Joseph Terner wrote:
> On Tue, 07 Feb 2012 19:17:51 +0100, Stefan Reuther wrote:
>>Heiko Schlenker wrote:
>>>* Joseph Terner <
jtusene...@gmx.de> schrieb:
>>>>Eine "stinknormale Daten-DVD" kommt im Universal Disk Format (ISO
>>>>13346) daher, auch wenn ISO-Images darauf abgelegt sind. Growisofs
>>>>schreibt kein UDF und erzeugt daher keine standardkonformen (universell
>>>>lesbaren) DVD- ROMs.
>>>
>>>Das ist schlicht falsch. Das folgende Allerweltsmusterbeister erzeugt
>>>ein standardkonformes Ergebnis (ISO 9660 +
>>>Joliet-/Rockridge-Erweiterung):
>>
>>UDF ist nicht ISO, Joliet oder Rockridge.
>
> Das ist ja schon sehr unterhaltsam, daß hier ein Verfechter "freier
> Lizenzen" komplett proprietäre Dateisysteme wie MS Joliet propagiert.
Joliet ist nicht weniger "proprietär" als RockRidge. Es gibt ein
Spezifikationsdokument und niemanden, der die Hand dafür aufhält. Und es
ist Größenordnungen einfacher zu implementieren. Da es sich nur um eine
Anwendung/Parametrierung von vorhandenen Features von ISO9660 handelt,
braucht's da auch kein Kommitee, dass einen klingenden Namen trägt und
nach jahrelangen Sitzungen ein 200seitiges Pamphlet verabschiedet.
> Joliet ist übrigens deprecated und daher möglicherweise selbst auf
> künftigen Systemen des Marktführers nicht mehr lesbar.
Belege? Den Spruch hab ich, unbelegt, von dir schon mal gehört.
>>Standards hin, Standards her, der sogenannte Marktführer macht auch was
>>er will,
>
> Der sog. Marktführer liefert seine Software auf standardkonformen CDs
> (ISO 9660:1999) und DVDs (ISO 13346 UDF) aus. Das Argument zieht nicht.
Der Marktführer schaut aber beim Einlegen eines Mediums nicht, ob er
irgend einen Standard zitieren kann, nach dem das Medium jetzt ungültig
ist und er den Nutzer mit einer Fehlermeldung belehren kann, sondern
schaut an den dafür vorgesehenen Stellen nach, was das für ein
Dateisystem sein könnte, und nimmt das dann.
>>Davon abgesehen wäre mir für Dinge wie ein Backup ISO9660 schon aufgrund
>>der geringeren Komplexität deutlich sympatischer.
>
> Dafür stolpert man dann über 2GiB/4GiB-Dateigrößenlimits[1],
Ein solches Limit existiert nicht. ECMA-119.pdf, §9.1.6, Bit 7.
Es gibt aber genug Implementationen, die das nicht auf die Reihe bekommen.
> fehlendene Unicode-Unterstützung,
Dafür gibt's ja Joliet.
> Größenbeschränkungen bei Dateinamen (32 Zeichen) und Pfadlängen
> (207 Zeichen).
Diese Limits fallen mit Joliet, RockRidge und ISO9660:1999.
> Nicht zu vergessen die maximale Anzahl der Verzeichnisse auf dem
> gesamten Volume: Die ist auf ingesamt 65.535 beschränkt.
Da muss man sich aber sehr anstrengen. Und selbst wenn man das erreicht,
ist die Chance groß, dass sich das Betriebssystem für die path table
(und nur die betrifft das) gar nicht interessiert. Für das hier
on-topic'ne Betriebssystem trifft das m.W. zu.
Stefan