On 08.06.2012 12:35, Carla Schneider wrote:
> Muesste es aber nicht, denn es gibt schon USB Sticks die 150 Mbyte
> pro Sekunde Schreibrate haben, das muesste prinzipiell auch bei Speicherkarten
> moeglich sein. Damit koennte man Raw HD 1080p50d Video schreiben.
Nein, denn zum einem sind 1080p50 RAW ca. 311MByte/sek, und zum anderen
sind die 150MByte natürlich Marketing-Werte, die der Stick nur unter
Laborbedingungen erreicht.
Aber MJPEG könnte man mit der heutigen Technik sicher hinbekommen, wenn
man wollte. Profikameras bieten das meines Wissens auch. Im
Consumer-Segment scheint die Zielgruppe aber zu klein zu sein.
> Aber eigentlich moechte man ja noch mehr, z.B. eine Serienaufnahme
> in normaler Photoaufloesung mit 50, 100 oder noch mehr pro Sekunde
> unkomprimiert, bzw. verlustlos komprimiert speichern und das ueber Minuten...
Nunja - für Spezialanwendungen in der Industrie wäre das sicher
nützlich, und da gibt es dann auch spezielle Kameras, die das (mit Hilfe
von SSDs) können.
Im Consumerbereich sehe ich aber nicht recht, warum jemand ausgerechnet
Zeitlupenaufnahmen dann auch noch verlustfrei speichern müsste. Selbst
im Kino benügt man sich mit verlustbehafteter Speicherung!
>> Wenn man die Billigklasse mal außen vor lässt, ist die Technik heute so
>> weit ausgereift, dass keine wesentlichen Features mehr hinzukommen. Die
>
> Was dazu kommt ist die Rechenleistung des Prozessors und z.B. seine
> Faehigkeit in neuen besseren Speichermedien die Daten unterzubringen.
Wozu? Wie gesagt, die Sensorauflösung moderner Fotokameras hat längst
den Punkt erreicht, der für ein handelsübliches Objektiv sinnvoll ist.
Bei Kompaktknipsen wird dieser Punkt häufig sogar bereits deutlich
überschritten. Und selbst mit dieser (zu) hohen Auflösung passen auf
eine heutige Karte mehrere 1000 Fotos, also ein kompletter Urlaub bzw.
ein kompletter Arbeitstag eines Profi-Fotografen.
Ich sehe da (für die Standbild-Fotografie) keinen Entwicklungsbedarf mehr.
Bei Video kann man sich streiten, ob leistungsfähigere Speichermedien
und Prozessoren wünschenswert sind. Aber auch da wird allzu oft bereits
heute die Grenze dessen überschritten, was im Consumer-Bereich sinnvoll ist.
> Das was ich oben geschrieben habe werden die Kameras in 10 Jahren koennen
> und noch mehr. Kein Photograph wird sich dann mehr aergern muessen dass
> er den richtigen Zeitpunkt fuer den Druck auf den Ausloeser nicht erwischt hat.
Ähm... und die Kamera wird dann selbsttätig das Motiv auswählen und aus
der Tasche heraus um die Ecke aufnehmen?
Sorry, aber ein Foto beginnt mit der Auswahl eines Motivs durch den
Fotografen. Danach muss manuell die Kamera auf das Motiv gerichtet, eine
geeignete Brennweite ausgewählt, und ggf. noch weitere Einstellungen
vorgenommen werden. Erst danach die Kamera irgend etwas Sinnvolles
aufnehmen - und das können heutige Kameras bereits in der Amateurliga
mit mehreren Fotos pro Sekunde.
Auch hier kein Entwicklungsbedarf mehr.
> Ich denke da nicht an Spielereinen an all die Eigenschaften die diesen Kameras
> noch fehlen.
Welche wären das?
>> Bei Systemkameras kommt noch hinzu, daß der Wert der Ausrüstung weniger
>> in der Kamera als in den Objektiven steckt - und diese kann man nach
>
> Aber gerade diese Kameras sind auch ohne Objektive teuer.
In Relation zu den Objektiven spielt das aber wie gesagt kaum eine
Rolle. Einen Einsteiger-DSLR-Body bekommt man neu ab ca. 300Eur. Ein
Objektiv, das diesen Body einigermaßen ausreizt, kostet bereits das
Doppelte. Sobald dann mehrere und/oder höherwertige Objektive in der
Ausrüstung sind, ist man ganz schnell an dem Punkt, an dem ein neuer
Body preislich kaum noch eine Rolle spielt - zumal der Alte ja
keineswegs schlagartig wertlos wird, sondern gebraucht noch gutes Geld
bringt.
Hergen