im LaTeX-Begleiter habe ich gelesen, daᅵ bei "\emph{foo}" eine automatische
Kursivkorrektur erfolgt. Bei dem folgenden Minimalbeispiel (Hervorhebung
innerhalb eines Wortes) scheint das nicht zu funktionieren, zumindest sehe ich
im Ergebnis zwischen den ersten vier Varianten keinen Unterschied. Erst der
explizite \kern-Befehl hat eine Wirkung. Ist diese Lᅵsung dogmatisch korrekt,
oder wᅵre eine andere zu empfehlen?
Schᅵne Grᅵᅵe,
Bernhard
\documentclass[german]{article}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[osf]{libertine}
\begin{document}
{\it ent}alkoholisiert
\emph{ent}alkoholisiert % kein Unterschied
\emph{ent\/}alkoholisiert % ohne Auswirkung
\emph{ent}\/alkoholisiert % ohne Auswirkung
\emph{ent}\kern.1ex{}alkoholisiert % sieht zumindest ok aus, aber
% Konsequenzen (Silbentrennng)?
\end{document}
> Bei dem folgenden Minimalbeispiel (Hervorhebung innerhalb eines
> Wortes) scheint das nicht zu funktionieren, zumindest sehe ich im
> Ergebnis zwischen den ersten vier Varianten keinen Unterschied.
Scheint ein Manko der Libertine zu sein. Mit der Latin Modern ist die
Korrektur da:
% ---------------------------
\documentclass{article}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
% \usepackage[osf]{libertine}
\usepackage{lmodern}
\begin{document}
\begin{flushleft}
{\it ent}alkoholisiert \\
\emph{ent}alkoholisiert
\end{flushleft}
\end{document}
% ---------------------------
--
Uwe
Danke f�r den Tip, eine andere Schrift zu testen, war mir gar nicht
eingefallen. Das Problem scheint gr��ere Ausma�e zu haben - ich hatte mich
schon �ber manche zu eng angef�gte Doppelpunkte und Fu�notenreferenzen nach
Hervorhebungen gewundert.
Aber wie kommt das? libertine.sty definiert ja nicht \emph{} um.
Sch�ne Gr��e,
Bernhard
> Aber wie kommt das? libertine.sty definiert ja nicht \emph{} um.
Ich wei� leider nicht, wie die Kursivkorrektur implementiert ist und was
die LaTeX-Unterst�tzung f�r eine Schrift (m�glicherweise) damit zu tun
hat. Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der das beleuchten kann.
--
Uwe
> Aber wie kommt das? libertine.sty definiert ja nicht \emph{} um.
Ich wei� leider nicht, wie die Kursivkorrektur implementiert ist und was
die LaTeX-Unterst�tzung f�r eine Schrift (m�glicherweise) damit zu tun
hat. Kann mir vorstellen, dass das auch etwas ist, was in den Metriken
drinstehen muss und was bei automatisch erzeugten Metriken einfach
fehlt. Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der das beleuchten kann.
--
Uwe
> Ich weiᅵ leider nicht, wie die Kursivkorrektur implementiert ist und was
> die LaTeX-Unterstᅵtzung fᅵr eine Schrift (mᅵglicherweise) damit zu tun
> hat. Kann mir vorstellen, dass das auch etwas ist, was in den Metriken
> drinstehen muss
So ist es.
Gruᅵ
Markus
--
Gruppenhinweise (auch Minimalbeispiel) --> http://www.latex-einfuehrung.de
Fragen zu LaTeX? --> http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/
Fragen zu KOMA-Script? --> http://www.komascript.de
>> Aber wie kommt das? libertine.sty definiert ja nicht \emph{} um.
>
> Ich wei� leider nicht, wie die Kursivkorrektur implementiert ist und was
> die LaTeX-Unterst�tzung f�r eine Schrift (m�glicherweise) damit zu tun
> hat. Kann mir vorstellen, dass das auch etwas ist, was in den Metriken
> drinstehen muss und was bei automatisch erzeugten Metriken einfach
> fehlt. Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der das beleuchten kann.
Die Kursivkorrektur steht in den tfm-Dateien bei jedem einzelnen
Buchstaben (als CHARIC-Wert). Aber wenn ich das richtig sehe, dann
hat mindestens einer der Schriften �berhaupt keine Eintr�ge:
\documentclass{article}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[osf]{libertine}
\begin{document}
\the\fontcharic\font`\a,
\the\fontcharic\font`\f
\fontfamily{lmr}\selectfont
\the\fontcharic\font`\a,
\the\fontcharic\font`\f
\end{document}
--
Ulrike Fischer
> Die Kursivkorrektur steht in den tfm-Dateien bei jedem einzelnen
> Buchstaben (als CHARIC-Wert). Aber wenn ich das richtig sehe, dann
> hat mindestens einer der Schriften �berhaupt keine Eintr�ge:
Und ich f�rchte, das kann man nicht mal eben selbst reparieren, oder? Ich habe
mal den Betreff erg�nzt, in der Hoffnung, da� einer der Libertine Maintainer
mitliest...
F�r mich w�re es zwar eine gangbare Option, die Libertine durch MinionPro zu
ersetzen und aus der Libertine nur die Glyphen f�r die r�mischen Zahlen zu
verwenden, aber sch�ner w�re es, das gesamte Buch in der Libertine zu setzen -
und das in der Titelei oder im Kolophon sozusagen programmatische auch
benennen zu k�nnen.
> Ich habe mal den Betreff erg�nzt, in der Hoffnung, da� einer der
> Libertine Maintainer mitliest...
Ich glaube nicht, dass es den Paketautoren nicht bewusst ist, was man
alles noch verbessern k�nnte. Gute Metriken (also die Zurichtung der
Schrift) sind nunmal eine H�llen(hand-)arbeit und ein wesentliches
Merkmal, welches eine gute Schrift von einer schlechten unterscheidet.
Diese Arbeit muss halt jemand machen. Da sitzt man Wochen auf seinem
Hintern und guckt sich tausende von Kerningpaaren h�ndisch an.
--
Uwe
Das kann ich als blo�er Anwender nicht einsch�tzen, und will meine Bemerkungen
auch gar nicht als Kritik verstanden wissen. Unter den auf der Projektseite
genannten bekannten Problemen
(http://linuxlibertine.sourceforge.net/Libertine-DE.html#download, 7.3) steht
aber nichts zu diesem Problem. Explizit gesucht wird jemand, der die Schrift
"professionell hinten kann" - das hat aber nichts mit den Metriken zu tun.
> Unter den auf der Projektseite genannten bekannten Problemen
> (http://linuxlibertine.sourceforge.net/Libertine-DE.html#download,
> 7.3) steht aber nichts zu diesem Problem. Explizit gesucht wird
> jemand, der die Schrift "professionell hinten kann" - das hat aber
> nichts mit den Metriken zu tun.
Nat�rlich nicht. Die Schriftdesigner k�mmern sich ja auch nicht um die
TeX-Metriken. Die Libertine ist ja nicht speziell f�r TeX entworfen.
Ob die Kursivkorrektur ein exklusives TeX-Feature ist oder ob die auch
in "gew�hnlichen" Metriken (PFM, AFM, OpenType, TrueType, ...) angegeben
werden kann, wei� ich nicht. Wenn es aber exklusiv TeX ist, dann kann
man nat�rlich nicht erwarten, dass jede x-beliebige Schrift mit dieser
Information geliefert wird. Diese zus�tzliche Arbeit m�sste dann bei der
Erstellung der TeX-Metriken geleistet werden.
--
Uwe
> Nat�rlich nicht. Die Schriftdesigner k�mmern sich ja auch nicht um die
> TeX-Metriken. Die Libertine ist ja nicht speziell f�r TeX entworfen.
Korrektur: Habe gerade gesehen, dass die LaTeX-Anpassung auch auf der
Sourceforge-Seite liegt. Dennoch vermute ich stark, dass
Libertine-Schriftdesigner und LaTeX-Anpassungsmacher verschiedene
Personen sind.
--
Uwe
> Korrektur: Habe gerade gesehen, dass die LaTeX-Anpassung auch auf der
> Sourceforge-Seite liegt. Dennoch vermute ich stark, dass
> Libertine-Schriftdesigner und LaTeX-Anpassungsmacher verschiedene
> Personen sind.
Da hast Du Recht.
Font: Philipp H. Poll
LaTeX-Einbindung: Michael Niedermair
Gru�,
Stefan
\emph{T}ee
sieht aber bei der Libertine besser aus, weil die Kursivkorrektur
_nicht_ erfolgt, denn die sieht hier schrecklich aus. Man m�sste
auch noch Gro�/Kleinschreibung unterscheiden, was lm auch nicht macht.
Herbert
\documentclass[german]{article}
\usepackage[latin1]{inputenc}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage[osf]{libertine}
%\usepackage{lmodern}
%\usepackage{MinionPro}
\listfiles
\begin{document}
{\it Kampf}: / {\it Kampf}!
\emph{Kampf}: / \emph{Kampf}!
\emph{Kampf\/}: / \emph{Kampf\/}!
\emph{Kampf}\/: / \emph{Kampf\/}\/!
\emph{Kampf}\kern.1ex{}: / \emph{Kampf}\kern.4ex{}!
\end{document}
Allerdings sind hier die Ergebnisse auch bei lmodern und MinionPro nicht
ideal. F�r das Ausrufungszeichen sieht die Kursivkorrektur bei lmodern und
MinionPro gut aus, bei Libertine ist das Ergebnis indiskutabel. F�r die
Doppelpunkte hingegen ist der Abstand bei lmodern und MinionPro zu gro�, bei
Libertine trotzdem zu klein.
Res�m� f�r mich: Ich bleibe wahrscheinlich bei der Libertine, werde aber am
Ende ziemlich viele Kursivkorrekturen von Hand einf�gen. Gut, da� sich die
problematischen Stellen mit regul�ren Ausdr�cken relativ leicht identifizieren
lassen.