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Gesucht - Programm, um mit Webcam und Mikrofon einen kleinen Film aufzunehmen

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G. Arentzen

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May 16, 2008, 8:48:25 AM5/16/08
to
Wie im Betreff beschrieben suche ich ein Programm, mittels dem ich einen
kleinen Film aufnehmen kann. Webcam und Mikrofon sind angeschlossen und
beide funktionieren auch (die Webcom so lala). Aber leider habe ich kein
Programm gefunden, mit dem ich Bild und Ton aufzeichnen kann.
Ich benutze Ubuntu HH.

Sachdienliche Hinweise würden mich freuen.

Grüße

Michael Schräber

unread,
May 16, 2008, 9:12:04 AM5/16/08
to
Hallo,
einige Hinweise dazu findest Du z.B. auf den Seiten des
Uni-Rechenzentrums der TU Chemnitz:
http://www.tu-chemnitz.de/urz/kurse/unterlagen/multimedia/video.html

Viele Grüße
Michael

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Michael Kohaupt

unread,
May 16, 2008, 12:34:12 PM5/16/08
to
Dominik Pusch schrieb:

> nice -0 mencoder tv:// -tv
> driver=v4l:device=/dev/webcam:width=640:height=480:forceaudio:amode=0:adevice=/dev/dsp1
> -vf-add pp=hb:a/vb:a,hqdn3d -ovc lavc -lavcopts
> vcodec=mpeg4:keyint=30 -oac mp3lame -lameopts cbr:br=64 -o `date
> +%y%m%d%H%M%S`.avi

Der Fragende wollte einen Film mit Ton aufnehmen, - keinen
Programmierwettbewerb gewinnen -

Man nehme wxcam Version 0.9.7, packe das Teil aus, klicke die
ausführbare Datei an und der gute Mann hat was er will.

> modprobe pwc leds=0,0 size=vga fps=15

15/fps !? = Pixelmatschgeruckel. Ist was für Videotelefonie, aber nix
für ein Filmchen. 30, besser 60 sollten es da schon sein.

Gruss
Michael

Message has been deleted

G. Arentzen

unread,
May 16, 2008, 6:23:15 PM5/16/08
to
Hallo,

vielen Dank für die Tipps. Ich habe es mit wxcam probiert und die
Version 1.01 von http://wxcam.sourceforge.net/ installiert (.deb). Damit
funktioniert es wie gewünscht. Er hat die Cam sofort erkannt und mir ein
Bild geliefert. Ton hatte ich, als ich es den Einstellungen aif xvid
schaltete.

Grüße

Andreas Kohlbach

unread,
May 16, 2008, 9:10:07 PM5/16/08
to
Michael Kohaupt wrote on 16. May 2008:
>
> Dominik Pusch schrieb:
>
>> nice -0 mencoder tv:// -tv
>> driver=v4l:device=/dev/webcam:width=640:height=480:forceaudio:amode=0:adevice=/dev/dsp1
>> -vf-add pp=hb:a/vb:a,hqdn3d -ovc lavc -lavcopts
>> vcodec=mpeg4:keyint=30 -oac mp3lame -lameopts cbr:br=64 -o `date
>> +%y%m%d%H%M%S`.avi

Looks cool. :-)

> Der Fragende wollte einen Film mit Ton aufnehmen, - keinen
> Programmierwettbewerb gewinnen -

Copy'n Paste existieren.

> Man nehme wxcam Version 0.9.7, packe das Teil aus, klicke die
> ausführbare Datei an und der gute Mann hat was er will.

Das ist Windows-Denke. Für jeden kleinen Mist gibt es irgendein Programm.
Für ein ganz leicht abgewandeltes Problem wieder ein ganz anderes
Programm, mit dem man sich die Festplatte vollmüllen kann.

Aber jedem, wie er will.
--
Andreas

Warum Linux? http://www.getgnulinux.org/ (Englisch)

G. Arentzen

unread,
May 19, 2008, 8:14:53 PM5/19/08
to
Hallo,

Andreas Kohlbach schrieb:

> Das ist Windows-Denke. Für jeden kleinen Mist gibt es irgendein Programm.
> Für ein ganz leicht abgewandeltes Problem wieder ein ganz anderes
> Programm, mit dem man sich die Festplatte vollmüllen kann.
>
> Aber jedem, wie er will.

die meisten Umsteiger werden von Windows kommen und genau das erwarten.
Es gibt eben viele Menschen, die ihren Computer nutzen wollen, ohne sich
mit den tieferen Geheimnissen auseinanderzusetzen. Das ist imho auch
nicht verwerflich. Ich nutze den Computer zur Kommunikation und zur
Arbeit. Wenn ich etwas erledigen muss, dann will ich das rasch können,
ohne mich mit Befehlen herumzuschlagen. Ein Programm öffnen, Job
erledigen, fertig. Das mag nicht die Linux-Philosophie sein, aber es ist
die Philosophie, mit der die meisten Menschen ihren Computer bedienen.

Grüße

Michael Baeuerle

unread,
May 20, 2008, 3:20:47 AM5/20/08
to
"G. Arentzen" wrote:
>
> Wenn ich etwas erledigen muss, dann will ich das rasch können,
> ohne mich mit Befehlen herumzuschlagen. Ein Programm öffnen, Job
> erledigen, fertig. Das mag nicht die Linux-Philosophie sein, aber es ist
> die Philosophie, mit der die meisten Menschen ihren Computer bedienen.

Seltsam nur, dass einige dieser Menschen - die wissen, dass sie eine
andere Philosophie haben - trotzdem um jeden Preis GNU/Linux benutzen
wollen ... und sich dann auch noch wundern warum es nicht so
funktioniert wie sie wollen.


Micha

G. Arentzen

unread,
May 21, 2008, 8:22:12 AM5/21/08
to
Hallo,

Michael Baeuerle schrieb:


> Seltsam nur, dass einige dieser Menschen - die wissen, dass sie eine
> andere Philosophie haben - trotzdem um jeden Preis GNU/Linux benutzen
> wollen ... und sich dann auch noch wundern warum es nicht so
> funktioniert wie sie wollen.

so seltsam ist das nicht. Linux hat sich in den letzten Jahren in
einigen bereichen sehr dem einfachen User zugewandt. Vieles geht heute,
was früher nicht ging, und ich bin sicher, dass es noch besser wird.
Windows hat den Anspruch, dass es alles für den Benutzer erleichtert und
ihm das Denken abnimmt. Das stößt mir auch sauer auf, vielen es ist
recht. Linux hingegen hat den Anspruch, dass sich der User damit
auseinandersetzen muss. Die Befürworter von Windows lieben die
Einfachheit, die Verfechter von Linux feiern die Tatsache, dass man mit
Befehlen alles nach eigenen Bedürfnissen anpassen kann. Nur beide
Gruppen übergehen in ihrer Philosophie imho jene Masse der Benutzer, die
zwischen diesen beiden Stühlen sitzen.
Ich mag Linux, weil es sicherer ist als Linux, weil es Open Source ist
und weil ich in der Regel gut damit arbeiten kann. Wo das nicht geht,
greife ich auf Kaufprogramme zurück (ich schreibe meine Romane z.B.
nicht mit OO, sondern mit Textmaker). Ich versuche mir das Beste aus den
Welten herauszupicken, um meine Arbeit so einfach wie möglich zu haben.
Handwerker benutzen ihr Werkzeug ja auch nicht nur von einer Firma. Wenn
der Computer oder das OS zum Selbstzweck wird, geht es für mich an dem,
wie ich den Rechner nutze (als Werkzeug) vorbei. Klar, ein Handwerker
wird sich die Bedienungsanleitung einer Hilti durchlesen. Aber er wird
keine zwei Wochen investieren, ehe sie so läuft, wie er es will. Die
Zeit hat er nicht. Bei Computern ist es im Grunde nicht anders.
Nur - Windows bietet eben auch nicht dieses "Einschalten und es läuft" -
allein schon die Sicherheitssoftware die man braucht und aktuell halten
muss, dann die vielen kleinen Programme, die man sich mühsam suchen muss
... bla. Vom moralischen Aspekt im Bezug auf MS mal ganz abgesehen ...
Ich habe es schon einmal an anderer Stelle geschrieben - die Masse der
Benutzer muss erst wissen, dass sie ihre Arbeit mindestens genau so gut
mit Linux erledigen kann, wie mit MS. Nur dann wird sie überhaupt in
Erwägung ziehen, zu wechseln. Philiosophie etc. ist erst einmal
zweitrangig. Das kommt, wenn die tägliche Arbeit zügig und vielleicht
sogar besserr mit Linux erledigt werden kann. Den Leuten über die
Philosophie den Wechsel schmackhaft machen zu wollen, ist, als ob der
Schwanz mit dem Hund wedelt.

Grüße

Martin Schmitz

unread,
May 21, 2008, 8:46:51 AM5/21/08
to
G. Arentzen wrote:
> so seltsam ist das nicht. Linux hat sich in den letzten Jahren in
> einigen bereichen sehr dem einfachen User zugewandt. Vieles geht
> heute, was früher nicht ging,

Sorry, ich halte das für eine Fehlentwicklung. Distributoren wie Ubuntu
versuchen, die Komplexität der Materie vor dem Benutzer zu verstecken.
Das geht, je nachdem, für eine Stunde bis einen Monat lang gut, dann
tauchen die Probleme auf und mit ihnen Frust und Unzufriedenheit.

Wer ein Linux-System vernünftig einsetzen und bedienen möchte, sollte
die grundlegenden Werkzeuge kennen - und dazu gehört _nicht_ die Maus.

Martin

P.S.: "früher" ging auch schon alles.

Message has been deleted

G. Arentzen

unread,
May 21, 2008, 9:18:24 AM5/21/08
to
Hallo,

Martin Schmitz schrieb:

> Sorry, ich halte das für eine Fehlentwicklung. Distributoren wie Ubuntu
> versuchen, die Komplexität der Materie vor dem Benutzer zu verstecken.
> Das geht, je nachdem, für eine Stunde bis einen Monat lang gut, dann
> tauchen die Probleme auf und mit ihnen Frust und Unzufriedenheit.

sorry, das sehe ich anders. Wenn ich mir Distributionen wie Mint oder
PCLinuxOS anschaue, dann kann ich auch ohne Linux-Kenntnisse relativ gut
bedienen. Nicht schlechter als Windows jedenfalls. Im Gegenteil - es
werden deutlich mehr Geräte erkannt und Treiber installiert, als bei XP.
Und ich kann sofort mit meiner Arbeit beginnen, habe ein Office-Paket,
Internetprogramme und Media-Player, die funktionieren. Codecs werden
entweder sofort installiert oder automatisch nachinstalliert.
Spiele sind auch ein paar da - alles, was ich für einen SoHo-Tag brauche.
Und damit arbeitet man dann und ist, als durchschnittlicher Anwender,
der ein paar Briefe schreibt, sein Haushaltsbuch führt und eMails
empfängt oder bei eBay Sachen einstellt, sehr gut bedient. Selbst wenn
er mehr machen will, ein kleines Unternehmen hat und Briefe schreibt,
Rechnungen etc, ist er noch immer gut ausgestattet. Und dies, ohne auf
die Konsole wechseln zu müssen.
Ich sehe das so - Verbreitung von Linux ist nur möglich, wenn die User
mit der Maus ihr System einrichten können. Verbreitung und viele User
sind aber wiederum nötig, damit die Hardwarehersteller Linux ernst
nehmen, damit große Unternehmen umsteigen etc.

> Wer ein Linux-System vernünftig einsetzen und bedienen möchte, sollte
> die grundlegenden Werkzeuge kennen - und dazu gehört _nicht_ die Maus.

Was ist denn "vernünftig"? Wenn ist ein System "vernünftig"
eingerichtet. Doch wohl dann, wenn alles läuft, was ich täglich brauche.
Und dafür braucht man heute bei manchen Distributionen zum Glück keine
Konsole mehr. Das ist für all jene gut, die eben ein System zur Arbeit
wollen, nicht ein System, um mehr über den PC zu erfahren. Das Wissen,
die tieferen Geheimnisse, die kommen dann, wenn der Anwender sich für
sein System zu interessieren beginnt. Aber das kann er nur, wenn die
Basics funktionieren - aufsetzen und arbeiten.

> P.S.: "früher" ging auch schon alles.

Wenn man in der Lage war, sich sein System mit Befehlen auf der Konsole
einzurichten, dann ja. Wenn man tief in die Materie eintauchte, bei
Hardware abstriche machte - dann ja. Für einfache Anwender jedoch ein
ganz klares NEIN, es ging nicht alles.
Jeder, der einen normalen Führerschein bseitzt, kann sich ein Auto
kaufen und in der Regel nach wenigen Minuten damit fahren. Wie viele
Autos würden verkauft, wenn die Bedienung eines Modells eine lange
Einarbeitungszeit erfordern würde? Und wir sprechen hier nur von einem
Computer.

Grüße

Martin Schmitz

unread,
May 21, 2008, 10:06:02 AM5/21/08
to
G. Arentzen wrote:
> sorry, das sehe ich anders. Wenn ich mir Distributionen wie Mint oder
> PCLinuxOS anschaue, dann kann ich auch ohne Linux-Kenntnisse relativ
> gut bedienen.

Klar kannst Du es erstmal bedienen. Aber sieh' Dich mal um in den Foren!
Da kommt dann ein Kernelupdate - natürlich automatisch eingepielt um
den Benutzer nicht zu überfordern - und danach startet der X-Server
nicht mehr (z.B.). Passiert laufend sowas. Und sehr, sehr viele geben
dann nach so einer Erfahrung wieder auf mit der Meinung im Hinterkopf:
Linux ist doch ziemlicher Mist und kann gegen kommerzielle Unternehmen
nicht anstinken.

> Nicht schlechter als Windows jedenfalls.

Das mag sein, ich kenne Windows kaum. Allem was ich darüber lese nach,
gibt es damit ähnliche Probleme - und trotzdem scheinen sich die
meisten "Otto-Normal"-Benutzer damit besser zurecht zu finden.

In meinen Augen werden diese ganz unvoreingenommenen Benutzer von den
Distributoren betrogen, ganz egal, ob das Ubuntu, SuSE oder Microsoft
ist.

Wie sagte hier neulich jemand so schön? "Glaubst Du, Du kannst Ralley
fahren, nur weil Du Dich in ein entsprechendes Auto setzt?"

Martin

Michael Baeuerle

unread,
May 21, 2008, 10:08:56 AM5/21/08
to
"G. Arentzen" wrote:
> Michael Baeuerle schrieb:
> >
> > Seltsam nur, dass einige dieser Menschen - die wissen, dass sie eine
> > andere Philosophie haben - trotzdem um jeden Preis GNU/Linux benutzen
> > wollen ... und sich dann auch noch wundern warum es nicht so
> > funktioniert wie sie wollen.
>
> so seltsam ist das nicht. Linux hat sich in den letzten Jahren in
> einigen bereichen sehr dem einfachen User zugewandt.

Sehe ich nicht so. Ein paar Distributoren hinter denen Firmen (Novell,
Canonical, etc.) mit komerziellen Interessen stehen haben sich dem
einfachen User zugewandt. Auch OO wendet sich dem einfachen Nutzer zu
weil eine Firma (Sun) mit kommerziellen Interessen dahintersteht. Das
ist aber alles nicht "Linux". Fuer "Linux" - also den Kernel - gilt das
IMHO nicht.

Anders ausgedrueckt: Wer sich da dem einfachen User zuwendet sind
diverse Firmen aber nicht die Community die Linux und OpenSource
ausmachen. Ich denke, dass manche Leute diese Entwicklung daher mit
Sorge sehen.

> Vieles geht heute,
> was früher nicht ging, und ich bin sicher, dass es noch besser wird.

Ja. Bestimmt wird es irgendwann so bunt, bloated und stabil wie Windows.
Ich werde es dann nichtmehr benutzen ...

> [...]


> Die Befürworter von Windows lieben die
> Einfachheit, die Verfechter von Linux feiern die Tatsache, dass man mit
> Befehlen alles nach eigenen Bedürfnissen anpassen kann. Nur beide
> Gruppen übergehen in ihrer Philosophie imho jene Masse der Benutzer, die
> zwischen diesen beiden Stühlen sitzen.

Man kann es halt nicht jedem Recht machen.

> Ich mag Linux, weil es sicherer ist als Linux, weil es Open Source ist
> und weil ich in der Regel gut damit arbeiten kann. Wo das nicht geht,
> greife ich auf Kaufprogramme zurück (ich schreibe meine Romane z.B.
> nicht mit OO, sondern mit Textmaker). Ich versuche mir das Beste aus den
> Welten herauszupicken, um meine Arbeit so einfach wie möglich zu haben.
> Handwerker benutzen ihr Werkzeug ja auch nicht nur von einer Firma. Wenn
> der Computer oder das OS zum Selbstzweck wird, geht es für mich an dem,
> wie ich den Rechner nutze (als Werkzeug) vorbei.

Boese gesagt: Wen interessierts?
Die Leute die GNU/Linux gemacht haben wollten nicht der ganzen Welt das
"bessere Werkzeug für Mausschubser" hinstellen ;-)

> Klar, ein Handwerker
> wird sich die Bedienungsanleitung einer Hilti durchlesen. Aber er wird
> keine zwei Wochen investieren, ehe sie so läuft, wie er es will. Die
> Zeit hat er nicht. Bei Computern ist es im Grunde nicht anders.
> Nur - Windows bietet eben auch nicht dieses "Einschalten und es läuft" -
> allein schon die Sicherheitssoftware die man braucht und aktuell halten
> muss, dann die vielen kleinen Programme, die man sich mühsam suchen muss
> ... bla. Vom moralischen Aspekt im Bezug auf MS mal ganz abgesehen ...

Ob Sun, Novell oder IBM besser waeren in der gleichen Position wage ich
zu bezweifeln. Es ist gerade die Community und deren Philosophie die den
Unterschied ausmachen. Und die treibt die Sache eher nicht in die
gegenwaertige Richtung.

> Ich habe es schon einmal an anderer Stelle geschrieben - die Masse der
> Benutzer muss erst wissen, dass sie ihre Arbeit mindestens genau so gut
> mit Linux erledigen kann, wie mit MS. Nur dann wird sie überhaupt in
> Erwägung ziehen, zu wechseln. Philiosophie etc. ist erst einmal
> zweitrangig. Das kommt, wenn die tägliche Arbeit zügig und vielleicht
> sogar besserr mit Linux erledigt werden kann. Den Leuten über die
> Philosophie den Wechsel schmackhaft machen zu wollen, ist, als ob der
> Schwanz mit dem Hund wedelt.

Ohne die Philosophie wird es zum zweiten Windows. IMHO ist es besser
wenn nicht jeder GNU/Linux benutzt, dann eruebrigen sich auch viele
Probleme.


Micha

Markus Wichmann

unread,
May 21, 2008, 4:16:28 PM5/21/08
to
G. Arentzen <gunter....@arcor.de> schrieb:

> Hallo,
>
> Martin Schmitz schrieb:
>
>> Sorry, ich halte das für eine Fehlentwicklung. Distributoren wie Ubuntu
>> versuchen, die Komplexität der Materie vor dem Benutzer zu verstecken.
>> Das geht, je nachdem, für eine Stunde bis einen Monat lang gut, dann
>> tauchen die Probleme auf und mit ihnen Frust und Unzufriedenheit.
>
> sorry, das sehe ich anders. Wenn ich mir Distributionen wie Mint oder
> PCLinuxOS anschaue, dann kann ich auch ohne Linux-Kenntnisse relativ gut
> bedienen. Nicht schlechter als Windows jedenfalls. Im Gegenteil - es
> werden deutlich mehr Geräte erkannt und Treiber installiert, als bei XP.

Aber stelle dir mal vor, du hast eine nVidia-Grafikkarte. Da geht es
nämlich schon los: Die meisten Distributoren schreiben dann den
Treiber "nv" in die xorg.conf und glauben, alles sei gut. Dummerdings
habe ich hier eine GeForce 2 GTS/Pro, und die bringt diesen Treiber
zum Einfrieren. Da friert der Rechner meistens so total ein, dass
nichtmal Alt-SysRQ durchdringt.

Dann kommt die Installation des nvidia-Treibers. Das geht nur(!!) per
Konsole. Oder willst du den in einem potentiell labilen X-Server
installieren, wo die Installation jederzeit abschmieren kann?

Überhaupt glaube ich, GUIs werden überbewertet. Wenn man dem Nutzer
einmal beigebracht hat, dass er mit cd und ll das gleiche kriegt wie
mit dem Konqueror (oder Explorer, oder U-Boot^H^H^H^H^H^HNautilus),
ist er meistens schon zufrieden.

> Und ich kann sofort mit meiner Arbeit beginnen, habe ein Office-Paket,

^^^^^^^^^^^^
Und welches? Das ist aber auch egal, denn spätestens bei der Kollision
mit Microsoft Office gibt es Interoperabilitätsprobleme. Du wirst
lachen: Ich (Schüler) habe zwar ein Office-Paket, nutze es aber so gut
wie nie (Meine Schule stellt manchmal MS Office-Dateien online, und
OOo kann die ganz gut lesen). Ich benutze lieber Programme, die was
von ihrem Job verstehen. Meines Erachtens nach bringt es nicht viel,
eine defekte Idee reparieren zu wollen: Schon die Idee, die hinter MS
Office steht ist nämlich defekt: Der Nutzer wird gebeten, alles selbst
zu formatieren. So hat er zwar mehr direkte Kontrolle auf das
Endergebnis, muss aber alles selbst machen. Als Effekt davon ist eine
durchschnittliche Word-Datei so strukturiert wie eine PDF: Es gibt
keine Überschriften erster/zweiter/dritter Ordnung, nur Absätze mit
32pt, fett, kursiv, unterstrichen.

Konträr dazu LaTeX: Da muss man sich nur die Gliederung überlegen (und
den Text natürlich, das nimmt einem kein Programm ab), vielleicht die
Schriftart und -größe festlegen, dreimal den gleichen Befehl auf die
Quelltextdatei loslassen und fertig ist die druckreife PDF. In der PDF
selbst gibt es natürlich auch keine Überschriften erster/zweiter/
dritter Ordnung, sondern eben nur wieder Zeilen in 32pt etc., aber
diese Überschriften sind in der Quelltextdatei definiert. Darum kann
man sie benutzen, z.B. um ein Inhaltsverzeichnis anzulegen - mach das
mal mit Word. Oder OO Writer, oder wie sie alle hießen. Egal, wo du
wohnst: Den Schreikrampf kann man mit Sicherheit bis hier hören.

Oder Excel: Na, wenn ich schon halbe Programme schreiben soll, kann
ich auch gleich ganze schreiben. Für sowas nehme ich einen Compiler
meiner Wahl und fertig ist!

Präsentationen mache ich mit der beamer-Klasse von LaTeX, und die
sehen richtig gut aus. So gut, dass ich schon von gestandenen
MS-Fanatikern gefragt wurde, wie ich das nur mache.

Zu Access habe ich nix zu sagen: Eine Datenbank (=zentrale
Datensammelstelle) ohne Netzwerkanbinung ist wie Fahrrad ohne Kette:
Es geht zwar (mit Schieben), ist aber mühsam.

> Internetprogramme und Media-Player, die funktionieren. Codecs werden
> entweder sofort installiert oder automatisch nachinstalliert.

In Sachen Codecs hat wenigstens Debian selbst Windows einiges voraus:
Ogg Vorbis und Ogg FLAC sowie Speex und Theora werden von vornherein
unterstüzt, man muss nicht erst bei xiph.org vorbeischauen (oder eben
WinAMP runterladen)

> Spiele sind auch ein paar da - alles, was ich für einen SoHo-Tag brauche.

Bei Debian sind dann noch so "Kleinigkeiten" wie Nexuiz drin: Das ist
"nur" 100MB groß. Dafür aber ein erstklassiger -
Multiplayer-Egoshooter. So wie Unreal Tournament, in dem Dreh.

> Und damit arbeitet man dann und ist, als durchschnittlicher Anwender,
> der ein paar Briefe schreibt, sein Haushaltsbuch führt und eMails
> empfängt oder bei eBay Sachen einstellt, sehr gut bedient. Selbst wenn
> er mehr machen will, ein kleines Unternehmen hat und Briefe schreibt,
> Rechnungen etc, ist er noch immer gut ausgestattet. Und dies, ohne auf
> die Konsole wechseln zu müssen.

Und schau da her: Briefe tippe ich auch auf der Konsole. Als Editor
nehme ich - oh Gott! - vim, nicht mal gvim, der war mir irgendwie zu
seltsam (ein ganzer vim, aber nur ein halber g, da lasse ich doch
lieber ein normales vim in einem extra xterm laufen). Und das jage ich
dann durch mordsmäßig schwierige Kommandos wie

pdflatex brief.tex

(Erläuterungen: LaTeX ist das Programm, was zu nutzen ich OOo
vorziehe, PDF ist das Ausgabeformat und brief.tex habe ich eben
zusammengetippt)

Kontoführung ist was anderes, da nehme ich gnucash. Schöner Überblick,
wo mein Geld herkommt, und vor allem, wo es bleibt.

> Ich sehe das so - Verbreitung von Linux ist nur möglich, wenn die User
> mit der Maus ihr System einrichten können. Verbreitung und viele User
> sind aber wiederum nötig, damit die Hardwarehersteller Linux ernst
> nehmen, damit große Unternehmen umsteigen etc.
>

Ich sehe das anders: Linux behauptet im Unterschied zu Windows nicht,
es müsse nicht konfiguriert werden. (Windows wird diesem Anspruch im
Übrigen nicht gerecht: Ein Vanilla-Windows läuft mit 16 Farben bei
640x480 und 60Hz - alles in allem recht garstige Bedingungen.) Als
Folge dessen ist Linux eigentlich nur etwas für echte Admins. Nicht
für Benutzer, die nebenher ein bisschen administrieren gelernt zu
haben glauben. Linux braucht nunmal einen fähigen Admin, denn es
verhindert nicht, dass du dumme Sachen tust (weil es sonst
verhinderte, dass du kluge Sachen tätest). Dass es möglich ist, Admin
zu sein, wenngleich man beruflich eigentlich nix damit zu tun hat, hat
ja die DOS-Ära gezeigt: Haufenweise Leute benutzten DOS und wussten
ihre zwei Konfigurationsdateien zu editieren, sollte Not am Mann sein.
Und keiner hat sich beklagt. Dabei waren diese zwei
Konfigurationsdateien grausig dokumentiert, also eigentlich gar nicht.
Heute regen sich die Leute auf, wenn sie ihre Konfigurationsdateien in
/etc editieren sollen, wo schon in der Datei selbst eigentlich alles
Wichtige drinsteht und zusätzlich eine manpage existiert. Verkehrte
Welt?

Jedenfalls sind eigentlich eher die großen Unternehmen am Zug mit dem
Umsteigen (die haben ja einen Admin, können also auch Linux
administrieren lassen, außerdem ist Linux billiger). Dann können sie
auch die Kleinanwender nachziehen und Druck auf die
Hardware-Hersteller machen. Aber viele Unternehmen lehnen es ab, auf
Linux umzusatteln, weil eben so wenig Hardware-Hersteller es
unterstützen und schon beißt sich die Katze in den Schwanz.

>> Wer ein Linux-System vernünftig einsetzen und bedienen möchte, sollte
>> die grundlegenden Werkzeuge kennen - und dazu gehört _nicht_ die Maus.
>
> Was ist denn "vernünftig"? Wenn ist ein System "vernünftig"
> eingerichtet. Doch wohl dann, wenn alles läuft, was ich täglich brauche.

Ja. Aber dann möge es bitte auch zehn Jahre lang laufen, ohne, dass
eine Neuinstallation fällig wäre. Wir sind hier ja nicht bei Windows
;-).

> Und dafür braucht man heute bei manchen Distributionen zum Glück keine
> Konsole mehr.

Komm du mal an meinen Rechner! Hier laufen 192 MB RAM mit einem
1GHz-Athlon-K7. Meinst du, ich hätte Rechenzeit und RAM-Platz für hald
und solche Mätzchen? Oder anders ausgedrückt: Es stimmt schon, bei
manchen Distributionen _geht_ es ohne Konsole, bei entsprechender
Hardware (einerseits darf sie nicht zu alt sein, weil zu
leistungsschwach, andererseits auch nicht zu neu, weil es dann noch
keine Treiber gibt).

> Das ist für all jene gut, die eben ein System zur Arbeit
> wollen, nicht ein System, um mehr über den PC zu erfahren. Das Wissen,
> die tieferen Geheimnisse, die kommen dann, wenn der Anwender sich für
> sein System zu interessieren beginnt. Aber das kann er nur, wenn die
> Basics funktionieren - aufsetzen und arbeiten.
>

Wer nicht weiß, wie ein Rechner funktioniert - halbwegs wenigstens,
ich weiß ja auch nicht alles - kann einen Rechner auch nicht
administrieren. Administrieren heißt, Probleme zu lösen und den
Rechner einzurichten etc. Eben alles, was so anfällt, wenn man die
Kiste verwaltet.

>> P.S.: "früher" ging auch schon alles.
>
> Wenn man in der Lage war, sich sein System mit Befehlen auf der Konsole
> einzurichten, dann ja. Wenn man tief in die Materie eintauchte, bei
> Hardware abstriche machte - dann ja. Für einfache Anwender jedoch ein
> ganz klares NEIN, es ging nicht alles.

Wer lesen kann... das ist mir allgemein aufgefallen: Windows bringt
den Nutzer davon ab, Dokumentationen zu lesen. Ohne Dokumentationen
bist du bei Linux jedoch aufgeschmissen. Weißt du, als ich mit Linux
anfing, kannte ich cd, mkdir und rmdir, sowie ls. Trotzdem läuft mein
Rechner jetzt.

> Jeder, der einen normalen Führerschein bseitzt, kann sich ein Auto
> kaufen und in der Regel nach wenigen Minuten damit fahren.

Richtig, ihm wurde aber auch beigebracht, dass das Gaspedal ganz
rechts ist etc. Viele PC-Nutzer wissen dummerweise die Grundlagen von
Shells im Allgemeinen und sh-kompatiblen Shells im speziellen nicht.
Und ich meine, cd gab es auch schon bei DOS.

> Wie viele
> Autos würden verkauft, wenn die Bedienung eines Modells eine lange
> Einarbeitungszeit erfordern würde?

Ich halte 14 * 90 Minuten für die theoretische Schulung und weitere
22 * 90 Minuten praktische Schulung sowie zwei Prüfungen doch für eine
große einarbeitungszeit. Dafür kannst du danach eigentlich jedes Auto
verwenden, das weniger als 9 Sitze hat oder weniger als 3,5t wiegt.

> Und wir sprechen hier nur von einem
> Computer.
>

Trotzdem ist es mit dem ähnlich: Wenn du mit der Shell so halbwegs
umgehen kannst, kannst du neben Linux auch Solaris, Mac OS X, Minix,
HP/UX, Unix (das Original) und *BSD verwenden. Windows zu lernen ist
wie Führerscheinklasse E ohne was anderes: Da kannst du nur Windows
verwenden. Den Anhänger musst du dann eben selbst ziehen :-).

> Grüße

Tschö,
Markus
--
Progress (n.): process through which USENET evolved from smart people in front
of dumb terminals to dumb people in front of smart terminals.

Florian Diesch

unread,
May 22, 2008, 10:44:47 AM5/22/08
to
Markus Wichmann <null...@gmx.net> wrote:


> Überhaupt glaube ich, GUIs werden überbewertet. Wenn man dem Nutzer
> einmal beigebracht hat, dass er mit cd und ll das gleiche kriegt wie
> mit dem Konqueror (oder Explorer, oder U-Boot^H^H^H^H^H^HNautilus),
> ist er meistens schon zufrieden.

diesch@scenic:~$ ll
bash: ll: command not found
diesch@scenic:~$ konquerer
bash: konquerer: command not found
diesch@scenic:~$ explorer
bash: explorer: command not found


Tatsächlich, alles das gleiche.


Florian
--
<http://www.florian-diesch.de/>
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