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[CH] Herzstück Basel: Vorstudien abgeschlossen

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Ulrich Onken

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Mar 17, 2013, 4:18:34 PM3/17/13
to
Fᅵr das sogenannte Herzstᅵck, also die Unterquerung der Basler
Innenstadt mit einer weiteren Schienenverbindung zwischen Bahnhof SBB
und dem Badischen Bahnhof liegt seit dem Freitag der Schlussbericht der
technischen Vorstudien vor:

http://www.herzstueck-basel.ch/schlussbericht_vorstudien_2012.pdf

Die Strecke soll vom Nordende des Badischen Bahnhofs ᅵbers
Erlenmatt-Areal (also Teile des ehemaligen Gᅵterbahnhofs der DB) in
einem weiten Linksbogen in einem Tunnel zur Clarastrasse auf Kleinbasler
Seite fᅵhren, dann unter dem Rhein hinweg und in einem weiteren Bogen
auf die von Mulhouse kommende Elsᅵsserbahn auf die Sᅵdseite des Bahnhofs
SBB. Die genaue Fᅵhrung der Tunnelstrecke unter dem Stadtzentrum ist
noch nicht festgelegt.

Die Strecke soll drei kᅵnftige S-Bahn-Linien aus Deutschland (aus dem
Wiesental und vom Hochrhein) vom Badischen Bahnhof zum Bahnhof SBB
verlᅵngern. Bisher fᅵhrt nur die S6 aus Zell weiter zum Bahnhof SBB
(Fahrtrichtungswechsel im Badischen Bahnhof und weiter ᅵber die
Verbindungsbahn). Die Kosten fᅵr die Tunnelstrecke inkl. Haltepunkte
werden auf 1,5 Mia. CHF geschᅵtzt, ein zusᅵtzlicher Ast zur Elsᅵsserbahn
wᅵrde weitere rund 0,5 Mia. CHF kosten. Mit der Linie und zwei
unterirdischen Haltestellen sowie einer Erweiterung des Bahnhofs SBB um
vier unterirdische Gleise soll das Stadtzentrum besser an die Bahn
angebunden werden und so die Reisewege verkᅵrzt werden. Geplanter
Baubeginn: ca. 2023. Ohne wesentliche Mittel aus dem
Agglomerationsprogramm der Kantone und vom Bund wᅵre das Projekt nicht
finanzierbar.

Das geplante Projekt wird auch in der seriᅵsen Presse der Region
kontrovers diskutiert:

http://www.tageswoche.ch/de/2013_11/basel/522324/herzstueck-kommt-in-entscheidende-phase.htm
http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/suedwest/vorstudien-fuer-unterirdische-stadt-durchquerung-abgeschlossen--70083394.html

Die Verbindungen ins Stadtzentrum kᅵnnten den ᅵffentlichen Verkehr fᅵr
Pendler wegen kᅵrzerer Reisezeiten attraktiver machen, auch fᅵr Pendler
aus dem Schweizer Umland. Die Gegner verweisen darauf, dass es bereits
bestehende Tramverbindungen gibt, auch eine direkte Verbindung zwischen
beiden Bahnhᅵfen mit 9 Minuten Fahrzeit. Die Trams vom/zum Bahnhof SBB
sind allerdings schon jetzt in den Spitzenzeiten ᅵberlastet, und die
Fahrgastzahlen nehmen weiter zu.

Das Projekt erinnert ein wenig an Stuttgart 21, vom geplanten
Kostenrahmen und den versprochenen Verbesserungen fᅵr den Nahverkehr
her. Allerdings ist anders als in Stuttgart kein Rᅵckbau von bestehender
Infrastruktur geplant - die Verbindungsbahn zwischen Bahnhof SBB und dem
Badischen Bahnhof wird bis zum Baubeginn ohnehin vierspurig ausgebaut
und befahren sein.

Grᅵsse
Uli

Roman Racine

unread,
Mar 17, 2013, 7:48:57 PM3/17/13
to
Ulrich Onken wrote:

> Die Verbindungen ins Stadtzentrum könnten den öffentlichen Verkehr für
> Pendler wegen kürzerer Reisezeiten attraktiver machen, auch für Pendler
> aus dem Schweizer Umland. Die Gegner verweisen darauf, dass es bereits
> bestehende Tramverbindungen gibt, auch eine direkte Verbindung zwischen
> beiden Bahnhöfen mit 9 Minuten Fahrzeit. Die Trams vom/zum Bahnhof SBB
> sind allerdings schon jetzt in den Spitzenzeiten überlastet, und die
> Fahrgastzahlen nehmen weiter zu.

Die Reine Fahrzeit beträgt zweifellos neun Minuten. Real kommt dazu aber
noch die Zeit, die man benötigt, um aus dem Bahnhof raus zu kommen und dann
die Zeit, um auf das nächste Tram zu warten. Direkte und umsteigefreie
Verbindungen in die Innenstadt werden den öffentlichen Verkehr zweifellos
attraktiver machen.

> Das Projekt erinnert ein wenig an Stuttgart 21, vom geplanten
> Kostenrahmen und den versprochenen Verbesserungen für den Nahverkehr
> her. Allerdings ist anders als in Stuttgart kein Rückbau von bestehender
> Infrastruktur geplant - die Verbindungsbahn zwischen Bahnhof SBB und dem
> Badischen Bahnhof wird bis zum Baubeginn ohnehin vierspurig ausgebaut
> und befahren sein.

Die Verbindungsbahn ist gut und recht, für den öffentlichen Nahverkehr ist
sie von der Linienführung her aber denkbar unattraktiv.

Gruss

Roman°

Klaus von der Heyde

unread,
Mar 18, 2013, 3:52:55 PM3/18/13
to
Ulrich Onken wrote:
[...]
> es bereits bestehende Tramverbindungen gibt, auch eine direkte
> Verbindung zwischen beiden Bahnhᅵfen mit 9 Minuten Fahrzeit. Die
> Trams vom/zum Bahnhof SBB sind allerdings schon jetzt in den
> Spitzenzeiten ᅵberlastet, und die Fahrgastzahlen nehmen weiter zu.

Die Wege zwischen Zug und Tram habe ich als relativ weit in
Erinnerung. Steht als Alternative auch die Verbesserung der
Umsteigemᅵglichkeiten zur Diskussion?

Klaus

Ulrich Onken

unread,
Mar 18, 2013, 6:46:33 PM3/18/13
to
On 18.03.2013 00:48, Roman Racine wrote:
> Ulrich Onken wrote:
[...]
>> Das Projekt erinnert ein wenig an Stuttgart 21, vom geplanten
>> Kostenrahmen und den versprochenen Verbesserungen fᅵr den Nahverkehr
>> her. Allerdings ist anders als in Stuttgart kein Rᅵckbau von bestehender
>> Infrastruktur geplant - die Verbindungsbahn zwischen Bahnhof SBB und dem
>> Badischen Bahnhof wird bis zum Baubeginn ohnehin vierspurig ausgebaut
>> und befahren sein.
>
> Die Verbindungsbahn ist gut und recht, fᅵr den ᅵffentlichen Nahverkehr ist
> sie von der Linienfᅵhrung her aber denkbar unattraktiv.

Das ist richtig. Mein Vergleich mit S21 war auch nicht ganz passend.
ᅵhnliche Tunnelstrecken wie das geplante Herzstᅵck mit unterirdischen
Haltepunkten gibt es bereits in anderen Stᅵdten (Zᅵrich, Frankfurt,
Stuttgart, Mᅵnchen, Berlin). In Basel gibt es nicht mal eine U-Bahn als
Alternative, und bei den Tramlinien ist eine Taktverdichtung (bisher 7,5
Minuten) zumindest im Zentrum praktisch nicht mᅵglich.

Grᅵsse
Uli

Ulrich Onken

unread,
Mar 18, 2013, 7:02:51 PM3/18/13
to
On 18.03.2013 20:52, Klaus von der Heyde wrote:
>
> Die Wege zwischen Zug und Tram habe ich als relativ weit in
> Erinnerung. Steht als Alternative auch die Verbesserung der
> Umsteigemᅵglichkeiten zur Diskussion?

Fᅵr den Bahnhof SBB habe ich von der Idee gehᅵrt, die Tramlinien 10 und
11 direkt seitlich am Bahnhof halten zu lassen statt auf dem
Centralbahnplatz. Das spart beim Umsteigen vielleicht eine Minute ein,
mehr nicht.

Beim Badischen Bahnhof gab es den Vorschlag, den sᅵdliche Zugang (bei
der Postfiliale) regulᅵr zu ᅵffnen. Bisher kann man dort nur zwischen
den Bahnsteigen umsteigen, der Weg in die Stadt ist nur bei
Grossanlᅵssen offen. Das wᅵrde in Weg in die Stadt oder zum Tram um 1-2
Minuten verkᅵrzen.

Grᅵsse
Uli


Martin Bienwald

unread,
Mar 19, 2013, 4:15:37 AM3/19/13
to
Klaus von der Heyde <asc...@freenet.de> wrote:

[Badischer Bahnhof]

> Die Wege zwischen Zug und Tram habe ich als relativ weit in
> Erinnerung. Steht als Alternative auch die Verbesserung der
> Umsteigemöglichkeiten zur Diskussion?

Die sind schon mal deutlich verbessert worden; die Haltestelle wurde
vor etlichen Jahren aus der Rosentalstrasse (wo jetzt noch die Endstation
der Buslinie 30 ist) auf den Bahnhofsvorplatz verlegt.

Noch besser geht ohne erheblichen Aufwand nicht. Entweder müßte das Tram
verlegt werden (Tunnel unter dem Bahnhof oder aus der Riehenstrasse in
die Eglisee- und Maulbeerstrasse - letzteres würde aber die Anbindung
des Claraspitals verschlechtern), oder es müßte ein zweiter Bahnsteig-
tunnel am Südende mit einem Ausgang direkt zur Tramhaltestelle gebaut
werden.

... Martin

Roman Racine

unread,
Mar 19, 2013, 8:00:25 AM3/19/13
to
Ulrich Onken wrote:

> On 18.03.2013 00:48, Roman Racine wrote:
>> Ulrich Onken wrote:
> [...]
>>> Das Projekt erinnert ein wenig an Stuttgart 21, vom geplanten
>>> Kostenrahmen und den versprochenen Verbesserungen für den Nahverkehr
>>> her. Allerdings ist anders als in Stuttgart kein Rückbau von bestehender
>>> Infrastruktur geplant - die Verbindungsbahn zwischen Bahnhof SBB und dem
>>> Badischen Bahnhof wird bis zum Baubeginn ohnehin vierspurig ausgebaut
>>> und befahren sein.
>>
>> Die Verbindungsbahn ist gut und recht, für den öffentlichen Nahverkehr
>> ist sie von der Linienführung her aber denkbar unattraktiv.
>
> Das ist richtig. Mein Vergleich mit S21 war auch nicht ganz passend.
> Ähnliche Tunnelstrecken wie das geplante Herzstück mit unterirdischen
> Haltepunkten gibt es bereits in anderen Städten (Zürich, Frankfurt,
> Stuttgart, München, Berlin). In Basel gibt es nicht mal eine U-Bahn als
> Alternative, und bei den Tramlinien ist eine Taktverdichtung (bisher 7,5
> Minuten) zumindest im Zentrum praktisch nicht möglich.

Mit Bahnpolitik hat das direkt zwar nichts zu tun, aber ich bin in Basel
aufgewachsen und habe ab und zu den Eindruck, dass Basel generell zu sehr
von der Substanz (im Wesentlichen von der Pharmaindustrie) lebt und zu wenig
für die Zukunft tut. Ausser Pharmaindustrie läuft in Basel nicht gerade
viel, wenn die mal kriseln sollte, könnte es recht schnell düster aussehen.
Zürich hat dagegen bisher die massive Krise im Bankensektor relativ gut
verdaut, weil sich in Zürich auch noch andere Wirtschaftszweige
niedergelassen haben.

Weil die Pharmaindustrie ein relativ konjunkturunabhängiger Wirtschaftszweig
ist und weil die Stellen bisher häufig relativ sicher sind, hat sich meiner
Meinung nach in Basel ein bisschen die Mentalität eingeschlichen, dass alles
schon gut so sei , wie es jetzt ist und man möglichst wenig daran ändern
solle. Jeder Meter neue Tramlinie der letzten Jahre und jede Neubausiedlung
war eine schwere Zangengeburt. Bei Gründung des modernen Schweizer
Bundesstaates 1848 war Basel noch mit Abstand die bevölkerungsreichste und
wirtschaftlich wichtigste Stadt der Schweiz, seither wird sie langsam aber
stetig nach hinten durchgereicht ...

Gruss

Roman°

Klaus von der Heyde

unread,
Mar 19, 2013, 6:01:40 PM3/19/13
to
Roman Racine wrote:
[...]
> Bei Grᅵndung des modernen Schweizer
> Bundesstaates 1848 war Basel noch mit Abstand die
> bevᅵlkerungsreichste und wirtschaftlich wichtigste Stadt der
> Schweiz, seither wird sie langsam aber stetig nach hinten
> durchgereicht ...

Liegt das vielleicht an der Eisenbahn? :)
Der frᅵhere Basler Standortvorteil (Rheinhafen) ist nicht mehr so
wichtig seitdem andere Schweizer Stᅵdte auch eine gute
Verkehrsanbindung haben und aufholen konnten.

Klaus

Roman Racine

unread,
Mar 22, 2013, 8:58:17 AM3/22/13
to
Klaus von der Heyde wrote:

> Roman Racine wrote:
> [...]
>> Bei Gründung des modernen Schweizer
>> Bundesstaates 1848 war Basel noch mit Abstand die
>> bevölkerungsreichste und wirtschaftlich wichtigste Stadt der
>> Schweiz, seither wird sie langsam aber stetig nach hinten
>> durchgereicht ...
>
> Liegt das vielleicht an der Eisenbahn? :)
> Der frühere Basler Standortvorteil (Rheinhafen) ist nicht mehr so
> wichtig seitdem andere Schweizer Städte auch eine gute
> Verkehrsanbindung haben und aufholen konnten.

Der Rheinhafen hat Basel letztlich die Pharmaindustrie gebracht. Seither
stagniert Basel

Fallbeispiel, das den öffentlichen Verkehr betrifft: Es ist der Region
Nordwestschweiz bis heute nicht gelungen, den öffentlichen Verkehr so zu
organisieren, dass er die Pendlerströme abdeckt. Die Werksgelände der
Pharmaindustrie im Norden Basels, in Muttenz (Schweizerhalle) oder in Stein
sind mit der Bahn z.B. nicht vernünftig zu erreichen, viele Vorhaben
scheitern an irgendwelchen Querelen, weil in der Region vier verschiedene
Kantone und dazu noch Frankreich und Deutschland zuständig für gewisse
Belange des öffentlichen Verkehrs sind.

Die Kantonsregierung des Kantons Basel-Landschaft lädt z.B. die
Oberbürgermeister der an den Kanton grenzenden deutschen Gemeinden und alle
möglichen Leute um Neujahrsempfang ein, nicht aber Vertreter der
Kantonsregierung des Kantons Basel-Stadt. Wegen solcher Spielchen ist die
Region insgesamt verglichen mit anderen Regionen der Schweiz auf dem
absteigenden Ast.

Gruss

Roman°

Thorsten Klein

unread,
Apr 8, 2013, 11:02:50 AM4/8/13
to
Am 19.03.2013 00:02, schrieb Ulrich Onken:
> Beim Badischen Bahnhof gab es den Vorschlag, den sᅵdliche Zugang (bei
> der Postfiliale) regulᅵr zu ᅵffnen. Bisher kann man dort nur zwischen
> den Bahnsteigen umsteigen, der Weg in die Stadt ist nur bei
> Grossanlᅵssen offen. Das wᅵrde in Weg in die Stadt oder zum Tram um 1-2
> Minuten verkᅵrzen.

Ich denke, das ist wegen dem Zoll. Der Bahnhof ist ja "deutsches
Staatsgebiet", doch sobald man ihn verlᅵsst ist man in CH.
Sollte sich aber in der Schengen-Zeit lᅵsen lassen, siehe Konstanz.

Helmut Barth

unread,
Apr 8, 2013, 1:02:11 PM4/8/13
to
Salut!

Thorsten Klein schrieb:
> Am 19.03.2013 00:02, schrieb Ulrich Onken:
>> Beim Badischen Bahnhof gab es den Vorschlag, den sᅵdliche Zugang (bei
>> der Postfiliale) regulᅵr zu ᅵffnen. Bisher kann man dort nur zwischen
>> den Bahnsteigen umsteigen, der Weg in die Stadt ist nur bei
>> Grossanlᅵssen offen. Das wᅵrde in Weg in die Stadt oder zum Tram um 1-2
>> Minuten verkᅵrzen.
>
> Ich denke, das ist wegen dem Zoll.

"EU- Aussengrenze" ist wohl das bessere Stichwort.

> Der Bahnhof ist ja "deutsches
> Staatsgebiet", doch sobald man ihn verlᅵsst ist man in CH.
> Sollte sich aber in der Schengen-Zeit lᅵsen lassen, siehe Konstanz.

Alles ist machbar Herr Nachbar. In den seltensten Fᅵllen
scheitert etwas am Kᅵnnen, das Wollen ist meist wesentlich
ausschlaggebender.

Grᅵᅵle, Helmut

Roman Racine

unread,
Apr 8, 2013, 2:06:25 PM4/8/13
to
Thorsten Klein wrote:

> Am 19.03.2013 00:02, schrieb Ulrich Onken:
>> Beim Badischen Bahnhof gab es den Vorschlag, den südliche Zugang (bei
>> der Postfiliale) regulär zu öffnen. Bisher kann man dort nur zwischen
>> den Bahnsteigen umsteigen, der Weg in die Stadt ist nur bei
>> Grossanlässen offen. Das würde in Weg in die Stadt oder zum Tram um 1-2
>> Minuten verkürzen.
>
> Ich denke, das ist wegen dem Zoll. Der Bahnhof ist ja "deutsches
> Staatsgebiet", doch sobald man ihn verlässt ist man in CH.

Das wird immer wieder behauptet, ist aber nicht zutreffend. Der Bahnhof ist
Schweizer Hoheitsgebiet, aufgrund eines Staatsvertrages ist allerdings der
Transit durch Schweizer Staatsgebiet ohne Zollformalitäten möglich.

> Sollte sich aber in der Schengen-Zeit lösen lassen, siehe Konstanz.

Knackpunkt dürfte auch die Einkaufspassage in der Haupthalle sein. Die
dortigen Läden zahlen ja auch deswegen Miete, weil sie am Strom der
Reisenden sind. Wenn die plötzlich alle den kürzeren Weg nähmen, müssten die
Mieten sinken.

Gruss

Roman°

Reinhard Greulich

unread,
Apr 8, 2013, 2:55:36 PM4/8/13
to
Thorsten Klein schrieb am Mon, 08 Apr 2013 17:02:50 +0200:

> Ich denke, das ist wegen dem Zoll. Der Bahnhof ist ja "deutsches
> Staatsgebiet", doch sobald man ihn verlässt ist man in CH.

Ich meine hier in dieser Gruppe gelernt zu haben, dass dies nicht so
ist. Der Bahnhof gehört der DB (bzw. früher dem Staat Baden, daher der
Name), aber das Staatsgebiet ist das der Schweiz wie die Umgebung
auch. Natürlich ist alles, was zu regeln ist, per Staats- und
sonstigen Verträgen geregelt, aber exterritorial wie eine Botschaft
ist der Bahnhof nicht.

Gruß - Reinhard.

--
70086
~=@=~ www.debx.de ~=@=~
die Homepage der deb*-Newsgruppen.

Holger Koetting

unread,
Apr 8, 2013, 3:27:21 PM4/8/13
to
Reinhard Greulich wrote:
> sonstigen Vertr�gen geregelt, aber exterritorial wie eine Botschaft
> ist der Bahnhof nicht.

Botschaften sind auch nicht exterritorial. Die ESOC, die sich
hier nebem unserem Hauptbahnhof (uff, halbweg OnT) befindet,
hingegen schon.

Gru�,

Holger K. aus D.

--
Streckenstillegung? Nein, es wird nur nichts bestellt!

E-Mail: Holger....@gmx.de
Homepage: http://www.student.informatik.tu-darmstadt.de/~koetting

Ralf Gunkel

unread,
Apr 8, 2013, 4:57:45 PM4/8/13
to
Am 08.04.13 20:55, schrieb Reinhard Greulich:
>Thorsten Klein schrieb am Mon, 08 Apr 2013 17:02:50 +0200:
>
>> Ich denke, das ist wegen dem Zoll. Der Bahnhof ist ja "deutsches
>> Staatsgebiet", doch sobald man ihn verlässt ist man in CH.
>
>Ich meine hier in dieser Gruppe gelernt zu haben, dass dies nicht so
>ist. Der Bahnhof gehört der DB (bzw. früher dem Staat Baden, daher der
>Name), aber das Staatsgebiet ist das der Schweiz wie die Umgebung
>auch.

Daher findest du unter dieser Adresse (Schwarzwaldallee 200) auch die
Depandance der DB Netz für die Infrastruktur auf schweizer Staatsgebiet.
http://fahrweg.dbnetze.com/fahrweg-de/start/nutzungsbedingungen/weitere_informationen/trassen_schweiz.html
Zitat aus obiger Webseite:
"Auf Grundlage der Staatsverträge zwischen dem Großherzogtum Baden und der
Schweizerischen Eidgenossenschaft von 1852 ff betreibt die DB AG
Eisenbahnstrecken auf Schweizer Gebiet. Die DB Netz AG führt den Betrieb
unter Wahrung der Schweizer Hoheitsrechte.Strecken der Deutschen Bahn AG in
der Schweiz befinden sich im Raum Basel, Schaffhausen und Konstanz.
Detaillierte Übersichtskarten und eine Streckenübersicht können Sie sich am
Seitenende als PDF-Datei herunterladen. "

Bei Unfällen ist auch die schweizer UUS für die Untersuchung zuständig.

>Natürlich ist alles, was zu regeln ist, per Staats- und
>sonstigen Verträgen geregelt, ...

Mit badischer Aktenheftung [tm]


Gruss Ralf, via VIAS Mobil :-D
--
"Sicherungstechnik ist praktizierte Paranoia. Und das ist gut so." Dirk
Moebius in deb*

Andreas Barth

unread,
Apr 8, 2013, 5:35:47 PM4/8/13
to
Holger Koetting wrote:

> Reinhard Greulich wrote:
>> sonstigen Verträgen geregelt, aber exterritorial wie eine Botschaft
>> ist der Bahnhof nicht.
>
> Botschaften sind auch nicht exterritorial. Die ESOC, die sich
> hier nebem unserem Hauptbahnhof (uff, halbweg OnT) befindet,
> hingegen schon.

Nicht wirklich. Im Gegenteil, die ESOC (bzw die ESA) ist sogar relativ
wenig immun. Botschaften sind unverletzlich. Die ESOC nur, soweit das
nicht gegen die Sicherheitsinteressen der BRD verstößt (Anlage 1
Artikel XXIII). Außerdem sind auch Kfz-Verstöße explizit der
nationalen Gerichtsbarkeit unterworfen - auch dies ist sonst eher
nicht der Fall.

Wirklich extraterritorial ist nur wenig, z.B. Castel Gandolfo oder der
Sitz des Malteserordens in Rom.


Viele Grüße,
Andi

Reinhard Greulich

unread,
Apr 8, 2013, 5:37:39 PM4/8/13
to
Andreas Barth schrieb am Mon, 8 Apr 2013 21:35:47 +0000 (UTC):

> Wirklich extraterritorial ist nur wenig, z.B. Castel Gandolfo oder der
> Sitz des Malteserordens in Rom.

Wie ist das mit CERN da beim Genfer Flughafen?

Ralf Gunkel

unread,
Apr 8, 2013, 5:53:17 PM4/8/13
to
Am 08.04.13 23:35, schrieb Andreas Barth:
...
>Wirklich extraterritorial ist nur wenig, z.B. Castel Gandolfo oder der
>Sitz des Malteserordens in Rom.
>

Du hast ein Haus in Monfalcone / Arcore vergessen.
http://martinperscheid.soup.io/since/140770885?mode=own

;-D

Ulrich Onken

unread,
Apr 10, 2013, 2:17:15 PM4/10/13
to
On 08.04.2013 20:06, Roman Racine wrote:
> Thorsten Klein wrote:
>
>> Am 19.03.2013 00:02, schrieb Ulrich Onken:
>>> Beim Badischen Bahnhof gab es den Vorschlag, den sᅵdliche Zugang (bei
>>> der Postfiliale) regulᅵr zu ᅵffnen. Bisher kann man dort nur zwischen
>>> den Bahnsteigen umsteigen, der Weg in die Stadt ist nur bei
>>> Grossanlᅵssen offen. Das wᅵrde in Weg in die Stadt oder zum Tram um 1-2
>>> Minuten verkᅵrzen.
>>
>> Ich denke, das ist wegen dem Zoll. Der Bahnhof ist ja "deutsches
>> Staatsgebiet", doch sobald man ihn verlᅵsst ist man in CH.
>
> Das wird immer wieder behauptet, ist aber nicht zutreffend. Der Bahnhof ist
> Schweizer Hoheitsgebiet, aufgrund eines Staatsvertrages ist allerdings der
> Transit durch Schweizer Staatsgebiet ohne Zollformalitᅵten mᅵglich.
>
>> Sollte sich aber in der Schengen-Zeit lᅵsen lassen, siehe Konstanz.

Es gibt sowieso keine Personenkontrollen beim Grenzᅵbertritt mehr, nur
noch sporadische Kontrollen wegen mitgebrachter Waren. Am
Samstagnachmittag ist bei der Einreise wegen des Einkaufstourismus
regelmᅵssig Hochbetrieb beim Schweizer Zoll :-) Weitere Zugᅵnge kᅵnnte
man analog zur Verbindungsbahn mit der Regelung "keine Mitnahme von
abgabenpflichtigen Waren" versehen und das (ebenso wie in der
Wiesentalbahn) mit Stichproben durchsetzen.

> Knackpunkt dᅵrfte auch die Einkaufspassage in der Haupthalle sein. Die
> dortigen Lᅵden zahlen ja auch deswegen Miete, weil sie am Strom der
> Reisenden sind. Wenn die plᅵtzlich alle den kᅵrzeren Weg nᅵhmen, mᅵssten die
> Mieten sinken.

Naja, man kᅵnnte auch dort, wo die Post ist, noch weitere Lᅵden
einrichten und so die Mieteinnahmen erhᅵhen.

Es gibt tatsᅵchlich ein Projekt des Kantons zur Weiterentwicklung des
Badischen Bahnhofs:
http://www.planungsamt.bs.ch/projekte/laufende-projekte/entwicklungskonzept_badischer_bahnhof/badbf-dokumente.htm
. Ein Ideenwettbewerb hat schon stattgefunden, und die Bevᅵlkerung in
den Qaurtieren rund um den Bahnhof ist eingebunden. Im Protokoll der
letzten Quartierveranstaltung
(http://www.planungsamt.bs.ch/20121016_qviv_protokoll.pdf) findet sich
diese Passage:

"Der Badische Bahnhof hat den Charakter eines Riegels. Wie ist dies
ᅵberhaupt wegzudenken?
Antwort: Der Badische Bahnhof verursacht aufgrund seiner Konstruktion
als Bahndamm natᅵrlich eine Trennung zwischen den beiden Quartieren
Rosental und Hirzbrunnen. Diese Trennwirkung wird auch in Zukunft so
bleiben. Trotzdem sollen mit neuen Zugᅵngen Verbindungsachsen zwischen
den beiden Seiten entstehen. "

Das lᅵsst hoffen, dass sich bei den Zugᅵngen noch etwas tut.

Grᅵsse
Uli

Thorsten Klein

unread,
Sep 1, 2013, 4:48:51 PM9/1/13
to
Am 08.04.2013 20:06, schrieb Roman Racine:
> Das wird immer wieder behauptet, ist aber nicht zutreffend. Der Bahnhof ist
> Schweizer Hoheitsgebiet, aufgrund eines Staatsvertrages ist allerdings der
> Transit durch Schweizer Staatsgebiet ohne Zollformalitäten möglich.

Schweizer Gebiet aber man zahlt mit €, interessant....

Thorsten Klein

unread,
Sep 1, 2013, 4:50:54 PM9/1/13
to
Am 08.04.2013 20:06, schrieb Roman Racine:
>
> Knackpunkt dürfte auch die Einkaufspassage in der Haupthalle sein.

Welche Einkaufspassage? Also dieses Jahr war ich noch nicht am Bad. Bf,
aber ich glaube letztes Jahr, und da war das ein trostloser Bahnhof mit
ein paar NTAs, einem Reisezentrum und dem Zollgebäude.

Ralf Gunkel

unread,
Sep 1, 2013, 5:16:43 PM9/1/13
to
Am 01.09.13 22:48, schrieb Thorsten Klein:
Staatsvertrag, wie oben geschrieben.

Und auch ausserhalb des Bahnhofsbereich futtern z. B. diverse
Fahrkartenautomatenndes TVN Euro (zuvor DM).
Zum gewohnt schlechten fixen Wechselkurs.

Gruss Ralf (uffm Dadschbäd gekritzeld)

Roman Racine

unread,
Sep 2, 2013, 8:13:58 AM9/2/13
to
Mit Euro kannst du dort, wo internationale Kundschaft zu erwarten ist, noch
an vielen Orten in der Schweiz bezahlen. Das ist kein
Alleinstellungsmerkmal. Der Wechselkurs ist halt nicht immer so
empfehlenswert.

Gruss

Roman°


Roman Racine

unread,
Sep 2, 2013, 8:31:02 AM9/2/13
to
Und ein paar kleinere Läden. Gemessen an der Anzahl Reisenden ist es in der
Tat etwas trostlos.

Gruss

Roman°

Roman J. Rohleder

unread,
Sep 8, 2013, 12:11:52 PM9/8/13
to
Thorsten Klein <ju...@thorsten-klein.ch> schrieb:
Im Zeitungsladen kannst du mit Euro zahlen, angesetzt wird aber ein
Hauskurs und aufgerufen wird bei deiner Zeit oder deinem Spiegel der
Auslandstarif.

Uebrigens feiert er in ein paar Tagen seinen Hundertsten. Der Bahnhof,
nicht Euro oder Zeitungsladen.

Gruss,
Roman
--
"An MDCCCXII/Mémorable par la campagne contre les Russes/
Sous le préfectura de Jules Doazan."
"Vu et approuvé par nous commandant russe de la ville de Coblentz/
le 1er janvier 1814."

Roman J. Rohleder

unread,
Sep 8, 2013, 12:11:53 PM9/8/13
to
Thorsten Klein <ju...@thorsten-klein.ch> schrieb:
AFAIK ein Blumengeschaeft, ein Coop Pronto, ein Zeitschriftenladen,
eine kleine Bar, ein Musikclub, ein Lokal und ein Honorarkonsulat.

Michael Unger

unread,
Sep 8, 2013, 12:37:50 PM9/8/13
to
On 2013-09-08 18:11, "Roman J. Rohleder" wrote:

[Basel Badischer Bahnhof]

> [...]
>
> Uebrigens feiert er in ein paar Tagen seinen Hundertsten. Der Bahnhof,
> nicht Euro oder Zeitungsladen.

Ja; aber um extra deswegen hinzufahren, scheint mir das angebotene
Programm doch etwas arg dürftig ausgefallen zu sein.

Michael


[1]
<http://www.deutschebahn.com/de/presse/pi_regional/3223534/bw20130131a.html>
[2]
<http://www.deutschebahn.com/de/presse/pi_regional/4373008/bw20130827.html>
[3] <http://www.bahn.com/ch>
[4]
<http://www.bahn.com/i/view/CHE/de/vacation/city_trips/basel-badischer-bahnhof.shtml?dbkanal_007=L11_S01_D002_KIN0001_bahnhofsfest_LZ001>

--
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