mich treibt seit einiger Zeit eine Frage die ich nicht alleine
beantworten kann. Da ich diese News-Group als eine meist sachlich
argumentierende Runde kennen gelernt habe, traue ich mich mal diese Frage
hier zu stellen auch wenn sie nur zum Teil mit GroupWise zu tun hat.
Also:
Wozu braucht man (heutzutage) Groupware?
Da kurze Fragen immer ein breites Spektrum an Antworten ermöglichen
möchte ich das Zielgebiet etwas eingrenzen.
In meinen Augen ist die aktuell angebotene Groupware -und dabei ziele ich
in erster Linie auf die drei "Großen" GroupWise, MS-Exchange und Lotus
Notes- historisch gewachsen, zu einer Zeit in der die Internet E-Mail
noch nicht sehr verbreitet war. Zu dieser Zeit hatten Unternehmen LANs,
selten WANs und die dann meist via Modem. Die Hersteller entwickelten
Kommunikationslösungen die das gesamte Spektrum vom E-Mail Client bis zum
Mail-Transport zwischen verschiedenen Lokationen abdeckten.
(Das kann man immer noch schön an verschieden priorisierten Nachrichten
erkennen. Bei Modem-Verbindungen wurden die wichtigen Msgs. dann sofort
versendet, nicht erst beim nächsten Sendetermin)
Dann brach das Internet und die Internet E-Mail durch und an die
vorhandenen Lösungen wurden 'Internet Gateways' (bei Novell GWIA)
angeschraubt. Aber immer noch hatten die monolitischen Systeme ihre
Berechtigung, da sie inzwischen zur Groupware gereift waren. Sie haben
nun Kalender, Dokumenten-Management und manche Clients sollen auch den
News-Transport beherrschen ;-)
Aber wie viele der Installationen benutzen heute mehr als Mail- und
Kalender-Funktionen?
Wo ist der Vorteil einer Groupware gegenüber einem System das aus einem E-
Mail-Server für E-Mails (inkl. einem E-Mail Client) besteht und z. B. aus
einer Ablage für iCal?
Das ein (Marken-)System von einem großen Anbieter mit (kostenpflichtigem)
Support unterstützt wird ist klar und nicht unbedingt ein Vorteil in dem
Sinne den ich hier suche.
Mir geht es eher um die Frage was kann eine Groupware, was mit einem
heterogenen System nicht auch funktioniert?
Regeln: Hängen von Client ab. Wenn Server-Regeln dann sicher auch mit
einem SMTP-Server mach(skript)bar.
Vertretungen: -> Rollenbasierte Konzepte
Dokumenten Management: -> Auslagern in ein externes System. Hat m. E. in
einer Groupware nichts zu suchen
Termine, Tasks, etc.: -> iCal
****
Ich hör' hier mal auf damit es nicht noch länger wird, und bedanke mich
bei allen die bis hierher durchgehalten haben ;-)
... und natürlich erst Recht bei denen die ihre Gedanken mit mir teilen.
Schönes Wochenende
wünscht Bernd
Bernd wrote:
>
> Aber wie viele der Installationen benutzen heute mehr als Mail- und
> Kalender-Funktionen?
So ungef�hr alle.
>
> Regeln: Hängen von Client ab. Wenn Server-Regeln dann sicher auch mit
> einem SMTP-Server mach(skript)bar.
Na dann mach mal. �brigens scheinst Du Groupwise nicht zu kennen. Die
Regeln haben nichts mit dem Client zu tun, ausser dass der Client sie
erzeugt.
> Vertretungen: -> Rollenbasierte Konzepte
Ja sicher. ;)
> Dokumenten Management: -> Auslagern in ein externes System. Hat m. E. in
> einer Groupware nichts zu suchen
Schon was dran. Ausser Groupwise hat ja auch keins der anderen eins.
> Termine, Tasks, etc.: -> iCal
Prima Idee. Das macht schon spektakul�r Spa�, die Termine mit den eMails
zu verheiraten. Und �berhaupt werden Termine im Allgemeinen per eMail
zugestellt.
> ****
> Ich hör' hier mal auf damit es nicht noch länger wird, und bedanke mich
> bei allen die bis hierher durchgehalten haben ;-)
Ist schwergefallen. Ich finde es relativ bezeichnend, dass Addressb�cher
bzw. Kontakte mitsamt deren Zusammanspiel mit mails und Terminen Dir
erst gar nicht eingefallen sind.
> ... und natürlich erst Recht bei denen die ihre Gedanken mit mir teilen.
Ich bin nicht sicher, ob ich denke das Du nur trollst, oder ob Du das
wirklich ernst meinst.
CU,
--
Massimo Rosen
Novell Product Support Forum Sysop
No emails please!
http://www.cfc-it.de
(...)
> Übrigens scheinst Du Groupwise nicht zu kennen.
Sicher nicht annähernd so gut wie Du. Deshalb schrieb ich diesen Post.
Aber es geht hier gar nicht in erster Linie um GroupWise. GroupWise ist
hier wie geschrieben 'einer der großen drei'.
(...)
>> Ich hör' hier mal auf damit es nicht noch länger wird, und bedanke
>> mich bei allen die bis hierher durchgehalten haben ;-)
>
> Ist schwergefallen.
> Ich finde es relativ bezeichnend, dass Addressbücher
> bzw. Kontakte mitsamt deren Zusammanspiel mit mails und Terminen Dir
> erst gar nicht eingefallen sind.
Stimmt! Ich wusste doch, dass da was fehlt ;-)
Adressbücher: LDAP
Den Hinweis auf das Zusammenspiel mit Mails und Terminen verstehe ich
nicht. Meinst Du damit das man einen Adressaten aus einer Liste auswählt?
>
>> ... und natürlich erst Recht bei denen die ihre Gedanken mit mir
>> teilen.
>
> Ich bin nicht sicher, ob ich denke das Du nur trollst, oder ob Du das
> wirklich ernst meinst.
Ich mein' das ernst und und anderen Lösungen gegenüber ganz und gar
unvoreingenommen.
Danke für Deinen Beitrag.
Bernd
> Regeln: Hängen von Client ab. Wenn Server-Regeln dann sicher auch mit
> einem SMTP-Server mach(skript)bar.
Entscheidend ist, dass die Regeln einfach (vom Enduser!) am Client
erstellt werden können und dann Client-unabhängig am Server laufen. Geht
das mit einem Standard-Mailserver mit einem Standard-Mailclient?
> Vertretungen: -> Rollenbasierte Konzepte
Und wie werden diese "Rollenbasierte Konzepte" konkret implementiert?
Wichtig ist (wie bei den Regeln), dass die Anwender die Funktionalität
nutzen können, ohne dass ein Admin jedes Mal irgendwo ein Skript
definiert oder eine Rolle anlegt.
> Dokumenten Management: -> Auslagern in ein externes System. Hat m. E. in
> einer Groupware nichts zu suchen
Nur dass man dieses externe System dann auch wieder "Groupware" nennen
könnte. Aber ich sehe es auch so, dass das Dokumentenmanagement nicht
exklusiv mit dem E-Mail-System verheiratet sein solle.
> Termine, Tasks, etc.: -> iCal
Wieder die Frage: Was heisst das konkret? iCalendar ist erstmal nur ein
Standard, mit dem Systeme Kalenderdaten austauschen können. Über die
Funktionalität, die das jeweilige System bietet, und wie diese mit
anderer Funktionalität integriert ist (z.B. Vertretungszugriff auf
Kalender, Regeln und Termine) sagt dies gar nichts aus.
Die Frage ist nicht, was mit einem "heterogenen System" theoretisch
möglich wäre. Die Frage ist, wie sieht die Implementation praktisch aus
- erstens aus User-Sicht, zweites bzgl. dem Admin-Aufwand. Hier z.B.
steht für Installation und Betrieb des GroupWise-Systems im Schnitt
schätzungsweise 10% einer Admin-Stelle zur Verfügung. Mit diesem
Personalaufwand können wir unseren Usern die Funktionalität anbieten,
die GroupWise "out-of-the-box" bietet. Mit Standard-Systemen m.E. nicht
möglich.
(...)
> Entscheidend ist, dass die Regeln einfach (vom Enduser!) am Client
> erstellt werden können und dann Client-unabhängig am Server laufen. Geht
> das mit einem Standard-Mailserver mit einem Standard-Mailclient?
Ja, das ist mir inzwischen auch aufgefallen. Zentrale Regelverarbeitung
ist sicher etwas was in erster Linie mit Groupware-Systemen funktioniert.
Andererseits ... gibt es Erhebungen wie viele Benutzer das einsetzen?
(Das hängt sicher vom Unternehmen / Benutzerprofil ab ... )
Naja, aber wenn es eine Lösung nicht kann, wird gleich wieder von einer
Gegenseite geschrieen ... Also wird man wohl an den 'gewohnten'
Funktionen nicht vorbeikommen.
>
>> Vertretungen: -> Rollenbasierte Konzepte
>
> Und wie werden diese "Rollenbasierte Konzepte" konkret implementiert?
> Wichtig ist (wie bei den Regeln), dass die Anwender die Funktionalität
> nutzen können, ohne dass ein Admin jedes Mal irgendwo ein Skript
> definiert oder eine Rolle anlegt.
Hier denke ich, dass es eben keine Mails an Personen, sondern an
Funktionen gibt. (Kundenb...@unternehmen.de;
Personal...@unternehmen.de, fuhr...@unternehmen.de, etc) Damit
wird eine Vertretung nahezu überflüssig.
Rollen sollen in meinen Augen nicht von jedem Benutzer angelegt werden,
sondern von einer anderen (administrativen) Rolle. Rollen beziehen sich
(so wie ich sie kenne) auf Aufgaben(-felder) und werden von Menschen
besetzt. Dabei kann ein Mensch mehr als eine Rolle bekleiden. (Du
schreibst unten 10% Adminstelle, dann gibt es eine Rolle GW-Admin die von
min. zwei besser drei Menschen (Urlaub; Krankheit) besetzt wird (rein
rechnerisch zu je 5 bzw. 3,33%) Aber da gehört hier nicht hin ...
(...)
> Die Frage ist nicht, was mit einem "heterogenen System" theoretisch
> möglich wäre. Die Frage ist, wie sieht die Implementation praktisch aus
> - erstens aus User-Sicht, zweites bzgl. dem Admin-Aufwand.
OK, da bin ich bei Dir.
Es ginge also darum ein System zu kreieren, das die Notwendigkeiten des
jeweiligen Einsatzfalls bestmöglich (alles notwendige möglich, bei
geringst möglichem Aufwand) abdeckt.
Zum (Gesamt-) Aufwand muss man sicher in beiden Fällen (Heterogene Lsg. /
monolithische Groupware) neben Lizenz und Hardware-Kosten auch die Kosten
für die Schulung von Administration und Benutzern, sowie die Kosten für
externe Unterstützung zählen.
> Hier z.B.
> steht für Installation und Betrieb des GroupWise-Systems im Schnitt
> schätzungsweise 10% einer Admin-Stelle zur Verfügung. Mit diesem
> Personalaufwand können wir unseren Usern die Funktionalität anbieten,
> die GroupWise "out-of-the-box" bietet. Mit Standard-Systemen m.E. nicht
> möglich.
10% für Groupware?! Das hört sich erstmal wenig an. Darf ich erfahren wie
viele Benutzer ihr damit bedient?
Danke
Bernd
Eine Erhebung wird m.E. nicht viel aussagen. Bei manchen Dingen ist der
Prozentsatz sicherlich gering; aber für die Handvoll User ist es sehr
wichtig.
>> Und wie werden diese "Rollenbasierte Konzepte" konkret implementiert?
>> Wichtig ist (wie bei den Regeln), dass die Anwender die Funktionalität
>> nutzen können, ohne dass ein Admin jedes Mal irgendwo ein Skript
>> definiert oder eine Rolle anlegt.
>
> Hier denke ich, dass es eben keine Mails an Personen, sondern an
> Funktionen gibt. (Kundenb...@unternehmen.de;
> Personal...@unternehmen.de, fuhr...@unternehmen.de, etc) Damit
> wird eine Vertretung nahezu überflüssig.
Eben nicht. Wer bearbeitet die Kundenbetreungs-Mails? Herr Meier und
Frau Müller, sowie vertretungsweise Herr Dingelskirchen. Alle drei haben
Vertretungszugriff auf den Account Kundenbetreuung - ohne dabei ihren
jeweils persönlichen Account zu verlassen. Alle sehen, aus ihrer
gewohnten Umgebung heraus, was im Kundenbetreuungs-Bereich los ist, ob
etwas zu tun ist, etc. Vertretung ist alles andere als überflüssig - es
ist eine der wichtigsten Funktionen.
> 10% für Groupware?! Das hört sich erstmal wenig an.
Das ist auch extrem wenig, und es ist ein Problem. Aber es ist immerhin
möglich - wenn wir auch mit Sicherheit die Möglichkeiten des Systems
nicht optimal nutzen.
> Darf ich erfahren wie
> viele Benutzer ihr damit bedient?
Ca. 3000 User, Tendenz steigend.
> On 11.12.2009 12:17, Bernd wrote:
>> Am Fri, 11 Dec 2009 10:54:32 +0100 schrieb Mirko Guldner:
(...)
>> Hier denke ich, dass es eben keine Mails an Personen, sondern an
>> Funktionen gibt. (Kundenb...@unternehmen.de;
>> Personal...@unternehmen.de, fuhr...@unternehmen.de, etc) Damit
>> wird eine Vertretung nahezu überflüssig.
>
> Eben nicht. Wer bearbeitet die Kundenbetreungs-Mails? Herr Meier und
> Frau Müller, sowie vertretungsweise Herr Dingelskirchen. Alle drei haben
> Vertretungszugriff auf den Account Kundenbetreuung - ohne dabei ihren
> jeweils persönlichen Account zu verlassen. Alle sehen, aus ihrer
> gewohnten Umgebung heraus, was im Kundenbetreuungs-Bereich los ist, ob
> etwas zu tun ist, etc. Vertretung ist alles andere als überflüssig - es
> ist eine der wichtigsten Funktionen.
Eine erste Idee hier wäre IMAP damit bleiben alle Nachrichten auf dem
Server, aber ich weiß nicht ob das mit gleichzeitigen Zugriffen
klarkommt. (Also wenn von mehreren Clients aus gleichzeitig auf den einen
Account zugegriffen wird.)
>> 10% für Groupware?! Das hört sich erstmal wenig an.
>
> Das ist auch extrem wenig, und es ist ein Problem. Aber es ist immerhin
> möglich - wenn wir auch mit Sicherheit die Möglichkeiten des Systems
> nicht optimal nutzen.
>
>> Darf ich erfahren wie
>> viele Benutzer ihr damit bedient?
>
> Ca. 3000 User, Tendenz steigend.
?? Mit 4h pro Woche?? Inkl. Backup, Restore, Archivierung und was sonst
noch so alles anfällt bei 3000 Benutzern?? Bekommen euere Benutzer eine
Einweisung in den GroupWise-Client?
...
Ah, belwue. Wahrscheinlich Uni und Studenten als Benutzer, aber
trotzdem ... 4h ist wenig.
Bernd
> ?? Mit 4h pro Woche?? Inkl. Backup, Restore, Archivierung und was sonst
> noch so alles anfällt bei 3000 Benutzern??
Bei solchen (groben!) Schätzungen ist natürlich immer das Problem, was
man wo hinzuzählt. Backup ist ingesamt natürlich ein erheblicher
Aufwand, der Anteil für GroupWise daran ist aber eher gering - ist also
vielleicht nicht in den 10% für GW drin, sondern in den 10% fürs Backup ;-)
GroupWise-Restore meide ich wegen dem Aufwand wo's geht; da wird
meinerseits erst Mal gejammert und gemault - manche User sind darin
allerdings besser als ich, dann muss es halt gemacht werden...
Archivierung ist ein ungelöstes Problem.
> Bekommen euere Benutzer eine
> Einweisung in den GroupWise-Client?
Nein, keine Chance. Wir haben ein elektronisches Tutorial gekauft,
einige wichtige Dinge in einem Wiki beschrieben - und ansonsten helfen
wir halt im Einzelfall, wenn jemand anruft.
> ...
> Ah, belwue. Wahrscheinlich Uni und Studenten als Benutzer,
Klar, Hochschule bzw. FH - ich dachte, das sieht man an meiner Adresse
:-) Die Studenten nutzen eher POP3 als den GroupWise-Client - d.h. für
die meisten sind die Groupware-Funktionalitäten von denen wir hier reden
eher weniger relevant.
aber
> trotzdem ... 4h ist wenig.
Wie gesagt, es _ist_ ein Problem. Seit zwei Jahren steht der Umzug von
GroupWise auf neue Server an, seit einem Jahr das Upgrade auf 8. GW
läuft noch auf dem alten Server, es läuft immer langsamer - aber es
läuft. Mit weniger Aufwand lief nur mercury, das lag bei sehr nahe 0%.
Womit wir wieder bei deiner Ausgangsfrage wären: _die_ Steigerung an
Funktionalität von mercury zu GroupWise, bei _den_ begrenzten
personellen Möglichkeiten - ich behaupte, das ist mit keinem anderen
Produkt bzw. Produktkombination hinzubekommen.
Gruß,
Mirko