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Camcorder oder Fotoapparat?

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Sven Bötcher

unread,
May 4, 2012, 5:09:16 AM5/4/12
to
Hallo,

kauft man heute eigentlich noch richtige Camcorder oder greift man zu
einer Knipse, die auch filmen kann? Selbst so kleine Dinger wie eine
Ixus 220 HS oder eine Samsung ST96 produzieren Videos, die den meisten
Familienfilmern durchaus reichen dürfte. Mittlerweile zoomen die
Fotoknipsen sogar optisch ohne zu ruckeln. Dieser Film wurde mit der
aktuellen Aldi Kamera zu 149 Euro produziert:
http://www.youtube.com/watch?v=2MdhjYANe6U
Werden originäre Camcorder überhaupt noch benötigt oder sind sie
Auslaufmodelle, die über kurz oder lang ganz vom Markt verschwinden? Ich
rede jetzt freilich nur von Consumertechnik.

Bye
Sven

Jakob Krieger

unread,
May 4, 2012, 6:38:51 AM5/4/12
to
- Sven Bötcher / 04.05.2012:


> kauft man heute eigentlich noch richtige Camcorder oder greift man zu
> einer Knipse, die auch filmen kann?


"Man" filmt heute mit dem Handy oder mit einem Sonderangebot
von Aldi. Nachdem die Dinger genauso viele Pixel haben wie
teure spezialisierte Geräte, sind alle diejenigen, die die
teuren Dinger kaufen, blöd.

Jedenfalls ist das eine weitverbreitete Ansicht, gegen die
anzudiskutieren ins Uferlose führt (weswegen ich das auch
unterlasse).


Wichtig ist, immer in HDTV-Auflösung zu filmen, und die Qualität
beurteilt man dann anhand der auf 300*200 runtergerechneten
Youtube-Clips, wie du ja schon angesprochen hast.

Der Rest steht dann in der Fachpresse (Computer-Bild usw).


> Werden originäre Camcorder überhaupt noch benötigt oder sind sie
> Auslaufmodelle, die über kurz oder lang ganz vom Markt verschwinden? Ich
> rede jetzt freilich nur von Consumertechnik.

Die werden umgehend verschwinden, genau wie seit Auftauchen
koreanischer Billig-Autos Mercedes-Benz vom Markt verschwunden
ist (bis auf LKW und Busse natürlich).



jk




--
no sig

Sven Bötcher

unread,
May 4, 2012, 7:55:11 AM5/4/12
to
Am 04.05.2012 12:38, schrieb Jakob Krieger:
> - Sven Bötcher / 04.05.2012:
>
>
>> kauft man heute eigentlich noch richtige Camcorder oder greift man zu
>> einer Knipse, die auch filmen kann?
>
>
> "Man" filmt heute mit dem Handy oder mit einem Sonderangebot
> von Aldi. Nachdem die Dinger genauso viele Pixel haben wie
> teure spezialisierte Geräte, sind alle diejenigen, die die
> teuren Dinger kaufen, blöd.
>
> Jedenfalls ist das eine weitverbreitete Ansicht, gegen die
> anzudiskutieren ins Uferlose führt (weswegen ich das auch
> unterlasse).

Schade. Ich hoffte, ein paar Argumente pro Camcorder zu bekommen.


> Wichtig ist, immer in HDTV-Auflösung zu filmen, und die Qualität
> beurteilt man dann anhand der auf 300*200 runtergerechneten
> Youtube-Clips, wie du ja schon angesprochen hast.

Bei YT kann man die Video aber auch in 1080p angucken und da finde ich
die Aufnahmen der "Aldi" BenQ GH700 durchaus überzeugend. Wobei ich
natürlich nicht weiß, wie weit YT die Videos optimiert. Bildrauschen aus
Nachtaufnahmen scheint YT je recht gut zu entfernen. Bei
http://www.youtube.com/watch?v=MFiZg8xX_20 meine ich aber zu sehen, dass
die Kamera Probleme hat, beim Reinzoomen die Schärfe nachzuführen. Aber
ein guter Kameramann zoomt ja sowieso nicht während der Aufnahme.

Bye
Sven

Jakob Krieger

unread,
May 4, 2012, 8:30:56 AM5/4/12
to
- Sven Bötcher / 04.05.2012:


>>> kauft man heute eigentlich noch richtige Camcorder oder greift man zu
>>> einer Knipse, die auch filmen kann?

>> "Man" filmt heute mit dem Handy oder mit einem Sonderangebot
>> von Aldi. Nachdem die Dinger genauso viele Pixel haben wie
>> teure spezialisierte Geräte, sind alle diejenigen, die die
>> teuren Dinger kaufen, blöd.
>>
>> Jedenfalls ist das eine weitverbreitete Ansicht, gegen die
>> anzudiskutieren ins Uferlose führt (weswegen ich das auch
>> unterlasse).

> Schade. Ich hoffte, ein paar Argumente pro Camcorder zu bekommen.


Ok: Der Camcorder ist auf seine Aufgabe hin optimiert,
von der Sensor-Größe bis hin zur Farb- und Kontrast-
Charakteristik. Gleiches gilt für die Software.

Und ja, es gibt enorme Qualitätsunterschiede, sogar
bei SD-Pocket-Cams. Bei bestimmten Modellen (sie dennoch
gerne verkauft werden, weil richtig billig mit großer
prozentualer Marge) kannst du deine haut filmen, den
Film an deinen Hautarzt schicken, und der schreibt
dich drei Wochen krank ...


Andererseits kann ich mir vorstellen, dass gute DSLRs
auch eine gute Video-Funktion haben - mit dem Vorteil,
gute Fotoobjektive nutzen zu können, allerdings auch
mit Nachteilen - z.B. Größe des Geräts, Begrenzung
der Aufnahmedauer pro Clip, Notwendigkeit externer
Mikrofone (meist nur Mono eingebaut).

Live genau analysiert habe ich solche Aufnahmen noch
nicht (die Kombination beider Funktionen kostet recht
viel und hat den Nachteil, dass man nicht fotografieren
kann, während die Cam auf dem Stativ steht und aufzeichnet).


>> Wichtig ist, immer in HDTV-Auflösung zu filmen, und die Qualität
>> beurteilt man dann anhand der auf 300*200 runtergerechneten
>> Youtube-Clips, wie du ja schon angesprochen hast.
>
> Bei YT kann man die Video aber auch in 1080p angucken und da finde ich
> die Aufnahmen der "Aldi" BenQ GH700 durchaus überzeugend. Wobei ich
> natürlich nicht weiß, wie weit YT die Videos optimiert. Bildrauschen aus
> Nachtaufnahmen scheint YT je recht gut zu entfernen. Bei
> http://www.youtube.com/watch?v=MFiZg8xX_20 meine ich aber zu sehen, dass
> die Kamera Probleme hat, beim Reinzoomen die Schärfe nachzuführen.

Die Youtube-Software optimiert sehr gut - Rauschen,
Interpolation, Nachschärfen ...

und das mit dem AF, der die Zoon-Geschwindigkeit nicht
mitmacht, ist ein typisches Manko der Billigheimer.


> Aber ein guter Kameramann zoomt ja sowieso nicht während der Aufnahme.

*** Exakt. In der Praxis braucht man oft das Weitwinkel,
selten den Tele-Bereich, schon wegen der Wackelei.

Life-Zoom, Schwenk und Kamerafahrt macht der Profi mit
ziemlichem Aufwand - also spezielle Objektive, spezielle
Stative nebst Köpfen / Dollys bis hin zur "Eisenbahn"

<http://bc03.rp-online.de/polopoly_fs/1.2089851.1316703726!/httpImage/2755741952.JPG_gen/derivatives/rpo32_457/2755741952.JPG>



jk




--
no sig

Matthias Wendt

unread,
May 4, 2012, 1:23:54 PM5/4/12
to
On Fri, 04 May 2012 14:30:56 +0200, "Jakob Krieger" <j...@dashdotcom.de>
wrote:

>*** Exakt. In der Praxis braucht man oft das Weitwinkel,
>selten den Tele-Bereich, schon wegen der Wackelei.
Das hat sich mittlerweile erledigt. Habe seit drei Wochen die Sony
CX730 und da wackelt nichts mehr. Sagenhaft. Deucht mich aus freier
Hand besser als mein bisheriges Zoomen mit Monopod.
Und der Weitwinkel ist auch um Längen besser als bei meiner vorigen,
der Canon HF-100 (trotz Weitwinkeladapter).
Ich denke, die Technik entwickelt sich stetig weiter, HD ist
inzwischen wohl ausgereizt, 50p gängig, nur die Schnittprogramme und
natürlich der Bluray-Standard haben da noch ihre Probleme.
>
>Life-Zoom, Schwenk und Kamerafahrt macht der Profi mit
>ziemlichem Aufwand - also spezielle Objektive, spezielle
>Stative nebst Köpfen / Dollys bis hin zur "Eisenbahn"
Die wir uns alle nicht leisten können, also äffen wir es halt billig
nach. Kann manchmal auch ganz gut aussehen.
Hauptmanko aller Camcorder ist sicher der zu kleine Chip und die
dadurch fehlende Möglichkeit, schön mit der Tiefenschärfe zu spielen,
geht zwar mit aufgedrehtem Zoom, aber das schränkt doch etwas ein.
Insofern sind die Spiegelreflex den Camcordern schon etwas überlegen,
aber ..
sowas:
http://vimeo.com/40705000
kriegste mit ner schweren Spiegelreflex noch nicht hin.
So was will ich auch!!!

Jakob Krieger

unread,
May 4, 2012, 3:27:18 PM5/4/12
to
- Matthias Wendt / 04.05.2012:


>> *** Exakt. In der Praxis braucht man oft das Weitwinkel,
>> selten den Tele-Bereich, schon wegen der Wackelei.

> Das hat sich mittlerweile erledigt. Habe seit drei Wochen die Sony
> CX730 und da wackelt nichts mehr. Sagenhaft. Deucht mich aus freier
> Hand besser als mein bisheriges Zoomen mit Monopod.

Na gut, aber das ist schließlich such schon Oberklasse
von Leistung und Preis her ...

Bildstabilisatoren werden schon in Geräteklassen
angeboten, wo ich nicht an die Wirksamkeit glauben kann ...

<http://www.pierre-markuse.de/2012/03/19/medion-life-x47032-md-86652-full-hd-camcorder-mit-touchscreen-aldi-ab-26-03/>


> Und der Weitwinkel ist auch um Längen besser als bei meiner vorigen,
> der Canon HF-100 (trotz Weitwinkeladapter).
> Ich denke, die Technik entwickelt sich stetig weiter ...

Sicher tut sie das ...

aber die Physik muss man eben doch überlisten,
denn ein Tele vergrößert nun mal nicht nur das
Motiv, sondern auch das Wackeln. Das meinte ich
damit, es scheint (absichtlich von den Herstellern?)
eine weitgehend in Vergessenheit geratene Tatsache
zu sein ... um dem Kunden 100-fach Zooms zu verkaufen.

Ein möglichst verzeichnungsfreies echtes Weitwinkel
für Innenräume mit wenig Platz ist sicher mehr wert.


Hier ist noch ein Punkt, der in Sachen 'filmen mit
DSLR' ins Spiel kommt: Der Sensor wird (schon wegen
16:9) nicht voll genutzt, damit auch nicht der
Bildwinkel des Objektivs. Man braucht also extremere
Weitwinkel, die dann wieder zu mehr Verzerrung neigen



> ... HD ist inzwischen wohl ausgereizt, 50p gängig ...

nicht unbedingt bei DSLRs, da muss man genau in die
technischn Daten schauen. Viele können nur 25 oder 30
bei HD.



>> Life-Zoom, Schwenk und Kamerafahrt macht der Profi mit
>> ziemlichem Aufwand - also spezielle Objektive, spezielle
>> Stative nebst Köpfen / Dollys bis hin zur "Eisenbahn"

> Die wir uns alle nicht leisten können, also äffen wir es halt billig
> nach. Kann manchmal auch ganz gut aussehen.

Ja, aber man sollte wissen, welche Aktionen mit viel
Aufwand gelöst werden, um dśelbige als Problem zu
erkennen - wenn man anschaut, wie bei Youtube gezoomt
und geschwenkt wird ...



> sowas:
> http://vimeo.com/40705000
> kriegste mit ner schweren Spiegelreflex noch nicht hin.
> So was will ich auch!!!

Ja ... das macht sicher Spaß ...



jk




--
no sig

Sven Bötcher

unread,
May 4, 2012, 7:17:34 PM5/4/12
to
Am 04.05.2012 19:23, schrieb Matthias Wendt:

> Insofern sind die Spiegelreflex den Camcordern schon etwas überlegen,
> aber ..
> sowas:
> http://vimeo.com/40705000

Habe ich das richtig verstanden, dass die Aufnahmen in der
Nachbearbeitung nicht stabilisiert wurden sondern so ruhig direkt aus
der Kamera kamen?


> kriegste mit ner schweren Spiegelreflex noch nicht hin.
> So was will ich auch!!!

Die Kamera hast Du doch schon.

Bye
Sven

Sven Bötcher

unread,
May 4, 2012, 7:28:34 PM5/4/12
to
Am 04.05.2012 21:27, schrieb Jakob Krieger:
> - Matthias Wendt / 04.05.2012:
>
>
>>> *** Exakt. In der Praxis braucht man oft das Weitwinkel,
>>> selten den Tele-Bereich, schon wegen der Wackelei.
>
>> Das hat sich mittlerweile erledigt. Habe seit drei Wochen die Sony
>> CX730 und da wackelt nichts mehr. Sagenhaft. Deucht mich aus freier
>> Hand besser als mein bisheriges Zoomen mit Monopod.
>
> Na gut, aber das ist schließlich such schon Oberklasse
> von Leistung und Preis her ...
>
> Bildstabilisatoren werden schon in Geräteklassen
> angeboten, wo ich nicht an die Wirksamkeit glauben kann ...
>
> <http://www.pierre-markuse.de/2012/03/19/medion-life-x47032-md-86652-full-hd-camcorder-mit-touchscreen-aldi-ab-26-03/>

Hier wurde bereits getestet:
http://www.youtube.com/watch?v=2XryainMNMA
Ich glaube, sowas hatte ich mal in bauähnlich von Rollei, wenn ich mir
die Beschreibung die die Testergebnisse so durchlese.
Im dritten Teil seines Tests kann man dann die Produkte des Camcoders
bewundern. Sieht sehr nach dem aus, was auch meine Rollei produzierte.

Bye
Sven

Ralph Aichinger

unread,
May 5, 2012, 3:54:30 AM5/5/12
to
Jakob Krieger <j...@dashdotcom.de> wrote:
> DSLR' ins Spiel kommt: Der Sensor wird (schon wegen
> 16:9) nicht voll genutzt, damit auch nicht der
> Bildwinkel des Objektivs. Man braucht also extremere
> Weitwinkel, die dann wieder zu mehr Verzerrung neigen

Wieso braucht man "extreme Weitwinkel", bloß weil man
oben und unten einen Streifen abschneidet? Der Unterschied
ist de facto vernachlässigbar, und das Bild ist ja gleich
breit.

Für Fotokameras bekommt man routinemäßig Weitwinkel
wie sie nur die wenigsten Camcorder eingebaut haben.
Bei vielen Camcordern ist bei 35mm (äquivalent)
schluß, was für mich sich noch nicht einmal nach richtigem
Weitwinkel anfühlt. Bei Fotoequipment geht es so
gut wie nie über 28mm äq. los, und auch viel weitwinkliger
ist kein Problem.

Und: Es stimmt nicht, daß extreme Weitwinkel automatisch
zu mehr Verzeichnung neigen (Verzerrung beseitigt man,
indem man die Kamera gerade hält): Das Sigma 12-24mm
ist z.B. ein Superweitwinkel, das fast perfekt gerade
abbildet.

Verzeichnung ist oft ein Problem weniger von Superweitwinkeln,
sondern von Linsen mit weitem Zoombereich, also dem was
man auf Camcordern findet.

/ralph

Thomas Einzel

unread,
May 5, 2012, 5:59:19 AM5/5/12
to
Sven Bötcher schrieb am 05.05.2012 01:17:
> Am 04.05.2012 19:23, schrieb Matthias Wendt:
>
>> Insofern sind die Spiegelreflex den Camcordern schon etwas überlegen,
>> aber ..
>> sowas:
>> http://vimeo.com/40705000
>
> Habe ich das richtig verstanden, dass die Aufnahmen in der
> Nachbearbeitung nicht stabilisiert wurden sondern so ruhig direkt aus
> der Kamera kamen?

http://vimeo.com/39841131

:-)

--
Thomas

Jakob Krieger

unread,
May 5, 2012, 9:22:26 AM5/5/12
to
- Ralph Aichinger / 05.05.2012:


>> DSLR' ins Spiel kommt: Der Sensor wird (schon wegen
>> 16:9) nicht voll genutzt, damit auch nicht der
>> Bildwinkel des Objektivs. Man braucht also extremere
>> Weitwinkel, die dann wieder zu mehr Verzerrung neigen

> Wieso braucht man "extreme Weitwinkel", bloß weil man
> oben und unten einen Streifen abschneidet? Der Unterschied
> ist de facto vernachlässigbar, und das Bild ist ja gleich
> breit.

Das Bild ist keineswegs bei allen Modellen gleich breit
wie im Foto-Modus. Wären es nur die Streifen oben und
unten, hättest du Recht mit deinem Einwand.


> Und: Es stimmt nicht, daß extreme Weitwinkel automatisch
> zu mehr Verzeichnung neigen (Verzerrung beseitigt man,
> indem man die Kamera gerade hält):

Da habe ich mich ungenau ausgedrückt, sorry.

Man muss unterscheiden zwischen stürzenden Linien aufgrund
der Aufnahme-Perspektiven und den kissenförmigen Verzeichnungen,
die ab einem gewissen Bildwinkel unausweichlich sind und
deutlich als Falsifikate zu erkennen sind -
vgl Link, Beispielfoto Fischauge:

<http://de.wikipedia.org/wiki/Weitwinkelobjektiv#Fischaugen-Objektive>


> ... Das Sigma 12-24mm
> ist z.B. ein Superweitwinkel, das fast perfekt gerade
> abbildet.

Man kann natürlich Verzeichnungen in einem gewissen Rahmen
ausgleichen, was den Herstellern unterschiedlich gut gelingt.


> Verzeichnung ist oft ein Problem weniger von Superweitwinkeln,
> sondern von Linsen mit weitem Zoombereich, also dem was
> man auf Camcordern findet.

Deshalb ja auch eingangs meine Feststellung, dass die
Möglichkeit, hochwertige Foto-Objektive (Festbrennweiten
etwa) zu verwenden, für das DSLR-Videofilmen spricht.

Die oben genannte Einschränkung betrifft die Modelle,
bei denen der für Video genutzte Sensor-Bereich
signifikant kleiner ist als der für Foto genutzte -
die gibt es durchaus.


Das steht natürlich nicht wirklich deutlich im Prospekt.

Wie heißt es so schön: "Nach dem Kauf ist vor dem Kauf" ...


jk




--
no sig

Sven Bötcher

unread,
May 5, 2012, 9:36:54 AM5/5/12
to
Auch schon entdeckt. Und Video soll genau mit der CX-730 aufgenommen
worden sein, die Matthias seit drei Wochen besitzt und hier zur Sprache
gebracht hat wobei das andere Video aus der CX-690 auch nicht schlechter
war. Hat Sony da die Bildstabilisierung neu erfunden? Schlägt alles, was
ich bis jetzt gesehen habe.

Bye
Sven

Laszlo Lebrun

unread,
May 6, 2012, 3:14:02 AM5/6/12
to
On 04/05/2012 14:30, Jakob Krieger wrote:
>
> Andererseits kann ich mir vorstellen, dass gute DSLRs
> auch eine gute Video-Funktion haben - mit dem Vorteil,
> gute Fotoobjektive nutzen zu können, allerdings auch
> mit Nachteilen - z.B. Größe des Geräts, Begrenzung
> der Aufnahmedauer pro Clip, Notwendigkeit externer
> Mikrofone (meist nur Mono eingebaut).

Man kann mit eine DSLR fantastische Videos drehen, allerdings am besten
wie die echten Pros: mit 100% manuellen Einstellungen. Deshalb sind
jetzt alte Objektive aus den 70er, die sich noch gut von Hand einstellen
lassen, in der Bucht deutlich teuerer geworden.

Matthias Wendt

unread,
May 6, 2012, 5:17:13 AM5/6/12
to
On Sat, 05 May 2012 15:36:54 +0200, Sven Bötcher
>war. Hat Sony da die Bildstabilisierung neu erfunden? Schlägt alles, was
>ich bis jetzt gesehen habe.
Sony hat. Ist wirklich sagenhaft. Das Objektiv selbst ist in der
Kamera aufgehängt und lässt sich obendrein per Touchscreen auf das zu
filmende Objekt fixieren.
Ich hab letztens mit vollaufgedrehtem Zoom (17fach dank elektronischer
Zoomhilfe, das Objektiv schafft nur 10fach) bei ziemlich mäßigen
Lichtverhältnissen nem Pianisten auf die Finger geschaut. Frei
stehend, ohne Fixierung an ner Wand oder so: Kein Zittern, kein
Wackeln, gar nix.
Jetzt warte ich nur auf etwas besseres Wetter ;-)
Gruß
Matthias

Sven Bötcher

unread,
May 6, 2012, 9:50:24 AM5/6/12
to
Nach welchen Modellen bzw. welcher Serie muss ich denn nun suchen bei
Sony? Eigentlich bräuchte ich ja gar keinen neuen Camcorder aber den
Bildstabilisator halte ich für eine kleine Sensation. Hat dieser Stabi
einen besonderen Namen?

Bye
Sven

Sven Bötcher

unread,
May 6, 2012, 9:54:19 AM5/6/12
to
Tante Edith fragt: Sind das die Modeelle hier mit dem „Balanced Optical
SteadyShot“:
http://www.sony.de/hub/handycam-camcorders/produktreihe/prestige-hd-camcorder
Sind natürlich auch Premium-Preise aber was man so sieht, sind sie die
wohl auch wert.

Bye
Sven

Jakob Krieger

unread,
May 6, 2012, 11:40:10 AM5/6/12
to
- Laszlo Lebrun / 06.05.2012:


>> Andererseits kann ich mir vorstellen, dass gute DSLRs
>> auch eine gute Video-Funktion haben - mit dem Vorteil,
>> gute Fotoobjektive nutzen zu können, allerdings auch
>> mit Nachteilen - z.B. Größe des Geräts, Begrenzung
>> der Aufnahmedauer pro Clip, Notwendigkeit externer
>> Mikrofone (meist nur Mono eingebaut).

> Man kann mit eine DSLR fantastische Videos drehen, allerdings am besten
> wie die echten Pros: mit 100% manuellen Einstellungen. ...

Das kann ich gut nachvollziehen (obwohl meine DSLR
keinen Video-Modus hat) - ich bevorzuge gute alte
Festbrennweiten ... der Unterschied zu 'Kit-Zooms'
ist gewaltig, der zu hochwertigeren Zooms immer noch
deutlich sichtbar.

> Deshalb sind jetzt alte Objektive aus den 70er,
> die sich noch gut von Hand einstellen lassen,
> in der Bucht deutlich teuerer geworden.


Leider ... ich sche ein 50er Nikon - gibt keiner
her, und wenn doch, dann fast zum Neupreis der AF-50.


jk


--
no sig

Arno Welzel

unread,
May 6, 2012, 12:44:23 PM5/6/12
to
Sven Bötcher, 04.05.2012 11:09:

> kauft man heute eigentlich noch richtige Camcorder oder greift man zu
> einer Knipse, die auch filmen kann? Selbst so kleine Dinger wie eine

Kommt darauf an, wer "man" ist.

> Ixus 220 HS oder eine Samsung ST96 produzieren Videos, die den meisten
> Familienfilmern durchaus reichen dürfte. Mittlerweile zoomen die
> Fotoknipsen sogar optisch ohne zu ruckeln. Dieser Film wurde mit der
> aktuellen Aldi Kamera zu 149 Euro produziert:
> http://www.youtube.com/watch?v=2MdhjYANe6U

Ja - sieht man dem Material auch an... im negativen Sinn.

> Werden originäre Camcorder überhaupt noch benötigt oder sind sie
> Auslaufmodelle, die über kurz oder lang ganz vom Markt verschwinden? Ich
> rede jetzt freilich nur von Consumertechnik.

Für Consumertechnik reicht das sicher. Wenn "man" aber auch etwas höhere
Ansprüche hat, will "man" sicher nicht eine Handy-Kamera oder die
Video-Funktion einer Kompaktknipse verwenden. Dazu kommt noch, dass
viele Kompakt-Knipsen nur 10 Minuten am Stück aufnehmen, um sich die
Einfuhrzölle für Videokameras zu sparen.


--
Arno Welzel
http://arnowelzel.de
http://de-rec-fahrrad.de

Jakob Krieger

unread,
May 6, 2012, 5:16:56 PM5/6/12
to
- Arno Welzel / 06.05.2012:


>> ... Dieser Film wurde mit der
>> aktuellen Aldi Kamera zu 149 Euro produziert:
>> http://www.youtube.com/watch?v=2MdhjYANe6U

> Ja - sieht man dem Material auch an... im negativen Sinn.

Die Schärfe sieht auf den ersten Blick ganz gut aus -
bei 360p Youtube sowieso, die haben gute Software, die das
skaliert und nachschärft -
aber offensichtlich nur dann, wenn genug Licht da ist,
um die Blende zu schließen (im Sonnenschein kein Problem).
Bei den Aufnahmen im U-Bahnhof ist dann nichts mehr scharf
(auch wenn man von den Verwacklern wegen langer Aufnahmezeit
absieht).

Wenn man den Download mit 1080p anschaut, sieht man dagegen,
dass so gut wie gar nichts richtig scharf ist (HD verliert
seinen Sinn, wenn man nur Suppe fein rastert), und dass es
praktisch in jedem Bild hässliche Interlace-Störungen gibt.


Ganz schlimm sind die Farben: Vor allem das Blau (Rot auch,
aber etwas weniger) ist total übersättigt - ein kleiner Trick,
der vom mäßigen Tonwert-Umfang ablenken soll; bei billigen
Displays (z.B. Netbooks) wird das ähnlich gehandhabt - pfui.


Ich denke nicht, dass die Mängel an meinem Player liegen,
jedenfalls sicher nicht alle.


Mein Fazit: 150-200 Euro sind in einer reinen Video-Cam
(in dieser Preisklasse lieber SD als HD) sicher besser
investiert - mit schärferen Bildern und erträglichen Farben
(jedenfalls erheblich besser als VHS-C das jemals konnte).

HD bedeutet in diesem Preissegment 'fein gerasterte Unschärfe',
egal ob das am Objektiv liegt, am Sensor, an der Software
oder an der Daten-Transfer-Rate auf die Speicherkarte.

Letztere ist schon bei SD ein Problem, wenn die Cam mit
variabler Kompressionsrate arbeitet und die Bedingungen
extrem werden (buntes blitzendes Disco-Licht etwa - da
passen dann nur noch 2-3 Minuten auf ein GB statt der
14, die im Katalog stehen, und die Karte muss 'class-6'
sein statt 2-3 wie die Beschreibung vorschlägt).


[ Übrigens ist bei den Consumer-HD-Camcordern die
Datenrate nur doppelt so hoch wie bei den SD-Kollegen,
trotz über viermal so vieler Bildpunkte ... somit muss
mehr als doppelt so stark komprimiert werden ]


Hoffe, nicht zu sehr ins OT abgedriftet zu sein


jk



--
no sig

Laszlo Lebrun

unread,
May 7, 2012, 5:39:56 AM5/7/12
to
On 06.05.2012 17:40, Jakob Krieger wrote:

>
> Leider ... ich sche ein 50er Nikon - gibt keiner
> her, und wenn doch, dann fast zum Neupreis der AF-50.
>

Na, na! Ich habe einen! ;-)

Zum Filmen von Bühnenevents mit wenig Licht ist F:1.4 einfach unschlagbar.
Da kommt echtes Broadcastkamera-Feeling heraus !
Nur schade, dass ich noch nicht einen Ipad als Sucher dazu schalten konnte.

Laszlo

--
One computer and three operating systems, not the other way round.
One wife and many hotels, not the other way round ! ;-)

Jakob Krieger

unread,
May 7, 2012, 9:19:31 AM5/7/12
to
- Laszlo Lebrun / 07.05.2012:


>> Leider ... ich suche ein 50er Nikon - gibt keiner
>> her, und wenn doch, dann fast zum Neupreis des AF-50.


> Na, na! Ich habe einen! ;-)
>
> Zum Filmen von Bühnenevents mit wenig Licht ist F:1.4 einfach unschlagbar.
> Da kommt echtes Broadcastkamera-Feeling heraus !

Eben ... und ein verschimmeltes oder fallgeschädigtes
Exemplar über Ebay "weißnichtwaseshat verkaufealsdefekt"
mag ich dann doch nicht ...



> Nur schade, dass ich noch nicht einen Ipad als Sucher dazu schalten konnte.

ja ... wundert mich eh, dass daran kein Kamerahersteller denkt,
das über USB zugänglich zu machen.


jk



--
no sig

Matthias Wendt

unread,
May 7, 2012, 10:39:17 AM5/7/12
to
On Sun, 06 May 2012 15:54:19 +0200, Sven Bötcher
<svenwan...@yahoo.de> wrote:


>Tante Edith fragt: Sind das die Modeelle hier mit dem „Balanced Optical
>SteadyShot“:
>http://www.sony.de/hub/handycam-camcorders/produktreihe/prestige-hd-camcorder
Exakt.
Ich hoffe nur, daß die Technik so einigermaßen ausgereizt ist und mir
das Objektiv nicht schon bald aus der Aufhängung fällt, das wackelt da
drin schon ganz schön beim Transport und es gibt keine Möglichkeit,
das irgendwie mit einer Sicherung festzuschrauen, wenn mans nicht
braucht.
Gruß
Matthias

Sven Bötcher

unread,
May 7, 2012, 2:32:25 PM5/7/12
to
Ich sehe es gerade auf http://www.youtube.com/watch?v=HqGXoLEft-4
Vom Gefühl her würde ich sagen: "Röhrich, das reißt ab". Auf mich als
Nicht-Sony-Ingenieur wirkt das Ganze ziemlich abenteuerlich aber ich
denke mal, dass die Japaner wussten, was sie taten.

Bye
Sven

Laszlo Lebrun

unread,
May 8, 2012, 3:15:05 AM5/8/12
to
On 07.05.2012 15:19, Jakob Krieger wrote:
> - Laszlo Lebrun / 07.05.2012:

>> Nur schade, dass ich noch nicht einen Ipad als Sucher dazu schalten
>> konnte.
>
> ja ... wundert mich eh, dass daran kein Kamerahersteller denkt,
> das über USB zugänglich zu machen.
>
naja USB wäre bei Full-HD etwas überfordert...
Es wundert mich eher, dass noch kein Hersteller den Panel des iPad mit
einer HDMI-Elektronik versehen hat.

Hergen Lehmann

unread,
May 8, 2012, 4:06:58 AM5/8/12
to
On 08.05.2012 09:15, Laszlo Lebrun wrote:

>>> Nur schade, dass ich noch nicht einen Ipad als Sucher dazu schalten
>>> konnte.
>>
>> ja ... wundert mich eh, dass daran kein Kamerahersteller denkt,
>> das über USB zugänglich zu machen.
>>
> naja USB wäre bei Full-HD etwas überfordert...

Auch im Profisegment bietet kein *Sucher* FullHD Auflösung.
Und selbst wenn man das anstreben wollte - ein komprimiertes Full-HD
Bild schafft selbst USB2 locker, von USB3 ganz zu schweigen.

> Es wundert mich eher, dass noch kein Hersteller den Panel des iPad mit
> einer HDMI-Elektronik versehen hat.

Wozu sollte man das wollen? Wenn man eh eigene Hardware löten will, gibt
es im Großhandel lose Industrie-Panels ohne Apfel für einen Bruchteil
des Preises. Und im Einzelhandel eine grosse Auswahl an fertigen,
tragbaren Monitoren mit HDMI-Eingang.

Einen gewissen Charme hätte die Lösung nur, wenn man mit einem
serienmässigen Tablet auskäme - vorzugsweise eines, bei dem man die
USB-Schnittstelle nicht erst nachrüsten muss, also eines ohne "i" ;)

Hergen

Jakob Krieger

unread,
May 8, 2012, 7:42:48 AM5/8/12
to
- Hergen Lehmann / 08.05.2012:


>>>> Nur schade, dass ich noch nicht einen Ipad als Sucher dazu schalten
>>>> konnte.

> Einen gewissen Charme hätte die Lösung nur, wenn man mit einem
> serienmässigen Tablet auskäme - vorzugsweise eines, bei dem man die
> USB-Schnittstelle nicht erst nachrüsten muss, also eines ohne "i" ;)

W-Lan mit Monitor-Stream über einen Browser
wäre technisch möglich und ungebunden an
bestimmte Geräte.

Die Monitore hat man ja vornehmlich zu dem Zweck,
dass sich mehr Leute als nur der Kameramann den
Bildausschnitt anschauen können (da sind durchaus
noch Röhrenmonitore unterwegs).


jk



--
no sig

Laszlo Lebrun

unread,
May 8, 2012, 1:23:55 PM5/8/12
to
On 08.05.2012 10:06, Hergen Lehmann wrote:
> Auch im Profisegment bietet kein *Sucher* FullHD Auflösung.
> Und selbst wenn man das anstreben wollte - ein komprimiertes Full-HD
> Bild schafft selbst USB2 locker, von USB3 ganz zu schweigen.

Profi-sucher biete sogar mehr (das aufgenommenes + 20%)

Es geht ja darum dass das Bild noch Information über die Schärfe
liefert, wer zu viel komprimiert macht es wett.

Laszlo Lebrun

unread,
May 8, 2012, 1:29:42 PM5/8/12
to
On 08.05.2012 13:42, Jakob Krieger wrote:

>
> W-Lan mit Monitor-Stream über einen Browser
> wäre technisch möglich und ungebunden an
> bestimmte Geräte.

Schön wärs: ein HDMI zu W-Lan mit Monitor-Stream!
;-)
Dummerweise hat man HDMI so konzipiert, dass es (auch ohne
Versschlüsselung) nicht eingabefähig für eine Weiterverarbeitung ist.
:-(


>
> Die Monitore hat man ja vornehmlich zu dem Zweck,
> dass sich mehr Leute als nur der Kameramann den
> Bildausschnitt anschauen können (da sind durchaus
> noch Röhrenmonitore unterwegs).
>

Ich habe ja kein Studio dahinter (noch nicht!), möchte aber gerne den
Fokus richtig sehen. auf eine QVGA Briefmarke sieht man es ja nicht richtig.

Jakob Krieger

unread,
May 8, 2012, 3:05:08 PM5/8/12
to
- Laszlo Lebrun / 08.05.2012:


>> Auch im Profisegment bietet kein *Sucher* FullHD Auflösung.
>> Und selbst wenn man das anstreben wollte - ein komprimiertes Full-HD
>> Bild schafft selbst USB2 locker, von USB3 ganz zu schweigen.

> Profi-sucher biete sogar mehr (das aufgenommenes + 20%)
>
> Es geht ja darum dass das Bild noch Information über die Schärfe
> liefert, wer zu viel komprimiert macht es wett.


Das geht auch über Darstellung eines Ausschnitts 1:1,
dafür muss man nicht das ganze Bild sehen. Einen 40-Zöller
will man schließlich auch nicht auf dem Set rumstehen haben.


jk


--
no sig

Ralph Aichinger

unread,
May 8, 2012, 6:05:24 PM5/8/12
to
Jakob Krieger <j...@dashdotcom.de> wrote:
> Das geht auch über Darstellung eines Ausschnitts 1:1,

Oder Focus Peaking.

/ralph

Laszlo Lebrun

unread,
May 9, 2012, 2:27:01 AM5/9/12
to
On 08.05.2012 21:05, Jakob Krieger wrote:
> Das geht auch über Darstellung eines Ausschnitts 1:1,
> dafür muss man nicht das ganze Bild sehen. Einen 40-Zöller
> will man schließlich auch nicht auf dem Set rumstehen haben.

Deshalb wäre der iPad dafür so sexy. Der ist nicht groß und hat genug
Auflösung um HD +20% zu zeigen, da braucht man sogar keine Tricks.
Die Fummelei mit dem Ausschnitt möchte ich mir sparen, da habe ich
anderen Sorgen. Ich filme Live-Auftritte, da hat man keine Chance etwas
zu wiederholen oder anzhalten, bis man den Focus hinbekommen hat.

Norbert Mueller

unread,
May 11, 2012, 5:17:19 PM5/11/12
to
Am 04.05.2012 11:09, schrieb Sven Bötcher:
> Hallo,
>
> kauft man heute eigentlich noch richtige Camcorder oder greift man zu
> einer Knipse, die auch filmen kann? Selbst so kleine Dinger wie eine
> Ixus 220 HS oder eine Samsung ST96 produzieren Videos, die den meisten
> Familienfilmern durchaus reichen dürfte. Mittlerweile zoomen die
> Fotoknipsen sogar optisch ohne zu ruckeln. Dieser Film wurde mit der
> aktuellen Aldi Kamera zu 149 Euro produziert:
> http://www.youtube.com/watch?v=2MdhjYANe6U
> Werden originäre Camcorder überhaupt noch benötigt oder sind sie
> Auslaufmodelle, die über kurz oder lang ganz vom Markt verschwinden? Ich
> rede jetzt freilich nur von Consumertechnik.

Fragt sich halt, wer ist "man"?
Und warum schleppen Profis für ihre Bildberichterstattung noch immer die
12kg Schulterkameras herum und machen's nicht mit dem iPhone?

Hier eine etwas kleinere Profikamera, die Aufnahmen sind unter diesem
Link etwas schärfer als auf Vimeo oder Youtube:
http://exposureroom.com/members/philipbloom/a4bfbc8d1bed44248b4a0c784dfe5862/

Ich finde das original-footage beeindruckend, wenn auch nur 720p - wird
im Profi-Bereich gerne verwendet - auf die Pixel kommts nicht unbedingt
an. Auch meine Sony FX1000 (Consumer-Bereich, HDV, 1440x1080i) macht
wunderschöne Aufnahmen und ich will mit keiner Kleineren tauschen. Schon
allein nicht wegen der Einstellmöglichkeiten (ohne jedesmal gleich ins
Menü gehen zu müssen) und des großen Suchers mit großer Augenmuschel -
neben dem sehr guten Klappmonitor.

Wenn man sich mit weniger begnügen will - bitte sehr!


Gruß, Norbert

Carla Schneider

unread,
Jun 7, 2012, 4:41:00 AM6/7/12
to
Sven Bötcher wrote:
>
> Hallo,
>
> kauft man heute eigentlich noch richtige Camcorder oder greift man zu
> einer Knipse, die auch filmen kann? Selbst so kleine Dinger wie eine
> Ixus 220 HS oder eine Samsung ST96 produzieren Videos, die den meisten
> Familienfilmern durchaus reichen dürfte. Mittlerweile zoomen die
> Fotoknipsen sogar optisch ohne zu ruckeln.

HD Camcorder koennen in 50 oder 60 Vollbilder pro Sekunde aufnehmen,
Fotoknipsen (leider auch einschliesslich Spiegelreflex) koennen das bisher
nur in maximal 30 Bilder/Sekunde oder eben interlaced.
Ausserdem ist bei Photoapparaten die Aufnahmedauer begrenzt,
Camcorder koennen auch die 4 GB Grenze bei den Files ueberwinden
indem sie waehrend der Aufnahme neue Files oeffnen.





> Dieser Film wurde mit der
> aktuellen Aldi Kamera zu 149 Euro produziert:
> http://www.youtube.com/watch?v=2MdhjYANe6U

Das muss man wohl in HD herunterladen und ueber einen USB Stick auf
einem Fernseher abspielen und die Qualitaet beurteilen zu koennen,
auf dem Computerbildschirm sieht man Interlacing Artefakte.

Die Szene mit Voegeln zeigt allgemein die Probleme beim komprimieren
von Video mit einem MPEG Encoder - es treten Kompressionsartefakte auf.
Das Problem gibt es aber auch bei Camcordern, umso geringer je weniger
komprimiert wird.


> Werden originäre Camcorder überhaupt noch benötigt oder sind sie
> Auslaufmodelle, die über kurz oder lang ganz vom Markt verschwinden? Ich
> rede jetzt freilich nur von Consumertechnik.

Im Prinzip ja, man koennte in Photoapparate die Technik
einbauen die auch Camcorder haben, aber soweit sind die heute
noch nicht.
Wichtig waere vor allem mindestens 50 Vollbilder pro Sekunde,
und nicht dieses Interlacing. Optimal waere es wenn die Kamera das
auch in einem Format koennte das die Bilder einzeln unabhaengig voneinander
komprimiert und nicht blos dieses H264 - aber das scheitert wohl noch
an der Schreibrate der Speicherkarten.
Das Problem bei Photoapparaten ist dass wenn man sich so ein teures
Stueck kauft dieses nicht wie wie frueher eine Investition fuer ein Jahrzehnt
ist, denn schon in 2 Jahren ist das Teil veraltet. Da betrifft weniger den
teuren Bildaufnahmechip als vielmehr den Computer der da fest eingebaut ist.

Hergen Lehmann

unread,
Jun 7, 2012, 5:25:56 PM6/7/12
to
On 07.06.2012 10:41, Carla Schneider wrote:

>> Werden originäre Camcorder überhaupt noch benötigt oder sind sie
>> Auslaufmodelle, die über kurz oder lang ganz vom Markt verschwinden? Ich
>> rede jetzt freilich nur von Consumertechnik.

Ich halte es für durchaus denkbar, daß die Camcorder-Einsteigerklasse
als eigenständiger Gerätetyp verschwindet, weil deren Funktionsumfang
sich zunehmend mit dem von Smartphones und Kompaktknipsen überschneidet.
Camcorder der gehobenen (Amateur-)klasse haben allerdings so viele
Alleinstellungsmerkmale, daß sicher auch in Zukunft noch ein Markt dafür
besteht. Und für Profigeräte natürlich erst recht.

> Im Prinzip ja, man koennte in Photoapparate die Technik
> einbauen die auch Camcorder haben, aber soweit sind die heute
> noch nicht.

Bitte? Es wird niemand daran gehindert, Camcorder-Technik in das Gehäuse
einer Fotokamera einzubauen.

Man will das aber ganz bewusst nicht. Zum einen sind bei Fotokameras
heute wesentlich höher auflösende Sensoren üblich (FullHD entspricht
gerade einmal 2Megapixel!), zum anderen muss man bei Standbildern sehr
viel mehr Rechenaufwand treiben, um Kompressionsartefakte zu vermeiden
und Fehler des Sensors und des Objektivs herauszurechnen.

Ein Bewegtbild ist in Bezug auf kleine Macken sehr viel gutmütiger,
stattdessen müssen das Auslesen des Sensors und die Datenverarbeitung
schnell gehen.

Entsprechend unterscheidet sich die Hardware deutlich, sobald die
Ansprüche über Point&Shoot hinausgehen.

> Wichtig waere vor allem mindestens 50 Vollbilder pro Sekunde,
> und nicht dieses Interlacing.

Warum wäre das wichtig? Bislang strahlt kein Fernsehsender in diesem
Format aus, die Profis kommen also offenbar sehr gut ohne diese
Schwanzverlängerung aus...

> Optimal waere es wenn die Kamera das
> auch in einem Format koennte das die Bilder einzeln unabhaengig voneinander
> komprimiert und nicht blos dieses H264 - aber das scheitert wohl noch
> an der Schreibrate der Speicherkarten.

Allerdings.

> Das Problem bei Photoapparaten ist dass wenn man sich so ein teures
> Stueck kauft dieses nicht wie wie frueher eine Investition fuer ein Jahrzehnt
> ist, denn schon in 2 Jahren ist das Teil veraltet.

Nicht wirklich.

Wenn man die Billigklasse mal außen vor lässt, ist die Technik heute so
weit ausgereift, dass keine wesentlichen Features mehr hinzukommen. Die
Auflösung wird längst nicht mehr durch den Sensor, sondern durch das
Objektiv begrenzt (welches sich ohne gravierende Mehrkosten kaum
verbessern lässt), die Empfindlichkeit liegt längst weit oberhalb des
chemischen Films. Was den neuen Modellen bleibt, sind im Wesentlichen
technische Spielereien, die aber schwerlich das Attribut "veraltet"
rechtfertigen.
Bei Systemkameras kommt noch hinzu, daß der Wert der Ausrüstung weniger
in der Kamera als in den Objektiven steckt - und diese kann man nach
Kauf einer neuen Kamera ja weiter verwenden, so lange man der Marke treu
bleibt.

Hergen

Norbert Hahn

unread,
Jun 7, 2012, 6:04:46 PM6/7/12
to
Hergen Lehmann <hlehmann.e...@snafu.de> wrote:

>On 07.06.2012 10:41, Carla Schneider wrote:
>>
...
>Man will das aber ganz bewusst nicht. Zum einen sind bei Fotokameras
>heute wesentlich höher auflösende Sensoren üblich (FullHD entspricht
>gerade einmal 2Megapixel!),

Bitte die 2 Mio. Bildpunkte bei FullHD nicht mit 2 Megapixel von Kameras
verwechseln. FullHD entspricht etwa 5 Megapixel.

>> Wichtig waere vor allem mindestens 50 Vollbilder pro Sekunde,
>> und nicht dieses Interlacing.
>
>Warum wäre das wichtig? Bislang strahlt kein Fernsehsender in diesem
>Format aus, die Profis kommen also offenbar sehr gut ohne diese
>Schwanzverlängerung aus...

Die ÖR senden 720p50.
Rohmaterial in Deutschland hat entweder dieses Format oder 1080p50.

Norbert

WomIng

unread,
Jun 8, 2012, 3:51:48 AM6/8/12
to
Am 08.06.2012 00:04, schrieb Norbert Hahn:

>> Man will das aber ganz bewusst nicht. Zum einen sind bei Fotokameras
>> heute wesentlich höher auflösende Sensoren üblich (FullHD entspricht
>> gerade einmal 2Megapixel!),

> Bitte die 2 Mio. Bildpunkte bei FullHD nicht mit 2 Megapixel von Kameras
> verwechseln. FullHD entspricht etwa 5 Megapixel.


das musste 'mal vorrechnen:
bei 1920 x 1080 komme ich auf 2073600 pixel.


> Die ÖR senden 720p50.
> Rohmaterial in Deutschland hat entweder dieses Format oder 1080p50.

stimmt formal.
Ich habe aber noch keinen Film von denen gesehen, der reale 50
progressive frames hat.
Das waren immer nur verdoppelte 25p, also jedes Bild wurde 2mal gesendet.
Das könnten die sich auch sparen.

Dario

Ralph Aichinger

unread,
Jun 8, 2012, 5:19:50 AM6/8/12
to
WomIng <wom...@gmx.net> wrote:
> Am 08.06.2012 00:04, schrieb Norbert Hahn:
>
>>> Man will das aber ganz bewusst nicht. Zum einen sind bei Fotokameras
>>> heute wesentlich höher auflösende Sensoren üblich (FullHD entspricht
>>> gerade einmal 2Megapixel!),
>
>> Bitte die 2 Mio. Bildpunkte bei FullHD nicht mit 2 Megapixel von Kameras
>> verwechseln. FullHD entspricht etwa 5 Megapixel.
>
>
> das musste 'mal vorrechnen:
> bei 1920 x 1080 komme ich auf 2073600 pixel.

Bei Fotoapparaten wird Rot, Grün und Blau separat gerechnet. Ein
Megapixel besteht aus 250.000 roten, 250.000 blauen und 500.000
grünen Pixeln. Die mußt du erst zu vollfarbigen Pixeln zusammen-
rechnen, und da kommen sicher nicht die Information von einer
echte Million vollfarbiger Pixel raus.

Bei Bildschirmen wird nicht jedes Subpixel, sondern jeweils ein
komplettes Pixel (das jeweils aus einem roten, blauen und grünen)
besteht gerechnet.

Gibts gerade in drf oder dard einen Thread dazu.

/ralph

Norbert Hahn

unread,
Jun 8, 2012, 5:26:23 AM6/8/12
to
WomIng <wom...@gmx.net> wrote:

>Am 08.06.2012 00:04, schrieb Norbert Hahn:
>
>>> Man will das aber ganz bewusst nicht. Zum einen sind bei Fotokameras
>>> heute wesentlich höher auflösende Sensoren üblich (FullHD entspricht
>>> gerade einmal 2Megapixel!),
>
>> Bitte die 2 Mio. Bildpunkte bei FullHD nicht mit 2 Megapixel von Kameras
>> verwechseln. FullHD entspricht etwa 5 Megapixel.
>
>
>das musste 'mal vorrechnen:
>bei 1920 x 1080 komme ich auf 2073600 pixel.

Das hatten wir doch erst vor wenigen Wochen hierzugroup:
From: "Jakob Krieger" <j...@dashdotcom.de>
Message-ID: <op.v8kei...@linux-yxrb.site>

Norbert

Hergen Lehmann

unread,
Jun 8, 2012, 5:45:17 AM6/8/12
to
On 08.06.2012 11:19, Ralph Aichinger wrote:

> Bei Fotoapparaten wird Rot, Grün und Blau separat gerechnet. Ein
> Megapixel besteht aus 250.000 roten, 250.000 blauen und 500.000
> grünen Pixeln. Die mußt du erst zu vollfarbigen Pixeln zusammen-
> rechnen, und da kommen sicher nicht die Information von einer
> echte Million vollfarbiger Pixel raus.

Das nicht, aber der Unterschied ist in der Praxis kleiner, als man auf
den ersten Blick denkt.
Die farbigen Pixel liegen ja nicht übereinander, sondern nebeneinander,
so daß sie durchaus zu einer hohen (Luminanz-)Auflösung beitragen. Die
Chrominanzauflösung liegt deutlich darunter, aber das tut sie bei den
vorherrschenden, JPEG/MPEG-basierten Speicherformaten ohnehin.

> Bei Bildschirmen wird nicht jedes Subpixel, sondern jeweils ein
> komplettes Pixel (das jeweils aus einem roten, blauen und grünen)
> besteht gerechnet.

Nun geht es hier aber nicht um Bildschirme, sondern um Kameras. Und
meines Wissens ist das o.g. Schummeln bei den Sensorpixeln auch bei
Camcordern nicht unbekannt.

Hergen

Ralph Aichinger

unread,
Jun 8, 2012, 6:20:11 AM6/8/12
to
Hergen Lehmann <hlehmann.e...@snafu.de> wrote:
> Die farbigen Pixel liegen ja nicht übereinander, sondern nebeneinander,
> so daß sie durchaus zu einer hohen (Luminanz-)Auflösung beitragen. Die
> Chrominanzauflösung liegt deutlich darunter, aber das tut sie bei den
> vorherrschenden, JPEG/MPEG-basierten Speicherformaten ohnehin.

Trotzdem hat eine FullHD-Videokamera ja auch Subpixel, und würde
als Fotoapparat eben nicht mit 2 Megapixel sondern mit 5 (oder was
auch immer) beworben werden.

> Nun geht es hier aber nicht um Bildschirme, sondern um Kameras. Und
> meines Wissens ist das o.g. Schummeln bei den Sensorpixeln auch bei
> Camcordern nicht unbekannt.

Ich meine nicht den Kamerabildschirm, sondern den Fernseher/Projektor,
auf dem das ganze wiedergegeben wird. Die 1920x1080 sind eben *echte*
1920 Pixel, also jedes dieser 1920x1080 Pixel hat wieder drei Subpixel.
In Fotosensor-Terminologie würde das eben als 6220800 "Pixel" bzw.
entsprechend Megapixel bezeichnet. Wobei eben Sensoren Grün zweimal
haben.

/ralph

Carla Schneider

unread,
Jun 8, 2012, 6:35:08 AM6/8/12
to
ARD und ZDF strahlen Sportsendungen in 720p50 aus.
Das Interlaced Format sieht wenn sich was bewegt auf den heutigen Flachbildschirmen
nicht wirklich gut aus, und HD-Roehrenbildschirme gibt es ja nicht.

>
> > Optimal waere es wenn die Kamera das
> > auch in einem Format koennte das die Bilder einzeln unabhaengig voneinander
> > komprimiert und nicht blos dieses H264 - aber das scheitert wohl noch
> > an der Schreibrate der Speicherkarten.
>
> Allerdings.

Muesste es aber nicht, denn es gibt schon USB Sticks die 150 Mbyte
pro Sekunde Schreibrate haben, das muesste prinzipiell auch bei Speicherkarten
moeglich sein. Damit koennte man Raw HD 1080p50d Video schreiben.
Aber eigentlich moechte man ja noch mehr, z.B. eine Serienaufnahme
in normaler Photoaufloesung mit 50, 100 oder noch mehr pro Sekunde
unkomprimiert, bzw. verlustlos komprimiert speichern und das ueber Minuten...





>
> > Das Problem bei Photoapparaten ist dass wenn man sich so ein teures
> > Stueck kauft dieses nicht wie wie frueher eine Investition fuer ein Jahrzehnt
> > ist, denn schon in 2 Jahren ist das Teil veraltet.
>
> Nicht wirklich.
>
> Wenn man die Billigklasse mal außen vor lässt, ist die Technik heute so
> weit ausgereift, dass keine wesentlichen Features mehr hinzukommen. Die
> Auflösung wird längst nicht mehr durch den Sensor, sondern durch das
> Objektiv begrenzt (welches sich ohne gravierende Mehrkosten kaum
> verbessern lässt), die Empfindlichkeit liegt längst weit oberhalb des
> chemischen Films.

Was dazu kommt ist die Rechenleistung des Prozessors und z.B. seine
Faehigkeit in neuen besseren Speichermedien die Daten unterzubringen.
Das was ich oben geschrieben habe werden die Kameras in 10 Jahren koennen
und noch mehr. Kein Photograph wird sich dann mehr aergern muessen dass
er den richtigen Zeitpunkt fuer den Druck auf den Ausloeser nicht erwischt hat.



> Was den neuen Modellen bleibt, sind im Wesentlichen
> technische Spielereien, die aber schwerlich das Attribut "veraltet"
> rechtfertigen.

Ich denke da nicht an Spielereinen an all die Eigenschaften die diesen Kameras
noch fehlen. Wenn die Kamer

> Bei Systemkameras kommt noch hinzu, daß der Wert der Ausrüstung weniger
> in der Kamera als in den Objektiven steckt - und diese kann man nach
> Kauf einer neuen Kamera ja weiter verwenden, so lange man der Marke treu
> bleibt.

Aber gerade diese Kameras sind auch ohne Objektive teuer.

Hergen Lehmann

unread,
Jun 8, 2012, 7:52:44 AM6/8/12
to
On 08.06.2012 12:35, Carla Schneider wrote:

> Muesste es aber nicht, denn es gibt schon USB Sticks die 150 Mbyte
> pro Sekunde Schreibrate haben, das muesste prinzipiell auch bei Speicherkarten
> moeglich sein. Damit koennte man Raw HD 1080p50d Video schreiben.

Nein, denn zum einem sind 1080p50 RAW ca. 311MByte/sek, und zum anderen
sind die 150MByte natürlich Marketing-Werte, die der Stick nur unter
Laborbedingungen erreicht.

Aber MJPEG könnte man mit der heutigen Technik sicher hinbekommen, wenn
man wollte. Profikameras bieten das meines Wissens auch. Im
Consumer-Segment scheint die Zielgruppe aber zu klein zu sein.

> Aber eigentlich moechte man ja noch mehr, z.B. eine Serienaufnahme
> in normaler Photoaufloesung mit 50, 100 oder noch mehr pro Sekunde
> unkomprimiert, bzw. verlustlos komprimiert speichern und das ueber Minuten...

Nunja - für Spezialanwendungen in der Industrie wäre das sicher
nützlich, und da gibt es dann auch spezielle Kameras, die das (mit Hilfe
von SSDs) können.

Im Consumerbereich sehe ich aber nicht recht, warum jemand ausgerechnet
Zeitlupenaufnahmen dann auch noch verlustfrei speichern müsste. Selbst
im Kino benügt man sich mit verlustbehafteter Speicherung!

>> Wenn man die Billigklasse mal außen vor lässt, ist die Technik heute so
>> weit ausgereift, dass keine wesentlichen Features mehr hinzukommen. Die
>
> Was dazu kommt ist die Rechenleistung des Prozessors und z.B. seine
> Faehigkeit in neuen besseren Speichermedien die Daten unterzubringen.

Wozu? Wie gesagt, die Sensorauflösung moderner Fotokameras hat längst
den Punkt erreicht, der für ein handelsübliches Objektiv sinnvoll ist.
Bei Kompaktknipsen wird dieser Punkt häufig sogar bereits deutlich
überschritten. Und selbst mit dieser (zu) hohen Auflösung passen auf
eine heutige Karte mehrere 1000 Fotos, also ein kompletter Urlaub bzw.
ein kompletter Arbeitstag eines Profi-Fotografen.

Ich sehe da (für die Standbild-Fotografie) keinen Entwicklungsbedarf mehr.

Bei Video kann man sich streiten, ob leistungsfähigere Speichermedien
und Prozessoren wünschenswert sind. Aber auch da wird allzu oft bereits
heute die Grenze dessen überschritten, was im Consumer-Bereich sinnvoll ist.

> Das was ich oben geschrieben habe werden die Kameras in 10 Jahren koennen
> und noch mehr. Kein Photograph wird sich dann mehr aergern muessen dass
> er den richtigen Zeitpunkt fuer den Druck auf den Ausloeser nicht erwischt hat.

Ähm... und die Kamera wird dann selbsttätig das Motiv auswählen und aus
der Tasche heraus um die Ecke aufnehmen?

Sorry, aber ein Foto beginnt mit der Auswahl eines Motivs durch den
Fotografen. Danach muss manuell die Kamera auf das Motiv gerichtet, eine
geeignete Brennweite ausgewählt, und ggf. noch weitere Einstellungen
vorgenommen werden. Erst danach die Kamera irgend etwas Sinnvolles
aufnehmen - und das können heutige Kameras bereits in der Amateurliga
mit mehreren Fotos pro Sekunde.

Auch hier kein Entwicklungsbedarf mehr.

> Ich denke da nicht an Spielereinen an all die Eigenschaften die diesen Kameras
> noch fehlen.

Welche wären das?

>> Bei Systemkameras kommt noch hinzu, daß der Wert der Ausrüstung weniger
>> in der Kamera als in den Objektiven steckt - und diese kann man nach
>
> Aber gerade diese Kameras sind auch ohne Objektive teuer.

In Relation zu den Objektiven spielt das aber wie gesagt kaum eine
Rolle. Einen Einsteiger-DSLR-Body bekommt man neu ab ca. 300Eur. Ein
Objektiv, das diesen Body einigermaßen ausreizt, kostet bereits das
Doppelte. Sobald dann mehrere und/oder höherwertige Objektive in der
Ausrüstung sind, ist man ganz schnell an dem Punkt, an dem ein neuer
Body preislich kaum noch eine Rolle spielt - zumal der Alte ja
keineswegs schlagartig wertlos wird, sondern gebraucht noch gutes Geld
bringt.

Hergen

Jakob Krieger

unread,
Jun 8, 2012, 10:08:21 AM6/8/12
to
- Hergen Lehmann / 08.06.2012:


>>> ... Bei Systemkameras kommt noch hinzu, daß der Wert der Ausrüstung weniger
>>> in der Kamera als in den Objektiven steckt - und diese kann man nach

>> Aber gerade diese Kameras sind auch ohne Objektive teuer.

> In Relation zu den Objektiven spielt das aber wie gesagt kaum eine
> Rolle. Einen Einsteiger-DSLR-Body bekommt man neu ab ca. 300Eur. Ein
> Objektiv, das diesen Body einigermaßen ausreizt, kostet bereits das
> Doppelte. ...

Rein theoretisch stimmt das.

Nur gibt es halt auch Kamera-Hersteller, die ihre 'bodys'
für die Toleranzen der mitgelieferten 'kit'-Optiken bauen
und kalibrieren.

Ein bekannter Effekt dieser Ungezogenheit ist der, dass
(a) Schärfe auf Sensor und Mattscheibe nicht übereinstimmen
(b) letztere keineswegs genau genug auf die Ebene senkrecht
zur optischen Achse justiert sind
(c) der Autofocus nur für die Plastik-Flaschenböden
hinreichend genau arbeitet

... also die Dinger (wenn überhaupt) für billige Optiken
gerade mal tauglich sind und von der Schärfe hochwertigerer
Objektive keinen tauglichen Effekt übrig lassen (die Ebene
der schärfsten Abbildung liegt dann eben nicht genau da,
wohin man focusiert hat bzw. sie liegt oft sogar irgendwie
schief in der Dreidimensionalität.


Wenn diese Kamera-Klasse dann auch noch behauptet, brauchbare
HD-Videos zu produzieren, dann ist das schlicht gelogen. Sie
sind ihr Geld nicht wert (auch wenn es innerhalb der Baureihen
"Ausrutscher" in Richtung akzeptabler Qualität gibt).

Vgl. "Canon-Nikon-Streit" ... da ist schon was dran. Die
Fertigungsqualität vor allem der Einsteiger-Klasse ist durchaus
von unterschiedlichen Weltanschauungen geprägt.

[sieht man auf dem Raritäten-Gebrauchtmarkt - nach 30-40
Jahren bleiben ganz bestimmte Marken und/oder Baureihen
funktionsfähig erhalten, meist teure wie Hasselblad oder
Linhof, aber auch ein paar andere, wa man das eigentlich
nicht erwartet]


jk


--
no sig

Thomas Einzel

unread,
Jun 8, 2012, 1:21:31 PM6/8/12
to
Hergen Lehmann schrieb am 08.06.2012 13:52:
> Einen Einsteiger-DSLR-Body bekommt man neu ab ca. 300Eur. Ein
> Objektiv, das diesen Body einigermaßen ausreizt, kostet bereits das
> Doppelte.

Moderate Festbrennweiten kannst du kaum meinen, da bekommt man sogar
schon für <200Eur Glas (Bsp: http://geizhals.de/635120), was die DSLRs
"einigermaßen ausreizt". Aber eine Knips ohne Zoom ist ja "heutzutage"
für manche unvorstellbar.

> sobald dann mehrere und/oder höherwertige Objektive in der
> Ausrüstung sind, ist man ganz schnell an dem Punkt, an dem ein neuer
> Body preislich kaum noch eine Rolle spielt

Echt? Ich zucke nicht nur vor den ca. 2800Eur einer D800, sondern auch
vor den 1800Eur einer D700. (vergleichbare Baureihen anderer Hersteller
dto.)

> - zumal der Alte ja
> keineswegs schlagartig wertlos wird, sondern gebraucht noch gutes Geld
> bringt.

Bei kurzen Wechselzyklen in der Regel ja, sonst eher weniger.

--
Thomas


Hergen Lehmann

unread,
Jun 8, 2012, 1:49:26 PM6/8/12
to
On 08.06.2012 19:21, Thomas Einzel wrote:

> Moderate Festbrennweiten kannst du kaum meinen, da bekommt man sogar
> schon für <200Eur Glas (Bsp: http://geizhals.de/635120), was die DSLRs
> "einigermaßen ausreizt". Aber eine Knips ohne Zoom ist ja "heutzutage"
> für manche unvorstellbar.

Für den typischen Käufer einer Einsteiger-SLR gilt das auf jeden Fall.

Aber selbst wenn man auf Festbrennweiten steht, braucht man davon 2-3
Stück, um alle wesentlichen Alltagssituationen abzudecken. Und hat dann
auch ganz schnell wieder mehr Geld ausgegeben, als für den Body.

>> Ausrüstung sind, ist man ganz schnell an dem Punkt, an dem ein neuer
>> Body preislich kaum noch eine Rolle spielt
>
> Echt? Ich zucke nicht nur vor den ca. 2800Eur einer D800, sondern auch
> vor den 1800Eur einer D700. (vergleichbare Baureihen anderer Hersteller
> dto.)

Ich denke, in diesem Thread geht es um Consumertechnik und nicht um die
Topmodelle der Profiliga.

>> keineswegs schlagartig wertlos wird, sondern gebraucht noch gutes Geld
>> bringt.
>
> Bei kurzen Wechselzyklen in der Regel ja, sonst eher weniger.

Wenn man von langen Wechselzyklen ausgeht, hat man das Problem mit der
angeblich zu schnell veraltenden Technik ja gar nicht erst.

Hergen

Thomas Einzel

unread,
Jun 8, 2012, 5:09:08 PM6/8/12
to
Hergen Lehmann schrieb am 08.06.2012 19:49:
> On 08.06.2012 19:21, Thomas Einzel wrote:
...
> Ich denke, in diesem Thread geht es um Consumertechnik und nicht um die
> Topmodelle der Profiliga.

Deswegen schrieb ich ja auch nichts von D4, D3X u.ä.

>>> keineswegs schlagartig wertlos wird, sondern gebraucht noch gutes Geld
>>> bringt.
>>
>> Bei kurzen Wechselzyklen in der Regel ja, sonst eher weniger.
>
> Wenn man von langen Wechselzyklen ausgeht, hat man das Problem mit der
> angeblich zu schnell veraltenden Technik ja gar nicht erst.

Stimmt. :-) Problem erkannt und gelöst.

--
Thomas


Jakob Krieger

unread,
Jun 8, 2012, 5:33:04 PM6/8/12
to
- Hergen Lehmann / 08.06.2012:


> Ich denke, in diesem Thread geht es um Consumertechnik und nicht um die
> Topmodelle der Profiliga.

Naja, es ist schon mindestens sehr gehobene Consumer-Technik,
wenn eine D-SLR neben Fotos auch noch qualitativ gute
HD-Videos machen kann.

Je weniger man seine Ansprüche zurückschraubt, umso eher
landet man im Profi-Bereich (wenn auch nicht unbedingt
bei den Top-Modellen, aber schon in Kostenrahmen, bei
denen die Zusammenfassung der beiden Funktionen in ein
Gerät nicht mehr viel Unterschied macht).


... irgendwie rekursiert das Thema mit den Randbedingungen


jk



--
no sig

Carla Schneider

unread,
Jun 9, 2012, 3:04:13 PM6/9/12
to
Hergen Lehmann wrote:
>
> On 08.06.2012 12:35, Carla Schneider wrote:
>
> > Muesste es aber nicht, denn es gibt schon USB Sticks die 150 Mbyte
> > pro Sekunde Schreibrate haben, das muesste prinzipiell auch bei Speicherkarten
> > moeglich sein. Damit koennte man Raw HD 1080p50d Video schreiben.
>
> Nein, denn zum einem sind 1080p50 RAW ca. 311MByte/sek, und zum anderen

Zufaellig bastle ich gerade an einem Programm das 1080p50 auf einen
Computerbildschirm bringt. Die Kamera (Panasonic HC V707) verwendet fuer 4 Pixel,
4 Byte fuer die Helligkeit und 2 Byte fuer die Farbe (YUV 4:2:0), und das
macht dann nach der dekompression des H264 etwa 150 Mbyte pro Sekunde.

> sind die 150MByte natürlich Marketing-Werte, die der Stick nur unter
> Laborbedingungen erreicht.

Ja vielleicht - aber man kann Video auch verlustlos komprimieren,
und zwei Speicher von der Sorte haetten schon die doppelte Bandbreite,
das ist also alles nicht weit weg, d.h. das wird kommen.


>
> Aber MJPEG könnte man mit der heutigen Technik sicher hinbekommen, wenn
> man wollte. Profikameras bieten das meines Wissens auch. Im
> Consumer-Segment scheint die Zielgruppe aber zu klein zu sein.
>
> > Aber eigentlich moechte man ja noch mehr, z.B. eine Serienaufnahme
> > in normaler Photoaufloesung mit 50, 100 oder noch mehr pro Sekunde
> > unkomprimiert, bzw. verlustlos komprimiert speichern und das ueber Minuten...
>
> Nunja - für Spezialanwendungen in der Industrie wäre das sicher
> nützlich, und da gibt es dann auch spezielle Kameras, die das (mit Hilfe
> von SSDs) können.

>
> Im Consumerbereich sehe ich aber nicht recht, warum jemand ausgerechnet
> Zeitlupenaufnahmen dann auch noch verlustfrei speichern müsste. Selbst
> im Kino benügt man sich mit verlustbehafteter Speicherung!
>
> >> Wenn man die Billigklasse mal außen vor lässt, ist die Technik heute so
> >> weit ausgereift, dass keine wesentlichen Features mehr hinzukommen. Die
> >
> > Was dazu kommt ist die Rechenleistung des Prozessors und z.B. seine
> > Faehigkeit in neuen besseren Speichermedien die Daten unterzubringen.
>
> Wozu? Wie gesagt, die Sensorauflösung moderner Fotokameras hat längst
> den Punkt erreicht, der für ein handelsübliches Objektiv sinnvoll ist.

Die Aufloesung braucht man ja auch nicht unbedingt weiter zu erhoehen,
momentan liegt das der Engpass bei den Bildschirmen die diese Aufloesung
auch darstellen koennen.

> Bei Kompaktknipsen wird dieser Punkt häufig sogar bereits deutlich
> überschritten. Und selbst mit dieser (zu) hohen Auflösung passen auf
> eine heutige Karte mehrere 1000 Fotos, also ein kompletter Urlaub bzw.
> ein kompletter Arbeitstag eines Profi-Fotografen.
>
> Ich sehe da (für die Standbild-Fotografie) keinen Entwicklungsbedarf mehr.
>
> Bei Video kann man sich streiten, ob leistungsfähigere Speichermedien
> und Prozessoren wünschenswert sind. Aber auch da wird allzu oft bereits
> heute die Grenze dessen überschritten, was im Consumer-Bereich sinnvoll ist.
>
> > Das was ich oben geschrieben habe werden die Kameras in 10 Jahren koennen
> > und noch mehr. Kein Photograph wird sich dann mehr aergern muessen dass
> > er den richtigen Zeitpunkt fuer den Druck auf den Ausloeser nicht erwischt hat.
>
> Ähm... und die Kamera wird dann selbsttätig das Motiv auswählen und aus
> der Tasche heraus um die Ecke aufnehmen?
>
> Sorry, aber ein Foto beginnt mit der Auswahl eines Motivs durch den
> Fotografen. Danach muss manuell die Kamera auf das Motiv gerichtet, eine
> geeignete Brennweite ausgewählt, und ggf. noch weitere Einstellungen
> vorgenommen werden. Erst danach die Kamera irgend etwas Sinnvolles
> aufnehmen - und das können heutige Kameras bereits in der Amateurliga
> mit mehreren Fotos pro Sekunde.

Nur das ist nicht die normale Consumer Anwendung, der macht Schnappschuesse
und erwischt den besten Zeitpunkt nicht. Wichtiger als die perfekte
Abbildung ist das Motiv selbst und der passende Zeitpunkt und den erwischt
man immer wenn wenn man schnell genug hintereinander aufnimmt.

>
> Auch hier kein Entwicklungsbedarf mehr.
>
> > Ich denke da nicht an Spielereinen an all die Eigenschaften die diesen Kameras
> > noch fehlen.
>
> Welche wären das?

Serienaufnahmen mit kurzen Zeitabstand.

>
> >> Bei Systemkameras kommt noch hinzu, daß der Wert der Ausrüstung weniger
> >> in der Kamera als in den Objektiven steckt - und diese kann man nach
> >
> > Aber gerade diese Kameras sind auch ohne Objektive teuer.
>
> In Relation zu den Objektiven spielt das aber wie gesagt kaum eine
> Rolle. Einen Einsteiger-DSLR-Body bekommt man neu ab ca. 300Eur. Ein
> Objektiv, das diesen Body einigermaßen ausreizt, kostet bereits das
> Doppelte. Sobald dann mehrere und/oder höherwertige Objektive in der
> Ausrüstung sind, ist man ganz schnell an dem Punkt, an dem ein neuer
> Body preislich kaum noch eine Rolle spielt - zumal der Alte ja
> keineswegs schlagartig wertlos wird, sondern gebraucht noch gutes Geld
> bringt.

Und das ist genau das Problem bei rasch veraltenden Kameras.

Norbert Hahn

unread,
Jun 9, 2012, 5:18:08 PM6/9/12
to
Carla Schneider <carl...@yahoo.com> wrote:

>Zufaellig bastle ich gerade an einem Programm das 1080p50 auf einen
>Computerbildschirm bringt. Die Kamera (Panasonic HC V707) verwendet fuer 4 Pixel,
>4 Byte fuer die Helligkeit und 2 Byte fuer die Farbe (YUV 4:2:0), und das
>macht dann nach der dekompression des H264 etwa 150 Mbyte pro Sekunde.

Wirklich 4 Byte für Luminanz?
Wozu braucht man das, außer im Speicherplatz gegen Rechenzeit zu tauschen?

Norbert

Carla Schneider

unread,
Jun 9, 2012, 6:13:28 PM6/9/12
to
Fuer jedes Pixel ein Byte, aber bei der Farbe gibts fuer 4 Pixel zusammen nur zwei,
d.h. die Aufloesung bei der Farbe ist in jeder Richtung nur halb so gross.
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