmx.de> wrote: >> Und Herr Homburg hat eine wirklich, ähm, überarbeitungsbedürftige >> Rhetorik. Vielleicht fordert er nächstens auch noch den Einmarsch der >> Freiwilligen Feuerwehr Passau nach Österreich, wenn ihm da was nicht >> passt. > Wenn diese Rhetorik mal so veraltet wäre. In Deutschland merkt man das > nicht so, aber bei amerikanischen Managern scheint mir Kriegsrhetorik > momentan sehr in Mode zu sein. > Allgemein scheinen sich militärische Begriffe im Wirtschaftsleben im > englischen Sprachraum immer mehr durchzusetzen. Die Firmenzentrale heißt > "Headquarters", das Besprechungszimmer für Krisensitzungen "War Room", > und so weiter. Löst das eigentlich bei anderen Mitarbeitern kein beklemmendes > Gefühl aus? > [...]
Aber wenn bei der Freiwilligen Feuerwehr Passau der Lösch- zugführer zu der Brandbekämpfung den Schnellangriff be- fiehlt, bleiben die Tränendrüsen trocken? Solange das Unter- nehmen nicht gerade von einem enigmatischen Chef mit Glatze und Katze geleitet wird, hielte sich meine Beklemmung da in engen Grenzen.
Oliver Schnell schrieb am Fri, 30 Oct 2009 07:32:50 +0000 (UTC):
> So kann man z.B. zwischen Köln und Hamburg locker ne halbe > Stunde schneller sein, als die derzeitigen IC, entsprechendes gilt für > Frankfurt - Berlin. Keolis kann dann problemlos Halte in Dochum, Dortmund, > ... bzw. in Fulda, Hildesheim und Braunschweig auslassen.
So wie es ausschaut, geht es zwischen Frankfurt und Berlin aber durchs Gebüsch, zwar war das nie eine IR-Strecke, aber es hätte eine sein können.
> Wie FV a la > francaise aussieht, kann man schön an den Strecken ab Paris nach > Frankfurt und Stuttgart/München sehen: Keine Milchkannenhalte, dafür > knackige Fahrzeiten und das auf Strecken mit hoher Nachfrage.
Und Du glaubst ernsthaft, man habe die entsprechenden Trassen einkaufen können und bezahlen wollen?
> Aber zu glauben, dass die SNCF mit einem Tochterunternehmen in .de auf den > Spuren eingestellter IR-Verbindungen wandelt, wird nur ein hehrer, > schratiger Wunschtraum bleiben. Mit "langsam, aber billig" kannst du mit > egenwirtschaftlichem verkehr in .de dank SWT/Qdl-Tickets in > Staatsknetezügen keinen Blumentopf gewinnen.
Meine Wunschträume sind ganz anders, vom mir aus können SNCF bleiben, wo sie sind oder sich meinetwegen mit Trenitalia verbrüdern, das passt besser zusammen (womit ich nichts gegen die Betreiber der diversen blau-gelb-weißen Züge gesagt haben will, aber das ist kein Fernverkehr). Und eben weil ich Deiner letzten Aussage wirklich zustimme, allerdings die im Artikel getroffenen Aussagen dahin interpretiere, dass man genau das versuchen will, verstehe ich die Aufregung bei DB nicht.
Gruß - Reinhard.
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Gerhard Thumm schrieb am Fri, 30 Oct 2009 13:44:33 +0100:
> ein deutscher Politiker brachte im letzten Jahr die Kavallerie > ins Gespräch, gegen das südliche Nachbarland gerichtet
Wobei die Schweizer Armee mit ihren Armeevelos dann den reitenden Truppen am Grenzübergang Basel - Weil entgegengekommen wäre. Die hätten sich vielleicht verjagt...
Gruß - Reinhard.
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Martin Bienwald schrieb am Fri, 30 Oct 2009 09:36:52 +0000 (UTC):
> In Deutschland merkt man das > nicht so, aber bei amerikanischen Managern scheint mir Kriegsrhetorik > momentan sehr in Mode zu sein.
Die haben sich das gar nicht erst abgewöhnt, das musste nicht erst in Mode kommen.
> Allgemein scheinen sich militärische Begriffe im Wirtschaftsleben im > englischen Sprachraum immer mehr durchzusetzen.
Das könnte in der Tat die neue Mode geworden sein. Wahrscheinlich fühlen sich manche Manager als "CEO" und "CID" und was da noch an Dreibuchstabigem herumschwirrt auf den Visitenkarten, so richtig wohl. Zum Üben gibts in jungen Jahren schon mal den "MBA". Ich empfinde das (nicht allein) als völlig aufgesetzt und sinnfrei und wenig selbstbewusst, also schlicht unprofessionell. Vermutlich soll es das Gegenteil bedeuten - das können sie also auch nicht.
Gruß - Reinhard.
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Tim Landscheidt schrieb am Fri, 30 Oct 2009 17:36:21 +0000:
> Solange das Unter- > nehmen nicht gerade von einem enigmatischen Chef mit Glatze > und Katze geleitet wird, hielte sich meine Beklemmung da in > engen Grenzen.
Natürlich ist im Grundsatz jegliche ordentliche strategische Planung eine militärische Technik, wenn man mal auf den Ursprung guckt. Und Unternehmen, die darauf verzichten oder es nicht ernsthaft betreiben, leben tatsächlich nicht lange. Bloß ist das ein völlig anderes Thema als diese Wortunglücke von jemandem, der immerhin DB Vorstand Personenverkehr sein will. Da kommt man schon auf den Gedanken, dass er bereits durch das kleinste Fünkchen Konkurrenz derart überfordert ist, dass er die Kontrolle über seine Aussagen verliert...
Gruß - Reinhard.
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Am Fri, 30 Oct 2009 07:32:50 UTC, schrieb Oliver Schnell <o...@tenesu.mkm.de> auf de.etc.bahn.misc :
> So kann man z.B. zwischen Köln und Hamburg locker ne halbe > Stunde schneller sein, als die derzeitigen IC,
Die Fa. Locomore, die diese Route fahren will, hat offenbar eine Neuauflage des Metropolitan vor. Vielleicht wollen die sogar das zugehörige Wagenmaterial von der DB kaufen?
"Die Locomore Rail GmbH & Co KG will dreimal täglich auf der Strecke Köln-Hamburg fahren. Der Geschäftsführer des 2007 gegründeten Unternehmens, Derek Ladewig, sagte dieser Zeitung, es werde sich um Züge handeln, die komfortabler seien als der Intercity der Bahn."
... mit den alten Corail Intercité-Wagen, die durch die LGV Est arbeitslos geworden sind?
Übrigens hat die FAZ nicht nur rumspekuliert, sondern bei der SNCF in Paris nachgefragt:
-------- schnipp --------------------
Ein Sprecher der SNCF bestätigte in Paris, dass seine Gesellschaft die Anwartschaft auf mehrere Strecken im Regional- und im Fernverkehr beantragt habe. Wie es in Kreisen der Deutschen Bahn hieß, handele es sich dabei auch um neue Strecken, die die SNCF heute noch nicht befährt. Im Rahmen des Gemeinschaftsunternehmens Aleo mit der Deutschen Bahn ist die französische Staatsbahn derzeit mit ihrem Hochgeschwindigkeitszug TGV auf der Verbindung von Paris über Straßburg nach Stuttgart und München unterwegs.
Die Franzosen betonen, dass die Streckenanträge keine Kampfansage an die Deutsche Bahn seien, denn sie bevorzugten weiterhin mit der Deutschen Bahn zu kooperieren. Die SNCF wisse jedoch nicht, ob die Deutsche Bahn mit ihr weiter zusammen arbeiten wolle, wenn das Gemeinschaftsunternehmen Aleo nach der aktuellen Vertragsdauer 2012 auslaufen werde. Für den Fall, dass die Deutsche Bahn auf Konkurrenz setze, sei dann auch die SNCF gerüstet, sagte der SNCF-Sprecher in Paris
--------------------- schnapp -------------
Das große Problem ist ja der Verkehr über die LGV Rhin-Rhone, die 2911 in Betrieb genommen werden soll, und wo die DB offenbar die SNCF immer noch im unklaren darüber läßt, ob sie (die DB) die Verkehre dort (z.B. Frankfurt - Lyon - Marseille) in Konkurrenz zu oder in Kooperation mit der SNCF fahren will.
Was passieren kann, sieht man ja an den ECs nach Italien über den Brenner, wo die DB jetzt direkt der Trenitalia Konkurrenz macht.
Die SNCF rüstet sich für alle Eventualitäten.
MfG, L.W.
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> Martin Bienwald schrieb am Fri, 30 Oct 2009 09:36:52 +0000 (UTC):
>> In Deutschland merkt man das >> nicht so, aber bei amerikanischen Managern scheint mir Kriegsrhetorik >> momentan sehr in Mode zu sein.
> Die haben sich das gar nicht erst abgewöhnt, das musste nicht erst in > Mode kommen.
>> Allgemein scheinen sich militärische Begriffe im Wirtschaftsleben im >> englischen Sprachraum immer mehr durchzusetzen.
> Das könnte in der Tat die neue Mode geworden sein. Wahrscheinlich > fühlen sich manche Manager als "CEO" und "CID" und was da noch an > Dreibuchstabigem herumschwirrt auf den Visitenkarten, so richtig wohl. > Zum Üben gibts in jungen Jahren schon mal den "MBA". Ich empfinde das > (nicht allein) als völlig aufgesetzt und sinnfrei und wenig > selbstbewusst, also schlicht unprofessionell. Vermutlich soll es das > Gegenteil bedeuten - das können sie also auch nicht.
mein Favorit ist "Key Account Manager" - "Schlüssel Brett Verwalter" vulgo Pförtner. Zugebenermaßen etwas frei übersetzt aber ich finde es passend.
Am Fri, 30 Oct 2009 20:47:45 +0100 schrieb Herr Willms:
> Am Fri, 30 Oct 2009 07:32:50 UTC, schrieb Oliver Schnell > <o...@tenesu.mkm.de> auf de.etc.bahn.misc :
>> So kann man z.B. zwischen Köln und Hamburg locker ne halbe >> Stunde schneller sein, als die derzeitigen IC,
> Die Fa. Locomore, die diese Route fahren will, hat offenbar eine > Neuauflage des Metropolitan vor. Vielleicht wollen die sogar das > zugehörige Wagenmaterial von der DB kaufen?
Unwahrscheinlich. Abgesehen davon wird die DB die Fahrzeuge eher verschrotten, bevor sie sie einem Konkurrenten überläßt. Außerdem wird der Ex-MET zwischen Hamburg un Berlin fahren, wie diverse Medien bereits berichteten.
> "Die Locomore Rail GmbH & Co KG will dreimal täglich auf der Strecke > Köln-Hamburg fahren. Der Geschäftsführer des 2007 gegründeten > Unternehmens, Derek Ladewig, sagte dieser Zeitung, es werde sich um > Züge handeln, die komfortabler seien als der Intercity der Bahn."
Da bin ich gespannt, was da aufgeboten werden soll. So großartig anstrengen braucht man sich allerdings nicht. -- Die.TerMieten
Reinhard Greulich <usn0208+nos...@greulich.de> wrote: >> Solange das Unter- >> nehmen nicht gerade von einem enigmatischen Chef mit Glatze >> und Katze geleitet wird, hielte sich meine Beklemmung da in >> engen Grenzen. > Natürlich ist im Grundsatz jegliche ordentliche strategische Planung > eine militärische Technik, wenn man mal auf den Ursprung guckt. Und > Unternehmen, die darauf verzichten oder es nicht ernsthaft betreiben, > leben tatsächlich nicht lange.
Wer da Henne und Ei ist, könnte ich nicht so klar benennen. Wenn man sich die bewaffneten Konflikte der jüngeren Vergan- genheit ansieht, kann man beispielsweise sehr marktwirt- schaftliches Verhalten feststellen, wenn die lokalen Konkur- renten mit ein paar Millionen Dollar eingekauft werden.
> Bloß ist das ein völlig anderes Thema > als diese Wortunglücke von jemandem, der immerhin DB Vorstand > Personenverkehr sein will. Da kommt man schon auf den Gedanken, dass > er bereits durch das kleinste Fünkchen Konkurrenz derart überfordert > ist, dass er die Kontrolle über seine Aussagen verliert...
Das sind zwei Sätze ohne jeden Hinweis darauf, in welchem Kontext sie gesagt wurden, die er für die WELT anscheinend auch nicht wiederholen wollte. Da finde ich ein solches Psy- chogramm etwas verfrüht.
Tim Landscheidt schrieb am Fri, 30 Oct 2009 20:19:15 +0000:
> Das sind zwei Sätze ohne jeden Hinweis darauf, in welchem > Kontext sie gesagt wurden, die er für die WELT anscheinend > auch nicht wiederholen wollte. Da finde ich ein solches Psy- > chogramm etwas verfrüht.
Das Dumme ist eben, dass er sie offenbar öffentlich gesagt hat. Auch wenn er nachher gemerkt haben sollte, dass dies ein Fehler war, so ist das eben die Sorte Fehler, die man in Höhenluft besser nicht macht, es sei denn, man ist bereits auf dem Gipfel.
Gruß - Reinhard.
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Reinhard Greulich <usn0208+nos...@greulich.de> wrote: >> Das sind zwei Sätze ohne jeden Hinweis darauf, in welchem >> Kontext sie gesagt wurden, die er für die WELT anscheinend >> auch nicht wiederholen wollte. Da finde ich ein solches Psy- >> chogramm etwas verfrüht. > Das Dumme ist eben, dass er sie offenbar öffentlich gesagt hat. Auch > wenn er nachher gemerkt haben sollte, dass dies ein Fehler war, so ist > das eben die Sorte Fehler, die man in Höhenluft besser nicht macht, es > sei denn, man ist bereits auf dem Gipfel.
Da sich anscheinend der deutsche Botschafter in Paris noch keine Protestnote abholen durfte und weder Bahn-Aufsichtsrat noch Verkehrsausschuss die Nase rümpfen, scheint Deine Ein- schätzung etwas dramatischer als die Realität zu sein.
Tim Landscheidt schrieb am Fri, 30 Oct 2009 23:15:45 +0000:
> Da sich anscheinend der deutsche Botschafter in Paris noch > keine Protestnote abholen durfte und weder Bahn-Aufsichtsrat > noch Verkehrsausschuss die Nase rümpfen, scheint Deine Ein- > schätzung etwas dramatischer als die Realität zu sein.
Ich unterstelle mal, dass Du weder den deutschen Botschafter in Paris noch die Mitglieder der bezeichneten Gremien nach ihrer persönlichen Meinung gefragt hast. Da ich hier andererseits nichts anderes als meine persönliche Meinung schreibe und auch Du das machst, können wir wohl nur festhalten, dass diese sich in diesem Punkt unterscheiden. Das ist wohl auch hinreichend deutlich geworden, lassen wir es dabei.
Gruß - Reinhard.
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> Am Fri, 30 Oct 2009 20:47:45 +0100 schrieb Herr Willms: ... >> "Die Locomore Rail GmbH & Co KG will dreimal täglich auf der Strecke >> Köln-Hamburg fahren. Der Geschäftsführer des 2007 gegründeten >> Unternehmens, Derek Ladewig, sagte dieser Zeitung, es werde sich um >> Züge handeln, die komfortabler seien als der Intercity der Bahn."
> Da bin ich gespannt, was da aufgeboten werden soll. So großartig anstrengen > braucht man sich allerdings nicht.
Komfortabler wie IC? Dann scheiden die Sardinendosen von TGV schon mal aus.
Entspannt sehen mit der SNCF Konkurenz. Im SPNV ist als "privates Mittelständisches Unternehmen" mit Namen Keolis eh schon da (und die Transdev mit u. a. Transregio soll/will von der SNCF geschluckt werden) und ich tippe mal auf einen Testballon. Aber wenn man nun so richtig "wilert" so muss der franz. Heimatmarkt Markt endlich ganz und ehrlich geöffnet werden.
Was hat der debx Pressesprecher zu dem Thema Netzoffenheit in F und Markteintritt in ein offenes Netz wie D zu sagen?
Gruß Ralf
-- Wollen sie einen Bedienplatz von Siemens, oder gleich was gescheites?
Falk Schade <f...@arcor.de> wrote: >mein Favorit ist "Key Account Manager" - "Schlüssel Brett Verwalter" >vulgo Pförtner. >Zugebenermaßen etwas frei übersetzt aber ich finde es passend.