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[Zürich] S-Bahn wird umgekrempelt und ausgebaut

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michael rudolf

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Dec 7, 2007, 4:09:05 AM12/7/07
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Tages-Anzeiger Online:

> 06. Dezember 2007, 23:28 – Von Roger Keller

> S-Bahn wird umgekrempelt und ausgebaut
>
> Viele Linien der Zürcher S-Bahn sind überlastet, einige gar krass. Jetzt
> ist klar, wo und wie das Netz ausgebaut wird, wenn der neue Tiefbahnhof
> Löwenstrasse in Zürich 2015 fertig gestellt ist.
>
>
> Die Zürcher S-Bahn ist eine Erfolgsgeschichte und einer der wichtigsten
> Standortfaktoren des Kantons. Doch dieser Erfolg hat auch
> Schattenseiten: Viele Züge sind in den Spitzenzeiten übervoll, das bis
> zum Letzten ausgereizte Netz ist anfällig für Störungen; das ungebremste
> Passagierwachstum und die starke Zunahme der Pendler aus den
> Nachbarkantonen bereiten den Zürcher Verkehrsplanern schlaflose Nächte.
> Für 2015 rechnet der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) gegenüber 2004 mit
> rund 40 Prozent mehr Passagieren — eher vorsichtig kalkuliert.
>
> Um dieses Wachstum bewältigen zu können, muss das S-Bahn-Netz ausgebaut
> werden. Das ist aber erst ab 2013 und 2015 möglich, wenn in Zürich der
> zweite Tiefbahnhof mit der unterirdischen Durchmesserlinie nach Oerlikon
> und eine neue Zufahrt aus Altstetten gebaut sind. Doch diese Bauten
> allein werden nicht reichen, weil der Tiefbahnhof Löwenstrasse gemäss
> Vereinbarung des Kantons mit den SBB zur Hälfte auch dem Fernverkehr zur
> Verfügung stehen muss und weil es auf dem Schienennetz rund um Zürich
> noch viele weitere Engpässe gibt, die eine volle Nutzung dieser
> 1,8-Milliarden-Investition verhindern. Kurz: Es braucht eine vierte
> Teilergänzung des S-Bahn-Netzes. Gravierende Engpässe im Visier
>
> Seit fünf Jahren sind die Fahrplanspezialisten von SBB und ZVV an der
> Arbeit, um herauszufinden, wie mit vertretbaren Investitionen ein
> maximaler Nutzen erzielt werden kann. Besonders im Auge haben die Planer
> die schon vorhandenen Kapazitätsengpässe, die zwischen Zürich und
> Winterthur besonders gravierend sind. Vor kurzem haben die SBB und der
> ZVV nun den Entwurf für einen Fahrplan ab 2015 bereinigt. Er ist laut
> ZVV-Verkehrsplaner Dominik Brühwiler sekundengenau durchgespielt und
> bringt praktisch allen Regionen markante Verbesserungen. Dabei werden
> mehrere Linien anders geführt, und es kommen neue hinzu, vor allem in
> Spitzenzeiten. Geplant sind auch mehr Durchmesserlinien, um die
> Hauptbahnhöfe von Zürich und Winterthur nicht noch mehr zu belasten.
> Click here to find out more!
>
> Auf dem Fahrplan aufgebaut ist die Liste der dafür nötigen
> Investitionen. Voraussetzungen sind die neue Durchmesserlinie mit dem
> Bahnhof Löwenstrasse in Zürich und einem 7./8. Gleis im Bahnhof
> Oerlikon. Nötig ist aber auch, dass der Bund aus seinen Kassen ebenfalls
> weiter investiert. Aus dem Topf für Anschlüsse an das europäische
> Hochgeschwindigkeitsnetz muss er rechtzeitig im Rafzerfeld und bei der
> Verzweigung der Flughafenlinie mit der alten Linie Zürich-Winterthur
> investieren; dort brauchte es für die so genannte Überwerfung Hürlistein
> (kreuzungsfreie Einmündung) allein rund 75 Millionen Franken. Und aus
> dem Kredit für die Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur müssen
> weitere 380 Millionen für zusätzliche Gleisanlagen bei Effretikon sowie
> zwischen Kemptthal und Winterthur kommen. 550 Millionen für
> Teilergänzung
>
> Die Kosten der eigentlichen vierten Teilergänzung der S-Bahn belaufen
> sich nach heutigem Stand auf weitere 550 Millionen Franken. Dabei ist
> noch nicht ausgehandelt, wie viel die SBB beziehungsweise der Bund
> übernehmen werden, und wie viel der Regierungsrat dem Kantonsrat als
> kantonalen Interessenbeitrag an die Projekte beantragen muss. Klar ist
> nur, dass bei dieser Teilergänzung diesmal ein erheblicher Teil auf
> Investitionen in den Nachbarkantonen entfällt, nämlich rund 220
> Millionen Franken. Im Kanton Zürich wird das Geld für eine Vielzahl von
> zum Teil unspektakulären punktuellen Bauten benötigt. Auffallend sind
> Ausbauten in mehreren Bahnhöfen, darunter Winterthur, wo ein Teil der
> Perrons für lange S-Bahn-Kompositionen noch zu kurz sind, in Illnau, das
> in Spitzenzeiten zur Kreuzungsstation wird, in Pfäffikon ZH und in
> Marthalen. Hinzu kommen Perronausbauten an den Stationen der Wehntaler
> Linie. Kostendeckung nicht schlechter
>
> Der Fahrplan für die Investitionen ist bereits eng, und es ist damit zu
> rechnen, dass nicht alle geplanten Verbesserungen schon 2015 bereit sein
> werden, selbst wenn der Bund mit seinem Teil vorwärts macht. Ziel des
> ZVV ist es laut Dominik Brühwiler, dass der Kantonsrat 2009 über den
> Kantonsanteil an der vierten Teilergänzung befinden kann. Bis dahin
> müssen aber noch Verhandlungen mit den Nachbarkantonen und den SBB
> geführt werden. Bereits nächstes Jahr müssen die SBB das zusätzlich
> nötige Rollmaterial bestellen ein Milliardenauftrag. Der
> Kostendeckungsgrad des ZVV sollte sich laut Brühwiler gemäss ersten
> Berechnungen wegen der Teilergänzung nicht verschlechtern.


> Was in welcher Region anders und besser wird
>
> Ab 2015 werden sich die Fahrgäste der Zürcher S-Bahn auf viele
> Neuerungen einstellen müssen. Neue Linien kommen hinzu, alte verkehren
> anders.
>
> Wenn die vierte Teilergänzung der Zürcher S-Bahn so funktioniert, wie
> sie jetzt geplant wird, fährt nur noch eine Linie oberirdisch in den
> Zürcher Hauptbahnhof ein, nämlich die S 24, die von Zug via Horgen nach
> Zürich und von dort in den Flughafen verkehrt. Alle anderen S-Bahnen
> werden in einem der beiden Tiefbahnhöfe ein- und ausfahren. In
> Winterthur werden die S-Bahnen vermehrt weiterfahren und nicht mehr
> lange im Hauptbahnhof halten – und so neue Direktverbindungen
> herstellen. Im Einzelnen:
>
> Zürich-Winterthur: Eine neue S 11 wird zusammen mit der S 12 einen
> schnellen, nur leicht verschobenen Viertelstundentakt herstellen. Damit
> wird die S 12 entlastet. Auch die S 11 wird ab Winterthur bis Stettbach
> nicht halten. Hinzu kommen je ein 30-Minuten-Takt via Flughafen (S 24),
> Kloten-Dorf (S 7) und Wallisellen (S 8). Eine Aufwertung erfährt dabei
> die S 8, die vom linken Seeufer her durch den neuen Tiefbahnhof verkehrt
> und von der City her somit noch besser erreichbar ist: Sie wird trotz
> Stopps an allen Stationen (ausser Kemptthal) eine Minute schneller in
> Winterthur sein als die Intercity-Züge.
>
> Unterland: Die S 5 verkehrt nicht mehr vom Oberland via Zürich ins
> Unterland, sondern neu ins Knonauer Amt. Damit gibt es im Unterland ein
> neues Angebot. Die S 15 fährt im 30-Minuten-Takt ins Wehntal, die S 9
> aus dem Oberland via Zürich nach Bülach, Rafz und Schaffhausen. Und in
> den Hauptverkehrszeiten (Definition jeweils: 6 bis 8 und 16 bis 19 Uhr)
> fährt die S 3 künftig von Zürich-Hardbrücke aus ohne Halt in Rümlang
> weiter bis Bülach und stellt so einen 15-Minuten-Takt her. Eine solche
> Verdichtung in den Hauptverkehrszeiten erhält auch Regensdorf, und zwar
> mit einer schnellen S 21 nach Zürich (ohne Halt in Seebach).
>
> Oberland: Das obere Glattal ist mit einem 15-Minuten-Schnellzugtakt (S 5
> und S 15) bereits gut bedient. Der ZVV erwartet jedoch, dass die heute
> in den Flutzeiten bereits auf drei Kompositionen erweiterte neue S 15
> schon bald ebenfalls ausgelastet sein wird. Deshalb plant er, in den
> Hauptverkehrszeiten eine neue schnelle S 25 von Uster, ohne Halt bis
> Oerlikon, nach Zürich fahren zu lassen; eine ideale Fahrplanlage ist
> allerdings noch nicht gefunden. Neu ist, dass die S 14 über die neue
> Durchmesserlinie nach Zürich fahren wird. Die krass überlastete S 3 will
> der ZVV zwischen Dietikon und Effretikon um eine neue S 19 ergänzen, die
> durch den Bahnhof Löwenstrasse fährt; so entsteht ab Zürich ein
> 15-Minuten-Takt mit der S 3 und in den Hauptverkehrszeiten bis Pfäffikon
> ZH. Weil die S 2 von Zürich nur noch bis zum Flughafen fährt, gehen
> dafür in Effretikon (ausser in der Hauptverkehrszeit mit der S 19) die
> schlanken Anschlüsse der Pfäffiker Linie an den Flughafen verloren.
>
> Limmattal: Neben der S 12 wird künftig an Stelle der S 3 neu die S 11
> halbstündlich ins Limmattal fahren (einmal pro Stunde weiter bis Aarau).
> Hinzu kommt eine neue Schnell-S-Bahn-Verbindung für Dietikon: Die S 19
> wird bis zum Zürcher HB nur in Altstetten halten und in den Bahnhof
> Löwenstrasse fahren (weiter als Quasi-Tangentiale nach Oerlikon und
> Effretikon).
>
> Linkes Seeufer und Knonauer Amt: Die S 8 und die S 2 als Hauptlinien
> müssen nicht mehr im Flügelbahnhof wenden, sondern fahren durch den
> neuen Tiefbahnhof Löwenstrasse. Dadurch entstehen für das linke Ufer
> schnellere direkte Verbindungen nach Winterthur und zum Flughafen. Der
> Glarner Sprinter mit Halt in Wädenswil verkehrt zudem neu stündlich. Die
> S 21 ab Horgen nach Zug wird ersetzt durch die S 24, welche die ganze
> Strecke Zürich-Zug bedient. Das Knonauer Amt erhält am 9. Dezember
> dieses Jahres bis Affoltern am Albis vier Züge pro Stunde nach Zürich.
> Dabei bleibt es auch ab 2015, ausser dass statt der S 9 und der S 15 neu
> die S 14 und die S 5 zum Zug kommen, die allerdings beide ebenfalls ins
> Oberland fahren.
>
> Rechtes Seeufer: Das Angebot bleibt dasselbe wie bisher, ausser dass die
> S 16 künftig nur noch bis zum Flughafen fährt (nicht mehr nach
> Schaffhausen). Hinzu kommt in den Hauptverkehrszeiten aber eine zweite
> halbstündliche Schnell-S-Bahn ab Stäfa, die bis Stadelhofen nur in
> Männedorf, Meilen und Küsnacht hält.
>
> Winterthur und Umgebung: Zwischen Schaffhausen und Winterthur fahren
> künftig drei Züge pro Stunde, einmal mit Halt in allen Stationen bis
> Winterthur (S 33), einmal als S 12, die ab Winterthur als Schnellzug
> nach Zürich fährt, und einmal als S 24 mit Halt nur in Neuhausen und
> Andelfingen via Flughafen nach Zug. Damit die Perrons im Weinland nicht
> auf 300 Meter erweitert werden müssen, wird die S 12 in Winterthur auf
> zwei Kompositionen verkürzt. Die zweite S 12 fährt ab Winterthur
> künftig, ebenfalls gekürzt, nach Wil SG weiter, die S 24 nach Weinfelden
> TG. Die entfallenden S 12-Verlängerungen nach Seuzach und Seen werden
> ersetzt durch die neue schnelle S 11, wobei diese in Seen jede Stunde
> noch weiter ins Tösstal bis Rikon fährt. Noch offen ist das Angebot auf
> der übrigen Tösstallinie. Zwischen Winterthur und Stein am Rhein
> hingegen bietet der ZVV neu einen Halbstundentakt an (S 29). Das dürfte
> die Entwicklung des Stammertales erheblich beleben.

Infografik:

www.tagi.ch/medienlinks/14/14548.gif

Grüsse,

Michael

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